Gibt es den "gerechten Krieg" ?

  • Hallo ihr Lieben,

    ich möchte über dieses Thema mit euch nachdenken und sprechen, da ich in letzter Zeit öfters darüber nachsinne.

    Freue mich auf einen interessanten Austausch mit euch.

    Liebe Grüße und Segenswünsche euch allen.

  • Hallo,

    ich würde sagen, dass biblisch gesprochen es gerechte Kriege (weil von Gott angeordnet) gab. Ob es im Krieg gerecht zugeht, ob nur die Ungerechten bei den Kämpfen sterben, naja.

    Heutzutage ist es maximal so, dass möglicherweise manchen Menschen in Kriegen Gerechtigkeit widerfährt. Ohne, dass ich das konkret benennen kann, empfinde ich manchen Tod eines Despoten im Krieg, als gerechte Folge seines Wirkens. Kollateralschäden, vor allem an der Zivilbevölkerung wiederum empfinde ich als ungerecht. Also ist insgesamt der Krieg heutzutage aus meiner Sicht nie gerecht.

    In letzter Zeit stolpere ich immer wieder über die Textstelle über die Helden Davids:

    2 Sam 23/8 Dies sind die Namen der Helden Davids: Joscheb-Baschebet, der Tachkemoniter, das Haupt der Wagenkämpfer; das ist Adino, der Ezniter; [er siegte] über 800, die er auf einmal erschlagen hatte. 9 Und nach ihm Eleasar, der Sohn Dodos, der Sohn eines Achochiters; er war unter den drei Helden mit David, als sie die Philister verhöhnten; diese sammelten sich dort zum Kampf, als die Männer von Israel weggezogen waren; 10 er jedoch erhob sich und schlug die Philister, bis seine Hand müde wurde und seine Hand am Schwert klebte. So bewirkte der Herr an jenem Tag eine große Rettung, und das Volk kehrte um hinter ihm her, doch nur um zu plündern. 11 Und nach ihm Schamma, der Sohn Ages, des Harariters. Als die Philister sich zu einer Schar sammelten, war dort ein Ackerstück voll Linsen; und als das Volk vor den Philistern die Flucht ergriff, 12 da trat er mitten auf das Ackerstück und verteidigte es und schlug die Philister, und der Herr bewirkte eine große Rettung.

    Was waren das für Menschen, diese Helden, wo der Herr exemplarisch eine große Rettung bewirkte? Es wirkt nicht so als wäre dieser Krieg ein ungerechter, den sie hier führten und der Tod der Feinde wird von Gott gewirkt bzw. durch den Mut dieser "Helden Davids" und Gottes Wirkung.

  • War der Krieg des Volkes Israel ✡️ gegen die 7 Völker der Kanaaniter (vermutlich waren es nur Stämme, analog zu den 10 Stämmen der Germanen zur Zeit der Völkerwanderung um 500 n.C.) um das "Heilige Land" ein "gerechter Krieg"?

    Und auch einige Fragen zur jüngsten Geschichte im 20. Jahrhundert:

    • War der II. Weltkrieg den die Alliierten gegen Hitler-Deutschland (1939 – 1945) geführt haben ein "gerechter Krieg"?
    • Waren die Nahost-Kriege Israels 🇮🇱 (1948/49/ 1956/ 1967/ 1982) gegen die Übermacht ihrer arabischen Feinde "gerechte Kriege"?
    • War der Israel 🇮🇱 durch den Terror-Überfall der Hamas vom 7. Oktober 2023 aufgedrängte Gazakrieg ein "gerechter Krieg"?
    • War der wegen des serbischen Massaker von Srebrenica vom 11. bis zum 19. Juli 1995 – Mord an mehr als 8000 (zum größten Teil männlichen) Bosniaken – von den USA begonnene Krieg vom 30. August 1995 bis zum 20. September 1995 ein "gerechter Krieg"?
    • War der ohne UNO-Mandat geführte Krieg der NATO (als sich GG-widrig daran zum ersten Mal die deutsche Bundeswehr außerhalb des NATO-Gebiets beteiligt hatte und Bomben auf Belgrad geworfen hatte!) zwischen dem 24. März 1999 und dem 12. Juni1999 gegen Serbien ein "gerechter Krieg"?
    • War der Irakrieg der USA 🇺🇸 2003 der aufgrund falscher Grundlagen von den Amis gegen Saddam Hussein geführt wurde ein "gerechter Krieg"?
  • Vielleicht müsste man auch definieren was jeder darunter versteht, also "gerecht"?

