• Hallo zusammen,


    anlässlich der Berichte und dem militärischen Säbelrasseln rund um den Ukraine Konflikt würde mich eure Meinung zum Thema Krieg interessieren. Sowohl aus biblischer Sicht wie aus persönlicher Sicht: Gibt es vernünftige Gründe Krieg zu führen? Und ich meine hier nicht Landesverteidigung, sondern Angriffskrieg. Gibt es Szenarien, wo es angebracht ist in einem Land einzufallen? Völkermord, Holocaust, oä.

    Es gibt und gab solche Konflikte, wo das als Begründung zumindest vorgeschoben wurde.


    was meint ihr?


    David hat auch Angriffskriege geführt.


    Das Volk Gottes auch.


    Viele Grüße


    tricky

  • Gibt es vernünftige Gründe Krieg zu führen?

    Ich denke, das muss man historisch unterschiedlich betrachten.

    Der älteste Grund, Angriffskriege zu führen, war Hunger: wir brauchen das, was der andere Stamm hat, sonst gehen wir unter.

    Entweder kann man dann handeln, oder aber es gibt Krieg.


    Im Prinzip machen die USA heute nichts anderes, wenn sie in andere Länder einmarschieren: Ressourcensicherung, damit sie ihren Lebensstandard beibehalten können und an der Machtspitze bleiben.

    Damit wir angenehm leben können, müssen andere arm und hungrig bleiben, so läuft das.

    Das aber finden wir - zu Recht - verwerflich, wenn wir es heute so hören. Trotzdem tun wir es alle.


    "Vernünftige Gründe" sind das, ja. Es ist vernünftig. Wenn wir unseren Standard halten wollen, Leute, dann müssen wir im Nahen Osten mal wieder Zoff produzieren, damit wir da reinmarschieren und abräumen können. Unsere eigenen Ressourcen reichen für unsere fetten Bäuche nicht aus.


    Zur Bibel:

    mit dem Volk Israel begannen die Religionskriege.

    Vorher kämpfte man nicht wegen Religionen und Göttern. Die Götter waren Kommunikationsmittel:

    Wotan war wie Zeus, Zeus war wie Jupiter, letztlich war alles das gleiche; man hat wegen sowas keine Kriege geführt,

    man hat Krieg aus politischen und ressourcenbedingten Gründen geführt.


    Mit Israel kam ein Volk, welches den einen wahren Gott verkündete und mit diesem auch kämpfte gegen die Heiden.

    Heute hat sich das der Islamismus auf die Fahne geschrieben: der Kampf gegen die ungläubigen, heidnischen Westler.

    Das ist natürlich auch mit politischen Gründen vermischt,

    weil die Mächtigen nie gelernt haben bzw. gewillt waren, Schwächeren wirklich aufzuhelfen und sie zu fördern (wie sie immer behaupten).

    Das schürt Aggressionen, die von religiösen Fundamentalisten gebraucht wird, die Feuerwerker.


    Ja, "vernünftige Gründe" gibt es.

    Und gleichzeitig wissen alle, dass das Leid von dieser Seite nur dann aufhören wird, wenn wir es einfach endlich beenden.

    Das wird aber nicht geschehen. Der Krieg gehört zum menschlichen Wesen, er ist seiner Natur eigen.

    Nicht mehr so viel auf Schlachtfeldern, es ist verlagert worden, aber die Natur ist die gleiche.

  • Im Prinzip machen die USA heute nichts anderes, wenn sie in andere Länder einmarschieren: Ressourcensicherung, damit sie ihren Lebensstandard beibehalten können und an der Machtspitze bleiben.

    Damit wir angenehm leben können, müssen andere arm und hungrig bleiben, so läuft das.

    Wenn es um das Volk ginge, würde es nicht diese Schere zwischen Armen und Reichen im eigenen Land geben...............es sind wenige, die von Krieg profitieren, das ist verwerflich!

