Biblische Grundsätze hinsichtlich Impfung und Umgang mit ansteckenden Krankheiten

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,

    man findet leider nicht immer eine direkte biblische Anwendung für Fragen des Lebens, die heute vor uns stehen und uns herausfordern. So ist es auch mit Impfungen. Diese gibt es in mehr oder weniger brauchbarer Qualität erst seit 200 Jahren. Kann man also prinzipielle Fälle aus der Bibel ableiten um hier eine Richtschnur zu bekommen?

    Ich möchte ein Beispiel nennen. Vor kurzem habe ich mit einem Prediger darüber gesprochen, der mir folgendes Beispiel aus der Apostelgeschichte brachte:

    Apg 16/1 Er kam aber nach Derbe und Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters; 2 der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium. 3 Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen, die in jener Gegend waren; denn sie wußten alle, daß sein Vater ein Grieche war. 4 Als sie aber die Städte durchzogen, übergaben sie ihnen zur Befolgung die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefaßten Beschlüsse. 5 So wurden nun die Gemeinden im Glauben gestärkt und nahmen an Zahl täglich zu.

    Ich wandle den Vers 3 mal ab: "Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn impfen um der Juden willen, die in jener Gegend waren, denn sie wußten alle, dass sein Vater ein Ungeimpfter war"

    Paulus war ein Gegner von Handlungen, die heuchlerischen Charakter hatten. Petrus hat er kritisiert, weil dieser sich nicht zu den neuen, heidnischen Brüdern und Schwestern bekannte, wie es eigentlich sein hätte sollen:


    Gal 2/11 Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war im Unrecht. 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. 13 Und auch die übrigen Juden heuchelten mit ihm, so daß selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mit fortgerissen wurde. 14 Als ich aber sah, daß sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Petrus vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, was zwingst du die Heiden, jüdisch zu leben?


    Zwei Begebenheiten und man fragt sich, warum Paulus den Timotheus "um der Juden willen" beschneiden lässt. Hätte er bzw. Timotheus nicht argumentieren können: "Wenn ich kein Jude bin, warum soll ich mich beschneiden lassen"? Ist es nicht der Juden Problem, wenn sie etwas von mir nicht annehmen oder mit mir Gemeinschaft haben wollen?

    Wenn es nun bei uns die Aufforderung gibt, dass man gesundheitserhaltende Maßnahmen setzt, wenn man in Gesellschaft ist, also Maske trägt oder sich impfen lässt, entspricht man dann dem Narrativ, das Paulus aufstellt, wenn er mit Timotheus so vorgeht, dass er ihn in Form der Beschneidung vorbereitet auf das, was von den Juden als Bedingung aufgestellt wird um ernst genommen zu werden, um Teilhaber an der Gesellschaft zu sein? Um ernst und wahr-genommen zu werden. Also eine zweckdienliche Sache, die man auf sich nimmt um einem höheren Zweck dienen zu können.

    Zusätzlicher Aspekt an Apg 16,3 und damit eine Korrelation mit der Impfung ist, dass es sich um einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit handelt. Die Beschneidung war ja keine Sache, die schmerzlos und ohne einschneidendes Erlebnis vollzogen werden konnte. Auch bei der Impfung bringt man etwas in den Körper ein, das diesen verändert. Auf einer anderen Ebene als die Beschneidung, aber im Charakter ähnlich...man tastet den Körper und dessen unversehrte Integrität an. Und wozu? "um der Juden willen". Bei der Impfung wäre das "um der Gesellschaft willen" - als zusätzliche Begründung neben dem Selbstschutz.

    Sind wir, bin ich bereit "um der Gesellschaft willen" etwas zu tun, was mir grundsätzlich widerstrebt? Würde mich interessieren was ihr dazu denkt. Bitte keine allgemeine Diskussion dazu, sondern spezifisch zu dem Fall bzw. zu der Auslegung. Wir haben schon die Impfthematik als allgmeines Thema. Hier soll es ein biblisches Thema sein.


    Andere Seite:

    Was mir an der Impfsache nicht gefällt ist der Massendruck und der Druck sich anzupassen. Oben beschrieben habe ich den Prozess, dem man sich selbst stellen kann, wenn man will, freiwillig. Etwas nur zu machen, weil die Masse einen drückt finde ich nicht in Ordnung. Der Anpassungsdruck an eine Denkweise und eine vielleicht sogar medial unterstützte Einheitsmeinung erinnert mich an die Textstelle aus Offenbarung 13:

    16 Und es bewirkt, daß allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, 17 und daß niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.

    Wenn du nicht so tust, wie wir wollen, dann kannst du nichts mehr einfaufen oder verkaufen. In diesem Fall handelt es sich aber nicht um einen körperlichen Eingriff, sondern um eine Zugehörigkeit zu einem fremden Gott, dessen Malzeichen man annimmt. Du wirst wirtschaftlich fertig gemacht. Jetzt ist die Impfung ja kein Malzeichen, aber vom Prinzip her kann sie auch so verwendet/missbraucht werden. Als ein Abhalten von einfachsten Überlebensnotwendigkeiten, wenn man nicht so tut, wie diejenigen, die das sagen haben, wollen.


    Das Thema hier ist als Sammlung und Diskussion solcher biblischer Textstellen gedacht. Allgemeine Diskussionen, die sich nicht daran ausichten werden in die passenden Themen verschoben. Textstellen mit dem entsprechenden Zusammenhang kann und soll man hier besprechen.

    viele Grüße

    tricky

  • Hier ist ein historisches Besinnen - wieder einmal, ich wiederhole mich - notwendig ! Die strikte , ja grundsätzliche Ablehnung der Impfung durch die STA beruht auf einer historischen Situation in Deutschland ! - Man war Impfgegner - SCHULMEDIZIN, NEIN !!! - man war gegen Digitalis - SCHULMEDIZIN, NEIN !! - man war gegen Gemüse von mit Liebigs Stickstoff gedüngten Feldern - man war gegen Weissmehl - - - das war halt im Kleinbürgertum so ! - Das erste Reformhaus Deutschlands wurde 1900 in Wuppertal eröffnet, frequentiert von Darbyisten, Baptisten, Adventisten - -

    Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -

    Leider kann ich nicht mit der alleinerziehenden Mutter aufwarten - -

  • Des Paulus Grundsatz: 1. Kor. 10:32. "Seid unanstößig".

    Demnach wurde Timotheus beschnitten, Petrus gerügt für seine Absonderung.

    Der Offenbarung Jesu Christi Grundsatz: "Kaufen/Verkaufen" ist SYMBOLISCH, wie alles andere in der Prophetie auch.

    Meine Impfung nützt/schadet NUR mir selbst.

    • Offizieller Beitrag

    Des Paulus Grundsatz: 1. Kor. 10:32. "Seid unanstößig".

    Aber was anstößig oder unanstößig ist, das hängt doch total davon ab wen man fragt. Der eine fürchtet sich vor den Geimpften, der andere fürchtet sich vor den Ungeimpften. Es gibt keine Norm an der man den Anstoß messen kann, oder?

  • Sind wir, bin ich bereit "um der Gesellschaft willen" etwas zu tun, was mir grundsätzlich widerstrebt? Würde mich interessieren was ihr dazu denkt. Bitte keine allgemeine Diskussion dazu, sondern spezifisch zu dem Fall bzw. zu der Auslegung. Wir haben schon die Impfthematik als allgmeines Thema. Hier soll es ein biblisches Thema sein.

    Gegen das Gewissen handeln, nur weil die Mehrheit dafür ist oder es als einzigst gut ansieht?

    Nein, das kann ich nicht, ich habe damals als ich mich für Jesus und die Bibel entschieden habe auch gegen die Mehrheitsmeinung(ich glaube an die Schöpfung, die Wissenschaft hat aber die Evolution "bewiesen" und die Meinung meiner Familie gehandelt, es ging nicht anders. Da du es mit der Impfung in Verbindung setzt möchte ich darauf hinweisen dass eine Erwartungshaltung was andere mit ihrem Körper zu machen haben in keiner weise für mich biblisch ableitbar ist. Wenn ich mich an die Abstände und Regeln halte, evtl. getestet bin dann reicht das um Ungeimpfte an der Gesellschaft weiter teilhaben zu lassen. Mögen auch Geschwister andere als Gefährder betiteln, so tue ich das sicher nicht. Ich denke die Bibel kann man für nichts bemühen wo es keine biblischen Prinzipien dafür gibt.

    Vor Gott sind alle Menschen gleich.

    • Offizieller Beitrag

    Gegen das Gewissen handeln, nur weil die Mehrheit dafür ist oder es als einzigst gut ansieht?

    Nein, das kann ich nicht, ich habe damals als ich mich für Jesus und die Bibel entschieden habe auch gegen die Mehrheitsmeinung

    Bleiben wir bei der Bewertung/Beurteilung von Paulus, als er Timotheus beschneiden lies. "Um der Juden" willen.

    Hat Paulus hier einen Fehler gemacht? Weil er es ja gegen sein Gewissen gemacht hat (wie wir an der Textstelle aus Galater erkennen), wenn ich dich richtig verstehe.

    Und es geht doch nicht um die Mehrheit oder die Mehrheitsmeinung. Es geht darum etwas zu tun, das man zwar nicht für notwendig hält, aber "um der .... Willen" trotzdem tut, damit:

    5 [...] die Gemeinden im Glauben gestärkt und nahmen an Zahl täglich zu.

    Aber es ist wohl eine gänzlich andere Situation als damals. Wir sind ja (auch wegen der Pandemie) weit davon entfernt missionarisch tätig zu sein.

  • Timotheus war Kind einer religiös "gemischten"/halbjüdischen Ehe. Er vergab sich nichts, als er sich beschneiden ließ. Paulus und das erste Konzil verzichten auf die Beschneidung von Menschen, deren beide Eltern Nichtjuden sind.

    Die "Welt" sieht heute ein wenig anders aus ("globaler" Offb. 14:6.ff.) als zur Zeit der ersten Missionare.

  • Zitat von Tricky

    Bleiben wir bei der Bewertung/Beurteilung von Paulus, als er Timotheus beschneiden lies. "Um der Juden" willen.

    Hat Paulus hier einen Fehler gemacht? Weil er es ja gegen sein Gewissen gemacht hat (wie wir an der Textstelle aus Galater erkennen), wenn ich dich richtig verstehe.

    Und es geht doch nicht um die Mehrheit oder die Mehrheitsmeinung. Es geht darum etwas zu tun, das man zwar nicht für notwendig hält, aber "um der .... Willen" trotzdem tut, damit:

    5 [...] die Gemeinden im Glauben gestärkt und nahmen an Zahl täglich zu.

    Aber es ist wohl eine gänzlich andere Situation als damals. Wir sind ja (auch wegen der Pandemie) weit davon entfernt missionarisch tätig zu sein.

    Ob Paulus  hier einen Fehler gemacht hat? Fehler wohl nicht, aber er war hier inkonsequent wenn man seine scharfen Worte im Galaterbrief gegen die Beschneidung liest! Er war halt wohl noch hin - und hergerissen zwischen altem (jüdisch-pharisäerhaftem) Glauben und neuem (christlichen) Glauben ...

    Zitat von freudenboten

    Timotheus war Kind einer religiös "gemischten"/halbjüdischen Ehe. Er vergab sich nichts, als er sich beschneiden ließ. Paulus und das erste Konzil verzichten auf die Beschneidung von Menschen, deren beide Eltern Nichtjuden sind.

    Die "Welt" sieht heute ein wenig anders aus ("globaler" Offb. 14:6.ff.) als zur Zeit der ersten Missionare.

    Was ich nicht verstehe ist folgendes: im Judentum gilt man doch dann als Jude, wenn man von einer jüdischen Mutter geboren worden ist. Das war bei Timotheus der Fall! Warum wurde er dann nicht bereits als jüdischer Knabe 8 Tage nach der Geburt beschnitten? Entweder waren seine Eltern nicht religiös oder der heidnische nicht-jüdische Vater war dagegen ! (???)

    Die Beschneidung der Urgemeinde von Jerusalem bei den jüdischen Jungen wird wohl weitergegangen sein, im NT steht leider nichts davon ... -----> die "Nicht-Beschneidung" galt somit wohl nur für die Heidenchristen!

  • Aber es ist wohl eine gänzlich andere Situation als damals. Wir sind ja (auch wegen der Pandemie) weit davon entfernt missionarisch tätig zu sein.

    Das sehe ich anders, es haben sich noch nie so viele Gesprächsmöglichkeiten ergeben, weil die Pandemie Menschen aus dem Schlaf herausgerüttelt hat. Die Pandemie hat die Menschen auf so unterschiedliche Weise getroffen, viele stellen jetzt ganz andere Weichen für ihr Leben. Lebenszeit ist kostbar geworden und mit den staatlichen Eingriffen kam auch die Frage von Freiheit und "Erlösung" auf.

    Wir haben bald mind. vier Taufen.

    Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

  • 1. Kor. 7:17.-19. sagt Paulus: "Ist jemand beschnitten berufen worden, so bleibe er bei der Beschneidung; ist jemand unbeschnitten... so lasse er sich nicht...

    Die Beschneidung ist nichts, und das Unbeschnitten sein ist nichts, sondern das Halten der Gebote Gottes."

    So wie die Notwendigkeit blutiger Tieropfer endete, als der "Vorhang zerriss",so auch die Beschneidung als Gedenkzeichen an das Opfern.

    Es ist nur noch "Tradition" oder medizinisch begründbare Operation, nicht religiös.

    Daher liegen Muslime falsch, wenn sie ihre Beschneidung von Abraham herleiten (Galaterbrief 3). Ohne die Gebote Gottes nützt sie nichts.

  • Ob Paulus hier einen Fehler gemacht hat?

    Er hat sich ja auch auf Wunsch von Jakobus den Waschungen nach dem Ritus unterzogen, "damit die Leute sehen, dass er einer von ihnen" ist.

    Fehler oder Inkonsequenz?

    Die Antwort ist ganz einfach: Ja, vielleicht. Vielleicht ein Zug von ihm, um keinen Ärger zu erregen.

    Er war ein Mensch. Er darf auch Fehler und Inkonsequenz haben, was ist daran so schlimm?

    Zudem hat Paulus, denke ich, mehrmals deutlich gesagt,

    dass er bereit ist, ALLES zu tun, um nur irgendwie Menschen zu gewinnen.

    Der war sich für nichts zu schade.

    Des Weiteren war er auch ein Selbstdarsteller, darf man nicht vergessen,

    und er war in seinem Eifer als Christ genauso vehement wie zuvor in seinem Eifer als Verfolger der Gemeinde;

    denn Naturell ändert sich nicht, auch mit der Bekehrung nicht.

    Bspw. geht er ja hin, wenn er gefangengenommen wurde, lässt das alles mit sich machen,

    und sagt dann, wenn er vor der Anklage und der höchsten Stelle steht, dass er ja römischer Staatsbürger sei,

    und alle sind verdutzt und kriegen nasse Hände.

    Das sagt er nicht vorher, um die ganze Prozedur abzukürzen, sondern das sagt er erst dort.

    Das hat schon Showcharakter, muss man sagen.

    Paulus war ne Rampensau, genauso wie Luther.

  • Hätte Paulus sich in seinem Gerichtsprozess nicht auf des Kaisers Gericht in Rom berufen, wäre er von den Anklagen der Pharsäer/Sadduzäer freigesprochen und freigelassen worden.

    Der Ausdruck "Rampensau" ist eher verfehlt. Er fühlte sich als "doppelter Schuldner" nach seiner Bekehrung vom Pharisäismus. Wahrscheinlich war er cholerisch veranlagt aber auch diplomatisch umsichtig.

    • Offizieller Beitrag

    Zudem hat Paulus, denke ich, mehrmals deutlich gesagt,

    dass er bereit ist, ALLES zu tun, um nur irgendwie Menschen zu gewinnen.

