6. Gebot - Du sollst nicht töten!

    • 6. Gebot - Du sollst nicht töten!



      Das sechste Gebot
      , das wir in 2. Mose 20,13 lesen, lautet “Du sollst nicht töten“.
      Unter Töten versteht man eine aggressive Handlung, die den Tod eines
      Lebewesens verursacht. Eine solche Handlung kann derart aggressiv sein,
      dass der Tod des Angegriffenen sofort eintritt. Es gibt aber auch
      strafbare Handlungen, durch die der Tod des Geschädigten erst allmählich
      herbei geführt wird.




      Die Justiz unseres Rechtsstaates stuft das Töten
      in fünf Schweregrade ein: Der schwerste Fall ist ein Mord, bei dem es
      sich um geplantes Töten handelt. Etwas milder stuft man den Totschlag
      ein, weil er im Affekt oder nach einer Provokation in Erregung begangen
      wird. Die nächste Kategorie ist das Töten durch fahrlässiges Verhalten.
      In die vierte Kategorie des Tötens gehört das Verursachen eines
      Todesfalles durch unterlassene Hilfeleistung. In die fünfte Kategorie
      des Tötens gehört ein Konflikt, in dem der Angreifer durch eine
      Notwehrreaktion des Angegriffenen das Leben verliert.




      Auch das sechste Gebot Gottes bezieht sich auf
      diese unterschiedlichen Kategorien des Tötens, geht jedoch in seiner
      Bedeutung noch weiter, wie es biblische Beispiele zeigen.


      Zwei Beispiele aus den Gleichnissen Jesu erhellen
      die Bedeutung des Gebotes auf besondere Weise. Das eine Beispiel spricht
      von einem Sohn der seinen ganzen Besitz, der in seinem Erbe bestand,
      verprasste, bis er völlig verzweifelt über seine hoffnungslose Lage
      keinen Sinn mehr in seinem Leben sah. Seine letzte Hoffnung war die
      Rückkehr zu seinem Vater, den er mit seinem Verhalten tief enttäuscht
      hatte. Hätte ihn der Vater nicht barmherzig empfangen und nicht
      geholfen, hätte er seinen Tod verschuldet, da der Sohn keinen anderen
      Ausweg aus seinem Dilemma sah. Es war die Barmherzigkeit des Vaters, die
      den Verzweifelten vor dem Tod rettete.



      Die Barmherzigkeit erfüllt demnach das sechste Gebot.



      Ein anderes Gleichnis Jesu lesen wir im
      Lukasevangelium Kap.10 mit dem Titel: „Der barmherzige Samariter“. In
      dieser Geschichte lag ein von Räubern überfallener und schwer verletzter
      Mann am Wegesrand. Zwei Männer gingen vorbei ohne dem Leidenden zu
      helfen. Obwohl sie Geistliche waren, kannten sie das sechste Gebot nicht
      in seiner tiefen Bedeutung und waren sich keiner Schuld bewusst. Jesus
      klagte sie an, als er die Geschichte vom barmherzigen Samariter
      erzählte, obwohl sie dem Verletzten nichts Böses getan hatten. Der
      vorbeikommende Samariter dagegen kümmerte sich liebevoll um ihn. Dabei
      ging er das Risiko ein, selbst überfallen zu werden. Er zahlte sogar
      noch aus eigener Tasche für die Pflege des Misshandelten und bewahrte
      ihn so vor dem sicheren Tod. Die Vorübergegangenen dagegen hätten mit
      ihrem Verhalten den Tod des Hilflosen verschuldet. Durch die
      Barmherzigkeit wird auch in diesem Fall das sechste Gebot erfüllt.


      Wer das sechste Gebot erfüllt, handelt im Sinne Jesu und gemäß seines Charakters:
      „Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden
      Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Gericht hinausführe zum
      Sieg.“
      (Mat. 12,20)




      Das sechste Gebot verlangt Barmherzigkeit!


