Historisch-kritische Methode der Bibelauslegung

  • irostisch kritisch ....die Texte sind aus Wikipedia


    Die Historisch-kritische Methode ist ein im 18. und 19. Jahrhundert entwickelter Methodenapparat zur Untersuchung von historischen Texten. Bekannt ist sie vor allem aus der biblischen Exegese. Sie hat zum Ziel, einen (biblischen) Text in seinem damaligen historischen Kontext zu verstehen und schließlich auszulegen, wobei die Rekonstruktion der vermuteten Vor- und Entstehungsgeschichte des Textes und seine situative Einbindung in das historische Geschehen eine besondere Rolle spielt. Wichtige methodische Teildisziplinen der historisch-kritischen Methode sind die Textkritik, die Textanalyse, Redaktionskritik, Literarkritik, Formkritik und die Traditionskritik. Die historisch-kritische Methode ist bis heute in der evangelischen und katholischen Kirche die Standardmethode der Bibelauslegung.

    [u]Kritik an der historisch-kritischen Methode

    * Das Theorie-Praxis-Problem: Von wissenschaftlicher Seite wird häufig kritisiert, dass die Priester oder Pastoren in der Praxis nur noch selten die historisch-kritische Methode anwenden, obwohl jeder Vorbereitung von Predigt oder Bibelstunde eine wissenschaftliche Exegese des Bibeltextes vorausgehen solle. Viele „Praktiker“ jedoch beklagen ihrerseits, dass die historisch-kritische Methode nicht besonders hilfreich für die Predigtvorbereitung sei. Das Theorie-Praxis-Problem wird von manchen als Krise der klassischen Exegese gedeutet: Auf der einen Seite besitzt die biblische Exegese eine sehr ausgefeilte Methode der Auslegung (die historisch-kritische Methode), auf der anderen Seite wird sie in der nichtuniversitären Praxis kaum angewendet, offenbar weil in diesem Kontext noch andere Fragen und Anforderungen an die Bibelauslegung gestellt werden. Zwar ist in der aktuellen exegetischen Fachdiskussion vieles in Bewegung gekommen, seit den 1970er Jahren wächst die Zahl der in der Bibelexegese verwendeten Auslegungsmethoden rasant (vgl. Biblische Exegese). Allerdings umfasst die exegetische Ausbildung der Theologen weiterhin meist nur die historisch-kritische Methode, da sich andere Methoden erst noch etablieren müssen.

    * Distanzierung: Die Anwendung der historisch-kritischen Methode bewirkt eine geschichtliche Distanzierung des Auslegers vom Bibeltext. Die historisch-kritische Methode allein kann nicht klären, wie der Bibeltext für die Gegenwart Bedeutung erlangen kann. Außerdem verstelle die historisch-kritische Methode durch die aufwändige Detailarbeit den Blick auf das Ganze. Doch es wird auch nicht als Aufgabe der historisch-kritischen Methode angesehen, unmittelbar eine Basis für das christliche Leben zu geben, sondern nur die historische Bedeutung eines Bibeltextes herauszuarbeiten, wobei die Auslegenden im Sinne der Hermeneutik ihre Voraussetzungen und Methoden reflektieren.

    * Die innerwissenschaftliche Debatte:
    o Die Notwendigkeit eines Methodenpluralismus
    o Das Primat der Synchronie vor der Diachronie
    o Das Verhältnis von Geschichte und Literatur
    o Die Unangemessenheit historisch-kritischer Fragestellungen zur Ermittlung der Intention der biblischen Autoren und ihrer Texte

    * Ohne sie völlig abzulehnen, sieht der Neutestamentler Klaus Berger in der historisch-kritischen Methode, wie sie heute praktiziert wird, einige unhaltbare Grenzüberschreitungen:[3]
    o nicht überzeugende Kriterien für Echtheit und Unechtheit von Jesusworten
    o die Erklärung, dass das Johannes-Evangelium historisch wertlos sei, hält er für bodenlos
    o die Leugnung der Wunder sieht er als modernes weltanschauliches Diktat
    o den „Ostergraben“ (Jesus sei ein einfacher Mensch gewesen und erst nach Ostern als Messias gesehen worden) hält er für ein plattes Postulat


    Was denkst ihr darüber?
    persönlich lehne ich diese Methode ab denn wenn ich mich komplett auf sie einlassen würde dann wäre Jesus nichtmehr Gott, der Sabbat ist EIN Tag aber nicht DER Tag,
    dann gilt jedes Wort als relative Wahrheit und eine Absolute Wahrheit gibt es nichtmehr. Jeder ist dann Beurteiler des Wortes Gottes.
    Ich glaube es ist ein geschickter Schachzug satans, Gottes absolut geschütztes Wort zu untergraben.