  • Soweit denken diese Bosse ja auch nicht.

    Man muss sich immer klarmachen, dass man Macht nicht mit Intelligenz verwechseln darf,

    und auch eine strategische Intelligenz darf man nicht mit Intelligenz oder gar Weisheit und Weitsichtigkeit verwechseln.


    Die sind nicht weitsichtig, sondern meist sehr plump und dumm.

  • Es gibt und gab solche Konflikte, wo das als Begründung zumindest vorgeschoben wurde.

    Für einen Christen müsste es klar sein, das Frieden uns nur Gott schenken kann.

    Das Fundament ist das Herz, die Waffe ist unsere Zunge/Sprache.

    Jedes "Rudel" trägt Verantwortung für seine Rudelführer.

    Im AT galten andere Regeln und Bünde. Meistens ging es nicht um Frieden sondern um Macht, Besitz und Sklaven.

    Die Gründe, die Idiologie und die Rhetorik ist immer die gleiche um Kriege anzuzetteln...

    Kriege haben den Menschen nie das gebracht wofür sie gekämpft haben.

    Aber im Gottes Plan gab nach Kriegen, Vebrechen und Völkermord eine Zeit, der Trauer, Zeit des vergessens, Zeit des Aufbaus und Zeit des nie wieder....

    Wer aber meint sich schlafen zu legen und die Wachsamkeit zu vernachlässigen, neigt zu Arroganz und Überheblichkeit....

    Gerade wir Christen haben leider wenig aus der Geschichte und von Gott gelernt....

    Wer Gesetze, Regeln, Ordnungen bricht, zestört den Respekt zum Gemeinwohl und den Führern eines Volkes.

    Wer gemeinsame Werte, Ordnungen und Vereinbarungen meint durch seine "Klugheit" auszuhebeln, der wird auf lange Sicht schiffbruch erleiden.

    Wer ist im Besitz der Macht und der Ressourcen. Demokratie ist ein aussterbendes System....

    Wir bewegen uns wieder in Richtung Tier...die Starken fressen die Schwachen...die Klugen die Dummen...

    Aber die Kinder Gottes können sich auf Gottes Führung verlassen, auch wenn sie leiden und sterben werden....

    Krieg ist nicht das wofür uns Jesus aufgerufen hat. Wer sich nur mit seinem "Frommsein" beschäftigt, hat Gottes Botschaft nicht verstanden....

    Einer für alle, alle für den EINEN!!!

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Wir bewegen uns wieder in Richtung Tier...die Starken fressen die Schwachen...die Klugen die Dummen...

    Da muss ich dann aber schmunzeln, weil es ja offensichtlich ist, dass hier nicht Kluge am Werk sind und Obrigkeiten, die auf Gottes Hilfe verzichten, sind für mich nicht mehr ernst zu nehmen ...

    https://www.die-tagespost.de/p…f-gottes-hilfe-art-223656

    Ich verstehe das "Zulassen" der "Schwierigkeiten" generell als Aufrütteln Gottes und als Gerichte, Sichtungen und letzte Chancen sich Gott zuzuwenden. Umso schlimmer, wenn der Hochmut anzeigt, dass der Fall vor der Tür steht. Das gilt für Amerika, wie für unsere hochmütigen Staaten. Der Irrsinn ist ja nicht mehr zu verdecken.

  • Da muss ich dann aber schmunzeln, weil es ja offensichtlich ist, dass hier nicht Kluge am Werk sind und Obrigkeiten, die auf Gottes Hilfe verzichten, sind für mich nicht mehr ernst zu nehmen ...

    Der Abstand der Generation die noch stark mit dem Krieg zu tun hatten und denen die in Frieden aufwuchsen,passt etwa in den Abstand des AT, wo man sich von Gott und Kirche/Gemeinde abwandte....

    Ich bin entsetzt über Menschen die mit einer unverfrorenheit, lügen, spalten und hetzen und sich als fromme Christen darstellen...

