• Erstaunt habe ich festgestellt, daß es hier im Adventisten-Forum noch gar kein Thema zur OKUMENE gibt! Zeit eines aufzumachen, finde ich:

    Gibt es einen „ökumenischen Auftrag Jesu Christi”?


    In diesem Video ----> m.youtube.com/watch?v=xQtsgk65rhI# wird ab Minute 29:50 die Hinwendung der Waldenser zur Ökumene kritisiert ...
    Auch diese generelle und pauschale Kritik an der Ökumene kann ich nicht so Recht nachvollziehen!
    Welche der bislang in diesen 10 Themen in der Video-Vortragsreihe erwähnten Kirchen ist denn eindeutig als »Die Hure Babylon« zu identifizieren?
    Die christlich-biblische Wahrheit darf selbstverständlich auch in der Ökumene nicht verschwiegen werden!
    Jesu Auftrag an die Christenheit war ja seine Aufforderung, „dass sie alle eins seien!” (Joh. 17,11.21.22).
    ---> Kann man dies theologisch nicht als den „ökumenischen Auftrag Jesu Christi” ansehen?


  • esu Auftrag an die Christenheit war ja seine Aufforderung, „dass sie alle eins seien!” (Joh. 17,11.21.22).
    ---> Kann man dies theologisch nicht als den „ökumenischen Auftrag Jesu Christi” ansehen?

    Kann man. Wird ja auch gemacht. Die Frage ist, ob das so stimmt.
    Bedeutet "eins sein", dass sie alle einträchtig sind in der einen wahren Lehre,
    oder bedeutet es, dass alle möglichen Richtungen und Strömungen sich vernetzen und Globalpolitik betreiben?


    Ich weiß die Antwort nicht; meine Gefühle dazu schwanken manchmal sehr.


    Bedeutet es ein zentrales - auch wirklich physisch-zentrales - System, wie bei der Römisch-Katholischen Kirche oder den Orthodoxen Kirchen?
    Oder bedeutet die Sammlung aller Richtungen und Strömungen unter eine geistliche/ unsichtbare Kirche?
    Beides trifft es ja irgendwie nicht so wirklich, wenn man nach den Bibeltexten geht.
    Es hat beides irgendwie so ein bisschen was, aber es trifft es irgendwie dann doch nicht ganz.

  • Das "Einssein", um das Christus bittet, ist lediglich die VORAUSSETZUNG seiner VERKÜNDIGUNG (Matth. 24) "in der ganzen Welt/Zeugnis für alle Völker" (Oikoumene).
    Die christliche Einheit enthält auch die Verschiedenheit der Sieben Gemeinden/Bekenntnisse (Offb. 2+3).
    VOR 1844 waren auch (Miller-)Adventisten eine "ökumenische" Erweckungsbewegung.


    "Wenn aber kommen wirf das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören." (Paulus in 1. Kor. 13)

  • Jesu Auftrag an die Christenheit war ja seine Aufforderung, „dass sie alle eins seien!” (Joh. 17,11.21.22).
    ---> Kann man dies theologisch nicht als den „ökumenischen Auftrag Jesu Christi” ansehen?

    Nicht ob man eins ist, sondern wie man eins ist, darauf kommt es doch an. Die Einigkeit in Christus ist die Basis von der auch Paulus spricht. Zugleich sagt er aber auch, dass es Parteiungen gibt und geben muss.


    Was hier grundsätzlich gemeint ist, das ist eine Gesinnung und keine Formalität. Beides kann korrelieren, muss es aber keineswegs. Die Einigkeit in Christus soll es sein, die die Menschen überhaupt erst mal zusammen führt. Von da an wird es sich zeigen, was noch an tieferen Hindernissen vorhanden ist, was die Menschen wieder auseinander treibt. Das ist dann weniger das Andersein ansich, sondern das Anderssein in Verbindung mit Machtanspruch, Überlegenheitsgefühl und Hybris. Oder anders gesagt, narzisstische Distinktion auf Basis eines wahnhaften Asketismus.

  • Nicht ob man eins ist, sondern wie man eins ist, darauf kommt es doch an. ...


    ... das Anderssein in Verbindung mit Machtanspruch, Überlegenheitsgefühl und Hybris.

    Wenn sich dieser Machtanspruch im Widerspruch zum eigenen christlichen Gewissen auswirkt, so kann er nur zu Ungerechtigkeiten führen. ----> das zeigte sich als die christliche Kirche zur Staatskirche wurde; es zeigte sich an der Verfolgung der Waldenser oder der Hugenotten; es zeigte sich bei Martin Luther, als dieser gezwungen werden sollte, die Wahrheiten die er in der Bibel entdeckt hatte zu widerrufen; und es zeigte sich 1914 an der Auseinandersetzung innerhalb der Adventbewegung in der Frage des Kriegsdienstes.
    Immer dann wenn der Machtanspruch - um eine rein formale Einheit zu festigen und zu zementieren - sich gegen die Gewissen der einzelnen Christen meinte durchsetzen zu müssen, kam es zu Verwerfungen und zu Kirchenspatung(en)!
    Im Sinne der Liebe Jesu und einer Recht verstanden christlichen Toleranz hätte es soweit gar nicht kommen dürfen! Jeder Machtanspruch der sich gewaltsam gegen das Gewissen der Menschen durchsetzen will, muss daher zurückgewiesen werden!

  • Luther war "katholischer Reformer". Allenfalls seine NICHTUNTERORDNUNG unter das Papsttum/"Lehramt" konnte ihm zur Last gelegt werden.
    Aus apostolischer Sicht reichte das aber NICHT, um den AUSSCHLUSS zu begründen.
    Daran sieht man, dass die nachkonstantinischen Kirchen fast nichts "Apostolisches" mehr beinhalteten.
    Man beachte nur einmal den offenen Ungehorsam der griechischen und römischen Kirchen gegenüber dem ersten Apostelkonzil (Apg 15).
    Wahre endzeitliche "Einigkeit" unter christlichen Bekenntnissen wird nur unter Rückkehr/Reform zur biblischen "Apostolizität" zu erreichen sein.

  • Luther tadelte die Scholastiker wegen ihrer unchristlichen "Untreue" zur Geschichte und philosophischer "Allegoritis".


    Sie waren ein fauler intellektueller Ast einer "Märtyrerkult"/Reliquien-Kirche.


    Vor allem aber war die Kirche nicht mehr kritikfähig wie noch die Apostel waren.


    Luthers "Bewegung" erwies sich leider auch nicht kritik-/lernfähig im Umgang mit anderen Reformationsbestrebungen.


    Jesus hat hat nie den Satz vertreten "Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns."


    Stattdessen sagte er: "Wer mir nachfolgen will, muss alles hinter sich lassen."