Beiträge von HeimoW

    Keine Angst zu haben wie Micha, das man dafür negatives in Kauf nehmen muß!

    Als Micha vor Ahab stand, fragte ihn der König: »Micha, sollen wir gegen Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder nicht?« »Natürlich, greif nur an!«, antwortete der Prophet. »Bestimmt wird der HERR die Stadt in deine Gewalt geben, und du kommst als der große Sieger zurück!«

    Hast Du das gelesen?

    Was soll diese Simplifizierung einer komplexen Situation und dann noch das Auswalzen auf völlig andere Sachverhalte?
    Wo bleibt da die korrekte Exegese?

    So wie ich philoalexandrinus verstanden habe, kommt das bei Euch auch vor und es wird unter dem Teppich gekehrt.

    Da hast du etwas falsch verstanden.

    Es wird nichts unter den Teppich gekehrt und es gibt klare Regeln und Vorsogeprogramme gegen Missbrauch. Und zwar Missbrauch jeder Art nicht "nur" Kindesmissbrauch, sodnern auch degen Dinge die man als "geistlichen Missbrauch" sieht.

    Dass man vor 50 Jahren nicht so sensibel und offen war ist etwas anderes, aber Fälle von systematischem Missbrauch in Internaten (als Beispiel) sind mir nie bekannt geworden, nicht einmal als Verdachtsfälle.

    Darüber wann nun genau der Satan endgültig aus dem Himmel geworfen wurde bzw. manche meinen erst in der Zukunft aus dem Himmel geworfen wird, gehen innerhalb der Christenheit die Meinungen sehr auseinander!

    und, ist das relevant????

    Mir kommt das so (sinnvoll oder wesentlich) vor wie die sprichwörtliche Diskussion "wieviele Engel auf einer Nadelspitze sitzen können"....

    Noch ein Zitat aus dem Artikel (Hervorhebung von mir):

    "Im vierten Teil seines Buches "Seele und Stacheldraht" geht Solschenizyn im einzelnen auf seine geistige Wandlung ein, auf seine Rückkehr zu dem ihm schon im Knabenalter eingepflanzten Glauben an Gott, von dem er sich in seiner Jugend zugunsten des Marxismus losgesagt hatte. Etwas unerwartet und auch nicht ohne Vorbehalte äußert der Autor sogar Dankbarkeit gegenüber dem Lager, da die dort erfahrenen Leiden die Rückkehr in den Schoß des Christentums gefördert hätten. "SEI GESEGNET, GEFÄNGNIS", steht in Großbuchstaben am Schluß des Kapitels "Läuterung".

    In diesem Teil des Buches spricht Solschenizyn einige tiefsinnige, wenn auch sehr bittere Gedanken aus. Aber es sind auch viele falsche Töne dabei, jedenfalls für meine Ohren. Alle diese höchst voreingenommenen Meinungen über den Marxismus als die "unfehlbare und ungeduldige Lehre, die einzig und allein darin besteht: ,Wichtig ist das Resultat!’ ( ... ) – (nicht) der GEIST!"; alle diese Auslassungen darüber, daß im Lager einzig der Glaube an Gott den menschlichen Geist rettete und erhob und daß andererseits der Glaube an den künftigen Sieg der sozialen Gerechtigkeit, an die bessere Gesellschaft, den seelischen Verfall nicht aufhielt und eigentlich geradewegs zum Spitzeltum führte – all das ist unbewiesen und der schiere Hochmut. Eine mitleidheischende Erbitterung verleitet den Autor in seinem Urteil zu eben jener "Ungeduld und Unfehlbarkeit", die er dem Marxismus vorwirft. Solschenizyn hält Menschen ohne Religion für unfähig, gut und böse zu unterscheiden.

    ...

    Und so sieht die Bilanz seiner Lagerbetrachtungen für Solschenizyn aus:
    "Damals erkannte ich die Wahrheit aller Religionen der Welt: Sie bekämpfen das Böse im Menschen (in jedem einzelnen Menschen). Man kann das Böse nicht gänzlich aus der Welt verbannen, man kann es nur in jedem Menschen zurückdrängen.
    Damals erkannte ich den Trug aller Revolutionen: Sie vernichten nur die jeweiligen Träger des Bösen (und da sie in der Eile nicht unterscheiden, auch die Träger des Guten), während sie das Böse, vermehrt, als Erbe übernehmen."
    Diese Antithese scheint mir weder richtig noch gerecht."

