Beiträge von Azatoth

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    Also entweder schnell sein, oder mit https://mediathekviewweb.de downloaden.

    Macron hat zwar gestern nicht mehr ausgeschlossen, dass französische Soldaten in den Konflikt eingreifen, aber seine Beteuerungen waren auch schon bisher großteils Lippenbekenntnisse.

    Klar, das könnten auch von deutschen "Kriegstreibern" nur bloße Lippenbekenntnisse sein, so wie Scholz ja auch praktisch ziemlich zögerlich mit der Hilfe ist. A sagen, aber B meinen...

    Spielt das noch irgendeine Rolle? Im Grunde ist Deutschland mit ihrer massiven militärischen Unterstützung der Ukraine - auch mit der Ausbildung von ukrainischen Soldaten - eine Kriegspartei.

    Ich meine schon einen Unterschied zu sehen, ob die Unterstützung aus der Politik kommt, oder direkt vom Militär. Entscheidender wäre aber, wie der Gegner das wertet und wie er dann darauf reagiert. Es spricht natürich auch viel dafür, dass Deutschland Angst vor Putin hat. Ich persönlich glaube nicht, dass er eine Westerweiterung beabsichtigt. Das Narrativ "Von Wladiwostok nach Lissabon" stammt nicht von Putin, sondern ist ein alter europäischer Gedanke gewesen und hat nichts mit Imperialismus zu tun.

    Es wird gar nicht gesagt, woher die Todeswunde kommt. Welche Macht soll sie dem Tier zugefügt haben ? Das Tier wird sich nicht selber verletzt haben. Einer der Köpfe ist wie zu Tode geschlachtet, aber die Todeswunde, die geheilt wird, ist die vom Tier. Wenn es mehrere Köpfe hat, wieso soll ein geschlachteter Kopf eine Todeswunde sein ? Die Erklärung für die letzten Frage könnte sich an Offenbarung 17 orientieren, dass die Köpfe/Berge/Könige gar nicht gleichzeitig da sind, sondern zeitlich aufeinander folgen. Grundsätzlich aber sollte es unter Vorbehalt stehen, das Tier aus Offenbarung 17 mit dem Tier aus dem Meer aus Offenbarung 13 gleichzusetzen. Das Tier aus Offenbarung 17 könnte auch das Bild des Tieres sein, das vom Tier aus der Erde angefertigt wird.

    Die Frage nach dem Verursacher der Wunde dürfte sehr entscheidend sein und die meisten bisherigen Antworten auf die Frage nach der Identität des Tieres und der Köpfe dürften damit schon ziemlich hinfällig sein.

    Es könnte sein, dass der Krieg in der Ukraine ein baldiges blutiges Ende nimmt.

    Welche Anzeichen gibt es dafür ? Für mich scheint es eher so, dass das noch ewig so weiter geht. Die Rufe nach Unterstützung werden immer lauter., wenn auch nicht unbedingt mehr. Ich halte es nicht für unmöglich, dass die Bundeswehr in irgendeiner Form eingreifen wird. Sie hatte schon in Vergangenheit und Gegenwart kein besonderes Problem damit, sich an Auslandseinsätzen (auch außerhalb der EU und NATO) zu beteiligen. Siehe : https://de.wikipedia.org/wiki/Auslandse…_der_Bundeswehr

    Ein nicht mehr nagelneuer Artikel, aber ein Thema, das immer mal wieder auftaucht, um die Bibel mal wieder als unglaubwürdig hinzustellen.

    Haben die Bibel-Autoren das Kamel erfunden? | Bibelbund

    Ein Argument was nicht in dem Artikel erwähnt wird, aber die Autoren Van der Veen & Zerbst in ihrem Buch "Volk ohne Ahnen" vorbringen : Als anachronistische Projektion in die Erzväterzeit würde die Erwähnung von Kamelen gar nichts bringen, weil Kamele in der Königszeit und auch später gar nicht mehr großartig erwähnt werden und so auch nicht speziell als Sinnbild für Wohlstand und Reichtum gestanden haben können. Zudem wird in Bezug auf die Erzväter überhaupt keine Anzahl von Kamelen genannt. Von einer großen Menge sollte man bei ihnen gar nicht ausgehen.

