Beiträge von James Gabriel

    Ein Mann, der viel in den Schulen der Weisheit gelernt hatte, stirbt zu seiner Zeit und findet sich am Eingang zur Ewigkeit wieder. Da nähert sich ihm ein Engel und sagt: "Warte, Sterblicher. Geh' nicht weiter. Bevor Du hier eintreten kannst, musst Du beweisen, dass Du eingeladen bist, einzutreten." "Moment mal", sagte der Mann zum Engelswesen: "Kannst Du es überhaupt beweisen, dass das wirklich der Himmel ist und nicht Wunschdenken, das mein zerstreuter Geist im Angesicht des Todes erzeugte?" Bevor der Engel auch nur ein Wort sagen konnte, erklang eine Stimme von der anderen Seite des Tores: "Lass ihn herein - Er ist einer von uns."

    Der Interviewte heißt Michael Esfeld und ist Professor für Wissenschaftsphilosophie, er argumentiert glasklar und legt dar, warum sich die derzeitige Politik objektiv nicht durch angeblich die Wissenschaft rechtfertigen lässt und welche Gefahren daraus erwachsen, dass dies derzeit doch sehr oft versucht wird.

    War spannend. Herr Esfeld legt seine Sicht dar, ohne Deutungshoheit zu erheben. Es gibt so viele (wissenschaftliche) Meinungen rund zum Thema "Corona", Lock-Downs, Impfungen, was man hätte tun können, usw...


    Ich bin nicht in der Lage das bunte Spektrum der Wissenschaft oder Forschung inhaltlich zu verstehen oder Hintergründe, wie was warum "läuft". Forschung - viel Arbeit von Jahren. Einen Akademiker eine Stunde zu zuhören, ist halt nicht die Erfahrung oder Forschung von Jahren oder dem Milieu über welches er spricht. Corona ist eine elendige Krankheit. Da kämpfen Ärzte, Pfleger, Forscher, Menschen um das Leben. Abseits der Intensiv und Forschungseinrichtungen wird viel über Pandemie, Maßnahmen, was weiß ich alles debattiert und gesagt. Ich verfolge das nicht oder interessiere mich dafür. Ich vertraue den Ärzten, Pfleger, Forscher die tagtäglich mit Corona konfrontiert sind. Hände waschen, Abstand halten und Maske tragen, Mitmenschen und mich selbst weniger gefährden - Menschen schützen, indem man sich schützt - unabhängig von Meinung.


    Liebe Grüße,


    g

    Hallo Daniels


    Freu mich, dass wir wieder voneinander was lesen. Ich hab' viele gute Erinnerung an die Gespräche mit Dir. Cool, dass wir (wieder mal) gemeinsam nachdenken.


    D'accord!

    Viele Ansichten und Meinungen darüber, wie Dinge und Welt sein sollten. Ich beobachte, dass die Wahrnehmung eines "persönlichen Angriffs" meist geschieht, wenn Menschen an ihren Ansichten hängen. "Diese Worte sind so gemein, dass war wie eine Ohrfeige." Paradox! Die Ohrfeige gibt man sich selbst. Weil man so sehr an seinen Ansichten hängt. Mit dem Selbst verknüpft. Im Kampf mit dem, was wir als falsch empfinden, zu süß, zu salzig, zu warm, zu trocken. Ich hatte damit selbst ein extremes Problem. Herrlich, wie dumm man sein kann. :D


    Egal, wie sehr man von seinen Ansichten und Wahrheiten überzeugt ist, es gibt immer noch auch andere Perspektiven. Manchmal entstehen Freundschaften, weil ein Fremder den anderen Fremden zugesteht, vielleicht "im Recht" zu sein, auch wenn man das selbst nicht immer glauben kann.


    Roberto Assagioli bringt es präzise auf den Punkt:

    "Wir werden von allem beherrscht, mit dem sich unser Selbst identifiziert. Wir können alles, womit wir uns nicht identifzieren, beherrschen, leiten und nutzen."


    Als William Shakespeare seine Stücke schrieb, war die Grenze seine Fantasie. Manchmal übernahm er auch die Rolle des Regisseur. Seine Regie und seine Schauspieler mussten sich an ein gemeinsames Skript halten. Das schränkt in dieser Rolle seine Freiheit ein. Manchmal schlüpfte er in die Rolle des Schauspielers: Da bestand seine Möglichkeit darin, einer Theater-Figur, die er selbst erfunden hatte, einen Charakter zu verleihen. Er hatte verschiedene Rollen, wusste jedoch stets wer er war: William, der in seinem Innenleben und Persönlichkeit nicht auf die Identifikation mit Rollen und Skripten festgelegt war.



    Was ist die Wirklichkeit der eigenen Wahrheit?


    Chief "Nose" von den Cheyenne galt bei seinem Volk als unsterblich. Und dieser Glaube war jeden Tag seines Lebens Wirklichkeit - bis auf den letzten.


    Von der Unehrlichkeit seiner Untertanen angewidert, beschloss ein König seine Untertanen zur Wahrheit zu zwingen. Morgens, als die Stadttore geöffnet wurden, ließ er den Hackblock aufstellen. Jeder der aus / in die Stadt wollte, musste der Torwache eine Frage beantworten. "Wo gehst Du hin?", fragte der Wächter einen ankommenden Mönch, "ich hack' Dir den Kopf ab, wenn Du nicht die Wahrheit sagst!" Der Mönch: "Ich komm zu Dir, damit Du mich hinrichten kannst." "Du bist ein Lügner, sag' die Wahrheit!", gab der Wächter als Antwort. Der Mönch antwortete ruhig: "Dann habe ich Dir eine Lüge erzählt, jetzt musst Du mich köpfen." Der Wächter war verwirrt; "Dann wird aus Deiner Lüge ja Wahrheit!"