    Wann ist etwas gerecht...es ist laut meiner Erfahrung etwas sehr individuell verstandenes.

    Für mich ist diese Frage, also was ist gerecht (jedenfalls in Bezug auf Krieg)? nur damit beantwortet was Gott als gerecht ansieht und bezeichnet. Insofern steht uns möglicherweise die Bewertung gar nicht zu, auch wenn wir wahrscheinlich alle eine Meinung und ein Empfinden dazu haben.

  • Was ist Krieg, was ist ein Kampf für Gerechtigkeit? Mit welchen Waffen kämpfe ich, was ist mein Motiv?

    Gerechter Krieg Kampf (KI)

    Die Bibel lehrt, dass Krieg nie gut ist, aber manchmal Notwendig ist. In einer Welt voll sündiger Menschen ist Krieg unvermeidbar. Der einzige Weg, sündige Menschen davon abzuhalten, den Unschuldigen schwere Schäden zuzufügen, in den Krieg zu ziehen, ist um göttliche Weisheit für die Regierung und die schnelle Lösung der Konflikte zu beten. Die Christen sollen nicht nach dem Krieg streben, aber sie dürfen sich auch nicht der Regierung entgegensetzen.


    Zitat : Was lehrt die Bibel über den Krieg? | DOMRADIO.DE

    Kristell Köhler (Referentin für Glaubenskommunikation im Erzbistum Köln): Ja, das kann man, glaube ich, schon so sagen. Überhaupt den Begriff eines gerechten Krieges oder etwas Vergleichbares gibt es in der Heiligen Schrift, in der Bibel, eigentlich nicht. Das ist eine Vokabel, die sich wahrscheinlich erst entwickelt hat, als das Christentum auch Staatsreligion wurde. Also auch erst in der Zeit des Kaisers Konstantin.

    Es gibt zwar eine Stelle in der Johannes-Offenbarung, wo irgendwie die Worte "gerecht" und "kämpfen" sehr nah beieinander auftauchen. Aber es geht da um ein großes Endzeit-Szenario und es geht um den Retter, der die feindlichen Mächte endgültig zerschlägt. Da gibt es Gerechtigkeit und Wahrheit und Treue. Aber es geht um die Stelle, wo Gott aus seiner Perspektive eingreift. Wenn Gott, der gerecht, treu und wahr ist, kämpft, dann kann es in dem Kampf etwas Gerechtes geben. Aber eben eigentlich nicht, weil wir Menschen ja doch immer sehr subjektiv unterwegs sind. Das, was für den einen ein gerechter oder fairer Krieg ist, ist es für den anderen - das erleben wir gerade - so ganz und gar nicht.

    Wir Menschen haben uns Gesetze gegeben , friedlich miteinander umzugehen!

    Es sollte nicht das RECHT des Stärkeren gelten!

    Wer das RECHT/VERTRAG bricht, zwing den Betrogenen/Schwächeren sich mit Verbündeten zu wehren!

    Mit der Wange hinhalten, kann ja nur auf uns Menschen zutreffen, nicht auf ein Land!

    Im AT hat Gott Menschen und Weltreiche beauftragt , seine Strafen, auch Töten in seinem Namen auszuführen!

    Es ist ein Unterschied Unfrieden zu säen um dann andere zu überfallen, als sich zu wehren!

    In der Offenbarung 7:1-17 steht, dass vier Engel an den vier Ecken der Erde stehen und die vier Winde der Erde festhalten, damit kein Wind über Land oder Meer weht. 

    Diese Engel haben die Macht, die Erde und das Meer zu beschädigen, bis das Siegel des lebendigen Gottes auf den Stirn der Knechte gedrückt ist. Dies zeigt die Kontrolle Gottes über die Natur und die Bedingungen für die Schöpfung.

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Und auch einige Fragen zur jüngsten Geschichte im 20. Jahrhundert: Dazu meine Antworten!

