DIE STUDIENANLEITUNG IM 3. QUARTAL 2024: DAS MARKUSEVANGELIUM

  • Das Markusevangelium

    Zu Beginn des Markusevangeliums weiß der Leser, wer Jesus ist – der Messias, der Sohn Gottes (Mk 1,1). Die Menschen in dem Bericht haben jedoch Schwierigkeiten zu verstehen, wer er ist und worum es bei ihm geht – mit Ausnahme der Besessenen. Sie wissen genau, wer er ist! Die Dämonen erkennen ihn und sie weichen vor seinen mächtigen Worten zurück.

    DIE THEMEN:

    1

    Die Anfänge des Evangeliums

    Jun 29 - Jul 05

    2

    Ein Tag im Dienst von Jesus

    Jul 06 - Jul 12

    3

    Kontroversen

    Jul 13 - Jul 19

    4

    Gleichnisse

    Jul 20 - Jul 26

    5

    Wunder rund um den See

    Jul 27 - Aug 02

    6

    Verkehrt herum

    Aug 03 - Aug 09

    7

    Jünger lehren Teil 1

    Aug 10 - Aug 16

    8

    Jünger lehren Teil 2

    Aug 17 - Aug 23

    9

    Auseinandersetzungen in Jerusalem

    Aug 24 - Aug 30

    10

    Die letzten Tage

    Aug 31 - Sep 06

    11

    Gefangengenommen und vor Gericht gestellt

    Sep 07 - Sep 13

    12

    Vor Gericht gestellt und gekreuzigt

    Sep 14 - Sep 20

    13

    Der auferstandene Herr

    Sep 21 - Sep 27


    Die Einleitung:

    (Fortsetzung von oben)

    ...

  • Das Markusevangelium

    Einführung

    Zu Beginn des Markusevangeliums weiß der Leser, wer Jesus ist – der Messias, der Sohn Gottes (Mk 1,1). Die Menschen in dem Bericht haben jedoch Schwierigkeiten zu verstehen, wer er ist und worum es bei ihm geht – mit Ausnahme der Besessenen. Sie wissen genau, wer er ist! Die Dämonen erkennen ihn und sie weichen vor seinen mächtigen Worten zurück.

    Aber Jesus befiehlt ihnen konsequent, diese Information geheim zu halten. Warum dieses Gebot der Geheimhaltung? Diese Frage beschäftigt Theologen seit Jahrhunderten. In der Wissenschaft hat sie sogar einen Namen – das messianische Geheimnis. Warum sollte ein Evangelium wollen, dass wir darüber schweigen, wer Jesus ist?

    Auf dieser Reise durch das Markusevangelium wird deutlich, dass es in diesem Buch nicht nur ein Geheimnis gibt, sondern auch eine erstaunliche Offenbarung. Man kann es zu Recht als das Offenbarung/Geheimnis-Motiv bezeichnen, das sich durch das Markusevangelium zieht, obwohl am Ende alle Geheimnisse auf überraschende Weise beendet und durch eine kraftvolle Offenbarung Jesu ersetzt werden.

    Das Markusevangelium kann in zwei Hälften unterteilt werden. Kapitel eins bis fast zum Ende von Kapitel acht befasst sich mit der entscheidenden Frage: Wer ist Jesus? Die Antwort zeigt sich in seinen Lehren und seinen Wundern. Immer wieder besiegt er das Böse, bringt den Unterdrückten Hoffnung und lehrt zwingende Wahrheiten, die den Kern der menschlichen Existenz treffen. All dies ruft dem Leser zu, dass er der Messias, der Christus ist, auf den das hebräische Volk seit langem gewartet hat.

    Aber erst in der Mitte des Buches erklärt jemand, der nicht von Dämonen besessen ist, wer er ist, und beantwortet damit die Frage der ersten Hälfte des Buches nach der Identität Christi. Und diese Person ist Petrus, der erklärt: „Du bist der Christus“ (Markus 8,29).

    Die zweite Hälfte des Markusevangeliums (Markus 8,31 bis zum Ende des Buches), beantwortet die andere Frage: Wohin geht Jesus? Die Antwort ist schockierend. Er wird ans Kreuz gehen und die schändlichste und beschämendste Todesart in der römischen Welt erfahren. Und es ist ein so unerwartetes Ziel für den Messias, von dem seine Anhänger glauben, dass er Rom besiegen und Israel zu einer mächtigen Nation machen wird.

    Die unbeholfenen Jünger Jesu können nicht begreifen, was er sagt. Im Laufe des Buches fragen sie immer weniger nach diesem schmerzhaften Thema, bis sie schließlich angesichts der unwillkommenen Wahrheit zum Schweigen gebracht werden.

    Die Umstände werden immer düsterer, als Jesus die religiösen Führer konfrontiert, die seinen Untergang planen. Die Jünger, die auf ein glorreiches Reich gehofft hatten, sind schockiert von der Verhaftung, dem Prozess und der Kreuzigung, die ihren Erwartungen widerspricht.

    Aber bis zuletzt bleibt Jesus bei seiner klaren und konsequenten Botschaft, wohin er geht und was es bedeutet, dass er sterben und auferstehen wird. Das Brot und der Kelch des letzten Abendmahls werden seinen Leib und sein Blut repräsentieren (Markus 14,22-25), und er wird ein Lösegeld für viele werden (Markus 10,45).

    Das bedeutet nicht, dass er in stoischer Gelassenheit ans Kreuz geht. In Gethsemane ringt er mit der Entscheidung (Markus 14,32-42), und am Kreuz schreit er verzweifelt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Markus 15,34). Das Markusevangelium zeigt uns die Dunkelheit, die Christus erlebt hat, den Preis für unsere Erlösung. Aber das Kreuz ist nicht das Ende der Reise. Nach seiner Auferstehung plant er ein Treffen mit seinen Jüngern in Galiläa – und wie wir wissen, ist dies der Beginn der christlichen Kirche.

    Es ist eine höchst bemerkenswerte Geschichte, die in einem knappen, rasanten Stil erzählt wird, ohne dass der Verfasser des Evangeliums selbst etwas dazu sagt. Er erzählt einfach die Geschichte und lässt dann die Worte, die Taten und die Handlungen über das Leben und den Tod von Jesus von Nazareth für sich selbst sprechen.

    Thomas R. Shepherd, PhD, DrPH, ist Senior-Forschungsprofessor für Neues Testament am Theologischen Seminar der Siebenten-Tags-Adventisten an der Andrews University. Er und seine Frau Sherry haben zwei erwachsene Kinder und sechs Enkelkinder.

    ...

    (zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03-iv)

  • Die Tageslektion heute Sabbat, 29.6.2024

    am Peter - und Paul-Tag (= Tag der Apostel Petrus und Paulus) des 29. Junos


    1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    imAnfang

    Lies die Textstelle dieser Woche: Markus 1,1-15


    Reisegefährte von Paulus und Petrus schreibt Evangelium

    Wer verfasste das Markusevangelium und warum wurde es geschrieben? Kein Evangelium nennt den Namen des Autors. Johannes kommt dem am nächsten mit seinem Bezug auf den geliebten Jünger (siehe Joh 21,20.24).

