Sünde, die nicht zum Tod führt

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    • Sünde, die nicht zum Tod führt

      Als ich gerade für Adriano von 1.Johannes 3,22 zitiert habe, da ist mir eine kleine Anstreichung in meiner Bibel bei 1.Johannes 5,16.17 aufgefallen, die ich schon lange mal geklärt haben wollte:

      "Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so soll er bitten, und Er wird ihm Leben geben, solchen, die nicht zum Tode sündigen. Es gibt Sünde zum Tode; daß man für eine solche bitten soll, sage ich nicht.
      Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt Sünde nicht zum Tode."


      Es gibt also schlimme und harmlose Sünden. Kann es sein, dass wir die Unterscheidung dieser z.B. in Markus 7,14-23 finden ? D.h. z.B. Unreine Speisen Essen sind die harmlosen Sünden, die einem das ewige Leben nicht nehmen können?
      Können nur die "Sünden nicht zum Tode" bei anderen durch unsere Fürsprache vergeben werden? Ich dachte, auch Mose hat durch Fürsprache mal Vergebung für Israel bewirkt.
      Spoiler anzeigen
      14 Und er rief das Volk wieder zu sich und sprach zu ihnen: Hört mir alle zu und begreift's!
      15-16 Es gibt nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, das ihn unrein machen könnte; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist's, was den Menschen unrein macht.1
      17 Und als er von dem Volk ins Haus kam, fragten ihn seine Jünger nach diesem Gleichnis.
      18 Und er sprach zu ihnen: Seid ihr denn auch so unverständig? Merkt ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht unrein machen kann?
      19 Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und kommt heraus in die Grube. Damit erklärte er alle Speisen für rein.
      20 Und er sprach: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den Menschen unrein;
      21 denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus böse Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,
      22 Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Lästerung, Hochmut, Unvernunft.
      23 Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und machen den Menschen unrein.

    • Ein ernstes Thema!

      16 Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde/Verfehlung nicht zum Tode, so soll er bitten, und Er (=Gott) wird ihm Leben geben, solchen, die nicht zum Tode sündigen. Es gibt Sünde/Verfehlung zum Tode; dass man für eine solche bitten soll, sage ich nicht.
      17 Jede Ungerechtigkeit ist Sünde/Verfehlung; aber es gibt Sünde nicht zum Tode. (1. Johannes 5,16-17, Schlachter)

      Drei Elemente fallen auf:
      1.) Es geht um Sünde(n) von Gläubigen: "seinen Bruder" (siehe Vers 16a)
      2.) Es geht um Fürbitte für Gläubige!
      3.) Es wird bei Sünde und Fürbitte in zwei Bereiche hierbei Unterschieden:
      3.a.) vergebare Sünde(n) = Sünde die nicht zum Tod führen muss, für welche man Fürbitte halten soll/kann;
      3.b.) und unvergebbare Sünde = Sünde die zum Tod führt, für welche man nicht Fürbitte halten soll/kann.

      Wenn wir in die Bibel sehen und nach einem Paralleltext suchen "für unvergebare Sünde (in der Gemeinde)", so finden wir nur eine einzige Sünde, auf die all dies zutrifft:
      Markus 3,22 Und die Schriftgelehrten aber, die von Jerusalem herabgekommen waren, erklärten: "Er (=Jesus) hat den Beelzebul! (=Teufel), und: Durch den obersten der Dämonen treibt er (=Jesus) die Dämonen aus!" [...]
      28 Wahrlich(=Amen) , Ich (=Jesus) sage euch: Alle Sünden/Verfehlungen und alle Lästerungen, soviel sie auch lästern mögen, werden den Menschenklindern erlassen/vergeben werden:
      29 wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, der hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er ist ewiger Sünde/Gericht verfallen/schuldig."
      30 [So sprach Er], weil sie sagten: "Einen unreinen Geist (=Dämon) hat Er (=Jesus)!"
      ( siehe auch die Parallelstellen in Matt. 12,22ff, Lukas 12,10; und 1.Tim. 1,13)