    Vor Gott sind alle Menschen gleich.

  • Ich erinnere mich, dass ich mir mal das Buch von Frau Professor Eta Linnemann gekauft hatte :

    Linnemann, Eta - Original oder Fälschung. Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel. 2. Aufl., Bielefeld 1999.

    Das Buch oder Statement hat 94 Seiten. Sie fasst alles kurz und knapp zusammen.

    Linnemann begründet in ihrem Buch ausführlich, warum sie die historisch-kritische Bibelauslegung ablehnt, obwohl sie diese selbst jahrelang als Professorin für Theologie gelehrt hatte. Erst als sie sich zu Jesus Christus bekannte, fing sie an die Bibel ganz anders zu studieren.

  • Ich bin auch nicht der Meinung, daß man sündlos leben kann.
    Ebensowenig, daß der AT Gott ein anderer war.
    Aber ich bin der Meinung, daß die Menschen eben, wie schon immer und wahrscheinlich auch in Zukunft, Gräueltaten verrichteten und diese dann Gott in die Schuhe geschoben wurden. Er hätte das angeordnet und teilweise auch selbst getan.
    Den Teufel, der später dafür herhalten mußte, hatte man damals ja noch nicht.

    Daß die Bibel Wort für Wort von Gott diktiert oder inspiriert wurde, ist Wunschdenken.
    Wenn man deswegen meint, ich sei kein Christ, dann soll man es eben meinen. Mir egal.
    Aber dann sollte man sich auch mal fragen, warum es dann so viele Widersprüche in der Bibel gibt.
    Widersprüche kann es natürlich nur geben, wenn mind. zweimal über das selbe Thema geschrieben wird.
    Da dies im AT nicht so oft der Fall ist, wie im NT, halten die sich zwar in Grenzen. Aber da wo es der Fall ist hagelt es von Widersprüchen.

    Z.B. woher sollte Noah wissen, welche Tiere rein oder unrein sind, wenn die Speisegesetze doch erst viel später kamen und Gott bei der Schöpfung noch sagte, man könne alle Tiere essen?

    Oder warum steht im Prediger und in einem Psalm, daß die Erde ewiglich besteht und nicht wanken wird und Petrus und der Hebräerbrief sagen, daß die Erde und die Himmel untergehen werden und wir, nach seiner Verheißung,eine neue Erde und neue Himmel erwarten?

    Also ich finde, man sollte ab und an mal die rosarote "Alles-vom-heiligen-Geist-inspiriert-Brille" abnehmen und mal die andere "menschengemacht-Brille" aufsetzen.

  • Wenn man deswegen meint, ich sei kein Christ, dann soll man es eben meinen. Mir egal.

    Ich bin auch nicht der Meinung, daß man sündlos leben kann.
    Ebensowenig, daß der AT Gott ein anderer war.

    Richtig, ich stimme Dir zu!

    Darüber kann man diskutieren, sollte man wahrscheinlich auch. - Aber nicht in jedem Thema.

    Es war etwas anderes passiert.

    Themen wurden regelrecht gekippt, durch sich ständig wiederholende Behauptungungen der Gott des AT ist (zumindest teilweise) nicht der Gott des NT. Dies sei das wahre Gottesverständnis und wer was anderes sagt, hat von der Bibel keine Ahnung.

    Auch ich bin nicht immer beim Thema geblieben...

    Vielleicht sollten wie uns alle mehr bemühen beim jeweiligen Thema zu bleiben, dann haben solche Wiederholungen, die das Forum einfach nur zumüllen, weniger eine Chance.

  • Yppsi für mich ist die Bibel ein Buch voll göttlicher Vollkommenheit und menschlicher Unvollkommenheit. Gott und Mensch kommen zusammen, das ist ja eigentlich das zentrale Thema der Bibel.

    Ja, da sind Widersprüche drin (wobei man schon schauen sollte, was man jetzt als "Widersprüche" auffasst, aber ja, es gibt sie). Menschen schreiben, was sie verstehen, was sie sagen wollen, was sie sagen können, was einfach ihre Kultur und ihr Gottesbild ist... alldas. Zugleich aber spricht Gott darin und wir lesen da Texte und Sätze, die sind nicht aus des Menschen Herz gekommen, sondern aus Gottes Mund ihnen gesagt.