      Barmherzigkeit aber ist eine Charaktereigenschaft eines von Gott neu gestalteten Menschen. Gott verspricht: Und
      ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer
      Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch
      wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.
      Hes 36,26 (Elb) Ein
      solchermaßen umgeformter Mensch wird das Gebot seinem hohen Anspruch
      gemäß erfüllen können, während ein Mensch mit hasserfülltem Herzen nur
      aus Angst vor der Justiz nicht töten würde. Durch diese niedere
      Motivation aber ist er weit davon entfernt, das 6. Gebot zu erfüllen.
      Auch wer helfen kann und hilft nicht, oder wer jemandem einen Schaden
      oder auch nur eine Kränkung zufügt, übertritt das Gebot der
      Barmherzigkeit und braucht eine Sinnesänderung.




      In Matthäus 5,21.22, vertieft Jesus den Sinn dieses Gebotes.

      Auch der Hass kann als Tötung gelten, wie es der Johannes ausdrückt: „Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Mörder; uns ihr wisset: in einem Mörder wohnt nicht das ewige Leben.“ (1.Joh.3,15)



      Das 6. Gebot beinhaltet auch in besonderer Weise
      die tiefe Bedeutung anderer Gebote des Sittendekalogs. Wer das fünfte
      Gebot nicht achtet und seine Eltern durch Ungehorsam kränkt und ein
      schändliches, anstößiges Leben führt, würde seine Eltern, je nach
      Empfindsamkeit, so unglücklich machen, dass sie krank würden und dadurch
      sogar früher sterben könnten. Auf diese Weise hätte der Missachter des
      fünften Gebotes seine Eltern indirekt getötet.




      Ähnlich verhält es sich mit dem siebten Gebot, das
      die Ehe schützt. Wer fremd geht, bereitet seinem Ehepartner so große
      Enttäuschung, die sich in Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und sogar
      Lebensmüdigkeit äußern kann. Der Ehebrecher würde in diesem Fall sich
      eventuell am Tod seines Partners schuldig machen, indem dieser aus
      lauter Kummer nur noch im Suizid den Ausweg aus seiner Situation sieht.




      Die gleichen Folgen einer indirekten Tötung könnte
      die Nichtbeachtung des achten oder des neunten Gebotes mit sich
      bringen. Jemanden, dem das Eigentum entwendet wird oder dem man den
      guten Ruf ruiniert, könnte auch in solch aussichtslose Lage geraten,
      dass seine Verzweiflung sein Leben verkürzt.


      Wir lesen über die Folgen des Verhaltens im Umgang miteinander: „Denn
      das Gericht [wird] ohne Barmherzigkeit [sein] gegen den, der nicht
      Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit triumphiert über das
      Gericht.“
      Jak 2,13




      Gott will nicht, das Menschen ins Gericht kommen und gibt deshalb gute Hinweise, wie Barmherzigkeit auszuüben ist: „So spricht der HERR der Heerscharen: Fällt zuverlässigen Rechtsspruch und erweist Güte und Barmherzigkeit einer dem anderen!“ (Sach 7,9) „Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.“
      (Jak 4,17) Doch wer sein Leben im Glauben mit Jesus lebt, weiß Gutes zu
      tun, wo der Geist Gottes ihn dazu treibt. Für solche Menschen lautet
      das sechste Gebot: „Du wirst nicht töten!“




      Wir dürfen uns über die Verheißung freuen:

      „Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren.“ (Mt 5,7)

      .
    • Stofi schrieb:

      Gott will nicht, das Menschen ins Gericht kommen und gibt deshalb gute Hinweise,


      ähm nenn mich kleinkarriert :)

      Aber jeder Mensch wird ins Gericht(durch ein Gericht beurteilt) kommen aber nicht jeder wird verurteilt werden bzw. Gott will keinen Schuldspruch sondern Gott will einen Freispruch aussprechen.

      Ich denke aber wir denken gleich.
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1
    • Das 6. Gebot heisst eigentlich nicht Du sollst (wirst) nicht "töten", sondern nicht "morden".

      Töten kommt nicht nur häufig vor, sondern wird von Gott auch angeordnet: Todesstrafe (4.Mo 35,19. et al) und Krieg (5. Mo 7,2. et al). Sogar das Töten aus berechtigter Empörung über einen Frevel wird von Gott nicht nur geduldet, sondern gut geheissen und belohnt - es rettet das Volk (4. Mo 35,6-13)!

