Wer oder Was ist Babylon?

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      DonDomi schrieb:

      Hallo

      Für mich ist Babylon schlichtweg das weltliche und vor allem auch das weltliche Gedankengut.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
      Ja, darauf kommt es an! - Wir hier haben - ein jeder von uns, jede Gemeinde - eine Geschichte und ein Umfeld, das diese geprägt hat. Mit dieser Gecshichte deuten wir, was uns trockene Buchstaben vorgeben.

      Dieser Einschränkung müssen wir bewusst sein: Keiner von uns kann eine objektive Interpretation, gar eine objektive Wahrheit verkünden.

      Nur als Beispiel: Amerikanische STA sind weitestgehend der Verhaltenspsychologie ausgeliefert, siehe auch "Lehrerteil" des SS Quartery : "Kow - Feel - Do", nun ist diese in einigen Elementen sehr brauchbar als Thepieansatz, deckt aber nicht die volle Breite menschlichen Erlebens - Reagierens - Agierens (Was auch STA - Autoren wie Charles Wittschiebe wissen!) ab. Gegen die Tiefenpsychologie habenen sie was, Drewermann haben sie weder kritisch noch unkritisch gelesen. Und diese eingeschränkte Sicht wirkt in die Pastoraltheologie hinein: Die strikte Ablehnung der Möglichkeit, dass "sexual orientation" etwa angeboren sein könnte, wird gegen ein behavioristisches Element eingetauscht, das alles auf die (gegebenenfalls böse) Umwelt zurückführt. Und dann wird behaviouristisch "umkonditioniert".

      Wir hier haben halt die Aufklärung und den Backlash dazu, die Romantik, und den "Kulturkampf" 1850 - 1900 und die republikanische Verfassung und den Neopositivismus - - und die Schulreform Otto Gloeckels (hier in Osterreich) und und und hinter/in uns. Da sehen wir mit anderen Augen - anders, aber nicht besser, solang wir uns dessen bewusst sind..
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
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      freudenboten schrieb:

      .. was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, ... du sollst das nicht kosten... die einen Anschein von Weisheit (Philosophie) haben,
      Das hast du schön gedreht. Speisesatzungen der Philosophen sind mir eigentlich unbekannt, aber ich mag mich irren.
      Unsinnig ist es aber, es bezüglich dieser anzumahnen, man solle sich keine Satzungen auferlegen lassen,
      es aber bezüglich des Judentums selbst setzen zu wollen.

      Der Satz gilt generell.

      Der andere Satz: "Lasset euch kein schlechtes Gewissen machen, wegen Essen und Trinken, Feiertagen oder Neumonden ..."
      sagt nicht: Sie bedrängen euch, weil ihr diese Feste feiert,
      sondern: sie bedrängen euch, dass ihr diese Feste feiern sollt. - Sonst gibt der Kontext keinen Sinn, in meinen Augen.

      Doch letztlich müssen diese Satzfeinheiten gar nicht sein. Paulus erklärt: Alles, was mit rechter Gesinnung getan wird, ist recht, aber nehme Rücksicht auf den Bruder, der noch schwach ist.
      Damit ist alles gesagt.

      freudenboten schrieb:

      Die Behauptung, Jesus und seine Jünger hätten keine "Theologie" gekannt,
      wurde nie aufgestellt. Ich sagte, Jesus war kein Theologe.
      Wenn du ein gewisses Verständnis von Gott und vom Weltenlauf für Theologie hälst, dann hast du natürlich Recht, dann hatten sie Theologie.
      Eine Theologie als Konzept entstand erst bei Paulus, und auch dort nicht abgeschlossen, sondern noch offen und meist als Antwortbrief auf Fragen.
      Die Vorstellung, da stünde eine abgeschlossene, fertige Theologie in den Briefen, ist eine Illusion.

      Ein Petrus schreibt ganz anders, ein Johannes wieder vollkommen anders.

      Daher kommt dieses "Aber da steht ..." / "Ja, aber der schrieb ...", weil man nicht schlicht und einfach sieht: Ja, das steht da beides.

      Ich habe das in der Ausbildung mal mitbekommen, wie zwei Theologen (der Schulleiter und der Dozent für Neues Testament) sich eine Debatte über ethische Punkte geleistet haben.
      Keiner wollte nachgeben, jeder wollte - durch zahlreiche Zitate - Kenntnisse theologischer Personen und Texte demonstrieren, und so ging es etwa zwanzig Minuten lang.
      Ich hätte die Situation auflösen können, denn beide haben im Prinzip das selbe gesagt; es war beides richtig. - Habe ich aber nicht gemacht. Dafür war es viel zu amüsant.
      Der eigentliche Grund war: die beiden können sich nicht leiden. Sichtbar seit dem ersten Tag. Ganz einfach.