    1. War der II. Weltkrieg den die Alliierten gegen Hitler-Deutschland (1939 – 1945) geführt haben ein "gerechter Krieg"? ----> Insofern ja, als dadurch eine furchtbare und zutiefst unmenschliche NS-Diktatur beseitigt wurde! Wobei der ungebremste Bombenterror der USA und Englands (z.B. Zerstörung Dresdens am 13.2.1945) unverhältnismäßig und zu brutal war!
    2. Waren die Nahost-Kriege Israels 🇮🇱 (1948/49/ 1956/ 1967/ 1982) gegen die Übermacht ihrer arabischen Feinde "gerechte Kriege"? ----> Ja, weil es reine "Verteidigungskriege" der Juden waren. Beim Libanonkrieg 1982 kann man das wohl nicht mehr so sehen. Es war der erste größere Arabisch-Israelische Konflikt, den Israel begann, ohne dass seine Existenz unmittelbar bedroht war. Israel nannte die Operation „Frieden für Galiläa“.[1] Die israelische Offensive wurde jedoch, auch von vielen Israelis,[2] als Angriffskrieg gewertet.[3] Besonders die Massaker vom 16. – 18. September 1982 in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila befohlen vom israelischen Verteidigungsminister Ariel Scharon, das bis zu 3000 Opfer forderte, war ein Bruch des humanitären Völkerrechts und wohl ein unentschuldbares Kriegsverbrechen der Israelis. Sharon musste deswegen in September 1983 zurücktreten, wie auch Ministerpräsident Menachem Begin! -----> siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Libanonkrieg_1982
    3. War der Israel 🇮🇱 durch den Terror-Überfall der Hamas vom 7. Oktober 2023 aufgedrängte Gazakrieg ein "gerechter Krieg"? ----> Einerseits Ja, denn dieser unglaublich menschenverachtende Terror konnte nicht ungesühnt bleiben, anderseits Nein, da dieser Krieg ungeheures Leid über die palästinensische Zivilbevölkerung brachte und es dadurch zu mehr als 80.000 Palästinensertoten kam. ----> siehe: https://www.dw.com/de/wie-hoch-si…lich/a-73115737
    4. War der wegen des serbischen Massaker von Srebrenica vom 11. bis zum 19. Juli 1995 – Mord an mehr als 8000 (zum größten Teil männlichen) Bosniaken – von den USA 🇺🇸 begonnene Krieg vom 30. August 1995 bis zum 20. September 1995 ein "gerechter Krieg"? ----> Wohl ja.
    5. War der ohne UNO-Mandat geführte Krieg der NATO (als sich GG-widrig daran zum ersten Mal die deutsche Bundeswehr außerhalb des NATO-Gebiets beteiligt hatte und Bomben auf Belgrad geworfen hatte!) zwischen dem 24. März 1999 und dem 12. Juni 1999 gegen Serbien ein "gerechter Krieg"? ----> Nein, da er nicht durch eine UN-Sicherheitsratsresolution gedeckt und ohne UNO-Mandat durchgeführt wurde! Die Begründung der NATO und von Deutschlands "Kriegsaußenminister" Joschka Fischer, GRÜNE (der vollkommen unhistorisch das Massaker von Srebrenica mit dem Holcaust verglich!) eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, war wohl nur vorgeschoben.
    6. War der Irakrieg der USA 🇺🇸 2003 der aufgrund falscher Grundlagen von den Amis gegen Saddam Hussein geführt wurde ein "gerechter Krieg"? -----> Eindeutig, Nein! Selbst wenn dadurch das Regime von Saddam Hussein gestürzt wurde, hatte er doch nur Chaos im Irak ausgelöst und einen Bürgerkrieg im Irak zur Folge und hatte als Folge auch zum Erstarken der ISIS beigetragen.
    7. Wie sieht es mit dem Russland-Ukraine-Krieg seit 24. Februar 2022 aus? War das ein "gerechter Krieg"? ----> Da Wladimir Putins Russland der Aggressor war und einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg startete, war es aus russischer Sicht kein "gerechter Krieg" auch wenn Putin behauptet hat, die russische Bevölkerung im Donbass vor Faschisten der Ukraine schützen zu müssen. Der einzige "Faschist" hier ist Herr Wladimir Putin ("Putler")! Von seitens der Ukraine, die einen reinen Abwehrkampf und Verteidigungskrieg führt, ist es wohl ein "gerechter Krieg". Aber es hätte schon längst zu einem Waffenstillstand kommen sollen, nachdem dieser Krieg bereits ins 5. Jahr geht und die Fronten schon seit vielen Monaten in diesem Krieg eingefroren sind.
  • ich würde sagen, dass biblisch gesprochen es gerechte Kriege (weil von Gott angeordnet) gab. Ob es im Krieg gerecht zugeht, ob nur die Ungerechten bei den Kämpfen sterben, naja.