    Jedes der kanonischen Evangelien wurde jedoch von Anfang an entweder mit einem Apostel (Matthäus, Johannes) oder mit einem Begleiter eines Apostels in Verbindung gebracht. Das Lukasevangelium zum Beispiel wird mit Paulus in Verbindung gebracht (vgl. Kol 4,14; 2 Tim 4,11; Phlm 1,24). Das Markusevangelium wird mit Petrus in Verbindung gebracht (vgl. 1 Ptr 5,13).

    Obwohl der Autor des Markusevangeliums im Text nie seinen Namen nennt, deutet die frühe kirchliche Tradition darauf hin, dass der Autor des Markusevangeliums Johannes Markus war, ein zeitweiliger Reisegefährte von Paulus und Barnabas und später ein Mitarbeiter von Petrus. Das Evangelium des Markus ist wahrscheinlich das älteste Evangelium.* Es könnte die Grundlage für weite Teile des Matthäus- und des Lukas-Evangeliums gebildet haben.

    Die ersten Verse des Markusevangeliums sind weniger eine Einleitung als vielmehr ein Bericht darüber, wie Jesus für seine Mission beglaubigt wird. Er wird vom Alten Testament und von Johannes bestätigt, vom Heiligen Geist gesalbt und in der Wüste geprüft.

    (zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03-iv/01/01)

    * wurde aufgrund von Apg.13,13 vermutlich schon um 46/47 n.Chr. von Markus, dem Vetter des Barnabas (siehe unten »...«!) verfasst; es wäre damit die älteste Schrift aus dem NT und war eine Beschreibung vom Apostel Petrus über das Leben Jesu: kurz, prägnant und auf den Punkt gebracht! Und, vor allem historisch!

    »»Johannes Markus war ein Judenchrist oder möglicherweise ein Heidenchrist in Jerusalem (Apg 12,12 EU) und der Vetter des Barnabas (Kol 4,10 EU). Das Haus seiner Mutter Maria wurde später zum Mittelpunkt der Jerusalemer Urgemeinde. Johannes Markus wurde von Barnabas und Paulus auf die erste Missionsreise mitgenommen (Apg 13,4 EU), brach die Mission aber ab und kehrte in Perge in Pamphylien um.** Zur zweiten Missionsreise wollte Barnabas Markus wieder mitnehmen, aber Paulus weigerte sich und wählte Silas zum Gefährten, während Barnabas mit Markus nach Zypern fuhr (Apg 15,36–40 EU).

    Später bestand wieder ein gutes Verhältnis zwischen Paulus und Markus, der während der ersten Gefangenschaft bei Paulus in Rom war (Kol 4,10 EU, Phlm 24 EU) und um dessen Kommen Paulus bei seiner zweiten römischen Haft den Timotheus ausdrücklich bat (2 Tim 4,11 EU).««

    ** – um sich in Jerusalem mit Petrus zu treffen und dort sein Evangelium niederzuschreiben.

    --------------------

    (* + ** = Anmerkung(en) von mir / »» ... «« = aus Wikipedia / Unterstreichungen von mir)

  • Johannes Markus war, ein zeitweiliger Reisegefährte von Paulus und Barnabas und später ein Mitarbeiter von Petrus.

    1.Petrus 5,13

    13 Es grüßen euch aus Babylon, die samt euch auserwählt sind, und mein Sohn Markus.*

    Wir wissen, dass Petrus eine Schwiegermutter hatte

  • Johannes Markus war, ein zeitweiliger Reisegefährte von Paulus und Barnabas und später ein Mitarbeiter von Petrus.

    1.Petrus 5,13

    13 Es grüßen euch aus Babylon, die samt euch auserwählt sind, und mein Sohn Markus.*

    Wir wissen, dass Petrus eine Schwiegermutter hatte (Mk 1,30) und somit verheiratet war! Daher * wenn Petrus hier in 1Pet 5,13 von seinem Sohn Markus schreibt, war jener Johannes Markus womöglich des Petrus leiblicher Sohn; rein vom Alter – Petrus (* um das Jahr 1 in Bethsaida, Syrien, Galiläa; ODER in Kapharnaum am See Gennesaret; † um 67 in Rom) war einer der zwölf Apostel um Jesus Christus – würde das hinhauen!

    ➡ So könnte man diese Lebensbilder erstellen:

    • Simon Petrus Bar Jona (* 1 n.Chr. † 67 n.Chr.); starb aller Wahscheinlichkeit nach in Rom den Märtyrertod, gekreuzigt mit dem Kopf nach unten unter der Neronitischen Christenverfol-gung jener Zeit; Vater geworden mit ca. 20 Jahren, A.D. 21 n.Chr.
    • Johannes Markus (* 21 n.Chr. † 25.4.68 n.Chr.); mit ca. 25 Jahren, A.D. 45/46 n.Chr. mit Paulus auf der 1.Missionsreise dabei gewesen (Apg.13) ; hat dann aber Paulus A.D. 46/47 n.Chr. dann verlassen (Apg.13,13) um im Auftrag seines Vaters Petrus nach Jerusalem zu kommen und dort den ersten Lebensbericht des Jesus von Nazareth zu verfassen, das 1. Evangelium, fertiggestellt wohl noch um das Jahr 47 herum; Eusebius, Hieronymus und Epiphanius kennen darüber hinaus die Tradition, dass Markus der Gründer der Gemeinde in Alexandria gewesen sei – als Zeit seiner Ankunft werden die späten Vierziger- oder Fünfzigerjahre angegeben. Quellen aus dem vierten Jahrhundert (Hieronymus, Eusebius von Caesarea, Markusakten) berichten vom Märtyrertod des Markus in Alexandria am 25. April des Jahres 68.[4] Die koptische Kirche sieht ihn als ihren ersten Papst. Am 25. April 68 überfielen ihn christenfeindliche Alexandriner am Altar und schleiften ihn mit einem Strick um den Hals zu Tode.
  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    (Vorbemerkung: da im Internet die neue Studien-anleitung zum Markusevangelium z.Z. fürs 3. Quartal noch nicht verfügbar ist, stelle ich die Wochenlektion aus dem Heft"imWort"zusammen)


    DIE 1.LEKTION IN DER WOCHE VOM 30.6. – 6.7.24:

    📖 Bibeltext der Woche: Markus 1,1–15


    I.) Wer ist Johannes Markus? – Sonntag, 30.6.24

    II.) Das Markusevangelium – keine Biografie – Montag, 1. Juli 2024

    III.) Die Reise zum Kreuz – Dienstag, 2. Juli 2024

    IV.) Jesus – Gott und Mensch zugleich – Mittwoch, 3. Juli 2024

    V.) Jesu Taufe – Donnerstag, 4. Juli 2024 (🇺🇸Ind.D.)

    VI.) Taufe und Versuchung – Freitag, 5. Juli 2024

    VII.) Die Zeit ist erfüllt – Samstag, 6. Juli 2024

    VIII.) Fragen für das Bibelgespräch – Sabbat, 6.7.

  • Beitrag von Norbert Chmelar (30. Juni 2024 um 13:26)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (30. Juni 2024 um 13:58).
  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    I.) Wer ist Johannes Markus? – Sonntag, 30.6.2024


    Wer ist Johannes Markus?

    Johannes Markus wird in Apostelgeschichte 12,12 als der Sohn einer Frau namens Maria vorgestellt. Sie war offensichtlich eine wohlhabende Unterstützerin der Gemeinde und hielt in ihrem Haus die Gebetsversammlungen ab, von denen in Apostelgeschichte 12 berichtet wird.

