Paulus - ein Zeuge Jesu Christi

  • Almosen

    2. Korinther 9:6-9 Ich meine aber das: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeglicher nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Gott aber kann machen, daß allerlei Gnade unter euch reichlich sei, daß ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken; wie geschrieben steht: "Er hat ausgestreut und gegeben den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit."

    Matthäus 6:3-4 Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, auf daß dein Almosen verborgen sei; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.

    Ich habe schon häufiger die schöne Erfahrung gemacht, und ich bin da nicht alleine, dass Geben nicht eine einseitige Sache ist, sondern auch dass der Segen auf Umwegen wieder zurückkommt.

    1Johannes 4:16 Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

  • Nicht Herren über euren Glauben, sondern wir sind Mitarbeiter eurer Freude; denn im Glauben steht ihr fest.

    Darum geht es letztlich in dem von Norbert zuletzt eingestellten Text.
    Paulus, der großen Wert auf Zuverlässigkeit legt und auf die Einhaltung von Zusagen, hat dennoch seine Reisepläne geändert. Denn Paulus ist nicht voller Freude, sondern sehr betrübt. Zudem erwartet er, dass er nicht von allen freundlich empfangen wird. Er schreibt: "um nicht bei meinem Kommen von denen betrübt zu werden, die mich erfreuen sollten".

    Paulus hat der Gemeinde etwas zu sagen, doch damit er nicht zur Belastung für die Gemeinde wird, kommt er nicht persönlich, sondern schreibt einen Brief.

    Die Gemeinde von Korinth steht fest im Glauben. Das ist für Paulus wichtig! Doch er kommt mit dieser Gemeinde nicht gut zurecht. Daher nimmt/zieht er sich zurück. Er will nicht der Herr über ihren Glauben sein, sondern an ihre Freude mitarbeiten.

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    Anmerkung:
    Wir sind noch lange nicht fertig mit unseren Betrachtungen über Paulus. Doch, wie ich ihn inzwischen kennen gelernt habe, kämpft er, wenn es um Wichtiges geht, doch er nimmt sich auch zurück. Ihm geht es, um das Evangelium und um den Aufbau von Gemeinden.

    Zu späteren Briefen, wo die paulinische Verfasserschaft nicht unumstritten ist, erscheint mir dies zum jetzigen Zeitpunkt ein Unterscheidungskriterium zu sein. Diese Briefe erscheinen mir mitunter autoritärer.
    Es ist ein anderer Ton.

  • Zu späteren Briefen, wo die paulinische Verfasserschaft nicht unumstritten ist, erscheint mir dies zum jetzigen Zeitpunkt ein Unterscheidungskriterium zu sein. Diese Briefe erscheinen mir mitunter autoritärer.
    Es ist ein anderer Ton.

    Wie Du ja weißt, halte ich von dieser These der Historisch-Kritischen Methode, daß nur 7 Briefe von Paulus echt seien, nichts!

    Dass diese angeblich "unechten" Paulusbriefe „autoritärer erscheinen” konnte ich bislang jedenfalls nicht feststellen!

    Könntest Du für Deine These ein oder zwei nach- vollziehbare Beispiele bitte hier bringen!? Danke.

  • Norbert, es war nur eine Anmerkung. Wir können das später näher ergründen. Du kannst Dir das mit dem "Ton" ja schon mal merken.

  • Norbert, es war nur eine Anmerkung. Wir können das später näher ergründen. Du kannst Dir das mit dem "Ton" ja schon mal merken.

    Das, Christel, ist für mich ein wesentliches Kriterium ! Kraase Unterschiede im "ton" - bei lautem Lesen des Gesamttextes etwa, soll man nicht auf das behauptete ALtgewordensein desAutors zurückführen, Grundelemente ändern sich da nämlich nicht ! (Dafür genügt Goethe als Beispiel !)

    Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -

    Leider kann ich nicht mit der alleinerziehenden Mutter aufwarten - -

  • Hier noch Beispiele zur Erinnerung an den "Ton" von Paulus, 1. Korinther 7,25 "Was aber die Unverheirateten betrifft, so habe ich kein Gebot vom Herrn. Ich gebe euch nur einen Rat als einer, den der Herr durch sein Erbarmen vertrauenswürdig gemacht hat."


