Lebe deine Liebe

  • Hallo zusammen,


    da ich täglich in die Arbeit pendeln darf und dabei an der Wiener Stadtgrenze vorbeikomme, sehe ich natürlich auch das Motto der Plakatkampagne von Juni 2022, das die Stadt unter den Regenbogen gestellt hat und mit der Aussage "Lebe deine Liebe" wirbt. Jetzt weiß ich natürlich was das Anliegen dieses Themas ist und wir alle kennen die Regenbogenparaden und andere Veranstaltungen, die dazu gedacht sind von der mehrheitlichen Norm abweichende Lebens- und Liebesformen zu respektieren. Ich beschreibe das jetzt mal nur so.


    https://wien.orf.at/stories/3158531/


    Ich mache mir zu dem Motto "Lebe deine Liebe" aber schon auch meine eigenen Gedanken. Denn was bedeutet das schlußendlich? Es bedeutet, dass "meine Liebe" eine gute, richtige und wahre Liebe ist, die ich leben soll. Dieses positive Werturteil über "meine Liebe" schwingt in der Aufforderung mit. Vielleicht empfindet ihr das anders, das ist natürlich auch ok. Und eure Meinung dazu interessiert mich ja gerade. Ich möchte aber einige Fragen dazu stellen:


    Wenn LGBTQ-Personen ihre Liebe leben und dabei auf die Liebe ihres Nächsten achten und das alles in Friede und Freiheit machen, unter Achtung der Bedürfnisse ihres Partners usw., dann habe ich damit kein Problem. Ich habe zwar meine Meinung dazu, aber ich bin nicht der Richter dieses Handelns. Viele der Regeln des Zusammenlebens gelten für hetero- wie intersexuelle oder sonstwie sexuelle gleich. Gewalt hat keinen Platz in der Liebe.


    Können wir wahrhaft über zwischenmenschliche Liebe urteilen? Welche Liebe wir als "natürlich", "rein", "gut" oder gar als "gesund" empfinden? Wenn LGBTQ-Liebe gelebt werden soll, warum soll nicht auch andere, die von uns vielleicht als pervertierte Liebe empfunden wird gelebt werden? Ich spreche hier auf den Gradmesser an, der auch in der Rechtsordnung unserer Staaten verankert ist. So ist Pädophilie, also die angeborene Neigung zu Minderjährigen fast überall strafbar. Man spricht hier über diese Liebe Recht und ich finde das auch richtig so. Bloß frage ich mich, warum man gerade hier eingreift und über die Liebe urteilt? Kann/Darf es keine Liebesbeziehung zwischen einem 12jährigen und einer 30jährigen Frau geben? Ist das eine Liebe, die man nicht leben soll/darf? Und wer bestimmt was echte Liebe ist und was einfach nur ein Abhängigkeitsverhältnis oder Missbrauch? Was würden wir als krankhaft und verdorben betiteln, wenn doch jeder (oder doch nicht jeder?) seine Liebe leben soll?


    Ich empfinde die Thematik der Liebe und die Beurteilung als extrem komplex und mich würde eure Meinung dazu interessieren. Wie steht ihr zu dem Motto "Lebe deine Liebe" - vielleicht auch abgesehen von der LGBTQ-Thematik? Lebt ihr eure Liebe? Habt ihr Regeln für eure Liebe?


    Müssen wir Gott erst für die wahre, reine Liebe bitten? Und ich spreche hier jetzt von der zwischenmenschlichen Liebe, weniger von der Gottesliebe. Als Christen sollen wir lieben, den Nächsten, Vater und Mutter (oder die Eltern vielleicht "nur" ehren), sogar den Feind. Oder ist der göttliche Funke der Liebe in jedem Menschen angeboren miteinprogrammiert?


    mit diesem leichten Thema wünsche ich euch alles Liebe <3,


    tricky

  • Ich empfinde die Thematik der Liebe und die Beurteilung als extrem komplex und mich würde eure Meinung dazu interessieren. Wie steht ihr zu dem Motto "Lebe deine Liebe" - vielleicht auch abgesehen von der LGBTQ-Thematik?

