Ältestes Evangelium nach Markion ?

  • Hallo zusammen,

    ich habe mir gestern eine Debatte zwischen einem Christen und einem Muslim angeschaut.

    In der Debatte hat der Muslim ziemlich sicher auf Markion verwiesen... Ich selber habe noch nie was von ihm gehört.

    Also habe ich gegoogelt und bin auf folgenden Beitrag gestoßen


    Urchristentum: Ältestes Evangelium aus Ketzer-Bibel rekonstruiert - WELT
    Als „Ratte“ haben Christen schon vor 1800 Jahren Marcion und seine Bibel beschimpft. Ein Dresdner Theologe hat darin das erste Evangelium der Christenheit…
    www.welt.de


    Hier wurde von einem evangelischen Theolgen die These aufgestellt, dass das älteste Evangelium von Markion abstammt und dass das heutige Lukas Evangelium vom dem Evangelium nach Markion inspiriert wurde. Die Auffassung von Markion widerspricht, in den meisten Teilen dem, was wir Christen heute glauben. Es ist ziemlich gnostisch beeinflusst.

    Was mich aber stutzig macht ist, warum diese These nicht widerlegt wurde... also, dass das Urevangelium das von Markion ist.


    Kann jemand dazu näheres beleuchten?


    Lg Chris

  • HeimoW

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Markion von Sinope war ein Gnostiker im 2. Jh. Er verwarf das Alte Testament, da er den Gott im AT für einen bösen Gott hielt, der Christus entgegenstehen würde. Ebenfalls hat er alle Evangelien außer dem Markus-Evangelium verworfen und aus Markus alle Bezüge zum AT entfernt.

    Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt für den Tag der Erlösung! (Eph 4,30)

  • Entstehung der Evangelien - Markion - ein Erfinder des Christentums
    Markion lebte am Ende des erste Jahrhunderts an der Südküste des Schwarzen Meeres. Er veröffentlichte eine eigene Bibel, die die Heilige Schrift der Juden…
    www.deutschlandfunk.de

    Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt für den Tag der Erlösung! (Eph 4,30)

  • Hier wurde von einem evangelischen Theolgen die These aufgestellt, dass das älteste Evangelium von Markion abstammt und dass das heutige Lukas Evangelium vom dem Evangelium nach Markion inspiriert wurde.

    Diese These taucht immer mal wieder auf.


    Dies hat meines Erachtens seine Gründe:
    Markion (auch Marcion) hat einen Gott der Liebe verkündet. Dies schafft eine attraktive Eindeutigkeit und Klarheit.

    Man kann das Alte Testament entsorgen, was hier störend wirkt.
    Man kann sich vom Judentum lossagen.


    Gerade im 19. Jahrhundert bis hin zu sogenannten "Deutschen Christen" im 20. Jahrhundert, die ein zeitgemäßes Christentum schaffen wollten, war das sehr attraktiv. Auch heute ist dieses Bestreben leider immer noch nicht verschwunden.


    Siehe zu Markion:


    Zitat

    Marcion behauptete einen grundlegenden Unterschied zwischen dem „guten Gott der Liebe“ des Neuen Testaments, wie er vom „guten Gott“ durch Christus verkündigt und gelebt sei, und einem „bösen Gott“ des Alten Testaments bzw. des Tanach, der für Schöpfung, Gesetz und Gericht verantwortlich sei. Christus galt bei Marcion nicht als der vorausgesagte Messias des Schöpfergottes, sondern als ein göttliches Wesen mit einem Scheinleib (Doketismus; altgriechisch δοκεῖν dokein, „scheinen“), der (unerwartet) vom guten, unbekannten Gott als dessen Sohn herabgesandt worden war. https://de.wikipedia.org/wiki/Marcion

    "Marcion begab sich um 135/140 auf den Weg nach Rom", schloss sich dort der christlichen Gemeinde an und wurde 144 aus der Gemeinde ausgeschlossen.


    Die These, dass das Lukasevangelium von Markion inspiriert wurde, taucht auf, obwohl das Lukasevangelium gemäß historisch-kritscher Forschung älter ist, als die Schriften Markion's. Das ist ungefähr so, als wenn ich mich heute von Schriften inspirieren lasse würde, die erst im Jahr 2090 geschrieben werden.


    Tatsache ist wohl, dass Markion Christ wurde (nach dem Jahr 100), jedoch den jüdischen Anteil nicht mochte. Daher verwarf er nicht nur das Alte Testament, sondern auch die meisten anderen bereits existierenden und in christlichen Gemeinden genutzten Schriften, die später ins Neue Testament aufgenommen werden sollten. Was er anerkannte, das Lukasevangelium, passte jedoch auch nicht zu seinem Glauben. Daher hat er es "gereinigt". - Markion war so ein richtiger "Saubermacher".

  • - Markion war so ein richtiger "Saubermacher".

    ... im schlechten Sinne! ===> Durch ihn drang auch schon sehr früh der unsägliche Antisemitismus in die christliche Kirche ein!

  • Diese These taucht immer mal wieder auf.


    Dies hat meines Erachtens seine Gründe:

    Für mich der entscheidende Grund, der Theologe kennt Gott und die Bibel nicht wirklich....und seine Aufgabe als Priester (Theologe)....

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • ist dies pauschale Aussage, entschuldige Quatsch!