    "Richtig", sagte der Mönch, "Deine Wahrheit".


    Der Sitekick der Gerichtsreporterin war stellenweise deutlich über das notwendige erregt und sein rationales Denkvermögen schien mir dadurch erheblich eingeschränkt.

    William O. Douglas, ehemaliger Richter: "Auf der Ebene des Supreme Court, auf der wir arbeiten, werden 90% aller Entscheidungen emotional getroffen. Der rationale Teil unseres Selbst liefert uns nur die Begründung für unsere Vorlieben und Abneigungen."

    Ich habe mich darüber gewundert.

    Die buddhistische Psychologie und Geisteswissenschaft des Theravada hat diesen Prozess bereits vor tausenden Jahren beschrieben. Das ist kein religiöses Glaubenskonzept, es ist die östliche Geisteswissenschaft, sie kennt keine Konfession. Hier im Westen hat es bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gedauert, bis Freud eine ähnliche Entdeckung gemacht hat. Auch ein Beispiel, wie sich ganz unterschiedliche Konzepte und Sichtweisen verbinden.

    Auch wenn das passen mag, fehlt die Einsicht in die eigene Beschränktheit und den eigenen Fanatismus.

    Im Bezug auf die "fehlende Einsicht der eigenen Beschränktheit": Es ist einfach, der "fehlenden Einsicht" mit Wörtern aus Dante's Höllengesang zu sagen: "Friss in Deinem Zorn Dich selbst auf."


    Das wäre die selbe Grundeinstellung, die verbrecherisch, hasserfüllt, beschuldigend, neidisch ist und auf Rache sinnt. Ein Art die blind dafür macht, dass trotzdem das Leben von Menschen, die eine Straftat begangen haben, auf Würde und unzähligen Akten der Würde beruht.

    Niemand wird sagen, er handle immer richtig - Menschen gestehen sich das ein. Gleichzeitig mögen sie andere Menschen nicht. Finden sie blöd.

    nervig, kritisieren wie sie aussehen, haben ein Problem mit ihren Meinungen, wie oder welche Worte sie sagen, wie laut sie atmen, wie sie ihren Kaffee schlürfen. Menschen zueinander negativ und feindselig, reagieren mit kindischen Schweigen oder lächerlichen Aktionen. Hab' mich schlapp' gelacht: Streicher, mit sehr starren ideologischen Ansichten zur Musik. Irgendein Typ, dessen Meinung und Existenz für mich keine Rolle spielen. Er bildet sich ein, dass ich ein Problem mit ihm habe. "Droht", dass er nicht mehr mit mir redet. Okay - denk' ich mir - Und das wäre jetzt was für ein Verlust? Gut gelöst, besser wie der fängt jetzt unnötig diskutieren an. Ich lade irgendwann mal ein Musikvideo hoch - Das nahm er als Anlass, aus dem Nichts heraus und meint: Welches Sakrileg ich mir erlaube, ein barockes Musikstück reinzustellen, dass "romantisch" vorgetragen wird!!! :D


    Ich fand's witzig und hab' dann erst Recht kindisches Theater gemacht, dass war auch nicht okay. Das Problem war, dass es schon länger so ging, dass ich ihm sein Verhalten gespiegelt habe. Es ist interessant, wie Menschen das wahrnehmen und plötzlich mit Dir umgehen, wenn Du "spiegelst": Da bist mal schnell unten durch.

    Hallo Bogi111


    bin völlig Deiner Meinung, bei sich selbst anzufangen.


    Die eigene Ansichtssache macht viel aus. Selber entscheidet man, ob man Worte seiner Mitmenschen kategorisch einordnet, als "belehrend", "heilsam", "arrogant", "blöd" empfindet. Das Ego wertet Wörter. Das Ego überträgt die Wörter auf den Mitmenschen: "Er hat etwas lustiges gesagt - Er ist lustig"


    Es ist nur ein Mitmensch, der einen Standpunkt vertritt. Weder "belehrend, interessant, langweilig, spannend".

    Wir selbst sind es, die ihm eine Wertung zuschreiben. Wie wir über unsere Mitmenschen denken, uns verhalten, was der Mensch in uns auslöst - Daran sind wir selbst schuld. Wer sich entscheidet auf einen Mitmenschen z.B. zornig zu sein, soll auf sich selbst zornig sein. Wer über andere schlecht denkt oder ihnen schlechte Eigenschaften nachsagt, nun ja...


    Es ist unser Wille - Nicht Menschen, nicht Worte, nicht Dinge.

    Darf ich es so sagen, philoalexandrinus : Die Frage "Was ist jene Äußerung..." hast Du dir schon beantwortet.


    Keine sprachliche Präzision

    Ich habe mich nicht präzise ausgedrückt, dadurch missverstehst Du mich und Begrifflichkeiten völlig.


    Danke für Dein ehrliches und direktes "Feedback". :thumbup:

    Gerne gebe ich darauf mehr Acht, nochmals Danke für Deinen Hinweis!

    Weißt Du, lieber freudenboten, ich hatte nie ein großes Interesse an Entstehungstheorien oder Darwinismus. Ich kenne diese ganzen Theorien nicht

    so gut und detailliert wie Du.


    Ich finde, wenn dem so ist, wie Du sagst, haben die Menschen die darwinistische Ansichten vertreten eine feine Art für Satire. :)

    Hoffe dann jedoch, dass die Diskussion zwischen den "schöpferisch" und "darwinistisch" eingestellten Sichten nicht auf Humorlosigkeit beruht?


