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    Zumal auch die Gnosis Teil dieses Findungsprozesses war. Die neutestamentlichen Schriften gab es noch nicht. Man kann also nicht diese frühe Gnosis mit Texten wiederlegen wollen, die noch gar nicht da waren. Das fand dort alles gerade erst statt, weil man das sagen und erkennen wollte, was wahr und richtig ist.

  • Zumal auch die Gnosis Teil dieses Findungsprozesses war. Die neutestamentlichen Schriften gab es noch nicht. Man kann also nicht diese frühe Gnosis mit Texten wiederlegen wollen, die noch gar nicht da waren. Das fand dort alles gerade erst statt, weil man das sagen und erkennen wollte, was wahr und richtig ist.

    Der Begriff Gnosis kommt als negativ konnotierter Fachterminus auch nur ein einziges Mal im NT vor bei 1. Timotheus 6,20. In den meisten Fällen ist er positiv konnotiert in Bezug auf die Erkenntnis Gottes oder des Herrn. Dass Paulus an Timotheus auf das Bezug nimmt, was heute üblicherweise als Gnosis bezeichnet wurde, ist eher unwahrscheinlich, so wie du ja auch sagst. Er bezieht sich damit wohl eher auf die Vorstellung, dass die Ansammlung von Wissen, Erfahrung und Fähigkeiten irgendwie den Göttern näher brächte oder gottgefällig wäre. Im selben Vers nennt Paulus die "sogenannte Erkenntnis" als eitle Reden. In 1. Korinther 8,1-3 sagt er, dass die Erkenntnis aufbläht. Aber in diesem Kontext ist absolut klar, dass er das nicht auf eine so bezeichnete Lehre eingrenzt, sondern sehr Allgemein von Erkenntnis und erkennen spricht. Sie muss eben im richtigen Geist und mit der richtigen Haltung verbunden sein. Die Erkenntnis im lateinischen übrigens mit Scientia übersetzt, Wissenschaft.

  • In den meisten Fällen ist er positiv konnotiert

    Allerdings, so sehe und verstehe ich das auch. Denn die Erkenntnis Gottes (da´at elohim) ist ja letztlich eigentlich das Zentrum der ganzen Geschichte.
    Es geht doch in dieser ganzen Geschichte letztendlich immer nur darum, dass alle Welt und alles Leben Gott erkennen sollen und werden.

  • Zumal auch die Gnosis Teil dieses Findungsprozesses war. Die neutestamentlichen Schriften gab es noch nicht. Man kann also nicht diese frühe Gnosis mit Texten wiederlegen wollen, die noch gar nicht da waren. Das fand dort alles gerade erst statt, weil man das sagen und erkennen wollte, was wahr und richtig ist.

    Ich sehe das ganz anders.


    Die neutestamentlichen Schriften gab es - die Gemeinden wussten spätestens Mitte/Ende des 1. Jhd. was apostolische und damit göttlich-inspirierte und authoritative Schriften waren. Der Nicht-gnostische Findungsprozess gründete sich auf diesen Schriften und versuchte, diese dogmatisch zu verstehen. Hier gibt es verschiedene christliche Strömungen und Abweichungen in der Lehre (zum Beispiel die Entwicklung des christologischen Verständnisses), aber sie alle waren keine Gnostiker.


    Die Gnosis dagegen hielt die apostolischen Schriften nicht als allein-göttlich-authoritativ, sondern als Teil der Literatur neben vielen anderen nicht-inspirierten Literaturwerken. Die Lehre der Gnosis ist philosophischer Natur, die apostolischen Schriften wurden gemäß ihrer Philosophie interpretiert. Was Gnosis im allgemeinen lehrte, kann man heute nachlesen, die Distanz zu christlicher Lehre ist unüberwindlich.


    Es ist richtig, dass man die Gnosis nicht mit der Bibel widerlegen kann, genau so wie z.B. Islam oder Atheismus nicht mit der Bibel widerlegt werden kann. Denn die Weltanschauungen haben jeweils eine unterschiedliche Schriftensammlung als "inspirierte" Grundlage (Moderner Atheismus basiert auf naturwissenschaftlicher Erkenntnis).

    Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)

  • Jesus hat selbst einen Maßstab dafür hinterlassen, was "geistliche Erkenntnis" ist und was nicht,
    in Joh.-Ev. 16:5.-15.


    Vergleiche die "gesamtbiblische" Behandlung dieser Themen mit den Schriften der vor- und nach-NT-lichen Gnostiker, so wird der Unterschied deutlich.


    Daher geht auch Johannes in seinen Briefen ausdrücklich auf die "Antichristen" ein.


    Johannes gilt, noch mehr als Paulus, als der "Theologos" unter den Aposteln.

  • Jesus hat selbst einen Maßstab dafür hinterlassen, was "geistliche Erkenntnis" ist und was nicht,
    in Joh.-Ev. 16:5.-15.

    Das sehe ich genauso, aber wie gesagt war das zunächst einmal mündliche Überlieferung sehr lange.
    Man erzählte vom Auferstandenen und überlieferte Sprüche und Reden dieses Mannes, der ja selbst niemals etwas geschrieben hatte.

  • Die Schriften als Sammlung waren um etwa hundert nach Christus beisammen. Punkt. Was soll die Diskussion? Vorher waren es einzelne Texte und Briefe, die im Umlauf waren unter den Gemeinden, nicht als hermetische Theologie, sondern als Gespräch mit den Geschwistern in den Gemeinden, gerade WEGEN solcher verirrten Lehren.
    Bequatsche nicht immer unnötige Dinge mit mir

  • Der Begriff Gnosis kommt als negativ konnotierter Fachterminus auch nur ein einziges Mal im NT vor bei 1. Timotheus 6,20. In den meisten Fällen ist er positiv konnotiert in Bezug auf die Erkenntnis Gottes oder des Herrn. Dass Paulus an Timotheus auf das Bezug nimmt, was heute üblicherweise als Gnosis bezeichnet wurde, ist eher unwahrscheinlich, so wie du ja auch sagst.

    Jajaja, Paulus verwendet das vorhanden Alltagswort in seinem - Pauli - Sinn. Aber in Freundenbotens perpetuierenden Hinweisen, dies und das und überhaupt alles sei "Gnosis" und komme von Zoroasther erscheint dieser Begriff ja wie eine geschlossene Lehre gleich der der Stoiker und der Epikuräer - - -

  • Die Lehre der Gnosis ist philosophischer Natur ...
    Was Gnosis im allgemeinen lehrte, kann man heute nachlesen, die Distanz zu christlicher Lehre ist ununüberwindlich.

    In "Gute Nachrichten" NR. 3 von Mai-Juni 2020 wird in dem Artikel »Jesus: Der „Ich bin” des Johannesevangeliums« sehr gut herausgearbeitet, dass des Johannes' Evangelium - als 4. und letztes der Evangelien - nur deshalb geschrieben worden ist um die „Ausbreitung des Gnostizismus in der Gemeinde” (GN, Nr.3, Seite 17) zu verhindern. Ich zitiere aus den GN:


    »»Da es aber bereits drei ausführliche Erzählungen über das Wirken Jesu in Menschengestalt gab und diese Berichte wohl dem Johannes bekannt waren, stellt sich die Frage, warum er einen zusätzlichen Bericht über Jesu Leben verfasste.
    Im zweiten Johannesbrief, den Johannes etwa zur selben Zeit schrieb, erhalten wir eine Antwort. Johannes nahm Stellung zur Ausbreitung des Gnostizismus in der Gemeinde. Ein wesentlicher Aspekt dieser Philosophie war die strikte Trennung von Geist und Materie, was in Bezug auf Jesus Christus bedeutet hätte, dass er als Wesen aus Geist nicht in die „stoffliche” Welt hätte wechseln können.
    Da Jesus jedoch als Mensch gelebt hat, hatte der Gnostizismus mit seiner Trennung von Geist und Materie eine Verneinung der Präexistenz Jesu vor seiner Menschwerdung zur Folge. Im ersten Kapitel seines Evangeliums widerspricht Johannes der Sichtweise des Gnostizismus: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit” (Johannes 1,14; alle Hervorhebungen durch uns).
    Damit ist die Menschwerdung bzw. die Geburt Jesu Christi gemeint. Vor seiner Geburt war Jesus das Wort, und bei seiner Geburt „wechselte” das Wort von Geist zu Fleisch, d.h. zu einer stofflichen Existenz.
    Mit seiner Feststellung, dass „das Wort Fleisch ward”, bestätigte Johannes auch die Präexistenz Jesu vor seiner Menschwerdung. ...