      Zeitverschwendung ohne Ende. Vor allem für jene, die wirklich noch drauf hören und etwas drauf geben.

      freudenboten schrieb:

      Schon gar nicht lassen sie Raum für Spekulationen wie bei den STA, Zeugen Jehovas, oder Pfingstlern.
      Der Geist des Spekulierens ist typisch für alle dem Kalvinismus entwachsenen Kreise.
      Wer hat spekuliert? Hier wurden eigentlich ziemlich klare Äußerungen gemacht.

      Dass Adventisten und Zeugen spekulieren, kann ich nicht sehen. Eigentlich kommen von dort ziemlich strikte Aussagen. Was verstehst du unter Spekulieren?
      Nein, der "Geist des Spekulierens" lebt in der Wallstreet, wenn überhaupt.

      Oder besser noch: so einen Geist gibt es überhaupt nicht!
      Es ist eine Attitüde mancher Christen, alles als "den Geist von ..." oder "den Geist des ..." zu bezeichnen.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
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      Pfingstrosen schrieb:

      Die entsprechende Übersetzung von Babylon als Durcheinander gründet sich daher primär auf die Sprachverwirrung beziehungsweise auf das Durcheinander der Sprachen und kann deshalb nicht als etymologischer Beleg zur Klärung herangezogen werden.[4]
      Ich möchte hier nochmals meine Aussage aus Beitrag NR. 280 hereinstellen und etwas ergänzen, weil ich denke, dass Deine obige Aussage, dass Babylon nicht "Verwirrung" bedeutet, nicht stimmt, ich schrieb dort:

      4.) Wie Freudenboten es hier bereits ansprach, hat der Begriff "Babel" auch mit Verwirrung zu tun - und auch das sollte als wichtige Bedeutung erkannt werden. Denn ein aus dem Zusammenhang gerissenes Wort (bā-ḇel = Tor Gottes), wird der Begrifflichkeit von Genesis 11,9 überhaupt nicht gerecht, wenn man dort bā-ḇel nicht mit dem nachfolgenden Wort bā-lal (Verwirrung) in Verbindung setzt. Daraus ergibt sich der eigentliche Gesamtsinn: "Stadt der Verwirrung", wie Genesis 11,9 im wohl besten deutschsprachigen Hebräischwörterbuch (Gesenius, Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament, 2013) wiedergegeben wird. Hierbei verblasst die etymologische Bedeutung des Begriffs bā-ḇel, als "Tor Gottes", völlig - Babel wird einfach zur "Stadt" oder zum "Ort". Zusätzlich ist aber die allgemeine Bedeutung von "Tor Gottes" für die Endzeittypologie Babylons in der Christenheit sicher auch nicht belanglos (i.S. einer Selbsterhöhung: "wir, die die Sünden vergeben, sind das Tor zu Gott, nicht aber Christus in uns"), weil eine unbiblische Rechtfertigung in der Christenheit oft gelebt wird. Die Bedeutung von "Verwirrung" ist bei Gen. 11,9 aber zentral, auch im Bezug auf die Offenbarung. Diese Verwirrung tritt dann ein, wenn durch viele verschiedene theologische philosophische Lehren im Christentum die wirkliche und einfache Heilslehre der Bibel verwirrt bzw. unverständlich wird.

      Ergänzung:
      Es ist bekannt, dass nicht alle Begriffe der Bibel "volksetymologisch" ausgelegt werden sollten oder können. Es gibt auch eine "prophetische Etymologie", wo es grundsätzlich nicht mehr um die sprachliche Herkunft der einzelnen Wortteile geht, sondern um den Kontext in dem das Wort durch die Bibel erklärt wird.
      Ich möchte dazu nochmals aus dem Buch "The Name of God Y.eH.oW.aH Which is pronounced as it is Written I_Eh_oU_Ah." Simplified Edition, 2015, S. 65, 66, von Gérard Gertoux, zitieren: "Unbelievable! Bible readers were blinded by scholarly explanations of theologians who have never understood that biblical etymologies are not “folk etymologies (for simpletons)” but “prophetic etymologies” based on wordplays (for believers)”, here is the key. .................... The common assumption to make match the grammatical etymology with the biblical etymology is contrary to common sense, indeed why it would have be necessary to explain a name if everyone (who spoke Hebrew at that time) was able to understand it. It is also clear that if we compare the grammatical etymology with its biblical explanation, there is no equivalence but only a link based on vocal similarities (actually wordplays)."

      Er führt dann eine Reihe von Namen an, die zeigen sollen, dass deren wirkliche Bedeutung, bei viele biblische Namen, primär nur durch eine religiös-prophetische Etymologie richtig verstanden werden kann. Darunter ist auch "Babel", das er mit "Being confused" (bzgl. Genesis 11,9) angibt.

      Liebe Grüße, Junker

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Junker ()

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      Babel von balal/verwirren schließt die Bedeutung MIT EIN: ein von Menschen gemachtes "Tor Gottes/der Götter. Siehe Vers 4.

      Daher bedeutet Babylon in Offb. 14/17/18 durchaus "Weltreligionen" auf den 8 Weltreichen. 17:9.-11.
      Jedenfalls ist keine Kirche aus Kap.2/3 für sich allein Babylon.
      Luther beschimpfte die RKK als Babylon, das war "Wortkrieg", nicht Exegese.