    Vielleicht ist Humor auch der Grund, warum "Populärwissenschaft" nicht "Wissenschaft für den Pöbel heißt", sondern "Wissenschaft von Menschen,

    die manchmal keine Ahnung haben und sich irren für Menschen, die manchmal keine Ahnung haben und sich irren".


    Du bist auf einem guten Weg mit Deinem Schöpfer und Gott unterwegs, lieber freudenboten. Ich wünsche Dir viele schöne Erfahrungen mit Deinem Gott an Deiner Seite - Denn das, was Du persönlich mit Gott erlebst zählt viel mehr als irgendwelche Theorien.

    Lebendigkeit ist ein Markenzeichen des Menschen. Der Tod hat seine Markenzeichen, wenngleich

    etwas vornehmer: Jenseits von gut und böse, unterscheidet nicht zwischen Glaube an Ewigkeit oder Nichts.

    Er ist Pfad und Ziel zugleich, da und doch beschreibt er Präsenz und Ewigkeit.


    In diesen unermüdlichen und oftmals sehr hart geführten Diskussionen (da beziehe ich mich weniger auf das Forum) die sich als "Evolution vs. Schöpfung" gebären, sehe ich nicht viel Sinn. Die Theorien bekommst Du nicht unter einen Hut, und damit wäre es eigentlich gut. Ich beobachte, dass ein Großteil dieser Diskussionen nicht auf rationaler Ebene, sondern emotional geführt wird. Ich interessiere mich für solche Diskussionen weniger für eine "evolutionäre" oder "schöpferische" Beweisführung. Vielmehr denke ich an das Leid und die Verletzung die durch solche Diskussionen an Menschen entstehen.


    Der Streit und die Verletzungen, die harten Fronten solcher Diskussionen sind menschengemacht. Von Menschen die hart an ihren Überzeugungen festhalten, etwas beweisen zu müssen. Was wir in diesen Universum wissen können, ist ohnehin stark begrenzt. Wir könnten uns selbst fragen, egal welche Ansichten wir haben, ob es uns vielleicht nicht gut tun würde, den Geist des "Ich weiß es nicht" stärker zu kultivieren?


    Was wird in einer Stunde sein?

    Das ist völlig ungewiss, nicht wahr? Vielleicht ist das der beste Beweis für das Geheimnis des Lebens.

    Ja, dass mag stimmen, Bogi.


    Darum ging es weniger - Es war ein symbolischer Vergleich (ohne theologische Bedeutung) mit dem ich sagen wollte, dass "instinktiv oder animalisch" nicht im Widerspruch zu "geistig oder kulturell" stehen muss. Das es ein ganzheitliches System ist, bestehend aus verschiedenen Teilen. Es wäre schade, wenn man -im Sinne des symbolischen Vergleichs- einen Teil von sich selbst zerstören würde.


    Danke, Bogi - für Deinen Beitrag. Ich finde, er zeigt gut, dass wir etwas ganz unterschiedlich meinen/verstehen können, manchmal ganz gegensätzliche Zugänge haben, die kein Widerspruch sein müssen oder im "versus" gegenüberstehen. Aus "instinktiv" und "geistig" kann "Ganzheitlich" werden.


    Der Widerspruch zwischen den Auffassungen "Evolution" und "Schöpfung" ergibt sich ganz natürlich, aus völlig verschiedene Sichten. Vielleicht lässt sich "instinktiv/animalisch" und "geistig/kulturell" manchmal so schwer zusammenführen, weil es Wörter sind, bei denen Menschen auch an eine bestimmte Theorie denken.

    Für mich besteht die Gesellschaft aus Schafen und Böcken...Jeder hat die Freiheit das eine odere andere zu sein, und sich zu grünen Weide Ver/führen zu lassen...

    Das ist gut ausgedrückt.


    Ich bin da etwas naiver: Mit Geduld könnten aus den Schafen und Böcken ja Menschen werden, sowie mit der Zeit auch Gras zu Milch wird.

    Ja, auch der Sohn Gottes ruft dazu auf. Es ist keine monopolistische Aussage des Christentums. Wenn ein Mensch eine Entscheidung trifft, so muss dass nicht zwangsläufig göttliches Wirken sein. Manchmal "spiritualisiert" man damit vielleicht in unnötiger Weise etwas, dass halt im Leben geschieht.


    Wenn Du ein gerades Stück Holz siehst, baust Du kein Rad daraus. Aus einen krummen Stück keine Dachschindel. Schließlich willst Du die Natur des Holzes ja nicht verbiegen, vielmehr suchst Du einen angemessen Platz dafür.


    Das Erblühen von Einsicht oder Verständnis hatte in meinem Fall nichts zu schaffen, mit Glauben, Religion, Tradition: Wie alt, richtig und beeindruckend sie auch immer sein mögen. Kurz um: Wenn Dich Jemand einen "dreckigen Hund" nennt, dann kann man sich umdrehen, auf den Hintern gucken um nachzusehen, ob da ein wedelnder Schwanz ist.


    Ich gehe einfach mit einem anderen Verständnis heran. Ich betrachte nicht Menschen oder Taten, vielmehr wieviel Leid aus Aspekten wie "Wahrheit" und "Unwissenheit" entstehen können. Nicht (nur) gut und (nur) böse.

    Das Bewusstsein ist vom grundsätzlichen Paradoxon zweier ganz gegensätzlichen Aspekten geprägt. Der Körper birgt viele Widersprüche. Herr Carl Gustav Jung meinte, dass der Mensch "die ursprüngliche, instinktive, "animalisch" anmutende Natur seines Körpers würdigen solle." Andererseits, so fährt Herr Jung fort - Stehe er (der Körper) auch mit der höchsten Form des Geistes in Verbindung.


