Coronavirus aktuell

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      Der Tod ist nicht alles (FAZ)

      Wo ist die Evidenz, fragen Corona-Skeptiker: Die Verharmlosung der Katastrophe trifft längst nicht nur Wissenschaftler ins Mark. Hinter den Sterbeziffern türmt sich eine unvorstellbare Krankheitslast.

      „Covid-19: Wo ist die Evidenz?“, das fragte ostentativ vor einigen Tagen das „Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin“ (EbM), ein Verein, der für sich in Anspruch nimmt, eine Gesundheitsforschung nach den strengsten Kriterien der wissenschaftlichen Beweisführung anzustreben. In dem Papier, in dem sogar die Fachautoren unterschlagen werden, heißt es, in Anlehnung an eine ähnlich lautende Stellungnahme von vor einem halben Jahr: „Es gibt insgesamt noch sehr wenig belastbare Evidenz, weder zu Covid-19, noch zur Effektivität der derzeit ergriffenen Maßnahmen. Aber es ist nicht auszuschließen, dass die trotz weitgehend fehlender Evidenz ergriffenen Maßnahmen inzwischen größeren Schaden anrichten als das Virus selbst.“
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      Es ist offensichtlich, dass es hier um formale wissenschaftliche Letztbeweise geht, die in einer unabgeschlossenen pandemischen Situation wie heute noch nicht zu erbringen sind – und im seuchenpolitischen Alltag deswegen auch nicht Voraussetzung für Entscheidungen sein können. Schon der Gottesbeweis war so nicht vernünftig zu führen. Es gilt: Abwesenheit von Evidenz ist noch keine Evidenz der Abwesenheit. Trotzdem ist der Streit um die Corona-Evidenzen offenbar geeignet, den Zirkus auf den sozialen Plattformen auch bei entspannter Pandemielage am Laufen zu halten.
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      Das erste antiwissenschaftliche Einfallstor waren zuerst die Infektionszahlen – und daraus abgeleitete, schiefe Vergleiche. Besonders beliebt: die vermeintlich „harmlose Grippe“. Die bevölkerungsweite Infektionssterblichkeit von Covid-19 bewegt sich in vielen Ländern immer noch deutlich über der saisonalen Influenza-Grippe, selbst in europäischen Ländern wie Spanien und Großbritannien. Aber niemand kann ausschließen, dass es am Ende in Ländern mit einer guten medizinischen Versorgung wie in Deutschland und auch in solchen mit einer weniger risikobehafteten Altersverteilung der Bevölkerung, zu einer weiteren Annäherung der Sterblichkeitsziffern kommt. Je mehr junge Menschen symptomarm oder symptomlos erkranken und je nachhaltiger das Sterblichkeitsrisiko durch die sukzessive eingeführten Therapien für schwer kranke Covid-19 gesenkt wird, desto harmloser mag das neue Corona-Virus erscheinen. Ein trügerischer Fehlschluss. Sars-CoV-2 ist in den ersten neun Monaten der Pandemie nicht harmloser geworden. Der Blick in die Hotspots der Virenausbreitung lässt da keine Zweifel zu. Und auch bei uns ist die latente Gefahr in den höheren Altersgruppen und auch jene für Krebs-, Herzpatienten und schwergewichtige Diabetiker bisher ganz offenkundig nur durch Masken, Abstandhalten und Hygiene beizukommen.
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      Der Corona-Politik ihrerseits wird das Präventionsparadox mutmaßlich noch lange nachhängen. Je mehr sie tut, um die Pandemie in den Griff zu bekommen und das vorzeitige Sterben durch Covid-19 zu verhindern, desto stärker tritt der Obskurantismus ihrer Gegner hervor. Das Verharmlosen von tausenden Grippetoten gehört genauso dazu. Die Toten sind für die meisten nur so lange erträglich, wie sie als abstrakte Zahlen verhandelt werden.
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      ausgerechnet Covid-19 verhält sich pathologisch fast lehrbuchmäßig im Sinne einer Sepsis. Was im Namen des Corona-Virus zu Beginn der Pandemie noch als schwere Lungeninfektion ausgewiesen wurde, ist inzwischen als lebensbedrohliche Systemkrankheit anerkannt. Die Blutgefäße, das Herz, die Niere, die Leber, auch das Gehirn, werden durch die bei schwerem Verlauf unkontrollierbare Virenvermehrung und ein völlig überfordertes, hyperaktives Immunsystem lebensbedrohlich in Mitleidenschaft gezogen.
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      In der wissenschaftlichen Literatur häufen sich die Schicksalsberichte, in denen das Zerstörungswerk des Virus haarklein nachgezeichnet wird. Sie legen auch offen, wo der Gesundheitsschutz schon lange vor der Pandemie schamlos versagt hat: Zweihundert Menschen sterben allein in Deutschland täglich an Sepsis, und die meisten davon wären nachweislich durch frühere Erkennung von Ärzten, durch Qualitätskontrollen in den Kliniken und konsequenteres Handeln auch im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen zu vermeiden. Es sind aber nicht nur diese vermeidbaren Toten, die irritieren, es ist auch die unvergleichliche dauerhafte Krankheitslast, die zu vermeiden den Kampf gegen Covid-19 und alle anderen Sepsisursachen lohnt.
      Ein Sechstel der vermeintlich genesenen Sepsis-Patienten lebt noch Jahre lang, viele bis ans Lebensende, mit körperlichen und psychischen Behinderungen. In einer Metaanalyse von mehr als fünfzig Studien wurde jüngst klar: Wer auf der Intensivstation lag und überlebte, dem droht, das eigene Leben auf den Kopf gestellt zu werden. Mehr als die Hälfte waren mehr als ein Jahr lang arbeitsunfähig. Bei Covid-19 dürfen sich selbst symptomarme Patienten nicht vor Folgeschäden sicher fühlen. Mehr als fünfzig Prozent der Sars-Überlebenden – der ersten, noch eingegrenzten Coronapandemie vor siebzehn Jahren – konnten auch zwei Jahre nach der Klinikentlassung nicht normal atmen und waren nicht mehr so leistungsfähig wie früher.
      Solche Schreckensszenarien von Spät- und Langzeitschäden verdichten sich im Falle von Covid-19, je mehr Evidenzen sich in den wissenschaftlichen Quellen anhäufen. Das wird auch Folgen haben für den Diskurs: In der Betrachtung der Sterbeziffern jedenfalls, die üblicherweise mit schiefen Grippevergleichen einhergehen, entsteht so ein unzulässiger medizinischer Dualismus, der weder das individuelle Leid noch das ganze Ausmaß der Tragödie ausreichend erfasst.
      Liebe Grüße, Heimo
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      HeimoW schrieb:

