2021/Q2/10 | Der Neue Bund

  • Der Neue Bund – Lektion 10 aus der Studienanleitung Standardausgabe —

    »DIE VERHEISSUNG – GOTTES EWIGER BUND « - 2. Quartal — April • Mai • Juni


    Bibelstelle:

    Jeremia 31,31–34


    Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen. (Jer 31,31)


    3 wichtige Fragen hierzu:


    ▶Warum ist der "Neue Bund" im Grunde genommen identisch mit dem "Alten Bund"?


    ▶Warum ist das Abendmahl Jesu für den "Neuen Bund" so bedeutsam und welche Rolle spielt „das Blut Jesu” hierbei?


    ▶Was unterscheidet den "Neuen Bund" im wesentlichen von dem "Alten Bund"?


    Zitat aus der Studienanleitung:

    Das Problem mit dem Alten Bund bestand nicht im Bund selbst, sondern im Versagen des Volkes, ihn im Glauben zu ergreifen (Hbr 4,2). Die Überlegenheit des Neuen gegenüber dem Alten [Bund] liegt darin, dass Jesus – statt (wie im Alten Bund) nur durch Tieropfer offenbart zu werden – jetzt durch die Realität seines Todes und hohepriesterlichen Dienstes erscheint. Mit anderen Worten: Die Erlösung, die im Alten Bund angeboten wurde, ist also dieselbe, die auch im Neuen angeboten wird. Im Neuen [Bund] werden der Gott des Bundes und seine Liebe zu der gefallenen Menschheit jedoch viel umfassender offenbar. Er ist insofern besser, als alles, was im Alten Testament durch die Symbole und Sinnbilder des irdischen Heiligtumsdienstes vorgeschattet und gelehrt worden war – das sündlose Leben Jesu, sein Tod und sein Dienst als Hohepriester –, durch Jesus seine Erfüllung fand (Hbr 9,8–14).”


    Wie beurteilt Ihr diese Aussage?

  • HeimoW

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Hallo Ihr Lieben,

    hier einige Gedanken zur 10. Lektion »Der Neue Bund« aus der Studienanleitung der Seiten


    I.) Alter Bund und Neuer Bund


    Obwohl der Neue Bund der „bessere“ genannt wird (sieheMittwochsabschnitt), gibt es in Wirklichkeit keinen Unterschied zwischen den grundlegenden Elementen, aus denen der Alte und der Neue Bund bestehen. Es ist derselbe Gott, der auf dieselbe Weise, nämlich durch Gnade, Erlösung anbietet (2 Mo 34,6; Röm 3,24). Es ist derselbe Gott, der ein Volk sucht, das durch den Glauben seine Verheißungen der Vergebung in Anspruch nimmt (Jer 31,34; Hbr 8,12). Es ist derselbe Gott, der das Gesetz in die Herzen derer schreiben möchte, die ihm in einer Glaubensbeziehung folgen wollen (Jer 31,33; Hbr 8,10), seien sie Juden oder Heiden.

    Im Neuen Testament reagierten viele Juden auf die Erwählung durch Gnade und nahmen Jesus und sein Evangelium an. Eine Zeit lang bildeten sie das Herz der Gemeinde. Sie waren im Gegensatz zu denen, die „verstockt“ waren (Röm 11,7), „übrig geblieben nach der Wahl der Gnade“ (V. 5 LB84). Gleichzeitig nahmen auch Heiden, die zuvor nicht geglaubt hatten, das Evangelium an und wurden in das wahre Volk Gottes „eingepfropft“.



    II.) Warum der 'Neue Bund' ein besserer Bund ist

    Die Überlegenheit des Neuen gegenüber dem Alten [Bund] liegt darin, dass Jesus – statt (wie im Alten Bund) nur durch Tieropfer offenbart zu werden – jetzt durch die Realität seines Todes und hohepriesterlichen Dienstes erscheint. Mit anderen Worten: Die Erlösung, die im Alten Bund angeboten wurde, ist also dieselbe, die auch im Neuen angeboten wird. Im Neuen [Bund] werden der Gott des Bundes und seine Liebe zu der gefallenen Menschheit jedoch viel umfassender offenbar. Er ist insofern besser, als alles, was im Alten Testament durch die Symbole und Sinnbilder des irdischen Heiligtumsdienstes vorgeschattet und gelehrt worden war – das sündlose Leben Jesu, sein Tod und sein Dienst als Hohepriester –, durch Jesus seine Erfüllung fand (Hbr 9,8–14).



    III.) Der Heiligtumsdienst im Alten Bund


    Lies Hebräer 8,5 und 10,1. Welches Wort benutzt der Autor, um den

    Heiligtumsdienst im Alten Bund zu beschreiben?
    Hebr.8,5: Sie dienen aber dem Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er das Zelt errichten sollte (2. Mose 25,40): »Sieh zu«, heißt es, »dass du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.«
    Hebr.10,1: Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst. Deshalb kann es die, die opfern, niemals vollkommen machen durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, welche man immer wieder darbringt.
    Antwort: Schatten bzw. Abbild!



    IV.) Wie durch Jesu Blut der levitische Priesterdienst zum Abschluss kam


    Das Blut Christi setzte den Neuen Bund in Kraft und machte den Sinaibund mit seinen Opfern alt oder hinfällig. Das wahre Opfer war ein für alle Mal erbracht worden (Hbr 9,26). Nach dem Tod Christi war es nicht mehr nötig, Tiere zu schlachten. Der irdische Heiligtumsdienst hatte seinen Zweck erfüllt.



