Beiträge von Seele1986

    Jesus sagte ja: Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. - Daran darf man sich halten.

    Es mutet hier oft so an, als würde eine "biblische Ganztodlehre" gegen eine "platonische Unsterblichkeit der Seele" geführt. Das ist nicht der Fall. Das Leben, das der Gläubige hat, kommt nicht aus der "sowieso unsterblichen Seele", sondern aus der Beziehung zum Sohn und zu Gott als Vater.

    In allen alten Kulten (auch in Israel) war die Vorstellung, man komme nach dem Tod in das Totenreich: das ist ein Dämmerzustand, der nicht wirklich "Leben" und "Lebendigkeit" zu nennen ist. Wenn die Gefährten Leib und Seele getrennt sind, dann ist das unvollkommen.

    Israel hatte nun mit der Zeit die Vorstellung, Gott werde eines Tages die Welt vollenden und die Menschen werden auferstehen (wieder ganz werden).

    Irgendwann werde das sein, wie Martha zu Jesus sagt: Herr, ich glaube, dass mein Bruder auferstehen wird am Jüngsten Tage.

    Darauf sagt Jesus ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr sterben.

    Heißt: das, was eines Tages für die ganze Welt vollendet wird, das ist uns in Jesus bereits vorweggenommen und geschenkt. Auch wir warten zwar auf die Vollendung des Ganzen, aber wir dürfen HEUTE schon mit ihm im Paradies sein.

    Dem ist nicht so, weil wir "ja sowieso unsterblich sind", wie der Volksglaube meint, sondern weil Gott es schenkt. Leben ist ein Geschenk Gottes und keine selbstverständliche Eigenschaft. Das sollten wir eigentlich aus der alltäglichen Erfahrung wissen, aber die Menschen meinen ja immer, das sei alles selbstverständlich und ihr Anrecht, genauso wie Wohlstand usw.

    Im christlichen Verständnis ist das keine Selbstverständlichkeit, sondern Geschenk Gottes, das wir aus der Beziehung zu ihm empfangen, weil er unser Vater ist und wir seine Söhne und Töchter sind. Diese Beziehung haben wir dank dem Sohn.

    Manche fragen dann immer: Wozu dann noch die Auferstehung, wenn wir doch eh leben?

    Weil die Auferstehung verbunden ist mit der Vollendung der ganzen Welt (und nicht nur mit mir und meiner Person)! Es geht bei den Reden von der Auferstehung immer ums Kollektiv, um die Vollendung der ganzen Welt.

    Noch haben wir eine Trennung hierin: diese unvollkommene Welt hier - die vollkommene göttliche Welt jen-seitig davon (sie zwar durchdringend, aber jen-seitig)

    Diese Trennung muss einmal aufgehoben werden und alles vollendet werden. Das ist der biblische Glaube, und darauf warten wir und alle, die bereits gegangen sind.

    Diese Argumente, Leben sei an den funktionierenden Körper gebunden, sind materialistische Argumente, und man fragt sich, wie sich christliche Kreise dazu hinreißen lassen können, sich solcher Argumente zu bedienen. Das ist doch gar nicht unsere Baustelle.

    Leben ist an GOTT gebunden.

    Yppsi richtig, nach den Werken. Und es heißt zudem: Gott sieht das Herz an.

    Was auch von vielen nicht gesehen wird ist, dass man meint, es sei hier im Erdenleben alles zu entscheiden, und dann sei die Möglichkeit vertan. Es gibt aber Menschen, die erkennen hier nicht, denn sie haben keinen Sinn dafür. Sie werden es dann erkennen, wenn sie vor Gott stehen. Das ist zwar ein Versäumnis und ein "vertanes Leben", weil man ohne den Herrn lebte, aber es ist nicht das Ende.

    Gott hat nicht das Anliegen, Menschen zu vernichten, sondern er will sie zu sich ziehen, denn wir gehören zu ihm.

    Manche können erst glauben, wenn sie sehen (wie Thomas), bevor sie erkennen: Mein Herr und mein Gott.

