Benedikt XVI. Enzyklika (Lehrschreiben) "DEUS CARITAS EST" / "GOTT IST DIE LIEBE"

  • " Benedikt XVI. Enzyklika (Lehrschreiben) "DEUS CARITAS EST" / "GOTT IST DIE LIEBE" : "Gedanken zur ersten Enzyklika "DEUS CARITAS EST" von Papst Benedikt XVI."

    Norbert Chmelar äußerte den Wunsch diese Enzyklika näher zu betrachten und Gedanken dazu zu formulieren. Die Enzyklika ist in 42 Abschnitte gegliedert. Wir wollen uns an dieses Schema haltend, dieses Lehrschreiben Abschnitt für Abschnitt nacheinander betrachten.

    Joseph Ratzinger wurde 1924 geboren. Er war nicht mehr jung als er 2005 zum Papst Benedikt XVI. gewählt wurde. Er war unsicher wie viel Zeit ihm noch bleibt. Daher begann er, genau wie bei seinen Jesus Büchern, mit dem was ihm am wichtigsten war: "GOTT IST DIE LIEBE"="DEUS CARITAS EST".

  • EINFÜHRUNG

    1. ,,Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm’’ (1 Joh 4, 16). In diesen Worten aus dem Ersten Johannesbrief ist die Mitte des christlichen Glaubens, das christliche Gottesbild und auch das daraus folgende Bild des Menschen und seines Weges in einzigartiger Klarheit ausgesprochen. Außerdem gibt uns Johannes in demselben Vers auch sozusagen eine Formel der christlichen Existenz: ,,Wir haben die Liebe erkannt, die Gott zu uns hat, und ihr geglaubt’’ (vgl. 4, 16).

    Wir haben der Liebe geglaubt: So kann der Christ den Grundentscheid seines Lebens ausdrücken. Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluß oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt. In seinem Evangelium hatte Johannes dieses Ereignis mit den folgenden Worten ausgedrückt: ,,So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt ... das ewige Leben hat’’ (3, 16). Mit der Zentralität der Liebe hat der christliche Glaube aufgenommen, was innere Mitte von Israels Glauben war, und dieser Mitte zugleich eine neue Tiefe und Weite gegeben. Denn der gläubige Israelit betet jeden Tag die Worte aus dem Buch Deuteronomium, in denen er das Zentrum seiner Existenz zusammengefaßt weiß: ,,Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft’’ (6, 4-5). Jesus hat dieses Gebot der Gottesliebe mit demjenigen der Nächstenliebe aus dem Buch Levitikus: ,,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst’’ (19, 18) zu einem einzigen Auftrag zusammengeschlossen (vgl. Mk 12, 29-31). Die Liebe ist nun dadurch, daß Gott uns zuerst geliebt hat (vgl. 1 Joh 4, 10), nicht mehr nur ein ,,Gebot’’, sondern Antwort auf das Geschenk des Geliebtseins, mit dem Gott uns entgegengeht.

    In einer Welt, in der mit dem Namen Gottes bisweilen die Rache oder gar die Pflicht zu Haß und Gewalt verbunden wird, ist dies eine Botschaft von hoher Aktualität und von ganz praktischer Bedeutung. Deswegen möchte ich in meiner ersten Enzyklika von der Liebe sprechen, mit der Gott uns beschenkt und die von uns weitergegeben werden soll. Damit sind bereits die beiden großen, eng miteinander verbundenen Teile dieses Schreibens vorgezeichnet. Der erste wird einen mehr spekulativen Charakter haben, da ich beabsichtige, darin — zu Beginn meines Pontifikats — einige wesentliche Punkte über die Liebe, die Gott dem Menschen in geheimnisvoller Weise und völlig vorleistungsfrei anbietet, zu klären und zugleich die innere Verbindung zwischen dieser Liebe Gottes und der Realität der menschlichen Liebe aufzuzeigen. Der zweite Teil wird konkreterer Natur sein, denn er soll die kirchliche praktische Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe behandeln. Das Thema erweist sich somit als sehr weitläufig; eine erschöpfende Behandlung übersteigt jedoch den Zweck dieser Enzyklika. Mein Wunsch ist es, auf einige grundlegende Elemente nachdrücklich einzugehen, um so in der Welt eine neue Lebendigkeit wachzurufen in der praktischen Antwort der Menschen auf die göttliche Liebe.