      Stofi Deine Überlegungenm sind ganz nett, aber greifen leider etwas zu kurz.
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • ^ das möchte ich voll und ganz unterstützen.

      Morden hat den klareren Charakter des Vorsatzes beim Durchführen. Dass man jemand tötet kann auch "passieren" (so tragisch das auch ist). Ein Verkehrsunfall wäre heute passendes Beispiel.

      Außerdem hätte Israel sonst ein klares Problem mit dem Vertreiben und Vernichten der Völker aus Kanaan haben müssen.

      Die Bibeltexte von Heimo zeigen deutlich, dass zwischen Töten und Morden ein klarer Unterschied besteht.
    • Ich sehe, dass ich den Thread total umsonst eröffnet habe. Die Intention ist doch nicht ein Wortspiel zu betreiben, sondern zu verstehen, wie tiefgreifend dieses Gebot sein kann und welche Gebiete es im Privaten erreichen kann. Was ALLES es beinhaltet und wie weise Gott ist. Es will zeigen, dass schon ein falscher Umgang mit der eigenen Gesundheit oder gehässiges, böses Verhalten ein langsames Töten bedeuten kann.

      Der Anfangspost sollte sich eben NICHT mit Morden oder physikalischen Töten mit einer Waffe oder sonst was beschäftigen, sondern mit den Nuancen des Tötens in unserem alltäglichen Leben, mit dem Umgang mit unseren Nächsten, mit sich selber..........

      Vielleicht wäre nicht schlecht, die alten, eingeprägten, irgendwann gelernten Sätze einfach mal bei Seite zu schieben und sich an eigentliches Thema zu halten. Da es unnötig ablenkt und Dinge zerpflückt, die gar nicht zur Debatte stehen, und so das Ursprüngliche zu Nichte machen. Bravo!

      glotzXDhhdf
    • Stofi schrieb:

      Ich sehe, dass ich den Thread total umsonst eröffnet habe. Die Intention ist doch nicht ein Wortspiel zu betreiben, sondern zu verstehen, wie tiefgreifend dieses Gebot sein kann und welche Gebiete es im Privaten erreichen kann. Was ALLES es beinhaltet und wie weise Gott ist. Es will zeigen, dass schon ein falscher Umgang mit der eigenen Gesundheit oder gehässiges, böses Verhalten ein langsames Töten bedeuten kann.
      Ok! Du hast aber erst jetzt gezeigt, auf was genau du hinaus willst. Dazu ist aber um der genauen Definition wegen auch das "Wortspiel" nötig.

      Denn genau genommen führt fast jede Gebotsübertretung zu eventuellen verfrühten Tod. Für den Übertreter, aber auch für seine Umwelt.


      Stofi schrieb:

      Der Anfangspost sollte sich eben NICHT mit Morden oder physikalischen Töten mit einer Waffe oder sonst was beschäftigen, sondern mit den Nuancen des Tötens in unserem alltäglichen Leben, mit dem Umgang mit unseren Nächsten, mit sich selber..........
      Eben! Jede Kränkung, jedes ungesunde Essen, jeder ungesunde Lebenswandel, sogar unausgeschlafen sein, kann zum - manchmal langsamen, manchmal aber auch schnellen Tod führen.



      Vielleicht wäre nicht schlecht, die alten, eingeprägten, irgendwann gelernten Sätze einfach mal bei Seite zu schieben und sich an eigentliches Thema zu halten. Da es unnötig ablenkt und Dinge zerpflückt, die gar nicht zur Debatte stehen, und so das Ursprüngliche zu Nichte machen. Bravo!