      Alle Lästerungen können vergeben werden, nicht aber die Lästerung gegen den Heiligen Geist. Nach Markus 3,28-30 handelt es sich dabei um den bewussten Widerstand gegen das offenbarte und unverkennbare Wirken des Heiligen Geistes mit der Begründung - hier sei der Teufel am Werk!
      Quelle: Brockhaus, Lexikon zur Bibel

      Johannes wedet sich in seinem Briefabschluss in 1. Johannes 5,13-21 über die Fürbitte und Bewahrung im Glauben auch speziell an diese eine bewusste Sünde, die Sünde gegen den Heiligen Geist; die offensichtlich schon damals in der Gemeinde existierte und angesprochen werden musste.
      Meiner Meinung wird das ganze Ausmaß der Sünde wider den Heiligen Geist zukünftig erst beim letzten Antichristen sichtbar, dieser wird in 2.Thes. 2,3 "der Mensch der Sünde/Gesetzlosigkeit" genannt.


      franz

      ps: Wenn du im Internet suchst wird diese Textstelle (1. Joh. 5) m. M. nach oft missbraucht. Beispiele:
      "Es gibt Menschen, die eine 2. Chance nach dem Tod bekommen und Menschen die keine 2. Chance nache dem Tod haben." Bzw: Für 2-Menschen-Klassen-Lehren. Oder: "Es gibt kleine und große Sünden, - werden kleine Sünden nicht vergeben, so führen sie nicht zum (ewigen) Tod". usw.
      Halte deinen Fokus in der Auslegung auf bewussten Spiritismus + bewusste Sünde wider den Heiligen Geist, beides in der Gemeinde...

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von franz_at ()

    • Hallo,

      ich habe noch eine andere Idee zur Erklärung dieses Textes. Wenn man beachtet, dass es nach dem mosaschen gesetz die Todesstrafe gab, und das damit in zusammenhang bringt, könnte ein völlig anderer Sinn entstehen.

      Wenn also jemand sündigt, darauf aber keine Todesstrafe steht, soll man Fürbitte halten, dass er es einsieht. Sünde, auf die die die Todesstrafe steht, ist in dem Sinne wohl nicht verzeihbar, wobei auch das relaitiviert werden muss, da der Täter ja bereuen kann, etc.

      Es geht hierbei mMn nicht um den zweiten, sondern um den ersten Tod.

      liebe Grüße

      Kathrin
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • Das was Franz sagte kam mir auch als erster Gedanke, nämlich, dass die Sünde gegen den Heiligen Geist nicht vergeben werden kann; das heißt also, das wirklich alles andere vergeben werden kann.

      Aber, das was sanfterengel sagte, ist auch nicht unlogisch.
      Meiner Meinung nach, gibt es keine Sünde die nicht zum Tod führt.
      Wie harmlos die Sünde für uns auch aussehen mag, zb. wenn einer ein Kaugummi klaut, dann ist er genauso zum Tode verurteilt, wie zb. ein Massenmörder.

      Ich kann mich hier nur schwer entscheiden, da die Sünde erst mal grundsätzlich zum Tode führt, aber wenn es sich "nur" um eine Gesetzesübertretung handelt, dann ist es ein Gesetzesbruch aber keine Sünde.
      Wobei die Gesetze schon nach den 10 Geboten sich orientieren, daher überschneidet sich einiges, ich würde aber sagen, dass die Übertretung der 10 Gebote immer zum Tode führen, während die Mosaischen Satzungen nicht immer bei einer Übertretung zum Tode führen.

      ?(
    • Hi

      Ich glaube auch, dass damit die Sünde gegen den heiligen Geist gemeint ist. Aber was bedeutet dies denn Konkret? Meiner Meinung nach bedeutet das, dass man die Sünden nicht vergeben will, resp. die Bedingungen für einen Sündenvergebung mutwillig nicht erfüllt. Sobald man mit einem reumütigen Herzen vor Gott tritt können diese Sünden auch wieder vergeben werden. Weil Prinzipiell ist es ja schon so, dass jede Sünde, die nicht vergeben wird, von Gott trennt und zum ewigen Tod führt.