    So können "Geist" und "Instinkt" ganzheitlich den Menschen bilden, in Einklang stehen. Zu viel "instinktives" oder "animalisches" entstellt das "zivilisierte" menschliche Wesen. Zu viel Kultur würde dafür sorgen, dass das "Instinktive" im Menschen untergeht.


    Ein Gleichgewicht finden, zwischen körperlichen Leben und Perspektive, auf einen Geist der sich "kulturell" wie "instinktiv" gebären kann. Auch das Herz birgt Widersprüche: Wenn es da nur "böse" Menschen gäbe, die Böses ersinnen, dann müsste man die doch alle nur auf eine schöne Insel bringen - durch Trennung quasi die bösen Absichten "neutralisieren". Die Grenze von "gut" und "böse" verläuft durch das Herz eines Jeden. Und wer wäre willens, sich das Herz wegen eines vermeintlichen Widerspruchs in der Mitte zu trennen, und einen Teil von sich selbst zu zerstören, zu verleugnen?

    Hallo Bogi111 ,


    freut mich auch von Dir zu lesen.


    Bruchstück oder Splitter trifft es ziemlich gut finde ich. Man kann den Splitter aufheben oder Jemanden an die Kehle halten...


    Vielleicht nehmen wir unsere persönliche, manchmal "starre" Wahrheit und Unwissenheit (Blindheit) manchmal einfach zu "persönlich"?

    Mit Wahrheit / Blindheit zu viel, zu persönlich identifizieren? Mitmenschen aus eigener Wahrheit / Unwissenheit identifizieren?


    Scheint, je stärker man sich mit persönlicher Wahrheit / Unwissenheit identifiziert, desto mehr "Probleme" entstehen. Kein "persönlich nehmen" oder die Ansicht seiner Wahrheit nicht persönlich werten - Nun... :D Keine Probleme.


    Ein Weg um „Wahrheit“ zu schaffen, kann sein: Sich als Mitglied einer bestimmten ethischen Gruppe, Religion, Denkweise, Schicht zu sehen: Franzose der Mittelschicht, weltoffener Berliner, Christ, Autofahrer, Kaukasier mit englischen Vorfahren. Wahre Beschreibungen bestimmter Umstände / sozialer Strukturen. Sinnvoll eingesetzt: Da erweist Einer dem Anderen, bestimmter Kultur, unterschiedlichem Glaube Respekt. Da wird Würde verleiht. Betont unabhängig von persönlicher Wahrheit Nächstenliebe oder Verbundenheit.


    Die Argumentation "weltoffener Berliner" kann wahr sein. Dieses "Wahr sein" beruht auf Erfahrung, auf Erlebtem oder wie das Erlebte als "wahr" identifiziert wird. Persönliche Wahrheit und persönliches "erlebt, daher wahr" / "logisch, daher wahr", "weiß es daher wahr" / "wahr sein" und "wahr halten", kann auch Anspruch auf "globale" Wahrheit erheben: Da kann es brenzlig werden... Dieser Anspruch auf "globale Wahrheit" kann die "persönliche Wahrheit" von Menschen manchmal „verkrüppeln“ – Ein Tunnelblick, der wie ein Fleck im Sichtfeld wirkt. Eine gewisse Blindheit, die sich erst durch einen Anspruch von persönlicher Sicht auf „globale Wahrheit“ ergibt. Eine verschwommene Sicht, die sich „global“ als Ungerechtigkeit, Geldgier oder Gewalt ausdrückt. Auf persönlicher Ebene vielleicht als Neid, Sucht oder Aggression.


    Andererseits: Wenn Menschen glauben, dass es die Wahrheit ist, dass Blindheit oder Wahrheit alles ist, was ihnen zur Verfügung steht, dann behindern sie sich doch in der Möglichkeit ihrer Entwicklung?


    Wenn Menschen sich aus religiösen oder ideologischen Gründen gegenseitig geistiges oder körperliches Leid zufügen, dann weil persönliche Wahrheit sich als globale Wahrheit sieht und damit den Anspruch auf globale Wahrheit erhebt. Es läuft wohl ähnlich ab, wenn Freiheitskämpfer ein Land aus der Unterdrückung holen, dann selbst zu unerbittlichen Diktatoren wurden. Wenn kriminelle Vereinigungen rivalisieren, hängt das Leben manchmal nur von der Tatsache ab, welche Jacke man trägt, welchen „geheimen Handschlag“ man kennt.


    Ich glaube, die wahrhaftigste spirituelle Erfahrung hilft nicht, wenn die persönliche Wahrheit glaubt, sie sei universell. Wenn sie glaubt, sie rechtfertigte ihre Wahrheit aus einer globalen Wahrheit und sei über die eigene Blindheit, Logik, Weisheit oder der eigenen spirituellen Wahrheit, und die der anderen Menschen, erhaben. Viele Menschen empfinden jene Charaktere als unangenehm, die von sich selbst und ihren Überzeugungen glauben „heiliger/erleuchteter“ als andere zu sein, andere geistlich verurteilen und ohne Sinn für jeglichen Humor sind.


    Ich kenne Menschen, die (unabhängig ihrer spirituellen Werte) mit sich wirklich im Reinen sind, und doch rasten und schreien sie aus, wenn der Bus zu spät kommt…In gewisser Weise kann jeder Mensch einerseits wie ein Heiliger sein, andererseits wie ein fünfjähriges Kind. Das schließt sich ja nicht aus, und es kann was sein, dass demütig macht. Deswegen ist das "Mensch-sein", der menschliche und religiöse Anspruch auf Wahrheit, die Ideologien und die Religion ja manchmal auch so ungewollt komisch. Komisch – Nicht verlacht oder ausgelacht.