    Oder Philemon 1: 8 "Obwohl ich durch Christus volle Freiheit habe, dir zu befehlen, was du tun sollst, 9 ziehe ich es um der Liebe willen vor, dich zu bitten." - 14 "Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun. Deine gute Tat soll nicht erzwungen, sondern freiwillig sein."

    Da gebietet nicht einer...

  • Der 2. Brief des Paulus an die Korinther –

    TEIL 3: Die Strafe für den Übeltäter (2,5-11)

    Die nächsten 7 Verse

    Die Bibelverse

    Mahnung zur Milde

    2 Kor 2,5Wenn aber einer Betrübnis verursacht hat, hat er nicht mich betrübt, sondern mehr oder weniger - um nicht zu übertreiben - euch alle.
    2 Kor 2,6Die Strafe, die dem Schuldigen von der Mehrheit auferlegt wurde, soll genügen.
    2 Kor 2,7Jetzt sollt ihr lieber verzeihen und trösten, damit der Mann nicht von allzu großer Traurigkeit überwältigt wird.
    2 Kor 2,8Darum bitte ich euch, ihm gegenüber Liebe walten zu lassen.
    2 Kor 2,9Gerade deswegen habe ich euch ja auch geschrieben, weil ich wissen wollte, ob ihr wirklich in allen Stücken gehorsam seid.
    2 Kor 2,10Wem ihr aber verzeiht, dem verzeihe auch ich. Denn auch ich habe, wenn hier etwas zu verzeihen war, im Angesicht Christi um euretwillen verziehen,
    2 Kor 2,11damit wir nicht vom Satan überlistet werden; wir kennen seine Absichten nur zu gut.

    Auslegung:

    ▶️2.Kor.2,5: Wer in der Gemeinde von Korinth für ein Betrübnis gesorgt hat, der hat nicht Paulus betrübt, sondern alle Glieder der korinthischen Gemeinde.

    ▶️2.Kor.2,6: Man sah offensichtlich für ein Kirchenmitglied das für Ärgernis sorgte in der 'Kirchenordnung von Korinth' eine Strafe vor, die von der Mehrheit der Gemeindeglieder beschlossen werden musste.

    ▶️2.Kor.2,7: Man solle aber nun („jetzt” nach dem vermutlich die Strafe vollzogen war (?)) „verzeihen und trösten”, damit der 'Bestrafte' nicht vollends in Traurigkeit versinkt!

    ▶️2.Kor.2,8: Paulus bittet daher die Gemeinde, „ihm gegenüber Liebe walten zu lassen.”

    ▶️2.Kor.2,9: Der eigentliche Grund warum Paulus einen 2. Brief nach Korinth geschrieben hatte, war, zu erfahren, ob die Korinther die Liebe über alles stellen würden!

    ▶️2.Kor.2,10: „Wem ihr aber verzeiht, dem verzeihe auch ich.” stellt der Apostel fest. „Denn auch ich habe, wenn hier etwas zu verzeihen war, im Angesicht Christi um euretwillen verziehen.” Auch Paulus hat um der Korinther Willen, denen, die ihn in Korinth kritisiert hatten, verziehen. ----> Das sollte auch für uns heutige Christen gelten: Nicht nachtragend zu sein und anderen, die an uns schuldig geworden sind, von Herzen zu vergeben!

    ▶️2.Kor.2,11: Denn es ist der Satan, „der ständige Verkläger unserer Brüder” (Offb 12,10 / Sach.3,1), der will, dass Menschen unversöhnlich bleiben!

  • Ich würde diesen Teil im Zusammenhang mit dem zuvor Gesagten lesen. Paulus hatte seine Reisepläne u.a. auch deshalb geändert, weil er mit einigen oder einem Gemeindemitglied ein Problem hatte. Offensichtlich ging er nicht davon aus, dass sich das im Gespräch lösen ließe. Ich sehe die Verse 2,3-5 in diesem Zusammenhang. - Dass Paulus nun deswegen nicht kommt, dürfte wiederum bei anderen für Frust gesorgt haben.

    Die Gemeinde hatte also, was zu klären. Paulus empfiehlt dies in Milde zu tun.