      Gruss
      DonDomi
    • Sünde wider den Heiligen Geist

      Eine Sünde wider den Heiligen Geist ist nach christlichem Verständnis eine Sünde, bei welcher das Wirken des Heiligen Geistes zurückgewiesen und dem Bösen zugerechnet wird.

      Der Begriff taucht im Neuen Testament auf
      Quelle: Online-Lexikon Wikipedia - de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCnde_wider_den_Heiligen_Geist


      Alle Lästerungen können vergeben werden, nicht aber die Lästerung gegen den Heiligen Geist. Nach Markus 3,28-30 handelt es sich dabei um den bewussten Widerstand gegen das offenbarte und unverkennbare Wirken des Heiligen Geistes mit der Begründung - hier sei der Teufel am Werk!
      Quelle: Brockhaus, Lexikon zur Bibel


      Die Pharisäer wussten sehr wohl, dass der Herr durch den Geist Gottes die bösen Geister austrieb; ihre eigenen Söhne taten dies ja, wieviel mehr Er! Aber wider besseres Wissen nannten sie den Heiligen Geist lästernd "Beelzebub" (Mt 12,24.27). Diese Sünde konnte, wie der Herr sagt, nicht vergeben werden.
      Quelle: Botschafter des Heils in Christo, Jahrgang 1932, Seite 84 - zitiert bei: bibelkommentare.de/index.php?page=qa&answer_id=28
      .

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«

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    • @Nebula

      Ich habe zu der Sündenvergebung eine Frage und zwar geht es um diese Bibelstelle:

      Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Sie teilten aber sein Gewand und warfen das Los [darüber].
      Lukas 23, 34

      Heißt das jetzt, dass ihnen ihre Sünden vergeben wurden?

      Die Sünde gegen den Heiligen Geist verstehe ich genau so wie E.White. Es handelt sich um bewusstes Sündigen, bewusste Ablehnung der Wirkung des Heiligen Geistes. Bewusst impliziert, dass man sehr wohl weiß, was man tut. Jesus betete jedoch in der genannten Stelle um jene, die nicht wussten, dass sie sündigten. Das waren zum Beispiel viele Menschen aus dem einfachen Volk, die schrien und Jesus zum Tod verurteilten.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Aber ist ihnen dann vergeben? Ja eig nur, wenn sie beräuen/prinzipiell die richtige Einstellugn haben?
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • Eine Sünde, aber nicht zum Tod?

      Hallo zusammen,

      ein Bibeltext bewegt mich seitdem wir ihn in unserer Bibelrunde aufgeschlagen haben. Ich habe zwar einige Erklärungsmöglichkeiten, bin aber noch nicht recht glücklich damit. Hier mal der Text:

      Zuversicht im Gebet und in der Bewahrung vor der Sünde.

      1 Joh 5/14 Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, daß er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten. 5/15 Und wenn wir wissen, daß er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, daß wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.

      5/16 Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tod, soll er bitten, und er wird ihm das Leben geben, denen, die nicht zum Tod sündigen. Es gibt Sünde zum Tod; nicht im Hinblick auf sie sage ich, daß er bitten solle. 5/17 Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; und es gibt Sünde, [die] nicht zum Tod [ist]. 5/18 Wir wissen, daß jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an. 5/19 Wir wissen, daß wir aus Gott sind, und die ganze Welt liegt in dem Bösen. 5/20 Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
      5/21 Kinder, hütet euch vor den Götzen!

      Ich habe die betroffene Stelle markiert. Und ich kann es noch nicht zuordnen. Was meint hier Johannes, wenn er von einer Sünde spricht, die nicht zum Tod ist. Die Frage, die sich mir da sofort aufdrängt - Wie kann man nicht zum Tod sündigen? Jede Sünde ist doch eine Sünde, die zum Tod führt...wenn man Jesus nicht um Vergebung bittet. Das nächste Problem, dass hier zwischen einer anscheinend "schweren" Sünde und einer "leichten" Sünde (eben einer, die nicht zum Tod ist) besteht, will mir auch nicht ganz einleuchten. Geht es hier etwa um die Sünde gegen den hl. Geist? Welchen Tod spricht Johannes an? Spräche er vom irdischen Tod, vom ersten Tod, dann würde es ja nur um die Sünde gehen "Du sollst nicht töten/morden".

