Beiträge von Daniels

    Spielfilm nach einer Autobiografie

    Der letzte Film, den ich mir angeguckt habe, hat den Titel "Machine Gun Preacher" und beruht auf der Autobiografie von Sam Childers, einem ehemaligen Hells Angel und damals Kriminellen aus den Vereinigten Staaten, der nach seiner Bekehrung in den USA eine eigene Kirche gebaut und vor allem im Sudan Kinder vor Verfolgung zu retten und zu versorgen begann. Genaueres könnt Ihr im Wikipedia-Artikel über ihn lesen.



    Ein Interview mit Childers durch Bibel TV

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    Ein romantischer Film zur Abendstunde.


    Im Gegensatz zu den meisten naiven Befürwortern einer unkontrollierten Einwanderung ist Imad Karim in einer muslimischen Gesellschaft aufgewachsen, weitgereist und versteht Arabisch, also auch alles, was arabische Einwanderer oder Imame von sich geben. Er weiß also sehr gut, wovon er spricht.


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    Gelegentlich lese ich derzeit neben einigem anderen an folgender Broschüre:

    "Die Bibel: Fakt oder Fiktion?"


    Bisher noch nichts Neues für mich. Für meinen Geschmack verfiel der Autor am Anfang ein wenig in einen Fehler, den gläubige missionarische Christen oft machen, nämlich am Anfang ihres Textes das Fazit andeutungsweise vorwegzunehmen und zu viel zu versprechen. Das ist eventuell nicht einmal eine nur für Christen typische Attitüde, sondern überhaupt in vielen aus den USA kommenden Sachbüchern verschiedenster Themen häufig, nämlich die für mich langweiligen Bestätigungen, warum das Buch zu lesen, eine gute Entscheidung sei, und, dass dieses Buch das ganze Leben ändern werde. Manchmal sind solche Tiraden ob ihrer Ödnis und Nutzlosigkeit kaum zu ertragen. In dieser Broschüre ist es nicht gar so schlimm, aber meiner Ansicht nach gleichwohl eher kontraproduktiv und ziemlich uninteressant. Sinngemäß: "Dieser Text oder die Bibel kann/wird ihr Leben verändern" oder ähnliches Zeug. Einschläfernde und völlig unnötige Großsprecherei. Entweder die Argumente sind gut und überzeugend oder nicht, und das kann solch ein Text nur nach und nach erweisen.


    Herausgegeben wurde die Broschüre von der "Living Church of God".

    Jospeh Ratzinger: "Jesus von Nazareth" 1v2

    Das habe ich mir gestern angehört. Der Text zeichnet sich durch eine sehr verständliche und gepflegte Sprache aus. Ich finde es außergewöhnlich und sehr angenehm, dass Joseph Ratzinger sich jeglicher akademischen oder bildungsbürgerlichen Worthuberei enthalten hat, ohne sich primitiv auszudrücken.

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    Eine Interview mit einem intimen Kenner des Joseph Ratzinger.

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    Ich bin anderswo in eine kurze Diskussion geraten. In diesem Zusammenhang habe ich mich daran erinnert, dass ein adventistischer Pastor vor Jahren erklärte, dass der Mensch von Natur aus zum Bösen neige. Ich erhebe nicht den Anspruch, seine Darlegung mit dieser Aussage völlig zutreffend zusammengefasst zu haben, also bitte jetzt keine Briefwaage herausholen und über jedes Tüpfelchen im letzten Satz diskutieren!

    Die Vorträge und Gespräche mit diesem Pastor sind für mich nun schon einige Jahre her. Ich möchte mich über den adventistischen oder Euren persönlichen Standpunkt als Christen zur Frage nach der Natur des Menschen vergewissern.

    Welche biblischen Argumente gibt es für eine grundsätzliche Neigung des Menschen zum Bösen, wenn es sie Eurer Ansicht nach gibt?

    Auf Güterzügen zuhause

    Als älterer Mann scherzte Robert Mitchum in einem Interview: "Da stand kein Teller mehr für mich. Ich verstand die Botschaft und ging weg." Der bittere Scherz beschreibt scheinbar leichten Herzens, wie er im Alter von 14 Jahren seine Familie verließ, weil seine Mutter ihn nicht mehr ernähren konnte. Mitchums älterer Schwester zufolge packte seine Mutter ihm seine Sachen; Mitchum begann mittellos auf Zügen durchs Land zu trampen, nicht ohne eine gehörige Portion Abenteuerlust und Freiheitsdrang. Da dies zur Zeit der großen wirtschaftlichen Depression geschah, waren noch viel mehr Mittel-, Arbeits- und Wohnungslose Menschen illegal auf Zügen durchs Land unterwegs als in Jahren zuvor, sowohl Erwachsene als auch halbe Kinder.