    „Der Verfasser des zweiten Evangeliums ist der aus der Apostelgeschichte wohlbekannte Johannes-Markus. Er war der Begleiter des Paulus und Barnabas auf ihrer ersten Missionsreise.*¹

    Paulus wollte beim Antritt der zweiten Missionsreise*² Markus nicht wieder mitnehmen (Apg 12,25; 13,5.13; 15,37-39). Nach vielen Jahren [...] treffen wir Johannes Markus wieder als Mitarbeiter des Paulus (Kol 4,10; Phlm 24).

    Weil der Verfasser des zweiten Evangeliums ein Jerusalemer war, so hat er vielleicht Gelegenheit gehabt, Jesus in seinem Wirken zu beobachten und darüber hinaus von der Muttergemeinde in Jerusalem genaue Kunde der Evangeliums-Geschichte zu erlangen, wie sie in seinem später in Rom geschriebenen Evangelium★ zutage tritt. Unter den Aposteln der Muttergemeinde aber stand keiner in so naher Beziehung zu Johannes Markus wie Petrus. (1 Petr. 5,13)“ (Fritz Rienecker, Das Evangelium des Markus, Wuppertaler Studienbibel, Wuppertal u. Gießen 1989, S. 15)


    (zitiert aus -----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03-iv/…y-markus-1,1-15)

    ------------------------------------

    Anmerkungen von mir:

    *¹ – fand um etwa 44(45) – 46 n.Chr. statt.

    *² – Die zweite Missionsreise des Paulus wird in der Bibel in Apg 15–18 beschrieben. Die Reise fand ungefähr in den Jahren 49 bis 52 statt.

    ★ – Rienecker folgt hier leider der sogen. HKM, also der Historisch-Kritischen Methode, die für eine späte Abfassungszeit des Markusevangeliums ausgeht; die gesamten Zusammenhänge ab Apostelgeschichte 13,13 sprechen für eine viel frühere Abfassungszeit um 47/48 n.Chr. herum.

  • da im Internet die neue Studienanleitung zum Markusevangelium z.Z. fürs 3. Quartal noch nicht verfügbar ist

    Erfreuliche Nachricht! Es ist seit kurzem im Internet wieder verfügbar!


    Lektion 1: Der Beginn des Evangeliums *

    LIES FÜR DAS STUDIUM DIESER WOCHE


    Apostelgeschichte 13,1–5.13; 15,36–39; Markus 1,1–15; Jesaja 40,3; Daniel 9,24–27

    Zitat

    MERKTEXT

    Nachdem aber Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium! (Mk 1,14–15)


    ...

    Der erste Schritt in dieser Woche wird sein, etwas über Markus zu erfahren, wie es in der Heiligen Schrift berichtet wird, sein frühes Scheitern und seine spätere Rehabilitierung zu sehen. Dann wird sich das Studium dem ersten Abschnitt des Markusevangeliums zuwenden, mit einem Blick nach vorne, wohin die Geschichte geht, und einem Blick zurück, warum ein gescheiterter und dann rehabilitierter Missionar einen solchen Text schreiben sollte.


    Einführung

    In den ersten Versen seines Evangeliums fasst Markus nicht nur das Thema des Eröffnungskapitels zusammen, sondern seinen ganzen Bericht: das Evangelium von Jesus Christus. In einem Jahrhundert, in dem die Menschen oft von der Anziehungskraft „ein[es] Evangelium[s] …, anders als ihr es empfangen habt“ (Gal 1,9), gelockt wurden, beginnt Markus seinen Bericht mit einem übergreifenden Eröffnungsstatement, um die Essenz der christlichen Religion hervorzuheben: die gute Nachricht von Jesus Christus. Jesus offenbarte das Evangelium – nicht nur denen, die durch seine heilende Berührung wiederhergestellt wurden, sondern auch einer uneinheitlichen Gemeinschaft aus Gläubigen, die es nötig hatten, daran zu glauben. Aus der Sicht von Markus ist Jesus letztlich das Evangelium.


    Themen der Lektion

    Die Lektion dieser Woche behandelt zwei Komponenten der ersten Verse des Markus evangeliums: den Ausdruck „das Evangelium von Jesus Christus“ und dann konkreter den Namen „Jesus Christus“.

    1. „Das Evangelium von Jesus Christus“: Für Markus ist das Evangelium – oder euangelion – Gottes gute Nachricht, die in den Heiligen Schriften verwurzelt ist, von Christus in den Synagogen verkündigt und durch seinen Dienst auf der Erde offenbart wurde. Somit ist die gute Nachricht von Gott in Wahrheit auch die gute Nachricht von Jesus.
    2. „Jesus Christus“: Markus präsentiert Jesus in vielen Facetten seines Dienstes. Jesus ist der Sohn Gottes und der Heilige. Er wird in der Gegend von Galiläa und darüber hinaus auch als großer Lehrer und Prediger sowie als mitfühlender Heiler bezeichnet.


    * Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 6. Juli.


    (----> zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/01

    und aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/09-lehrerteil)

  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    I.) Wer ist Johannes Markus? Der gescheiterte Missionar

    (Studienanleitung Standardausgabe vom Sonntag, 30.6.24, dem orthodoxen Mitapostelfest)


    Lies Apostelgeschichte 12,12. Wie wird Markus in der Apostelgeschichte vorgestellt?


    Vermutlich war Johannes Markus, der wahrscheinlichste Autor des Markusevangeliums, ein junger Mann, als die Ereignisse in Apostelgeschichte 12 stattfanden, wahrscheinlich Mitte der 40er-Jahre des 1. Jahrhunderts n. Chr.* Er wird in Vers 12 als der Sohn einer Frau namens Maria vorgestellt. Sie war offensichtlich eine wohlhabende Unterstützerin der Gemeinde und hielt in ihrem Haus die Gebetsversammlung ab, von der in Apostelgeschichte 12 berichtet wird. Der Bericht von Petrus’ Flucht aus dem Gefängnis und den anschließenden Handlungen und dem Tod von Herodes ist voll von auffälligen, sogar humorvollen Kontrasten zwischen Petrus und dem König. Johannes Markus spielt in dem Bericht eigentlich keine Rolle, aber die Einführung von ihm an dieser Stelle bereitet auf seine spätere Verbindung mit Barnabas und Saulus vor.


    Lies Apostelgeschichte 13,1–5.13. Wie kam Johannes Markus in Kontakt mit Saulus und Barnabas, und was war das Ergebnis?


    Apostelgeschichte 13 beschreibt die erste Missionsreise von Saulus und Barnabas, die um 46 n. Chr. begann. Johannes Markus wird erst in Vers 5 erwähnt. Seine Rolle ist die eines Helfers oder Dieners. Ein weiterer Hinweis auf den jungen Mann erfolgt erst in Vers 13, wo der kurze Bericht festhält, dass er nach Jerusalem zurückkehrte. **

    Es wird kein Grund für diese Abreise ** genannt, und das Fehlen jeglicher Beschreibung seiner Gefühle oder Emotionen überlässt es der Vorstellungskraft, was die Motivation für seinen Rückzug von den Missionsbemühungen war, die zweifellos mit Gefahren und Herausforderungen verbunden waren.