      Wer kann mir helfen?

      shabbat shalom,

      Tricky
    • Als Diskussionsbeitrag ein Zitat aus der "Wuppertaler Studienbibel" Kommentar zu den Johannesbriefen von Werner de Boor:
      Es ist immer ein schweres Erleben, wenn wir einen Bruder "eine Sünde begehen" sehen. Es ist umso schwerer, je klarer wir nach 3,4-10 die Unvereinbarkeit der Sünde mit der Zugehörigkeit zu Jesus und mit der Kindschaft Gottes erkannt haben. Dennoch haben wir nicht einfach den Bruder abzuurteilen und zu verwerfen. Gerade hier setzt das Gebet als fürbittendes Eintreten für den schuldigen Bruder ein. Und auch diese Fürbitte ist in den Augen des Apostels der Erhörung gewiß. Er sagt dazu: "Wenn jemand seinen Bruder eine Sünde begehen sieht, (die) nicht zum Tode (führt), so wird er bitten, und er wird ihm Leben geben."
      Es liegt in dem Satz eine eigentümliche Spannung. Es handelt sich bei dem Bruder um eine "Sünde, die nicht zum Tode führt", und doch muß ihm "Leben gegeben werden". Das ist dem Wort nach ein Widerspruch. Aber in diesem Widerspruch wird der Ernst der Sünde deutlich. Eigentlich bringt jede Sünde als solche den Tod. Aber nun darf ein Bruder für den Schuldiggewordenen eintreten, und es wird ihm das Leben aufs neue geschenkt. Gemeint ist das "ewige" Leben in der Gemeinschaft mit Gott, das der Bruder durch seine Sünde zu verlieren drohte. "Er" wird ihm das Leben gehen. Das kann nur Gott sein, der das tut und zu tun vermag. Aber da Gott unser Bitten mit in sein Handeln hineinnimmt, kann das "er sich auch auf den Beter beziehen, wie es der Satzbau eigentlich erfordert. Der mit Ernst in der Fürbitte Stehende darf wissen, "er" gibt damit dem Bruder das Leben, weil er auch hier "die Bitte hat" (V. 15), die er vor den erhörenden Gott getragen hat.
      Aber Johannes hat in seinem Satz zugleich eine uns erschreckende Einschränkung gemacht. Es muß sich um eine Sünde handeln, die "nicht zum Tode führt". Er betont diese Einschränkung, indem er am Schluß seines Satzes ausdrücklich noch einmal hinzufügt: "denen, die sündigen nicht zum Tode". Er versichert: "Es gibt Sünde, die zum Tode führt", Sünde, bei der dieser Weg zum Tode nicht mehr aufzuhalten ist. Wir werden beachten, daß es Johannes, der "Apostel der Liebe", ist, der so hart redet. Er tut es, weil so solche Sünde "gibt" und weil keine Weichheit und Freundlichkeit unseres Herzens diese Tatsache aufheben kann. Die Sünde war von Johannes durch seinen ganzen Brief hindurch sehr ernst genommen. Wir erinnern uns der radikalen Aussagen: "Wer sündigt, hat ihn nicht gesehen und hat ihn auch nicht erkannt" (3,6b). Sünde trennt von dem heiligen lebendigen Gott, und das ist im eigentlichen Sinne "Tod". Es ist darum folgerichtig: "Es gibt Sünde, die zum Tode führt."
      Aber da er vorher doch auch von Sünde gesprochen hat, die "nicht zum Tode führt", entsteht in uns sofort die Frage: Welches sind denn die Sünden, die "zum Tode führen", und welche Sünden haben nicht dieses schreckliche Ergebnis? Johannes sagt es uns nicht! Er stellt nicht eine Liste auf, aus der wir für uns und für andere entnehmen können, vor welchen Sünden wir uns als vor "tödlichen" hüten müssen und welche wir leichter nehmen dürfen. Aber eben, indem wir so formulieren, erkennen wir sofort, warum der Apostel den Gemeinden eine solche Liste nicht gab! Gerade dies darf nicht sein, daß wir von vornherein Sünden leicht nehmen, weil sie als solche "nicht zum Tode führen"! Der Unterschied in den Folgen liegt nicht an der "schwereren" oder "leichteren" Qualität der Sünde als solcher. Er liegt in der ganzen Geschichte eines Menschenlebens. Unsere Verantwortlichkeit wächst mit dem Grad unserer Erkenntnis und der Fülle erfahrener Gnade. Es kann dadurch zu einem Fall kommen, der unrettbar zum Tode führt. Der Apostel gibt freilich weder der Gemeinde als ganzer noch den einzelnen Gemeindegliedern den Auftrag oder auch nur das Recht, ihrerseits ein endgültiges Urteil zu fällen. Er sagt nur in sehr zurückhaltender Weise: "Nicht im Blick auf sie sage ich, daß er bitten soll." Zum erhörlichen Gebet ist Klarheit und Gewißheit über den Willen Gottes nötig; das hatte der Apostel ausgesprochen. Kann ich angesichts eines in Schuld gefallenen Bruders nicht mehr gewiß sein, daß seine Sünde nicht zum Tode führt, so ist meiner Fürbitte der feste Boden entzogen. Gott kann dann freilich trotz unserer fehlenden Fürbitte einen Bruder retten, den wir schon für verloren ansahen. Das ist dann allein seine Sache.