    Wenn man nicht den tieferen Gedanken des Wortes Priester verstanden hat...

    1.Petrus 2

    8ein Stein des Anstoßens und ein Fels des Ärgernisses; denn sie stoßen sich an dem Wort und glauben nicht daran, wozu sie auch gesetzt sind.

    9Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;

    10die ihr weiland nicht ein Volk waret, nun aber Gottes Volk seid, und weiland nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid.…

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • - Markion war so ein richtiger "Saubermacher".

    ... im schlechten Sinne! ===> Durch ihn drang auch schon sehr früh der unsägliche Antisemitismus in die christliche Kirche ein!

    Nicht nur durch ihn. Warnte nicht bereits Paulus die Heidenchristen vor Hochmut gegenüber den Judenchristen und verwies darauf, dass Heiden nur auf den edlen Baum aufgepfropft seien?


    Trotzdem war und ist Antijudaismus in den christlichen Kirchen präsent.
    Antisemitismus hat es auch, aber deutlich weniger in die Kirchen hineingeschafft.


    Denn Antisemitismus ist Antijudaismus + biologisch begründete Rassenlehre:

    Zitat

    Friedrich Wilhelm Adolph Marr (* 16. November 1819 in Magdeburg; † 17. Juli 1904 in Hamburg) war ein deutscher Journalist. Er propagierte im deutschen Sprachraum als Erster den Anarchismus. Später vertrat er radikaldemokratische Positionen. 1879 gründete er die erste antisemitische politische Vereinigung des deutschen Kaiserreichs, die Antisemitenliga. Damit prägte er den neuen Begriff Antisemitismus für eine rassistisch statt religiös begründete Judenfeindschaft. https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Marr

  • Wenn man nicht den tieferen Gedanken des Wortes Priester verstanden hat...

    Das ist mir durchaus bekannt, hat aber mit Deiner pauschalen abwertenden obigen Bemerkung nichts zu tun.


    Das allgemeine Priestertum aller Getauften wurde beim 2. Vatikanischen Konzil hervorgehoben.


    Ich bin getauft und gesalbt:

    Zitat

    Mit Chrisam gesalbt - zu Königskindern

    Chrisam ist eine Mischung aus Öl und wohlriechendem Balsam. Es wurde in alter Zeit für Menschen verwendet, die in besonderer Weise gottgeweiht waren: für Könige, Priester und Propheten; sie wurden gesalbt und standen ein Leben lang im Dienst Gottes. Auch der Messias ist ein "Gesalbter", so wurde Jesus als "Christus" (griechisch "Gesalbter") bezeichnet. Alle Getauften gehören zu Christus: Um diese Würde deutlich zu machen, werden sie mit Chrisam gesalbt.https://www.erzdioezese-wien.at/site/glaubenfeiern/sakramentefeiern/taufe/article/30412.html

    Wurdest Du auch gesalbt?

  • Das ist mir durchaus bekannt, hat aber mit Deiner pauschalen abwertenden obigen Bemerkung nichts zu tun.

    Was ist dabei Abwertend, wenn auf Chris Zitat:

    "Hier wurde von einem evangelischen Theolgen die These aufgestellt, dass das älteste Evangelium von Markion abstammt und dass das heutige Lukas Evangelium vom dem Evangelium nach Markion inspiriert wurde."

    So von Dir geantwortet wurde:

    Dies hat meines Erachtens seine Gründe:

    Markion (auch Marcion) hat einen Gott der Liebe verkündet. Dies schafft eine attraktive Eindeutigkeit und Klarheit.

    Man kann das Alte Testament entsorgen, was hier störend wirkt.

    Man kann sich vom Judentum lossagen.


    Auch heute ist dieses Bestreben leider immer noch nicht verschwunden.

    Und ich dann mich darauf so geäßert habe:

    Für mich der entscheidende Grund, der Theologe kennt Gott und die Bibel nicht wirklich....und seine Aufgabe als Priester (Theologe)....

    Was ist die Aufgabe als Priester?

    Das ist mir durchaus bekannt, hat aber mit Deiner pauschalen abwertenden obigen Bemerkung nichts zu tun.


    Das allgemeine Priestertum aller Getauften wurde beim 2. Vatikanischen Konzil hervorgehoben.

    Was soll dann diese Bemerkung?

    Abgekommen ist es wohl bei den einzelnen Christen wohl erst vor kurzem...?

    ich bin getauft und gesalbt:

    Was willst Du mir damit andeuten?


    Ich habe mich als Erwachsener,als Sünder Gott persönlich in der Taufe anvertraut!

    Irgendwann habe ich gespürt das der HL.Geist mich führt und leitet!

    Nein die Gemeinde hat mich nicht eingesegnet, weil ich mit einer Geschiedenen verheiratet war und jetzt ohne Trauschein einer Ehe lebe!

    Trotzdem hat die Gemeinschaft der Gemeinde erlaubt, mich zum Gemeindeleiter zu wählen!

    In dieser Zeit bekam ich von einem "Gast", der als bulgarischer Musiker in den 1970 gern in Deutschland blieb und seit der Zeit regelmäßig an unseren Gottesdiensten teilgenommen hat und uns musikalich am Klavier oder Orgel begleitet hat, ein Geschenk!

    Dieses Geschenk bestand aus : Gold (Münze), Weihrauch und Myrrhe.....

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16