    Zitat von Lee Server: "Robert Mitchum. Baby, I Don't Care.", S. 35

    Everywhere he went, Mitchum saw terrible evidence of what desperation and hopelessness could do to human beings. Suicides were common around hobo jungles and rail yards. One time he followed a crowd to see them taking down a man who'd hung himself underneath a rail overpass. Another time a man riding in a boxcar with him slit his wrist during night. Mitchum saw, too, the things people did to keep living: the young boys who took it up the ass for a cup of food, the man in a jungle in Kentucky prostituting his daughter for ten cents a throw, a blanket spread out on the dirt, forty or fifty men lined up, the girl no more than twelve.

    "I don't Care Baby!" - Kein christliches Buch


    Robert Mitchum hat kein problemloses Leben gehabt. Erst zwei Jahre alt wurde er Halbwaise, nachdem sein Vater bei Rangierarbeiten von einem Wagon förmlich zerquetscht worden war. Über den in manchen Filmen anscheinend fast emotionslos cool oder hart wirkende Schauspieler sagte seine Schwester später zu Gedichten von Robert, die in einer lokalen Zeitung veröffentlicht wurden, als er noch ein Junge war und durch die er in seiner damaligen Heimatstadt als literarische Frühbegabung prominent wurde: "Er hasste es, dass Leute wussten, wie sensibel und verletzlich er war." Nur 8 Jahre alt, schrieb Robert Mitchum eine Art Antikriegsgedicht, frühreif, früh ernst.

    Als Robert Mitchum erst acht Jahre alt war und kurz nach dem Ersten Weltkrieg, wurden Gedichte von ihm in einer lokalen Zeitung veröffentlicht. Darunter dies:


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    Gleichzeitig war der junge Bob zu wilden Abenteuern und Raufereien aufgelegt und ging keinem Konflikt aus dem Weg. Auch Lehrern in der Schule sagte er kompromisslos, was er dachte. Seine damaligen Klassenkameraden erinnerten sich, er sei smart und eindeutig der beste Schüler in der Klasse gewesen, anders als andere Schüler hatte er es, so zwei Personen unabhängig voneinander, nicht nötig gehabt, viel zu lernen, er habe deutlich fortgeschrittenes Wissen gehabt, er habe nie auch nur ein einziges Mal die Schulbücher mit nach Hause genommen, um mit ihnen zu lernen, ja er habe sogar die Lehrer verbessert und diese hätten sich nicht zu helfen gewusst, weil sich herausstellte, dass Robert Mitchum Recht hatte und manches besser wusste als sie. Zugleich war Mitchum alles andere als ein braver Engel gewesen. In einem Satz resümiert Lee Servers Biografie über Robert Mitchums dessen Schulzeit: Der schlimmste und begabteste Schüler zugleich.

    Das Äußere des Schuljungen Bob wurde von ehemaligen Schulkameradinnen und Kameraden als armutsgeprägt beschrieben, als eine Zusammenstellung von Kleidung aus Zweiter Hand, mit einem viel zu großem Gürtel, der für eine Erwachsenen gemacht worden sein müsste. Ein dünner Junge mit knochigem, schmalem Gesicht, der -- einer seiner harmloseren Streiche -- mit einem Kameraden Frösche fing und sie unter die Klappe für das Tintenfass in Schülertischen setzte. Irgendwann öffnete der betroffene Schüler die Klappe und sogleich sprang ihm ein Frosch entgegen. Robert Mitchum war offenbar extrem gegen die Anmaßung ihm vorgesetzter Autoritäten, den Schulleiter sah er als Feind, einer Lehrerin knallte er einen vermutlich mit Kreidestaub bedeckten Radiergummi an den Kopf, so dass diese durch den staubenden Treffer vom Stuhl fiel und -- übliche Reaktion schwacher Lehrerinnen -- den Direx zur Hilfe holte.

    Eine Zusammenfassung einiger Inhalte aus dem Anfang des Buches "Robert Mitchum. Baby, I Don't Care" von Lee Server.