    Die Reflexion und die Redaktion der eigenen Religion und des Gottesbildes sind in der Bibel selbst schon eingestiftet. Das sieht man oft irgendwie nicht, aber man kann es schwarz auf weiß nachlesen. Die Frage: Wer bist du, Gott?, ist in der Bibelgeschichte selbst schon drin. Die Kritik an der Religion und an ihrem Missbrauch ist in der Bibel selbst schon drin. Die Kritik daran, Gott den Willen des Menschen zuzuschieben, ist in der Bibel schon drin.

    In alledem braucht man aber dennoch ein Licht, einen, an den man sich halten kann. Sonst verliert man sich mit der Frage "Wer bist du, Gott?" ins uferlose oder in den Agnostizismus (wir sind alle Agnostiker!), oder wirklich nur in die privaten Vorlieben. Dieser eine ist Jesus. Wenn du wissen willst, wie und wer er ist, musst du auf den Sohn schauen.

    Dass die Evangelien Widersprüche haben, ist dabei vollkommen unwichtig. Leben ist voller Widersprüche. Bei den Leuten, um die es in meinem Leben wirklich ging, kam es nie darauf an, ob ich möglichst einwandfrei war, sondern ob sie letztlich sagen konnten, sie lieben mich. Das ist am Ende alles, was zählt.

    In der Bibel wurde, laut der Forschung, viel zusammengeschrieben, auch im Alten Testament. Das können wir nicht mehr auseinander setzen. Das ist aber auch unwichtig letztlich. Die Bibel ist nicht Gott! Gott ist Gott. Die Bibel ist Gottes Dienerin, so widersprüchlich, geheimnisvoll und schön, wie wir Menschen auch.

  • Dieses Thema wurde mal begonnen, es ist dann aber nicht viel daraus geworden. Vielleicht wird jetzt mehr daraus.

    Dies beschreibt ausgezeichnet, worum es geht:

    Sie hat zum Ziel, einen (biblischen) Text in seinem damaligen historischen Kontext zu verstehen und schließlich auszulegen, wobei die Rekonstruktion der vermuteten Vor- und Entstehungsgeschichte des Textes und seine situative Einbindung in das historische Geschehen eine besondere Rolle spielt.

    Als Kind wurde mir über Bibelgeschichten gesagt: "Das ist biblische Geschichte". Heute würde ich über das AT sagen, dass es die Geschichte Israels ist. Es ist eine Sammlung mündlicher Überlieferungen, schriftliche Niederschriften, Überarbeitungen...

    Die historisch-kritische Methode geht nicht von Gott, sondern von den menschlichen Verfassern aus:

    Zitat

    Um die Aussageabsicht der Hagiographen zu ermitteln, ist neben anderem auf die literarischen Gattungen zu achten. Denn die Wahrheit wird je anders dargelegt und ausgedrückt in Texten von in verschiedenem Sinn geschichtlicher, prophetischer oder dichterischer Art, oder in anderen Redegattungen. Weiterhin hat der Erklärer nach dem Sinn zu forschen, wie ihn aus einer gegebenen Situation heraus der Hagiograph den Bedingungen seiner Zeit und Kultur entsprechend - mit Hilfe der damals üblichen literarischen Gattungen - hat ausdrücken wollen und wirklich zum Ausdruck gebracht hat (7). Will man richtig verstehen, was der heilige Verfasser in seiner Schrift aussagen wollte, so muß man schließlich genau auf die vorgegebenen umweltbedingten Denk-, Sprach- und Erzählformen achten, die zur Zeit des Verfassers herrschten, wie auf die Formen, die damals im menschlichen Alltagsverkehr üblich waren (8).
    https://www.vatican.va/archive/hist_c…-verbum_ge.html

    Aber ich bin der Meinung, daß die Menschen eben, wie schon immer und wahrscheinlich auch in Zukunft, Gräueltaten verrichteten und diese dann Gott in die Schuhe geschoben wurden. Er hätte das angeordnet und teilweise auch selbst getan.
    Den Teufel, der später dafür herhalten mußte, hatte man damals ja noch nicht.

    Daß die Bibel Wort für Wort von Gott diktiert oder inspiriert wurde, ist Wunschdenken.