    Besonders interessant fand ich auch die Aussagen zur Person Israel Finkelstein, dass seine Arbeiten und Argumente politisch motiviert seien.

    Dazu hast Du vile zu wenig Sprachleben - Spracherleben - -

    Niemand hat ein Spracherleben bezüglich der althebräischen Sprache. Wenn irgendwelche Bibellehrer sprachliche Fähigkeiten demonstrieren, ist das nur bloßes Getue, was mit der antiken Realität gar nichts zu tun hat. Das soll nur das Publikum begeistern. Was seit den Masoreten über die hebräische Sprache gelehrt wird, das betrifft eine künstliche Liturgiesprache, weil es gar keine bis zum Mittelalter bestehende Überlieferung gab. Sie ist vor allem eine Rekonstruktion auf Basis des damals herrschenden Arabisch. Ich hatte das schon angedeutet. Man hielt dieses Vorgehen damals für notwendig, um die religiöse Identität zu bewahren und zu reproduzieren.

    Es ist ebenso eine Hypothese, wie die Annahme der Existenz und Authentizität der Protagonisten. Und nur weil sie modern ist, ist sie noch nicht "wissenschaftlich" oder richtiger.

    Ich bin ja selber kein Vertreter oder Anhänger der modernen selbst ernannten Bibelwissenschaft. Ich kenne mich nur ganz gut mit deren Thesen und Methoden aus. Ich finde, das sollte man auch. Nur wenn man sich auf die Bibelwissenschaft beruft, sollte man da immer vorsichtig sein, auf wen man sich einlässt. Was die Kirtik der Bibelkritik angeht, so orientiere ich mich da eher an Eta Linnemanns Werke.

    Bitte, Azaroth, dann übersetze / übertage mir einen Psalm in dDeine Sprache. Dann lege mir etwa das Narrativ von der Hexe zu Endor vor - aber bitte so, dass es mir kalt über den Rücken läuft - -

    Tut mir leid, aber der Bitte werde ich an dieser Stelle nicht nachkommen. Ich wüsste nicht, was das bringen sollte.

    So wie Jesus es mit Gleichnissen versucht hat, verstehe ich Frau Gelbrich.

    Was dann intransparents, Methodik und wissenschaftliches Arbeiten dort soll verstehe ich nicht?

    Also ich habe ihren Mehrteiler zur Hebräischen Denkweise gesehen. Es ist nicht so, dass ich ihre Gedanken dazu vollkommen ablehne. Ich vertrete diese teilweise auch selber. Nur das hat eben nichts mehr mit einer Qualifikation im Hebraicum zu tun. Sowas kommt da gar nicht vor. Was sie macht, ist eine Art liberaler Bibelexegese. Sie nimmt die Aussagen der im AT handelnden Protagonisten ernst, als habe es sie historisch gegeben. Das gehört aber nicht zur "seriösen" Exegese der Universitäten. Dort geht es nicht darum, was Mose oder das Volk dachten, sondern einzig darum, was der Autor uns sagen will, indem er jene Protagonisten so oder so reden lässt. Die Protagonisten führen in der historisch kritischen Exegese kein Eigenleben. Eine andere Form der Exegese darf sich nun mal aber nicht wissenschaftlich nennen.

    Für mich verkündigt kein Gesenius göttliche Wahrheiten, sondern nur ein Zeuge der die Wahrheit glaubhaft herüberbringt und mein Herz erreicht.

    Kein Problem, aber damit wird eine Berufung auf die Fachwelt obsolet.


    Azatoth macht aus den Gaben des Heiligen Geistes ein Gotteskollektiv.

    Die in Jesaja 11,2 erwähnten Charakteristika kann man von mir aus auch Gaben nennen, aber deutlich wird da ja auch von Geistern gesprochen. Es sind nicht bloße Merkmale allein.

    Irgendwo hab ich gelesen, dass es diesen sogen. Pluralis Majestatis in der Hebräischen Sprache gar nicht gibt!