    Bekanntlich verbindet das Filmpublikum immer wieder einen Star mit besonders eindrücklichen Sätzen, die er gesprochen hat. Mit Robert Mitchum hat sein zeitgenössisches Kinopublikum jenen Satz verbunden, mit dem er in einer Szene seiner Filmpartnerin antwortete: "Baby, I don't care." Damit, so verschiedene Autoren im Nachhinein, erlangte Mitchum Kultstatus.

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    Wie auch Gabriele Krone-Schmalz in einem neueren Buch geht es den beiden Gesprächspartnern darum diffamierende Rede und Verteufelungen durch einen begründeten und toleranten Diskurs zu ersetzen.

    Bloß weil man anderer Ansicht ist, kann man nicht einfach voraussetzen, dass ein Meinungsgegner nicht auch gute Gründe für seinen Standpunkt hat. Direkt empfohlen wird, bevor man seine Meinung einfach durchzudrücken versucht, erst einmal den anderen zu verstehen zu versuchen.


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    Eine Gruppe von einer Highschool hat sich den Spaß erlaubt, Mönche mit Schweigegelübde darzustellen, die Händels Halleluja interpretieren. Ziemlich drollig, kann Euch schmunzeln machen.


    We can’t stop watching these hilarious ‘silent monks’ singing the Hallelujah Chorus
    A group of high school students give a unique performance of the ‘Hallelujah’ Chorus, dressed in monk’s robes. BRB, just going to collapse in laughter…
    www.classicfm.com


    Die Schule ist in Kitsap County an der Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika.

    Auf Englisch. Die witzigste Frau, die ich in letzter Zeit gehört und gesehen habe.

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    A really funny guy.


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    Michael J. Fox für seine humanitären Verdienste ausgezeichnet

    Zitat

    "Im Juni 2022 wurde [Michael J. Fox] für seine humanitären Verdienste der Jean Hersholt Humanitarian Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) zuerkannt. Ihm wurde die Auszeichnung am 19. November 2022 in Los Angeles feierlich überreicht."

    Quelle: de.Wikipedia: Michael J. Fox


    1991, im Alter von 29 Jahren, bekam Fox die medizinische Diagnose, dass er Parkinson habe. Im Jahr 2000 gründete er die "Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research", eine Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Mittel zur Erforschung von Parkinson zu gewinnen. Laut Michael J. Foxs Rede anlässlich der Preisverleihung am 19. November 2022 hat seine Stiftung bisher 1,5 Milliarden Dollar für die Parkinsonforschung aufgebracht. Dafür muss eine alte Oma lange stricken.


    Michael J. Fox hat diesen Preis verdient -- und übrigens eine witzige, geistesgegenwärtige Rede gehalten. Der Mann zittert, aber er ist kein Idiot, sondern jemand, der sein Schicksal angenommen hat und Übel in Gutes verwandelt hat.


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    Man könnte manchmal glatt meinen du und Atze wären ehemalige Gründungsmitglieder der Grünen , die sich dann mit Claudia und Jürgen tief zerstritten haben.

    :D

    PS: Ein enger Freund von mir war in den Anfangsjahren in der Vorgängerpartei der Grünen in Berlin aktiv. Aber das nur am Rande. BTW: Er ist heute mit denen auch nicht mehr einverstanden.

    Hallo Daniels, von diesen Kirchen gibt es einige!

    Ja, Menschen vermissen oft etwas und werden spirituell bzw. was die Sinnfrage angeht selten oder höchstens vorübergehend wirklich satt. Meines Erachtens ist der Mensch zwangsläufig ein sinnsuchendes Wesen, das kann man als eine Auszeichnung ansehen oder auch für einen Fluch halten, wie jenen, der Kassandra getroffen haben soll, die Seherin aus antiker Sage, die verflucht gewesen sei, dass ihr nie jemand glauben werde.

    Wir glauben oft, dass der Verstand und die Nachdenklichkeit den Menschen erheben und zu etwas Besonderem machten. Christen werden, vermute ich, oft erklären, das Bedürfnis nach Sinn, die Sinnsuche, sei den Menschen von Gott eingepflanzt worden, damit sie sich auf den Weg zu Ihm machten.