    Ich glaube, Wahrheit und Heiligkeit sind das was sie sind. Nicht weil Wahrheit Heiligkeit ist und weil Heiligkeit Wahrheit wäre. Wenn es „wahr“ wäre, dass Wahrheit mit Heiligkeit oder oder Anspruch auf Wahrheit mit Heiligkeit und umgekehrt gleichgesetzt werden kann, dann könnte z.B. „jene Wahrheit“ die sich aus dem Schluss von Norbert’s Axiom ergibt, als „Schuss nach hinten losgehen“, der die Auferstehung und den daraus gezogenen Schluss auf Wahrheit und Heiligkeit (des Jesus) nicht beweist, sondern „ad absurdum“ führt und zu persönlicher Enttäuschung führen kann.


    Ich für meinen Teil möchte keine Beweise für die Wahrheit(en) von Auferstehungen, Propheten, Himmelfahrten, Buddhas oder Gurus. Lese zum Beispiel gerne und still im Forum mit. Ganz abgesehen davon, wie Menschen (hier) schreiben/ glauben, wie man persönlich zueinander steht, oder ob heute Jemand „Gutes“ schreibt und morgen wie ein trotziger Fünfjähriger. Wurscht, ob ich mich mit Ihnen verstehe oder sie als unsympathisch empfinde:


    Ich freue mich über die Menschen hier. Über die heilige Würde eines jeden Einzelnen, weil ich nicht glaube, dass ihre „Wahrheit“ oder „Blindheit“ heilig macht. Ich staune, weil ich weiß, dass ich Bruchstücke habe, eine verschwommene Sicht – Und dann blitzt ganz klar und deutlich erkennbar die heilige Würde meiner Mitmenschen in meiner verschwommenen Sicht auf: Immer dann, wenn die Heiligkeit meiner Mitmenschen es ihnen selbst ermöglicht, ihre Mitmenschen zu bewundern, zu segnen.


    Es tut nicht weh, wenn man (zu) gut von seinen Mitmenschen denkt. Das Staunen ist kein träumerisches oder romantisch-verklärtes Ideal. Ich staune über die heilige Würde meiner Mitmenschen, nicht weil ich (christliche) Wahrheit oder Heiligkeit hätte – Ich habe bildlich gesprochen keine Waffe oder Anklage. Keinen Bock zu kämpfen. Mit wem oder was soll ich kämpfen? Von wen oder was soll ich mich verletzt fühlen? Für Niemanden oder Etwas würde es Sinn machen mit mir zu kämpfen. Welche Wahrheit oder welcher Kampf, welcher Beweis alleine könnte daran hindern oder ermutigen, die heilige Würde und Heiligkeit meiner Mitmenschen zu betonen oder eben nicht zu betonen?


    Keine Wahrheit, keine religiöse Offenbarung oder sonst was muss daran beteiligt sein, aber auch nicht hindern, einen Menschen zu sagen: Du bist vollkommen perfekt so wie Du bist, aber hey – Das ist noch Platz nach oben. Selbst wenn "persönliche Wahrheiten" oder tatsächlich "globale Wahrheiten" dem widersprechen würden...

    Es war einmal ein König, dem seine Minister viel Ärger bereiteten. Sie stritten so heftig miteinander, dass nahezu nichts unter Ihnen entschieden werden

    konnte. Die Minister folgten einer alten Tradition: Jeder behauptete, dass er allein recht habe. Die Wahrheit kenne oder habe - Und alle anderen Unrecht hätten, die Wahrheit nicht kannten.


    Als der König ein Fest zu seinem runden Geburtstag geben wollte, waren sich alle Minister darüber einig, sich diesen Tag frei zu nehmen. Ein Fest, dass in einer großen Arena gefeiert wurde. Sänger und Tänzer traten auf, Akrobaten, Musikensembles, Feuerwerk und vieles mehr. Der König wollte den Menschen, die sein Fest besuchten, eine Inspiration mitgeben: Die Minister, die natürlich die besten Plätze, ganz vorne an der Tafel hatten, sahen wie der König höchstpersönlich seinen Lieblingselefanten in die Mitte der Arena führte. Dem Elefanten folgten sieben blinde Männer. Jeder in der Stadt wusste, dass diese Männer von Geburt an blind waren.


    Der König ergriff die Hand des ersten Blinden und führte sie zum Rüssel des Elefanten. Er teilte ihm mit, dass dies ein Elefant sei. Dann legt er die Hand des zweiten Mannes auf einen Stoßzahn. Er sagt auch ihm: "Das ist ein Elefant." Die Hand des Dritten erspürte ein Ohr, die des Vierten den Kopf, der Fünfte erfühlte den Körper, der sechste die Beine und der Siebte den Schwanz. Jedem Mann wurde versichert, dass er einen Elefanten berühre. Dann wandte sich der König an den ersten Mann und bat ihm den Elefanten zu beschreiben:


    Der Blinde der den Rüssel des Elefanten ergriffen hatte sprach: "Mit Sicherheit! Nach meiner Meinung, gehört der Elefant zur Spezies der Schlangen, wahrscheinlich ein Python.


    "Dem ist nicht so!" - rief der Zweite, der den Stoßzahn erfühlte - "Ein Elefant ist aus viel zu fester Materie, als das er eine Schlange sein könnte. Nein, Nein.

    Ein Elefant ist ein Werkzeug, er ist ein Pflug. Ich spüre ja , dass ich Recht habe."


