Sind Traditionen zu befürworten oder eher zu hinterfragen?

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    • Sind Traditionen zu befürworten oder eher zu hinterfragen?

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      Sind Traditionen zu befürworten oder eher zu hinterfragen?

      Im Studienheft zur Bibel „Wie legen wir die Bibel aus?” wird unter dem Stichwort "Tradition" hierzu auch einiges geschrieben auf den Seiten 28 und 29. Einige Zitate hieraus sollen Anstöße zu Diskussionen hierzu sein:

      „Stellen wir uns einmal vor, wir könnten tatsächlich Urteile und Entscheidungen ohne subjektive Beeinflussung fällen – ohne den Einfluss von tiefen Gefühlen, etablierten Traditionen, eindrücklichen Erfahrungen und kulturellen Prägungen. Würden wir dann beim Bibellesen nicht vielleicht zu ganz anderen und unterschiedlichen Auslegungen gelangen? ...
      Wir alle sind mehr oder weniger beeinflusst von Gesellschaft und Kultur, von Traditionen, Erfahrungen und Gefühlen. ...
      Alle christlichen Kirchen gründen ihre Lehren auf die Heilige Schrift, jedoch auf unterschiedliche Weise. Das liegt an den zusätzlichen Erkenntnisquellen, die die Auslegung der Bibel mit beeinflussen: Tradition, Erfahrung, Kultur und Vernunft. Welche dieser Autoritäten spricht das entscheidende Wort darüber, wie wir die Bibel auslegen? Der Vorrang, der einer oder mehreren dieser Quellen eingeräumt wird, führt zu sehr unterschiedlichen Betonungen und Ergebnissen und bestimmt damit die gesamte Ausrichtung der Theologie einer Kirche. *

      Religiöse Traditionen

      Erklärung:
      Als Tradition bezeichnet man die Weitergabe ... , Überzeugungen und Glaubensvorstellungen oft über Generationen hinweg. Manche christlichen Traditionen sind durch Schriftstudium entstanden und begründet worden. ** Auf diese Weise profitieren auch spätere Generationen von den Erkenntnissen ihrer Vorfahren.

      Anderen Traditionen geraten im Laufe der Zeit in einen Widerspruch zum Wort Gottes*** und verdrängen es aus dem Bewusstsein. ...
      Anderseits werden Traditionen in der Bibel auch positiv bewertet. So lobt Paulus die Treue der Korinther zu den Überlieferungen und tadelt bei den Thessalonichern, dass sich einige davon entfernt hätten. Konkret geht es ihm hier um sein Vorbild in der Treue zum Wort des Herrn (3,1), das sich in einem vorbildlichen Lebenswandel zeigt.

      Vertiefung:
      Traditionen verleihen wiederkehrenden Handlungen Routine und Struktur. Sie helfen, in Kontakt mit den eigenen Wurzeln zu bleiben und spielen auch im Glauben eine wichtige Rolle. Doch Traditionen bergen auch Gefahren in sich. Sie können den Platz der Heiligen Schrift einnehmen und „das Wort Gottes ungültig“ machen (Mk 7,13 EB)★. Die Bibel steht höher als alle und über allen Traditionen. Auch gute Traditionen, die aus der Erfahrung mit Gott und seinem Wort erwachsen, sind stets am Maßstab der Schrift zu prüfen, inwieweit sie dem eigentlichen Anliegen des Wortes Gottes entsprechen.

      Zum Nachdenken:
      Wie unterscheide ich zwischen dem verbindlichen Wort Gottes und menschlichen (auch kirchlichen) Traditionen?” (Markierungen und Unterstreichungen von mir!)


      2 Gute Fragen werden auf Seite 35 gestellt:
      Welche Rolle spielen Überlieferungen (Traditionen) im christlichen Leben und im Leben der Gemeinde?
      Wann sind sie hilfreich, wann dagegen hinderlich?


      ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
      * Die Theologie der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) wird sehr stark von Traditionen bestimmt, die sich neben der Bibel etabliert haben. Die Ausrichtung der RKK stellte zudem seit dem II. Vatikanischen Konzil vor 55 Jahren Bibel und Tradition nebeneinander. Bis heute ist wohl noch nicht ganz geklärt, ob nun der Heiligen Schrift oder der Tradition ein Vorrang in der Bedeutung beigemessen wird oder ob beide als gleichrangig betrachtet werden sollen. In der protestantischen Tradition gilt immer noch im Sinne des »Sola Scriptura« der Vorrang der Bibel vor den kirchlichen Traditionen.

      ** Hierzu würde ich persönlich auch die Ausformulierung der beiden frühchristlichen Glaubensbekenntnisse (Apostolisches + Nicänisches) zählen; diese haben sich „über Generationen hinweg” bewährt und werden auch heute noch in vielen christlichen Kirchen gesprochen und bekannt.

      *** Seit 600 n.Chr. (bzw. schon ab 364 n.Chr. als die Kirche das Arbeiten am Sabbattag verlangte!) wurden über mehr als 600 Jahre lang 10 antibiblische Irrlehren in die Römische Kirche eingeführt (----> siehe z.B. hier unter: Wie katholische Irrlehren über 1400 Jahre lang die Bibel überfrachtet haben - Teil 2: DIE SOGN. »RÖMISCH-KATHOLISCHE TRADITON« STEHT GEGEN DIE BIBEL! TEIL 2) und irrtümlich als »Tradition« deklariert. Eine derartige "Tradition", wenn sie wie in der RKK nur bzw. zum Teil aus Irrlehren besteht, muß meiner Meinung nach abgelehnt werden, wegen »Sola Scriptura«! ---> Denn die Bibel steht - so wie wir es auf Seite 29 im Studienheft zur Bibel lesen - über allen Traditionen.

      ★ ---> siehe oben unter ***
      Der Herr ist gut in dessen Dienst wir stehn!” (Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch)

      LIED: Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn = Melodie!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Die oben zitierten Ansichten zu den Traditionen der griechisch-römischen/konstantinischen "Kirche" teilte ich schon in vielen Beiträgen in diesem Forum.

      Das gleiche gilt auch sinngemäß für die historisch noch älteren jüdisch-rabbinischen Traditionen, welche von Jesus/Aposteln entlarvt/abgelehnt wurden.

      Der Irrglaube der konstantinischen Kirchenväter folgt dem Prinzip: Weil die Juden die Torah falsch auslegten, verzichten wir darauf und legen unsererseits das NT "unjüdisch" aus...

      Christlich hingegen, und das leugneten leider auch etliche Forumsteilnehmer, ist die ÜBEREINSTIMMUNG BEIDER Zeugnisse AT UND NT Lukas 24:25.ff./Offb. 11:3.ff.

      Wir haben in Offb. 2:12.-29. unter der Symbolik von "Pergamon" und "Thyatira" die charakteristischen Merkmale der griechischen und römischen "Hairesis".
    • Der entscheidende Unterschied zwischen AT und NT!

      Lieber freudenboten, vieles, was Du geschrieben hattest, ist richtig!
      Aber auf einen Punkt möchte ich doch eingehen:

      freudenboten schrieb:

      ...

      Christlich hingegen, und das leugneten leider auch etliche Forumsteilnehmer, ist die ÜBEREINSTIMMUNG BEIDER Zeugnisse AT UND NT Lukas 24:25.ff./Offb. 11:3.ff.

      ...
      Wenn wir Lukas 24,25-27 lesen (» 25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! 26 Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?
      27 Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften von ihm gesagt war. « - Lutherbibel 2017) so erkennen wir hier eindeutig »die ÜBEREINSTIMMUNG BEIDER Zeugnisse AT UND NT«, denn im AT finden wir 334 (400) Messianische Prophetien auf Jesus Christus. Von diesen verkündigte Jesus seinen Aposteln! ----> diese 400 Prophetien sind deshalb auch ein Beweis für unseren christlichen Glauben.
      Bei Offenbarung 11,3 - 12 (» 3 Und ich will meine zwei Zeugen bestimmen, und sie sollen weissagen 1.260 Tage lang, angetan mit Trauerkleidern. 4 Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. .... 7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen kämpfen und wird sie überwinden und wird sie töten. .... 11 Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie stellten sich auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel auf die, die sie sahen. 12 Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steigt herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde.« - Lutherbibel 2017) aber, sehe ich es anders, und meine nicht, dass hier AT und NT gemeint sind.----> Für mich sind »die beiden Zeugen, die 1.260 Tage = 3½ Jahre weissagen werden« diejenigen, die noch nicht gestorben, sondern lebendig mit Leib und Seele in den Himmel entrückt worden sind: Henoch und Elijah. Auch diese müssen noch den Tod schmecken - wenn auch nur für 3 Tage und einen halben. Insofern haben auch Henoch und Elijah den anderen Menschen nichts voraus - auch sie müssen sterben, werden vom Antichristen ermordet werden.