    Es ist richtig, dass es den Pluralis Majestatis so im biblischen Hebräisch nicht gibt. Er wird ja angewendet auf einzelne Natürliche Personen, die ein Kollektiv repräsentieren. So wird dann aus der natürlichen individuellen Person eine juristische Person. So wird in der Bibel keine natürliche Person angeredet (Ausnahme wäre, dass Mose von Gott dem Pharao als Gott gesetzt wurde). Aber der hebräische Kollektivplural hat eine ähnliche Funktion. Man könnte ihn als eine Vorstufe des Pluralis Masestatis ansehen. Er ist aber nicht auf Personen beschränkt, sondern kann auch für Dinge verwendet werden. Dinge, die aus verschiedenen Einzelteilen zusammen gesetzt sind, die wie ein Puzzle ein Ganzes ergeben.


    Azatoth setzt das "Wort" in Joh 1,1 vollständig mit der "Weisheit" in Sprüche gleich.

    Nein, immer noch nicht.

    Deshalb bestreitet er das Geschaffensein der "Weisheit" und nicht, weil er so ein überragender Sprachwissenschaftler wäre. "Weisheit" als Schöpfung passt nicht in sein Konzept.

    Zumindest bestreite ich, dass uns von einer Erschaffung der Weisheit berichtet wird.

    Weder Azatoth noch ich haben versucht, ein Geschaffensein des Logos/Wortes zu begründen.

    Stimmt, das habe ich nicht versucht. Mir ging es nur darum, dass das Wort Gottes vor aller Schöpfung war, von der Genesis 1 uns berichtet. In dem Wort Gottes sehe ich das ganze Konzept, für das diese Schöpfung überhaupt gemacht wurde. Es geht darum, dem herrschenden Menschen (Christus) einen Lebensraum zu geben. Das Ziel (Telos) stand von Anfang an fest. Es war nicht try&error. Gott ist auch nicht irgendwann später erst eingefallen, dass da doch ein Christus in seinem gelungenen Projekt eigentlich ganz gut hin passen würde. Das Konzept war zuerst da, und wurde dann verwirklicht. So wie man ein Haus nicht ohne vorher entworfenen Plan und zuvor bestimmten Verwendungszweck bauen sollte.

    Daiela Gelbrich für das AT - - da bist Du dann ganz klein und bescheiden - -

    Ja, ganz bescheiden. Was diese Frau in ihren Videos so verkündet, klingt zwar alles ganz lustig und muss auch nicht immer völlig falsch sein, aber es ist ziemlich intransparent. Methodisch mangelhaft. So funktioniert kein wissenschaftliches Arbeiten. Auch ein Gesenius kann sich irren, aber er steht auch nicht für Verkündung von göttlichen Wahrheiten. Was in moderner Fachliteratur leider wenig kritisch reflektiert wird, dass man zur Beurteilung hebräisch biblischer Vokabeln sich stark auf das Arabische bezieht. Diese Sitte fand Eingang in die Lehre der hebräischen Sprache durch die Masoreten. Man behandelt das Arabisch hier als eine Form genuiner Sprache, ohne zu berücksichtigen, dass sie wiederum schon längst vor der Zeit der Masoreten durch das biblische Hebräisch und auch durch das biblische Griechisch beeinflusst war. Man hat es da also mit lauter Zirkelschlusserklärungen zu tun. Das wird durchaus in der Fachliteratur kritisiert von Leuten, die auch Anerkennung genießen, so wie Paul Kahle oder Alexander A. Fischer. Auch auf Wikipedia sind Spuren dieser Kritik zu finden. Oft wird das aber dennoch ignoriert von Theologen und Exegeten, vor allem aber von sogenannten Bibellehrern sämtlicher Konfessionen.

    Und noch ganz wichtig zu erwähnen, dass aufgrund der Indogermanischen Sprachtheorie, die ja mit der biblischen Völkertafel kaum konform gehen kann und diese natürlich bewusst ausklammert, wird der gegenseitige Einfluss zwischen der griechischen und hebräischen Sprache weitgehend bis völlig ignoriert und die semitische Sprache als unabhängig von der indogermanischen Sprachfamilie betrachtet.

    Azaroth, hast Du dich je einer Klasse, einem Seminar (wo immer auch) , einer Gruppe mit Deinen Übersetzungen egtellt ?