      Dass STA die biblische Selbstkritik scheuen, ist ja durchaus verständlich, siehe Laodizea.

      Dass ZJ nicht spekulieren, halte ich für eine abenteuerliche Behauptung, die nur von Arianismus-Sympathisanten stammen kann.
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      An Seele1986:
      Bitte den Kolosserbrief 1:16.ff. im Grundtext studieren. Dann ergibt sich, dass die Adressaten die "Feste feierten", sehr zum Unmut der asketischen Philosphen/Gnostiker, welche ins Christentum und Judentum eindrangen (falsche Apostel/Nikolaiten/falsche Juden)..

      Paulus warnte mehrfach vor Asketen.
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      freudenboten schrieb:

      Bitte den Kolosserbrief 1:16.ff. im Grundtext studieren.
      Das geht nicht, denn ich kann kein neutestamentliches Griechisch. Ich bin auf das angewiesen, was mir in meiner Sprache geboten wird und was ich an stückweise Übersetzungen gelesen und kennengelernt habe.

      Gebe dir aber gerne zu, dass dem so war, was du über die Asketen sagst. Das kann ich mir gut vorstellen.
      Dennoch bleibt aber für mich, freudenboten, was ich dir zu dem Thema ja schon mehrmals schrieb.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
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      “Freudenboten“ schrieb:

      Und die Erlösungsverheißung wurde zuerst Eva gegeben..
      Wenn man ausgerechnet ein Beispiel des ersten Paares nimmt um es als Argument für die FO zu verwenden hat man sich entweder in theologischer Hinsicht analytisch mit dem Thema FO überhaupt nicht auseinandergesetzt oder derjenige hat jeglichen Sinn für Objektivität verloren.
      Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat. (Ellen White, Life Sketches, 1915,)
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      Die letzten Postings durchgesehen habend :

      Ja, was ist ausserbiblisches Gedankengut ? sehe ich auf den Alltag jener, welcher Alltag auf "weltlichen" Lehrgebäuden aufbaut - zwingend, durch Grundsatzgesetze normiert - so stelle ich fest :

      Die Medizin ist nach den Regeln der Wissenschaft durchzuführen. Im Haftungsfall holt sich das Gericht den SV (Sachverständigen) , welcher - - verpflichtet ist - - -
      Die Juristerei ist in einem strengen Gebäude, die Disziplinarordnung der Anwälte ahndet alles mögliche Standeswidrige.


      - - - dazu Splitter aus meiner Erfahrung : Der Geist der Naturwissenschaften - Darwin, schau oba ! - wird vielfach nicht erkannt, ist aber als Arbeitshypothese ganz einfach notwendig im Alltag. Einer berief sich bei einem Insidertreffen einmal darauf, dass er als Kinderarzt einen Vertrag mit den Sozialversicherungen habend, einen Versorgungsauftrag damit übernommen habe - und damit simpel Verpflichtungen übernommen habe - die weit abseits von "unserer Gesundheitsbotschaft" sind.

      Und mein Anwalt sagte mir einmal : Durch die Jahre als Anwalt bin ich im Beruf Rechts - Positivist geworden, sie verstehen ? Wie unsere Anwälte damit zurecht kommen, wäre einmal laut zu fragen.

      Ist da nicht eine dauernde Auseinandersetzug mit dem zwingend Vorgegebenen gefordert ? Wo überall ist Babylon ??
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
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      philoalexandrinus schrieb:

      Ja, was ist ausserbiblisches Gedankengut ?
      Wir sprechen hier doch nur, wie in absolut jedem anderen Thread, von dem Für-und-Wider von Lehrsystemen ...
      von Adventistischem,
      von Calvinistischem,
      von Lutherischem,
      von Darbystischem,
      von Arianistischem,
      von Gnostischem,
      von Katholischem ...

      dass dieser oder jener behauptet, das seine sei aber wahre biblische Lehre, ändert nichts dran.

      O weh über all die Pfaffen und Theologen, die die Menschen unentwegt mit Unsinn vollquatschen.
      (Sören Kierkegaard)
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
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      Seele1986 schrieb:

      philoalexandrinus schrieb:

      Ja, was ist ausserbiblisches Gedankengut ?

      Und ich rede vom Alltag :

      Da ist die Philosophie des Rechtes überhaupt nicht zur Diskussion, ausser Du brauchst einen Anwalt oder bist ( ! ) Anwalt - - -

      Da ist die Philosophie der Medizin kein Thema -. ausser Du bist Arzt, bist in einer gesundheitsbesessenen christlichen Gemeinde, unterstehst aber den Disziplinarordnungen der Strandesvertretung -

      Da ist die Philospophie der Psychotherapie kein Thema, ausser Du bist - - " - - " - - " - - " - - - - - - - - - - - - - - - .

      - - - - - ach ja, und Deinem Gewissen !
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -