Ist der Mensch von vorherein gut oder böse?

    • Es kommt auch darauf an, zunächst zu definieren, was das Böse sein soll. Das Böse ist in der Natur fest verankert und weit verbreitet. Man denke nur an die Schlupfwespe, die mit einem Legestachel ihr Ei in einen Wirtskörper ablegt. Aus dem Ei entwickelt sich eine Larve, die den Wirt allmählich von innen auffrisst.
      Es gibt auch eine Mäuseart, die alle ihre Kinder bei lebendigem Leibe auffrisst, wenn Gefahr für ihr Best droht, umzieht und an derer Stelle eine neue Familie gründet, wo das Risiko geringer ist. Die schwarze Witwe frisst nach der Befruchtung ihren Ehemann auf, usw. Die Liste ist endlos.

      Der Mensch hat von Geburt an den Keim des Bösen in sich. Es fragt sich nur, ob sich aus diesem Keim des Bösen eine Pflanze entwickelt, die Wurzeln schlägt oder gleich zu Beginn des Lebens verdorrt. Nur wenn man sich auf Jesus Christus konzentriert, kann man das Böse in sich selbst besiegen. Gerade in der heutigen Zeit sind die Versuchungen und Verführungen enorm.
    • Drewermanns Mystik der Natur ist unlösbar verbunden mit der Mystik der menschlichen Seele als Teil der Natur, in der sich ebenfalls das Göttliche findet. Diese Vergöttlichung der menschlichen Seele führt unmittelbar zum Postulat individueller Autonomie und zum Widerspruch gegen alle von außen kommenden "Über-Ich-Strukturen?, etwa in Gestalt einer kirchlichen Hierarchie. In seinem 1989 veröffentlichten Buch "Kleriker" hat Drewermann in beißender Schärfe das Ämter- und Moralsystem der katholischen Kirche, aber auch die traditionelle christliche Ethik allgemein angegriffen. Das Grundübel des Menschen ist nach Drewermann die Angst. Alles, was die Angst verstärkt, muss gemieden, alles, was das Vertrauen stärkt, hingegen gefördert werden. Ein festgefügter Sittenkodex ist nach Drewermanns Ansicht mit der neuen Existenzform des Vertrauens und der Angstfreiheit unvereinbar, da er angstverstärkend wirkt: "Die Kirche sollte lernen, dass es Verständnis geben muss für menschliche Irrungen und Wirrungen und nicht gleich die Wertung: Gut und Böse, Sünde und Tugend" (WEG, S. 234). Sünde ist nach seiner Ansicht nicht als moralische Verfehlung auffassen, sondern als Existenzverfehlung. Sie kann nicht durch Bestrafung, sondern nur durch Vertrauen überwunden werden. Um dies zu erreichen, müsse der Mensch aber von allen moralistischen Forderungen verschont werden, auch in Gestalt biblischer Gebote. Dementsprechend führt er aus: "Es wäre nötig, allen 'anklagenden Gebrauch' (allen 'usus elenchticus') aus dem Gotteswort zu entfernen ... Jedes Wort der Bibel müsste so lange geprüft werden, bis es verrät, was es zum Verständnis, zur Besänftigung und zur Beseitigung der menschlichen Daseinsangst beitragen kann; und ehe dies nicht wirklich verstanden ist, sollte man kein Wort eines Propheten oder Gottesmannes in noch außerhalb der Bibel für von Gott beglaubigt halten" (TuE II, S. 33).


      Ich habe den Eindruck, dass wenn nicht die Kirchen Gut und Böse definieren, eben andere Wertigkeiten an deren Stelle rücken. Mit welcher Selbstgerechtigkeit ausgewählt politische "Feinde" dann ebenso bewertet werden, das ist schon fast "religiös" und fanatisch dazu. Das macht mir Angst. Bei der christlichen Wertung spielt die Selbstbetrachtung und Selbstkritik wenigstens noch eine Rolle.
      Gut und Böse bleibt ein Thema, auch wenn es nicht von Religionen definiert wird.


      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Man muss bei Drewermann - so sehr ich vieles schätze - bedenken, dass er immernoch dabei ist, aus der katholischen Kirche auszutreten. Daran arbeitet er sich ab.
      Gut und Böse sind keine Setzung der Kirche, sicher aber missbraucht worden in einer ganz simplen Psychologie, die bis heute herrscht:
      1. dass böse immer die anderen sind,
      2. dass böse ist, wer sich nicht unterordnet (und so zum anderen wird).

      Wenn man sich in einer freien Gesellschaft wie der unsrigen heute andere Wege wählen kann, dann mag das weniger Gewalt haben.
      Damals gab es keine Wahl. Du glaubst dran oder du musst dran glauben, war die Maxime.

      Aus Drewermann spricht ein Mensch, der endlich Frieden und Liebe im Ganzen und in Gott sucht; das weiß er auch selbst, denke ich, soweit ich ihn verstanden habe.
      Auch das Theologiestudium war maßgeblich getrieben von diesem Bestreben und dort ist er bitter enttäuscht und gekränkt worden, und das treibt ihn um.
      Er ist vollkommen authentisch und das mag ich sehr an ihm.

      Gut und Böse tiefenpsychologisch aufzuweichen und alles zu schwärzen, was einem aufstößt, kann keine Hilfe sein. Das ist eine Scheinwelt und Fehlleitung,
      Der regressive Wunsch, in eine idyllische Wiege zurückzukehren, wo einem ständig gesagt wird, dass man ja eigentlich nichts dafür kann.
      Das ist immernoch tiefe Angst, die aus diesem perversen katholischen Erbe kommt: man wurde so erniedrigt, dass man ständig die Verzeihung sucht.

      Das Böse ist auch existenziell. Und es ist ein Geheimnis, ebenso wie Gott, ebenso wie der Mensch ansich.
      Und vor ihm wird alles offenbart, wenn der Tag kommt. Da ist kein Ausweichen.
      Das Böse und die Sünde strafen selbst. Die etwaige "Hölle" ist Selbsterkenntnis, nicht ein Ort, wo man gefoltert wird. Gott foltert nicht.

      Ebenso ist das ganze Buch, die Bibel, eine Offenbarung von Gesinnung (der Gesinnung des Lesers). Deshalb darf nichts rausgestrichen werden.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Drewermann = Ein neuzeitlicher schlimmer Antichrist!

      Pfingstrosen schrieb:

      In seinem 1989 veröffentlichten Buch "Kleriker" hat Drewermann in beißender Schärfe das Ämter- und Moralsystem der katholischen Kirche, aber auch die traditionelle christliche Ethik allgemein angegriffen.

      ist nach seiner Ansicht nicht als moralische Verfehlung aufzufassen, sondern als Existenzverfehlung. Sie kann nicht durch Bestrafung, sondern nur durch Vertrauen überwunden werden.


      Um dies zu erreichen, müsse der Mensch aber von allen moralistischen Forderungen verschont werden, auch in Gestalt biblischer Gebote.