    Ich müsste jetzt raten, was du meinst. Meinst du, ich müsste irgendein Gremium um Erlaubnis fragen, die auf dem freien Markt erhältliche Fachliteratur so anzuwenden, für was sie herausgegeben wurde ? Dass man mit ihrer Hilfe nur zu den allgemein verbindlichen Schlüssen kommen darf, wie es dieses Gremium beschlossen hat ?

    Oder bist Du Solipsist ?

    Du meinst vielleicht Autodidakt ? Mit dem Begriff Solipsist kann ich in dem Kontext nichts anfangen. Der wäre auch total unangemessen, da Fachliteratur ja auch Belehrung ist, und die Erkenntnis nicht vom Himmel fällt oder herbei gebetet wird.

    Ach jan, Du hast WÖrterbücher - welche man als Anfänger braucht.

    Wörterbücher hab ich natürlich auch immer griffbereit am Schreibtisch, aber für den biblischen Wortschatz brauche ich sie für gewöhnlich nicht mehr. Zudem haben meine benutzten Bibelprogramme auch gleich eine Morphologie integriert. Diese Tools wurden von Fachleuten erstellt, nicht von irgendwelchen "Solipsisten".

    Ihm ist die Literaatur einer SPrache - und nicht die Literatur ZUR Sprache geläufig !

    Also mir ist vor allem die Bibel geläufig. Besonders, was die hebräische Sprache angeht. Mit anderen altgriechischen Texte, die nicht in Koine verfasst sind, hab ich noch Schwierigkeiten, weil ich mich nicht ständig damit beschäftigte. Das heisst nicht, dass mir die Einsicht darin unmöglich ist, sondern dass es einfach nur länger dauert. Nicht nur dafür, aber besonders benutze ich außerbiblische Texte für den Zweck, die Verwendung bestimmter Vokabeln zu ermitteln, falls deren Bedeutung im NT zweifelhaft ist.

    Und er hat natürlich dieAusdrucksformen etwa der spachlichen Bilder eben im dieset Sprachenim Hinterkopf - weie etwa den Begriff der Allogorie - - - -

    Ja klar, aber von griechischer Rhetorik kann man noch nicht auf biblische Rhetorik schließen. Auch das Denken und Fühlen des griechisch geschriebenen NT ist durch das Hebräische bestimmt. Ich bin nicht sicher, ob man sowas für das Graecum vermittelt bekommt.

    Ich hatte schon mit vor Selbstbewusstsein und Arroganz strotzenden Graecum Besitzern zu tun, die völlig kapituliert haben vor Verben der Mischklasse und da wohl scheinbar im Unterricht gepennt haben. Vielleicht kommt das auch gar nicht vor. Ich weiss es nicht. Ich bin auf die Mischklasse allrdings nicht erst durch die Fachliteratur aufmerksam geworden, sondern durch die Merkwürdigkeiten im Bibeltext bezüglich der Verwendung mancher Verben. Erst als ich dann gezielt nach diesen Kuriositäten suchte, stieß ich irgendwann auf die Abschnitte über die Mischklassen. Das war ungefähr zu der Zeit, als ich mich hier im Forum anmeldete. Also schon ne Weile her.

    Azatoth kannst Du hebräisch?
    Wenn nicht, "dann ist das sehr gewagt, vorsichtig ausgedrückt", die Übersetzer infrage zu stellen:

    Ich habe kein Hebraicum an der Universität erworben, aber ich besitze alle gängige Fachliteratur zum Thema, mit der ich mich seit über 15 Jahren intensiv beschäftigte. Das muss oder soll dich aber nun von gar nichts überzeugen. Es geht mir nicht darum. dass du mir glaubst. Du solltest niemandem einfach Glauben schenken. Auch die akademische Fachwelt kocht nur mit Wasser. Sonst wäre ihre Arbeit nicht nachvollziehbar und damit dann methodisch inkorrekt. Was korrekte Methoden aber dennoch nicht leisten können und nicht beanspruchen : Unhinterfragbare Wahrheiten ans Licht zu bringen.