    Das war und ist aber "werbetechnisch" für viele Kirchen nicht so effektiv (glaubte man zumindest). Ewige Hölle oder Vernichtung sind effektiver für die Mission. Deshalb hat das stärker Fuß gefasst. Leider.

    Moment mal, gewiss treffen wir im AT auch auf den durch Jesus Christus offenbarten Gottesglauben.

    Ja, das tun wir.

    Und man sagt bei den Stellen, die das noch nicht so offenbar machen, nicht, das war ein "anderer Gott", sondern allenfalls: das war dort noch nicht dran, es war noch nicht die Zeit. - Darüber schrieben sich Paulus, Petrus, Johannes, Jakobus, Judas und die Verfasser des Hebräerbriefes die Finger wund.

    Jesus sagte nirgendwo: "Vergiss Mose, der hatte einen falschen Gott!", sondern er sagt: "Größeres als Mose ist hier!" - Das ist etwas anderes.

    Im Übrigen gibt es im NT (von Jesus selbst und anderen) Sätze, die genauso drastisch sind wie im AT. Diese Nummer funktioniert einfach nicht.

    Aber da niemand Gott je gesehen hat, udn niemand ausser Jesus den Vater im Himmel kannte, wie Jesus bezeugte, kann es ja jener HERR in Menschengestalt der Mose gegenüber behauptete Gott zu sein.....unmöglich sein.

    1. Es gab keinen "Herrn in Menschengestalt" vor Mose. "Von Angesicht zu Angesicht" bedeutet: persönlich. Er redete mit Mose direkt; Mose redete dann zum Volk. Das war der Mittlerdienst/Priesterdienst - das Urverständnis eines Priesters: er steht zwischen Gottheit und Menschen und vermittelt.

    2. "Niemand hat Gott je gesehen" bedeutet: niemand hat ihn (bisher) ganz erkannt. Oder als Bibelvers: "Wer hat den Sinn des Herrn erkannt?"; oder als frühchristlicher Text: "Wer wusste denn, was Gott ist, ehe er selbst erschien?" (Diognet) usw.

    Dies brachte der Sohn zu uns und hat ihn uns offenbart in seiner eigenen Person, all seinem Reden und all seinem Tun, seiner Selbsthingabe und seiner Auferstehung.

    Es geht dabei nicht um "Angucken" von Gott; da kannst du nix angucken. Es geht um Erkenntnis. Jesus ist die "Erkenntnis Gottes" (daát elohim) und wie Luther sagte: "die rechte Selbsterkenntnis, das rechte gnothi seauton."

    Diese Erkenntnis hatten und haben Menschen nicht ohne den Sohn und den Heiligen Geist. Deshalb hatten und haben sie nicht einen "anderen Gott", sondern sie haben ggf. die Erkenntnis durch den Sohn noch nicht.

    Ich kann allen, welche hier wirklich noch nicht erkannt haben, dass für uns Christen seit mittlerweile 2000 Jahren einzig und allein das durch Jesus Christus vermittelte Gottverständnis zählen sollte (hatte er ja für die Erkenntnisgabe dieses wunderbaren Gottes, Vater im Himmel drei Jahre seines kostbaren Lebens geopfert) empfehle ich von Herzen 2 Korinther 3 vollkommen durchzulesen.

    Für uns Christen gilt das durch Jesus Christus vermittelte Gottesverständnis. Richtig.

    Und dieses Gottesverständnis gestattet nicht, dass man den Ewigen zu einem anderen Gott oder Teufel macht. Ganz einfach.

    Und im folgenden Abschnitt ist natürlich Herrn nicht gross geschrieben weil es den Herrn Jesus Christus betrifft und nicht Moses HERRN,

    Du musst dich wirklich mal richtig mit den Sachen befassen, mit denen du da umgehst. Das wissen ja sogar meine Konfirmanden.

    HERR steht im AT an den Stellen, wo der Gottesname JHWH steht. Den sprachen Juden nicht aus, sondern lasen dort "Adonaj", das ist: "Herr".