      Ganz anders die "Stuttgarter Erklärungsbibel":
      Dem ernsten Hinweis folgt ein tröstender Schluss: Für die Angeschriebenen sieht der Verfasser nicht die Gefahr der »Sünde zum Tode«. Gott bewahrt sie als die »aus ihm Geborenen« (vgl. Erklärung nach 3,2) vor der Macht des Bösen, der die ganze Welt in seiner Gewalt hat (in V. 19 ist »der« Arge = Böse gemeint). Die Begründung gibt V. 20: Durch den Sohn Gottes sind wir mit Gott (dem Wahrhaftigen = der wahren Wirklichkeit) verbunden. Wir sind in ihm, sofern wir in seinem Sohn sind, der selbst wahrer Gott ist und ewiges Leben nicht nur schenkt, sondern selber ist.




      Eine andere Erklärung: bibelstudium.de/index.php?articles/1725/S%FCnde+zum+Tod
      Liebe Grüße, Heimo

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HeimoW ()

    • Falls du mal etwas mehr Zeit zum Lesen mitbringst, dann nimm dir "Widerstand und Ergebung" von Dietrich Bonhoeffer zur Hand. In der Haft entwickelte er Gedanken über Religiösität und Glaubensleben in der modernen Zeit, die mich in Erstaunen versetzt haben. Er beschäftigt sich beispielsweise auch mit der Sünde im Leben, mit dem "Alltäglichen" - der Notlüge oder dem Egoismus, und denkt über das Miteinander von Gott und Mensch nach.
    • Beispiel einer Sünde zum Tod:

      Meine Mutter war einmal Advenstistin, aktive und bekehrte Mitarbeiterin in Familie und Gemeinde.
      Natürlich hatte sie ihre menschlichen Schwächen, die ich als ihr ältester Sohn viele Jahre genauso erlebt habe wie ihre geistlichen Aktivitäten.
      Nach allem was ich als Mensch weiß und beurteilen kann muß sie bekehrt gewesen sein - die Einzelheiten solen dabei nicht zur Sprache kommen.

      Nun hat sich in meiner Frühen Kindheit innerhalb unserer Familie ein emotionaler Mißbrauch ereignet, der alle Beteiligten lange belastet hat.
      Dieses familiäre Mißbrauchsmuster war schon zum Teil aus den ursprungsfamilien meiner Elten von beiden Seiten geprägt oder begünstigt worden.
      Unter dieser Belastung ist die Ehe meiner Eltern zerbrochen und meine Mutter hat sich der Esotherik zugewandt.

