"Die Evangelische Bundestheologie – Was versteht man darunter?"

  • "Die Evangelische Bundestheologie – Was versteht man darunter?"


    Die Bundestheologie, auch Föderaltheologie genannt, ist keine einzelne Erfindung einer Person, sondern eine theologische Strömung, die vor allem im 17. und 18. Jahrhundert im Protestantismus entstand und das Verhältnis von Gott und Mensch über verschiedene Bünde (z.B. mit Adam, Noah, Abraham, Mose) erklärt, wobei die Reformation mit Luther, Zwingli, Calvin die Grundlage für das Verständnis von Bund und Gnade legte, aber Denker wie Karl Barth später die Bundestheologie neu interpretierten, um Schöpfung und Bund zu verbinden.

    Ursprünge und Entwicklung:

    • Reformation (16. Jh.): Die Reformatoren (Martin Luther, Ulrich Zwingli, Johannes Calvin) legten mit zentralen Begriffen wie Rechtfertigung allein aus Glauben (sola fide) und der Autorität der Schrift (sola scriptura) den Grundstein. Sie unterschieden zwischen dem „Bund des Werkes“* und dem „Bund der Gnade“*.
    • Entstehung der Bundestheologie (17./18. Jh.): Als eigenständige Strömung entwickelte sich die Föderaltheologie, die systematisch die verschiedenen Bünde Gottes in der Bibel zusammenfasste, um die Heilsgeschichte zu strukturieren. Wichtige Vertreter waren unter anderem Johannes Coccejus und Petrus van Mastricht.
    • Spätere Entwicklungen: Im 20. Jahrhundert griff Karl Barth die Bundestheologie auf, um das Verhältnis von Schöpfung und Gnade (Bund) neu zu deuten und beeinflusste damit die reformierte Theologie nachhaltig, wie die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz zeigt.

    Wer hat es "erfunden"?
    Niemand im Alleingang, es ist ein Prozess:

    • Luther (Initiator der Reformation) lieferte die Basis mit den Schriften.
    • Reformatoren wie Zwingli und Calvin prägten die Lehre.
    • Theologen des 17./18. Jh. (Coccejus) formten es zur systematischen Föderal-/Bundestheologie.
    • Barth (20. Jh.) modernisierte und vertiefte die Bundestheologie für die Gegenwart.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bundestheologie eine Weiterentwicklung protestantischer Grundideen ist, die sich über Jahrhunderte durch verschiedene Denker entfaltet hat, um Gottes Handeln durch die Bünde zu erklären.

    Gesegneten morgigen 2. Adventssonntag!

    Norbert

  • Ich habe eigentlich gedacht (anhand der vielen PN in Konversationen mit Christel) dass wir uns hier über die verschiedenen Positionen zur Bündnistheologie austauschen könnten!

    Denn in einer ihrer letzten PN schrieb mir Christel:

    Norbert, evangelische Bündnistheologie ist in meinen Augen sektiererischer Blödsinn.

    Darauf näher einzugehen, dazu ist dieser neue Thread doch wohl geeignet!

    Also Christel bringe bitte hier Deine Argumente vor, warum in Deinen Augen evangelische Bündnistheologie sektiererischer Blödsinn ist ... D a n k e dafür im voraus.

  • Norbert, Du nervst, erst per pn, jetzt hier im Forum.

    Du kannst mich nicht zwingen, dass ich mich mit etwas beschäftigte, was mich nicht interessiert!

    Vielleicht findet du ja hier Menschen die sich mit Dir über die 7 Bündnisse austauschen.

    Mir reicht der eine, der Neue Bund sowie die 7 Sakramente.

  • Mir reicht der eine, der Neue Bund sowie die 7 Sakramente.

    Wobei aber nur zwei der 7 davon auch wirklich begründbare biblische Sakramente sind: nämlich Abendmahl und Taufe.

  • Liebe Christel, hier fand ich auch noch eine Aussage zum

    Thema "Trennung in MORALGESETZ und ZEREMONIALGESETZ":

    Zitat von Jacob der Suchende

    Freudenboten, mir gefällt diese deine Ausdrucksweise nicht, weil diese Formulierung nicht biblisch ist und auch schnell verwirrt.
    Du erinnerst mich an Uriah Smith, der das Gesetz im Kontext des Galaterbriefes in Moralgesetz und Zeremonialgesetz teilte und zugleich behauptete, es gehe im Galaterbrief auschließlich um Zeremonialgesetz.

    Zitat

    Zitat von Christel

    Wie kommst Du auf evangelische Bundestheologie?


    Anmerkung von mir: Der Adventpionier Uriah Smith (1832-1903) war damit ebenfalls ein Vertreter dieser Bundestheologie!

    MfG

    Norbert

  • über die 7 Bündnisse

    • Auch das hier ist was das Thema betrifft, wichtig:

      Über welche (und wie viele?) Bundesschlüsse des Ewigen Gottes lesen wir in der Bibel?

      Bundesschlüsse des EWIGEN:

      1. Noah-Bund - 1.Mose 9,15-17 (1.Mose 9,17 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile)
      2. Abrahams-Bund - 1.Mose 15 (1.Mose 15,18 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile)
      3. Bund mit Israel - 1.Mose 28+32,25ff. (2.Mose 2,24 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile)
      4. Moses-Bund - 2.Mose 19,5 + 2.Mose 34 (2.Mose 34,10 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile)
      5. Davids-Königs-Bund - 1.Samuel 16 + 2.Samuel 5,12 (1.Samuel 20,8 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile + 2.Samuel 5,3 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile)
      6. Jesus-Bund = Neuer Bund, bestätigt durch die beiden Sakramente der Taufe und des Abendmahls - Markus 14,24 (Lukas 22,20 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile)
      7. 1000-Jahre-Bund/ Messianischer Friedensreich-Bund - Jeremia 33,6ff. + Hosea 2,20 (Hosea 2,20 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile
    • Hier einige Beiträge die vielleicht den Unterschied »Moralgesetz« — »Zeremonialgesetz« deutlich machen können:

      Zitat

      Zitat von Norbert Chmelar

      2. Mose 24

      Interessant wäre zu erfahren, was genau »das Buch des Bundes« (Vers 7) ist und was dort genau drin steht! ---> Vermutlich sind es:

      a) Die 10 Gebote („alle Worte JAHWEHS” * ---> Vers 3)
      b) Die Rechtsordnungen (also vermutlich die Zeremonialgesetze, die Opfergesetze und die "Gesetze für das Volk Israel", wie z.B. die Todesstrafe und anderes. ---> Vers 3)

      Vermutlich handelt es sich um die erste Fassung des Buches Deuteronomium (5. Buch Moses), in welches Mose die Worte des EWIGEN niederschrieb. (---> Vers 4).
      Interessant ist hier auch, dass es gemäß Vers 5 nicht JAHWEH war, der Opfer verlangte, sondern dass Moses diese von sich aus gebracht hatte! ---> Könnte man daraus nicht schließen, dass die vielen Opfervoschriften (v.a. im Buch Levitikus/ 3. Buch Mose) gar nicht Gottes Wille war, sondern dieser "Opferritus" von Moses eigenmächtig eingesetzt wurde? Dafür sprache dann auch die spätere Kritik am Opferkult durch die Propheten!

      * Der Unterschied zwischen ZEHN GEBOTE [= Moralgesetz] und den MOSAISCHEN GEBOTEN [ = Zeremonialgesetz der 616 Levitischen Gesetze] war doch schon der, dass JAHWEH alle 10 Gebote direkt ausgesprochen hatte, der DEKALOG also direkt aus dem Munde DES EWIGEN stammte (siehe 2. Mose 19) und dessen göttlichen Willen unmittelbar zum Ausdruck brachte! Und dann hat der HERR eigenhändig auch noch seine Worte in Stein gemeißelt, dass diese für alle Ewigkeiten noch Generationen nach Moses nicht in Vergessenheit geraten sollten! So wurde dann von Jahwe auch angeordnet sein MORALGESETZ in die Heilige Bundeslade zu legen!