    Luther übernahm dann an diesen Stellen die Bezeichnung "HERR" (groß geschrieben, um es anzuzeigen und als Referenz auf die vier Buchstaben JHWH) oder (wie in manchen alten Bibeln) "HErr".

    Im Griechischen (im NT also) schrieb man gar nicht JHWH, sondern schrieb - wenn von Gott die Rede war - "kyrios" (= Herr). Denn in der Septuaginta, dem griechischen Alten Testament, stand bei JHWH "Kyrios".

    Da wir nun im NT nicht einen großen HERRN (Gott) und einen "kleinen Herrn" (Jesus) haben, sondern beide eins sind, schrieb es Luther dementsprechend und alle anderen Übersetzer taten das alles ebenso.

    Man kann Luther manches vorhalten und er hat auch nicht alles immer perfekt übersetzt, aber der Mann hat sich schon Gedanken gemacht, warum er was wie gemacht hat. Und am verständlichsten schien ihm diese Durchführung, und bis heute kommen wir da alle wunderbar mit klar.

    Du kannst bei JHWH auch (was ich gerne mache) "der Ewige" lesen, oder "der Seiende" etc. Kann man alles für sich auch etwas anders halten; es gibt genug Übersetzungen und Theologen benutzen in ihren Texten sowieso immer die eigene Übersetzung, niemals die bestehenden.

    Einen "HERRN" im Gegensatz zu einem "Herrn" gibt es nicht. Es gibt nur den Herrn.

    Na, na, na, das sahen offenbar jene welche es betraf vollkommen anders.

    Nein, das sahen die nicht anders.

    Sondern man sehnte sich nach der Freiheit in der Sklaverei. Freiheit bedeutet aber oftmals, Sicherheit und Komfort zu verlieren, sich aufzumachen ins Unbekannte (in die Wüste).

    Ähnlich ist das mit der Knechtschaft der Sünde und der Befreiung durch den Sohn (wofür der Exodus ein Sinnbild ist) und auch oftmals unserem heutigen Leben: Alle quaken über die Knechtschaft, die Unfreiheit, aber aufmachen will sich keiner, denn dann büßt man Lebensstandard, Komfort, Bequemlichkeit und Hedonismus ein, und das wollen wir nicht.

    Deshalb hat Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern von Anfang an deutlich gesagt: Wenn ihr mir folgt, dann wird das kein HighLife und Konfetti, sondern es wird mühsam, schwer, anfechtungsreich, verfolgungsreich, usw.

    Der Nomade in der Wüste ist ein perfektes Bild für das menschliche Leben des Nachfolgers bzw. fernerhin für das Leben überhaupt. Wir sind alle Nomaden in der Wüste.

    Wie man sowas derart falsch auslegen kann (auslegen will!), dass man der Knechtschaft unter Ägypten das Wort redet, das ist schon ein Hammer. Du bist nicht in der Lage, Bibeltexte auszulegen, das ist das Problem.

    Es bedarf beim Umgang mit der Bibel nunmal der Aus-legung, das gehört dazu, da kommt man nicht drumrum. Der Beweis dafür ist das Neue Testament: das gesamte NT ist eine Auslegung des AT.

    Das NT wird nicht gegen das AT gelesen, sondern zum Verständnis dessen, was bis dato verborgen war.

    So gibt es auch im AT keinen "anderen Gott", sondern es war noch nicht alles offenbar. Hätte nichts offenbart werden müssen, dann hätte der Sohn nicht kommen brauchen; heißt es ja ständig, dass er offenbar gemacht habe, usw.

    NUR SO (ich werde jetzt mal ganz dogmatisch) kannst du sinnvoll etwas daraus verstehen. Anders NICHT. Sonst ist man wie einer, der die Schriften kennt und liest (kennen tust du sie definitiv sehr gut), aber es ist eine Decke darauf, ein Schleier des Unverstandes.