      Diese Formulierung ist mehr als sarkastisch. Denn nicht jede Überzeugung ist alte eingeprägte, irgendwann gelerntes Sprechen. Es kann und wird in den meisten Fällen überzeugte Erkenntnis sein. Und warum sollte man diese wegschieben?
    • Nachtperle schrieb:
      Diese Formulierung ist mehr als sarkastisch. Denn nicht jede Überzeugung ist alte eingeprägte, irgendwann gelerntes Sprechen. Es kann und wird in den meisten Fällen überzeugte Erkenntnis sein. Und warum sollte man diese wegschieben?
      Ich sagte nicht "Überzeugungen" ich sagte -Sätze oder Theorien..... Anstatt sich Gedanken über den eigentlichen Inhalt zu machen, fängt man an das Wort "Töten" zu kritisieren und ins "Morden" zu verbessern. Und löst damit eine Lawine von Beiträgen aus, die eigentlich in diesem Fall fehl am Platz sind. Bald behauptet vllt. noch einer, dass das: "du sollst" nicht "du sollst" zu lesen ist, sondern "Pusteblume". Nichts würde mich mehr überraschen. Tja, was solls...... 8|

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    • Stofi schrieb:

      Ich sagte nicht "Überzeugungen" ich sagte -Sätze oder Theorien..... Anstatt sich Gedanken über den eigentlichen Inhalt zu machen, fängt man an das Wort "Töten" zu kritisieren und ins "Morden" zu verbessern. Und löst damit eine Lawine von Beiträgen aus, die eigentlich in diesem Fall fehl am Platz sind. Bald behauptet vllt. noch einer, dass das: "du sollst" nicht "du sollst" zu lesen ist, sondern "Pusteblume". Nichts würde mich mehr überraschen. Tja, was solls......
      Genau diese Sätze sind aber wahrscheinlich Überzeugung. Daher kann von Theorie nicht wirklich gesprochen werden.

      Vielleicht wäre nicht schlecht, die alten, eingeprägten, irgendwann gelernten Sätze einfach mal bei Seite zu schieben und sich an eigentliches Thema zu halten.
      Nimm es mir bitte nicht übel. Aber wenn du Ansichten die zum Thema geschrieben wurden, als alte eingeprägte irgendwann gelernte Sätze sprichst, dann sprichst du diesen Leuten die Überzeugung ab. Wie kommst du darauf, dass es gelernt Theorie und nicht Überzeugung ist?

      Wenn du das Thema anders haben wolltest oder willst. Musst du den Zweck der Threaderöffnung genauer erläutern und dann auch dahin lenken.

      Ich denke, nicht umsonst äußert sich keiner mehr zum Thema.
    • Es ging ja auch um Barmherzigkeit.
      Es verlangt Barmherzigkeit und was heißt das ? Liebe und Barmherzigkeit hängt eng zusammen, Liebe und Barmherzigkeit den Menschen und auch den Tieren gegenüber, den die Tiere sind Geschöpfe Gottes, die Leid, Freude u. Schmerz genau so empfinden wie wir Menschen.
      Wir sollen in die Liebe und Barmherzigkeit Gottes hineinreifen, uns dahin entwickeln, dann werden unsere Sinne verfeinert.

      Romain Rolland 1866-1944 franz. Dichter, Nobelpreisträger:
      > Die grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilmahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn auch er selber leidet?<

      Mahatma Gandhi 1869-1948
      Die Größe und den moralischen Fortschritt eine Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandeln, und wie weit sie die Rechte der Tiere anerkennt.
      Man kann für Nation auch Religion einsetzen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ingeli ()

    • Stofi schrieb:

      Nachtperle schrieb:
      Diese Formulierung ist mehr als sarkastisch. Denn nicht jede Überzeugung ist alte eingeprägte, irgendwann gelerntes Sprechen. Es kann und wird in den meisten Fällen überzeugte Erkenntnis sein. Und warum sollte man diese wegschieben?
      Ich sagte nicht "Überzeugungen" ich sagte -Sätze oder Theorien..... Anstatt sich Gedanken über den eigentlichen Inhalt zu machen, fängt man an das Wort "Töten" zu kritisieren und ins "Morden" zu verbessern. Und löst damit eine Lawine von Beiträgen aus, die eigentlich in diesem Fall fehl am Platz sind. Bald behauptet vllt. noch einer, dass das: "du sollst" nicht "du sollst" zu lesen ist, sondern "Pusteblume". Nichts würde mich mehr überraschen. Tja, was solls...... 8|