      Die Opfergesetze (= Vorschattung des wahren Passahlammes Jesus Christus!) waren ja mit dem Tod Jesu aufgehoben und bedeutungslos geworden! Außerdem waren die ganzen ATlichen Opferfeste seit der Zerstörung des Tempels 70 nach Christus eh nicht mehr durchführbar!

      Gerade die ATliche Beschneidung ( die JHWH erst im 2. Bund ("Abrahams-Bund") eingeführt hatte! ) war eine typische Zeremonie, ein typischer jüdischer ✡️ Ritus ohne jegliche Moralische Bedeutung. -----> die Beschneidung wurde zum "Bundeszeichen" für alle semitischen Völker und Söhne Abrahams, also nicht nur für die Juden, sondern durch Abrahams Sohn Ismael auch für die Araber! Denn nicht nur ISAAK wurde beschnitten sondern auch ISMAEL am achten Tag!

      Zitat

      Zitat von freudenboten

      Galaterbrief 3:5.ff. "damit der Segen Abrahams zu den Nationen komme..." Das "Gesetz, welches wegen der Übertretungen hinzugefügt wurde..." ist der levitische Opferbund Exodus 24ff.

      Levitische Opferbund = Zeremonialgesetz! = abgetan! Ersetzt worden durch den "Neuen Jesus-Bund"! ----> auch freudenboden nimmt offensichtlich eine Unterscheidung zwischen Moralgesetz (= ewig gültig!) und dem Zeremonialgesetz (= abgetan/ zeitlich gültig !) vor!

  • Hier unterscheidet freudenboten auch zwischen 2 Bünden, zwischen dem Bund der Opferungen und dem Pfingstbund! Exkurs: Für Forumsmitglied freudenboten habe der »Pfingstbund« bereits am Berg Sinai (Horeb) um 1446 v. Chr. 50 Tage nach dem Auszug aus Ägypten bzw. 50 Tage nach dem Pessachfest begonnen und nicht erst am Pfingstfest des Jahres 33 am 50. Tag nach der Auferstehung Jesu Christi! Dort am Sinai/Horeb habe mit Feuerszungen 🔥 DER EWIGE seinen Willen – seinen ewig gültigen Willen! – in Form der 10 Gebote verkündet! – Mit Feuerszungen 🔥 -hatte dann ja auch JAHWEH in Form des Heiligen Geistes am Pfingsttage 33 diesen Bund vom Sinai erneuert und den NEUEN BUND DER KIRCHE = DEN »JESUS-BUND« begründet ! ---> freudenboten geht hier also von einer durchgehenden Kontinuität vom Alten zum Neuen Bund aus (– vermeidet damit die ungute katholische Enterbungslehre, die im Verhältnis zwischen Juden und Christen viel Unheil angerichtet hatte und ja leider heute immer noch in Teilen der Kirchen so vertreten wird! –) und unterscheidet klar zwischen »Bund der Opferungen« [= abgetan mit Tod und Auferstehung Jesu!] und »Pfingstbund« [= ewig gültig bereits seit der Gottes-Epiphanie am Sinai Gebirge!] !


    Fazit: All das sind biblische und logische Argumente dafür dass man zwischen Moralgesetz und Zeremonialgesetz logisch klar trennen muss was meiner Meinung nach auch Paulus getan hat. Insofern bin ich den Theologen Uriah Smith und den Vertretern der evang. Bundestheologie Johannes Coccejus, Petrus van Mastricht und Karl Barth dankbar für deren theologischen Vorarbeiten auf diesem Gebiet!

  • Per pn sahen die 7 Bündnisse noch so aus:

    Ach da waren es ja sogar 8 Bündnisse

  • Hier noch einige weitere Argumente für die Unterscheidung von "Moralgesetz" und "Zeremonialgesetz":

    ----> Aber was ist wenn Paulus im Galaterbrief das Gesetz (Thora) negativ als »Zuchtmeister« bezeichnet aber gleichzeitig das Gesetz (Thora?) im Römerbrief in Römer 7,12 positiv so nennt »So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.« – Einmal Zuchtmeister (spräche für abgetanes  Zeremonialgesetz) – aber dann das heilig, gerecht und gute Gebot (spräche für bleibender Dekalog der Zehn Gebote) – da muss Paulus ja zumindest geistig eine Unterscheidung vorgenommen haben, oder nicht?