      Nun aber muß doch auch ein Unterschied bestehen zwischen dem Alten Testament und dem Neuen Testament, da schon der Hebräerbrief davon spricht, „Indem er von einem "neuen" Bund spricht, hat er den ersten für VERALTET erklärt; was aber veraltet und sich überlebt[5], ist dem Verschwinden nahe.” (Hebr.8,13 - Elberfelder) -----> Was ist im AT »veraltet« und damit für uns Christen hinfällig? Nun, zum einen die ganzen Opfervorschriften in 3. Mose, die Jesu Tod als das wahre Passahlamm nur »vorgeschattet« haben; das gesamte jüdische Zeremonialgesetz, samt den blutigen Eroberungskriegen, samt den Steinigungs - und Todesstrafen-Bestimmungen sind durch das Kommen des Friedefürsten ohne Bedeutung für uns Christen! ----> Es gilt nicht mehr »Auge um Auge, Zahn um Zahn!« (2Mo 21,24/ 3Mo 24,20/ 5Mo 19,21) und damit das AT, sondern »Liebet eure Feinde!« (Mt 5,38.44) und das NT! ----> Nicht mehr Rache und Vergeltung, sondern Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung! ----> um nicht falsch verstanden zu werden: letzteres war selbstverständlich auch schon als Wesenszug Gottess im AT vorhanden!

      ----> Legen wir folgende Bibelstellen symbolisch aus (dies hatte ich in einem älteren Beitrag vom 28.7.2018 schon erwähnt) wird vielleicht der entscheidende Unterschied zwischen AT und NT deutlich:
      Offenbarung 6, 12
      Und ich sah: Als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut
      Was bedeutet diese schwer verständliche Bibelstelle? Für was steht symbolisch der Mond? Vielleicht für das "blutige" Alte Testament, denn es gibt ja auch den Vers in
      Offb 12,1
      Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.====> Die mögliche symbolische Bedeutung: Die Frau steht für Israel und für Maria von Nazareth, die Sonne für Jesus Christus. „Mond unter ihren Füßen” bedeutet, dass Israel auf dem Boden des Alten Testaments steht, („Aug um Aug, ...!”) so wie auch die Jungfrau Maria, die gemäß christlicher Tradition mit 12 Jahren eine Tempeljungfrau wurde, ebenso fest auf der Glaubensgrundlage des AT steht. Und weil sie so rein und gläubig und demütig war, hat sie GOTT auch als Mutter seines Sohnes (aus)erwählt!

      Folgende Verse könnten diese Auffassung unterstützen:
      Hi 25,5
      Siehe, auch der Mond scheint nicht hell, und die Sterne sind nicht rein vor seinen Augen – ===> AT das noch nicht hell genug ist - und
      weswegen Jesus als »die wahre Sonne« im NT kommen musste. Sterne könnten symbolisch für "die von Gott abgefallenen Könige" bzw. Israeliten stehen.
      Jes 13,10
      Denn die Sterne am Himmel und sein Orion scheinen nicht hell, die Sonne geht finster auf, und der Mond gibt keinen Schein. ===> Das AT dem der Schein des Christus - das wahre Gotteslicht! - noch fehlte!
      1Kor 15,41a)
      Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne ====> Glanz = Bedeutung / Sonne = Jesus Christus / Mond = Altes Testament / Sterne = Engel.
      Der Herr ist gut in dessen Dienst wir stehn!” (Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch)

      LIED: Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn = Melodie!