    Manche Evolutionsbiologen werden hingegen, scheint mir, meinen, dass die Sinnsuche nur ein Epiphänomen, ein Nebeneffekt von Verstand und Urteilsvermögen sei, welche den Menschen befähigt haben, sich besser zu behaupten, zu überleben. Aus dieser Perspektive kann man die Sinnsuche als eine Art Unfall, genauer als etwas Nutzloses, als eine eher störende Ńebenwirkung ansehen, die in den Tick, in den neurotischen Zwang mündet, dass jeder kleine Mensch tatsächlich die Welt zu verstehen angestrengt ist, was ihm aller Voraussicht nach nicht gelingen kann.

    Ich erkenne auch keine Anmaßung , wenn man sein verfassungsgemäßes Demonstrationsrecht in Anspruch nimmt.

    Ich habe nicht kritisiert, dass jemand sein Demonstrationsrecht in Anspruch nimmt. Vielleicht ist das nicht deutlich genug geworden. Anmaßend sind die Forderungen und der Absolutheitsanspruch, mit dem die Protagonisten auftreten.

    Totalitäre oder faschistoide Tendenzen gingen, so scheint mir, oft davon aus, dass ein absoluter singulärer Maßstab postuliert wurde, ein Teufel an die Wand gemalt wurde, der angeblich nur eine einzige Vorgehensweise erlaube. Frau Neubauer hat kürzlich bei Lanz sinngemäß geäußert, dass man für die Demokratie keine Zeit mehr habe. Selbst wenn ich diese Aussage in gewisser Weise verstehe, bin ich sicher, wenn du ihr dies einräumtest, würde sie auf grobe und sehr selbstgewisse Weise durchregieren. Mich erinnert sie an eine Person, mit der ich vor Jahren kurz über Stalins Verbrechen, Morde, Massenmorde und Verschleppungen diskutiert habe. Sie erwiderte mir, dass gewisse Opfer vielleicht unverzichtbar seien, um die große Sache zu verwirklichen: den Kommunismus, den neuen Menschen quasi.

    Immer wenn Menschen auf ein einziges großes Problem und eine vermeintlich einzigartige übergroße Bedrohung fixiert sind, beginnen einige Leute alles andere dem wahnhaft verabsolutierten Ziel unterzuordnen, jedes Menschenleben, alles wird dann als verzichtbar und dem großen Ziel unterzuordnen angesehen.

    Inwiefern ist es nicht anmaßend, wenn Greta Tunberg sich hinsetzt und die Leute mit "How dare you!" anherrscht und behauptet ihr, einer Millionärstochter aus traditionell einflußreicher Familie, hätte man die Jugend verdorben.

    Was ist nicht anmaßend daran, wenn die junge Frau Neubauer, die bekanntlich höchst eifrig durch alle Welt gejettet ist, allen älteren Bundesbürgern belehrend quasi vorhält, sie würden zu viele Flugreisen unternehmen. Ich mag eine Ausnahme sein; aber ich bringe es bisher nur auf eine Flugreise ca. 1985 in die USA und zurück. Die junge Frau hat mir ein Vielfaches voraus an Flugreisen, wie überhaupt viele ihrer bundesdeutschen Generationskolleginnen und -kollegen. Ein knapp 20-Jähriger zu mir vor Jahren: "Was du warst noch nicht in ·…!?"

    Faschistoid. ?

    Soso. Na wenn du meinst.

    Irgendwann nutzen sich die Begriffe wohl ab und man kann sie nach dem Baukastenprinzip für alles und jeden verwenden.

    Das ist richtig, dass sich solche Begriffe abnutzen. Ich hatte schon geschrieben, dass dies ein Schlagwort sei, also insofern ein tendenziell klischeehafter, etwas inflationär benutzter Begriff ist. Darauf magst Du offenbar gerne herumreiten. Kaum dass eine Diskussionspartner so etwas einräumt, machst Du, meiner wiederholten Beobachtung zufolge, daraus ein Grundsatzthema und versuchst dadurch den Diskussionspartner zu diskreditieren. Starke Leistung! Wenn Dir jemand auch nur ansatzweise eine offene Hand hinstreckt, spuckst Du quasi rein. Hauptsache, man macht den Meinungsgegner fertig, freilich alles auf wissenschaftlicher Basis. Vielleicht überinterpretiere ich das momentan etwas, aber vielleicht auch nicht.