    • Zitat

      B) in Galater beruft sich Paulus auf Abraham, weil es zu dessen Zeit noch kein Gesetz gab, auch noch keine 10 Gebote.

      Das stimmt! Abraham wurde von EL SCHADDAI (= JAHWEH) gerechtfertigt »allein durch den Glauben« und nicht durch Werkegerechtigkeit des Gehorsams! Allerdings, war nicht des Abrahams Bereitschaft zur Opferung seines Sohnes Isaak auch ein Akt des Gehorsams?

      Paulus baute ja dann seine in 16 Sätzen belegte biblische Rechtfertigungslehre anhand des Glaubens Abrahams auf. freudenboten schrieb dass EL SCHADDAIS 1. Bund mit Abram noch ohne Beschneidungsforderung war; deswegen war Paulus so knallhart gegen die Pharisäer-Fraktion die als Judaisierende Judenchristen im Gebiet der Galater in Kleinasien die Heiden nicht zuerst zu Christus führen wollten, sondern wie jene Fraktion vom Jerusalemer Apostelkonzil 48 n.C. auch verlangt hatten sie zuerst zu Juden zu machen und beschneiden zu lassen! Nach einer Entstehungshypothese sei der Galaterbrief auch 48 n.Chr. von Paulus geschrieben worden, unmittelbar nach dem Apostelkonzil. Auch kann nicht völlig ausgeschlossen werden dass womöglich jene Pharisäer-Fraktion Pro Beschneidung aus Jerusalem jene waren, die auch in Galatien ihr Unwesen getrieben haben. Dass es da mit Paulus rappeln musste war ja klar!

      Dem setzte Paulus energischen Widerstand entgegen, was man klar im Galaterbrief nachlesen kann! Aber, so konsequent war Paulus nun auch wieder nicht gegen die Beschneidung! ----> Denn er hat ja laut Bericht in der Apostelgeschichte den Timotheus beschneiden lassen– Titus dagegen nicht.

    • Zitat

      C) Du liest irgendwelchen Kram von Theologen, folgst ihnen blind und ignoriertst, was die Bibel sagt.

      Das ist kein "Kram" von irgendwelchen Theologen sondern sind durchaus wohl überlegte theologische Argumente die für eine Aufteilung zwischen dem Moral– und dem Zeremonialgesetz sprechen. Mir hat auch die Argumentation des Advenpioniers Urah Smith immer eingeleuchtet.

      Nein, ich ignoriere gerade nicht, was die Bibel sagt, sondern bringe hier ja gerade die an und für sich sich widersprechenden Paulus-Aussagen (einerseits kein Gesetz/ kein Zuchtmeister mehr, nur noch Christus! Gal.3,25 + Eph.2,15 – andrerseits Gesetz heilig, gerecht und gut! Röm.7,12. + 1 Tim 1,8) alle zur Sprache! Und nur mit einer dialektischen Theologie und einer systematischen Bibelauslegung können wir diese Stellen miteinander in Einklang bringen, meiner Erkenntnis nach; eben einerseits Moralgesetz [der 10 Gebote = ewiggültig] und andererseits die abgetanen 613 Mosaischen Gesetze des Zeremonialgesetzes.


  • Und was ist jetzt der Sinn dieses Threads? Das wäre doch eher ein Blogeintrag, oder nicht?

    Wie es aussieht wird es doch ein Blog.

    Seele1986 Was hälst Du von dieser evangelischen Bündistheologie? Du bist ein gebildeter evangelischer Christ.

    Der Bund mit Noah, Abraham, Moses sind bekannt. Man könnte noch David hinzufügen...

    Christen stehen im Neuen Bund!

    Und der Rest? Was soll das?

    Was soll überhaupt dieses zerpflücken der Bibel in Bündnisse? Zudem hängt damit das Zerpflücken des Gesetzes in Opfer-, Zeremonal- und Moralgesetz zusammen!

    Die Einteilung erscheint mir zudem willkürlich:
    Erst wollte Norbert zum Moralgesetz nur die 10 Gebote rechnen, wahrscheinlich, weil ihm diverse Todesstrafen nicht gefielen. Dann nahm er doch noch Levitikus "Du sollst Deinen Nächsten lieben hinzu" und weil es die Evangelikalen so wollen, auch das Verbot homosexueller Betätigung.