    Ellen White deutet darauf hin, dass „Markus sich von Angst und Entmutigung überwältigen ließ und seine Absicht, sich von ganzem Herzen dem Auftrag des Herrn zu widmen, eine Zeitlang ins Wanken geriet. Er war Schwierigkeiten nicht gewohnt und verzagte angesichts der Gefahren und Entbehrungen auf dem Weg“ (GNA 128). Kurz gesagt, es wurde ihm einfach zu schwierig und so wollte er aussteigen. – Anm. von mir: Ich glaube, das nicht, sondern unter Hinweis auf ** nehme ich an, dass ihn (vielleicht sein leiblicher Vater?) der Apostel Petrus nach Jerusalem zurückbeordert hatte, um ihm, Johannes Markus, einen Bericht über Jesu Weg von Galliläa (29 n.Chr.) nach Jerusalem (33 n.Chr.) zu berichten, den er dann als "Evangelium" niederschreiben sollte!

    ...


    (zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/…terte-missionar)

    ------------------------

    * – unter NR. 5 habe ich ja die Lebensdaten von Johannes Markus angegeben: Johannes Markus (* 21 n.Chr. † 25.4.68 n.Chr.); mit ca. 25 Jahren, A.D. 46 n.Chr. mit Paulus auf der 1.Missionsreise dabei gewesen.

    ** – der Grund seiner Abreise könnte ein Ruf des Heiligen Geistes oder vom Apostel Petrus gewesen sein, nach Jerusalem zurückzukehren um das "Evangelium von Jesus Christus" 46/47 n.Chr. zu verfassen; denn die Ereignisse mit Jesus waren ja erst 13 Jahre her und damit die Erinnerung von Petrus noch relativ frisch; und so war es notwendig, bevor die ersten Zeugen der Ereignisse um Jesus sterben sollten, auch ein schriftliches Zeugnis der Taten und des Lebens Jesu und eine Grundlage für den neuen Glauben der Christen zu hinterlassen!

    --------------------

    Abkürzungen:

    GNA = Gute Nachricht für alle (illustrierte Neuausgabe von WA)

    WA = Das Wirken der Apostel (original: Acts of the Apostles) – beides Bücher von Ellen G. White

  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    II.) Das Markusevangelium – keine Biografie

    (Studienanleitung Standardausgabe vom Montag, 1. Juli 2024)


    Eine zweite Chance

    Lies Apostelgeschichte 15,36–39. Warum wies Paulus Johannes Markus zurück und warum gab Barnabas ihm eine zweite Chance?


    Der Grund für die Ablehnung des jungen Mannes durch Paulus findet sich in Apostelgeschichte 15,38. Markus hatte sich von ihnen zurückgezogen und das Werk des Dienstes nicht fortgesetzt.*📖 Die Haltung von Paulus ist verständlich, wenn auch schroff. Das Leben eines Missionars, besonders in der antiken Welt, war hart und herausfordernd (vgl. 2 Kor 11,23–28). Paulus war auf seine Missionskollegen angewiesen, die ihm halfen, die Last dieser schwierigen Arbeit und Bedingungen zu tragen. Seiner Ansicht nach verdiente jemand, der sich so schnell davonmachte, keinen Platz in einem Missionsteam, das Hand in Hand gegen böse Mächte kämpfte.

    Barnabas war anderer Meinung.* Er sah in Markus Potenzial* und wollte den jungen Mann nicht zurücklassen. Zwischen Paulus und Barnabas entbrannte ein so heftiger Streit über Johannes Markus, dass sie sich trennten. Paulus entschied sich für Silas als Begleiter, Barnabas nahm Markus mit.

    Die Apostelgeschichte erklärt nicht, warum Barnabas sich entschied, Markus mitzunehmen.* Tatsächlich ist dieser Abschnitt die letzte Stelle, an der die beiden Männer in der Apostelgeschichte erwähnt werden. Aber interessanterweise ist dies nicht die letzte Stelle, an der Markus im Neuen Testament erwähnt wird.


    Lies Kolosser 4,10; 2. Timotheus 4,11; Philemon 24 und 1. Petrus 5,13. Welche Einzelheiten über die Wiedereinsetzung von Markus deuten diese Verse an?


    In Markus scheint eine erstaunliche Wandlung stattgefunden zu haben. In diesen Abschnitten weist Paulus auf den Wert von Markus für ihn und seinen Dienst hin. Paulus nennt ihn als einen seiner Mitarbeiter und möchte, dass Timotheus ihn mitbringt. Der erste Petrusbrief zeigt, dass auch Petrus eine enge Beziehung zu Markus hatte. Diese Bücher von Paulus und Petrus wurden wahrscheinlich in den frühen 60er-Jahren n. Chr. geschrieben, etwa 15–20 Jahre nach dem Geschehen in Apostelgeschichte 15. Es ist eindeutig, dass sich Markus von seinem Versagen erholte, höchstwahrscheinlich durch das Vertrauen, das sein Cousin Barnabas in ihn setzte.

    ...


    (zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/…e-zweite-chance)

    -----------------------------

    *📖 – Meiner Meinung nach wurde Markus vom Heiligen Geist für einen anderen Dienst berufen! Eben um ein Evangelium von Jesus Christus zu verfassen und so die Grundlagen für den "neuen Weg" des frühen Christenglaubens zu fundamentieren! Was wären wir, was wäre die Bibel ohne einen Markus? Es haben ja Bibelexperten nachgewiesen, dass sowohl der Apostel Matthäus als auch der griechische Arzt Lukas sich für ihre Evangelien auf den Text von Markus bezogen haben und diesen zum Teil in vielen Passagen wörtlich übernom-men haben; daher werden diese 3 Evangelien (Markus, Lukas und Matthäus Levi) ja auch als "Synoptische Evangelien" bezeichnet.

    * – Es ist nicht ausgeschlossen, dass Barnabas der Vetter von Johannes Markus mitbekommen hat, dass Markus zusammen mit Petrus an der Ausarbeitung des Markusevangeliums gearbeitet hat und Barnabas daher das große Potenzial in Markus erkannt hatte, und er ihn deshalb um 49/50 n.Chr. mit auf die 2. Missionsreise nehmen wollte! Und dort muss sich Johannes Markus ja in der Mission wohl bewährt haben, denn später als Paulus in Rom im Gefängnis saß, hat er ja dann den Markus aufgefordert zu ihm zu kommen.

  • Beitrag von Norbert Chmelar (2. Juli 2024 um 02:36)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (2. Juli 2024 um 02:39).
  • DIE 1.LEKTION IN DER WOCHE VOM 30.6. – 6.7.24:

    📖 Bibeltext der Woche: Markus 1,1–15


    I.) Wer ist Johannes Markus? – Sonntag, 30.6.24

    II.) Das Markusevangelium – keine BiografieMontag, 1. Juli 2024

    III.) Die Reise zum Kreuz Dienstag, 2. Juli 2024

    IV.) Jesus – Gott und Mensch zugleich – Mittwoch, 3. Juli 2024

    V.) Jesu Taufe – Donnerstag, 4. Juli 2024 (🇺🇸Ind.D.)

    VI.) Taufe und Versuchung – Freitag, 5. Juli 2024

    VII.) Die Zeit ist erfüllt – Samstag, 6. Juli 2024

    VIII.) Fragen für das Bibelgespräch – Sabbat, 6.7.

