Interessante Veranstaltungen

  • Heute am Dienstag, 11. November 2025 am Martinstag war im Schorndorfer Martin-Luther-Haus beim Seniorennachmittag von 14:30 – 16:30 Uhr ein sehr interessanter Vortrag passend zum heutigen Tag mit dem Thema "DIE HEILIGEN" von unserem früheren Diakon Walter Krohmer.

    Möchte hier eine Zusammenfassung des Vortrags reinstellen:

    Katholische Vorstellung:

    1. Heilige = Ausgesonderte. „Ebbes B'sonders!” sagt der Schwabe. Ein Heiliger ist ein Mensch der der Gottheit sehr nahe steht.
    2. Vorbild-Charakter der Heiligen. Steht Gott nahe/ ganz nahe; ethische Seite: das Leben der Heiligen: wenn du so lebst wie der/die Heilige, bist du ein Heiliger. In besonderer Weise hat ein Heiliger ein gottesfürchtig und vorbildliches Leben geführt. Hat man sie als Vermittler (zwischen Gott und den Menschen) angesehen, weil Er/Sie so etwas Besonderes war.
    3. Zugesprochene Wunder. Franz von Assisi hatte die Christus-Stigma, also die Wundmale des Heilands. Diese besonderen Menschen sind einen etwas außergewöhnlichen Tod gestorben z.B. als Märtyrer.

    Gegenwart: heute gibt's noch solche Menschen, die diese Gabe haben. Die Römisch-Katholische Kirche (RKK) erklärt manche zu Seligen. Heiligsprechung gibt es heute noch in der RKK.

    Heiligenverehrung: Heilige sind »Menschen durch die die Sonne Gottes scheint!« Heilige sind keine „normalen” Menschen; so werden sie angesehen, deshalb werden sie auch als Heilige/ Vermittler angesehen. Walter Krohmer (W.K.) brachte das Beispiel Luthers beim Gewitter bei Stotternheim nahe Erfurt am 2. Juli 1505 – „Hilf heilige Anna!” Er hat Heilige angerufen und um Hilfe gebeten und hat ein Gelübde abgelegt! Dieses konnte man nicht widerrufen – das hat die RKK so festgelegt: „Ich will Mönch werden!”; Martin Luther hat die heilige Anna [= die Mutter von Maria] als Fürsprecherin vor Gott angerufen.

    Zeit der Reformation: Thomas Müntzer wollte sämtliche Heiligenstatuen beseitigen, Luther nicht. Luther hat Christus angerufen, nicht mehr die Heiligen. Sie waren nicht mehr „anbetungswürdig”! „Wir werden keine Heiligen mehr anbeten!” so Martin Luther. Die Evangelischen haben Heiligenverehrung abgelehnt. Die RKK hat an ihrer Heiligenverehrung bis zum heutigen Tag daran festgehalten.

    „Die Bibel kennt keine Heiligen!” so Walter Krohmer. „Sie kennt Menschen, die die Heiligkeit Gottes verehren. Z.B. die 4 Evangelisten und als 5. Paulus; das sind die herausragenden Gestalten im Neuen Testament.

    Protestantische Glauben: Nicht Verehrung von Maria. ----> „Ich käme nie auf die Idee sie als Fürsprecherin vor Gott anzubeten bzw. anzurufen!” so der evang. Ex-Diakon Krohmer. Evangelische brauchen keine Zwischenstation mehr! Was wir haben: sind Zeugen des Glaubens! Die den Glauben, den christlichen Glauben, gelebt haben! „Jeder hat seine „Macken”, auch die Heiligen! Weil wir Menschen sind” so W.K.

    In der Evang. Kirche gibt es Zeugen des Glaubens und Märtyrer; auch unsere Kirche hat 2 bis 3 evangelische "Heilige": Martin (Gedenktag: 10.*/11.11.) + der heilige Nikolaus (Gedenktag: 6.12.) und am 4. Dezember die heilige Barbara = eine Märtyrerin.

    Zeugen des Glaubens: hier zählte W.K. einige auf und zwar die folgenden 12: Johannes Brenz (Reformator Württembergs), Philipp Melanchthon, Ludwig Hofacker, Johann Friedrich Flattich, Johannes Oberlin, Albert Schweitzer, Søren Kierkegaard, Gustav Werner (Gründer Reutlinger „Rettungshaus“), Sophie und Hans Scholl, Katharina die Große, Elisabeth von Thüringen.

    Nach seinem 1. Teil des Vortrags bestand Gelegenheit zu Rücksprachen. Ich meldete mich und verwies auf die Formulierung »Gemeinschaft der Heiligen« aus dem Glaubensbekenntnis „Weil Sie, Herr Krohmer doch gesagt haben, „die Bibel kenne keine Heiligen!” Krohmers Antwort: „Dieser Begriff kommt in der Bibel nicht vor. "Gemeinschaft der Heiligen" bedeutet, die im Glauben an Christus verbunden sind und insofern sind wir als Christen die Gemeinschaft der Heiligen.”


    2. Teil: Darstellung des Lebens einiger Heiliger:

    A) Der Heilige Martin (11. November)

    Es geht bei den „Heiligen” nicht um Glorifizierung, siehe „Heiligenschein”. Vor 1600 Jahren wurde Martin in Ungarn geboren, sein Vater war Soldat und Martin schlug auch die Laufbahn als Soldat ein und wurde Offizier des Kaisers in Rom. Die Legende besagt: es war ein bitter kalter Wintertag; ein Bettler saß im Schnee hob die Hände empor. Mit Geld hätte Martin ihm nicht helfen können, denn der Bettler brauche etwas warmes zum anziehen. Martin gab ihm die Hälfte seines Mantels. Walter Krohmer stellte die Frage: „Warum nur die Hälfte und nicht den ganzen Mantel, schließlich habe er daheim noch einen weiteren Mantel gehabt?; die Hälfte habe schon gereicht zum überleben!”. In der Nacht sah Martin im Traum Jesus; der sagte: »Was ihr einem dieser meiner Geringsten getan habt, das habt Ihr mir getan!« Martin wurde so zum „Christus-Diener”.