    Der Dritte, der ein Ohr in der Hand hielt, sagte: "Das ist lächerlich. Ein Elefant, dass ist ein Fächer und sonst nichts. Wahrscheinlich ein Palmenblatt-Fächer, wie er in den Häusern vornehmer Leute zu finden ist."


    "Was seid ihr nur für Narren!" - lachte der Vierte, der den Kopf des Elefanten strich - "Zweifelsfrei ist ein Elefant ein großer Wasserkrug!"


    "Unmöglich!", sagte der Fünfte, während er mit der Hand über den Körper des Elefanten fuhr: "Ein Elefant ist viel massiver! Er ist ein Felsen."


    "Ihr habt schlechte Sinne, die auch täuschen", sagte der Sechste, der das Bein hielt: "Daher kann ich mich absoluter Sicherheit sagen, dass ein Elefant ein Baumstumpf ist. Ein Kasper und Leugner, wer an der Wahrheit zweifelt!"


    "Was für ein Haufen von Ignoranten!", empörte sich der letzte Blinde: "Ich kann euch genau sagen, was ein Elefant wirklich ist: Er ist eine Fliegenklatsche! Das stimmt gewiss, denn das fühle ich."


    Die Blinden begannen so heftig miteinander zu streiten, ein einziges lautes Gebrüll. Zu Schmähungen und Beleidigungen kamen dann auch noch Handgreiflichkeiten. Die Blinden schlugen um sich. Es schien völlig unwichtig zu sein, wen oder was sie gerade trafen, sie fochten um ihr "Prinzip": Um

    Integrität und Wahrheit. Um die eigene persönliche Wahrheit.


    Als die Soldaten des Königs die Streithähne voneinander trennte, amüsierte sich der König über die schweigenden Minister die beschämt auf ihren "V.I.P.-Sitzen" saßen. Alle Anwesenden hatten genau begriffen, wem der König eine Lektion geben wollte:


    Jeder kann immer nur einen Teil jenes Ganzen nennen, dass "die Wahrheit" darstellt. Wenn man begrenztes Wissen, als absolute Wahrheit ausgibt, dann gleicht man irgendwo diesen Blinden, die alle nur ein Stück des Elefanten erfühlten und ihre eigene bruchstückhafte Erfahrung zur Wahrheit erhoben, und alles andere für falsch hielten. Anstelle sich auf ihren blinden Glauben zu verlassen, wäre es denn Männern möglich gewesen, dass Gespräch zu suchen.

    Was wäre herausgekommen, wenn die Männer über ihren "blinden Glauben" und über das, was Jeder von Ihnen erfühlte gesprochen hätten? Ihre Erfahrungen zusammengeführt hätten, anstatt der Information des Anderen nur zu widersprechen?


    Sie wären wahrscheinlich zu dem Schluss gekommen, dass:


    "Ein Elefant einen Felsen ähnelt, der auf vier Baumstümpfen steht, hinten eine Art Fliegenklatsche aufweist, und vorne einen großen Wasserkrug, an dessen Seiten sich zwei Fächer befinden, während an der Unterseite zwei Pflüge stecken, während aus der Mitte eine Schlange hervorhängt."


    Das wäre nicht die schlechteste Beschreibung eines Elefanten, von Menschen die nie einen gesehen haben / sehen werden.

    Lieber James, was ist dann Dein Weg? Der Weg - Johannes 14,6 - mit Jesus?

    Oh, da haben wir wohl ein bisserl aneinander vorbei geredet. ^^


    Meine Entscheidung hat nicht's daran geändert, welchen Platz Jesus in meinem Leben einnimmt. Obendrein hab' ich keinen Führerschein. Das wär' nicht so gut, Jesus während der Fahrt, irgendwo in der Mitte des Weges, aus dem Auto zu "kicken". Auto würde wohl im Graben landen, ich könnte verletzt werden, unbeteiligte Passanten, andere Autofahrer könnten verletzt werden.


    Zu den 5 G des christlichen Glaubens (Gottes Wort - Gebet - Gemeinschaft - Glauben bekennen - Gehorsam) gehört aber auch, dass man sich einer Gemeinde anschließen solle:
    Gemeinschaft mit anderen Christen

    Mann, Mann, Mann, Norbert...

    Als "Technik-Begeisterter" fühl' ich mich ein bisserl zur Frage gedrängt, ob es zu den christlichen 5G auch 'nen' WLAN-Router dazu gibt? 8o


    Ja, Gemeinschaft ist gut. Als schmerzhaft erlebte ich sie auch, da es sich oft "durch" Gemeinschaft zeigte, dass es für Viele von uns schwierig scheint, an die Güte zu glauben, die Gott vielleicht noch nicht offensichtlich werden ließ, aber uns bereits in's Herz gelegt hat. Geschwister waren eher bereit zu glauben, dass ihre wahre Natur ihren schlimmsten Befürchtungen und Gedanken entspricht.


    Merkwürdigerweise setzten Menschen der Entdeckung, was Gott ihnen Gutes in's Herz gelegt hat, mehr Widerstand und Ablehnung

    entgegen, als der Entdeckung ihrer "dunklen Schatten". Offensichtlich ist es verstörender herauszufinden, dass Gott bereits einen edlen Samen in das Herz gesetzt hat, als festzustellen, dass man ein Haufen Unrat ist.


    Das ist nicht fein, wenn Du siehst, dass Mitmenschen im Glauben sind, sie wären doch nur armselige und begrenzte Persönlichkeiten, hätten zu wenig Glauben, seien durch Sünde mit Krankheit bestraft, wären inneren (gedanklichen) Konflikten (hilflos) bedingt durch den Teufel ausgesetzt die man nur "weg-beten" kann, hätten zu wenig Bibel gelesen oder sonst was...