    Gleich im ersten Kapitel seines Evangeliums betont Johannes die Präexistenz Jesu vor seiner Geburt in Menschengestalt und damit den „Wechsel des Zustands” Jesu von Geist zu Fleisch, womit er der ketzerischen Sichtweise des Gnostizismus widersprach, die sich in der Gemeinde bemerkbar machte. ... Im Kontext der Auseinandersetzung mit dem Gnostizismus beantwortet Johannes eine Frage, die heute immer noch gestellt wird: War Jesus nur Gottes Sohn - wie manche behaupten - oder war er auch Gott? Und was war Jesus vor seiner menschlichen Geburt? ...
    Doch Johannes widerspricht auch der ketzerischen Sichtweise, wonach Jesus erschaffen wurde! „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.” (Johannes 1,1-2).
    Aus diesen beiden Versen geht unmissverständlich hervor, dass es zwei Wesen gab, die beide als Gott bezeichnet werden (Griechisch, theos). Eines dieser beiden Wesen wird „das Wort” genannt, und über dieses Wesen heißt es dann in Vers 3 weiter:
    „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.” Da alle Dinge durch das Wort „gemacht” - erschaffen - wurden, ist damit eine Erschaffung des Wortes selbst ausgeschlossen. Mit anderen Worten: Da das Wort nicht „gemacht” wurde, existierte es ewig - ein indirekter Hinweis auf seine Göttlichkeit. Was ewig existiert hat, kann von seiner Beschaffenheit nur Geist sein, und Gott ist Geist (Johannes 4,24)!
    Damit betont Johannes, dass das nicht erschaffene Wort, das ein Geistwesen war, Fleisch wurde. Mit dieser Klarstellung widerspricht Johannes ebenfalls der gnostizistischen Sichtweise, wonach die Kluft zwischen Geist und Fleisch bzw. Materie unüberbrückbar ist. Die Fleischwerdung Gottes ist eigentlich der Dreh- und Angelpunkt des Johannesevangeliums. ...


    In den ersten 14 Versen seines Evangeliums legt Johannes das Fundament für seine Auseinandersetzung mit den gnostizistischen Irrlehren, die in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n.Chr. in der Gemeinde aufkamen. Im weiteren Verlauf seines Berichts über das Leben und Wirken Jesu setzt Johannes seine Widerlegung dieser Irrlehren fort, indem er mehrmals Zitate Jesu anführt, die alle eine Gemeinsamkeit aufweisen. Es sind die „Ich bin”-Aussagen Jesu. ...«« (GN, S. 18)

  • Jajaja, Paulus verwendet das vorhanden Alltagswort in seinem - Pauli - Sinn. Aber in Freundenbotens perpetuierenden Hinweisen, dies und das und überhaupt alles sei "Gnosis" und komme von Zoroasther erscheint dieser Begriff ja wie eine geschlossene Lehre gleich der der Stoiker und der Epikuräer - - -

    Es war immerhin Perserkönig Kyros, der die Juden aus dem babylonischen Exil entließ und ihnen erlaubte und sie dabei unterstützte, dass sie in ihr Land zurück und den Tempel neu bauen dürften. Er beruft sich selber dabei auf eine Offenbarung des "jüdischen" Gottes. Von den antiken Persern ist bekannt, dass sie einen Ahura Mazda verehrten, aber dass diese Verehrung auf einem Zarathustra/Zoroastra gründet, das kommt eher aus griechischen Quellen, die keine einheitliche Schreibweise für die Namen persischer Personen und Gottheiten verwenden. Dieser Ahura Mazda kann in den ältesten Vorstellungen durchaus dem biblischen Jahwe entsprechen, aber erst in späterer Zeit wurde dieser Glaube immer verfremdeter überliefert. Also weil die antiken Perser einen Ahura Mazda verehrten, heißt das noch lange nicht, dass sie dem Zorastrismus samt seinen dualistischen Vorstellungen anhingen.

  • Zarathustra war ein Reformator/Revolutionär der persischen Religion. Die "Ahnlichkeit" zur mosaischen JHWH-Verehrung war nach dem Exil der VORWAND für die gnostische Vermischung der Lehre vom "Kampf zwischen Licht und Finsternis". Die führenden Apostel, bes. Johannes distanzierten sich den "falschen Lehrern/Aposteln".
    Das Freimaurertum transportierte die gnostischen Ansichten ins 19. Jahrhundert, auch zu den "Pionieren" der STA und ZJ.

  • Die "Ahnlichkeit" zur mosaischen JHWH-Verehrung war nach dem Exil der VORWAND für die gnostische Vermischung der Lehre vom "Kampf zwischen Licht und Finsternis". Die führenden Apostel, bes. Johannes distanzierten sich den "falschen Lehrern/Aposteln".

    Ja, das war ein Zweig jüdischer Philosophie, die aber historisch kritisch arbeitende Vertreter geneigt sind, pauschal auf das gesamte Judentum zu übertragen und somit auch sämtlichen, vor allem späteren, biblischen Autoren zu unterstellen. Vor allem auch in Bezug auf Autoren die aus falschen Rückschlüssen von Gelehrten erst in viel spätere Zeit verlegt werden (Daniel).

    Das Freimaurertum transportierte die gnostischen Ansichten ins 19. Jahrhundert, auch zu den "Pionieren" der STA und ZJ.

    Meinetwegen gab es da ne Renaissance, aber schon die Kirchenväter waren beeinflusst, auch dann, wenn sie sich formal von allem heidnischen Denken distanziert wähnten.


    Die führenden Apostel, bes. Johannes distanzierten sich den "falschen Lehrern/Aposteln".

    Und im AT gibt es eine vorbeugende Distanz durch klare geäußerte Standpunkte.

  • Im NT gib es für das





    Gnosis = Erkenntnis; von ginosko, durch Erfahrung wissen, erkennen. Im Unterschied zu epignosis (1905), Erkenntnis, die eher gewonnen wird, Erfahrung, bezeichnet gnosis eher den Besitz eines Wissens, aus dem man anderen etwas mitteilen kann (Lk.1,77; 11,52; 2.Kor.11,6), obwohl beide oft auch als Synonym verwendet werden. Gnosis ist auch zur Bezeichnung einer Irrlehre geworden, die die frühe Christenheit bedrohte und lehrte, dass man durch das Wissen um seine teilweise Herkunft aus der überirdischen Welt wieder dorthin zurückkehren könne. Im NT bedeutet es Wissen, Erkenntnis im Besitz Gottes (Röm.11,33), im Besitz des Menschen (1.Kor.8,1.7.10f.) oder im Gesetz (Röm.2,20); christliches Wissen (um Gott und Christus), Erkenntnis des wahren Gottes und seines ChristusEpignosis = Erkenntnis; von epi, auf, und gnosis, Wissen, klare und genaue Erkenntnis. Es hat eine noch stärkere Bedeutung als gnosis , weil es eine noch durchdringendere Beschäftigung mit dem Objekt der Erkenntnis von Seiten der wissenden oder erkennenden Person ausdrückt. Im NT kommt es außer in Hebr.10,26; 2.Petr.1,2f.8; 2,20 nur in den paulinischen Schriften vor und bezieht sich auf eine Erkenntnis oder ein wissen, weil es sehr kraftvoll das geistige Leben beeinflusst, eine Erkenntnis, die die ganze Person einnimmt und beeinflusst. ... Epignosis bezeichnet eine umfassende geistige Erkenntnis, die von Gott bestimmt ist und sich in Übereinstimmung zu Gott entwickelt. (Elberfelder Sprachschlüssel zum NT, unter RN. 1905 auf Seite 808.)

  • Also weil die antiken Perser einen Ahura Mazda verehrten, heißt das noch lange nicht, dass sie dem Zorastrismus samt seinen dualistischen Vorstellungen anhingen.