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    • Anlässlich, das heisst : nach der heutigen SS - Lektion habe ich wieder einmal nachgesehen und nachgelesen :

      1. Korinther 7, 1 übersetzt unter den mir greifbaren Übersetzungen eine einzige: Wovon ihr mir geschrieben habt - (nämlich) das Nichtgutsein des Frauberührens : - - dies also als aufgegriffenen Inhalt der Anfrage aus Korinth zuordnend
      - ich denke da an 1. Timotheus 4, 3. - solche leute gab es unter den ersten Christen - -

      alle anderen Übersetzungen lassen vulgatakonform Paulus zum Frauenfeind werden, indem sie diese PAssage bereits ihm als seine Antwort zuschreiben.

      Wobei er dann dann inden Versen 3. - 5. (zuminest) seine Haltung grundsätzlich ändert.

      Und zweitausend Jahre lang zitiert wird :"Und was sagt Paulus ?!" - Das ist dann Tradition geworden .
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • im Prinzip ist erst mal jede Tradition fragwürdig,
      denn man sollte sich immer mit seinen Wurzeln auseinandersetzen,
      aber andererseits tragen Traditionen natürlich auch dazu bei, eine Gesellschaft zu festigen;
      wenn man traditionsbedingte Verhaltens- und Denkungsweisen ständig hinterfragt,
      dann kann das schnell zu instabilen gesellschaftlichen Verhältnissen führen.
      Nicht alles, was gezählt werden kann, zählt (Einstein)
    • Ghasel, ich stehe zu dem Wert der Tradition , welche uns in ein überzeitliches Kontinuum einbindet ! Da gibt es bei noch so "Sola scriptura" verfechtern simpel bei genauem Hinsehen dann auch ihre Auslegungstraditionen und ihren "Lifestyle" (Battle Creek 1930 nach Wien 2020 !)- -nur : wenn das eine - "NEIN ! KEINE TRADITION!" und das andere "OUR TRADITIONAL TEACHING!" von den gleichen Personen verabsolutierend hochgehalten wird, - da wird es etwas - na, sagen wir - eigenartig.



      Übrigens , ist mir gestern abends noch eingefallen : Die sehr früh enststandene Tradition in der Interpretation Markus 15, 23 "Myrrhe in Wein" (Matth : 27,34. :In Zitieren des Psalms 69,22 "Essig mit Galle vermischt") weitet aus : Reiche fromme Frauen aus Jerusalem hätten Geld zusammengelegt, um diesen betäubenden Trank für arme Kreuzigungsopfer bereitstellen zu können. Aber standhaft seinen weiteren leiden entgegensehend habe Jesus diese Betäubung abgelehnt.

      Nun habe ich - für eine Osterpredigt - unter anderem einmal Narde (Bethanien !) (Nepal - Import, teuer !) beschafft, dann auch Myrrhe aus dem Geschäft am Domplatz sowie aus der Apotheke Tinctura myrrhae, und Myrrhe in magensaftresistenten Kapseln ( bei Darmkoliken von dem verschrieben, der die Indikation weiss). - Das Getränk Myrrhe in Wein ist schlechtweg derart bitter, dass man es nicht über die Lippen bringt, es war eine weitere Spotthandlung an dem ausgetrockneten Erschöpften. - - -. Eine Handvoll Kapseln , von mir unter Zeugen geschluckt, macht dem (Schmerz)Bewusstsein - garnichts. Ein Stoss Literatur, zur Wirkung der Myrrhe beschafft , bestätigte dies. Die schmerzdämpfende Wirkung des Weines nehme ich mit ab gut 1 Liter an. (Von einem, der in Russland an der Front war : Sie hätten allle Wodka in ihren Feldflaschen gehabt; einem Schwerstgetroffenen Kameraden hätte man schon eine solche Feldflasche voll Hochprozentigem eingeflösst.) - -