    Zitat von Christel

    Aber auch nicht das Verbum ברא, bara, „schaffen“ aus Genesis 1. Dieses spezielle Wort kommt in Sprüche gar nicht vor:

    Nichts anderes habe ich doch gesagt. Ich erwähnte עשה nur der Vollständigkeit halber, weil es auch vorkommt in Bezug darauf, dass Gott den Menschen (1. Mose 1,26 + 1. Mose 2,18) bzw. alles (1. Mose 1,31 + 1. Mose 2,2) machte.

    Zitat von Christel

    Habe bitte Verständnis dafür, dass ich den Übersetzern mehr vertraue als Dir.

    Ich vertraue den Wörterbüchern, nach denen sich auch die Übersetzer zu richten haben, wenn sie nicht unbequeme Fragen beantworten wollen.

    Zitat von Christel

    Im Übrigen erzählt keine der Übersetzungen von einer Gottgleichheit der Weisheit

    Davon erzähle ich aber auch nichts.

    Doch!
    Aha,
    Nein !
    Nein !
    Nein !

    Echt niveauvoll.

    Alle Texte, die Du zusätzlich zum Johannesprolog verwendet hast!

    Du sagst doch selber, dass Johannes auf Genesis 1 verweist. Es gibt so manche Fachleute, die das vehement bestreiten, und stattdessen dem Evangelisten Johannes Affinitäten zur hellenistischen Philosophie andichten, von welcher er seinen Logos geklaut hätte.

    Die Weisheit ist eine Schöpfung Gottes. Sie wurde von Gott der Schöpfung eingestiftet.

    Nein, die Weisheit ist keine Schöpfung. Du müsstest Übersetzung gegen Übersetzung abwägen, zu Gunsten dessen, dass in Sprüche 8 was von einer Erschaffung der Weisheit steht. Es kommt hier allerdings an keiner Stelle die Wörter für erschaffen (ברא) oder machen (עשה) in Bezug auf die Weisheit vor, das in Genesis 1 benutzt wird. In Sprüche 8,26 kommt aber machen (עשה) in Bezug auf die Erde vor. Wenn man hier trotzdem von einer Erschaffung der Weisheit sprechen will, dann ist das sehr gewagt, vorsichtig ausgedrückt.

    Ich habe allerdings auch Zweifel, dass die entsprechenden Übersetzer tatsächlich die Absicht hatten bzw. die Lehre vertreten, die Weisheit Gottes als Geschöpf erscheinen zu lassen. Da meine ich eher, dass sie ein wenig unreflektiert übersetzt haben und nicht daran dachten, dass einfältige Leute dies so missverstehen könnten. Buber beispielsweise dürfte auch nicht ansatzweise daran gedacht haben, sie mit dem Logos des Johannesprologos in Verbindung zu stellen.

    Johannes verweist auf Genesis 1, wonach Gott Himmel und Erde erschafft und sagt der Logos ist Gott, der Logos ist der Schöpfer.

    Johannes sagt gerade nicht, dass der Logos der Schöpfer ist. Der Logos ist kein Ausführender, sondern eher Werkzeug/Zweck.

    Zitat

    Psalm 104,24 Wie viele sind deiner Werke, Jahwe! Du hast sie alle mit Weisheit gemacht, voll ist die Erde deiner Reichtümer.

    Gerade wenn man den Johannesprolog mit Sprüche 8 in Verbindung setzt, müsste man spätestens die Idee verwerfen, die Weisheit sei irgendein von Jahwe selbständiges Ding oder gar eine agierende Person.

    Daher ist die Schöpfung sein Eigentum, daher kann er Kunde und Gnade bringen und Menschen zu Kindern Gottes machen.

    Mit der Welt ist hier in Johannes 1,10 nicht die Schöpfung Gottes gemeint, sondern die menschliche Weltordnung. Diese ist nicht von dem Wort erschaffen worden, sondern es geht hier um Usache/Wirkung und um Zielsetzung. Aufgrund des Wortes ist die menschliche Weltordnung geworden : δι᾽ αὐτοῦ (Genetiv) = aufgrund seiner oder um seinetwillen, glatter aber nicht wörtlich = wegen ihm (Dativ). So auch δι᾽ αὐτοῦ in Johannes 1,3. Wenn man δι᾽ αὐτοῦ denn unbedingt als Akkusativ übersetzen will, dann müsste es für ihn lauten, aber nicht durch ihn. Viele Übersetzungsmisseverständnisse bezüglich der Kasus kommen allerdings auch daher, dass oft englische Grammatikbücher der griechischen Sprache 1:1 im Deutschen angewendet werden.

