wenn der Krieg woanders stattfindet, hat die Demokratie damit erstmal keine Probleme.
Würde ich so pauschal nicht sagen. Für manche Kriege interessieren sich Demokratien und für manche nicht.
Aber davon abgesehen: was bringt denn unser Widerspruch im Volk gegen einen Krieg? Bist du schonmal gefragt worden? Schicken die dann keine Soldaten, weil uns das nicht gefällt?
Wir haben hier keine Volksentscheide, aber eine repräsentative Demokratie. Je nach dem wie sich unser Bundestag zusammensetzt, verhält sich unser Land zu diesem oder jenen Krieg. Von daher widerspreche ich dir da... etwas anderes ist es, wenn man als Land von Extern angegriffen wird, dann wird die Demokratie auch zu einem gewisse Grad zurückgefahren aus Gründen.
Es gibt doch ganz viel Kritik und Widerspruch gegen den Krieg. Ändert das etwas?
Was heißt ganz viel? Wenn das alles so einfach wäre. Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass bis auf wenige Irre alle keinen Krieg und dafür Frieden wollen. Ganz viele wollen auch keine Gewalt und Kriminalität etc. Aber am Ende des Tages kommt den meisten dann doch die Einsicht, dass es Soldaten und Polizei bedarf, auch wenn man es eigentlich nicht will. Die geäußerte Kritik am Krieg ist sehr wichtig, ist aber nur die eine Seite. Auf der anderen Seite gibt dann nämlich auch die Kritik am passiven Verhalten, wenn man eigentlich eingreifen müsste, um schlimmeres zu Verhindern, es aber nicht tut. Ich finde es gut, dass wir in Deutschland diese Dinge als Gesellschaft diskutieren können und nicht am Ende ein Einziger entscheidet.
Die Soldaten müssten alle ihre Arbeit unterlassen. Das wäre Arbeitsverweigerung und sie kämen sogar ins Gefängnis unter Umständen.
So funktioniert das nicht.
Und warum ist das so? Steht dahinter nicht der gesellschaftliche Konsens, dass es Soldaten bedarf, um schlimmeres zu verhindern? Schlimmeres, was wiederum von anderen Ländern ausgehen könnte?
Ich rede auch nicht von dem Recht, sich zu verteidigen, wenn man angegriffen wird, sondern von Kriegen, an denen man teilnimmt und sich die Taschen voll macht.
Gut, vielleicht sollte man in dieser Diskussion klar formulieren, wovon man redet: Krieg prinzipiell, Angriffskrieg, Verteidigungskrieg. Die Missverständnisse sind wahrscheinlich schon da...
Und abgesehen davon, dass es in der Regel nicht die Soldaten sind, die sich bereichern (in den westlichen Armeen), glaube ich nicht, dass sich Kriege heut zu Tage noch finanziell "lohnen" - zumindest nicht gesamtgeschaftlich. Von daher hätten Demokratien einen Grund mehr, einen Angriffs- oder Eroberungskrieg zu unterlassen. Autoritären Führern ist das wohl häufiger egal...