    Das Gebot der Sabbatheiligung würde ich zum Zeremonalgesetz rechnen und wäre deshalb nicht mehr gültig.

    --------------------

    Ich lehne das ganze komplett ab. Nach meiner Auffassung tritt Jesus anstelle die des Gesetzes.
    Um ihm nachzufolgen muss ich nicht die Bibel in dieser sinnlosen Weise zerpflücken. Letztlich kommt es nur darauf an, wes Geistes Kind man ist.

  • Christel wenn man jetzt im einzelnen zählt, wo in der Bibel von einem Bund die Rede ist, den Gott mit Menschen schließt, kommt man natürlich auf mehrere.

    Das große Thema ist jedoch das der zwei Bünde: Gesetz und Evangelium, also Gerechtigkeit und Gnade.

    Im Fahrwasser dieses Themas erzählt die Bibel natürlich noch ganz viel. Auch lässt sich das nicht sauber trennen. Wir haben auch im AT Evangelium und auch im NT Gesetz.

    Gott ist nicht "gerecht ODER gnädig", sondern beides. Gerechtigkeit und Zurechtbringung sind auch Liebe.

    Das Problem ist, wenn man aus einzelnen Stellen ein Lehrgebäude macht.

  • Noch einige Argumente!

    A) Der ERSTE Bund Abrahams (Gen.12) und der ZWEITE Bund – Beschneidung Abrahams (Gen.17)

    hier zitiere ich mal freudenboten, dessen Argumentation ich ganz vernünftig finde ...

    * Das heißt dieser »ERSTE Bund Abrahams« (Gen. 12) galt für die . g e s a m t e . Menschheit! (Exkurs: Wie übrigens auch schon der Sabbat am Anfang der Schöpfung! – siehe 1. Mose 2 : 2 – 3)

    ** – sehr gute theologische Argumentation!

    *** – Auch dem könnte man so zustimmen!


    B) Beschneidung und Verhältnis zum ganzen Gesetz der Thora

    Paulus sagt (= die eigentliche Aussage!) : „Wer sich beschneiden lässt (der wird also Teil der Juden! – Anm. von mir), der hat das gesamte Gesetz (also alle 613 Ge- und Verbote der Thora – Anm. von mir) zu halten!” ( Galater 5,3 ) ===> aus der dialektischen Theologie ‡ heraus folgere ich, Norbert Chmelar: „Wer sich nicht beschneiden lässt, der hat nur die 10 Gebote (also das ewig gültige MORALGESETZ Gottes) einzuhalten!”

    ‡ – das schließe ich aus der Zusammenschau der Paulus-Bibelstellen Römer 7,12, 1. Timotheus 1,8 und Römer 13,9 [hier erwähnt Paulus namentlich 4 der 10 Gebote „und alle anderen Gebote”!!!]

    PS: übrigens kommt das Gebot »Du sollst nicht töten!« in der Einheitsübersetzung 2016 (9 Treffer) 9 mal vor (----> siehe: ----> https://www.bibleserver.com/search/EU.LUT.…ht%20t%C3%B6ten) davon 3 mal im AT und 6 mal (!!!) im NT!

    All das ist der Ausfluss einer systematischen Theologie bzw. Bibelauslegung.


    C) Was ist das biblische Moralgesetz?

    Das biblische Moralgesetz das gibt es und das ist ausschließlich der Dekalog der Zehn Gebote aus 2. Mose 20 + 5. Mose 5! Der jüdische Rabbi und Thora-Lehrer Jehoschua von Nazareth der hat ja noch die 10 Gebote verschärft (siehe in seiner Bergpredigt – Matthäus 5–7!) und damit erst Recht dieses MORALGESETZ VOM DEKALOG damit bestätigt! (auch Matth.5,17ff.)