    V.) Das "heilige Abendmahl" als »Stiftungsurkunde« des Neuen Bundes


    „Indem Christus mit seinen Jüngern das Brot aß und den Wein trank, versprach er ihnen, ihr Erlöser zu sein. Er vertraute ihnen den neuen Bund an, durch den alle, die ihn annehmen, Gottes Kinder und Miterben von Christus werden. Jeder Segen, den der Himmel für das jetzige und das künftige Leben schenken konnte, wurde ihnen durch diesen Bund zuteil. Dieser Bundesvertrag sollte durch das Blut von Christus rechtsgültig gemacht werden. Und das Austeilen des Abendmahls sollte den Jüngern – als Teil der gesamten, großen und gefallenen Menschheit – ständig das unendlich große Opfer vor Augen führen, das für jeden von ihnen persönlich dargebracht wurde.“ (Ellen White in „Sieg der Liebe” SDL - Seite 641)



    VI.) Eine umstrittene Aussage der Ellen Gould White


    Bedingung für das Leben unter dem neuen Bund ist völliger Gehorsam. Wenn der Sünder seine Sünde bereut und bekennt, erhält er Vergebung. Durch das Opfer, das Christus für ihn brachte, ist ihm Vergebung sicher. Christus hat die Anforderungen des Gesetzes für jeden reuigen, gläubigen Sünder erfüllt.“ (Ellen White, God’s Amazing Grace, S. 138)


    Kritik, die ich an dieser Äußerung von EGW anbringen möchte: Wird hier nicht einer „pharisäerhaften Gesetzlichkeit” das Wort geredet? Ich vermisse hier völlig Aussagen zur göttlichen Gnade und Barmherzigkeit!

    ----> Die Gefahr, die durch solche Äußerungen von Frau White hervorgerufen werden könnte, ist daher ein gewisser Hang zu einer unguten schon zu Pauli Zeiten vorhandenen Werksgerechtigkeit, wie es sie nicht nur in der RKK des Mittelalters gegeben hat, sondern auch heute noch in vielen (z.B. auch pietistischen bzw. evangelikalen Kreisen!) gar nicht selten vorkommt! ----> Das ist in meinen Augen genauso falsch, wie auf der anderen Seite die Betonung einer "billigen Gnade" vor der bereits Dietrich Bonhoeffer gewarnt hatte!

    Norbert Chmelar

  • ▶2. Warum ist das Abendmahl Jesu für den "Neuen Bund" so bedeutsam und welche Rolle spielt „das Blut Jesu” hierbei?

    1. Das Abendmahl ist deshalb für den "Neuen Bund" so bedeutsam, weil das
      Abendmahl diesen Neuen Bund quasi stiftet! „Dies tut zu meinem Gedächtnis!” sagte Jesus bei der Einsetzung des Abendmahls; und Jesus sagte auch: „Dies ist (im Sinne von „dies bedeutet”) mein Blut, das für Euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden!” (Lk 22,20 GNB)----> Daher »reinigt uns das Blut Jesu von jeder Sünde« (1. Johannes 1,7)! Ellen White meinte zu diesem Themen-Komplex im Sieg der Liebe: „Dieser Bundesvertrag sollte durch das Blut von Christus rechtsgültig gemacht werden.“ (E. White: SDL - Seite 641)

    Bei Matthäus 26,27-28 gibt die Gute Nachricht Bibel (GNB) folgende wichtige Erklärung:

    Zitat

    27 Dann nahm er den Becher, sprach darüber das Dankgebet, gab ihnen auch den und sagte: »Trinkt alle daraus;

    28 das ist mein Blut, das für alle Menschen vergossen wird zur Vergebung ihrer Schuld. Mit ihm wird der Bund[5] in Kraft gesetzt, den Gott jetzt mit den Menschen schließt. [5J


    Jesu Tod wird zur Grundlage eines Bundes zwischen Gott und den Menschen, der den Sinaibund ablöst (vgl. Ex 24,8). Durch das Reichen des Bechers werden die Jünger in den Bund hineingenommen. ...

  • Der SinaiBUND wurde nicht abgelöst sondern die Opfer, Priester, Stätte.

    Petrus u. a. sagen, wir, die Nicht-Kinder Jakobs, werden aufgenommen/adoptiert in den "Passah-Bund"/ ins geistliche/wahre "Israel" durch Abrahams Glauben.

    Der "neue Bund" schreibt Gottes Willen (des alten Bundes) nicht auf Steintafeln oder Bücher sondern OHNE fleischliche BESCHNEIDUNG "in Herz und Sinn" (Jerem. 31).

    Paulus erinnert daran, dass auch Abrahams Bund VOR dem Beschneidungzeichen schon zustande kam.

    Sinai ist NICHT NUR Opferbund.

  • Der "Völlige Gehorsam" funktioniert nur, wenn ich eine überschaubare Zahl von Regeln ( bei den STA aus Yesteryear) habe und diese halte : ."Vor dem Sabbat seien die Bäder genommen, der Bart rasiert und die Schuhe gebürstet !"

  • Diese Formulierung "Völliger Gehorsam" könnte aus der Zeit vor 1888 (Minneapolis) stammen? Sie entspricht dem kalvinisch/methodistischen Erbe der "Perfektion". Im 1. Johannesbrief 1 steht aber etwas anderes.