    Wie die Juden, von denen Paulus schreibt, den Sohn nicht erkannten aus der Schrift, so erkennst du den Vater aus ihr nicht.

    Sie wollte ja gar nicht weg.

    Es gab zwei Gruppen und zwei Möglichkeiten beim Exodus:

    1. Hebräer/Sklaven: entweder gingen die mit oder sie blieben halt in Ägypten

    2. Ägypter, die sich dem Volk anschlossen: entweder gingen sie mit oder sie blieben in Ägypten

    Ganz einfach. Was heißt hier "sie wollten nicht weg"? Doch, wollten sie offenkundig.

    Ich frage mich gerade, ob sich die STA-Kirche schon jemals von einer ihrer Sonderlehren distanziert hat?

    Wen kümmert das denn auch, außer STA selbst? Ich verstehe Norberts Aufrufe da immer nicht.

    Wenn STA, Zeugen Jehovas, Mormonen (oder sonst wer) von irgendeiner ihrer speziellen Lehrinhalte abrücken, was tut oder nimmt mir das? Es wäre für mich von Belang, wenn ich STA, Zeuge oder Mormone wäre, dann tastet mich das vielleicht an; ansonsten ist das vollkommen belanglos.

    Dieser Hang, fremde Häuser zu kommentieren oder reformieren zu wollen, ist nicht nachvollziehbar.

    Nun, lieber Simon, da gebe ich Dir Recht: man braucht jemanden, der einem sagt, um wen es sich handelt; daher gab es hierzu auch 7 verschiedene Vorstellungen um wen es sich beim "kleinen Horn" aus Daniel 8, Vers 9 handeln könnte

    Es ging, soweit ich mich entsinne, bei dieser Aussage darum, dass man die Geschichtsbücher heranziehen muss, weil das im Bibeltext selber nicht steht.

    und davon reden wir auch, nicht in Worten menschlicher Weisheit, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären.

    Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.

    Der geistliche Mensch dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemanden beurteilt; denn "wer hat den Sinn des Herrn erkannt, dass er ihn belehre?" Wir aber haben den Sinn Christi. (1Kor 2,13-16)

    Es tut mir sehr leid, dass ich wieder der buchstäblichen Lesart der Bibel in die Seite fahre, die manchen ja so wichtig ist, aber es geht beim Baum der Erkenntnis und beim Baum des Lebens nicht um Obst ...

    Es tut mir sehr leid, aber ich muss es tun; ich kann nicht anders. :)

    Bogi111 danke für die Einblicke in deinen Lebensweg. Aber all das, was du da aufgeführt hast, betrifft einfach nur den Punkt "gesunde Ernährung". Es bestreitet ja niemand, dass man sich gesund oder ungesund ernähren kann. Auch bestreitet niemand, dass unsere westlich-amerikanische Esskultur ein Desaster ist (und dass die Adventisten in den USA vermutlich mit die gesündeste Esskultur haben, glaube ich sofort). Auch bestreitet niemand, dass Gott sich darin für uns Gutes und Gesundheit wünscht und dass Christen Maß und gute Ernährung pflegen sollten usw.

    All das bestreitet hier niemand, denke ich.

    Seele, die Kultur bestimmen immer Leute in einer Kultur!!

    Vollkommen richtig.

    Gott hat von Anfang an gesagt was IHM gefällt und was wir tun sollten....!

    Wir können diesen Wortwechsel jetzt durchgehen oder abkürzen, du weißt doch, was jetzt kommt ...

    Ich frage dich, worauf du dich da beziehst. Dann wirst du mir Stellen aus den Mosebüchern zitieren.

    Dann werde ich dir sagen: Wenn das deine Herleitung ist, warum hältst du dann nicht auch die ganzen anderen Gebote aus diesen Büchern (undzwar nicht "symbolisch", sondern buchstäblich).