    Wer Jesu Liebe durch andere Menschen kennengelernt hat weiß wie sie einem gut tut!

    Wer Jesus in seinem Leben verinnerlicht hat, kommt nicht auf die Idee sie einzuschränken oder zu teilen!

    Jesus liebt auch Mörder!

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • "Lebe deine Liebe" im Bezug auf Sexualität und dass man immer einfach auslebt, was einem in den Sinn kommt, halte ich für gefährlich.

    Ich komme aus einem Elternhaus, in dem ein Partner meinte seine "Liebe" hätte sich verändert und der Bruch, der daraus entstand, war letztendlich für alle beteiligten Menschen schmerzvoll. Ein Mensch, der seine "Liebe" lebte und Generationen, die davon negativ geprägt wurden.

    Liebe ist für mich auch eine Entscheidung, die viel mehr Eigenschaften beinhaltet, als man mit dem Wort Liebe allein beschreiben kann.

    Lebe Toleranz, lebe Geduld, lebe Treue, lebe Beharrlichkeit, Flexibilität, Duldsamkeit, Selbstbeherrschung, Vergebung, "Arbeit".....lebe das Arbeiten an einer Beziehung, lebe es dich und deine Motive zu hinterfragen etc.......

  • Ein 20 Jähriger wird die "Liebe" anders leben als ein 70 Jähriger! Das versucht Kor. 13 zu beschreiben!

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Hallo tricky,


    interessante Fragen. Ich möchte zunächst auf ein paar Sachen eingehen und dann drei "Fallbeispiele" erzählen

    (reale Fallbeispiele sind besser als dieses allgemeine "Reden über").


    So ist Pädophilie, also die angeborene Neigung zu Minderjährigen fast überall strafbar.

    Du stellst hier einen Zusammenhang her, der aus christlichen Reihen sehr oft hergestellt wird:

    "Wenn das alles frei sein soll, was ist dann mit Pädophilen?"

    In einer Talkshow würde dir jetzt alles entgegenbrüllen, dass Homosexualität und Pädophilie nichts miteinander zutun haben.

    Das meintest du aber auch nicht; das meinen (heute) auch die meisten evangelikalen Christen und die RKK nicht mehr.


    Was gemeint ist, ist eine Entwicklung: eine Betrachtung der Freiheit von Neigungen.

    Wohin diese Entwicklung geht, frage ich mich auch manchmal, aber hier und heute ist zunächst mal festzuhalten:

    Du hast das entscheidende Wort bereits genannt: Minderjährig.


    Zwei Männer oder zwei Frauen (oder was es da auch immer noch geben sollen mag)

    sind zwei Männer/ zwei Frauen, etc.

    Das mag man wenig appetitlich finden, geht uns ja aber auch nichts an.


    Ein Erwachsener und ein Minderjähriger ist etwas vollkommen anderes.

    Das ist keine Frage der Sexualität (natürlich haben Kinder AUCH Sexualität), sondern eine Frage von Macht und Hörigkeit,

    eine Frage einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung, die Frage nach der Freiheit des Kindes, des Jugendlichen,

    und nicht nach der Freiheit des Erwachsenen.

    Ein Kind, ein Jugendlicher in einer intimen Beziehung mit einem Erwachsenen ist NICHT FREI! Das ist eine Illusion.


    Es wurde sowas damals gefordert: von den Grünen. Das wurde aber abgewiesen. Hat es alles schon gegeben.

    Und ja, ich vermute auch, das wird irgendwann mal wiederkommen, dieses Anliegen.

    Es wird wieder abgewiesen werden.


    Denn was hier einige vielleicht nicht wissen oder auch nicht glauben mögen: die psychologische Forschung sieht viele Dinge keineswegs so, wie "die Welt", sondern kritisiert sie. Auch diesen Genderismus heute kritisieren Entwicklungs-Psychologen regelmäßig als NICHT maßgebende Größe.