    Ob man "diese dann [absichtlich] Gott in die Schuhe geschoben hat, sei dahin gestellt.

    Man sollte beachten, dass Menschen immer gegrenzt sind. So wie sie ihre eigenen Vorstellungen auf ihre Mitmenschen projizieren, so tun sie es auch mit Gott.

    Selbst bei den Christen, obwohl wir alle dieselbe Bibel haben und obwohl wir uns alle auf Jesus Christus berufen, gibt es unterschiedliche Gottesbilder.

    ---------

    Und bevor jetzt die übliche Kritik kommt, von wegen historisch-kritische Bibelauslegung geht gar nicht...

    Der Gegenpol lautet, die Bibel ist ein vollkommenes Wort Gottes.
    Dann müssen allerdings alle Widersprüche harmonisiert werden.
    Es erschließt sich nicht, weshalb Jesus kommen musste, um Kunde zu bringen.
    Alle Gräueltaten hat dann Gott tatsächlich angeordnet.
    ... und dieser Biblizismus ist der Atheisten liebstes Kind...

  • Seele1986, schau mal hier: Historisch-kritische Methode der Bibelauslegung

    Vielleicht könnt Ihr dort weiterdiskutieren.

    Aber bedenkt bitte aus welchem Anlass die Diskussion entstand und das unterschiedliche Methoden der Bibelauslegung sich ergänzen können und vielleicht sogar müssen.

    Auch das Leben Jesus, das Evangelium, steht nicht einmal, sondern viermal in der Bibel, geschrieben aus vier unterschiedlichen Blickrichtungen.

  • In der Bibel wurde, laut der Forschung, viel zusammengeschrieben, auch im Alten Testament. Das können wir nicht mehr auseinander setzen. Das ist aber auch unwichtig letztlich. Die Bibel ist nicht Gott! Gott ist Gott. Die Bibel ist Gottes Dienerin, so widersprüchlich, geheimnisvoll und schön, wie wir Menschen auch.

    Ich glaube in vielen Diskussionen würde es schon helfen, wenn man akzeptiert, dass man die Bibel unterschiedlich lesen kann. Wenn sie jemand als komplett von Gott vordiktiert ansieht, dann habe ich kein Problem damit, aber ich erwarte resp. erhoffe mir Gegenzug, dass der Diskussionspartner ebenso akzeptiert, dass ich die Bibel nur teilweise von Gott vorgegeben ansehe. Grosse Teile davon sind Berichte von Menschen, die niedergeschrieben, wie sie Gottes Wirken erlebt haben und dabei fliessen natürlich auch eigene Glaubensvorstellungen mit ein. Das sieht man meiner Meinung nach sehr deutlich im alten Testament, wo man Gott viele menschliche Eigenschaften attestiert, welche sich so gar nicht mit dem Wesen Jesu decken.

    Ich glaube auch, dass ein solches Verständnis von der unterschiedlichen Lesensart helfen würde, den Diskussionen Emotionalität zu nehmen, man könnte gelassener diskutieren, könnte gemeinsam Unterschiede und Gemeinsamkeiten (die gibt es nämlich auch) ergründen und vielleicht würde man sogar ganz neue Aspekte kennenlernen und man müsste nicht mehr in eine Diskussion einstiegen mit dem Ziel Recht zu haben.

  • Es geht mir weniger um die unzähligen Widersprüche, die nicht "weltbewegend" sind.
    Bei der Frage, ob die Erde nun untergeht oder nicht, sieht es schon etwas anders aus.
    Aber auch das kann man abwarten.
    Nur, wenn man sich nicht mal mehr darauf verlassen kann, ob das mit dem Schächer am Kreuz, wirklich so war, dann wird's happig.
    Denn diese Geschichte steht ja zentral für, "es ist nie zu spät für Reue" und der Gnade Gottes.

    Wenn man den beiden Evangelien Markus und Matthäus nichts dazu dichtet, dann kann man sich einfach nicht darauf verlassen, daß es wirklich so war, wie im Lukas Evangelium beschrieben.

  • Das sieht man meiner Meinung nach sehr deutlich im alten Testament, wo man Gott viele menschliche Eigenschaften attestiert, welche sich so gar nicht mit dem Wesen Jesu decken.