    Der war sich für nichts zu schade.

    Um zur Ausgangslage des Themas zurückzuführen. Ist es ok, ALLES zu tun, um nur irgendwie Menschen zu gewinnen?

    Ist es ok und vertretbar, dass man als Impfgegner oder Impfskeptiker die Impfung auf sich nimmt um Eintritt, Versammlungen, Gemeinschaft mit Ungläubigen zu haben? Im Sinne einer missionarischen Tätigkeit. Weiß nicht, ob das jetzt so 100%ig vergleichbar ist mit der Begebenheit von Apg. 16,3, aber das wäre die Lage in der man sich heute befinden könnte.

  • Wahrscheinlich war er cholerisch veranlagt aber auch diplomatisch umsichtig.

    Das trifft es sehr gut!

    Ist es ok und vertretbar, dass man als Impfgegner oder Impfskeptiker die Impfung auf sich nimmt um Eintritt, Versammlungen, Gemeinschaft mit Ungläubigen zu haben? Im Sinne einer missionarischen Tätigkeit.

    Das ist, wenn jemand sowas machen möchte, vollkommen okay für ihn.

    Das ist ganz und gar seine persönliche Entscheidung, sowas zu machen.

  • Dass Paulus ein religiöses Ritual fallbezogen akzeptiert, damit er keinen Anstoß bei den Anhängern erregt, die er gewinnen will, halte ich für sehr ambivalent. Auch durch Widerstand hätte er seine Überzeugtheit von der fallbezogenen Nutzlosigkeit des Rituals ausdrücken können. Vielleicht noch besser, zumindest theoretisch. Ich denke, dass man aus einem Fall keine allgemeingültige Formel herleiten kann. Es kommt in dem Fall wirklich darauf an, wie der Widerständler zu der Zielgruppe steht, welches Verhältnis und welche Affinität er zuvor schon mit ihnen hatte. Es ging hier ja weniger um Paulus selber, sondern um einen Dritten. Ein bisschen kommt es mir fast so vor, als wäre Timotheus hier Mittel zum Zweck gewesen. Aber er schien es ja auch nicht unfreiwillig oder unwissentlich mit sich machen lassen.

    Zur Impfung allgemein :

    Ich bin zwar überzeugt davon, dass der Organismus auf verschiedene Arten immunisiert werden kann gegen äußere Einflüsse, aber das ist noch nicht das Gleiche wie die organisiert betriebene Impfung oder generell jede Art von Medizin oder vermeintliche Heilbehandlung. Man weiss im Endeffekt einfach gar nicht, worauf man sich einlässt. Es ist eine reine Glaubenssache im Namen einer als höher anerkannten Autorität. Ich misstraue der Pharmaindustrie. Denen geht es nicht ums Heilen, sondern um Profit. Erfolgreiches Heilen ist nur das Mittel zum Zweck des Profits, deswegen sind sie möglichst an Erfolg und geringen Nebenwirkungen interessiert. Moralisch verpflichtet sind sie nur gegenüber dem Kapital und den Aktionären. Die Patentierung von Impfstoffen, die Preisgestaltung sagen schon alles.

    Und zu guter Letzt : In der Offenbarung taucht der Begriff "Zauberer" im negativen Kontext auf. Im Griechischen steht hier Pharmakoi. Ich habe lange geforscht, was dieser Begriff im Kontext bedeuten mag. Er steht einerseits im Zusammenhang mit Medizin und Heilung, andererseits für Drogen, Vorgaukeln durch Illusion und sogar für Schminken (auch eine Form der Illusion des Schönen Scheins). Ich bin überzeugt, dass die Bibel uns mit den Pharmakoi genau das sagen will, was ich oben erwähnte : Pharmakoi sind die, die aus einer vermeintlich und vordergründig nützlichen Wirkung zu Allererst eigenen Gewinn machen wollen ; bei entstandenen Schäden appelieren sie an Eigenverantwortung des Benutzers, wollen nichts gewusst haben, oder leugnen schlicht den Schaden oder den Zusammenhang. Im biblischen Sinne sind sie definitiv zu unterscheiden von praktizierenden Ärzten.

  • Was ich nicht verstehe ist folgendes: im Judentum gilt man doch dann als Jude, wenn man von einer jüdischen Mutter geboren worden ist. Das war bei Timotheus der Fall! Warum wurde er dann nicht bereits als jüdischer Knabe 8 Tage nach der Geburt beschnitten? Entweder waren seine Eltern nicht religiös oder der heidnische nicht-jüdische Vater war dagegen ! (???)

    Diese Regel im Judentum ist dem Judentum nicht genuin und sie ist ja auch nicht alttestamentlich. Ob es in diesem Fall um einen Streit über diese Regel geht, ist nicht ersichtlich. Möglicherweise ja. Die sogenannte "Matrinlinearität" wurde erst in talmudischer Zeit eingeführt. Einige Rabbiner meinen aber, dass sie schon seit jeher galt. Die Autoren des Buches "Basiswissen Judentum" (Herder Verlag) bezweifeln dies aber mit Verweis auf die biblischen Geschlechterfolgen.

  • Die sogenannte "Matrinlinearität" wurde erst in talmudischer Zeit eingeführt.

    Soweit ich weiß mit der Begründung, dass man bei einem Vater nicht 100% sicher sein kann, dass er auch der Vater ist,

    bei einer Mutter ist es hingegen eindeutig: von ihr geboren, ist das Kind jüdisch.

  • Die sogenannte "Matrinlinearität" wurde erst in talmudischer Zeit eingeführt.

    Soweit ich weiß mit der Begründung, dass man bei einem Vater nicht 100% sicher sein kann, dass er auch der Vater ist,

    bei einer Mutter ist es hingegen eindeutig: von ihr geboren, ist das Kind jüdisch.

    Die Mutter ist in der Erziehung des Knaben meist die Erste.

  • Zudem hat Paulus, denke ich, mehrmals deutlich gesagt,

    dass er bereit ist, ALLES zu tun, um nur irgendwie Menschen zu gewinnen.

    Der war sich für nichts zu schade.

    Um zur Ausgangslage des Themas zurückzuführen. Ist es ok, ALLES zu tun, um nur irgendwie Menschen zu gewinnen?

    Ist es ok und vertretbar, dass man als Impfgegner oder Impfskeptiker die Impfung auf sich nimmt um Eintritt, Versammlungen, Gemeinschaft mit Ungläubigen zu haben? Im Sinne einer missionarischen Tätigkeit.

    Mir unterstellst du als ich den Vergleich mit dem Gewissen (sehr wohl von früher und heute vergleichbar) gezogen hab ,dass ich das Maß verloren habe? Impfen zur Mission? Ist der Vergleich wirklich vergleichbar?

    Nein , sich gegen sein Gewissen zu stellen kann ich für mich nicht vertreten. Deswegen werde ich mich auch nicht impfen lassen(damit ist NUR die Covid-Impfung gemeint). Natürlich weiß ich dass ich von gewissen Geschwistern und anderen dafür verurteilt werde und man einem im Kleingedruckten das Mensch sein dafür auch an der einen oder anderen Stelle abspricht. tricky , ist das ein Spaß oder meinst du wirklich dass es Gesundheitsgegner gibt, hast du da schon mal einen in echt gesehen ? Ordnest du mich da jetzt ein weil ich viele Maßnahmen kritisch sehe?

    Naja, einen Gesinnungstest der Tagesschau oder von Karl Lauterbach werde ich wohl nicht bestehen, aber Gott sei Dank ist Gott mein Richter und keine Geschwister oder Andere. Gott mit euch.

    Vor Gott sind alle Menschen gleich.

  • Nein , sich gegen sein Gewissen zu stellen kann ich für mich nicht vertreten.

    Ist eine Entscheidung sich impfen zu lassen,eine Sache des Gewissens?

    Ich bin erstaunt wie viele Christen beim Impfen ihr Gewissen entdecken und noch erstaunlicher wie biblisch argumentiert wird...

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16