    Meine Anmerkungen dazu:

    Zum ersten Abschnitt:

    Ja, Joseph Ratzinger hat als Papst Benedikt XVI. recht, wenn er sagt, dass der Satz »Gott ist die Liebe« die Mitte des christlichen Glaubens darstellt und durch Jesu Lieblingsjünger Johannes bezeugt wird!

    Zum zweiten Abschnitt:

    ,,So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt ... das ewige Leben hat’’ (Johannes 3, 16). – Mit diesem Satz mit dem die zentrale Botschaft des Evangeliums ja auch des gesamten Neuen Testaments ausgedrückt wird, die eigentliche FROHE BOTSCHAFT – das Euangelion [Euangelion (griechisch εὐαγγέλιον) bedeutet wörtlich „gute Nachricht“ oder „frohe Botschaft“. Im christlichen Kontext bezeichnet es die Heilsbotschaft von Jesus Christus, seiner Verkündigung des Reiches Gottes] – stellt Benedikt in der Tat die „Zentralität der Liebe” in den Mittelpunkt seiner ersten Enzyklika. Er verweist dann auf Jesu zentrale Botschaft vom "Doppelgebot der Liebe" – auf die bereits im Alten Testament der Juden vorhandenen beiden Gebote der Gottesliebe (Deuteronomium 6, 4-5) und der Nächstenliebe (Levitikus 19, 18)!

    Und weil wie Ratzinger feststellt und 1 Joh 4, 10 zitiert, daß Gott uns zuerst geliebt hat, folgert daraus, dass auch wir Christen Gott lieben sollten! Benedikt nennt es die „Antwort auf das Geschenk des Geliebtseins, mit dem Gott uns entgegengeht.”

    Zum dritten Abschnitt:

    Hier erklärt der deutsche Papst dass er seine Enzyklika in 2 Teile aufteilen will; der erste Teil*¹ soll die innere Verbindung zwischen dieser Liebe Gottes und der Realität der menschlichen Liebe aufzeigen und der zweite Teil*² die kirchliche praktische Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe deutlich machen.

    Die „praktische Antwort der Menschen auf die göttliche Liebe” wird daher auch einen Großteil dieser ersten Enzyklika von Papst Benedikt XVI. ausmachen.

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    *¹ – der 1. Teil trägt die Überschrift: DIE EINHEIT DER LIEBE IN SCHÖPFUNG UND HEILSGESCHICHTE – aufgeteilt in die Abschnitte 2. – 18.

    *² – der 2. Teil hat die Überschrift: DAS LIEBESTUN DER KIRCHE ALS EINER ,,GEMEINSCHAFT DER LIEBE’’ – aufgeteilt in die Abschnitte 19. – 39.

  • Mir sprechen besonders diese Zeilen aus dem Herzen:
    "Wir haben der Liebe geglaubt: So kann der Christ den Grundentscheid seines Lebens ausdrücken. Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluß oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt."

  • "GOTT IST DIE LIEBE" : "Gedanken zur ersten Enzyklika "DEUS CARITAS EST" von Papst Benedikt XVI."

    Was einem auffällt das der Papst relativ schnell bei dem Wort EROS als Liebe hängenbleibt und es von griechischen Seite her begründet was man damals dort geglaubt hatte.

    Zitat:

    In der Kritik am Christentum, die sich seit der Aufklärung immer radikaler entfaltet hat, ist dieses Neue durchaus negativ gewertet worden. Das Christentum — meinte Friedrich Nietzsche — habe dem Eros Gift zu trinken gegeben; er sei zwar nicht daran gestorben, aber zum Laster entartet.[1] Damit drückte der deutsche Philosoph ein weit verbreitetes Empfinden aus: Vergällt uns die Kirche mit ihren Geboten und Verboten nicht das Schönste im Leben? Stellt sie nicht gerade da Verbotstafeln auf, wo uns die vom Schöpfer zugedachte Freude ein Glück anbietet, das uns etwas vom Geschmack des Göttlichen spüren läßt?