      Bei Covid-19 dürfen sich selbst symptomarme Patienten nicht vor Folgeschäden sicher fühlen
      Seit Ausrufung der Pandemie fühlt sich eigentlich niemand mehr „sicher“, in sämtlichen Bereichen eingeschränkt, belogen….und Angst vor Existenzbedrohung. Was ist mit diesen Folgeschäden die absehbarer und nachhaltiger sind als solch unbewiesene Phrasen? Jedwede Berechtigung für das angestellte Chaos ist bei einer Sterblichkeitsrate von 0,1% und nüchterner Betrachtung doch längst verloren.
      Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat. (Ellen White, Life Sketches, 1915,)
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      Wer bereits mässsig Englisch lesen kann, der bestelle sich über subscriptions@spectrummagazine.org ein Probeexemplar : Vol. 48 issue 3 2020 : Dort findet er ein Interview des Theologen Fritz Guy , gehalten mit dem Pathologen in Loma Linda, Brian Bull
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
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      Atze schrieb:

      Seit Ausrufung der Pandemie fühlt sich eigentlich niemand mehr „sicher“, in sämtlichen Bereichen eingeschränkt, belogen….und Angst vor Existenzbedrohung. Was ist mit diesen Folgeschäden die absehbarer und nachhaltiger sind als solch unbewiesene Phrasen? Jedwede Berechtigung für das angestellte Chaos ist bei einer Sterblichkeitsrate von 0,1% und nüchterner Betrachtung doch längst verloren.
      No na, was denn sonst ? Wäre es eine reine Frauenkrankheit, so könnte sich wenigstens die Hälfte der Menschheit diese Ängste sparen..
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
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      @Atze
      Wie kommst du auf eine Sterblichkeitsrate von 0,1%? Meinst du damit die Letalität oder Übersterblichkeit?