    Spoiler anzeigen

    Weil die Studienanleitung Standardausgabe erst später verfügbar war, hatte die "ImWort"-Ausgabe andere Überschriften als die Studienanleitung! Deren Inhalt ist kürzer, und soll auch hier erwähnt werden, zumindest für die 1. Woche - für den Teil I.) von 13 // Hier soll es (blau) um den 1. und 2. Juli gehen ... ➡ Teile II.) + III.) ----> Die Dienstagslektion ist die Kurzversion für die der Studienanleitung!

    Teil I.) wurde ja schon gebracht!


    II.) Das Markusevangelium – keine Biografie

    „Das Markusevangelium ist nicht in erster Linie eine Biografie, denn es enthält keine Erörterung der Abstammung, der frühen Umgebung, der Geburt, Erziehung oder Familie seiner Hauptperson, noch versucht es, Informationen über irgendeine bestimmte Phase seines Lebens zu vermitteln. Es bringt in dichter Folge, [...] eine Reihe von Episoden in der Laufbahn Christi mit einigen Einzelheiten über die letzte Woche seines irdischen Daseines.“ (Merrill C. Tenney, Die Welt des Neuen Testaments, Marburg an der Lahn 1979, S. 180)


    III.) Die Reise zum Kreuz

    Markus 1,2–3 enthält ein Zitat aus Jesaja 40,3. Was Markus zitiert, ist eigentlich eine Mischung von Sätzen aus drei alttestamentlichen Abschnitten: 2. Mose 23,20; Jesaja 40,3 und Maleachi 3,1. Alle drei Textstellen sprechen von einer Reise. Im Markusevangelium befindet sich der Herr Jesus auf einer Reise. Die schnell voranschreitende Erzählung verstärkt das Gefühl dieser Reise, einer Reise, die zum Kreuz führen wird.

  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    III.) Die Reise zum Kreuz Der Bote

    (Studienanleitung Standardausgabe vom Dienstag, 2. Juli 2024)


    Der Bote

    Lies Markus 1,1–8. Wer sind die Personen in diesen Versen? Was sagen und tun sie?


    In diesen Versen gibt es drei Hauptpersonen: Jesus Christus, auf den in Markus 1,1 Bezug genommen wird, Gott der Vater (angedeutet in den Worten von Mk 1,2) und Johannes der Täufer, der Bote und Prediger, um den es im letzten Teil dieses Abschnitts hauptsächlich geht.

    Markus 1,2–3 enthält ein Zitat aus dem Alten Testament, das Markus voranstellt, um zu beschreiben, was in dem Bericht geschehen wird. Was Markus zitiert, ist eine Mischung von Sätzen aus drei Abschnitten: 2. Mose 23,20; Jesaja 40,3 und Maleachi 3,1.


    Lies 2. Mose 23,20; Jesaja 40,3 und Maleachi 3,1. Was haben diese drei Textstellen gemeinsam?


    2. Mose 23,20 bezieht sich auf einen Engel, den Gott vor Israel herschicken wird, um das Volk nach Kanaan zu bringen.* Jesaja 40,3 spricht davon, dass Gott in der Wüste erscheint und ihm ein Weg bereitet wird. Maleachi 3,1 spricht von einem Boten, der dem Herrn vorangeht, um seinen Weg zu bereiten. Alle drei Textstellen sprechen von einer Reise.

    Der Text in Jesaja hat viele Verbindungen zum Wirken von Johannes dem Täufer und konzentriert sich ebenfalls auf den Weg des Herrn. Im Markusevangelium befindet sich der Herr Jesus auf einer Reise. Die schnell voranschreitende Erzählung verstärkt das Gefühl dieser Reise, einer Reise, die zum Kreuz und zu seinem Opfertod für uns führen wird.

    Doch bevor Jesus das Kreuz erreicht, muss noch viel geschehen. Die Reise hat gerade erst begonnen und Markus wird uns alles darüber berichten.

    In Anlehnung an das Zitat aus dem Alten Testament in Markus 1,2–3 ruft Johannes der Täufer zur Buße, zur Abkehr von der Sünde und zur Umkehr zu Gott auf (Mk 1,4). Bekleidet wie der damalige Prophet Elia (vgl. 2 Kön 1,8), spricht er in Markus 1,7–8 von dem, der nach ihm kommt und mächtiger ist als er. Seine Aussage, er sei nicht würdig, einen Riemen der Sandalen des Kommenden zu lösen, zeigt die hohe Meinung, die er von Jesus hat.

    (zitiert aus -----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/04-tuesday-der-bote)

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    * – könnte das nicht »der Bundesengel Israels«, Michael gewesen sein, der auch den Rang eines

    Spoiler anzeigen

    [von wahrscheinlich 3 (Michael - Gabriel - Rafael*) oder 4 (Michael - Gabriel - Rafael - Uriel)]

    Erzengels innehatte?!

    *– diese drei Erzengel-Namen kommen in der Lutherbibel 2017 vor, sind daher in jedem Fall biblisch.

  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    IV) Jesus – Gott und Mensch zugleich – Jesu Taufe

    (Siehe in der Studienanleitung Standardausgabe vom Mittwoch , 3. Juli 2024)


    Jesu Taufe

    Lies Markus 1,9–13. Wer ist bei der Taufe Jesu anwesend und was geschieht?


    Johannes tauft Jesus im Jordan, aber als der aus dem Wasser steigt, sieht er, wie der Himmel aufgerissen wird und der Heilige Geist wie eine Taube auf ihn herabkommt. Er hört die Stimme Gottes vom Himmel: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“ (Mk 1,11).

    Diese Ereignisse weisen auf die Bedeutung der Taufe Jesu hin. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind anwesend und bezeugen gemeinsam den Beginn des Dienstes Jesu. Die Bedeutung dieses Ereignisses findet ihr Echo in der Szene am Kreuz in Markus 15. Viele Elemente der Geschichte werden in dieser Szene wiederkehren.

    Der Heilige Geist treibt Jesus hinaus in die Wüste. Das Wort „trieb“ stammt von dem griechischen Wort ekballō, das im Markusevangelium häufig für das Austreiben von Dämonen verwendet wird. Die Anwesenheit des Heiligen Geistes verdeutlicht hier die Kraft des Heiligen Geistes im Leben Jesu. Der Herr beginnt bereits die Reise seines Dienstes und stellt sich Satan sofort entgegen. Der Eindruck von Kampf in dieser Szene wird deutlich durch den Hinweis auf die vierzig Tage der Versuchung, die Anwesenheit wilder Tiere und die Engel, die Jesus dienen.

    Ein ungewöhnliches Merkmal der Eröffnungsszene des Markusevangeliums ist, dass Jesus als jemand dargestellt wird, der sowohl göttlich als auch menschlich ist. *📖 Auf der Seite der Göttlichkeit ist er der Christus, der Messias (Mk 1,1), der durch einen Boten angekündigte Herr (V. 2–3), mächtiger als Johannes (V. 7), der geliebte Sohn, auf den der Heilige Geist herabkommt (V. 10–11). Aber auf der Seite des Menschseins sehen wir Folgendes: Er wird von Johannes getauft (nicht umgekehrt, V. 9), vom Heiligen Geist getrieben (V. 12), von Satan versucht (V. 13), ist bei wilden Tieren (V. 13) und Engeln dienen ihm (V. 13).