    4. Aber ist es denn wirklich so? Hat das Christentum tatsächlich den Eros zerstört? Sehen wir in die vorchristliche Welt. Die Griechen — durchaus verwandt mit anderen Kulturen — haben im Eros zunächst den Rausch, die Übermächtigung der Vernunft durch eine ,,göttliche Raserei’’ gesehen, die den Menschen aus der Enge seines Daseins herausreißt und ihn in diesem Überwältigtwerden durch eine göttliche Macht die höchste Seligkeit erfahren läßt.

    Alle anderen Gewalten zwischen Himmel und Erde erscheinen so als zweiten Ranges: ,,Omnia vincit Amor’’, sagt Vergil in den Bucolica — ,,die Liebe besiegt alles’’. Und er fügt hinzu: ,,Et nos cedamus amori’’ — ,,weichen auch wir der Liebe’’.[2] In den Religionen hat sich diese Haltung in der Form der Fruchtbarkeitskulte niedergeschlagen, zu denen die ,,heilige’’ Prostitution gehört, die in vielen Tempeln blühte. Eros wurde so als göttliche Macht gefeiert, als Vereinigung mit dem Göttlichen.

    Besser wäre es die LIEBE aus Sicht der Bibel zu betrachten und was Gott an der Sexualität nicht gefallen hat ergründen!

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Was einem auffällt das der Papst relativ schnell bei dem Wort EROS als Liebe hängenbleibt und es von griechischen Seite her begründet was man damals dort geglaubt hatte.

    Mir scheint, Du unterliegst da einem groben Missverständnis - vielleicht bist Du beim Lesen hängengeblieben, nicht der Papst beim Schreiben?

    Liebe Grüße, Heimo

  • Mir scheint, Du unterliegst da einem groben Missverständnis - vielleicht bist Du beim Lesen hängengeblieben, nicht der Papst beim Schreiben?

    Heimo, bist Du sicher mein Anliegen verstanden zu haben? Ich habe es bis zu diesem Punkt den ich gepostet habe aufgehört zu lesen! Christel wollte das wir schrittweise vorgehen!

    Das Thema ist ja GOTT ist die Liebe!!!

    Warum man ziemlich schnell beim Sex landet wundert mich schon!

    Es reicht das verhalten der Menschen..der Männer vor der Sintflut zu studieren um zu wissen wer das Problem ist!

    Der Mann, der Adam, das Haupt der Familie! Er ist zuerst geschaffen worden und dei Eva nur aus der Rippe...

    Sie hat versagt und den Mann hineingezogen....sie ist schuld!!! Sie wurde von Gott zum Kinderkriegen verdonnet!!

    Dem Mann hörig zu sein!!!

    Was hat uns Jesus gelehrt, wie ist er mit Huren umgegangen....?

    Haupt und Verantwortung hat mit Dienst für den Schwachen zu tun und nicht Machtmissbrauch!

    Wie werden Frauen von den Männern bis heute behandelt???

    Deshalb lebt die RKK immer noch das Zylibat und die Frau hat sehr wenig zu sagen...

    Leute die nicht das Menschsein leben (Mann und Frau,Familie) die wollen uns die Liebe erklären....?

    Das glaubst Du???

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Christel wollte das wir schrittweise vorgehen!

    Das hast Du richtig verstanden! Es ist auch der Wunsch von Norbert.

    Daher hat er den Abschnitt, bei dem wir gerade sind, im Volltext eingestellt. So kann jeder sehen bei welchem Textabschnitt wir sind und wir können ihn gemeinsam betrachten.

    Wie Du siehst, sind wir gerade beim Abschnitt 1. Da steht nichts von Eros. Das kommt später im Abschnitt 3. Habe bitte Verständnis, dass wir erst dann darauf eingehen werden.

    Fällt Dir noch etwas zu Abschnitt 1 ein?

  • Wie Du siehst, sind wir gerade beim Abschnitt 1. Da steht nichts von Eros.

    Das ist Richtig, Abschnitt 1 ist ja nur die Einführung!! Das ist ja unser aller Fundament würde ich behaupten!

    Wir haben der Liebe geglaubt: So kann der Christ den Grundentscheid seines Lebens ausdrücken. Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluß oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt. In seinem Evangelium hatte Johannes dieses Ereignis mit den folgenden Worten ausgedrückt: ,,So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt ... das ewige Leben hat’’ (3, 16).