      Übrigens : Die letzte Wohltat geschah dem am Kreuz Sterbenden - von einem römischen Legionär, der auf Jesu Durstschrei (Johannes 19, 28. - 30.) aus seiner Kohorte Marschverpflegung einen Schwamm mit "posca" nahm - Matth 27, 48. , Markus 15, 23., wohl auch er unter dem Spott seiner Kameraden ( Lukas 23,36.)
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Lieber philo, was ist »posca «? UAWG! In Markus 15, 23 steht: „Und sie gaben ihm [= Jesus] mit Myrrhe vermischten⁴⁵⁰⁵ Wein; er aber nahm ihn nicht.” (Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel - Das Neue Testament , revidierte Fassung, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, 4. Auflage 2000, Seite 139) ----> Unter NR. 4505 im Sprachschlüssel auf Seite 982 steht: smyrnizo — mit Myrrhe versetzen, Myrrhe beimischen, mit Myrrhe würzen, damit ein Getränk betäubende Wirkung hat; ... nur in Mk 15,23, wo das Partizip Perfekt Pass. esmyrnismenos als Adj. gebraucht ist mit der Bedeutung: mit Myrrhe vermischt, mit Myrrhe versetzt, mit Myrrhe gewürzt.

      In Matthäus 27,48 steht: „Und sogleich²⁰⁹¹ lief einer von ihnen [= den Soldaten] und nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm [= Jesus] zu trinken.”

      ----> Hier wird im Sprachschlüssel nichts zu »Essig« angegeben nur das Wort. "sogleich" wird erklärt!
      Der Herr ist gut in dessen Dienst wir stehn!” (Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch)

      LIED: Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn = Melodie!
    • Also bitte : Wesentlich ist mir der Hinweis, dass die ganze Geschichte zum von reichen Frauen aus Jerusalem gespendetem Betäubungsgetränk - eine "auslegerische" "Tradition" seit frühester Christenheit ist ! Mit Myrrhe Versetztes ist simpel nicht trinkbar ob dessen Bitterkeit - und zudem nicht betäubend.

      Markus 15, 23 " - - esmyrnismenon oinon - - " Vulgata :""myrrhatum vinum" (Matthäus will ja das Bittere betonen: meta cholhs ( Galle) memigmenon) - bei ihm durch beigemischte Galle ungeniessbar gemacht !

      Natürlich hatten die dort und damals ihre "gewürzten" Weine, aber das Jesus angebotene Getränk war simpel ungeniessbar - und zudem nicht betäubend. - - Die Handvoll Myrrhekapseln habe bitte ich vor zeugen geschluckt ! Und den Stoss Fachliteratur zur Wirkung der Myrrhe habe ich durchstudiert. Und die Tinctura myrrhae habe ich gekostet ! - Und andere auf Tupfern kosten lassen !

      Matth. 27,48 : kai euthews = sogleich, sofort, alsbald (Bauer) gleich, auf der Stelle ( Schenkl) Vulgata : continuo Was ist der Unterschied zwischen "alsbald" und "sogleich" ?

      oxos = Essig, ( = eigentlich "der Scharfe") durch die spontane Essigsäuregärung sauer gewordener Wein. Posca : Langenscheidt : "Essglimonade" - Essig pur ist ja nicht trinkbar, Posca als Wasser , mit Essig geschmacklich aufgebessert (habe ich probiert !) gehörte zur Marschverpflegung römischer Legionäre. - die - dürfen wir annehmen - hatten zu ihrem Auftrag der Exekution auch einen Behälter Posca mitbekommen. - so mirnixdirnix standen auf Golgatha wohl keine Essiglimonadetöpfe herum. (Johannes 19, 29.)
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • @Norbert

      "Auge um Auge" war ein FORTSCHRITT in der "Gerechtigkeit" ZU MOSES ZEIT.
      Vergl. Gen. 4:17.ff.

      Das Weib in Offb. 12 ist Eva - Volk Israel - Maria. Die Gemeinde Jesus/Apostel ist die FORTSETZUNG des WAHREN ISRAEL (auch Römer 11).