    Dieser Glaube ist manchen in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie sich fast gar nicht mehr vorstellen konnten, ohne dieser Annahme auszukommen. Könnten sie ihre von Gott verliehene Schönheit und Würde akzeptieren, wären sie wohl in der Lage "Berge zu versetzen", auch wenn ein Teil des "Selbst" weiß, dass wir bedürftige Wesen sind. Manchmal klingt "Gemeinschaft" fast schon zynisch, wenn Menschen sich "in Gemeinschaft" selbst oder gegenseitig verdammen, im Weg stehen, sich den Glauben absprechen.


    Warum beschäftigt sich Gemeinschaft manchmal so intensiv mit den Schattenseiten der menschlichen Natur?

    Warum begegnet sich "Gemeinschaft" oftmals mit dem Blick eines "Klinikers" - eines Sigmund Freud, wenn man so will - welcher im Wesentlich (noch) auf die "krankhaften" Aspekte der menschlichen Natur fixiert ist?


    Das "Diagnostic and Statistical Manual Of Mental Disorders" (Handbuch zur Statik und Diagnostik mentaler Störungen), die heilige Schrift, der Psychotherapeuten und Neurologen kennt einige hunderte Probleme und Erkrankungen. Wenn wir Probleme in Kategorien einteilen, können wir sie leichter erforschen und -so zumindest die Erwartung- auf die wissenschaftlich und ökonomisch beste Weiße "heilen".


    Häufig widmen wir dem Schutzpanzer aus Ängsten, Verwirrung, Aggression und Verzweiflung, der Sünde oder unserem Tun so viel Aufmerksamkeit, dass man komplett vergisst, wer wir eigentlich in Gott sind.


    Nelson Mandela war 27 Jahre lang im Gefängnis, erlebte Qual und Folter. In einem TV-Bericht z.Z. als er freigelassen wurde, wirkte er davon

    ungebrochen - Sein Gesicht ungebrochen von Folter und Unmenschlichkeit, strahlte eine derartige Würde, Anmut und Mitgefühl aus. Derselbe Geist tritt uns auch in Kindern entgegen, von welchen Gott sagte, dass Er es gut findet und uns unterstützt, dass wir werden/glauben wie sie.


    Was könnte die Alternative zum gemeinschaftlichen Tunnelblick auf menschliche Begrenztheit und pathologische Formen der Verwirrung sein?


    Wie alle Ozeane letztendlich nur einen Geschmack haben, nämlich nach Salz, so schmeckt auch der Geist Gottes letztlich nur nach einem: Freiheit.


    Und so wie alle Ozeane nach Salz schmecken, so sollen die von Dir angeführten "fünf G's" letztlich nach dem Geist Gottes schmecken. Ich bin dankbar, dass es die Menschen gut mit mir meinten, mir zu Essen gaben. Das mir ein "G" des "evangelikalen 5-G(änge)menüs" nicht schmeckte, daran sind freilich nicht die Köche schuld.


    Einfach nicht mein Geschmack, nicht "der" Geschmack. Und wenn Dir von einem Geschmack schlecht wird, dann kommt Dir nicht nur der

    Gang hoch, sondern das ganze Menü - oder zumindest das, was Du bereits davon gegessen hast. Womit wir wieder beim "Russelsch'en Paradox" wären, dass ich bereits in Beitrag #269 erwähnte:

    "Wer nach Bologna kommt, isst Tortellini. Wer nach Catanzaro weiterfährt, isst keine Tortellini."


    Ich wünsch' Dir einen feinen Tag und schick' Dir liebe Grüße nach Schorndorf!

    Hallo Norbert,


    bezüglich Deiner Anmerkung ("was für eine gotterbärmliche katholische Heuchelei") bzgl. dem "G'schichtl" bei meiner Taufe;
    Beeindruckend, wenn Menschen sich so leidenschaftlich aufregen können. :D


    Find' ich weniger. Ich seh' das mehr als etwas zum Schmunzeln. Wahrscheinlich hatte es weniger mit Heuchelei zu tun, lag wohl mehr an dem Priester. Ein erzkonservativer Monsignore der alten Schule, der das 2. Vatikanische Konzil nicht ganz verkraftet hat. :D


    Hochzeitsgesellschaften durften in der Kirche nicht applaudieren, etc... Da gibt's einige Anekdoten, harmloser Unsinn, über den man lächeln kann. Das waren halt so seine Eigenheiten, wer hat die nicht?


    Hast Du mit 14 Jahren (= Termin der Firmung!) bereits erkannt dass es im Katholizismus 16 Irrlehren gibt?

    Nein.
    Wahrscheinlich hab' ich nicht mal gewusst, dass es ein Wort wie "Irrlehren" gibt. Einerseits war's einfach das Alter. Mit 14 hatte ich wenig Bock auf Sonntags früh aufstehen, Firmung oder Messdienern. Da waren andere Dinge interessanter. Andererseits warf der Religionsunterricht manchmal Fragen auf. Einfache Fragen, wie: Warum lernen wir, dass Jesus der einzige Weg ist, doch singen wir im Gottesdienst: "Oh Maria, Miterlöserin aller Gnaden". Wir hatten noch diese monatliche Beichten. Ein unsinniger Zwang, der schon auch dazu geführt hat, dass ich eine gewisse Abneigung gegen Kirchen entwickelt habe.

    Nachdem Du Jesus angenommen hast, hast Du dich da irgendeiner Kirche angeschlossen?

    Nein.


    Falls nein, warum nicht?