    Auch hier wird der Grund nochmal klar benannt!

    In einer Welt, in der mit dem Namen Gottes bisweilen die Rache oder gar die Pflicht zu Haß und Gewalt verbunden wird, ist dies eine Botschaft von hoher Aktualität und von ganz praktischer Bedeutung.

    Das sollte mir jemand erklären was damit gesagt werden soll?

    Deswegen möchte ich in meiner ersten Enzyklika von der Liebe sprechen, mit der Gott uns beschenkt und die von uns weitergegeben werden soll.

    Ist das das Motiv???

    In einer Welt, in der mit dem Namen Gottes bisweilen die Rache oder gar die Pflicht zu Haß und Gewalt verbunden wird....

    Von welchem Gott spricht er?

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • In einer Welt, in der mit dem Namen Gottes bisweilen die Rache oder gar die Pflicht zu Haß und Gewalt verbunden wird....

    Von welchem Gott spricht er?

    Vom Gott eines Charlie Kirk = Donald J(esus) Trump vielleicht?


    Für den zig Evangelikale „Christen“ im Oval Office „beten“. Der den Iran in die Hölle bomben will, mit Gottes Segen.


    Dieser Missbrauch des Gottesbegriffs gehört aufs Schärfste verurteilt.

  • Auch hier wird der Grund nochmal klar benannt!

    In einer Welt, in der mit dem Namen Gottes bisweilen die Rache oder gar die Pflicht zu Haß und Gewalt verbunden wird, ist dies eine Botschaft von hoher Aktualität und von ganz praktischer Bedeutung.

    Das sollte mir jemand erklären was damit gesagt werden soll?

    Es berufen sich ja die Islamistischen Terroristen in ihren Hassbotschaften („Israel muss vernichtet werden!” ... „Der Satan USA muss bestraft werden!” usw ) auf den DSCHIHAD = Heiliger Krieg der ja im Koran des Islam gelehrt wird und wo drinnen steht: »Du sollst die Ungläubigen nicht am Leben lassen!« Sure 9, Vers 5 » ... tötet die Götzendiener, wo ihr sie findet!« oder Sure 47, Vers 4 („...schlagt (ihnen) die Nacken, bis ihr sie zermalmt habt...“). Das wird wohl bei Ratzinger im Hinterkopf gewesen sein, als er diesen Satz in seiner Enzyklika niederschrieb! Der Gott der Liebe und der Gott der Bibel, der sich im Friedefürsten Jesus Christus offenbart hat, lehnte derartiges ab!

  • Abschnitt 1 ist ja nur die Einführung!!

    Manchmal kann man eine Einführung überspringen. Hier beginnt Benedikt XVI. mit dem Wichtigsten.
    Er hat drei Enzykliken geschrieben:

    Zitat


    Die drei Enzykliken Papst Benedikts XVI.

    Liebe - Hoffnung - Wahrheit

    Begonnen hat er mit dem, was ihm am wichtigsten war.
    Ich denke, er wollte damit festlegen, worauf es ihm in seinen Pontifikat ankam.
    Außerdem, war und blieb er ein leidenschaftlicher Professor und Theologe, der den Menschen etwas zu sagen hatte.

    Das ist ja unser aller Fundament würde ich behaupten!

    Genau und gerade deshalb betont er es.

    Ist es nicht manchmal so, dass über alles Mögliche geredet wird, aber das Wesentliche spart man aus? Vielleicht, weil man meint diese Basics kennt sowieso jeder.

    Dabei sind sie, wie Du richtig sagst, das Fundament. Es ist das Fundament aus dem sich alles andere ergibt.
    Daher ist es wichtig, sich dies immer wieder ins Gedächtnis zu rufen und zu betonen.

  • Ja, Joseph Ratzinger hat als Papst Benedikt XVI. recht, wenn er sagt, dass der Satz »Gott ist die Liebe« die Mitte des christlichen Glaubens darstellt

    Man wird wohl kaum theologisch-inhaltlich etwas finden, das zu beanstanden wäre, zumindest nicht bei diesen grundsätzlichen Dingen.

    Norbert, Bogi oder andere mögen allenfalls etwas aussetzen, wenn es z.B. um Dinge wie das Kirchen- oder Priesterverständnis geht, oder eben wenn es um rituelle Praxis oder Querverbindungen geht ("wie kann ein Priester von Liebe reden?") usw.

    Aber grundsätzlich, theologisch-inhaltlich, wird es da wohl kaum Probleme geben, vor allem nicht bei Ratzinger, der ein exzellenter Theologe war.

    Bogi111 dass man beim theologischen Thema "Liebe" (Agape) vorweg die Bedeutung von Eros bzw. sowohl die Verbindung als auch den Unterschied "Eros/Agape" ausführt, ist eigentlich Usus in solchen Abhandlungen. Das wirst du in zig protestantischen Ausführungen und Predigten auch finden.

  • ERSTER TEIL

    DIE EINHEIT DER LIEBE
    IN SCHÖPFUNG
    UND HEILSGESCHICHTE

    Ein sprachliches Problem

    2. Die Liebe Gottes zu uns ist eine Grundfrage des Lebens und wirft entscheidende Fragen danach auf, wer Gott ist und wer wir selber sind. Zunächst aber steht uns diesbezüglich ein sprachliches Problem im Weg. Das Wort ,,Liebe’’ ist heute zu einem der meist gebrauchten und auch mißbrauchten Wörter geworden, mit dem wir völlig verschiedene Bedeutungen verbinden. Auch wenn das Thema dieses Rundschreibens sich auf die Frage nach dem Verständnis und der Praxis der Liebe gemäß der Heiligen Schrift und der Überlieferung der Kirche konzentriert, können wir doch nicht einfach von dem absehen, was dieses Wort in den verschiedenen Kulturen und im gegenwärtigen Sprachgebrauch aussagt.

    Erinnern wir uns zunächst an die Bedeutungsvielfalt des Wortes ,,Liebe’’: Wir sprechen von Vaterlandsliebe, von Liebe zum Beruf, von Liebe unter Freunden, von der Liebe zur Arbeit, von der Liebe zwischen den Eltern und ihren Kindern, zwischen Geschwistern und Verwandten, von der Liebe zum Nächsten und von der Liebe zu Gott. In dieser ganzen Bedeutungsvielfalt erscheint aber doch die Liebe zwischen Mann und Frau, in der Leib und Seele untrennbar zusammenspielen und dem Menschen eine Verheißung des Glücks aufgeht, die unwiderstehlich scheint, als der Urtypus von Liebe schlechthin, neben dem auf den ersten Blick alle anderen Arten von Liebe verblassen. Da steht die Frage auf: Gehören alle diese Formen von Liebe doch letztlich in irgendeiner Weise zusammen, und ist Liebe doch — in aller Verschiedenheit ihrer Erscheinungen — eigentlich eins, oder aber gebrauchen wir nur ein und dasselbe Wort für ganz verschiedene Wirklichkeiten?


    Meine Anmerkungen dazu:

    Zum ersten Abschnitt:

    In dem Ratzinger – dessen Mittelpunkt dieser Enzyklika vor allem die Liebe gemäß der Heiligen Schrift und der Überlieferung der Kirche und im Sinne Jesu sein will – aber auch auf die anderen Bedeutungen des Begriffes "Liebe" hinweist, beweist Papst Benedikt, dass er selbst im 21. Jahrhundert angekommen ist und daher diese heutigen Schattierungen der Liebe nicht ausblenden kann und will!

    Zum zweiten Abschnitt:

    Benedikt XVI. wird hier nun sehr konkret und stellt die Bedeutungsvielfalt des Wortes ,,Liebe’’ in diesem 2. Punkt seines Rundschreibens in den Fokus; so differenziert Ratzinger m.E. sehr vernünftig und teilt ein in:

    • die Vaterlandsliebe
    • die Liebe zum Beruf und von der Liebe zur Arbeit, was ja oft identisch ist
    • die Liebe unter Freunden (ich denke da im Moment biblisch gesehen an dieses Beispiel: die Liebe zwischen David und Jonathan, dem ältesten Sohn des Königs Saul!)
    • die Liebe zwischen den Eltern und ihren Kindern
    • die Liebe zwischen Geschwistern
    • die Liebe zwischen Verwandten
    • die Liebe zum Nächsten
    • die Liebe zu Gott. – und
    • die Liebe zwischen Mann und Frau, die Benedikt bestimmt zu recht als den Urtypus von Liebe schlechthin hier bezeichnet hat.