    Maßgebende Größe ist immernoch (auch bei Jugendlichen, wenn man sie fragt): Mama, Papa, Kinder = Familie.

    Der Forschungsstand sieht nämlich das was ist, und zumindest, wenn die Politik sich danach etwas richtet, wird solch ein Anliegen auch dereinst wieder abgewiesen werden!


    Kann/Darf es keine Liebesbeziehung zwischen einem 12jährigen und einer 30jährigen Frau geben?

    Jein. Es kann sowas geben.

    Da sieht eine Frau erschrocken einen Jungen oder einen Teenager und weiß: Das ist ER.

    Da sieht ein Mann ein Mädchen und weiß: Sie wird einmal, wenn die Jahre vergangen sind, meine Frau sein.


    Man denke an "Dornenvögel", wo Pater de Bricassart die kleine Maggie väterlich großzieht.

    Dann kommt er wieder auf die Farm und Maggie ist eine junge Frau geworden und ihm fällt alles aus dem Gesicht.


    Sowas gibt es. Der Unterschied ist: Maggie ist "jetzt" eine Frau.

    Er hat sie immer geliebt, vom ersten Tage an, und er hätte sich niemals eingestanden, dass SIE es ist (zumal er Priester ist),

    aber sie ist es. Sie war es damals schon und nun - da sie eine Frau ist - sieht er es.

    Und auch sie hat ihn immer geliebt und ihm schon als Mädchen gesagt: "Ich werde sie einmal heiraten, Pater!"

    Ja, sowas gibt es manchmal.


    Der Pädophile liebt nicht den anderen Menschen, sondern er liebt das Kind. Er liebt das Kind, weil er eine Störung hat,

    weil er selbst zurück in die Kindheit will. Und dieses Verlangen wird die Kindheit eines anderen Kindes zerstören.


    Die Maggie aus den Dornenvögeln liebt den Mann, der der Pater ist. Der Pater liebt Maggie, nicht das Mädchen, sondern Maggie.

    DAS ist der Unterschied zur Pädophilie.


    Liebe hat (siehe Genesis) ganz viel mit Erkenntnis zutun. Den anderen Menschen "erkennen"; das Hebräische benutzt nicht umsonst dieses Wort.

    Die Pädophilie erkennt den Menschen nicht, sondern sie ist ein Narzissmus. Eine Störung eines Menschen, der sein eigenes Kindsein verwirklichen will,

    der einem erwachsenen Gegenüber nicht gewachsen ist, der sich selbst verkennt und durch diese Verkennung Kinderleben zerstören wird.


    Kinder können Erwachsene lieben, ja. Aber ein Pädophiler liebt das Kind nicht.

    Erwachsene, die Kinder lieben, weil dieses Kind eines Tages DIE Person werden wird, werden es niemals anrühren, sondern warten,

    bis der Tag kommt. Das ist etwas vollkommen anderes!

    Und der Erwachsene wird sich - da ja viele Jahre älter - niemals berechtigt fühlen, sondern wird immer sagen: "Ach, ich bin doch viel zu alt für dich! Du verdienst einen Mann in deinem Alter", usw.

    Der Pädophile aber fühlt sich berechtigt. Und das ist nicht richtig. Es ist schlecht!


    Habt ihr Regeln für eure Liebe?

    Jede Liebe und jede Beziehung hat Regeln. Das ist immer so.


    Das bringt mich auf eine weitere Schlussfolgerung, die oft gemacht wird:

    man redet schnell von "der Welt". Diese "Welt" ist eigentlich ein recht kleiner Prozentsatz.

    LGBTQ etc. sind ein ganz kleiner Ausschnitt aus "der Welt". Momentan sehr laut, richtig, aber die Norm und das Gro ist immernoch - wie oben beschrieben - in den Köpfen: Familie = Mama, Papa & Kind.