    Jesaja beschreibt Geistesgaben oder Gaben des Heiligen Geistes.

    Ja, kann man auch so nennen. Widerspricht ja meinem Gedanken nicht.

    Daher lieber Azatoth halte ich die völlige Gleichsetzung der Weisheit mit dem Logos, wie Johannes ihn meint, für falsch.

    Es geht mir gar nicht um eine völlig Gleichsetzung von Logos und Weisheit. Ich dachte, das sei klar geworden. In Sprüche 8 geht es, wie gesagt, um mehr als nur um die Weisheit. Logos ist das, worauf die Sieben Geister Gottes hinwirken : Die Schöpfung ins Dasein zu bringen und zu erhalten und zwar für einen bestimmten Zweck und Grund (Logos). In diesem Fall ist der Logos der Christus. Das wird ganz verständlich und nachvollziehbar, wenn man den Schöpfungsbericht mal nachverfolgt. Was kommt am Ende ? Der Mensch im Bilde Gottes, gemacht zum Herrschen über die Erde = Christus. Der Mensch enstand hier nicht als Experiment oder Zufallsprodukt aus den vorigen sechs Tagen, sondern diese sechs Tage Schöpfung zielten auf den Menschen hin. So, wie wenn man ein Haus baut und erst wenn es fertig ist, dort einzieht und sein Bewohner ist. Wer jemandem ein Haus baut, der baut das Haus auch nicht um ihn herum, während er diesen die ganze Zeit lang auf der Baustelle verharren lässt. Wäre Adam zuerst erschaffen, wäre ihm das nicht sonderlich bekommen, 6 Tage im Nichts zu verbringen. Klar, Gott hätte ihn auch "künstlich" am Leben erhalten können. Aber mit diesem Argument delegitimiert man dann gleichzeitig den Zweck der ganzen Schöpfung, wenn sie doch nicht nötig gewesen wäre. Und selbst als die Schöpfung nach 6 Tagen fertig war, setzt Gott ihn in das extra gefertigte Biotop Eden, weil drum herum noch nichts gewachsen war (1. Mose 2,5). Also, der Plan Gottes stand zuerst fest, bevor er ihn verwirklichte. Der Plan war nicht nur der Bau des Hauses allein, sondern das Haus als Lebensraum für den Bewohner. An den Bewohner (Christus) dachte er zuerst. Er ist die Begründung (Logos) für alle Schöpfung und nicht nur ihr Anhängsel.

    Auch das nicht! Es gibt kein Gotteskollektiv, auch nicht in Anführungsstrichen. Es sei denn Du stimmst bei renato23 ein und wirfst den Gottesglauben Israels über Bord, dann kannst Du Dir Gotteskollektive ausdenken.

    Oder Du bleibst bei diesem Bekenntnis: Schma Jisrael – Jewiki

    Ich sagte ja Gotteskollektiv und nicht Götterkollektiv. Es geht nicht um mehrere Götter, sondern um sieben Geister eines Gottes. Deswegen erscheint das Wort Elohim als Plural und Gott spricht sich selbst mit wir und uns an im Schöpfungsbericht.

    PS: Ich verstehe nicht, wieso man zur Erklärung des Johannesprologs ganz andere Texte heranzieht und nicht Johannes zuhört und lauscht, was er zu sagen hat.

    Welche ganz anderen Texte habe ich heran gezogen ? Du meinst, du lauschst Johannes ganz objektiv und einflussfrei, wenn du Übersetzungen benutzt ?

    Die Aussagen von Lutz verstehe ich so, dass er die Entstehung des Logos beschreiben will. Das ist was ganz anderes und darüber lassen sich letztlich keine Aussagen machen.

