Nun, es wurden die Ostgoten immerhin 538 aus Rom vertrieben und so konnte Papst Vigilius in Rom einziehen und die Herrschaft über die Stadt übernehmen, auch wenn dann später die Ostgoten Rom wieder zurückerobert hatten.
Norbert, das höre ich auch immer wieder von adventistischen Predigern, vorwiegend ausgebildet in Bogenhofen. Nur es ist grundfalsch und für die Begründung für dieses Jahr 538 durch adventistische "Experten" mehr als peinlich. Papst Vigilius wurde im März 537 in Rom (!) trotz Belagerung zum Papst gewählt. Zudem vergisst man dabei völlig, dass auch die Goten Christen waren und bis zu Vigilius die Papstwahl bestimmt haben, also hatte das Papsttum ohnehin keine Unterbrechung im 6. Jahrhundert, es verlagerte sich nur der Einfluss auf die Papstwahl von den Goten in Ravenna zum spätrömischen Kaiser nach Konstantinopel . Aber erklär dass einmal einem traditionellen Adventisten, da beißt man ähnlich wie bei den Zeugen Jehovas beim Jahr 1914 auf Granit. Dort wird die Geschichte genauso in irrationaler Weise angepasst.
Dabei hat aber Ellen White ohnehin erklärt, dass sie die geschichtlichen Daten aus Büchern "übernommen" hat und daher nicht unter "Inspiration" fallen. (siehe Bibelkonferenz Protokolle 1919)
Was völlig übersehen wird ist die Tatsache, dass durch die Religionspolitik von Kaiser Justinian in Bezug auf das Papsttum die Grundlage für das spätere Schisma um 1040 gelegt wurde. Daher hatte der Papst nie und nimmer 1260 Jahre Macht über alle Bischöfe in der Spätantike und im frühen Mittelalter. Vielmehr kam es ab dem 6. Jahrhundert zu der Ausprägung einer latanischen katholischen Kirche in Rom und einer orthodoxen katholischen Kirche im Osten. Daher ist es meiner Ansicht nach Unsinn zu behaupten, dass in dieser Zeit das Papsttum alle Macht bekam.
Ja in Bogenhofen bemühen sie neuerdings den Geschichte Studenten Christopher Kramp zu diesem Theme. Der hat dazu in einem Vortrag, typisch für private Evangelisationswerke seiner Art sehr selektiv Daten aus dem Zusammenhang gerissen und unter dem Titel "Glaubt an die Propheten" an einer eigenen Meinungsschnur aufgehängt. Das wird auch in der kommenden Kurzbibelschule in Bogenhofen, wo er als Dozent genau zu diesem Thema engagiert ist so sein, soviel zum "akademischen" Niveau in Bogenhofen.