    Genau diesen Punkt meine ich. Ob es in kriegerischen Kampfhandlungen "gerecht" zugeht, das kriegen wir kaum ausklamüsert, da wollen sich ja zwei Parteien töten - wie soll man das ermitteln? Man kann dann höchstens die Verrohung feststellen, die so ein Krieg mit sich bringt: Menschen werden im Krieg brutal und unbarmherzig. Jeder würde sich vermutlich wundern und vor sich selbst erschrecken, wozu er fähig wird, wenn nur die Umstände lange genug im Kriegsklima sind.

    Aber ja, ich meine die Frage, angesichts der biblischen Texte, ob es Krieg gibt, der sozusagen im Sinne der Gerechtigkeit Gottes ist. Wie ermittelt man das und wie steht man als Christ dazu?

    Das christlich-pazifistische "Auf gar keinen Fall Krieg!" ist leicht gesprochen, vor allem, wenn ich es bequem bei mir habe. Benutzt Gott (auf einer Meta-Ebene) die Kriege auch, um etwas zu lenken oder zu wandeln? In der Bibel tut er das. Was sagen wir Christen dazu? Oder ignorieren wir diese Meta-Ebene und sagen einfach grundsätzlich: "Alles für den Frieden!" ?

    Wir sollen, soweit es an uns liegt, Frieden halten mit jedermann. Was aber, wenn die andere Seite keinen Frieden WILL?

    Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss, aber ich muss mich ja als Christ irgendwie dazu verhalten und Menschen möchten ja auch manchmal darüber sprechen.

    Dass man Jesus nicht als "ersten Soldat" benutzen kann oder dass "Wir werden sie alle auslöschen!" keine christliche Botschaft sein kann - geschenkt!, aber trotzdem die Frage: wie verhalten wir uns als Christen dazu?

  • Wir sollen, soweit es an uns liegt, Frieden halten mit jedermann. Was aber, wenn die andere Seite keinen Frieden WILL?

    Genau das ist das Problem.

    In Kampfhandlungen immer "gerecht" zu agieren, das halte ich für praktisch unmöglich. Was wäre überhaupt gerecht in so einer Situation?

    Schwierig bis unlösbar halte ich auch die Frage, wann man zur Verteidigung Dritter eingreifen sollte (ich denke da z.B. an Srebrenica - das von Serben, nicht nur serbischen Nationalisten, unter Umständen anders gesehen wird / wurde).

    Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss, aber ich muss mich ja als Christ irgendwie dazu verhalten und Menschen möchten ja auch manchmal darüber sprechen.

    Ich denke, es ist angemessen sich (auch kriegerisch) zu verteidigen, wenn man angegriffen wird.

    Drüber sprechen? Vielleicht ist es manchmal angebracht keien Antwort (Lösung) zu haben.

    Liebe Grüße, Heimo

  • Genau diesen Punkt meine ich. Ob es in kriegerischen Kampfhandlungen "gerecht" zugeht, das kriegen wir kaum ausklamüsert, da wollen sich ja zwei Parteien töten - wie soll man das ermitteln? Man kann dann höchstens die Verrohung feststellen, die so ein Krieg mit sich bringt: Menschen werden im Krieg brutal und unbarmherzig. Jeder würde sich vermutlich wundern und vor sich selbst erschrecken, wozu er fähig wird, wenn nur die Umstände lange genug im Kriegsklima sind.

    Mich erinnern diese Gedanken an das Problem mit dem "es war ja nicht alle schlecht, früher" und was manche damit meinen, das wissen wir. Und auch wenn es vielleicht oberflächlich betrachtet "gute" (meint technisch gute, bspw. für die Infrastruktur) Maßnahmen im dritten Reich gab, so ist die Aussage "Es war damals nicht alles schlecht" dennoch von Grund auf falsch. Es gibt eigentlich keine guten Ergebnisse in einem schlechten System, weil das allgemein Böse und Schlechte immer auf die scheinbaren guten Aspekte durchwirkt.

    Und so gibt es in einem Krieg keine Gewinner, denn der eine bringt vielleicht durch erfolgreiche Kriegstaktik oder Technik mehrere andere Soldaten um, aber was macht das dann mit ihm? Wie hat sich ein Adino, der Ezniter (oben zitiert) gefühlt als er 800 "auf einmal" erschlagen hatte. Das Blut bekommst du dann ja noch vielleicht abgewaschen, aber gehst du danach nach Hause, kuschelst mit deinen 3 Kindern und schläfst gemütlich ein? Schafft einem Gott in so einer Situation Frieden, weil man weiß, dass man den gerechten Krieg gekämpft hat gegen ungerechte Menschen (also Sünder)? Ich empfinde sowas als unvorstellbar und unfassbar - und ich bin heilfroh, dass ich kein Held Davids bin, also gar nicht.