    Und in seinem Doppelgebot der Liebe fasste Jesus die 10 Gebote zusammen! Mit »Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.« ( Zitat aus 5Mo 6,5) fasste Christus die Gebote 1 – 4 zusammen und mit »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« ( Zitat aus 3Mo 19,18) fasste Jesus die Gebote 5 – 10 zusammen. So hab ich das auch im Konfirmationsunterricht 1978/1979 gelernt in "Mein Konfirmandenbuch" wo Luthers "Kleiner Katechismus" zitiert wurde mit der Auslegung der 10 Gebote.


    D) Die Bedeutung der Zehn Gebote als "Moralische Größe"

    Und doch bleib ich bei der Bibel und hab klargestellt, dass Paulus im Galaterbrief Christus versus das Gesetz stellte. Und dass wir Christen nur durch den Glauben an Jesus [= das protest. »SOLA FIDE!«] gerettet und gerechtfertigt werden!

    Aber in der Bibel stehen nun einmal auch die 10 Gebote – und sogar zweimal (in 2. Mose 20 und in 5. Mose 5) Dass diese auch für uns Christen als "Moralische Größe" auch weiterhin gelten, das machte doch der Apostel Paulus in seinem Römerbrief klar, wenn er in Röm.13,9 sagte: „Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren! und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.”


    E) Gibt es eine "Zerschneidung" des Gesetzes?

    Zitat

    Die Zerschneidung des Gesetzes in noch gültige und nicht mehr gültige Teile

    Das halte ich aber für theologisch geboten! Denn die Bedeutung und weitere Gültigkeit der Zehn Gebote (= Dekalog der Thora – im AT nicht umsonst extra zweimal erwähnt!) wird doch von nahezu allen christlichen Kirchen betont, auch von der Römisch-Katholischen Kirche!

    Dagegen werden die Bestimmungen des Zeremonialgesetzes (Beschneidung/ Tieropfer/ Reinheits-rituale/ Todesstrafe/ Speisegebote/ Zehnte/ Rechtsbestimmungen/ alttesamentliche Feste etc.) ja von kaum einer der christlichen Kirchen noch befolgt. [Exkurs: Die Kirche der Siebenten-Tags Adventisten hat sich Speisegebote und den Zehnten zusätzlich zu den 10 Geboten noch dazu genommen, warum auch immer!? Denn meiner Ansicht nach sind Speisegebote (Levitikus 11) und der Zehnte (3. Mose (Levitikus) 27,30-33 / 4. Mose (Numeri) 18,21-24 / 5. Mose (Deuteronomium) 14,22-29) eindeutig Teile des Levitischen Mosaischen Zeremonialgesetzes! Und die "United Church of God" hält alle 7 biblischen Feste des HERRN aus dem AT, verwirft dagegen Weihnachten und Ostern als vom Heidentum beeinflusste Feste!]

    Eine Unterteilung in (immer noch gültiges) Moralgesetz und (nur für Juden geltendes) Zeremonialgesetz halte ich daher für unerlässlich!

  • PS:

    Dem setzte Paulus energischen Widerstand entgegen, was man klar im Galaterbrief nachlesen kann! Aber, so konsequent war Paulus nun auch wieder nicht gegen die Beschneidung! ----> Denn er hat ja laut Bericht in der Apostelgeschichte den Timotheus beschneiden lassen– Titus dagegen nicht.

    Das hatte ich Dir das schon gesagt, diese Behauptung stammt von Lukas:

    Zitat

    Lukas nennt Paulus auch nicht „Apostel“, was für das Selbstverständnis des Paulus in seinen Briefen zentral ist. Daraus folgt beispielsweise für Udo Schnelle und Ingo Broer, dass der Autor des lukanischen Doppelwerks nicht der Freund und Reisebegleiter des Paulus gewesen sein könne.[16]

    Unter historisch-kritischen Neutestamentlern dominiert eine Spätdatierung des lukanischen Doppelwerks in der Zeit zwischen etwa 70 und 90 n. Chr.[17] https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_nach_Lukas

    Paulus äußerte sich vehement und kompromisslos gegen die Beschneidung. Zudem erzählt er, dass er mit einem unbeschnittenen Griechen in Jerusalem zum Apostelkonzil war und " 3 Doch nicht einmal mein Begleiter Titus, der Grieche ist, wurde gezwungen, sich beschneiden zu lassen."