    Ja, da stimme ich dir zu. Auch bezüglich der Weisheit in Sprüche 8 geht es nicht um ihren Entstehungsvorgang, sondern um ihr Dasein vor allem, was ab dem 1. Schöpfungstag entstand. In Beitrag #50 verwies ich schon mal darauf, dass die Merkmale der Sieben Geister aus Jesaja 11,2 auch innerhalb des Kapitels Sprüche 8 erwähnt werden. Die Weisheit ist einer dieser Geister, der als "Gotteskollektiv" am Anfang über den Wassern schwebend war. Es wäre sinnfrei anzunehmen, dieser Geist wäre erst mit Himmel und Erde entstanden.

    Wie kommst Du auf die Idee, dass der Sohn durch den "heiligen Geist" gezeugt wurde?

    Die Idee kommt aus dem Matthäusevangelium

    Zitat

    Matthäus 1,20 Indem er aber solches bei sich überlegte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen; denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geiste. 21 Und sie wird einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen; denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.

    Soweit ich weiß, kommt "Logos" nur einmal im Neuen Testament vor und zwar im Johannesprolog.

    Das Konzept des Logos, wie es uns der Johannesprolog vorstellt, kommt sonst nicht mehr im NT vor. Eine Anspielung darauf gibt es höchstens noch in der Offenbarung Kapitel 19,13.

    Das griechische Wort gehört aber zum allgemeinen Sprachgebrauch und kommt unzählige Male im NT vor.

    Nur wenige Beispiele :

    Zitat

    Matthäus 5,32 Ich aber sage euch: Wer irgend sein Weib entlassen wird, außer auf Grund von Hurerei, macht, daß sie Ehebruch begeht; und wer irgend eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.

    Zitat

    Matthäus 13,19 So oft jemand das Wort vom Reiche hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war; dieser ist es, der an den Weg gesät ist.

    Zitat

    Matthäus 18,23 Deswegen ist das Reich der Himmel einem Könige gleich geworden, der mit seinen Knechten Rechnung halten wollte.

    Zitat

    Johannes 21,23 Es ging nun dieses Wort unter die Brüder aus: Jener Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm, daß er nicht sterbe, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?

    Zitat

    Apostelgeschichte 1,1 Den ersten Bericht habe ich verfaßt, o Theophilus, von allem, was Jesus anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren,

    Zitat

    1. Petrus 3,15 sondern heiliget Christus, den Herrn in euren Herzen. Seid aber jederzeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung, die in euch ist, aber mit Sanftmut und Furcht;

    Das ist zwar jetzt nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Stellen, aber zeigt doch in etwa das mögliche Bedeutungsspektrum.

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    Größtenteils finde ich seine Rede sehr gut. Es wäre schön, wenn es mehr solche Christdemokraten gäbe und nicht solche wie Spahn oder Merz.

    Was mir aber sehr komisch aufgefallen ist, der Widerspruch zwischen seiner Vorstellung des Gegenleistungsprinzips, das er einmal hochjubelt, dann aber wieder kritisiert. Wie versteht ihr das ?

    Demnach wäre der Logos eine Sache.

    Unter Umständen ja. Jedenfalls wird der Begriff so auch im NT verwendet. Das mag sich für dich nach Sache=Beliebigkeit anhören, aber gerade das ist es nicht.

    Eine "Wunderkiste", für jede Anwendung.....

    Wie ich an Christel schon andeutete, kommt der Begriff mehrfach im NT vor, und daran müssen wir uns natürlich orientieren. Platon und Aristoteles verstanden unter Logos natürlich nicht das, was im NT damit gemeint ist. Sie benutzen den Begriff für etwas anderes und sehr Abstraktes.

    Daraus folgt: Der Logos ist mehr als die Weisheit!

    Ja, aber es stimmt schon, dass Logos eben auch gleichbedeutend mit Vernunft ist. Logos bedeutet aber auch so viel wie Sinn oder Sachgrund. Der Sachgrund der Schöpfung Gottes, also warum Gott die Schöpfung gemacht hat, das ist der Mensch im Bilde Gottes und das ist Christus. Adam stand zunächst in dieser Position, ist aber dann gefallen mit seiner Sünde. Jesus ist an seine Stelle getreten. Aber Logos bedeutet deswegen noch nicht Jesus. Christus ist lediglich der Idealmensch, wie Gott ihn wollte.