    Dann wirst du mir erklären, dass gewisse Gebote ... und andere Gebote aber ... usw., sprich: du siebst aus, WAS du hältst und was nicht. Dann aber ist die ganze Herleitung hinfällig, und du könntest auch einfach sagen: Gewisse Speisegebote aus dem AT habe ich mir zu Herzen genommen/nimmt sich unsere Gemeinde zu Herzen, weil wir das förderlich und sinnig finden. (Was eine vollkommen legitime Sache wäre!)

    Diese Herleitung: Weil Gott das befohlen hat! funktioniert da nicht.

    Ferner würde ich dir sagen, dass diese Gebote nicht uns gelten, sondern dem Alten Israel, welches durch all diese Dinge ausgesondert wurde von den Heidenvölkern (das darin gute und sinnige Gebote enthalten sind, keine Frage). Wir aber, würde ich dir sagen, haben das Gebot Jesu, einander zu lieben, das Evangelium zu predigen in aller Welt und Menschen zu Nachfolgern zu machen, soweit es uns möglich ist.

    Und damit wären wir dann wieder da, wo wir gestartet sind. So wird das doch jetzt laufen, nicht wahr?

    Nochmal die Frage, wer formuliert das Evangelium und wer hat von uns das Recht zu sagen, ist nicht so wichtig...?

    Was das Evangelium ist, solltest du wissen. Das sehe ich nicht ein, einem so erfahrenen Christen wie dir zu erklären. Formuliert ist das in den Schriften, und anhand derer hat man das Recht, darauf hinzuweisen oder Fehlwege- und verständnisse anzumerken.

    Es ist dabei auch ein Unterschied, ob ich einen jungen, unerfahrenen Christen vor mir habe, der im neubekehrten Eifer noch nicht so recht weiß, wie er steht und sich in Werksgerechtigkeit stürzt,

    oder ob wir von einer ganzen Gemeinde reden, die sich das quasi zum Gebot gemacht hat und damit sogar missioniert.

    Die Schrift, d.h. Jesus selbst, Paulus und die anderen Apostel sind zu diesen Dingen und Verhaltensweisen EINDEUTIG: es wird als Verirrung angesehen. Nicht, dass man auf jüdische Weise isst (das taten Jesus und die Apostel allesamt, denn sie waren Juden); sondern dass man Heil und Gottestreue daraus ableitet.

    Bei Paulus weiß ich es nicht genau, aber Petrus, Johannes und Jakobus werden mit Sicherheit weiterhin koscher gegessen haben und daran ist überhaupt nichts auszusetzen. Und wenn jemand sagt: "Gott hat sowas dem Volk Israel geboten und ich esse auch so, weil ich denke, dass das gut ist", dann ist da ebenfalls überhaupt nichts dran auszusetzen.

    Sagt aber jemand: "Das mache ich, weil Gott das in der Bibel geboten hat! Und als Christ muss man tun, was Gott geboten hat", dann muss er sich die Frage gefallen lassen, was mit den ganzen anderen Geboten ist.

    Gottverbundenheit = Liebe= ja!

    Ja.

    Ausweis..??? wir brauchen niemand Rechenschaft abgeben über unsere Liebe zu Jesus!

    Dann glaube ich dir einfach mal, dass dem so ist. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass das in manchen Gemeinden ganz anders aussieht.

    es gibt aber auch eine "Erziehung" durch "die Gemeinde" - so etwa "ermahnet euch untereinander - - " . Plinius d. J. berichtet von dem als wesentlichen Bestandteil der allwöchentlichen Zusammenkunft der Christen so 110 n. Ch irgendwo oben in Bithynien.

    Dabei handelt es sich - wie er dem Kaiser schreibt - durchaus um lobenswerte "bürgerliche Tugenden" .

    Ja, das gibt es auch und ist auch (bis zu einem gewissen Grad) vollkommen in Ordnung. Das bezog sich aber im Christentum niemals auf Speisevorschriften etc., sondern auf die - von Dir erwähnten - Tugenden.

    Sowohl die neutestamentlichen Schriften als auch die frühchristlichen und kirchenväterlichen Texte sind voll von Mahnungen und Appellen an die Werke der Liebe.