    Im Gegensatz dazu neigt Lukas zum Harmonisieren. Ich nehme dem Lukas die Beschneidung von Timotheus nicht ab. Mehr noch, ich nehme ihm den gesamten Absatz nicht ab:

    Zitat

    3 Paulus wollte ihn als Begleiter mitnehmen und ließ ihn mit Rücksicht auf die Juden, die in jenen Gegenden wohnten, beschneiden; denn alle wussten, dass sein Vater ein Grieche war. 4 Als sie nun durch die Städte zogen, überbrachten sie ihnen die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefassten Beschlüsse und trugen ihnen auf, sich daran zu halten. https://www.bibleserver.com/EU/Apostelgeschichte16

    Weshalb?
    Paulus schreibt dazu:

    Zitat

    auch von den Angesehenen wurde mir nichts auferlegt. [...] 10 Nur sollten wir an die Armen denken; und das zu tun, habe ich mich eifrig bemüht.[2] https://www.bibleserver.com/EU/Galater2

    Und im Brief an die Korinther schreibt Paulus, dass man Götzenopferfleisch essen kann, denn Götzen gibt es nicht. Nur sollte man Rücksicht auf die Schwachen im Glauben nehmen, die diese Erkenntnis nicht hätten.

    Aus Sicht und Aussage von Paulus gab es keine Auflagen, also auch keine Auflagen zu verkünden.

    Um die von Paulus erwähnte Kollekte hat sich Paulus intensiv gekümmert.

    Einmal editiert, zuletzt von Christel (8. Dezember 2025 um 20:13)

  • Das Problem ist, wenn man aus einzelnen Stellen ein Lehrgebäude macht.

    Wie Du siehst macht Norbert dies.

    Er hatte sogar behauptet die Trennung in Opfer-, Zeremonie- und Moralgesetz gehe auf Paulus zurück.

    Norbert hebelt Paulus aus und das Evangelium, gerecht ist man durch Einhaltung der richtigen Gesetzesteile.

    Einig in Sachen Rechtfertigung? :dagegen:


    Denn Ihr Evangelischen habt die Rechtfertigungslehre ausgehebelt. - Nun ja zumindest Norbert und seine Vordenker.

  • Was soll überhaupt dieses zerpflücken der Bibel in Bündnisse? Zudem hängt damit das Zerpflücken des Gesetzes in Opfer-, Zeremonal- und Moralgesetz zusammen!

    Ganz genau so ist es! Gut, dass Du das nun so erkannt hast!

    Das Gebot der Sabbatheiligung würde ich zum Zeremonialgesetz rechnen und wäre deshalb nicht mehr gültig.

    Aber das Gebot der Sabbatheiligung das steht als 4. Gebot in den Zehn Geboten, ist also eindeutig Teil des Dekalogs!; diese "10 Worte" hat DER EWIGE JHWH 50 Tage nach dem Pessachfest am Berge Sinai selbst seinem Volk . h ö r b a r . gesagt! ==> Daher ist der Sabbat meiner Meinung nach nicht zum Zeremonialgesetz zu rechnen, auch wenn das von den beiden großen Kirchen wegen KOLOSSER 2,16f. immer so gesagt wird ...

    PS: wenn das Gebot der Sabbatheiligung wirklich zum Zeremonalgesetz gehören würde, dann wäre es in der Tat für Christen nicht mehr gültig!

  • Lukas möchte harmonisieren, das stimmt, zwischen der Jerusalemer Urgemeinde und der paulinischen Linie.

    Aber: wenn Lukas schreibt, Paulus habe das "aus Rücksicht auf die Juden" getan, dann macht er Paulus auch wieder zum Erhabenen. Ähnlich Paulus' eigenen Worten "um ihnen (den Schwachen) aber keinen Anstoß zu geben, nehmt Rücksicht".

    Außerdem: Was ein Mensch in seinen Briefen schreibt und was er unter gewissen Umständen dann vor Ort vielleicht tut, sind zwei Paar Schuhe. Das sind alles Menschen. Wir dürfen nicht immer davon ausgehen: Das hat er gesagt, also hat er sich auch strikt dran gehalten!