    Aber ja, ich meine die Frage, angesichts der biblischen Texte, ob es Krieg gibt, der sozusagen im Sinne der Gerechtigkeit Gottes ist. Wie ermittelt man das und wie steht man als Christ dazu?

    Ich würde sagen: Nein. Es gibt heute keinen Krieg, der im Sinne der Gerechtigkeit Gottes ist. Diesen Krieg gab es maximal damals, als Gott es wirklich für sein Volk, das in seinem Land friedlich wohnen sollte, angeordnet hat. Da gab es ein Gericht Gottes über Völker, die es wirklich arg übertrieben haben mit Grausamkeit, Kinderopfern und Ungerechtigkeit im Allgemeinen. Dieses wurde durch Krieg vollstreckt. Aber auch hier, was macht das mit den Vollstreckern? Ist nicht ein Urija, ein gerechter Ausländer in Israel an die vorderste Front gestellt worden um für die mangelnde Selbstbeherrschung des obersten Befehlshabers zu sterben? Wo ist seine individuelle Gerechtigkeit in einem wahrscheinlich insgesamt gerechten Krieg?

    Das ist klar. Es geht mir eher darum, durch/mithilfe eurer Gedanken meinen eigenen Meinungen auf die Schliche zu kommen.

    Da sind wir dann bei den Rachegefühlen. Wenn der Nachbar einen nicht in Ruhe lässt, oder andere Menschen einem die Vorfahrt nehmen, nur weil sie ein stärkeres Auto haben. Krieg oder Kämpfe im Kleinen. Wir sehen sie andauernd und erfreuen uns an dramaturgisch aufgeladenen TV-Serien oder Filmen mit genau dem Thema. Ich für mich kann sagen, dass sehr gute Filme mit fesselndster Handlung mit Rache zu tun haben. Warum fasziniert einen das so?

  • Ich würde sagen: Nein. Es gibt heute keinen Krieg, der im Sinne der Gerechtigkeit Gottes ist.

    Warum sollte Gott heute anders handeln als im AT???

    Wenn das Böse in seinem Volke überhand nahm, hatte er Heiden benutzt um sie wieder auf den Weg zu bringen!

    Leider hat die Sintflut gezeigt das der Mensch offenbar vor dem Tod keie Angst hat geschweige anderer!

    Wenn er sagt das die Engel die Fäden in der Hand haben, passier alles mit seinen Willen, auch wenn es für uns manches nicht zu verstehen ist!

    Für den ,der erkannt hat das der Tod nur ein Schlaf und keine ewige Trennung von Gott, der wird auch bereit sein für seinen Freund zu sterben.

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Wo ist seine individuelle Gerechtigkeit in einem wahrscheinlich insgesamt gerechten Krieg?

    Die kann wohl nur Gott geben zu seiner Zeit. Wenn uns unter Menschen Gerechtigkeit widerfährt, ist das sehr gut so und Gott wünscht sich das sicher, aber es geht eben auch immer wieder ungerecht zu bei den Menschen, vor allem im Krieg.

    Es ist ja immer wieder die Rede davon, dass die individuelle Gerechtigkeit in den großen Begebenheiten noch auf sich warten lässt, Gott sie aber eines Tages jedem einzelnen wiedergeben wird.

    Warum fasziniert einen das so?

    Weil wir das in uns haben, es ist unser Naturell.

    Ja, wir haben das hier bei uns ausgelagert auf Filme, Serien und Bücher. Diese Geschichten und Charaktere packen uns an und sagen uns ja oft auch ganz viel über uns selbst. Das fängt bei den Sagen des klassischen Altertums an und geht bis hin zu unzähligen Büchern, Theaterstücken, Filmen und Serien, die oft unfassbar viele philosophische, spirituelle oder religiöse Elemente enthalten.

    Ich kann sowieso nicht konsumieren ohne zu reflektieren; bei mir im Kopf wird jeder Film und jede Serie sofort zerlegt, während ich es gucke.

    Ganz grundsätzlich: wir brauchen Geschichten und wir lieben die Heldengeschichten (man nennt das "Heldenreise"; nach diesem Muster sind alle Mythologien und die meisten großen Geschichten, Bücher und Filme aufgebaut). Das Leben, Gut und Böse, die Liebe, die Sexualität und der Tod - das sind die Geheimnisse, die uns Menschen seit Urzeiten umtreiben und die sich in diesen Geschichten widerspiegeln.