      Schon als Teenager hat mich das gestört aber sie ist meine Mutter und ich habe für sie um Umkehr gebetet bis Gott es mir ausdrücklich verboten hat!
      Das hat mich aus einem Konflikt befreit, denn einerseits wußte ich, daß sie die Wahrheit in Christus kennt und sich bewußt von Jesus abgewandt hat andererseits ist sie meine Mutter.

      Heute weiß ich, daß sie verloren gehen wird und nicht nur daß sondern sie hat bei vielen Kontaktversuchen immer wieder versucht den manipulativen emotinalen Mißbrauch fort zu setzen anstatt das Geschehene zu bewältigen und zu vergeben. Sie ist zur Mißbrauchstäterin geworden und spricht Andere dafür schuldig obwohl sie Jesus kannte!

      Psychologisch gesprochen ist sie vom Opfer zum Täter geworden weil sie nicht bewältigt und vergeben hat sondern anfing sich zu belügen und Ihre Verantwortung auf Andere versucht hat abzuwälten.
      Nicht die einmaligen Fehler / Sünden an sich sind das Problem sondern der Selbstbetrug, der konsequent verhindert, daß der Mensch seinen Irrtum erkennt und noch korrigieren kann.
      Alle Mechanismen, die zu einer Selbsttäuschung beitragen, sind also in dieser Hinsicht brandgefährlich ...

      Was aber als Sünde zum Tod einzuordnen ist muß sehr konkret bei der betreffenden Person mit ihrer Entwicklung, ihren Entscheidungen und Motiven berücksichtigen, denn darauf gibt es keine pauschale Antwort - Johannes gibt sie darum auch ganz bewußt nicht! Soetwas zu erkennen setzt sowohl konkrete Beobachtung, Menschenkenntnis und außerdem eine Offenbarung voraus.

      Ich kann eine solche negative Entwicklung (ebenso wie die der Versiegelung) sogar wissenschaftlich-statistisch begründen. Dazu wäre allerdings etwas mehr Platz und etwas mathematische Verständnis der "Zuhörer" / Leser nötig.

      (2050!)
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info
    • Bei Gott ist alles möglich!

      Stephan Zöllner schrieb:

      Meine Mutter war einmal Advenstistin, aktive und bekehrte Mitarbeiterin in Familie und Gemeinde.
      ...
      Unter dieser Belastung ist die Ehe meiner Eltern zerbrochen und meine Mutter hat sich der Esotherik zugewandt.
      ...
      Schon als Teenager hat mich das gestört aber sie ist meine Mutter und ich habe für sie um Umkehr gebetet bis Gott es mir ausdrücklich verboten hat!
      ...
      Heute weiß ich, daß sie verloren gehen wird und nicht nur daß sondern sie hat bei vielen Kontaktversuchen immer wieder versucht den manipulativen emotinalen Mißbrauch fort zu setzen anstatt das Geschehene zu bewältigen und zu vergeben. Sie ist zur Mißbrauchstäterin geworden und spricht Andere dafür schuldig obwohl sie Jesus kannte!
      ...

      Hallo Stephan,

      gib Deine Mutter nicht auf! Bei Gott ist alles möglich! Bete für sie weiter und zwar ohne Unterlass!
      Satan will uns nur zu gerne glauben machen, das eine Rückkehr nicht mehr möglich ist.

      Ich werde auch für Deine Mutter beten, habe es bereits getan. Manchmal dauert eine Gebetserhörung
      sehr lange. Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen!

      Lukas 14, 4 - 7
      4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er "eins" von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis ers findet?
      5 Und wenn ers gefunden hat, so legt er sichs auf die Schultern voller Freude.
      6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.
      7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über "einen" Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
      Viele Grüße
      Flower.Child

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sanfterengel () aus folgendem Grund: Imperativ Singular von "geben" verbessert.

    • Danke mal an alle für die Infos und auch für die Bibelkommentarkopie.