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      Musst Du wirklich so arrrogant herumschwafeln, statt dich einfach korrekt und verständlich auszudrücken? Eine klare Verwendung von Begriffen ist nicht "Wortspiele" - eher das was Du geschrieben hast. Es ist sehr problematisch, wie heute Begriffe verschlampt werden, und das führt dazu dass vielen Menschen die Bibel noch schwerer verständlich wird. Wenn die Zeitung heute von Hinrichtung schreibt, dann ist es meist ein Mord, aber nicht die Vollstreckung eiens Todesurteils, so schlampig wollen wir mit den Geboten Gottes doch nicht umgehen - oder?

      Was Du geschrieben hast war einfach nicht eine Auslegung des 6. Gebots, wie behauptete sondern eine Elgie über "töten". Die kannst Du gerne verfassen, aber lass dabei die Gebote Gotes aus dem Spiel. Wenn Du nämlich anfangst so über Töten (als verboten) zu philosophieren, dann sind viele Anweisungen Gottes in der Bibel plötzlich unverständlich und das ist uns beiden doch unerwünscht.

      Im Übrigen ist das was du geschrieben hast (siehe untenstehendes Zitat) einfach nicht korrekt:

      Stofi schrieb:



      Das sechste Gebot
      , das wir in 2. Mose 20,13 lesen, lautet “Du sollst nicht töten“.
      Unter Töten versteht man eine aggressive Handlung, die den Tod eines
      Lebewesens verursacht. Eine solche Handlung kann derart aggressiv sein,
      dass der Tod des Angegriffenen sofort eintritt. Es gibt aber auch
      strafbare Handlungen, durch die der Tod des Geschädigten erst allmählich
      herbei geführt wird.


      Die Justiz unseres Rechtsstaates stuft das Töten
      in fünf Schweregrade ein: Der schwerste Fall ist ein Mord, bei dem es
      sich um geplantes Töten handelt. Etwas milder stuft man den Totschlag
      ein, weil er im Affekt oder nach einer Provokation in Erregung begangen
      wird. Die nächste Kategorie ist das Töten durch fahrlässiges Verhalten.
      In die vierte Kategorie des Tötens gehört das Verursachen eines
      Todesfalles durch unterlassene Hilfeleistung. In die fünfte Kategorie
      des Tötens gehört ein Konflikt, in dem der Angreifer durch eine
      Notwehrreaktion des Angegriffenen das Leben verliert.


      Auch das sechste Gebot Gottes bezieht sich auf
      diese unterschiedlichen Kategorien des Tötens, geht jedoch in seiner
      Bedeutung noch weiter, wie es biblische Beispiele zeigen.




      Es ist eben genau NICHT so, dass sich das 6.Gebot "auf diese unterschiedlichen Kategorien des Tötens," bezieht oder gar "geht jedoch in seiner Bedeutung noch weiter". Es hat genau die Bedeutung dass niemand ermordet werden darf und wenn Du die Bücher Mose liest, dann weisst Du wie genau da zwischen Mord (Kosequenz Todesstrafe durch Blutrache) und z.B. Totschlag oder Notwehr (oder Kriegshandlungen) unterschieden wird (Schriftstellen auf Wunsch). Also wirf mir nicht "Wortspiele" vor, wenn ich mir erlaube höflich auf solche "Unschärfen" hinzuweisen, bzw. das muss weil Deine Darstellung einfach nicht korrekt ist.

      .
      Liebe Grüße, Heimo

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HeimoW ()

    • Ich weiß, dass das ursprünglich nicht die Intention dieses Themas ist, aber ich finde es wichtig, dass man versteht, wovon die Rede ist im Gebot.