    Letztere Liebe , also die Liebe zwischen Mann und Frau sei eine Verheißung des Glücks. Da hat der Papst sicher etwas wunderbares und verheißungsvolles erwähnt, da wir ja bereits auf den ersten Seiten der Bibel und in der Schöpfungsgeschichte diese Liebe zwischen Mann und Frau als ein Gottesgeschenk sehen können, – sie ist praktisch hier bereits vorgezeichnet! – wenn Gott sagt „es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei!” ( 1. Mose 2,18 )

    Exkurs: Kann man nicht auch sagen, dass der Kern aller Liebe und aller hier oben 9 erwähnten Ausformungen der Liebe, in der göttlichen Liebe zwischen Gott-Vater und Gott-Sohn zu sehen ist? Ist diese nicht der Ausgangspunkt der Liebe schlechthin?

  • Bogi111 dass man beim theologischen Thema "Liebe" (Agape) vorweg die Bedeutung von Eros bzw. sowohl die Verbindung als auch den Unterschied "Eros/Agape" ausführt, ist eigentlich Usus in solchen Abhandlungen. Das wirst du in zig protestantischen Ausführungen und Predigten auch finden.

    Das aber sehe ich als ein großes Problem, dem sich die Evangelische Kirche angeschlossen hatte!

    Die Frage ist, warum muss ich die Griechischen Begriffe übernehmen um Gottes Liebe zu erklären?

    Oder ist es nicht so, dass man anhand der Begriffe, die Liebe erklärt???

    Zitat:

    Eros’’ und ,,Agape’’ – Unterschied und Einheit

    3. Der Liebe zwischen Mann und Frau, die nicht aus Denken und Wollen kommt, sondern den Menschen gleichsam übermächtigt, haben die Griechen den Namen Eros gegeben. Nehmen wir hier schon vorweg, daß das Alte Testament das Wort Eros nur zweimal gebraucht, während es im Neuen Testament überhaupt nicht vorkommt: Von den drei griechischen Wörtern für Liebe — Eros, Philia (Freundschaftsliebe), Agape — bevorzugen die neutestamentlichen Schriften das letztere, das im griechischen Sprachgebrauch nur am Rande gestanden hatte. Der Begriff der Freundschaft (Philia) wird dann im Johannesevangelium aufgegriffen und in seiner Bedeutung vertieft, um das Verhältnis zwischen Jesus und seinen Jüngern auszudrücken.

    Dieses sprachliche Beiseiteschieben von Eros und die neue Sicht der Liebe, die sich in dem Wort Agape ausdrückt, zeigt zweifellos etwas Wesentliches von der Neuheit des Christentums gerade im Verstehen der Liebe an.

    Ist das wirklich eine Neuheit des Christentums???

    Wo bleiben das Verliebsein, das Begehren des Anderen, das ein Fleisch sein des AT oder Hoheslied !!!

    1 Das Hohelied Salomos.

    2 Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; ja, deine Liebe ist köstlicher als Wein.

    3 Köstlich riechen deine Salben; dein Name ist eine ausgeschüttete Salbe, darum lieben dich die Mädchen.

    4 Zieh mich dir nach, so wollen wir laufen. Der König führte mich in seine Kammern. Wir wollen uns freuen und fröhlich sein über dich; wir preisen deine Liebe mehr als den Wein. Mit Recht lieben sie dich.

    7 Sage mir an, du, den meine Seele liebt, wo du weidest, wo du ruhst am Mittag, damit ich nicht umherirren muss bei den Herden deiner Gesellen.

    13 Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen, das zwischen meinen Brüsten ruht.

    14 Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen in den Weingärten von En-Gedi.

    15 Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Tauben.

    16 Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich. Unser Lager ist grün.

    Was hat des begriff Eros daraus gemacht???

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Die Frage ist, warum muss ich die Griechischen Begriffe übernehmen um Gottes Liebe zu erklären?

    Wir haben nur einen Begriff für alle Formen der Liebe.
    Da die griechische Sprache für die verschiedenen Formen der Liebe unterschiedliche Begriffe hat, lässt sich das daran sehr gut zeigen. - Aber dazu später.