    Dann geht man in manchen christlichen Kreisen oft davon aus, dass "die Weltlichen" ständig unzüchtig sind und rumhuren.

    Das ist nicht der Fall. Die meisten Leute führen ein ziemlich stinknormales Leben, normale Beziehungen und Ehen.

    Die leiten das nicht aus ihrem Glauben ab, das stimmt, aber sie vertreten meist Werte, die gemeinhin ähnlich sind.

    Menschen sehen das heute auch noch so, sagen aber nicht mehr, dass sie das WEGEN ihrer Religion so sehen oder WEIL Gott das geboten hat,

    sondern einfach, weil das gut und richtig ist.


    Es stimmt sicher auch das andere (Zahlen zu Pornokonsum, Bordellbesuchen, Scheidungen, etc.), aber trotzdem: die meisten Leute führen ganz stinknormale Leben und Beziehungen und wünschen sich lebenslange Verbundenheit, Harmonie, Frieden, Treue, Werte, usw.

    Diese Idee von der (versauten) "Welt" ist so nicht zutreffend.


    Das mal so anbei als Kommentar.


    Gleich die Fallbeispiele.

  • Drei Fallbeispiele, die skizzieren sollen, wie unterschiedlich das alles sein kann:


    ich hatte damals einen Arbeitskollegen im Altenheim. Schwul. Sehr kultiviert und interessiert. Er ging gerne in die Oper, in Musicals, in Museen, usw.

    Ich habe mich noch nie so gut über Kunst und Kultur mit jemandem unterhalten können, wie mit dem.

    Er übernahm irgendwann die stellv. Bereichsleitung. Seine Dienstpläne waren immer fair und ausgewogen.

    Bei der Chefin haben alle gemeckert, bei ihm waren alle happy. Er war zu allen gleichberechtigend, fair, ausgewogen, bemüht, ohne Falsch, trotzdem mit angemessener Autorität.

    Eine Kollegin fragte ihn mal: "Gehst du eigentlich zum CSD?" Er sagte: "Nein, ich finde das abartig!"

    Hätte auch nicht gepasst. Er war viel zu fein, viel zu kultiviert für sowas.


    Anderer Fall, anderes Altenheim: zu einer Bewohnerin kommt ein junger Mann vom Optiker, der ihre Brille einstellen soll.

    Ich musste zweimal gucken: er war sehr dick, hatte ein hautenges Shirt, schwarzen Nagellack, Lidschatten, lange blonde Locken, leichten Bart ums Kinn, eine ganz helle Stimme, wirkte extrem unsicher und eingeschüchtert ...

    Die Bewohnerin kam mit aus dem Zimmer, als er ging, sah mich an und schüttelte nur den Kopf. Ich zuckte mit den Schultern.

    Wir dachten beide: WAS WAR DENN DAS?


    Er hatte nicht dieses LGBTQ-Selbstbewusstsein, das medial dargestellt wird, sondern er war total verunsichert, hat sich aber durch seine ganze Aufmachung gnadenlos der Welt preisgegeben.

    Ich empfand keine Ablehnung oder Abscheu, sondern Mitgefühl. Er tat mir leid. Wie verworren kann es in einem Menschen sein?

    Der wusste gar nix mehr, der wusste nicht, was genau er will oder soll oder was auch immer ...

    Am liebsten würde man sagen: Nimm doch mal diese Maskerade ab, dieses Abziehbild, und sei endlich Du selbst! Lass dir doch nicht vormachen, dass das Du bist, diese komische Gestalt da!


    Es ist wie mit dem fetten Mädchen, dass sich tanzend filmt und das ganze auf Youtube stellt und alles lacht sich kaputt über sie.

    Warum tut sie das? Sie ist doch selber schuld, wenn alles sie auslacht.

    Sie tut das, damit sie wenigstens dort ihre Aufmerksamkeit hat, ihre Anerkennung, ihre Zuwendung.