      Wuppertaler schrieb:

      Aber da er vorher doch auch von Sünde gesprochen hat, die "nicht zum Tode führt", entsteht in uns sofort die Frage: Welches sind denn die Sünden, die "zum Tode führen", und welche Sünden haben nicht dieses schreckliche Ergebnis? Johannes sagt es uns nicht! Er stellt nicht eine Liste auf, aus der wir für uns und für andere entnehmen können, vor welchen Sünden wir uns als vor "tödlichen" hüten müssen und welche wir leichter nehmen dürfen. Aber eben, indem wir so formulieren, erkennen wir sofort, warum der Apostel den Gemeinden eine solche Liste nicht gab! Gerade dies darf nicht sein, daß wir von vornherein Sünden leicht nehmen, weil sie als solche "nicht zum Tode führen"! Der Unterschied in den Folgen liegt nicht an der "schwereren" oder "leichteren" Qualität der Sünde als solcher. Er liegt in der ganzen Geschichte eines Menschenlebens. Unsere Verantwortlichkeit wächst mit dem Grad unserer Erkenntnis und der Fülle erfahrener Gnade. Es kann dadurch zu einem Fall kommen, der unrettbar zum Tode führt.

      Stephan Zöllner schrieb:

      Was aber als Sünde zum Tod einzuordnen ist muß sehr konkret bei der betreffenden Person mit ihrer Entwicklung, ihren Entscheidungen und Motiven berücksichtigen, denn darauf gibt es keine pauschale Antwort - Johannes gibt sie darum auch ganz bewußt nicht! Soetwas zu erkennen setzt sowohl konkrete Beobachtung, Menschenkenntnis und außerdem eine Offenbarung voraus.
      Es ist also eine individuelle Sache.

      Die Frage die ich mir dabei dann jedoch stelle ist, warum ein Mensch, der aufgrund seiner persönlichen Geschichte den Tatbestand der Sünde, die zum Tode führt erfüllt hat, weiterlebt? Wenn ich eine Sünde zum Tod begehe oder in dem Zustand bin diese Sünde zu tun, dann hat das weitere Leben ja überhaupt keinen Sinn, es wäre lediglich eine Gnade Gottes, dass ich weiterlebe, nur wozu diese Gnade? Um wie im Fall von Stephan berichtet andere Menschen auch noch zu missbrauchen oder terrorisieren?

      Es müsste also aus meiner Sicht jemand, der die Sünde, die zum Tod ist, begeht sofort tot umfallen, alles andere macht doch keinen Sinn, außer die Sünde ist doch nicht zum Tod.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tricky ()

    • tricky schrieb:

      Es müsste also aus meiner Sicht jemand, der die Sünde, die zum Tod ist, begeht sofort tot umfallen, alles andere macht doch keinen Sinn


      Ich denke der Sinn liegt in der Geduld Gottes. Wir haben den Auftrag uns gegenseitig zur ermahnen und zu Trösten. Natürlich hat jeder die Freiheit die Gott ihm gewährt.
      Als ich um die Aufrechterhaltung meiner Ehe betete, gab mir Gott zur Antwort,er kann alles tun nur das Herz eines Menschen ist für ihn Tabu. Er gab mir auch die Antwort das es zu Ende war!
      Wir können auch gegen Gott und Jesus sündigen, aber wer sich gegen den HL.Geist stellt ist verloren.
      Unsere Letzte Instanz der Rettung.Leider ...aber jeder darf sich freiwilig für das Paradis oder den Tod entscheiden!
    • tricky schrieb:

      Es müsste also aus meiner Sicht jemand, der die Sünde, die zum Tod ist, begeht sofort tot umfallen, alles andere macht doch keinen Sinn, außer die Sünde ist doch nicht zum Tod.

      Es geht hier doch nicht um den Tod, den praktisch alle Menschen sterben müssen, sondern um den geistlichen oder zweiten Tod. Ohne diese Annahme macht die Asussage von Johannes überhaupt keinen Sinn.

      Wenn auf eine Form der Sünde gegen den Heiligen Geist immer der sofortige leibliche Tod eintreten würde wäre es für kaum Jemand ersichtlich daß der Sünder nicht mehr hätte umkehren wollen[11150] (weil er sich in Selbstbetrug verstrickt hat und seine eigenen Lügen glauben möchte oder was auch immer). Darum muß die Sünde auch im Leben des Geistlich Toten sich erst noch voll entfalten um ihre Verlogenheit, Boshaftigkeit und Zerstörungswut der Sünde und dieses Menschen offenkundig zu machen.