      "Sonne Mond und Sterne" Gen. 37:9.ff. sind Jakob/Israel seine Frau Lea, die Brüder Josefs.
    • freudenboten schrieb:

      @Norbert

      "Auge um Auge" war ein FORTSCHRITT in der "Gerechtigkeit" ZU MOSES ZEIT.
      Vergl. Gen. 4:17.ff.
      Aber doch eine Tradition, die mittlerweile überholt ist ..

      freudenboten schrieb:

      Das Weib in Offb. 12 ist Eva - Volk Israel - Maria. Die Gemeinde Jesus/Apostel ist die FORTSETZUNG des WAHREN ISRAEL (auch Römer 11).
      nun, wenn ich mir so die traditionellen Deutungen von Eva und Maria betrachte, so beschleicht mich der Gedanke,
      dass da für die Frau im allgemeinen wenig Entfaltungsmöglichkeiten bestehen,
      ist es schlimm, wenn ich diese Tradition nicht akzeptieren möchte, weil ich nun mal eine Frau von heute bin?

      freudenboten schrieb:

      "Sonne Mond und Sterne" Gen. 37:9.ff. sind Jakob/Israel seine Frau Lea, die Brüder Josefs.
      ... und das war ein Traum, dessen Deutung uns in der Bibel überliefert wurde,
      das heißt doch aber nicht, dass Sonne Mond und Sterne genau das sind,
      das traditionelle Denken spricht hier in Bildern,
      und wir müssen aufpassen, dass wir diese Bilder mit unserem heutigen Hintergrund immer noch richtig einordnen können ...
      Nicht alles, was gezählt werden kann, zählt (Einstein)
    • Die inspirierte Schrift (laut Petrusbrief) ist nicht eine Sache "eigener" beliebiger Deutung sondern die Schriften legen EINANDER aus.
      Es ging bei der "Frau" Offb. 12 um die Erlöserverheißung (von Eva an), nicht um die historisch bedingte gesellschaftliche "Rolle" der Frauen.
    • freudenboten schrieb:

      Die inspirierte Schrift (laut Petrusbrief) ist nicht eine Sache "eigener" beliebiger Deutung sondern die Schriften legen EINANDER aus.
      Es ging bei der "Frau" Offb. 12 um die Erlöserverheißung (von Eva an), nicht um die historisch bedingte gesellschaftliche "Rolle" der Frauen.
      Ich halte genau das für gefährlich. Dann benutzt man plötzlich die Bibel zum Rechnen, weil z.B. steht dass für Gott ein Tag wie Tausend Jahre sind. Aber Jesus sagte z.B. dass er Jerusalem in drei Tagen wieder aufbauen werde und es waren tatsächlich drei Tage und nicht 3000 Tage. Es gibt unzählige Deutungen in der Bibel, die nur gerade für die eine Situation gedacht waren.
      Daher halte ich nichts von dieser Prämisse, dass sich die Schriften einander auslegen.
    • DonDomi schrieb:

      freudenboten schrieb:

      Die inspirierte Schrift (laut Petrusbrief) ist nicht eine Sache "eigener" beliebiger Deutung sondern die Schriften legen EINANDER aus.
      Es ging bei der "Frau" Offb. 12 um die Erlöserverheißung (von Eva an), nicht um die historisch bedingte gesellschaftliche "Rolle" der Frauen.
      Ich halte genau das für gefährlich. Dann benutzt man plötzlich die Bibel zum Rechnen, weil z.B. steht dass für Gott ein Tag wie Tausend Jahre sind.
      Ich halte es auch für gefährlich, dem Missbrauch der sehr individuellen Eisegesis fördernd : Da wird mit Konkordanz und - bnessonderser Unsinn ! "Konkordanter Übersetzung" eifrig herumgefuhrwerkt.
      Beipiel : "Zunge" = glwssa. - - Mehr als zehn mal ist es die Rede, mehr als zehnmal ist es die Zunge, dann noch drei oder vier mal in einer anderen Bedeutung (ich habe da jetzt aus dem Handgelenk den Schmoller - Konkordanz zum griechischen NT- zitiert)
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Lukas 24:25.ff
      erfordert sowohl "Sola Scriptura" als auch "Tota Scriptura", wobei "scriptura" sich auf die durch den GOTT-Geist inspirierten Schriften beschränkt.
      Mit der Konkordanzarbeit MUSS man das "Tota Scriptura" beachten. Daran scheitert jede "Hineininterpretation", da sie weder die Intention der menschlichen Autoren noch des göttlichen Autors würdigt.

      Das Beispiel von "Glossa" lässt sich ganz einfach durch die Fundstellen/den praktischen Gebrauch des Wortes im Kontext klären. Siehe Genesis 11:1.-9. (Hebr. Laschon=Glossa).

      Es bedeutet Zunge=Rede=Sprache.

