Ok, also für alle nochmal, die sich schwertun damit zu erkennen wozu dieses Thema ist. Lest euch meinen Beitrag von 2018! durch. Den ersten Beitrag in diesem Thema. Und alle, die empört sind, sollten sich danach nochmal fragen, ob das Thema eigentlich nicht recht klar eingengrenzt ist. Dass manche im Forum immer wieder durch Argumente wie "Aber in der RKK werden Kinder missbraucht" ihre eigenen weniger sachlich argumentierbaren Argumente gegen eine Katholikin zu untermauern versuchen, das hat was von einem ärmlichen Charakterzug, sorry.
Ich finde schon den Titel dieser Diskussion völlig deplatziert. Ich dachte immer, ich sei in einem christlichen Forum. Wo ist da die Nächstenliebe?
Die Medien sind und waren immer wieder voll von dem Thema, wenn so ein Fall wieder publik wurde. Das in einem christlichen Forum zu besprechen drängt sich meiner Meinung nach fast auf. Vielleicht auch um klarzustellen, geradezustellen oder eben die Systematik des Missbrauchs zu verstehen und im besten Fall im eigenen Umfeld Maßnahmen zu schaffen um solch pädokriminelles Verhalten raschest zu bemerken (Meldestellen oä.) und zu verhindern bzw. die Täter der weltlichen Justiz zuzuführen, statt sie einfach nur zu Versetzen (was leider oft passiert ist).
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich angefragt werde, weil man sich von mir Informationen erhofft. Woher sollte ich die haben außer aus den öffentlich für alle zugänglichen Quellen? Auch habe ich nie in kirchlichen Kreisen Missbrauch erfahren. Ich kenne noch nicht Mal jemanden pesönlich, der das erlebt hat.
Man erwartet/verlangt da wohl eher, dass ich mich entrüste. Dass ich mich in Stammtischmanier über die Priester, die Bischöfe, den Papst eschauffiere. Doch, die ich kenne, haben auch keinen missbraucht. Also weshalb sollte ich?
Wie sollst du Informationen geben zu etwas was du selbst nicht erlebt hast?
Gut, dass du diesen Missbrauch nie erfahren hast!
Wo du aus meiner Sicht ein Problem damit hast ist, dass du dir den Schuh des Vorwurfs anziehst. Und vielleicht liegt das auch in der Auffassung der RKK begründet. Wer das wirklich ernst nimmt mit dem Glauben bei euch, und sorry das sind sicher nicht alle, der versteht "Wir sind Kirche" eventuell etwas zu extrem. Wenn über einen Geistlichen berichtet wird, der sich an jemandem pädokriminell vergangen hat, und das dann in der Zeitung steht oder sonstwo, dann sind doch nicht alle Gläubigen in der RKK schuldig oder böse. Die sind dann doch zumeist selbst zurecht entsetzt, auch die, die mit dem zu tun hatten, der der Täter war. Da haben wir doch zig Interviews von den Pfarren gesehen, wo die Leute sagten: "Das hätten wir von dem nie gedacht". Und genau da setzt mein Thema an. Wie erkennt man sowas, wo meldet sich ein Opfer und wird gehört? In der RKK wurden die Opfer sehr lange und sehr oft eben nicht gehört. Dieser Missstand gehört beseitigt, ich denke da sind wir uns einig.
Wie ist es also mit "Wir sind Kirche". Bin ich wirklich für alles verantwortlich, was in meiner Kirche/Gemeinschaft ohne mein Zutun geschieht? Fürs Positive gern, fürs Negative aber nicht? Für beides nicht. Was ohne mein Zutun geschieht...wie soll man das verantworten?
Und das als Symptom, wo ich beschreiben wollte, dass Missbrauch keine Konfession kennt, sondern auch in anderen Bereichen stattfindet, wo Verantwortliche sich um Schutzbefohlene kümmern, da wird dann ernsthaft gefragt, ob SOS Kinderdorf eine katholische Einrichtung ist. Ich meine, wurde da nur kurz nachgedacht über das Argument, oder einfach ein Reflex ausgelöst? Sowas ist ärgerlich.
Wie weit geht es also mit "Wir sind Konfession"?, wenn in meiner Konfession etwas schief läuft? Vielleicht müssen wir uns das in einem extra Thema fragen, aber ist der Zugehörigkeits- und Gemeinsamschuldig-Gedanke bei der RKK höher als bei anderen?
Mir ist auch nicht ganz klar, was man hier genau besprechen will. Und bei der aktuellen Konstellation (eine Katholikin, der Rest protestantisch) läuft es darauf hinaus, dass diese eine Katholikin gegen lauter Protestanten anschreibt.
Auch du hast von mir die Erlaubnis dir den ersten Beitrag dieses Themas durchzulesen und dann nochmal zu fragen. Niemand will eine Katholikin mobben und dass es darauf hinaus läuft ist meiner Meinung nach auch dem Verhalten beiderseits geschuldet. Niemand hat jemanden gebeten sich einen Missbrauchsvorwurf umzuhängen! Aber das wurde aktiv getan, genauso das "Argumentieren" mit "Aber ihr in der RKK, da war doch was mit Missbrauch, bitte halte die Klappe". Ein armseliges und bedauernswertes Verhalten in diesem Fall. Aber ja, weil manche das nicht von sich selbst entfernt betrachten können soll man so ein Thema mit den Anliegen des Themas am besten gleich gar nicht beginnen. Halte ich nicht für richtig.
