Eine zerfledderte Bibel ist kein wertloses Buch, sondern ein stilles Zeugnis gelebten Glaubens: Ihre abgenutzten Seiten erzählen davon, dass Menschen Trost gesucht, Hoffnung geschöpft und ihr Leben an diesen Worten ausgerichtet haben. Deshalb sollte man sie nicht achtlos wegwerfen, sondern ihr mit Dankbarkeit begegnen – indem man sie, wenn möglich, bewahrt, repariert oder würdevoll verabschiedet.
Wie sollen Gläubige und Kirche mit alten, abgegriffenen oder zerfledderten Bibeln umgehen? Sind sie lediglich beschädigte Bücher, die man dem Altpapier übergeben kann, oder tragen ihre abgenutzten Seiten eine besondere Würde und die Spuren gelebten Glaubens in sich? Sollte man sie bewahren, restaurieren, weitergeben oder würdevoll verabschieden – und welche Verantwortung haben dabei die einzelnen Gläubigen und die Kirche?
Wie umgehen mit dem « Buch der Bücher » …
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Den Umgang wie mit einem Koran im Islam sehe ich persönlich bei der Bibel nicht. Für die hat das Buch oder diese Schrift manchmal eine viel wichtigere Bedeutung. So war das Drucken der Fahne von Saudi Arabien auf Fußbälle (die man ja bekanntlich mit dem Fuß tritt) streng verboten:
"Das Drucken der saudi-arabischen Flagge auf einen Fußball ist wegen des heiligen Glaubensbekenntnisses (Schahada) darauf strengstens verboten bzw. verpönt"
Für mich ist das Buch oder Büchlein, wo die Verse der Bibel drinstehen nur ein Medium. Genauso kann es im Handy in einer App oder auf einem Tablet stehen. Eine persönliche Bibel, die mit Hervorhebungen oä. gekennzeichnet ist, wo viele Seiten und Anmerkungen einen persönlichen Bezug zum Studium und zur Erkenntnis dokumentieren, hat für den Besitzer sicher einen emotionalen Wert. Aber auch nur für ihn.
Aus einem Vortrag über den Ursprung der Bibel und die Weitergabe von Texten und Manuskripten habe ich erfahren, dass die jüdische Bibel beim Abschreiben immer genau kontrolliert wurde, sollte sich ein Abschreibfehler od. eine Unstimmigkeit beim Kopieren ergeben haben, wurde das betroffene Schriftstück nicht etwa verbrannt, sondern aus Ehrfurcht vor dem enthaltenen Wort in einer sogenannten Geniza aufbewahrt und schlußendlich beerdigt.
Eine Dankbarkeit gegenüber einem Buch kenne ich persönlich nicht, eher eine Dankbarkeit dem gegenüber, der es erstellt hat.
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Nun …
[Versuch lesbar zu machen:] Andererseits ist es in den USA schon ehedem und auch zuletzt hier
bei seltsamen Zuständen (deren psychiatrische Bezeichnungen ich bewusst völlig beiseite lasse !) - es vergeblicherBrauch, der Person eine Bibel auf den Kopf oder die Brust zu legen.Damit soll wohl gesagt werden, dass einem / einer Toten eine Bibel mit ins Grab gegeben werden kann (darf?).
Die Bibeln meiner eltern habe ich verbrannt - da war zu viel Persönliches, Intimes as den roten und blauen Markierungen zu lesen.
Das wäre ein Argument für die Beigabe ins Grab | in das Krematorium … der unsterblichen Seele die (un)sterblichen Gedanken auf dem Weg ins Paradies mitzugeben. Die sancta scriptura einfach zu verbrennen, ohne zwingenden Grund, wäre für mich ein Akt der Blasphemie.
Für mich ist das Buch oder Büchlein, wo die Verse der Bibel drinstehen nur ein Medium.
Eine Dankbarkeit gegenüber einem Buch kenne ich persönlich nicht, […]
Das sind sehr traurige Bekenntnisse und ich bin über sie entsetzt und von ihnen in tiefste Traurigkeit versetzt. Ich besitze, worüber man sich hier ja auch gerne belustigt, Bibeln in mehreren Sprachen und Formaten.
Meine Segond 1910 Taschenausgabe, Goldschnitt, in schwarzes Rindsleder gebunden und durch einen Reißverschluss geschützt, habe ich quer durch den Nahen Osten, den vorderen Orient und bis in den Hindukusch, wie auch durch Süd-Ost-Asien bis nach Indochina, getragen. In der inneren linken Brusttasche über dem Herzen. Dort wo auch mein militärisches Ausweisdokument, mein Impfpass, mein Testament und ein persönlicher Abschiedsbrief an meine Frau in einer Schutzhülle, vor Blut und Schweiß geschützt, untergebracht war.
Mein Testament enthielt die Anweisung, falls möglich, Wertsachen und Abschiedsbrief meiner Frau zukommen zu lassen, meine Bibel aber mit meiner Erkennungsmarke an meiner Leiche zu belassen und mit mir beizusetzen.
Ich kenne eine Dankbarkeit gegenüber meiner Bibel, sie war mir stets Trost und Halt.