    Warum diese Gegensätze? Das verweist auf die erstaunliche Wirklichkeit Christi, unseres Herrn und Erlösers, unseres Gottes, und doch auch Mensch, unser Bruder und unser Vorbild. Wie kommen wir mit dieser Vorstellung klar? Wir können es nicht. Aber wir nehmen sie im Glauben an und staunen darüber, was uns diese Wahrheit über Gottes Liebe zur Menschheit offenbart.

    ...


    (zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/…sday-jesu-taufe)

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    *📖 – siehe dazu was das Heft "ImWort" dazu sagt:

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    IV.) Jesus – Gott und Mensch zugleich

    Ein ungewöhnliches Merkmal der Eröffnungsszene des Markusevangeliums ist, dass Jesus als jemand dargestellt wird, der sowohl göttlich als auch menschlich ist. Auf der Seite der Göttlichkeit ist er der Christus, der Messias (Mk 1,1), der durch einen Boten angekündigte Herr (Mk 1,2–3), mächtiger als Johannes (Mk 1,7). Der geliebte Sohn, auf den der Heilige Geist herabkommt (Mk 1,10–11). Auf der Seite der Menschheit sehen wir folgendes: Er wird von Johannes getauft (nicht umgekehrt, Mk 1,9), vom Heiligen Geist getrieben (Mk 1,12), von Satan versucht (Mk 1,13), ist bei wilden Tieren (Mk 1,13) und Engeln dienen ihm (Mk 1,13).

    und:

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    V.) Jesu Taufe

    „Jesus und Johannes der Täufer waren Cousins und durch die Umstände ihrer Geburten eng miteinander verbunden. Dennoch waren sie sich nie persönlich begegnet. Jesus hatte bis dahin in Nazareth, in Galiläa gelebt, Johannes in der Wüste von Judäa.“ (SDL S. 91)

    „Als Jesus kam, um sich taufen zu lassen, erkannte Johannes bei ihm eine charakterliche Reinheit, wie er sie bisher noch bei keinem Menschen wahrgenommen hatte. Die Ausstrahlung von Jesus war heilig und Ehrfurcht gebietend. [...] Jesus empfing die Taufe nicht als Zeichen eines persönlichen Schuldbekenntnisses. Er stellte sich jedoch mit den Sündern auf eine Stufe, ging denselben Weg und tat dasselbe Werk, das auch wir tun müssen.“ (SDL S. 92)

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    Abkürzung:

    SDL = Der Sieg der Liebe (Textausgabe 2017; vormals: Das Leben Jesu; original: The Desire of Ages) – das erfolgreichste Buch von Ellen White!

  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    IV.) Jesus – Gott und Mensch zugleich – Jesu Taufe

    (Siehe in der Studienanleitung Standardausgabe vom Mittwoch , 3. Juli 2024)


    Jesu Taufe

    Lies Markus 1,9–13. Wer ist bei der Taufe Jesu anwesend und was geschieht?


    Johannes tauft Jesus im Jordan, aber als der aus dem Wasser steigt, sieht er, wie der Himmel aufgerissen wird und der Heilige Geist wie eine Taube auf ihn herabkommt. Er hört die Stimme Gottes vom Himmel: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“ (Mk 1,11).

    Diese Ereignisse weisen auf die Bedeutung der Taufe Jesu hin. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind anwesend und bezeugen gemeinsam den Beginn des Dienstes Jesu. Die Bedeutung dieses Ereignisses findet ihr Echo in der Szene am Kreuz in Markus 15. Viele Elemente der Geschichte werden in dieser Szene wiederkehren.

    Der Heilige Geist treibt Jesus hinaus in die Wüste. Das Wort „trieb“ stammt von dem griechischen Wort ekballō, das im Markusevangelium häufig für das Austreiben von Dämonen verwendet wird. Die Anwesenheit des Heiligen Geistes verdeutlicht hier die Kraft des Heiligen Geistes im Leben Jesu. Der Herr beginnt bereits die Reise seines Dienstes und stellt sich Satan sofort entgegen. Der Eindruck von Kampf in dieser Szene wird deutlich durch den Hinweis auf die vierzig Tage der Versuchung, die Anwesenheit wilder Tiere und die Engel, die Jesus dienen.

    Ein ungewöhnliches Merkmal der Eröffnungsszene des Markusevangeliums ist, dass Jesus als jemand dargestellt wird, der sowohl göttlich als auch menschlich ist. *📖 Auf der Seite der Göttlichkeit ist er der Christus, der Messias (Mk 1,1), der durch einen Boten angekündigte Herr (V. 2–3), mächtiger als Johannes (V. 7), der geliebte Sohn, auf den der Heilige Geist herabkommt (V. 10–11). Aber auf der Seite des Menschseins sehen wir Folgendes: Er wird von Johannes getauft (nicht umgekehrt, V. 9), vom Heiligen Geist getrieben (V. 12), von Satan versucht (V. 13), ist bei wilden Tieren (V. 13) und Engeln dienen ihm (V. 13).

    Warum diese Gegensätze? Das verweist auf die erstaunliche Wirklichkeit Christi, unseres Herrn und Erlösers, unseres Gottes, und doch auch Mensch, unser Bruder und unser Vorbild. Wie kommen wir mit dieser Vorstellung klar? Wir können es nicht. Aber wir nehmen sie im Glauben an und staunen darüber, was uns diese Wahrheit über Gottes Liebe zur Menschheit offenbart.

    ...


    (zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/…sday-jesu-taufe)

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    *📖 – siehe dazu was das Heft "ImWort" dazu sagt:

    Spoiler anzeigen

    IV.) Jesus – Gott und Mensch zugleich

    Ein ungewöhnliches Merkmal der Eröffnungsszene des Markusevangeliums ist, dass Jesus als jemand dargestellt wird, der sowohl göttlich als auch menschlich ist. Auf der Seite der Göttlichkeit ist er der Christus, der Messias (Mk 1,1), der durch einen Boten angekündigte Herr (Mk 1,2–3), mächtiger als Johannes (Mk 1,7). Der geliebte Sohn, auf den der Heilige Geist herabkommt (Mk 1,10–11). Auf der Seite der Menschheit sehen wir folgendes: Er wird von Johannes getauft (nicht umgekehrt, Mk 1,9), vom Heiligen Geist getrieben (Mk 1,12), von Satan versucht (Mk 1,13), ist bei wilden Tieren (Mk 1,13) und Engeln dienen ihm (Mk 1,13).

    und:

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    V.) Jesu Taufe

    „Jesus und Johannes der Täufer waren Cousins und durch die Umstände ihrer Geburten eng miteinander verbunden. Dennoch waren sie sich nie persönlich begegnet. Jesus hatte bis dahin in Nazareth, in Galiläa gelebt, Johannes in der Wüste von Judäa.“ (SDL S. 91)

    „Als Jesus kam, um sich taufen zu lassen, erkannte Johannes bei ihm eine charakterliche Reinheit, wie er sie bisher noch bei keinem Menschen wahrgenommen hatte. Die Ausstrahlung von Jesus war heilig und Ehrfurcht gebietend. [...] Jesus empfing die Taufe nicht als Zeichen eines persönlichen Schuldbekenntnisses. Er stellte sich jedoch mit den Sündern auf eine Stufe, ging denselben Weg und tat dasselbe Werk, das auch wir tun müssen.“ (SDL S. 92)

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    Abkürzung:

    SDL = Der Sieg der Liebe (Textausgabe 2017; vormals: Das Leben Jesu; original: The Desire of Ages) – das erfolgreichste Buch von Ellen White!