    Man sieht dann mit der Zeit, wie sich das wandelt. Ein Feiertag hat an diesem Datum zu sein, man hat dort diese Dinge zu essen, man hat diese Formel zu sprechen, sonst ist es nicht konform, nicht genehm, usw.

    Das ist vermutlich auch einfach der Gang der Dinge bei der Religion und wenn sich solch eine Kultur etabliert hat und das sowieso alle so machen, dann ist da auch gar nichts zu zu sagen; ebenso, wenn (was es ja auch bis heute gibt) Einzelne sagen: "Mir ist das wichtig, ich pflege das nach wie vor so!" Das sei von Herzen gegönnt.

    Das war und ist nie der Punkt: der Punkt ist: macht man ein Evangelium daraus? Ist es Kriterium der Gottesverbundenheit oder Ausweis der Gottestreue? Darauf ist zu antworten: Nein. Ganz einfache Antwort: Nein. Und wenn derlei rumerzählt wird, dann ist dem zu wehren und zu antworten: Nein. Ganz einfache Antwort: Nein.

    Man wird nicht einfach ausgesondert durch den Kreuzestod Christi, sondern die Nachfolge sondert den Christen aus in der Welt; wie ich geschrieben hatte: "wenn man es weiß, glaubt und will". Ist dem nicht so, dann ist man auch nicht ausgesondert, sondern man ist halt weltlich*.

    Deshalb gibt es auch Christen bzw. Kirchenmitglieder, die sind weltlich; die sind halt einfach Mitglieder einer Kirche. Die dürfen trotzdem da sein! Das Evangelium ist für alle da. Außerdem wissen wir nicht, ob und wann jemand von denen vielleicht verändert wird in seinem Herzen. Eine Kirche, die allein für "Gläubige" da ist, ist ein Widerspruch in sich. Das ist so ein evangelikaler Denkfehler, der aber auch nie wirklich eingelöst wird, denn seine Kinder und Neue (die das noch hören und lernen müssen) hat man ja auch in der Gemeinde.

    Es komme "nur auf die Herzenseinstellung" an ist so ein Mythos, von dem auch keiner weiß, woher der kommt (genauso wie: die Kirche ist nur für Gläubige). Ich für meinen Teil sprach vom Herzen und vom Tun, denn der Mensch ist immer beides. Herzenseinstellung ohne Werk ist nichts, ebenso Werke ohne Herz; ganz einfach.

    Es geht nicht darum, nichts zu tun, sondern es geht darum, welches Tun den Christen auszeichnet; und das sind nicht Speisen oder Tage oder Kommode, sondern das Evangelium zu verkünden und zu leben.

    Nun dürfen die, denen Speisen, Tage und Kommode wichtig sind, genauso in der Kirche sein wie die Weltlichen. Und man kann damit Nachsicht haben und Rücksicht darauf nehmen, wie Paulus ja schrieb; manche brauchen das. Wenn aber daraus ein eigenes Evangelium gemacht wird, dann muss man darauf hinweisen, dass dies nicht das Evangelium ist, denn sonst werden nachher noch die Leute dazu verleitet, das zu glauben. Denn jeder erzählt, wovon er überzeugt ist, und sucht Zustimmer und Mittäter. Damit hat die Kirche, damit haben die Christen quasi seit dem ersten Tag zu kämpfen: die Lehre ist ganz einfach, das Joch ist sanft, und dann kommen Leute und lehren "Und man muss auch noch ... damit man ... wirklich zu Gott kommt, wirklich ein Christ ist, wirklich Dies und Jenes ..." Und dann muss man das aufklären, dann gibts Diskussionen und Meinungen, und wir sind in den dollsten Debatten, aber nicht mehr bei Jesus. So läuft das seit 2000 Jahren.