    Wir sind so gestrickt. Auch die Bibel ist ja voll davon. Die eigentliche Frage ist ja, was uns damit umgehen hilft bzw. uns auch von gewissen Fesseln befreit, die unser Menschendasein so hat. Die Antwort darauf ist das Evangelium.

  • Ich denke, es ist Sache von uns Christen, eine ganz andere Haltung zu diesem Thema einzunehmen:

    die Frage, was in den Kämpfen in der Welt im Willen Gottes geschieht, bleibt uns verborgen; er sieht und (wie ein Lied sagt) "sitzt am Webstuhl meines Lebens" und ich denke auch des Weltgeschehens.

    Paulus schrieb: Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. (Röm 13,1) - Damit sagt er: Was auch immer gerade regiert, Gott hält letztlich alles in seiner Hand.

    Was uns als Christen IN dieser Welt und diesen Obrigkeiten betrifft, ist uns gesagt: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (einen Vers zuvor, Röm 12,21), und: Soviel an euch liegt, haltet Frieden mit jedermann, und (wenn es Anlass dazu gibt): Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen! - Denn es mögen Obrigkeiten und auch Kriege letztlich in Gottes übergeordnetem Willen liegen, was wir tun sollen, ist uns gesagt und wir müssen Ihm gehorchen, wenn da irgendeine Diskrepanz bestehen sollte.

    Was den "gerechten Krieg" betrifft, so führt ihn nur Gott allein: Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit, nur muss der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden, und dann wird der Böse offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus töten mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. (2Thess 2,7-8);

    und: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der HERR. (5Mo 32,35)

    Ich denke, wir sollen gar nicht ermitteln, was unter welchen Aspekten "gerechter Krieg" ist oder nicht; in alledem steckt so viel Politik, Eigeninteresse und Wirtschaft, wer kann da letztlich von "Gerechtigkeit" sprechen? Wir sollen eine Welt in dieser Welt sein, die ganz anders ist, nicht weltlich sondern geistlich.

    "Aber das sind die Christen und die Kirchen ja nicht!", mag man da einwenden. - Wir sollen eine Welt in dieser Welt sein, die ganz anders ist, ist die Antwort darauf.

    "Aber so funktioniert das Leben nicht! Das ist naiv!", mag man da einwenden. - Wir sollen eine Welt in dieser Welt sein, die ganz anders ist, ist die Antwort darauf.

    "Aber der Mensch ist nicht so!", mag man da feststellen. - Richtig. Wir sollen eine Welt in dieser Welt sein, die ganz anders ist, ist die Antwort darauf.

    Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. (Mt 5,48)

  • Ich denke, wir sollen gar nicht ermitteln, was unter welchen Aspekten "gerechter Krieg" ist oder nicht; in alledem steckt so viel Politik, Eigeninteresse und Wirtschaft, wer kann da letztlich von "Gerechtigkeit" sprechen? Wir sollen eine Welt in dieser Welt sein, die ganz anders ist, nicht weltlich sondern geistlich.

    Einen Krieg beginnen (aus welchem Motiv auch immer) ist niemals "gerecht", (dient dem Mammon, nicht Gott.)Denn Krieg war und ist immer mit viel Menschenleid verbunden. Zudem heisst es ja, Du sollst NICHT töten. Und in Kriegen wird erbarmungslos getötet und die Angegriffenen werden zum Töten genötigt.

    Jesus Christus hat meines Wissens nie mit Kriegen befasst. Dies, weil der wahrhaftige Gott, der unsichtbare Ewige/Höchste, der himmlische Vater barmherzig ist, und wir Christen auch barmherzig sein sollen.

    Mt 5,9 Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

    Paulus, der im frühen Judentum meinte u.a. den christlichen Gottesglauben zerstören zu müssen, (Gal 1.13)erkannte und bekannte nach seiner "Begegnung" mit Jesus, dass es nur einen Gott gibt und nur einen Mittler zwischen diesem Gott und uns Menschen. 1 Tim 2,5.

    Deshalb sprach er im Zusammenhang mit "Gott" nurmehr vom Gott des Friedens...der Liebe, der Gnade, der Hoffnung.

    Zitat

    Röm 15,33 Der Gott des Friedens aber sei mit euch allen! Amen.!

    1Kor 14,33 Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Wie in allen Gemeinden der Heiligen

    2Kor 13,11 Zuletzt, Brüder und Schwestern, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.

    Phil 4,9 Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.