    Anmerkung von mir: Ich finde es ganz erstaunlich, dass die Studienanleitung hier zu Beginn des Markusevangeliums bereits auf zweierlei Dinge hinweist: a) mit dem Satz, ich zitiere »Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind anwesend und bezeugen gemeinsam ...« bekennt die Studienanleitung Gottes Dreieinigkeit und b) mit der Formulierung, ich zitiere erneut »die erstaunliche Wirklichkeit Christi, unseres ... Gottes, und doch auch Mensch« bekennt sich die Studienanleitung auch zu der "Zwei-Naturen-Lehre von Jesus Christus", nämlich zu dem Satz des Kirchenvaters Irenäus von Lyon: »Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch!« -----> Das ist so ganz anders (und wohltuend für uns Christen, die an der Trinitätslehre und an der Gottheit Jesu festhalten!) als wie Aussagen der Historisch-kritischen Methoden-Anhänger, die im Markusevangelium nur den Menschen Jesus von Nazareth sehen!

  • Der Bote

    Lies Markus 1,1–8. Wer sind die Personen in diesen Versen? Was sagen und tun sie?

    Es ist interessant das Markus in den ersten Versen von Johannes dem Täufer berichtet und bezug nimmt was vorher die Propheten verkündigt haben...

    Ausgangspunkt die Wüste ist! Offensichtlich mit einer tiefen Bedeutung...

    Volk Israel , gerade in der Wüste ist uns Gott ganz nah...

    Vor Jesus Mission führte ihn der HL. Geist 40 Tage in die Wüste!

    Wer Gott ganz nah sein möchte, braucht die Sabbat-Ruhe und abgeschiedenheit von der Welt.

    Viele können heute nicht mehr abschalten und werden krank....auch ständiger Aktionismus ist nicht gesund...

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    V.) Das Evangelium nach Jesus - Die Zeit ist erfüllt

    (Studienanleitung Standardausgabe vom Don-nerstag , 4.7.2024 am US-Independence Day 🇺🇸)


    Das Evangelium nach Jesus

    Lies Markus 1,14–15. Aus welchen drei Teilen bestand die Evangeliumsbotschaft Jesu?


    Markus fasst hier die einfache und direkte Botschaft von Jesus zusammen. Ihre drei Teile sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

    KategorieInhalt
    ZeitprophezeiungDie Zeit ist erfüllt.
    BundesverheißungDas Reich Gottes ist nahe.
    Aufruf zur NachfolgeTut Buße und glaubt an das Evangelium.

    Die Zeitprophezeiung, auf die sich Jesus bezieht, ist die 70-Wochen-Prophezeiung in Daniel 9,24–27. Diese Prophezeiung findet ihre Erfüllung in der Taufe Jesu, wo er mit dem Heiligen Geist gesalbt wird und seinen Dienst beginnt (Apg 10,38). Die erstaunliche 70-Wochen-Prophezeiung wird in der folgenden Grafik dargestellt:

    In dieser Prophezeiung steht ein Tag für ein Jahr (4 Mo 14,34; Hes 4,6). Die Prophezeiung begann 457 v. Chr.*¹ mit dem Erlass von Artaxerxes, dem König von Persien, der das Werk der Wiederherstellung Jerusalems vollendete (siehe Esr 7).

    Die 69 prophetischen Wochen erstreckten sich bis zum Jahr 27 n. Chr.*², dem Zeitpunkt, an dem Jesus zu Beginn seines Wirkens getauft und mit dem Heiligen Geist gesalbt wurde.

    Seine Kreuzigung würde dreieinhalb Jahre später stattfinden. [Anm.von mir: Freitag, 3.4.33 = 14.Nis.]

    Schließlich wurde die 70. Woche im Jahr 34 n. Chr.*³ vollendet, als Stephanus gesteinigt wurde und die Botschaft des Evangeliums sowohl zu den Heiden als auch zu den Juden gelangte.

    ...

    (zitiert aus -----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/…lium-nach-jesus)

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    Spoiler anzeigen

    VII.) Die Zeit ist erfüllt – "imWort"–Heft:

    Die Zeitprophezeiung, auf die sich Jesus bezieht, ist die 70-Wochen-Prophezeiung in Daniel 9,24–27. Diese Prophezeiung findet ihre Erfüllung in der Taufe Jesu, wo er mit dem Heiligen Geist gesalbt wird und seinen Dienst beginnt (Apg 10,38). In dieser Prophezeiung steht ein Tag für ein Jahr (4 Mo 14,34; Hes 4,6). Die Prophezeiung begann 457 v. Chr.*¹ mit dem Erlass von Artaxerxes, dem König von Persien, der das Werk der Wiederherstellung Jerusalems vollendete (siehe Esr 7). Die 69 prophetischen Wochen erstreckten sich bis zum Jahr 27 n. Chr.*², dem Zeitpunkt, an dem Jesus zu Beginn seines Wirkens getauft und mit dem Heiligen Geist gesalbt wurde. Seine Kreuzigung würde dreieinhalb Jahre später stattfinden. Markus fasst in Markus 1,15 die einfache und direkte Botschaft von Jesus zusammen: „Die Zeit ist erfüllt“ (Erfüllung der alttestamentlichen Zeitprophezeihung), „das Reich Gottes ist nahe gekommen“ (Hinweis auf die Erfüllung der Bundesverheißung), „tut Buße und glaubt an das Evangelium“ (Aufruf zur Nachfolge)

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    *¹ – nach ATler Prof. Hengstenberg sei dies aber 455 v.Chr. gewesen.

    *² – nach Lukas 3,1 war aber die Taufe Anno Domini 29 n.Chr. – „im 15. Jahr des Kaisers Tiber-ius”; dessen Regierungsantritt erfolgte 14 n.Chr. mit dem Tode von Kaiser Augustus Oktavian, unter dessen Regierung der Heiland (wohl am 25.3.5 vor) geboren wurde!

    *³ – dieser Zeitpunkt musste wegen *¹ + *² daher logischerweise um 2 Jahre nach hinten auf das Jahr 36 n.Chr. verschoben werden, als die Botschaft des Evangeliums zu den Heiden ging, und als der röm. Hauptmann Cornelius erster Heidenchrist aus Eurasien wurde, laut Apostelgeschichte 10 + 11!

  • 1. Lektion: Die Anfänge des Evangeliums

    VI.) Weiterführendes Studium

    (Studienanleitung Standardausgabe vom Freitag , 5. Juli 2024)


    Weiterführendes Studium

    Lies von Ellen White in Der Sieg der Liebe „Die Stimme in der Wüste“, S. 78–90 und in Gute Nachricht für alle „Boten des Evangeliums“, S. 126–133.

    Es ist faszinierend, dass Offenbarung 14,6–7, – die Botschaft des ersten Engels – eine Parallele zur Evangeliumsbotschaft in Markus 1,15 darstellt.