    Ja, z.B. das Bilderverbot. Meinem Verständnis nach, daß man sich kein Bild von Gott machen soll, weil man seine Größe nicht begreifen kann und ihn deshalb mit jedem Bild hoffnunglos degradiert.
    Gleichzeitig steht aber, daß Gott persönlich mit seinem Finger die Gebote in die Steintafel geritzt habe..................und schon kommt man nicht umhin, sich ein Bild von ihm zu machen.
    Dieses Bild, von einem Mann mit Händen und Fingern hält sich bis heute und man degradiert ihn auf einen übermächtigen Menschen.

  • Nicht "weltbewegend"?

    In der Thora steht, dass kein Moabiter ins Volk Gottes darf, auch nicht in der 10. Generation. Allerdings hat König David ein moabitische Urgroßmutter. Auch Jesus hat eine Moabiterin als Stammmutter.

    Die Moabiter sind Götzenanbeter. Sie verehren nicht JHWH, sondern Baal und Kemosch.

    Skandal!!!

  • Und bevor jetzt die übliche Kritik kommt, von wegen historisch-kritische Bibelauslegung geht gar nicht...

    ... und zwar deswegen:

    Die historisch-kritische Methode geht nicht von Gott, sondern von den menschlichen Verfassern aus:

    Wer wie die Theologen (wenn sie Gott ausschließen, haben sie eigentlich keinerlei Recht sich "Theologe" zu nennen!) der Historisch-Kritischen Methode (HKM) Gott nicht in den Bibeltext integriert bzw. die Bibel als »DAS WORT DES LEBENDIGEN GOTTES« begreift oder so sieht, unterliegt dann eben einem schlimmen Irrtum, meiner Meinung nach. Dann kann man mit der HKM alles was den christlichen Glauben betrifft – bis hin zur Auferstehung des Jesus von Nazareth am dritten Tag nach seinem Tod vom Karfreitag, 3. April (= 14. Nisan) 33 – in Frage stellen! Und deswegen bin ich so gegen die HKM eingestellt. Ein Christ darf nicht alles glauben und für bare Münze nehmen, was die HKM meint, herausgefunden zu haben! Im großen und ganzen hat nämlich die HKM (die längstens theologie-geschichtlich überholt ist! Aber leider immer noch zum "Mainstream" an deutschen theologischen Fakultäten der Universitäten gehört!) Glaubens-zerstörend gewirkt, besonders bei den jungen Pfarrern, welche einen David Friedrich Strauß (1808–1874) im 19. Jahhundert, einen Rudolf Bultmann (1884–1976) oder einen Gerd Lüdemann (1946–2021) oder auch eine – um mal auch eine katholische Stimme zu nennen, – Uta Ranke-Heinemann (1927–2021) hören mussten!

    Der Gegenpol lautet, die Bibel ist ein vollkommenes Wort Gottes.
    Dann müssen allerdings alle Widersprüche harmonisiert werden.

    Da die Bibel von fehlerbehafteten und fehlerhaften Menschen geschrieben wurde – und nur Gott vollkommen fehlerlos ist ! – ist die Bibel selbstverständlich selbst nicht vollkommen und es können Fehler (menschlich bedingt!) und/oder Widersprüche in der Bibel vorkommen. Eine Verbal-Inspiration der Bibel wie beim Koran und den Moslems ist abzulehnen, wohl aber ist die Heilige Schrift theopneustos, also gottgehaucht , d.h. vom Heiligen Geist inspiriert worden! Und genau diesen göttlichen Einfluss bei der Entstehung der Bibel lehnt ja die HKM vehement ab!

    Da uns der Herrgott auch Geist und Verstand gegeben hat, ist es uns Christen abzuverlangen diesen auch zu benutzen, um, wo immer möglich, zu versuchen, angebliche Widersprüche aufzulösen. ----> denn was auf den ersten Blick wie ein offensichtlicher Widerspruch aussieht (wie z.B. beim Tode des Judas Iskariot), kann bei Benutzung des menschlichen Verstandes sehr wohl aufgelöst und in Harmonie miteinander gebracht werden. Diese Intellektuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten sollten von einem Christen beherrscht bzw. angewandt werden, meiner Ansicht nach! Denn es gilt festzuhalten: »MANUS DEUM IN AETERNUM!« = »GOTTES WORT BLEIBT IN EWIGKEIT!« Amen.

  • Dieses Thema wurde mal begonnen, es ist dann aber nicht viel daraus geworden. Vielleicht wird jetzt mehr daraus.