    Dann lieber ein kluger und weiser Olaf...;)

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • und Obrigkeiten, die auf Gottes Hilfe verzichten, sind für mich nicht mehr ernst zu nehmen ...

    https://www.die-tagespost.de/p…f-gottes-hilfe-art-223656

    Interessant ist, dass das jetzt ne Meldung wert ist.

    Vor ein paar Jahren war es umgekehrt, als Frau Fischer "So wahr mir Gott helfe!" sagte.

    Keiner sagte es, nur sie. Und sie wurde dann in Talkshows danach gefragt.


    Jetzt ist es umgekehrt.

  • Nein, gibt es nicht.

    Ich neige auch zu dieser Ansicht, dass es keinen vernünftigen (was immer am Krieg vernünftig sein soll...) Grund gibt, Krieg zu führen.


    Das heißt dann in der Konsequenz aber auch, dass ein Diktator eines Nachbarlands, der seine Bevölkerung umbringen lässt, verhungern lässt oder sonstwie vernichtet, mit den Mitteln des Krieges nicht gestoppt werden würde. Man würde also zusehen und maximal mit wirtschaftlichen Sanktionen oder sonstiger Ächtung reagieren. Umstürze einer "schlechten" Regierung müssten demzufolge immer vom eigenen Volk kommen.


    Vielleicht kann man die Frage auch weiter fassen. Ist es aus eurer Sicht gerechtfertigt einen Umsturz in einem ungerechten System, einem mörderisch diktatorischen Land zu unterstützen? Auch mit Waffenlieferungen für den Widerstand. Damit die sich gegen ihre Unterdrücker gewaltsam auflehnen können. Gibt ja in der Geschichte zahlreiche Beispiele dafür wie schief das gehen kann, Afghanistan zum Beispiel.

  • Das heißt dann in der Konsequenz aber auch, dass ein Diktator eines Nachbarlands, der seine Bevölkerung umbringen lässt, verhungern lässt oder sonstwie vernichtet, mit den Mitteln des Krieges nicht gestoppt werden würde.

    Meine überspitzte Antwort:

    Natürlich kann man alternativ auch Krieg gegen das Land führen und Bomben abwerfen, die Bevölkerung dieses Landes umbringen, sie verhungern lassen (aufgrund kriegsbedingten Versorgungsengpässen) oder irgendwie, als Begleiterscheinungen, die Menschen vernichten.

    Krieg geht immer zulasten der Zivilbevölkerung, deswegen kann auch ein Krieg nie über die Schaffung besserer Verhältnisse für die Zivilbevölkerung legitimiert werden. Wir wissen zudem, dass die Soldaten der Siegermächte immer ziemliches Unheil gebracht haben. Massaker an der Zivilbevölkerung, Folter; Vergewaltigung entweder als kriegerisches Mittel oder zur Besiegelung des eigenen Sieges.

    Kriege werden nie für die Zivilbevölkerung geführt.


    Man würde also zusehen und maximal mit wirtschaftlichen Sanktionen oder sonstiger Ächtung reagieren.

    Tatsächlich waren bisher alle Staaten völkerrechtlich anerkannt, egal wie sie sich verhalten haben. Unsere Waffenexporte gehen auch in nicht unerheblichen Maß an Terrorregime und Diktaturen, mit denen wir wirtschaftlich zusammenarbeiten. Die USA haben bei ihrem Rückzug aus Afghanistan den Taliban ein umfassendes Sortiment an Kriegsmaschinerie hinterlassen.


    Umstürze einer "schlechten" Regierung müssten demzufolge immer vom eigenen Volk kommen.

    Generell. Und wir müssten aufhören, diese Regierungen zu unterstützen, sie völkerrechtlich anzuerkennen und mit ihnen wirtschaftlichen Austausch zu betreiben.