  • Ich sehe gerade, Benedikt erklärt selbst die Notwenigkeit der Unterscheidung.

    Zitat

    Das Wort ,,Liebe’’ ist heute zu einem der meist gebrauchten und auch mißbrauchten Wörter geworden, mit dem wir völlig verschiedene Bedeutungen verbinden.

  • Das aber sehe ich als ein großes Problem, dem sich die Evangelische Kirche angeschlossen hatte!

    Die Frage ist, warum muss ich die Griechischen Begriffe übernehmen um Gottes Liebe zu erklären?

    Oder ist es nicht so, dass man anhand der Begriffe, die Liebe erklärt???

    Ich verstehe diese drei Sätze nicht.

    Was ist das Problem? Dass man die Worte, die in der Bibel für "Liebe" verwendet werden, erläutert?

  • Da Bogi in NR. 16 schon zum Punkt 3./42 gesprungen ist

    ,,Eros’’ und ,,Agape’’ – Unterschied und Einheit

    3. Der Liebe zwischen Mann und Frau, die nicht aus Denken und Wollen kommt, sondern den Menschen gleichsam übermächtigt, haben die Griechen den Namen Eros gegeben. Nehmen wir hier schon vorweg, daß das Alte Testament das Wort Eros nur zweimal gebraucht, während es im Neuen Testament überhaupt nicht vorkommt: Von den drei griechischen Wörtern für Liebe — Eros, Philia (Freundschaftsliebe), Agape — bevorzugen die neutestamentlichen Schriften das letztere, das im griechischen Sprachgebrauch nur am Rande gestanden hatte. Der Begriff der Freundschaft (Philia) wird dann im Johannesevangelium aufgegriffen und in seiner Bedeutung vertieft, um das Verhältnis zwischen Jesus und seinen Jüngern auszudrücken. Dieses sprachliche Beiseiteschieben von Eros und die neue Sicht der Liebe, die sich in dem Wort Agape ausdrückt, zeigt zweifellos etwas Wesentliches von der Neuheit des Christentums gerade im Verstehen der Liebe an. In der Kritik am Christentum, die sich seit der Aufklärung immer radikaler entfaltet hat, ist dieses Neue durchaus negativ gewertet worden. Das Christentum — meinte Friedrich Nietzsche — habe dem Eros Gift zu trinken gegeben; er sei zwar nicht daran gestorben, aber zum Laster entartet.[1] Damit drückte der deutsche Philosoph ein weit verbreitetes Empfinden aus: Vergällt uns die Kirche mit ihren Geboten und Verboten nicht das Schönste im Leben? Stellt sie nicht gerade da Verbotstafeln auf, wo uns die vom Schöpfer zugedachte Freude ein Glück anbietet, das uns etwas vom Geschmack des Göttlichen spüren läßt?


    + begnüge ich mich mit wenigen Anmerkungen zu 3.

    • Agape — das Wort "Liebe" welches die neutestamentlichen Schriften bevorzugen! Im Neuen Testament (NT) ist Agape (griech. ἀγάπη) die höchste, göttliche Form der Liebe: eine selbstlose, bedingungslose und aufopfernde Hingabe, die das Wohl des anderen sucht, ohne Gegenleistung zu erwarten. Sie entspringt aus Gottes Wesen (1. Joh 4,8), ist oft eine bewusste Willensentscheidung statt eines Gefühls und umfasst Nächsten- sowie Feindesliebe.
    • Der Begriff der Freundschaft (Philia) im Johannesevangelium: Hier spricht Jesus sehr oft von seinen Freunden von den jüngern. So in Joh 15,14+15 wo Jesus sagt: „Ihr seid meine Freunde. Euch aber habe ich Freunde genannt” in der Neues Leben Bibel kommt das Wort "Freunde" 4 mal vor.
    • Der nihilistische Atheist Friedrich Nietzsche sah im Eros, also in der erotisch-sexuellen Liebe das Schönste im Leben! Mit Gottes Geboten sei der Eros zu Fall gekommen bzw. „vertrieben worden”.

    Fazit: Gerade in der göttlichen Agape-Liebe des Jesus von Nazareth wird gezeigt was echte Liebe wirklich ist!