    Niemand von uns tut das im realen Leben. Und das sind Menschen wie wir.

  • Das biblische Moralgesetz das gibt es und das ist ausschließlich der Dekalog der Zehn Gebote aus 2. Mose 20 + 5. Mose 5! Der jüdische Rabbi und Thora-Lehrer Jehoschua von Nazareth der hat ja noch die 10 Gebote verschärft (siehe in seiner Bergpredigt – Matthäus 5–7!) und damit erst Recht dieses MORALGESETZ VOM DEKALOG damit bestätigt! (auch Matth.5,17ff.)

    Vielleicht solltest Du mal die Bergpredigt lesen. Jesus predigt dort nicht über den Dekalog, sondern allgemein über das Gesetz.

    Verschärft meinst Du, so so - wie verschärft, noch härtere Todesstrafen?

    Oder hat Jesus so verschäft?
    Im Gesetz steht:

    Zitat


    12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt!
    https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose20


    Zitat

    9 Zu einem anderen sagte er[Jesus]: Folge mir nach!
    Der erwiderte: Lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben![4] 
    60 Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
    https://www.bibleserver.com/EU/Lukas9%2C60

    Ehrt man so seine Eltern, indem man sie im Stich lässt und noch nicht einmal den eigenen Vater begräbt?

    Hat Jesus etwa das Sabbatgebot verschärft?

  • Schlimme falsche Unterstellungen von Christel mir gegenüber! :dagegen: :beleidigt:

    Norbert hebelt Paulus aus und das Evangelium, gerecht ist man durch Einhaltung der richtigen Gesetzesteile.

    Das hab ich so nie geschrieben und das weißt Du auch ganz genau! Ich stehe voll hinter des Paulus Rechtfertigungslehre!

    Denn Ihr Evangelischen habt die Rechtfertigungslehre ausgehebelt. - Nun ja zumindest Norbert und seine Vordenker.

    Nichts habe ich ausgehebelt! Auch Paulus nicht! Unter NR. 10 und NR. 13 ...

    Abraham wurde von EL SCHADDAI (= JAHWEH) gerechtfertigt »allein durch den Glauben« und nicht durch Werkegerechtigkeit des Gehorsams!

    Paulus baute ja dann seine in 16 Sätzen belegte biblische Rechtfertigungslehre anhand des Glaubens Abrahams auf.

    und hab klargestellt, dass Paulus im Galaterbrief Christus versus das Gesetz stellte. Und dass wir Christen nur durch den Glauben an Jesus [= das protest. »SOLA FIDE!«] gerettet und gerechtfertigt werden!

    ... bekenne ich mich klar und eindeutig zur christlichen Rechtfertigungslehre die seit der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre vom 31.10.1999 kirchenverbindend ist!

  • Lukas möchte harmonisieren, das stimmt, zwischen der Jerusalemer Urgemeinde und der paulinischen Linie.

    Aber: wenn Lukas schreibt, Paulus habe das "aus Rücksicht auf die Juden" getan, dann macht er Paulus auch wieder zum Erhabenen. Ähnlich Paulus' eigenen Worten "um ihnen (den Schwachen) aber keinen Anstoß zu geben, nehmt Rücksicht".

    Außerdem: Was ein Mensch in seinen Briefen schreibt und was er unter gewissen Umständen dann vor Ort vielleicht tut, sind zwei Paar Schuhe. Das sind alles Menschen. Wir dürfen nicht immer davon ausgehen: Das hat er gesagt, also hat er sich auch strikt dran gehalten!

    Niemand von uns tut das im realen Leben. Und das sind Menschen wie wir.

    Seele, Lukas und auch die späteren Deuteropaulinen zeichnen ein ganz anderes Paulusbild, als Paulus selbst.

    Und wie gesagt, auch bezüglich der Ergebnisse des Apostelkonzils machen Paulus und Lukas widersprüchliche Aussagen.

    Ja das sind Menschen, ich kreide das dem Lukas ja nicht an, aber muss ich ihm deshalb mehr Glauben als Paulus?
    Im realen Leben möchtest Du doch auch, dass ich Dir glaube und nicht Menschen, die irgendwas über Dich erzählen, oder?