    Lass sie mich verspotten, wenigstens wenden sie sich mir zu! Wenigstens stehe ich mal im Mittelpunkt,

    wenigstens kann ich so mal über alldas siegen, kriege ihre Views, ihre Klicks, werde verbreitet, werde berühmt,

    muss nichts dafür machen, außer mich lächerlich zu machen, was ich doch sowieso schon die ganze Zeit bin!


    Bitter sowas.


    Drittes Beispiel: ein Evangelist steht in der Fußgängerzone und predigt.

    LGBTQ-Leute umringen ihn, teilweise bedrohlich nah, brüllen ihn an, spotten, machen obzöne Gesten, gröhlen, lachen, haben auf einem Plakat stehen "Satan loves Me!", usw.


    Drittes Beispiel ist das, was viele evangelikale und konservative Christen sich von "DEN Leuten" vorstellen. Sodom und Gomorra, CSD, totale Verruchtheit, Irrwahn, der Bezug zum Teuflischen natürlich, usw.


    Die Frage ist, was ist wirklich die ausschlaggebende Realität? Real sind alle drei Beispiele, aber was ist wirklich die ausschlaggebende Erfahrung?

    Für mich ist es meist die Erste. Die zweite bisher einmalig, die dritte eben nur aus Youtube-Videos ...

    (übrigens hat der Evangelist dieses Umfeld aufgesucht, nicht sie ihn; ferner war es ein Video aus den USA)


    Die Frage also: Was ist wirklich das, was ich erlebe?

    Erlebe ich solche Aggressiven, von denen Olaf Latzel redet?

    Würden diese Mir überhaupt so aggressiv begegnen, wenn wir miteinander sprechen würden?

    Fragen über Fragen ...


    "Lebe deine Liebe"? Joa, grundsätzlich erstmal Ja.

    Man müsste die Sache auch mal in die andere Richtung durchdenken, wenn es wieder strenger werden würde:


    Kuppeleiparagraph?

    Homosexuelle ins Gefängnis? Todesstrafe?

    Gehört mein Körper eigentlich mir oder ist er Eigentum anderer (Leibeigentum)? Habemus corpus?

    Kein Ausprobieren vor der Ehe, Ehe wieder bestimmt und arrangiert von den Familien? etc. etc.


    Bei dem, was man so laut zurückwünscht oder anders haben will, muss man sich zuweilen auch fragen, was das eigentlich genau bedeutet, was man da will. Genauso wie man anfragt, wo Entwicklungen hinführen, muss man anfragen, wohin man eigentlich genau zurück will.


    Ein Zurück gibt es sowieso niemals. Nie. Es gibt nur ein Vorwärts.

  • Liebesbeziehung zwischen einem 12jährigen und einer 30jährigen Frau geben?


    In biblischen Zeiten hat man Mädchen mit 13-14 verheiratet:


    Zitat

    Das Heiratsalter lag bei Männern zwischen 18 - 24 und bei Frauen zwischen 13 - 14 Jahren.


    https://www.grin.com/document/197051


    Ehen waren oft arrangiert:


    Zitat

    Es war üblich, dass die Ehen schon im Kindesalter durch die Vorstände der Familien (in der Regel die Väter des künftigen Bräutigams sowie der künftigen Braut) arrangiert wurden (negativ formuliert das Dtn 7,3).


    Liebe war für eine Ehe keine Voraussetzung:



    Zitat

    Liebe war keine notwendige Voraussetzung für die Ehe; sie konnte Ausgangspunkt für eine Brautwerbung sein, die Entscheidung des Brautvaters beeinflussen oder sich erst in der Ehe entwickeln (Gen 24,67; Ri 16,4; 1Sam 18,20; Est 2,17; Pred 9,9; Hhld).


    https://www.bibelwissenschaft.…808bd8443559f83e85f92986/


    Die heutige Liebesheirat ist ziemlich neu:


    Zitat

    Die Liebesheirat als Regelfall ist geschichtlich gesehen eine junge Erscheinung. 1761 erhob der französische Schriftsteller und Philosoph Jean-Jacques Rousseau in seinem Erfolgsroman Julie oder Die neue Heloise die Forderung, dass nicht Pflicht, sondern Zuneigung die Grundlage eines gemeinsamen Lebens bilden sollte.

    Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die reine Versorger-Ehe kritisiert:


    Zitat

    Die daraus entstehenden „Versorgerehen“ (siehe Ernährermodell) wurden nun von der bürgerlichen Frauenbewegung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend als „unsittlich“ kritisiert.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Liebesheirat


    haben auf einem Plakat stehen "Satan loves Me!", usw.

    Und das ist die Reaktion auf:


  • Mir sind die Fälle nach Deinem Fallbeispiel 1 präsent : In der "Welt" draussen - und in der Gemeinde. - In beinden Umfeldern eher auf Unauffälligkeit, Zurückziehen, Verbergen des "Geheimnisses" (dieses ängstlichst konnotiert) bedacht - - -

  • Liebesbeziehung zwischen einem 12jährigen und einer 30jährigen Frau geben?


    In biblischen Zeiten hat man Mädchen mit 13-14 verheiratet:


    Die heutige Liebesheirat ist ziemlich neu

    Maria von Nazareth, die Mutter von Jesus, war auch etwa 14 – 15 Jahre alt, als sie mit Josef von Nazareth verlobt wurde. (Mt 1,18/Lk 1,27) Maria (* ca. 20 v.Chr. † ca. 48 n.Chr.) die Jungfrau war über die Linie des Königs David mit Josef weitgehend fernverwandt (siehe Jesu beide Stammbäume in Matthäus und Lukas).


    Da kann man nur hoffen, dass es sich bei der Heirat der beiden tatsächlich um eine Liebesheirat gehandelt hat! -----> Gibt es dafür biblische Hinweise? Ich meine ja! Denn als Maria vom Heiligen Geist schwanger wurde und sie das Josef erzählt haben wird – denn er glaubte wohl zuerst nicht daran – da wollte er sie heimlich verlassen. (Mt 1,19) Das war ganz gewiss ein Zeichen von aufrichtiger Liebe des Josef zu Maria! Er wollte sie nicht in Schande bringen, da er Maria wohl sehr lieb hatte.

    Denn nach dem Mosaischen Gesetz musste Josef davon ausgehen, dass ein anderer Mann Sex mit Maria hatte und hätte daher durch einen Scheidebrief (5Mo 24,1) Maria verstoßen können! Das aber tat Josef – aus Liebe zu Maria – nicht.


    Als ihm der Engel Gabriel im Traum gesagt hatte, dass der Heilige Geist Gottes Maria "überschattet" (Lk 1,35) hatte (Mt 1,20–24), glaubte er an die Jungfrauengeburt und dass Maria den lange vorher schon im AT verheißenen Messias gebären sollte ...

  • Maria von Nazareth, die Mutter von Jesus, war auch etwa 14 – 15 Jahre alt,

    Kann sein. Oder 16, 17, 18 ... wir wissen es nicht.

    Hat jedenfalls nichts mit Pädophilie zutun, sondern ist ein ganz anderer Themenkontext.


    Damals galt das Mädchen ab Regel als "Frau", also heiratsfähig, weil gebärfähig.

    Es ging dort nicht um Kindeswohl oder die Attraktivität von Kindern für Erwachsene, sondern um die Funktion. Sie kann Kinder kriegen, also kann sie heiraten. In der Zeitspanne kann sie dann sehr viele Kinder kriegen, was den Stamm aufrecht erhält, denn Nachkommen bedeuten Leben.


    Das mag auch bis heute - in solchen Breitengraden - ein durchaus sinniges Thema sein.

    In unseren Breitengraden passt das überhaupt nicht mehr.

    Man muss immer schauen, wovon man redet. Irgendein Stamm in der Mongolei oder in Südamerika ist vorerst nicht wirklich unser Thema.