    Genau. Weil das nämlich total unterschiedlich war, wie das gesehen wurde (so wie bei "uns" doch auch, meine Güte ... Oder kann mir einer "DAS Christentum" zeigen?)
    Es gab dort, wie auch bei den alten Griechen, monotheistische Vorstellungen, die - wenn man es liest - gar keinen Unterschied erkennen lassen zu dem, was die Hebräer dachten.
    Cicero spricht von Gott, der ein Vater seiner Kinder sei und Seneca schreibt in einem Brief an Lucilius über den Heiligen Geist, dass einem das Herz aufgeht, denn er schreibt es derart schön ...
    Also irgendwie scheint da ja irgendwas die Runde auch bei anderen gemacht zu haben.
    Der Unterschied ist, es gab das nicht in dieser Einheit und Breite, wie beim Volk Israel, und diese Philosophen haben natürlich die Begrifflichkeiten ihres Volkes und ihrer Mythologie belassen und benutzt.
    Da hält ein Lukrez zu Beginn der "Natur der Dinge" eine Hymne an Venus; diese Venus ist für ihn aber gar nicht mehr die antropomorphe Göttin, sondern einfach nur eine Metapher der Natur und Lebenskraft.


    Man muss da, wenn man das wirklich unterscheiden will, richtig hinschauen und lesen.
    Die Worte sind nicht immer die selben Worte. Die Prometheus-Sage ist eine geniale Erzählung über die Menschen und die "Götterwelt", wirklich genial.
    Ich glaube aber nicht an einen Prometheus, der im Kaukasus angekettet war, vom Adler angefressen wurde und von Herakles befreit wurde ... Das sind Bilder.


    Die Erzählung von Narziss und Echo - am besten in der Version von Ovid in den Metamorphosen: genial. Das sind Meisterwerke von unglaublicher Menschen- und Seelenkenntnis.
    Die Erzählung von Odysseus, die Philo nebenan schon ansprach: genial. Der Mensch, der nämlich gegen diese Götterwesen und Geister ankämpfen muss, um endlich Heim zu seiner Geliebten zu kommen, wo er einfach nur ein Mensch ist. Und dergleichen mehr.


    Für mich sind das alles bereichernde Dinge und ich finde es einen großen Verlust, dass das Narrativ in seiner Bedeutung so zurückgetreten ist in der Gesellschaft.
    Die Menschen damals konnten derartige Textmengen auswendig, das würde heute - in dieser zerstreuten Welt - niemand mehr hinkriegen.
    Chrysostomos hat seine Homilien gut vorbereitet, aber frei gehalten; das waren Predigten, die dauerten zwei, drei Stunden, der Gottesdienst insgesamt 5-6 Stunden; undzwar Predigten in einer Sprache und Schönheit, die ihresgleichen suchen. - Schau Dir dagegen teilweise diese Sch... an, die da heute "viral" rumwandert und lauter Leuten das Gehirn verblödet.


    Zur Gnosis selbst (inhaltlich): das, was ich da gelesen habe von Valentinus oder Basilius und dergleichen ist mir schlicht und ergreifend zu abgespaced ... Ich finde, das ist vollkommen unbrauchbar für einen Menschen. Damit ist dieses Thema eigentlich bei mir persönlich durch.
    Was ich schon sehe - und darauf will freudenboten wahrscheinlich letztlich hinaus - ist jene "gnostische" Lehre, dass der Mensch selbst per Wissen letztlich Gott erfasst bzw. Gott wird.


    Wie hier aber bereits angesprochen wurde, das Wort ist dasselbe. Denn wir MÜSSEN Wissen haben, rechtes Wissen und Erkenntnis, um solche Irrlehren aufdecken und schlagen zu können.