    Der erste Engel bringt der Welt in der Endzeit das ewige Evangelium als Vorbereitung auf die Wiederkunft. Genau wie die Botschaft Jesu hat das Endzeit-Evangelium des Engels dieselben drei Elemente, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind:

    Markus 1KategorieOffenbarung 14
    Zeit ist erfüllt (Dan 9)ZeitprophezeiungStunde des Gerichts (Dan 7–8)
    Königreich ist naheBundesverheißungEwiges Evangelium
    Tut Buße, glaubtAufruf zur NachfolgeFürchtet, ehrt und betet Gott an

    Die Botschaft des ersten Engels kündigt den Beginn des Vorwiederkunftsgerichts an, das in der 2300-Tage-Prophezeiung von Daniel 8,14 vorausgesagt wurde und 1844 begann. Das Gericht bringt das Reich Gottes zu seinem verfolgten Volk (Dan 7,22). Der Aufruf des ersten Engels, Gott zu fürchten, zu ehren und anzubeten, ist der Aufruf zur Nachfolge, der in den letzten Tagen an die Welt ergeht, wenn die Tiermächte aus Offenbarung 13 einen falschen Gott präsentieren, den es zu fürchten, zu verherrlichen und anzubeten gilt.

    So wie die Botschaft Jesu in Markus 1 eng mit den Prophezeiungen Daniels zu Beginn der Evangeliumsverkündigung verbunden ist, so ist auch die Botschaft des ersten Engels am Ende der Erdgeschichte mit Daniel verbunden.

    (zitiert aus ----> https://sabbath-school.adventech.io/de/2024-03/01/…hrendes-studium)

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    VI.) Taufe und Versuchung – 'imWort" v. 5.7.24

    Spoiler anzeigen

    Taufe und Versuchung

    „Die Taufe und die Versuchung Jesu lagen zeitlich ganz dicht beieinander. ... Das ‚Und‘ [in Mk 1,12] weist auf den Zusammenhang hin und zeigt, dass die Versuchung ebenso zur Vorbereitung des Knechtes (Jesu) für sein Werk gehörte, wie seine Taufe. Leiden und Prüfungen gehören ebenso zu Gottes Plan wie Erfolge und Triumphe. Jesus wurde in Versuchung ‚geführt‘. Das war kein Zufall und kein böses Geschick, sondern von Gott bestimmt. [...] Es ist nichts Schlechtes, wenn man versucht wird. Das Schlechte beginnt erst, wenn wir uns der Versuchung ergeben.“ (Henrietta C. Mears, Bibellesen leicht gemacht, Wuppertal 1974, S. 296 f.)

  • Die 69 prophetischen Wochen erstreckten sich bis zum Jahr 27 n. Chr.*², dem Zeitpunkt, an dem Jesus zu Beginn seines Wirkens getauft und mit dem Heiligen Geist gesalbt wurde.

    Seine Kreuzigung würde dreieinhalb Jahre später stattfinden. [Anm.von mir: Freitag, 3.4.33 = 14.Nis.]
    ..............
    *² – nach Lukas 3,1 war aber die Taufe Anno Domini 29 n.Chr. – „im 15. Jahr des Kaisers Tiber-ius”; dessen Regierungsantritt erfolgte 14 n.Chr. mit dem Tode von Kaiser Augustus Oktavian, unter dessen Regierung der Heiland (wohl am 25.3.5 vor) geboren wurde!

    „Als die Zeit erfüllt war ...“, Dr. Ludwig Neidhart, 1998, 2007, überarbeitete Version 13.08.2023, S. 14:
    (Ludwig Neidhart (* 4. November 1963), Philosoph, Mathematiker und römisch-katholischer Theologe)
    »5.4. Jesus wurde im Januar 27 getauft

    In Lukas 3,1–3 heißt es, dass Johannes der Täufer im fünfzehnten Jahr der Herrschaft (wörtlich: der „Hegemonie“) des Kaisers Tiberius auftrat, wodurch der Beginn dieses fünfzehnten Jahres als untere Grenze für die Taufe Jesu feststeht. Tiberius wurde noch zu Lebzeiten des Augustus dessen Mitregent über die Provinzen, nämlich in den Tagen oder Wochen vor dem 23. Oktober 12 n. Chr.76 Zwei Jahre später, am 19. August 14 n. Chr., starb Augustus, und Tiberius wurde sein alleinregierender Nachfolger. Da Jesus, wie bereits gezeigt, im Frühjahr 30 nach mindestens dreijähriger Tätigkeit starb, muss er bereits vor Frühjahr 27 getauft worden sein. Der Auftritt Johannes des Täufers kann dann auf keine Weise mehr in das fünfzehnte Jahr der Alleinherrschaft des Tiberius datiert werden, wohl aber in das fünfzehnte Jahr, gerechnet vom Beginn seiner Mitherrschaft. In der Tat weist auch der Text selbst in diese Richtung: „Im fünfzehnten Jahr der Hegemonie des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus das Amt des Hegemonen ausübte“ (Lk 3,1). Einen Hegemonen nannte man den Statthalter des Kaisers in einer römischen Provinz, manchmal allerdings auch den Kaiser selbst. Demgemäß ist auch „Hegemonie“ doppeldeutig. In Lukas 3,1 liegt es jedoch nahe, an Hegemonie im Sinn der Provinz-Oberherrschaft zu denken, da im selben Satz von der Ausübung des Hegemonenamtes durch den Provinz-Statthalter Pilatus die Rede ist. Wollte Lukas eindeutig von der Alleinherrschaft des Tiberius reden, hätte er statt Hegemonia ein anderes Wort wählen müssen, etwa Monarchia (Alleinherrschaft) oder Basileia (Königreichsherrschaft). Auch hätte er ohne Beiwort „im fünfzehnten Jahr des Kaisers Tiberius“ sagen können. Daran hinderte ihn aber anscheinend „das Bedürfnis, einen Ausdruck zu gebrauchen, welcher geeignet scheint, die Jahre der Mitregentschaft mit denen der Alleinherrschaft zusammenzufassen“.77
    Die Regierungsjahre eines Herrschers vom Jahr der Mitherrschaft an zu rechnen, war besonders im Orient weit verbreitet, und wer einmal versucht, die Jahresangaben der Könige von Juda und Israel in 1 Kön und 2 Kön in einem chronologischen System unterzubringen, wird sehr bald feststellen, dass hier oft die Mitherrschaft als Ausgangspunkt genommen ist. Bei Herrschern wie Herodes, Augustus und Tiberius, die am Anfang einer neuen Dynastie standen, war es außerdem keine Seltenheit, wenn mehrere Regierungsanfänge nebeneinander konkurrierten. So wurden die Regierungsjahre des Herodes von zwei, jene des Augustus aber von mindestens vier Ausgangspunkten aus gezählt, und auch bei Tiberius weisen eine Reihe von Beobachtungen auf verschiedene Ausgangspunkte der Zählung hin.78 Der übliche Einwand, dass aber jedenfalls die großen Geschichtsschreiber ausnahmslos die Jahre des Tiberius von seiner Alleinherrschaft an gezählt haben, überzeugt nicht, denn Lukas war ja einer der ersten, der überhaupt Regierungsjahre des Tiberius zur Datierung eines Geschichtsereignisses verwendet hat. Es gab also damals noch gar keine diesbezügliche „Konvention“ innerhalb der Zunft der Geschichtsschreiber, die Lukas hätte übernehmen können. Somit spricht nichts dagegen, den Oktober 12 n. Chr. als Ausgangspunkt zu betrachten.«