      Laut RKI liegt die Letalität in Deutschland bei 3,8%. Die offiziellen Fallzahlen für Deutschland ergeben momentan 3,5%.
      RKI - Coronavirus SARS-CoV-2 - SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)

      Während der "ersten Welle" starben übrigens in den USA 18,5% Menschen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
      USA: Übersterblichkeit übertrifft die Zahl der gemeldeten Todesfälle...
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
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      Bemo schrieb:

      Wie kommst du auf eine Sterblichkeitsrate von 0,1%? Meinst du damit die Letalität oder Übersterblichkeit?

      Laut RKI liegt die Letalität in Deutschland bei 3,8%.
      Die Rechnung des RKI beinhaltet die Zahlen wohl über den gesamten Zeitraum gerechnet…..da liegen wir heute nicht mal mehr annäherungsweise dran…..was meinst Du warum uns in den Medien lediglich nur noch von den Zahlen der Infizierten erzählt wird? Mit den Todeszahlen kann man jetzt kaum noch jemanden ängstigen….aber um den ganzen Unfug weiter zu rechtfertigen bleibt denen ja gar keine andere Möglichkeit…..zurückrudern und bekennen werden wir nicht so schnell erleben.

      Heute gelesen (wie ich auf 0,1% komme) Link

      …dazu muss man (ich kann es nicht oft genug betonen) außerdem sehen, dass jeder der SARS-CoV-2 hatte und nicht eindeutig an etwas anderem gestorben ist automatisch als Opfer von Corona gerechnet wird…..dazu zählen auch jene dessen Todesursache gar nicht untersucht werden (wie wohl meistens der Fall)…..ich wüsste zu gern wo wir in Prozent (Promille) bei einer Obduktion aller Opfer lägen.
      Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat. (Ellen White, Life Sketches, 1915,)
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      Ohne jetzt als Nichtexperte irgendwas verharmlosen zu wollen, nur etwas zu dem Link und den Todeszahlen:

      In unserem Landkreis gab es seit Ende Mai bis heute nur einen einzigen Todesfall, obwohl unser Landkreis anfang Mai noch der Kreis mit den am meisten Infizierten in BaWü war.
      Warum, weshalb und wieso plötzlich niemand mehr gestorben ist, ob wohl es zu der Zeit noch jede Menge Infizierte gab, weiß ich auch nicht..............und will auch nicht spekulieren.
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      Yppsi schrieb:

      Ohne jetzt als Nichtexperte irgendwas verharmlosen zu wollen, nur etwas zu dem Link und den Todeszahlen:

      In unserem Landkreis gab es seit Ende Mai bis heute nur einen einzigen Todesfall, obwohl unser Landkreis anfang Mai noch der Kreis mit den am meisten Infizierten in BaWü war.
      Warum, weshalb und wieso plötzlich niemand mehr gestorben ist, ob wohl es zu der Zeit noch jede Menge Infizierte gab, weiß ich auch nicht..............und will auch nicht spekulieren.
      . Man muss die aktuellen Zahlen auch in Relation zu den Zahlen im März setzen. Im Frühling gab es zu wenig Tests, dementsprechend wurden viele mit Symptomen gar nicht getestet. Ich habe Freunde, die hatten alle Merkmale inkl. Geschmacksverlust und konnten nicht getestet werden. Das heisst, im März war die Dunkelziffer sehr hoch. Jetzt wird sehr viel getestet, die Dunkelziffer ist klein. Im März war für Deutschland die Wirkliche Zahl wohl weit über 25000, aktuell sind wir bei 2000. 10mal weniger.
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      Yppsi schrieb:

      Warum, weshalb und wieso plötzlich niemand mehr gestorben ist, ob wohl es zu der Zeit noch jede Menge Infizierte gab, weiß ich auch nicht..............und will auch nicht spekulieren.
      Ganz ohne zu spekulieren ist es weltweit so, dass die Behandlungsmethoden besser geworden sind. Auch die Medikamente. Das Virus und der Schaden, den es anrichten kann ist zum Glück und Dank wesentlicher Fortschritte in der wissenschaftlichen Bewertung einfach wesentlich effizienter als vor 6 Monaten.