    Wegen dem berühmten Russell'schen Paradox.
    Nicht das von Bertrand Russell, seines Zeichens Engländer, sondern das von Bernardo Russell, den man auf der zweiten Silbe betont, und der Bologneser war.
    Sein Paradox: "Wer nach Bologna kommt, isst Tortellini. Wer nach Catanzaro weiterfährt, isst keine Tortellini." :D



    Das freikirchliche Ambiente ist halt nicht so mein Geschmack. War eine interessante Erfahrung. Es ist einfach nicht meins. Mit Glaubensthemen, Lehren, Dogmatik und Christentum habe ich mittlerweile abgeschlossen, nicht wegen irgendeinen Ambiente, es ist halt einfach nicht "mein" Weg.

    Der Massenmörder und Katholik Adolf Hitler wurde nie exkommuniziert! Dagegen unser armer Martin Luther ist bis heute noch im Kirchenbann

    Servus Norbert,
    dazu möchte ich Dir gerne einen Beitrag schreiben:


    Hitler hat sehr eng mit den beiden Landeskirchen zusammengearbeitet. Pius hegte große Sympathie für Deutschland, Hitler für den Vatikan, man wurde "Konkordats-Partner“. Die Geistlichen Deutschlands versprachen Hitler mittels "religiöser Propaganda" die Gläubigen auf Parteilinie zu halten. „Die Juden sind Christusmörder!“ – Das hatten die Gläubigen zu denken, abgeleitet durch Bibelauslegungen, aber auch aus Luther‘s Antisemitismus.


    Der Verlagschef von „Der Stürmer“ – Julius Streicher – beteuerte bei seinem Gerichtsprozess, er hätte im guten Glauben „das“ gemacht, was Luther schon längst eingefordert hätte:


    "Antisemitischen Schriften gibt es in Deutschland doch schon seit Jahrhunderten! Würde Luther noch leben, er säße heute statt mir auf der Anklagebank.
    Mein Buch von Luther (Juden und ihre Lügen) hat man beschlagnahmt. Die Juden, so sagt Luther, wären Ottergezücht und man solle ihre Synagogen niederbrennen.“


    Ich habe im damaligen Taufregister der Stadtpfarre Braunau am Inn nachgeschaut. Adolf Hitler wurde am Gedenktag der Hildegund von Neuss, am 20. 04. 1889 getauft:



    Im Katholizismus gibt es keine Möglichkeit, um eine Taufe für „ungültig“ zu erklären. Die Möglichkeit "aus-zu-treten" oder nach Erfüllung bestimmter Kriterien exkommuniziert zu werden besteht. Der Irrsinn beruht darauf, dass ein Martin Luther oder ein Joseph Goebbels bestimmte Kriterien erfüllt haben, um exkommuniziert zu werden: Luther, für das Verleihen der Priesterweihe, Goebbels, weil er eine evangelische Frau heiratete.


    Mach‘s gut, Norbert! :wink:

    Nachdem ich das Wort "Gebildeter" benutzt habe, antworte ich mal auf diese Frage, die ja eigentlich gar keine wirkliche Frage ist....

    Danke für Deine Antwort, ich wollte damit nicht direkt Dich ansprechen, weil Du ein Wort benutzt hast. Stimmt, ist wohl eine "virtuelle" Frage in einem Internet-Forum. :D
    Da wären wir wieder bei Vorurteile... Ich empfinde, dass Du Menschen und ihre Anliegen aus Deiner emotionalen Perspektive oder aus dem Verletzt-Sein heraus beurteilst. Denk' mal an Lot, von dem hätt' sich auch keiner gedacht, dass er zu den Gerechten gezählt wird. Abraham wusste Bescheid, weil er ihm kannte. Soviel zu Deiner Perspektive aus "Reden und Handeln".


    Verständlich, dass Du so reagierst. Lassen wir es gut sein.

    Woher kommt das eigentlich, dass mancher Christ den "gebildeten" Menschen oder einen "intelligenten" Menschen (was für blöde Klassifizierungen) kritisch, ja manchmal fast schon feindselig-abweisend gegenübersteht?Die Menschen haben sich ihre "Intelligenz" nicht ausgesucht und wenn Jemand "gebildet" erscheint, warum einen Menschen auf eine bestimmte Eigenschaft reduzieren und dann auf seinen Charakter schließen? Ich weiß nicht, es scheint so oberflächlich und vorverurteilend, Wörter wie "Gebildeter" erscheinen mir so Schubladen-Denken behaftet. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille: Redet mal mit einen Menschen, den ihr für (hoch)intelligent haltet. Die sind häufig den Vorurteilen ausgesetzt, dass sie arrogant wären (ohne es zu sein oder diesen Eindruck vermitteln zu wollen), haben Probleme in der Schule (weil sie anecken oder sich langweilen), werden als "Besserwisser" abgestempelt, bekommen oft keine Hilfe, im Gegenteil: "Hilf' Dir selbst, wenn Du so schlau bist", sehen sich oft zu hohen Erwartungen ihrer Mitmenschen ausgesetzt, werden komplett falsch eingeschätzt, vorverurteilt und abgestempelt. Es wird ihnen nachgesagt, sie sehen ihre eigene Fehler nicht, dabei sind die meisten extrem selbstkritisch. Aus "Intelligenz" ergeben sich oft soziale Konflikte - Das Umfeld versteht es nicht und der Betroffene auch nicht, der Mensch will ja niemanden etwas tun. Es ist sicher nicht einfach, sich ständig der Feindseligkeit mancher Menschen ausgesetzt zu sehen, die sich verständlicherweise von "intelligenten" Menschen angegriffen fühlen können.


    Mal die andere Seite zu sehen oder sich einzufühlen, wäre vielleicht passender, anstatt zu wettern und Vorurteile zu nähren...