    Liebe Christel, vielleicht findet man unter dem Oberbegriff "Methoden und Hermeneutik" auch hier -----> Eta Linnemann - Umgang mit der historisch-kritischen Bibelauslegung oder auch hier ----> Hermeneutik: Grundsätze der Bibelauslegung etwas zum Thema!

    Danke, dass Du es "wiederbelebt" hast!

  • Nur, wenn man sich nicht mal mehr darauf verlassen kann, ob das mit dem Schächer am Kreuz, wirklich so war, dann wird's happig.

    Ich habe es ja unter "Historisch-kritische Methode der Bibelauslegung" gestellt, man kann also solche Überlegungen in die Diskussion mit einfließen lassen.

    Folglich ist die Bibel nicht ein einziger durchgehender Text, sondern besteht aus sehr unterschiedlichen Texten. Historische Ereignisse wurden mit einem sehr unterschiedlichen zeitlichen Abstand verfasst.

    Da macht es einen Unterschied, ob die Bibel Geschehnisse aus der Zeit Ramses Ii. erzählt:

    Zitat

    Ramses II., auch Ramses der Große genannt (* um 1303 v. Chr.; † 27. Juni 1213 v. Chr.), war der dritte Pharao der 19. Dynastie des Neuen Reichs. Er regierte nach antiken Quellen rund 66 Jahre von 1279 bis 1213 v. Chr. und gilt als einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägyptens. https://de.wikipedia.org/wiki/Ramses_II.

    Ereignisse, womit man sein eigenes Selbstverständnis als Volk, sein Gottesverständnis und seine Ethik begründet hat oder ob man sehr zeitnah die Ereignisse um Jesus Tod schriftlich fixiert hat.

    Allerdings geht es bei beiden Texten um Theologie. Dem Volk bzw. der Gemeinde will man sie betreffende existenzielle Wahrheiten vermitteln. Es geht also immer um mehr, als um nur historische Fakten im Sinne von "es war ein mal".

    Wir alle, auch Du Yppsi bist dieser "Schächer"...

  • Ja, z.B. das Bilderverbot. Meinem Verständnis nach, daß man sich kein Bild von Gott machen soll, weil man seine Größe nicht begreifen kann und ihn deshalb mit jedem Bild hoffnunglos degradiert.

    Yppsi, das Fundament liegt in der Beziehung nicht in der Vorstellung!

    Wenn ich das Bibellesen so gelernt habe das mich ein Liebender Gott geschaffen hat, dann spiel die "Größe/Macht/ Angst" keine Rolle!

    Bis zur Sintflut stellt sich Gott uns als sehr enttäuschter aber Barmherziger Gott vor, der alles tut um viele Menschen vor der Sintflut zu retten!!!

    Dann die Beschreibung von Abraham, Isaak, Jakob bis Josef der verkauft und zum Schluss fast die Macht eines Pharao erlangte!! Die Hebräer lebte in Ägypten wie im Paradies!

    Wie veränderte sich der Glaube dieses Volkes in dieser Zeit, das sie verfolgt und in der Wüste hartherzig und unbelehrbar geworden sind!!!

    Warum verändert sich der Mensch zum negativen wenn es ihm sehr gut geht?

    Gleichzeitig steht aber, daß Gott persönlich mit seinem Finger die Gebote in die Steintafel geritzt habe..................und schon kommt man nicht umhin, sich ein Bild von ihm zu machen.

    Man kann auch auf die Idee kommen wie es IHM wichtig ist die bekannten Gebote in Stein zu "meißeln"!!!

    Warum fällt es uns so schwer diese Gebote aus Liebe zum Schöpfer zu halten???

    Dieses Bild, von einem Mann mit Händen und Fingern hält sich bis heute und man degradiert ihn auf einen übermächtigen Menschen.

    Warum habe ich als Kind Gottes, Angst vor diesem Gott, Sohn, Vater und Heiland???

    Der seine Macht benutzt, um uns zu führen, Segnen und zu IHM zu führen!!!

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Christel ich wollte da eigentlich nichts diskutieren, sondern Yppsi einfach nur eine Sicht mitgeben.

    Das erläutert eigentlich (von meiner Seite aus), wie ich das lese und verstehe. Das Diskutieren lasse ich jetzt erstmal. Es ist auch wenig sinnvoll, wenn man bereits erläutert hat, wie man das liest, zu erklären und zu diskutieren, dass man das so liest und versteht. Das nimmt ja kein Ende.