    Man braucht dort nicht UNSERE Menschen- und Kindeswohl-Rechte durchsetzen, die machen das schon selber.

    Diese "Befreiung" von anderen Kulturen, die uns nie danach gefragt haben, ist nämlich ein ganz eigenes Thema.

    Wir kommen ständig und meinen, die anderen wollen das auch schon längst. Das stimmt sehr häufig nicht.

    Es ist der Hochmut der westlichen Welt, das sogenannte "Manifest Destiny" aus den USA.


    Da kann man nur hoffen, dass es sich bei der Heirat der beiden tatsächlich um eine Liebesheirat gehandelt hat!

    Ich denke, die werden sich schon verstanden haben.

    Des Weiteren ist es ziemlich panne, für ein Ehepaar von vor 2000 Jahren irgendwas zu hoffen.

    Denen geht es gut jetzt. Da wird wohl alles ziemlich in Ordnung sein.



  • Da kann man nur hoffen, dass es sich bei der Heirat der beiden tatsächlich um eine Liebesheirat gehandelt hat! -----> Gibt es dafür biblische Hinweise? Ich meine ja! Denn als Maria vom Heiligen Geist schwanger wurde und sie das Josef erzählt haben wird – denn er glaubte wohl zuerst nicht daran – da wollte er sie heimlich verlassen. (Mt 1,19) Das war ganz gewiss ein Zeichen von aufrichtiger Liebe des Josef zu Maria! Er wollte sie nicht in Schande bringen, da er Maria wohl sehr lieb hatte.

    D

    Nun ja, die alte Mär, seit fast zwei Jahttausenden !


    " - heimlich verlassen" ???? Sehr schön, sehr edel, sagen die "Feministinnen" ( ??). - -Zu Recht !!!


    Aber Raimund Fuchs : "wollte ihr eine Scheidebrief geben" - Ja, das stimmt !!


    lysai (Grundtext) ist auch für den Scheidebrief von Matthäus verwendet ! -


    - - damit hat Joseph das Kind als seines anerkannt !?!?!?)

  • Joseph und Maria ? - Da gab es von Lotte Ingrisch / Libretto eine Oper von Gottfried von Einem zu dem Thema.


    Berührende Deutungen - wie beide sich die arme Zukunft und das bescheidene Glück vorstellen - -wie beide die Aufgabe,und das Opfer, welche ihnen de Erlösungsplan zugeordnet hat, dann auf sich nehmen - - - -

  • Hallo Seele,


    gute Gedanken, danke dafür. Hat mich zum erweiterten Nachdenken gebracht.

    Ein Erwachsener und ein Minderjähriger ist etwas vollkommen anderes.

    Das ist keine Frage der Sexualität (natürlich haben Kinder AUCH Sexualität), sondern eine Frage von Macht und Hörigkeit,

    eine Frage einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung, die Frage nach der Freiheit des Kindes, des Jugendlichen,

    und nicht nach der Freiheit des Erwachsenen.

    Ein Kind, ein Jugendlicher in einer intimen Beziehung mit einem Erwachsenen ist NICHT FREI! Das ist eine Illusion.

    Wir sprechen also Menschen in verschiedenen Entwicklungsstadien ihre Freiheit ab. Man könnte jetzt psychologisch noch weitergraben, aber das ist schon ein guter Punkt, den man manchen kann und muss. Selbst ein Erwachsener, der durch eine gewisse Erziehung gegangen ist...ist der FREI?


    Ist irgendjemand von uns so frei, wie man sein kann? Irgendwo hat doch jeder einen Knacks durch die Erziehung bekommen, manche einen starken, manche einen weniger starken. Es gibt ja auch nicht die perfekten Eltern oder das perfekte Umfeld.


    Trotzdem, ein Kind ist wesentlich weniger frei als ein Erwachsener. Das ist natürlich klar!



    Jein. Es kann sowas geben.

    Da sieht eine Frau erschrocken einen Jungen oder einen Teenager und weiß: Das ist ER.