      Insgesamt sehen wir jetzt im Herbst aber beunruhigende Zahlen aus verschiedensten Ländern. Israel, das bei den Testungen seit Beginn an Top ist und das auch viel gegen die Ausbreitung getan hat, ist in den letzten Wochen durch die Decke gegangen und sorgt sich um seine Intensivbettenkapazität.
      Ähnliche Entwicklungen sehen wir in Frankreich, UK, Ungarn, Tschechien und auch in Österreich. Hier haben wir starke Anstiege in den Zahlen und es wird sich zeigen, ob das wieder zurück geht, oder ob es auch hier an die Grenzen der Spitalsbettenkapazität geht.

      Schweden dagegen meldet einfach keine neuen Zahlen und hat daher auch keine neuen Fälle. Insgesamt diskutieren viele noch, ob der schwedische Weg richtig war, oder ob die Todesfälle dort auch ein Misserfolg waren. Oder vielleicht sind die Schweden einfach intelligenter im Befolgen einfachster Hygiene- und Abstandsregeln. Wer weiß?

      Deutschland anscheinend derzeit noch im grünen Bereich, dafür findet jetzt gerade in den einschlägigen Verschwörerkreisen eine Hexenjagd auf den Infektiologen Christian Drosten statt. Bald wird er mit Polizeischutz bedacht werden müssen, da es in der rechten Szene, die an den Anti-Maßnahmen-Protesten auch beteiligt war, sicher schon Proponenten gibt, die ihre Messer wetzen. Traurig, aber so funktionieren diese Zirkel leider.
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      Atze schrieb:

      …dazu muss man (ich kann es nicht oft genug betonen) außerdem sehen, dass jeder der SARS-CoV-2 hatte und nicht eindeutig an etwas anderem gestorben ist automatisch als Opfer von Corona gerechnet wird…..dazu zählen auch jene dessen Todesursache gar nicht untersucht werden (wie wohl meistens der Fall)…..ich wüsste zu gern wo wir in Prozent (Promille) bei einer Obduktion aller Opfer lägen.
      Mich würde diese Zahl auch sehr interessieren. Derzeit können wir uns nur an Zahlen zur Übersterblichkeit orientieren.

      Aber spielen wir das mal durch. Jeder mit Covid19 infizierte wird obduziert um die Todesursache festzustellen. Sofern das überhaupt so eindeutig möglich ist. Viele Todesfälle sind ja nicht auf das Virus, sondern die überschießende Immunantwort zurückzuführen. Wem gibst du da also die Schuld am Tod? Aber spielen wir das weiter: Eine Obduktion jedes Toten (mit Covid19 Infektion) bedeutet, dass sich die Toten in den pathologischen Instituten stapeln. Neue Kühlhallen/Zelte müssen gebaut werden. Riesige Infrastruktur wird aufgebaut. "Normale" Obduktionen, die für pathologische und kriminaltechnische Untersuchungen benötigt werden, verzögern sich auf Monate, Jahre. Der daraus resultierende Rückstau bei der Justiz, ... . Es würden Kapazitäten auf Monate gebunden, die für andere Zwecke benötigt werden. Man zaubert nicht einfach mal so rasch die 5fache Menge an Pathologen mit Spezialisierung auf Viren aus dem Hut. Und nur um das anzumerken: Eine hochgerechnete Stichprobenkontrolle würde die Skeptiker nicht überzeugen.

      Ich denke man muss einfach anerkennen, dass es logistisch und personell nicht möglich ist diese Anforderung zu leisten. Und wie gesagt, ich wäre wirklich auch sehr an dieser realen Zahl der Todesfälle, die definitiv auf Covid19 zurückzuführen sind, interessiert.
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      tricky schrieb:

      Eine hochgerechnete Stichprobenkontrolle würde die Skeptiker nicht überzeugen.
      Ach, die von 1674 laborbestätigten (mit oder an Grippe?) auf 25.100 hochgerechneten Grippetoten "überzeugen" doch auch, wenn der Grippevergleich gebracht...
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!