    „Wie ist es bei uns mit dem Teilen?” stellte der Ex-Diakon eine provokante Frage.

    W.K. brachte ein praktisches Beispiel: Krohmers haben auf ihrem Stückle einen Quittenbaum; dieses Jahr hatte der so viele Quitten wie noch nie! Was tun mit dem Überschuss? Wer nimmt den noch von den Obstannahmstellen? Seine Frau hat 20 Gläser Quittengelee eingemacht, und viele davon verschenkt. Die Martinslegende will uns sagen was Teilen ist!

    * Da Martin Luther am 10. November 1483 geboren wurde aber erst einen Tag später am 11.11. am Martinstag getauft wurde, gilt seitdem der 10. November als der "Evangelische Martinstag".

    B) Der "evangelische Heilige" Nikolaus (6. Dezember)

    W.K. brachte ein Beispiel seiner Jugend: er hatte 3 Geschwister, alle 4 haben in einem Zimmer geschlafen; am Vorabend vom Nikolaustag am 5.12. hat kaum einer von den Vieren geschlafen, denn sie wollten hören wenn der Nikolaus kommt und Walter wollte ihn sehen! Aber keiner hat den Nikolaus gesehen. 4 Stiefel vor der Tür, aber in allen 4 Stiefeln waren unterschiedliche Sachen drin: Walter bekam eine Unterhose und Schoko-Nikolaus, sein mittlerer Bruder Socken und Schoko-Nikolaus und seine älteste Schwester bekamen Ringle und Schoko-Nikolaus.

    Warum wird der Nikolaus so verehrt? Vor 1700 Jahren in der Türkei wurde er geboren; die Eltern waren sehr reich aber Nikolaus wollte den Reichtum nicht für sich behalten. Die Legende besagt dass er armen Leuten Geld durchs Fenster warf! Er tat Gutes im Verborgenen; dann wurde er Bischof von Myra, sein Knecht hieß tatsächlich Ruprecht. Es kam zu einer großen Hungersnot in der Türkei und man erwartet die Schiffe aus Ägypten mit Getreide, aber Piraten blockierten diese und sie verlangten „Gebt uns Gold bis wir das Schiff voll geladen haben!” Aber alles was die Bürger Myras gaben das reichte nicht; dann verlangten sie: „Wir nehmen eure Kinder mit und verkaufen sie als Sklaven!” Unter Tränen haben die Bewohner von Myra diese den Piraten überlassen. Aber der Bischof Nikolaus von Myra kam aus der Kirche mit den goldenen Abendmahlsgeräten und bot diese wertvollen Dinge den Piraten an, wenn sie die Kinder freigeben würden, was die Piraten akzeptiert hatten! So wurden die Kinder gerettet und die Menschen vorm Hungertod! Nikolaus ist jemand der Kinder sehr lieb hatte. Er tat etwas sehr vorbildliches und wurde als Befreier verehrt.

    C) Der Heilige Christopherus (Gedenktag evangelisch: 24. Juli)

    Name = Der Christusträger. Er wurde vor 1700 Jahren geboren, er war groß und stark wie ein Riese, er hieß Opherus. Die Legende besagt: Opherus suchte den stärksten Mann der Welt! Er fand einen König, aber dieser fürchtete sich vor dem Teufel, also muss der Teufel mächtiger sein als der König! Opherus wollte den Teufel suchen und als er ihn fand diente er ihm, bis sie an einem Kreuz vorbei kamen; der Teufel macht einen großen Bogen um das Kreuz herum. Warum? Der Teufel sagt zu Opherus: „Jesus ist auferstanden und hat den Tod besiegt, darum fürchte ich mich vor ihm!” „Also ist Christus stärker als Du!” stellte Opherus fest und machte sich auf den Weg Christus zu finden. Bis er eine Kinderstimme hörte die sagte er solle ihn durch den Fluss tragen. Opherus nahm das Kind auf seine Schultern und trug es durch den Fluss, aber es wurde immer schwerer! Das Kind war Jesus Christus und sagte zu ihm: „Nun sollst du Christopherus heißen, denn ich bin Christus, den du getragen hast!” so sagt es die Legende.

    Wer trägt heute? Der Christus trägt mich und ist für mich ans Kreuz gegangen. Ich darf ihm nachfolgen. Christus trägt mich!

    D) Der unbekannte Heilige (diese Geschichte erzählte ein Jude seinen Kindern)

    Ein Mann traf einen Heiligen der begann einen Johannisbrotbaum zu pflanzen; der Mann sagte zum Heiligen: „Der Baum werde doch erst in 70 Jahren Früchte tragen! Pflanze doch einen Baum der noch zu deinen Lebzeiten Früchte bringt!” Aber der unbekannte Heilige antwortete: „Ich pflanze ihn für meine Enkel ...!” ==> eine Generation muss der anderen die Hand reichen!

    Zum Schluss seines Vortrags zitierte Walter Krohmer Martin Luther: »Wenn gleich morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!« „Ich habe Hoffnung, wolln wir mit dieser Hoffnung weitergehen in die Tage, die vor uns liegen ...” so W.K. zum Abschluss.

    Er hätte noch auf die 14 Nothelfer (----> https://de.wikipedia.org/wiki/Vierzehn_Nothelfer) hinweisen wollen, aber die Zeit war schon abgelaufen um 16:30 Uhr.