    Da sieht ein Mann ein Mädchen und weiß: Sie wird einmal, wenn die Jahre vergangen sind, meine Frau sein.

    Das Warten hat seine Schönheit. Gerade bei der Liebe. Aber das passt halt dann wieder nicht in unsere Zeit, wo alles schnellgehen muss.

    Aber mir gefällt dieser Gedanke des Wartens, des Liebens zur richtigen Zeit. Alles hat seine Zeit, oder?


    Pred 3/8 Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit.


    Ich wünschte Krieg hätte keine Zeit. Aber er geht vorbei. Im Gegensatz zur Liebe.



    Der Pädophile liebt nicht den anderen Menschen, sondern er liebt das Kind. Er liebt das Kind, weil er eine Störung hat,

    weil er selbst zurück in die Kindheit will. Und dieses Verlangen wird die Kindheit eines anderen Kindes zerstören.

    Kinder können Erwachsene lieben, ja. Aber ein Pädophiler liebt das Kind nicht.

    Erwachsene, die Kinder lieben, weil dieses Kind eines Tages DIE Person werden wird, werden es niemals anrühren, sondern warten,

    bis der Tag kommt. Das ist etwas vollkommen anderes!

    Irgendwie scheinen diese beiden Zitate ein Widerspruch zu sein. Aber ich glaube zu hören, was du sagen wolltest. Der Pädophile liebt das kindliche Kind bzw. den kindlichen Körper und fühlt sich davon sexuell angezogen. Der Pädophile liebt nicht das Wesen, also den ganzen Menschen, der das Kind ist.

    Ich frage mich immer wie viele enthaltsame Pädophile es geben muss, die sich "nur" mit entsprechendem explizitem Material aus dem Internet versorgen und befriedigen. Weil da ja immer von Ringen an Kriminalität die Rede ist, die von der Polizei verfolgt und ausgehoben werden. Mich schreckt welchen Markt es für dieses Material gibt.


    Mit Liebe hat die Pädophilie also nichts am Hut. Da sind wir einig, oder?

  • Ist irgendjemand von uns so frei, wie man sein kann? Irgendwo hat doch jeder einen Knacks durch die Erziehung bekommen, manche einen starken, manche einen weniger starken. Es gibt ja auch nicht die perfekten Eltern oder das perfekte Umfeld.

    Eben, deswegen hat uns Gott zu Freiheit berufen...gutes zu tun, ohne Angst!

    Galater 5

    12Wollte Gott, daß sie auch ausgerottet würden, die euch verstören!

    13Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen! Allein sehet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet; sondern durch die Liebe diene einer dem andern.

    14Denn alle Gesetze werden in einem Wort erfüllt, in dem: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."…

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Wir sprechen also Menschen in verschiedenen Entwicklungsstadien ihre Freiheit ab.

    Jein.

    Ein Kind hat - für sich - eine enorme Freiheit, die den Erwachsenen bspw. fehlt bzw. verlorengeht: ein Kind hat Hingabe und Vertrauen ganz anders als Erwachsene.

    Aber gegenüber dem Erwachsenen und einer "Liebesbeziehung" zum Erwachsenen, wäre das Kind nicht frei.


    Aber ich glaube zu hören, was du sagen wolltest. Der Pädophile liebt das kindliche Kind bzw. den kindlichen Körper und fühlt sich davon sexuell angezogen. Der Pädophile liebt nicht das Wesen, also den ganzen Menschen, der das Kind ist.

    Genau das meinte ich.


    Mit Liebe hat die Pädophilie also nichts am Hut. Da sind wir einig, oder?

    Nein, hat sie nicht.

    Und wir sollten uns hüten und dem wehren, wenn jemand auf die Idee käme, dies so darstellen zu wollen, als redeten wir von Liebe hier.


    Das werden gewisse (betroffene) Leute sicher so sehen, aber dem muss man wehren.


    Ich empfehle (für die, die das ertragen können) den Film "The Woodsman".