    Ich gehe nicht davon aus, dass es in dieser jungen Gemeinde bereits so etwas wie eine feste Kirchenordnung gab. Es bedarf Zeit bis sich so etwas entwickelt. Eine solche Ordnung hätte außerdem die vielen Ratschläge des Paulus, die wir bereits aus 1. Korinther kennen, überflüssig gemacht.

  • Der 2. Brief des Paulus an die Korinther –

    TEIL 4: Titus’ Abwesenheit (2,12.13)

    Die nächsten 2 Verse aus Kapitel 2:

    Die BibelverseDas Wirken des Apostels als Siegeszug Christi
    2 Kor 2,12Als ich dann nach Troas kam, um das Evangelium Christi zu verkünden, und mir der Herr eine Tür öffnete,
    2 Kor 2,13hatte mein Geist dennoch keine Ruhe, weil ich meinen Bruder Titus nicht fand. So nahm ich Abschied und reiste nach Mazedonien.

    Auslegung:

    ▶️2 Kor.2,13–14: Als Paulus (laut Apg. 20 etwa im Jahr 55 n.Chr.) „nach Troas kam, um das Evangelium Christi zu verkünden” – denn der Herr hatte ihm eine Tür dahin geöffnet – war der Apostel sehr beunruhigt, weil er dort in Troas in Kleinasien seinen Helfer Titus nicht fand; so reiste er nach einer Woche (siehe Apg. 20:6) von dort ab und reiste nach Mazedonien, also nach Griechen- land.

  • Der 2. Brief des Paulus an die Korinther

    Teile 5–13: Das Wesen des Dienstes (2,14 – 6,10)

    TEIL 5: Verkündigung des Evangeliums in Mazedonien (2. Kor. 2 : 14 – 17)

    Die BibelverseDas Wirken des Apostels als Siegeszug Christi
    2 Kor 2,14Dank sei Gott, der uns stets im Siegeszug Christi mitführt und durch uns den Duft der Erkenntnis Christi an allen Orten verbreitet.
    2 Kor 2,15Denn wir sind Christi Wohlgeruch für Gott unter denen, die gerettet werden, wie unter denen, die verloren gehen.
    2 Kor 2,16Den einen sind wir Todesgeruch, der Tod bringt; den anderen Lebensduft, der Leben verheißt. Wer aber ist dazu fähig?
    2 Kor 2,17Wir sind jedenfalls nicht wie die vielen anderen, die mit dem Wort Gottes ein Geschäft machen. Wir verkünden es aufrichtig und in Christus, von Gott her und vor Gott.

    Auslegung:

    ▶️ 2 Kor 2,14: Paulus lobt "den Siegeszug Christi" und dankt für „den Duft der Erkenntnis Christi [der] an allen Orten verbreitet” wird.

    ▶️ 2 Kor 2,15: So wie der Weihrauch im Jeru- salemer Tempel durch den Hohepriester verbreitet wurde, so ähnlich wirkt sich wohl auch „Christi Wohlgeruch für Gott” aus; sowohl für die „die gerettet werden, wie unter denen, die verloren gehen.” ----> will Paulus damit zum Ausdruck bringen, dass selbst den Verlorenen in der Gehenna („Hölle”) jener „Wohlgeruch” noch „in die Nase steigen” könnte? Es aber dann für diese "Verlorenen" dann zu spät für eine Bekehrung ist?

    ▶️ 2 Kor 2,16: der Vers 16 scheint es deutlich zu machen: Für die in der Höllen-Verdammnis sich Befindenden ist dies ein »Todesgeruch«! Den „ anderen („Geretteten”), aber „ein Lebensduft, der (ewiges) Leben verheißt!”

    Die abschließende Frage von Paulus „Wer aber ist dazu fähig?” verstehe ich nicht recht; was meint der Apostel damit genau?

    ▶️ 2 Kor 2,17*: Jedenfalls sind die Apostel keine Materialisten, „die mit dem Wort Gottes ein Geschäft machen”. Paulus und die anderen berufenen Apostel (Barnabas Justus, Timotheus, Silas, Titus u.a.) aber „verkünden es aufrichtig und in Christus, von Gott her und vor Gott.” ---> Für mich bedeutet das, dass „das Alte Testament (= »die "Heilige" Schrift« der Christen”, denn das Neue Testament gab es zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht!) „im Sinne Christi” ausgelegt werden sollte, so wie es der Heiland am Ostertage es seinen Jüngern (in Lukas 24:25–27; 44–46) auch erklärt hatte.