      Ein Wortstudium mit meiner Elberfelder Studienbibel (Brockhaus Verlag):

      2. Mose 20,13: Du sollst nicht töten.

      Das Wort, das hier für töten verwendet wird, heißt im Hebräischen:

      ràzah

      es bedeutet soviel wie: töten, morden, erschlagen; Kann auch Tötschläger oder Mörder bedeuten, wenn man es anders verwendet.
      Das Wort bezeichnet das unrechtmäßige Töten eines einzelnen Menschen, meist eines Volksgenossen (Ri 20,4; 1Kö 21,19; 2Kö 6,32; Jes 1,21), das vorsätzliche Morden (4Mo 24,16ff.31; 5Mo 22,26; Hi 24,14) oder den unbeabsichtigten Totschlag (4Mo 35,6.11.25ff; 4Mo 4,42; 19, 3.4.5; Jos 20,3.5f). Für letzteren sind Zufluchtsstädte zur Abwendung einer endlosen Kette von Blutrache eingerichtet (Jos 21,13.21.27.32.38). Das Wort hat einen ungesetzlichen, brutalen Klang (vergleiche Ps. 62,4: 94,6; Hos 6,9) und wird in den Zehn Geboten verwendet (2Mo 20,12; 5Mo 5,17; Jer 7,9; Hos 4,2). Einmal ist die Rede von einem Tier, das einen Menschen tötet (Spr. 22,13). Von Gott wird es nie ausgesagt.

      Es gibt sogar noch eine Steigerungsform:

      räzah

      bedeutet so viel wie mörderisches Morden. (Ps. 42,11; Hes 21,27).



      Zu der Erweiterung von Jesus noch:

      In Matthäus 5,21.22, vertieft Jesus den Sinn dieses Gebotes.

      Auch der Hass kann als Tötung gelten, wie es der Johannes ausdrückt: „Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Mörder; uns ihr wisset: in einem Mörder wohnt nicht das ewige Leben.“ (1.Joh.3,15)


      Hier ist es schwierig, denn wenn ich meinen Bruder heute hasse, dann kann ich ihn morgen wieder lieben (bei uns Menschen geht das). Oder geht das nicht so einfach? Wann bin ich der Mörder, wenn ich ihn hasse, weil er mir beispielsweise irgendwas angetan hat. Oder wenn ich ihn über eine bestimmte Zeit hasse, es also zum Dauerzustand wird?

      Der Matthäus Text ist nicht so eindeutig, meiner Meinung nach:

      5/21 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein. 5/22 Ich aber sage euch, daß jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! dem Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber sagt: Du Narr! der Hölle des Feuers verfallen sein wird.

      wir bräuchten da vielleicht besser verständliche Begriffe für uns heute. Wer "zürnt" heute schon wen? Könnte man es heute mit "angefressen sein" auf jemanden übersetzen? Und ich frage mich, wer nicht schon mal auf einen Glaubensbruder oder eine Glaubensschwester angefressen war. Für all diese Vorfälle, sowie für alle Sünden, gibt es immer noch unseren Hohepriester im Himmel, der gerne vergibt demjenigen, der aufrichtig bereut:

      1 Joh 2/1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt - wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. 2/2 Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.

      Das ist unser Trost.
    • tricky schrieb:

      Ich weiß, dass das ursprünglich nicht die Intention dieses Themas ist, aber ich finde es wichtig, dass man versteht, wovon die Rede ist im Gebot.
      Ja, deswegen habe ich diesen Anfangspost rein gestellt. Es geht um das praktische Leben, nicht um das Wort Töten oder Morden. Denn wenn ich das Gebot als Prinzip, als eine Charaktereigenschaft (Barmherzigkeit) verstehe und annehme...... dann ist mir wurscht, ob töten oder morden.


      .
    • Liebe Mitglieder,

      aus meiner Sicht wird oft - und nicht nur in diesem Thema - unnötig kritisiert. Wenn jemand etwas schreibt, und seine Antwort nicht ganz den Sinn zu einem Thema unfasst oder nicht vollständig ist, ist die richtige Folge daraus nicht, den Beitrag des Autors als falsch oder "zu kurz gesehen" zu bemängeln, sondern als guten Anknüpfspunkt für weitere Ergänzungen zu betrachten. Wenn ihr weniger kritisiert, und stattdessen die Beiträge mit eigenem Wissen und Ideen einfach erweitert, wird einerseits Frieden herrschen, und andererseits wird sich niemand diskreditiert fühlen. Und so können wir uns gegenseitig bereichern.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)