    Ich hatte obiges zwar auch schon mehrmals hier im Forum geschildert, aber gut, ich habe es jetzt nochmal geteilt.

    LG

  • Dazu hat Rolf Pöhler einen bemerkenswerten Aufsatz geschrieben: Historische und kritische Überlegungen zur historisch-kritischen Methode

    Darin stellt er zunächst fest, dass es die "HKM" als Solches nicht gibt sondern es ein weites Spektrum mit unterschiedlichsten Zugängen gibt. Er zitiert den Theologen Hans Heinz wie folgt: “Eine historische Erforschung der Bibel darf nicht nur, sie muss sogar betrieben werden ... Auch das Wort ‘kritisch’ (vom griech. krinein = unterscheiden, prüfen) hat nicht von Haus aus einen negativen Beigeschmack. Ein Urteil fällen heißt nicht, etwas zu zerstören. Wenn Geschichte nicht zu Geschichten werden soll, muss sie immer kritisch betrieben werden.”vZehn Jahre später fügte er hinzu: “Wer die Bibel kritisch betrachtet, ... will sich ein zutreffendes Urteil über den Inhalt und die Überlieferung der Bibel schaffen. Da die Bibel ja über weite Strecken Quellencharakter hat ... ist eine solche Betrachtung sicherlich auch gerechtfertigt.” Quelle Spes Christiana, Band 12, 2001, 140-162

    Die pauschale Ablehnung historisch-kritischer Überlegungen zu Bibel kommt aus einer fundamentalistisch geprägten Wissenschaftsfeindlichkeit heraus. Das ist für mich eine geistige Engführung die der Fülle und Weite des Evangeliums und der Offenbarung Gottes entgegensteht.

    mit lieben Grüßen
    conradi

  • Christel

    Hallo Christel,

    mich würde interessieren, wie du mit dem Spannungfeld Katechismus-HKM umgehst?

    Ein Beispiel: Die HKM geht davon aus, dass Adam und Eva mythologische Figuren sind. Der Katechismus geht davon aus, dass die Erbsünde ihren Ursprung in Adam und Eva hat. Wie passt das zusammen? Kann es sein, dass im Laufe der Zeit, auch der Katechismus unterschiedlich gedeutet wurde? Nahm man früher an, als der Katechismus formuliert wurde, dass Adam und Eva reale Personen waren, während man das aber heute nicht mehr so sieht, es aber so stehen lassen kann, da auch der Katechismus wiederum interpretiert werden muss?

    Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

    Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!

  • Ich meine, die Frage ob historisch oder nicht, ist eine Sache.
    Eine Andere sind die Widersprüche.

    Ein weiteres Beispiel:

    5. Mose 24,16
    Nicht sollen Väter getötet werden um der Kinder willen, und Kinder sollen nicht getötet werden um der Väter willen; sie sollen ein jeder für seine Sünde getötet werden.#

    5.Mose 5,9
    Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und an der dritten und vierten ⟨Generation⟩ von denen, die mich hassen

    Was jetzt?
    Gibt es die Erbsünde, oder nicht.
    Die Erbsündenlehre ist schließlich ein wichtiger Bestandteil vieler christlicher Lehren.

    Oder muß man nach der Wahrscheinlichkeit gehen, weil es hier anscheinend die Erbsünde auch gibt?

    Klagelieder5,9
    Unsere Väter haben gesündigt, sie sind nicht mehr. Wir aber tragen ihre Schuld

  • Yppsi

    1. Das sind unterschiedliche Sachen in diesen Texten dort:

    - Die Bestrafung für Sünden.

    - Die Auswirkungen von Sünde und Gottlosigkeit auf die nachfolgenden Generationen.

    2. Es gibt auch in der Bibel unterschiedliche Ansichten, die uns mitgeteilt werden, wie wir sie bis heute selbst haben und diskutieren. Die Bibel ist nicht dazu da, dich mit Antworten zu versorgen.

    Es gab im Judentum die Vorstellung, dass Wohlstand aus Verdienst kommt und Unglück aus Sünde (der eigenen oder der der Ahnen). Das Thema wird ja in Hiob aufgegriffen und auch von Jesus, wenn er sagt: Weder der Blinde noch seine Eltern haben gesündigt, sondern heute wird Gott sich an ihm verherrlichen und ihn heilen. (Joh 9,3)