  • Im NT gib es für das deutsche Wort "Erkenntnis" zwei griechische Wörter! So sagt es uns der Elberfelder Sprachschlüssel zum NT und zwar die Worte Epignosis (RN 1905) und Gnosis (RN 1101)

    • Gnosis = Erkenntnis; von ginosko, durch Erfahrung wissen, erkennen. Im Unterschied zu epignosis (1905), Erkenntnis, die eher gewonnen wird, Erfahrung, bezeichnet gnosis eher den Besitz eines Wissens, aus dem man anderen etwas mitteilen kann (Lk.1,77; 11,52; 2.Kor.11,6), obwohl beide oft auch als Synonym verwendet werden. Gnosis ist auch zur Bezeichnung einer Irrlehre geworden, die die frühe Christenheit bedrohte und lehrte, dass man durch das Wissen um seine teilweise Herkunft aus der überirdischen Welt wieder dorthin zurückkehren könne. Im NT bedeutet es Wissen, Erkenntnis im Besitz Gottes (Röm.11,33), im Besitz des Menschen (1.Kor.8,1.7.10f.) oder im Gesetz (Röm.2,20); christliches Wissen (um Gott und Christus), Erkenntnis des wahren Gottes und seines Christus (Röm.15,14; 1.Kor.1,5; 2.Kor.2,14; 4 6; 6,6; 8,7; 10,5; Eph.3,19; Phil.3,8; 2.Petr.1,5f; 3,18); ... Erkenntnis iSv. Verstand, Einsicht, Vernunft (1.Petr.3,7); Gnosis, Erkenntnis als Irrlehre (1.Tim.6,20). ... (Elberfelder Sprachschlüssel zum NT, unter RN. 1101 auf Seite 754.)
    • Epignosis = Erkenntnis; von epi, auf, und gnosis, Wissen, klare und genaue Erkenntnis. Es hat eine noch stärkere Bedeutung als gnosis , weil es eine noch durchdringendere Beschäftigung mit dem Objekt der Erkenntnis von Seiten der wissenden oder erkennenden Person ausdrückt. Im NT kommt es außer in Hebr.10,26; 2.Petr.1,2f.8; 2,20 nur in den paulinischen Schriften vor und bezieht sich auf eine Erkenntnis oder ein Wissen, weil es sehr kraftvoll das geistige Leben beeinflusst, eine Erkenntnis, die die ganze Person einnimmt und beeinflusst. ... Epignosis bezeichnet eine umfassende geistige Erkenntnis, die von Gott bestimmt ist und sich in Übereinstimmung zu Gott entwickelt. (Elberfelder Sprachschlüssel zum NT, unter RN. 1905 auf Seite 808.)

    Am besten kommen beide Begriffe in 2. Petrus 1,3-5ff. vor: „Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis *1905 dessen, der uns berufen hat durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend, durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid: eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis * 1101, in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottseligkeit, in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe!” (2.Petrus 1,3-7)
    Das erste Erkenntnis (= epignosis; 1905) ist im Sinne von „klare und genaue Erkenntnis” zu verstehen!


    Die Lutherbibel übersetzt 1.Petrus 1,5-6 so: „So wendet allen Fleiß daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis (= Gnosis) 6 und in der Erkenntnis Mäßigkeit ...” In der einfachen Erkenntnis (= Gnosis) sollen wir Mässigkeit an den Tag legen, nicht jedoch was die (genaue) Erkenntnis (= Epignosis) unseres Herrn Jesus Christus anbelangt! Da sollen wir von Christus eine »klare und genaue Erkenntnis« - also die epignosis - erlangen! ---> So bekräftigt dies in 2.Petrus 1 auch der Vers 8 der Lutherbibel, wenn Petrus sagt: „Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird's euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis (= epignosis) unseres Herrn Jesus Christus.” ----> Wie wir diese genaue Erkenntnis unseres Herrn und Erlösers erlangen können, lesen wir im Prolog des Johannes-Evangeliums (Kapitel 1, die Verse 1 – 14) wo wir auch die ewige Gottheit des vormenschlichen CHRISTUS-LOGOS erkennen können und durch und mit dem Heiligen Geist bekennen können: »Jesus Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott!« Dazu brauchen wir die klare und genaue Epignosis-Erkenntnis von der Präexistenz Christi! ===> Gerade deshalb war auch das Johannesevangelium zur Abwehr der Gnosis-Irrlehre (1.Timotheus 6,20f.) so derartig wichtig! ---> siehe NR. 13!