      Gott überwindet durch das Evangelium an "alle Völker" im NT die AT-Beschränkung auf die hebräische Sprache (Glossa).
    • freudenboten schrieb:

      Welches "Lehramt" sollte die Schrift "richtig" auslegen, außer Jesus/Apostel?
      Also, wenn Du so fragst, dann muss man wohl antworten,
      dass von den heutigen Gläubigen niemand mehr ein 'Lehramt' inne haben dürfte,
      ansonsten denke ich, dass auch Lehrer sich nach bestem Wissen und Gewissen irren dürfen,
      solange sie ihr Amt nicht missbrauchen,
      und in dieser Hinsicht muss man sogenannte 'Traditionen' eben einfach immer wieder überprüfen,
      das beginnt für mich bei den Ernährungs'vorschriften', geht über die Verweigerung der modernen Medizin,
      und endet noch lange nicht bei der Frage, ob der 'Ruhetag' nun ein Samstag oder ein Sonntag sein soll ...
      Nicht alles, was gezählt werden kann, zählt (Einstein)
    • freudenboten schrieb:

      Lukas 24:25.ff
      erfordert sowohl "Sola Scriptura" als auch "Tota Scriptura", wobei "scriptura" sich auf die durch den GOTT-Geist inspirierten Schriften beschränkt.
      Mit der Konkordanzarbeit MUSS man das "Tota Scriptura" beachten. Daran scheitert jede "Hineininterpretation", da sie weder die Intention der menschlichen Autoren noch des göttlichen Autors würdigt.

      Das Beispiel von "Glossa" lässt sich ganz einfach durch die Fundstellen/den praktischen Gebrauch des Wortes im Kontext klären. Siehe Genesis 11:1.-9. (Hebr. Laschon=Glossa).

      Es bedeutet Zunge=Rede=Sprache.

      Gott überwindet durch das Evangelium an "alle Völker" im NT die AT-Beschränkung auf die hebräische Sprache (Glossa).
      Aber nicht immer und überall.. Zudem ist zwischen Singular und Plural ein Unterschied. Und schon gar nicht, wenn man das AT hernimmt. .

      oder : Da haken wir 1. Korinther 15, 47 so ab : Eh' scho' wissen, - - Vor gar nicht allzanger Zeit - spät in ,meinem Leben, aber doch - las ich im Grundtext darüber und die Frage stieg in mir auf : Was haben die Korinther da gehört beim Vorlesen der Stelle ? Was haben sie zuallererst assoziiert ? - Nun, ihnen kam aus ihrem Umfeld das Gegensatzpaar Gaia / Ouranos vor Augen. Die Mutter Erde, dunkel, uns hervorbringend, uns ernährend , uns verbergend - und der strahlende Himmel,, alles sichtbar machend, Stelle ich mich dieser Klarheit ? will ich sie, halte ich sie aus , ohne mich bergende - und verschlingende Höhle ? - - - Gott und die menschlichen Autoren hatten auch ein Publikum, das sie ansprechen wollten .
      Haus = Haus = Haus stimmt nicht ! "Ich werde bleiben im Hause des Herrn - - , dann bekehrt sich einer samt seinem Haus - da ist es die ,Familie, welche wiederum nicht unserem spiessbürgerlichen "Zwei - Generationen - Haushalt auf Zeit" enstpricht - -
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von philoalexandrinus ()

    • freudenboten schrieb:

      "Haus" bedeutet in erster Linie GEMEINSCHAFT/HAUSHALT, erst in zweiter Linie Gebäude.
      Antike Begriffe, auch Hebr., sind "inklusive", nicht exklusive.
      So, was steht im Grundtext - den ja eh niemand liest ? Na ja, in der Koine "oikos" - - - "die ganze Welt " - "all the world" (KJV) in Lukas 2 : da steht in der Koine "oikoumenh" (was ? - die Chinesen sollten auch erfasst werden, sind sie doch in engem Handelskontakt mit Rom, schon der Seide wegen ! )

      Und ich habe ja auch die übertragenen Bedeutungen des deutschen Wortes angesprochen : Das "Haus Habsburg" hat 600 Jahre lang Oesterreich regiert. - - -
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -