Im Glauben wachsen – Studienanleitung | 2. Quartal 2026
(Studienanleitung Standardausgabe für den heutigen Sabbat, am Ostersamstag, 11. April 2026)
2. Lektion: Gott kennen
VIII.) DER LEHRERTEIL
TEIL I: ÜBERSICHT
Schlüsseltext: Johannes 17,3
Studienschwerpunkt: Jeremia 23,23-24; 1. Mose 1,1; 2,7; Jesaja 7,14
Wir können Gott in all seiner Herrlichkeit und Majestät nicht begründen. Gottes Wege und Gedanken sind für uns unbegreiflich ( Jes 55,9; Röm 11,33 ). Sie sind wirklich so weit von unserem begrenzten Fassungsvermögen entfernt wie der Himmel von der Erde. Und dennoch, welch Wunder, besteht die Bibel darauf, dass wir Gott kennen können und sollen ( Jer 9,22-23 ).
Dem babylonischen König, der glaubte, dass die Götter unerreichbar seien, weil seine Weisen behaupteten, sie wohnten „nicht bei den Menschen“ ( Dan 2,11 ), entgegnete Daniel das Gegenteil. Obwohl Gott im Himmel ist, offenbart er Geheimnisse, so Daniel ( Dan 2,28 ). Die Bibel vermittelt auch eine paradoxe Botschaft über die Erkenntnis Gottes: Gott ist sowohl fern als auch nah ( Jer 23,23-24 ). Diese dynamische Spannung findet sich bereits in der Schöpfungsgeschichte, die die Gleichzeitigkeit von Gottes Ferne und Nähe darstellt (vergleiche die göttlich-menschlichen Beziehungen in 1 Mo 1-2 ). Darüber hinaus ist der Schöpfer auch der Erlöser ( 1 Mo 3,15 ). Diese grundlegende Wahrheit, die wir am Anfang der Heiligen Schrift erfahren haben, enthält eine wichtige Lektion darüber, wie wir in unserer Anbetung auf unseren mächtigen und großen Gott reagieren: Er hat nicht nur uns und das Universum erschaffen, sondern er ist auch der nahbare und liebende Gott, der als Mensch zu uns gekommen ist, um „mit uns“ zu sein ( Jes 7,14 ).
TEIL II: KOMMENTAR
„Gott erkennen“
Der hebräische Begriff „erkennen“ beinhaltet eine eheliche Metapher, die in dem Satz zum Ausdruck kommt: „Adam erkannte seine Frau Eva, und sie ward schwanger“ (I Mo 4,1). Gott zu erkennen bedeutet im Wesentlichen, dass wir eine Ehe oder Bundesbeziehung mit Gott führen. Diese Bundessprache ( 1 Mo 17,7-8 ) spiegelt sich auch in der Liebessprache im Hohelied wider ( Hld 2,16 ). Im Neuen Testament spielt Paulus auf das Paradoxon der Gotteserkenntnis an, und erklärt es so, dass wir von Gott erkannt werden ( Gal 4,9 ).
Der Gott der Schöpfung und der Erlösung
Die Bibel beginnt mit zwei parallelen Schöpfungsberichten: 1. Mose 1 und 2 . Der Name Gottes, Elohim, im ersten Schöpfungsbericht ( 1 Mo 1 ) steht für Größe und Macht. Elohim ist ein Plural, was Intensität und Majestät ausdrückt. Der Begriff weckt Assoziationen von Macht und Stärke. Der Name YHWH im zweiten Schöpfungsbericht ( 1 Mo 2 ) steht für den Gedanken von Nähe und Existenz. Dieser Name, der etymologisch mit dem Verb hajah, „sein“, verwandt ist, bezieht sich auf den Gott, der für uns da ist: Er kommt auf die Erde herab, spricht zu den Menschen und geht mit ihnen. Er ist der Gott der Geschichte, der persönliche Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Von Bedeutung ist auch das jeweilige Verhältnis der Erwähnungen Gottes in den Schöpfungsberichten im Vergleich mit der Anzahl der Erwähnungen des Menschen. Während Elohim im ersten Schöpfungsbericht 35-mal vorkommt, taucht YHWH im zweiten Bericht 11-mal auf. Im ersten Bericht spricht Gott nur zweimal und ganz allgemein zu den Menschen. Außerdem werden im ersten Bericht die Menschen nach Gottes Ebenbild geschaffen ( 1 Mo 1,27 ). Im zweiten Bericht erschafft Gott den Menschen, indem er den Staub, das Material seiner Schöpfung, mit seinen eigenen Händen formt und ihm den Odem des Lebens einhaucht ( 1 Mo 2,7 ). Im ersten Schöpfungsbericht spricht Gott zu den Menschen, aber es ist keine Antwort der Menschen überliefert. Im zweiten Schöpfungsbericht spricht Gott persönlich zu den Menschen, und sie antworten ihm.
Der Kontrast zwischen beiden parallelen Schöpfungsberichten soll das herrliche Paradoxon Gottes hervorheben: Der mächtige Gott der Schöpfung, der das Universum erschaffen hat, ist gleichzeitig der persönliche Gott der Erlösung, der eine Beziehung zu den Menschen unterhält.
Der Gott, den wir anbeten
Gott ist unser Schöpfer und Erlöser. Diese beiden Offenbarungen Gottes beeinflussen unsere Anbetung. Darüber hinaus enthalten sie wichtige Lehren darüber, warum wir Gott verehren sollen. Der erste, wesentliche Grund ist die Schöpfung: Gott schuf Himmel und Erde ( 1 Mo 1; 2 ), einschließlich der Menschen ( 1 Mo 1,26-27; 1 Mo 2,7; Ps 139,13-16 ). In der Bibel ist Anbetung eine Antwort auf Gottes Schöpfungswerk: So ist beispielsweise die Anbetung Gottes am siebten Tag, dem Sabbat ( 1 Mo 2,1-3 ), die erste Antwort des Menschen auf Gottes Schöpfung. Gott zu fürchten bedeutet, seine Gebote zu halten. Das Sabbatgebot ist das einzige Gebot, das sich auf die Schöpfung bezieht ( 2 Mo 20,8-11 ).
In den Psalmen steht die Anbetung immer in direktem Zusammenhang mit der Schöpfung. Auch in der Offenbarung wird die Schöpfung als Hauptgrund der Anbetung genannt: „Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen“ ( Offb 4,11 ).
Der zweite Grund für die Anbetung ist in dem Verständnis der Erlösung als Neuschöpfung begründet, die am Ende der Zeit stattfinden wird. Dass der erste Engel die „Wasserquellen“ ( Offb 14,6-7 ) zusätzlich zu den üblichen Bestandteilen der Schöpfung — nämlich Himmel, Erde und Meer ( 2 Mo 20,11; Neh 9,6 ) - erwähnt, stellt einen eschatologischen Zusammenhang zum Leben und damit auch zur Hoffnung her (vgl. 1 Mo 16,7: 2 Mo 15,27 , Ps 107,35 ). Im Buch Hesekiel ist das Neue Jerusalem reich an Wasserquellen ( Hes 47,1-12 ), die an den Garten Eden erinnern ( 1 Mo 2,10-14; vgl. Joel 4,18; Sach 13,1; Ps 46,5 ). Ebenso stehen die „Wasserströme” in der Offenbarung für Leben ( Offb 22,1-2 ). Das Lamm, das Christus symbolisiert, führt sein Volk zu den Quellen lebendigen Wassers ( Offb 7,17; 21,6; 22,17 ) .
Der Gott, der sein Angesicht verbirgt
Dass Gott sein Angesicht verbirgt (hester panim), ist im Buch Jesaja ein wichtiges Motiv. Aber gerade im Zusammenhang mit dem leidenden Gottesknecht erhält dieses Thema seine tiefste Bedeutung. Das Bild des verborgenen Angesichts, das in Jesaja 53 verwendet wird, bedeutet nicht den Tod Gottes oder unseren Tod und damit unsere Trennung von ihm. Es ist im Gegenteil ein Verbergen, das errettet und paradoxerweise Gottes Beziehung zu den sündigen Menschen wiederherstellt. Bezeichnenderweise steht diese besondere göttliche Eigenschaft im Gegensatz zu den Götzenbildern. Die Götzen werden gesehen, im Gegensatz zu Gott, der verborgen ist ( Jes 45,15 ).