    * Die Schlachter-Bibel übersetzt den Vers 17 so: 17 Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern aus Lauterkeit, von Gott aus reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus.

  • 2. Kor 2,14 "Dank sei Gott, der uns stets im Triumphzug Christi mitführt"

    Paulus verwendet das Bild des Römischen Triumphzuges.

    Gott selbst ist der Triumphator und doch ist es der Triumphzug Christi, Hm? :verwirrt:
    Christus ist der "siegreiche Feldherr", der seinen Triumphzug begonnen hat und seine "Kriegsbeute" mit sich führt. So gesehen, könnte es sein, dass Paulus die Änderung seiner Reisepläne als Wille Gottes/Christi deutet.

    Vergleiche:

    Zitat

    Ein Triumph (lateinisch triumphus; auch Triumphzug) war im antiken Rom der feierliche Einzug eines siegreichen Feldherrn, der von seinen Soldaten zum Imperator ausgerufen worden war, in die Stadt Rom.
    [...]

    Der Zug zum Kapitol war gesäumt von Menschen, die den Sieger mit dem Jubelruf Io triump(h)e! feierten.[8] Voran schritten die Senatoren, Magistrate und Hornbläser (cornicines), dann Darstellungen des Sieges. Im Zug marschierten außer den siegreichen Truppen auch Kriegsgefangene mit (prominente Gefangene wie Vercingetorix wurden nach dem Triumphzug hingerichtet, die anderen in die Sklaverei verkauft); ferner wurden dem römischen Volk die Kriegsbeute, geschmückte Opfertiere und Ehrengaben wie goldene Kränze, das aurum coronarium, für den Feldherrn präsentiert. Der Triumphator fuhr am Ende des Zuges auf einer Quadriga, Liktoren mit lorbeerumwundenen Rutenbündeln (fasces) schritten ihm voran; er selbst war in seiner Kleidung dem Jupiter bzw. dem römischen König (aus der Zeit vor der Republik) ähnlich.
    https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mischer_Triumph

    2. Kor 2,14 "und durch uns den Duft der Erkenntnis Christi an allen Orten verbreitet. Denn wir sind Christi Wohlgeruch für Gott".
    Interlinearübersetzung Ernst Dietzfebinger: "Christus und den Geruch - seiner Erkenntnis offenbarenden durch uns an jedem Ort; denn Christi Wohlgeruch sind wir - für Gott"

    "Duft der Erkenntnis Christi" - Christus erkennt man am Duft..., ihn am Duft zu erkennen, bedeutet eine bleibende Prägung durch Christus erhalten zu haben, mehr noch, wenn man diesen Duft selbst angenommen hat und daher verbreitet...

    Randbemerkung:
    "Odorem notitiae Christi manifestare - Den Duft der Erkenntnis Christi verbreiten“ (2 Kor 2,14) ist der Wahlspruch des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt. https://www.bistum-goerlitz.de/wappen-2/

    2 Kor 2,16: der Vers 16 scheint es deutlich zu machen: Für die in der Höllen-Verdammnis sich Befindenden ist dies ein »Todesgeruch«! Den „ anderen („Geretteten”), aber „ein Lebensduft, der (ewiges) Leben verheißt!”

    Die abschließende Frage von Paulus „Wer aber ist dazu fähig?” verstehe ich nicht recht; was meint der Apostel damit genau?

    Von Hölle steht in dem Bibeltext nichts!

    Da steht etwas von gerettet werden und verloren gehen, vom Leben und vom Tod.

    "Wer aber ist dazu fähig?"

    Dies erschließt sich, wenn man im Text weiterliest. Ich habe es grün markiert:

    17 Denn wir sind nicht wie die vielen anderen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen. Wir verkünden es aufrichtig, von Gott her und vor Gott in Christus.

    3,1 Fangen wir schon wieder an, uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir - wie gewisse Leute - Empfehlungsschreiben an euch oder von euch? 2 Unser Brief seid ihr; eingeschrieben in unsere Herzen und von allen Menschen erkannt und gelesen. 3 Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch. 

    4 Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott. 5 Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott. 6 Er hat uns fähig gemacht, Diener des neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.