      Wenn Gott das nicht ausreifen und offenkundig werden lassen würde könnte man IHM Willkür unterstellen / vorwerfen. Trotzdem gibt es Menschen die das frühzeitig erkennen können(, dürfen oder müssen), die in der Lage sind solche Entwicklungen wahrzunehmen und/oder von Gott aus bestimmten Gründen darauf aufmerksam gemacht werden.
      (1150)
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info
    • Stephan Zöllner schrieb:

      Es geht hier doch nicht um den Tod, den praktisch alle Menschen sterben müssen, sondern um den geistlichen oder zweiten Tod. Ohne diese Annahme macht die Asussage von Johannes überhaupt keinen Sinn.

      Stephan Zöllner schrieb:

      Wenn auf eine Form der Sünde gegen den Heiligen Geist immer der sofortige leibliche Tod eintreten würde wäre es für kaum Jemand ersichtlich daß der Sünder nicht mehr hätte umkehren wollen[11150] (weil er sich in Selbstbetrug verstrickt hat und seine eigenen Lügen glauben möchte oder was auch immer). Darum muß die Sünde auch im Leben des Geistlich Toten sich erst noch voll entfalten um ihre Verlogenheit, Boshaftigkeit und Zerstörungswut der Sünde und dieses Menschen offenkundig zu machen.
      Wie gesagt, da war ja mein Problem, das Verständnis dieser Sünde, im Unterschied zu einer "normalen" (die nicht als solche, die zum Tode ist bezeichnet werden müsste). Die Kombinierung dieses Textes mit der Sünde wider den hl. Geist wäre inhaltlich sinnvoll, ob er zulässig ist, das weiß ich noch nicht sicher.

      Zusammengefasst ist die Sünde, die Johannes in 1 Joh 5,16 beschreibt also eine beliebige Sünde, die dem Sünder aber deshalb den Weg über den zweiten Tod hinaus versperrt, weil er total absichtlich und wider besseres Wissen und Gewissen handelt. Er ist von da an ein wandelnder Toter im Sinne der Möglichkeit errettet zu werden. Gott zeigt mit ihm (wie mit vielen anderen auch, ebenso mit Satan), dass das System der Sünde nicht klappt und nur Böses/Unglück hervorbringt.

      Stimmt ihr dieser Zusammenfassung zu?

      Und was sind die Konsequenzen für uns, wenn wir so einen Menschen treffen? Soll/Kann man diesen Zustand bei einem Menschen überhaupt beurteilen/feststellen? Warum sonst hätte Johannes es geschrieben, wenn wir es nicht wissen/beurteilen sollen, dass es so eine Sünde gibt und auch mit ihr umgehen lernen?
    • tricky schrieb:

      Und was sind die Konsequenzen für uns, wenn wir so einen Menschen treffen? Soll/Kann man diesen Zustand bei einem Menschen überhaupt beurteilen/feststellen? Warum sonst hätte Johannes es geschrieben, wenn wir es nicht wissen/beurteilen sollen, dass es so eine Sünde gibt und auch mit ihr umgehen lernen?
      Ich kann nur für mich sprechen! Grundsätzlich gebe ich einen Menschen nicht auf, egal was er mir angetan hat und zukünftig antun wird.Wenn ich aufhören würde für diesen Menschen zu beten, dann käme es mir so vor, als wenn ICH ihn richten würde.Die Hoffnung auf eine Änderung des Menschen stirbt zulässt.

      Gott allein kann 100%ig beurteilen ob dieser Mensch "verloren geht". Bei der Wiederkunft Jesus werden wir sehen, ob "dieser Mensch" bei der ersten Auferstehung oder bei den Überlebenden dabei ist.

      Auch habe ich ein Problem damit, wann die "Gnadenzeit" wirklich endet. Endet sie individuell oder aber mit der Durchsetzung des Sonntagsgesetzes?

      So wie ich mich kenne, werde ich, bis Jesus in den Wolken des Himmels steht, für meine Mitmenschen beten.

      Viele Grüße
      Flower.Child