Dieser Vers macht deutlich, dass im Gegensatz zu den Götzen der Gott, der sich verbirgt, der wahre Gott ist, „der Heiland“. Der nächste Vers betont den Kontrast zwischen Gott und den Götzen. Unmittelbar nach der Erwähnung der Schmach und Schande der Götzenmacher in Jesaja 45,16 bezieht sich Vers 17 auf die Erlösung Israels durch den Herrn, den Schöpfer. Die Erlösung kommt nicht von den Götzen, die man sich macht und sieht, sondern von dem Gott, den man nicht macht und den man nicht sieht. Das heißt, die Erlösung kommt von dem Gott, der sein Angesicht verbirgt.
„Gott mit uns“
Die Hintergrundgeschichte der Prophezeiung von der Geburt Immanuels enthält eine Lehre der Hoffnung trotz menschlicher Skepsis. Ahas befürchtet, dass er den Krieg gegen seine Feinde verlieren und die Linie Davids dadurch unterbrochen wird. Da ermahnt ihn der Herr: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ ( Jes 7,9 ). Dennoch weigert sich Ahas weiterhin zu glauben und lehnt Gottes Angebot ab, ihn um ein Zeichen zu bitten ( Jes 7,12 ).
Gottes Antwort ist voller Ironie: Weil der König Israels sich weigert, sich an Gottes Plan zu beteiligen, wird das Kind „darum“ ohne „seine“ Hilfe empfangen werden, also „ohne jegliches menschliches Zutun.“ „Eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären“ ( Jes 7,14 ). Der Prophet Jesaja prophezeite dem König eine übernatürliche Geburt. Diese Art würde von einer Jungfrau geboren werden und den Namen „Immanuel“ tragen, was „Gott mit uns“ bedeutet. Die Geburt dieses Kindes würde Gott seinem Volk näherbringen, eine Erfahrung, die der wahre Beweis dafür ist, dass Gott trotz der Einstellung des Königs reagieren und in der Geschichte gegenwärtig sein wird.
Für Ahas ist die zukünftige Geburt Immanuels von einer Jungfrau ein Zeichen dafür, dass der Thron Davids nicht leer bleiben wird, eine Garantie dafür, dass die Linie Davids nicht unterbrochen wird. Für Ahas war die Verheißung der jüngeren Geburt Immanuels als Zeichen der Hoffnung gedacht, um ihn in seiner gegenwärtigen Lage Trost zu spenden. Für uns heute sollte die Verheißung Immanuels, der gekommen ist und wiederkommen wird, unseren gegenwärtigen Weg von jetzt bis zum Ende durchdringen und erleuchten. Wie unser Erlöser sagte: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ ( Mt 28,20 ).
TEIL III: ANWENDUNG
Hinweis
Wie können wir Gott erkennen und auf ihn reagieren?
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Offenbarung 14,7
1 ... Der Gott, den wir verehren, ist sowohl der allmächtige und transzendente Gott Elohim ( 1 Mo 1,1-2,4 ) als auch der persönliche und liebende Gott JHWH ( 1 Mo 2,4-25 ). Der Aufruf des Psalmisten zur Anbetung spiegelte dieselbe Spannung wider: „Dienet dem HERRN mit Furcht und freut euch mit Zittern“ ( Ps 2,11 ). ...
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Jesaja 6,5
Wenn du Gott anbetest, denke an Jesajas Empfinden. Was lehrt dich Jesajas darüber, wie wichtig Demut in der Gegenwart Gottes ist?
2. Mose 34,6-7
1 . Welche Eigenschaften Gottes werden in diesen Versen genannt? 2. Wie hast du diese Eigenschaften (Barmherzigkeit, Gnade, Güte, Vergebung usw.) in deinem persönlichen Leben mit dem Herrn erfahren?
(zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/en/2026-02/02/10-teacher-comments)