    Vielleicht ist das in den Augen des Autors / der Autorin der Kardinalfehler Solschenizyns ... Rückkehr zum Glauben???

    Aber er schreibt auch von faktischen Irrtümern.

    Aber ich habe den „Archipel Gulag“ gelesen, nicht erst heute, sondern bereits vor vielen Jahren. Seither geht mir dieser Satz nicht mehr aus dem Sinn:

    „Sie töten die Träger des Bösen und übernehmen das Böse als Erbe.“

    Ja das ist eben der Unterschied zwischen dem Erleben der Realität (Solschenizyn) und der Theorie der Marxisten oder sonstigen Linken. Auch in Deutschland hat man inzwischen vergessen dass das "Arbeiter- und Bauernparadies" so paradiesisch war, dass man die Ausreise verbieten musste und dennoch Menschen ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, dem Paradies zu entfliehen. Unglaublich und beschämend!

    Was den Artikel betrifft aus dem zitiert wurde: der stammt aus 1974 und aus der damaligen Sowjet Union!!

    Ich sehe das Schlechte und erkenne auch heute wie man damit umgeht...verdrängen,vertuschen, schönreden...ist nicht mein Ding!!

    Wollen wir das wirklich als Christen???

    Ich denke was du schreibst ist faktisch falsch.

    Alles wird aufgebauscht und aufgebläht - Aufmerksamkeitsökonomie - Menschen werden vorverurteilt und durch den Dreck gezogen, wahr oder unwahr. Und bis die Wahrheit herauskommt ist das Interesse wieder abgeflaut, denn man hat den nächsten "Skandal" gefunden.

    In 50 Jahren wird man ähnliche Storys von Freikirchen, wie meine oder die STA hören.

    Dort wo ich ins Gymnasium ging, gab es in 70-er Jahren ähnliche Vorfälle und es wurde von der Regierung gedeckt. Das Thema geht weit über die RKK hinaus.

    Es geht um die ganze Gesellschaft - vor allemd ie jungen progressiven (Grünen) waren in den 70er und 80er Jahren "fortschrittlich". Aber auch wenn wir in die Geschichte schauen, Kinder waren vor 200 Jahren sicher "Freiwild" (und sind das in manchen Weltgegenden bis heute).

    Wir haben andere Maßstäbe, das ist gut so - sollten aber jeweils auf unser Umfeld achten und uns nicht über Medienberichte erregen oder von diesen zu Selbstgerechtigkeit verführen lassen.

    Heute habe ich übrigens mit einem Bruder in der Gemeinde gesprochen, der zweieinhalb jahre in einem Klosterinternat war (ca. 1963), bis er es nicht mehr ausgehalten hat (weg von Zuhause, strenge Regeln). Er sprach davon, dass er "alle die" kennt, die jetzt beschuldigt sind. Er hat aber keinerlei solche Erfahrungen machen oder beobachten müssen. Mein Schwager hat an anderem Ort in einem Konvikt (ab ca. 1970) schlechte Erfahrung gemacht. Das Erleben ist also individuell.

    Adventisten haben ähnliche Dienste, aber sie ordnen sie nicht als genau diese gleichrangigen Ämter ein. Ihre Gemeinden gehören zu einer weltweiten, repräsentativ organisierten Kirchenstruktur mit mehreren Verwaltungsebenen.

    Basis ist die (lokale) Gemeinde.

    Gemeinden sind zusammengeschlossen als Vereinigung (geographische Zuordnung) und mehrere Vereinigungen bilden eine Union. Es gibt auch den Fall von Unionen (meist geographisch einen Staat abdeckend), die nicht aus mehreren Vereinigungen bestehen.

    Die oberste "Verwaltungsebene" ist die Generalkonferenz, die einerseits eine Zentrale darstellt, andererseits Abteilungen hat die "Divisionen" genannt werde (Zusammenschluss mehrerer Unionen (quasi "Kontinente") - wobei die Divisionen nicht nach geographischen Kriterien alleine konstituiert sind.