    Momentan unterstützen wir diese Regime. Liefern Waffen und ähnliches. Vielleicht sollten wir damit aufhören.

  • Beim Völkermord in Ruanda starben bis zu 1 Million Menschen.

    Bei solch extremen Situation halte ich ein Eingreifen für gerechtfertigt.

    In ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ?


    "Die Bundeswehr aber kooperierte bis April 1994 mit Ruandas damaliger Armee, die Entwicklungshilfe stieg, es gab vielfältige offizielle Verflechtungen. Zwischen dem Abend des 6. April und Anfang Juli 1994 massakrierten Ruandas staatliche Sicherheitskräfte sowie von diesen angeleitete Hutu-Milizen schließlich bis zu einer Million Menschen, zumeist Tutsi"


    https://taz.de/25-Jahre-nach-Voelkermord-in-Ruanda/!5582219/

  • Generell. Und wir müssten aufhören, diese Regierungen zu unterstützen, sie völkerrechtlich anzuerkennen und mit ihnen wirtschaftlichen Austausch zu betreiben.

    Momentan unterstützen wir diese Regime. Liefern Waffen und ähnliches. Vielleicht sollten wir damit aufhören.

    Das ist so ein zweischneidiges Schwert, denke ich. Wenn es global gesehen gar keine kriegstauglichen Waffenlieferungen gäbe, dann wäre es ziemlich ideal. aber dadurch, dass es Länder gibt, die Kriegswaffen liefern, ganz egal wie sich das belieferte Regime verhält und was es mit diesen Waffen macht, würde man durch ein komplettes Waffenlieferungsverbot diejenigen schutzlos lassen, die sich gegen Aggressoren verteidigen müssen. Aktuelles Beispiel wäre ja die Ukraine. Hier droht ein Einmarsch, das Nachbarland baut Truppenstärke und Kriegsstärke an der Grenze auf, das Nachbarland hat auch bereits bewiesen, dass es militärisch eingreift, auch wenn es diese Taktik sehr geschickt und intransparent verfolgt (Krim, Ostukraine). Soll man die Ukraine in der es eine demokratisch gewählte Regierung gibt, "schutzlos" lassen indem man sie nicht mit Rüstungsgütern beliefert?


    Was ist eigentlich die richtige Reaktion auf Krieg? Wenn zwei Länder Krieg führen, wie verhält man sich als außen stehendes Land richtig? Raushalten und zusehen? Demokratien unterstützen, Regime sanktionieren? Mir kommt es vor, dass man, egal wie man sich verhält, Fehler macht. Im Krieg gibt es einfach keine Gewinner und kein richtig, sondern nur falsch.

  • Aktuelles Beispiel wäre ja die Ukraine. Hier droht ein Einmarsch, das Nachbarland baut Truppenstärke und Kriegsstärke an der Grenze auf, das Nachbarland hat auch bereits bewiesen, dass es militärisch eingreift, auch wenn es diese Taktik sehr geschickt und intransparent verfolgt (Krim, Ostukraine). Soll man die Ukraine in der es eine demokratisch gewählte Regierung gibt, "schutzlos" lassen indem man sie nicht mit Rüstungsgütern beliefert?

    Das wäre für mich eine andere Situation. In dieser Situation würde man nicht ein Land angreifen und sich gar in die innenpolitische Verhältnisse einmischen, in diesem Fall würde man sinnbildlich auf Einladung eines Landes dort vor Ort agieren und eine Verteidigungslinie unterstützen.

  • Die Bundeswehr

    Macheten, Messer und Knüppel reichen.


    Zitat

    Es waren meine Nachbarn aus dem Dorf. Mit Macheten und Knüppeln metzelten sie alle nieder. Ich wurde von einer Machete am Fuß verletzt, dann schlug mich jemand mit einem Knüppel nieder, ich wurde bewusstlos. Sie dachten, ich sei tot.



    https://chrismon.evangelisch.d…9/mein-freund-der-moerder