    Du bist da aber kein Sonderfall. Zugespitzt ausgedrückt habe ich Zweifel, ob es so etwas wie einen Meinungsaustausch überhaupt irgendwo gibt In der Regel gibt es nur eine Art Grabenkrieg, auf Teufel-komm-heraus den eigenen Standpunkt halten, selbst wenn man dazu behaupten müsste, dass die Erde eine Scheibe ist, um die das gesamte Universum kreist.

    Ich kann Deine Situation nicht beurteilen.

    Ich führe meine Daten nur als konkretes Beispiel an, und möchte das nicht ausbreiten oder lange diskutieren.

    Es reden und schreiben zu viele Menschen darüber was allgemein der Fall sei und vor allem zu viel darüber, was und wie andere seien oder was diese zu tun hätten, obwohl sie davon kaum eine Ahnung haben. Nur deshalb werde ich manchmal konkret an meinem Beispiel, was ich viel lieber vermeiden möchte; aber ich befürchte, dass letztlich alles andere Schreiben und Reden fast zwangsläufig in Gefahr gerät spekulatives Geschwurbel zu werden.

    Die Menschen reden und schreiben nicht mehr darüber, was sie wirklich konkret wissen, sondern, was sie indirekt zu erschließen meinen oder was sie glauben, zum Beispiel was sie über einen anderen ganz sicher zu wissen glauben. Oft sind sie bereit, aus ihrem vermeintlichen Wissen über andere extreme Konsequenzen zu ziehen.

    Ich denke solche Jugendbewegungen sind normal. Sie spiegeln ihre Zeit wieder.

    Die Reaktion auf die spießige , oftmals geschichtsvergessene Adenauerzeit , " No Future " in den 80 ern als es das atomare Wettrüsten gab ...

    Etwas verstehen, also etwa die Motivation von jungen Aktivisten, heißt noch nicht es sinnvoll zu finden oder deren Aktionen zu tolerieren.


    Die Protagonisten dieser Bewegung treten mit extremer Anmaßung und Absolutheitsanspruch auf. Das ist scheint mir, mit einem Schlagwort etikettiert, faschistoid.

    Zudem ist es, egal, wie sehr sie sich bemüht, ja nicht so, dass eine Person wie, um ein Beispiel heranzuziehen, Frau Neubauer eine erfahrene und intellektuell gut geschulte Person ist, sie ist eine junge Frau, die manchmal kaum den richtigen Kasus getroffen hat, aber auftritt, als könne sie die Welt regieren.

    Weiters ist sie -- um beim Beispiel Neubauer zu bleiben -- letztlich auch eine Art Marionette, sie ist das Produkt ihrer Sozialisation und letztlich verkörpert sie die Ambitionen ihrer Millionärs-Oma aus den Hause Remmstma. Bei schauspielernden Menschen hat man das zum Beispiel nicht selten, dass ihre Mutter oder ihr Vater einst davon träumten, Schauspieler zu werden, dieser Wunsch sich aber nie erfüllte. Die Kinder werden daher in dieser Richtung geprägt und immer wieder bestätigt, bis sie scheinbar zur verspäteten Verwirklichung des Elternwunsches geworden sind. Insofern spricht Frau Neubauer nur scheinbar genau für ihre Bedürfnisse und Interessen; sie spricht auch und vielleicht vor allem als Verkörperung der Ideologien und Ambitionen, vielleicht auch eines Irrglaubens und der Größenfantasien ihrer familiären Vorbilder.

    Einer meiner engsten Freunde ist so weit links, dass er manchmal schon rechts wieder herauskommt. Ihm gefällt Fridays for Future und er hat mit seinem Sohn schon mehrfach an solchen Demonstrationen in Berlin teilgenommen. Wenn ich mich in einem persönlichen Gespräch beiläufig ironisch oder skeptisch zu Frau Neubauer äußere, dann kann er das nicht ertragen. Der Hintergrund seiner Befürwortung von Fridays for Future ist meines Erachtens nicht einfach die Welt vor einer vermeintlichen Klimakatastrophe zu retten, sondern er will meines Erachtens vor allem den Systemsturz und sieht in dieser Bewegung einen ausreichenden revolutionären Ansatz. Wir sind seit 40 Jahren eng befreundet, und ich meine das einigermaßen zutreffend einzuschätzen zu können. Es ist also oft einfach Etikettenschwindel. Ein Indiz dafür ist, wie schnell extreme linke Gruppen aus dem universitären Umfeld die Bewegung in Hamburg gekapert hatten.