2. ja, religiöse Gemeinschaften haben ein Problem und eine Anfälligkeit dafür, generell was Macht und Missbrauch betrifft (nicht nur sexuell); ich denke nicht, dass das in "jedem Sportverein" genauso ist; man kann das "gesamtgesellschaftliche Problem" vom "religionsgemeinschaftlichen Problem" schon differenzieren, wenn man das will; muss man nicht (man kann auch sagen, die Grundmuster sind überall gleich), aber man kann es; aber dann müsste man das sachlich auseinander-diskutieren; es gibt das im Judentum, im Christentum, im Islam, im ach so beliebten Buddhismus, im Hinduismus, im Zoroastrismus, etc.pp.
Ja eh, aber wir sind Christen oder? Haben wir nicht den Anspruch es besser zu wissen, zu machen und im Endeffekt zu sein. Nicht aus uns und von uns selbst, sondern WEIL wir erlöst sind von Jesus! Also kümmern wir uns um das bei uns, sehen wir hin, was bei uns abgeht und erkennen wir was wir noch tun können um sowas zu verhindern? Woran liegt es denn, dass sowas lange unerkannt und verheimlicht bleibt? Und werden die Schuldigen auch weltlichen Gerichten zugeführt? Ich habe das die KI mal gefragt: Wie viele rechtskräftige Urteile gibt es von Geistlichen in kirchlichen Einrichtungen, die an die Behörden ausgeliefert wurden? Steht das in einem Verhältnis zu den Missbrauchstaten und zu den Entschädigungen, die gezahlt wurden?
Wie gesagt: worüber will man hier sprechen? Dass die RKK das getan hat? - Ja, hat sie.
Ist das ein Systemproblem in dieser Kirche? - Ja, ist es (siehe meinen Beitrag oben).
Wenn das also so ist, warum fragt sich jemand "Worüber will man hier sprechen"? Ich wollte es ansprechen, analysieren, den Grund herausfinden (so man das kann, ja, das kann man hinterfragen) und vor allem erkennen woraus das entsteht, also in erster LInie nicht die Pädokriminalität, sondern das Handling solcher Fälle. Wie geht man damit richtig um, entsteht es in unheiligen Konstellationen der Autorität und des Naheverhältnisses? Was gibt es für Stellen für ein Reporting?
Dass es für biliige Resentiments gegen die RKK und womöglich sogar Mitglieder im Forum verwendet wird, wie gesagt, das finde ich arm und bedauernswert.
Ich glaube schon. Ich kenne mich da nicht aus.
Hast du da Quellen für?
Das wäre eben auch ein wichtiges Thema. Wird das angezeigt? Und da sind wir bei der Praxis die Beichtgeheimnisses. Auch Priester und Geistliche der RKK gehen zur Beichte, richtig? Zeigt ein Beichtvater beim Bericht aus seiner Beichtabnahme über so ein Verhalten und über solche Gedanken seiner Beichtschüler den an, der ihm das gebeichtet hat? Ich war mal in einem Bibelkreis in meiner lokalen RKK, hab im Forum eh darüber berichtet. Da hat der Pfarrer gesagt: "Wenn mir jemand einen Mord gesteht im Beichtstuhl, dann gilt auch dafür das Beichtgeheimnis, von mir erfährt das niemand, ABER er erteilt dem Beichtenden keine Absolution, sondern erst wenn dieser selbst zur Polizei geht".
Genau dieses Verhalten wird doch auch bei gebeichteter Pädokriminalität erwartet, oder? Und das ist dann aus meiner Sicht ein Strukturproblem, ein systemimmanentes. Das gilt es hier zu besprechen und nicht zu sagen "Hier gibt es nichts zu sehen, bitte weitergehen".
Ich erwarte auch in meiner Gemeinde, dass kriminelles Verhalten, das im Rahmen eines diakonischen Gesprächs geführt wird, von einem der beiden, die das Gespräch führen, angezeigt wird. Man kann sagen "Wenn du damit nicht zur Polizei gehst, dann gehe ich", aber es muss aufgezeigt und angegangen werden.
Wenn ihr so ein Thema zur Evangelischen Kirche machen würdet, würde ich zwar wohl sehr lange "Ja, das stimmt!" sagen, aber irgendwann würde ich auch erwidern: "Hört mal, das gibt es aber bei euch auch!" - Das ist ja wohl normal.
Ich habe zwar diesen Feuereifer für meine kirchliche Institution nicht, aber das ist bei Katholiken anders, wie du weißt. Christel kämpft für ihre Kirche. Das tust du für die STA übrigens auch, Bogi.
Woher kommt dieser Feuereifer für meine Kirche und nicht für meinen Herrn Jesus? (extrem betrachtet) Man kann schon feuereifern für seine Kirche, finde ich ok, aber warum wenn da was schief läuft das im Feuereifer dann unter den Tisch gekehrt werden muss und man im Endeffekt damit Jesus verrät, das sehe ich nicht ein. Meine Loyalität gilt in erster und vorderster Linie Jesus und nicht meiner Kirche. Meine Kirche erlöst mich ja auch nicht, sondern nur er!