      Ich habe den Eindruck, dass wenn nicht die Kirchen Gut und Böse definieren, eben andere Wertigkeiten an deren Stelle rücken. Mit welcher Selbstgerechtigkeit ausgewählt politische "Feinde" dann ebenso bewertet werden, das ist schon fast "religiös" und fanatisch dazu. Das macht mir Angst. Bei der christlichen Wertung spielt die Selbstbetrachtung und Selbstkritik wenigstens noch eine Rolle.
      Gut und Böse bleibt ein Thema, auch wenn es nicht von Religionen definiert wird.
      [/quote]
      Drewermann ist ein »moderner ,Irrlehrer’«! Diese, seine Zitate sprechen für sich:
      • »In seinem 1989 veröffentlichten Buch "Kleriker" hat Drewermann ... auch die traditionelle christliche Ethik allgemein angegriffen. ... ist nach seiner Ansicht nicht als moralische Verfehlung aufzufassen, sondern als Existenzverfehlung. Sie kann nicht durch Bestrafung, sondern nur durch Vertrauen überwunden werden. Um dies zu erreichen, müsse der Mensch aber von allen moralistischen Forderungen verschont werden, auch in Gestalt biblischer Gebote.
      Was soll an der christlichen Ethik schlecht sein? Nichts, aber auch gar nichts! Das was uns Jesus in seiner Bergpredigt gesagt hatte, war und ist und bleibt »die Wahrheit!« ---> und zwar die wirkliche Wahrheit, die im AT eben so noch nicht vorhanden war! Deshalb sind wir "Christen" und eben keine Juden! - für die noch immer bis heute das ATliche »Auge um Auge - Zahn um Zahn« gilt! (Man sieht das v.a. daran, dass Israel wenn es von Terroristen angegriffen wird, zu hart zurückschlägt, was die Gewaltspirale nur immer weiter anheizt!) Der heutige Jude ist - v.a. wohl wegen dem HOLOCAUST! - nicht in der Lage »auch die andere Wange hinzuhalten!« Aber gerade dies war das ethisch Neue des Jesus von Nazareth!

      Dass Drewermann auch »die höchste Ethik auf der Welt, die es gibt» - also die »ZEHN GEBOTE« angreift, zeigt dass er nach wie vor in der katholischen Tradition verhaftet ist, welche ja GEBOT II und GEBOT IV abgeschafft und DAMIT DEN EWIGEN JHWH SELBST ANGEGRIFFEN HAT !!! DREWERMANN IST DAHER AÜSSERST GEFÄHRLICH UND NICHT UMSONST AUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE AUSGESCHLOSSEN WORDEN! Ein neuzeitlicher schlimmer Falscher Prophet!
    • Neu

      Norbert Chmelar schrieb:

      Das was uns Jesus in seiner Bergpredigt gesagt hatte, war und ist und bleibt »die Wahrheit!« ---> und zwar die wirkliche Wahrheit,
      Vollste Zustimmung, Norbert, aber:

      Norbert Chmelar schrieb:

      Der heutige Jude ist - v.a. wohl wegen dem HOLOCAUST! - nicht in der Lage »auch die andere Wange hinzuhalten!«
      dies hier solltest du löschen (und mein Kommentar kann von den Mods mitsamt gelöscht werden). Im Sinne des Forums, Norbert.
      Für sowas kann man angezeigt werden.

      Du musst dich mal was zusammenreißen.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Neu

      Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass der Staat Israel in seinem Zurückschlagen gegen Angriffe als typisches Beispiel für das ATliche Prinzip "Aug um Aug" gelten kann. Aber diesen Gedanken des Moses hat ja Jesus durch sein »Liebet eure Feinde!« nun klar überwunden. Das "Vergeltungsprinzip" war nicht des Jesus Sache. Ihm hier nachgefolgt sind sowohl Mahathma Ghandi als auch Martin Luther King! Beide haben damit bewiesen, dass die Lehren Jesu sich wirklich in der Realität verwirklichen lassen!
    • Neu

      Norbert Chmelar schrieb:

      Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass der Staat Israel in seinem Zurückschlagen gegen Angriffe als typisches Beispiel für das ATliche Prinzip "Aug um Aug" gelten kann.
      Das kann mann so sehen,es kann aber auch etwas mit Vernichtung der Abschußbasen zu tun haben,um für paar Tage
      ohne Raketenangriffe zu leben....
      Wie oft hat Israel den Palestinensern ein besetztes Land wieder zurückgegeben,wie oft wurden Vereinbarungen der Palestinenser gebrochen.

      Wenn uns einer vernichten möchte, hat uns Jesus nicht gesagt das wir tatenlos zuschauen.
      Der Staat hat die Aufgabe seine Bewohner zu schützen!

      Auch im Glauben heißt es, währet den Anfängen!!!
    • Einmalige Chance auf dauernden Frieden vertan!