    * "Weltlich" bedeutet nicht: Entweder weltlich oder religiös/sakral/spirituell, wie manche denken. Religion und Spiritualität sind auch weltlich, es sind Dinge dieser Welt. Religion mit ihren Bräuchen, Speisen, Kleidungen, Riten und Festtagen ist etwas ganz normales, weltliches. Auch wenn hierzulande immer weniger Menschen sich als "religiös" bezeichnen, aber Religion ist etwas ganz normales und weltliches, es gehört zur Welt und zur Kultur (welche Formen es auch immer annimmt).

    Nein, weltlich bedeutet: Christus nicht annehmend/ nicht erkennend. Deshalb sind religiöse Bräuche kein Ausweis dafür, dass man Christus angenommen hat, sondern der Ausweis dafür, dass man Christus angenommen hat ist, dass man sich so zu den Menschen verhält, wie Er sich zu uns verhalten hat, und sich so zu Gott verhält, wie Er sich zu ihm verhalten hat, nämlich als sein Vater.

    Ja, die Gebote Israels dienten keiner "Knigge", keinen gesundheitlichen oder kausalen Aspekten, sondern der Heiligkeit, wie hier richtig gesagt wurde, der Aussonderung von allen anderen Völkern. Das sollte sichtbar sein in jedem Winkel, jeder Praxis, der ganzen Kultur.

    Israel war das Exempel für die Welt, quasi die Welt "in Kleinem". Das war aber kein Selbstzweck, sondern, wie Paulus und die Apostel sagten, Schatten auf das hin, was kommen sollte: der Mensch, der ganz aus Gott ist und aus Gott lebt und uns ganz Gott bringt, nämlich der Sohn.

    Diese Gebote zeigen die Unvollkommenheit des Menschen. Wir ermangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollten.

    Wir Christen sind nicht heilig und ausgesondert durch derlei Vorschriften, sondern durch etwas anderes: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieb habt!

    Wir sind ausgesondertes Volk in dieser Welt, weil wir die Liebe haben und leben, die es in dieser Welt nicht gibt, mit der Gott uns geliebt hat. Wir sind ausgesondertes Volk, weil wir durch den Sohn Söhne und Töchter Gottes geworden sind, was der Mensch nicht sein kann, wenn er es nicht weiß, nicht glaubt, nicht will. Wir sind ausgesondertes Volk aus Gnade und aus der Beziehung zum lebendigen Gott, der Vater und der Sohn und der heilige Geist.

    Will jemand als ein solcher gewisse Speisen essen, nicht essen, Kultur pflegen, nicht pflegen, Kleidung tragen, nicht tragen etc, so kann er das alles tun oder lassen, das ist für seine Heiligkeit und Aussonderung in der Welt vollkommen irrelevant. Geheiligt und ausgesondert sind wir allein durch Jesus Christus und die Nachfolge.

    Damit wird man der Welt schon merkwürdig genug, keine Sorge.

    Eigentlich ist es ja ganz simpel:

    Untersuche das Gemälde Mona Lisa: Leinwand, Farben, Material etc. Wie wurde es gemalt (Pinsel, Farben auf Leinwand auftragen, bestimmte Bewegungen mit dem Pinsel usw) = Naturwissenschaft (bei der Maltechnik sind wir bereits im Bereich der Spekulation)

    Wer ist Leonardo da Vinci? Warum malte er sie? Liebte er, was er tat und malte? = Theologie

    Fertig. Gern geschehen.

    Norbert Chmelar es gibt in der Bibel keine einzige Stelle, die "den dreieinigen Gott" belegt. Der dreieinige Gott ist eine Auslegung der biblischen Erzählung, kein "Sachstand".

    Das ist es, was das Christentum getan hat: ausgelegt. Es war dem Verfasser der Genesis selbstverständlich kein "dreieiniger Gott" bekannt.

    Warum musste er seinen Willen unterordnen? Wenn der Wille derselbe ist, brauche ich ihn nicht unterordnen.

    Weil das zwei Personen sind, die in einem Beziehungsverhältnis stehen. Der Sohn ordnet sich dem Vater freiwillig und in Liebe unter. Und nur so kann er uns ein Vorbild sein.

    Der Sohn ist kein "Programm", sondern ein lebendiges Wesen.