    Organizational Structure - Adventist Church
    The Seventh-day Adventist Church has an organizational structure that runs from a local temple to its world headquarters. This path is made up of several
    institucional.adventistas.org

    https://pathfinders.adventistchurch.com/wp-content/uploads/sites/15/2022/07/6-Guide-Workbook-2021-Structure.pdf

    Die einzelnen Ebenen bzw. Repräsentanten werden "gewählt", bei lokalen bis globalen Konferenzen. Diese finden periodisch statt. Die "Wahl" ist relativ frei, aber die Möglichkeit gewählt zu werden ist je nach Aufgabe unterschiedlich und in der Regel sind es ordinierte Prediger oder Ähnliche die gewählt werden.

    Wobei die GK, Division oder Union kein "Durchgriffsrecht" auf die Gemeinde hat. Man kann eine "unbotmäßige" Gemeinde höchstens ausschließen (was viele STA gar nicht wissen).

    Es gibt eine Fülle von Material dazu im web. Die Kirche ist meiner Meinung nach sehr transparent.

    Auf der Seite steht "150 Jahre KIRCHE" ...2026-150 da bin ich beim Jahr 1876!! Ich weiß nicht was da war...?

    Ich denke nicht, dass das eine genaue Angabe für ein Jubiläum ist - die Gründung der Kirche war 1863. Vielleicht gab es da was in D oder CH, denn J.N.Andrews war zwei Jehre vorher in die Schweiz entsandt worden.

    Predigen heißt nicht bloß, mit Überzeugung zu sprechen. Es heißt, Texte sorgfältig auszulegen, ihren historischen und literarischen Zusammenhang zu beachten, theologische Begriffe nicht beliebig zu verwenden und die eigene Deutung verantwortbar zu begründen. Fehlt diese Bildung, droht die Kanzel zur Bühne persönlicher Gewissheiten zu werden: Einzelne Bibelstellen können aus ihrem Zusammenhang gerissen, Vorurteile als Gottes Wille ausgegeben und komplexe Fragen mit scheinbar einfachen Antworten zugedeckt werden.

    Dem ist aus meiner Sicht nichts hizuzufügen!

    Wenn der christliche Glaube derart fragmentiert ist, ist eine weitergehende Reformation dringend nötig. Wir brauchen nicht die ›Protestantische Einheitskirche‹ aber um den Protestantismus zu erhalten und zu stärken sollte man wieder näher zusammenrücken.

    Zumal die Einheit seiner Jünger für Jesus ein wichtiges Anliegen war (ist).

    Joh 17,11.20-23. „...damit sie eins sind wie wir... ...damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast(2x)“


    Und, man rückt dort zusammen, wo das Christentum "unter Druck" kommt. Wir hatten das hier z.B. in der Zeit in der der Kommunismus in Europa relevant war / herrschte. Dann geht es nämlich nicht mehr um "Lehre", sondern um "(Glaubens)Praxis".

    Eine der von der Glaubensforschung angebotene Erklärung ist,

    Es ist nur eine angebotene Erklärung.

    Eine andere wäre, dass Menschen im Wohlstand meinen ihr Leben selbst im Griff zu haben und auf keinen Gott angewiesen zu sein. Siehe Lk 12,16-21. Wer sich "sicher" fühlt sucht niemanden, der ihm Sicherheit gibt oder anbietet.

    Dazu für jemanden den das Thema interessiert ein Buch:

    The Road to Clarity: Seventh-Day Adventism in Madagascar (Contemporary Anthropology of Religion) : Keller, E.: Amazon.de: Bücher

    In recent years, millions of people have joined churches such as the Seventh-day Adventist which prosper enormously in different parts of the world. The Road to Clarity is one of the first ethnographic in-depth studies of this phenomenon. It is a vivid account based on almost two years of participation in ordinary church members' daily religious and non-religious lives. The book offers a fascinating inquiry into the nature of long-term commitment to Adventism among rural people in Madagascar. Eva Keller argues that the key attraction of the church lies in the excitement of study, argument and intellectual exploration. This is a novel approach which challenges utilitarian and cultural particularist explanations of the success of this kind of Christianity.

    Eine bahnbrechende ethnologische Forschung von Dr. Eva Keller, die am Ethnologischen Seminar der Universität Zürich und an der London School of Economics (LSE) entstanden ist. Die Autorin ist kein Mitglied der Kirche der STA. Sie hat ca. 2 Jahre unter STA in Madagaskar gelebt um ihre Forschungen durchzuführen und dann das Werk zu schreiben. (2002)

    Eine Rezension dazu: scielo.br/j/ha/a/wGqFnpXYb4fLcd85jRfMZbf/?format=pdf&lang=en