      Neu

      Bogi111 schrieb:

      Norbert Chmelar schrieb:

      Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass der Staat Israel in seinem Zurückschlagen gegen Angriffe als typisches Beispiel für das ATliche Prinzip "Aug um Aug" gelten kann.
      Das kann mann so sehen,es kann aber auch etwas mit Vernichtung der Abschußbasen zu tun haben,um für paar Tageohne Raketenangriffe zu leben....
      Wie oft hat Israel den Palestinensern ein besetztes Land wieder zurückgegeben,wie oft wurden Vereinbarungen der Palestinenser gebrochen.

      Wenn uns einer vernichten möchte, hat uns Jesus nicht gesagt das wir tatenlos zuschauen.
      Der Staat hat die Aufgabe seine Bewohner zu schützen!

      Auch im Glauben heißt es, wehret den Anfängen!!!
      Ja, das stimmt, dass Israel den Palästinensern ein besetztes Land wieder zurückgegeben hat. Z.B. hat MP Ariel Sharon den Gazastreifen gewaltsam von jüdischen Siedlern räumen lassen, was im nachhinein ein Fehler war, denn seitdem die terroristisch-islamistische Hamas in Gaza regiert, seither gab es massive Raketenangriffe auf Israel. Sharon hat das von Gott den Juden verheißene Land abgegeben und als Strafe wurde Sharon von Gott mit einem Hirnschlag bestraft und außer Gefecht gesetzt!
      Um ca. 2000 herum hatte der damalige MP Ehud Barak das grosszügigste "Friedensangebot" aller Zeiten an die PLO gemacht: Den größten Teil der Westbank (= das auch Israel verheißene biblische »Judäa und Samaria«!), Gaza und sogar Ost-Jerusalem wollte Barak den Palästinensern abgeben, aber PLO-Chef Jassir Arafat hatte abgelehnt! Damit war nach dem Osloer Abkommen vom 13.9.1993 (morgen vor 25 Jahren war der bekannte Handschlag zwischen Arafat und Izhak Rabin - der 1967 noch den Sinai, die Golanhöhen und Ost-Jerusalem und die Westbank zusammen mit General Moshe Dajan erobert hatte - auf dem Rasen vor dem Weißen Haus im Beisein von US-Präsident Bill Clinton) eine einmalige Chance auf dauernden Frieden im Nahen Osten durch den Palästinenser-Führer Arafat verhindert worden!
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      Ein Baby ist nicht böse. Ich sehe gerade mein Enkelkind aufwachsen und es ist gutherzig, weil die Eltern voller Liebe sind.
      Ein Neugeborenes ist wie ein ungefülltes Glas. Es gibt kein Gen in den Erbanlagen, dass das Böse als Erbkrankheit im Menschen hervorbringt. Das Böse ist geistiger Natur und findet zumeist über Worte und Handlungen Eingang in das menschliche Gehirn. Geschieht dies schon in jungen Jahren, kann die sich entwickelnde Persönlichkeit Schaden nehmen und deformieren wird Es beispielsweise bei den Patienten der Forensischen Psychiatrie der Fall ist (z.B. psychisch kranke Mörder). Menschen sind leicht in Massen zu beeinflussen. Der Nazi Joseph Goebbels und seine abartige Bande wussten dies und verführten als Demagogen Millionen, um sie in den Abgrund zu reissen.
      Das Wichtigste, was ein Mensch in seinen ersten Lebensjahren erfahren sollte, ist bedingungslose Liebe und oft genug geschieht dies nicht. Die Kinder nehmen Schaden. Auch leistungsabhängige Liebe ist nicht gut.
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      freudenboten schrieb:

      Das ist Unterschied zwischen "Erb-Schuld" (Augustinus) oder "Erb-Sterblichkeit" (Bibel).
      Kann hierbei keinen wesentlichen Unterschied feststellen. Es ist schlicht eine Frage, wie man den Tatbestand nennt! Beides ist m.E. identisch und damit als Bezeichnung zulässig!