Warum wurden die Tiere geopfert?

  • (...) Aber unverbesserlich ist der Mensch. Er weißt längst alles, hat die
    Erkenntnis von Gut und Böse, doch darüber zu regieren vermag er nicht.
    Und so wird er zwischen diesen Kräften aufgerieben und weiß nicht, wo er
    hin soll und findet keine Ruhe. Seine Gottheit fordert von ihm, dass er
    rein und unfehlbar sei, denn sonst kann er nicht bestehen. Sie fordert
    Kult und Blut, Opfer und Leichengehorsam. Er muss die magischen Formeln
    kennen, um die Naturkräfte zu beherrschen, die richtigen Speisen essen
    oder im richtigen Verhältnis zur Sonne sitzen. Er muss sich selbst
    hassen und den Feind ausrotten. Der Böse ist immer der andere und wenn
    ihm gesagt ist, er solle auch seine Feinde lieben, so ist es eine Tugend
    um der Religion und der eigenen Seligkeit willen.


    Über Jahrtausende misshandelt und enttäuscht, kehrt er sich ab
    und will lieber ganz vergehen - wenn er denn schon sterben muss - und
    wie die Blätter vom Baum fallen. Und was er verehrt ist Sternenstaub,
    Feuer, Wasser, Stein und Holz. Das Klima ist die neue Religion, CO2 der
    neue Satan, und plötzlich ist man darauf gekommen, dass die Erde ein
    lebendiger Organismus ist, der atmet - welche Erkenntnis ... Andere
    suchen ihre Identität in Blut, Boden und Nation, und wecken die modrigen
    Geister aus ihren kleinen Vorgärten oder ihren Plattenbauten, die
    niemals fort waren, sondern sie stets begleitet haben wie treue,
    heimliche Gewissheiten.


    Wie auch immer das Licht auf ihn fällt, er wird seinen Schatten ja
    nicht los. Bei aller Aufklärung glühen immernoch uralte Konflikte,
    Israel und Ismael, Kreuzritter und Dschihadisten, Kreationisten und
    Materialisten, Klerus und Schwärmer, und dergleichen. Besonnene
    Unterscheidung fällt dem Menschen schwer, entweder ist der andere der
    Todfeind oder es ist alles einerlei. Man löst sich auf wie der Tropfen
    im Meer oder aber muss den Sündenbock haben, um selbst ein Heiliger sein
    zu können. Gleichgültigkeit ist genausowenig Toleranz, wie es die
    Überwindung des Bösen ist, den Teufel an die Wand zu malen (...)


    (aus: Wunderschöne Unvollkommenheit)

  • Die Sicht der Pharisäer über Jesus war Lüge/Heuchelei.
    Ohne Selbstopfer Jesu (s. a. Dan. 9/Jes. 53) hätte das NT/"neuer Bund" (Jer. 31:31.) KEINE GRUNDLAGE.
    Der Begriff "Gesetz" bei Jesus/Aposteln MUSS jeweils im KONTEXT verstanden werden. (s. a. Apg. 15, Konzil)