Gut zu sehen auch an der Annahme von "dunkler Materie" oder des "Urknalls". Beides nicht direkt beobachtbar (Beobachtung ist eine Grundlage der Naturwissenschaft), nicht wiederholbar (auch eine Grundlage wissenschaftlicher Forschung) und beides nur Erklärungsmodelle für Beobachtungen, die eben nach einer Erklärung "suchen".
Dunkle Materie und Urknall sind durchaus direkt beobachtbar. Um das zu verstehen, sollten wir uns zuerst über das Prinzip der Beobachtung im Klaren sein. Wir sehen etwas, aber was ist eigentlich Sehen? Wir sehen etwas, weil von diesem Etwas elektomagnetische Strahlung ausgeht. Diese trifft fokussiert unsere Netzhaut im Auge und verursacht dort in Millionen lichtempfindlcher Zellen winzige elektrische Impulse. Diese werden über Nervenfasern zum Gehirn geleitet und dieses entwickelt daraus ein Bild, das der aufgenommenen Strahlung entspricht. So gewinnen wir eine Vorstellung unserer Umgebung. Für das Sehen ist also eine der vier Grundkräfte der Physik, die elektomagnetische Wechselwirkung, verantwortlich.
Eine andere, die gravitative Wechselwirkung oder Schwerkraft, können wir ebenfalls direkt beobachten. Alles drückt nach unten, hin zum Mittel- oder besser Schwerpunkt der Erde. Auch die Bewegungen der Himmelskörper unterliegen unmittelbar der Schwerkraft und wir können diese und die daraus resultierenden Bahnen genauestens berechnen. Sonst wäre die Mondmission der vergangenen Tage gar nicht möglich gewesen.
Die dunkle Materie nun hat zwar keine elektomagnetische Wechselwirkung, deswegen können die lichtempfindlchen Zellen unserer netzhaut nicht darauf reagieren, wohl aber ein gravitative, aufgrund derer wir ihre Existenz wahrnehmen.
Sowohl die Beobachtung Dunkler Materie als auch die Prozesse des Urknalls sind wiederholbar. Ersteres ständig, letzteres geschieht in den Hochenergieexperimenten mittels des LHC im Cern in Genf - ich schrieb darüber.
Erklärungen und Theorien sind keine Tatsachen, sondern eben Theorien.
Erklärungen und Theorien sind natürlich selbst keine Tatsachen, sondern werden aufgrund beobachtbarer Tatsachen entwickelt. Die Qualität der naturwissenschaftlichen Theorien ist stark gestiegen gestiegen, weil die Instrumente, die bei der Beobachtung helfen, massiv verbessert worden sind und gleichzeitig das Prinzip Falsifikation konsequent angewandt wird.