2020/Q1/07 | Daniel | Daniel in der Löwengrube

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    • 2020/Q1/07 | Daniel | Daniel in der Löwengrube

      Am kommenden Sabbat, 15.2.2020 wird in der Bibelgesprächsrunde Daniel 6 - "Daniel in der Löwengrube" besprochen. Woche vom 9. bis 15. Februar 2020
      Zu lesen sind:

      1. Der Bibeltext: Daniel, Kapitel 6
      2. Studienheft zu Daniel: Lektion 7: "Von der Verleumdung zur Rehabilitierung", Seiten 52 - 59
      3. Studienanleitung mit Lehrerteil: Lektion 7: " Von der Löwengrube zur Engelsgrube", Seiten 79 - 89 und 194 - 196
      A) Daniel 6 (in Auszügen):

      Lutherbibel 2017
      Daniel in der Löwengrube
      1 Und Darius aus Medien empfing das Reich, als er 62 Jahre alt war. 2 Und es gefiel Darius, über das ganze Königreich 120 Statthalter zu setzen.
      4 Daniel aber übertraf alle Fürsten und Statthalter, denn es war ein überragender Geist in ihm. Darum dachte der König daran, ihn über das ganze Königreich zu setzen. 5 Da trachteten die Fürsten und Statthalter danach, an Daniel etwas zu finden, das gegen das Königreich gerichtet wäre. Aber sie konnten keinen Grund zur Anklage und kein Vergehen finden;
      6 Da sprachen die Männer: Wir werden keinen Grund zur Anklage gegen Daniel finden, es sei denn wegen seiner Treue zum Gesetz seines Gottes. 7 Da kamen die Fürsten und Statthalter eilends vor den König gelaufen und sprachen zu ihm: 8 Es haben die Fürsten des Königreichs gedacht, es sollte ein königlicher Befehl gegeben und ein strenges Gebot erlassen werden, dass jeder, der in 30 Tagen etwas bitten wird von irgendeinem Gott oder Menschen außer von dir, dem König, allein, zu den Löwen in die Grube geworfen werden soll. 10 So ließ der König Darius das Schreiben und das Gebot aufsetzen.
      11 Als nun Daniel erfuhr, dass ein solches Gebot ergangen war, ging er hinein in sein Haus und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott. 12 Da kamen jene Männer eilends gelaufen und fanden Daniel, wie er betete vor seinem Gott. 13 Da traten sie vor den König und redeten mit ihm über das königliche Gebot dem Gesetz der Meder und Perser, das niemand aufheben kann. 14 Sie sprachen: Daniel, der achtet weder dich noch dein Gebot; denn er betet dreimal am Tage. 15 Als der König das hörte, wurde er sehr betrübt und war darauf bedacht, Daniel zu retten, und mühte sich, ihn zu befreien. 16 Aber die Männer kamen wieder zum König gelaufen und sprachen zu ihm: Du weißt doch, König, es ist das Gesetz der Meder und Perser, dass alle Gebote und Befehle, die der König beschließt, unverändert bleiben sollen. 17 Da befahl der König, Daniel herzubringen. Und sie warfen ihn zu den Löwen in die Grube. Der König aber sprach zu Daniel: Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, der helfe dir! 18 Und sie brachten einen Stein, den legten sie auf die Öffnung der Grube; den versiegelte der König mit seinem eigenen Ring und mit dem Ringe seiner Mächtigen, damit nichts anderes mit Daniel geschähe.

      20 Früh am Morgen stand der König auf und ging zur Löwengrube. 21 Und der König sprach zu Daniel: Daniel, du Knecht des lebendigen Gottes, hat dich dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, auch erretten können von den Löwen? 22 Daniel aber redete mit dem König: 23 Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten; denn vor ihm bin ich unschuldig, und auch gegen dich, mein König, habe ich nichts Böses getan.
      25 Da ließ der König die Männer, die Daniel verklagt hatten, holen und zu den Löwen in die Grube werfen samt ihren Kindern und Frauen. Und ehe sie den Boden erreichten, ergriffen die Löwen sie und zermalmten alle ihre Knochen. 26 Da ließ der König Darius ... schreiben: 27 Das ist mein Befehl, dass man überall in meinem ganzen Königreich den Gott Daniels fürchten soll. Denn er ist ein lebendiger Gott, der ewig bleibt, und sein Reich ist unvergänglich, und seine Herrschaft hat kein Ende. 28 Er ist ein Retter und Nothelfer, und er tut Zeichen und Wunder im Himmel und auf Erden. Der hat Daniel von den Löwen errettet. 29 Und Daniel hatte große Macht im Königreich des Darius und auch im Königreich des Kyrus von Persien. - Ende Teil 1
    • "2020/Q1/07 | Daniel | Daniel in der Löwengrube" - Teil 2/2

      B) Studienanleitung mit Lehrerteil: Lektion 7: " Von der Löwengrube zur Engelsgrube", Seiten 194 - 196


      TEIL I: ÜBERSICHT

      Einleitung
      Daniel 6 betont die Treue Daniels.

      Themen
      1. Treue
      Trotz des Erlasses, der jegliche Bitte an einen Gott oder Menschen außer an den König verbot, betete Daniel weiter in Richtung Jerusalem. Er hätte die Fenster schließen und im Geheimen beten können, stattdessen beschloss er, sein Zeugnis nicht zu mindern.


      2. Rehabilitierung
      Wegen Daniels Treue Gott gegenüber verschloss der Engel des Herrn den hungrigen Löwen das Maul. Daniel wurde vor dem König und denen, die ihm nach dem Leben trachteten, beschützt und rehabilitiert.

      Anwendung
      Was wäre es für ein Segen für die Kirche und die Gesellschaft, wenn jeder christliche Politiker und Beamte die Treue Daniels nachahmen würde!


      TEIL II: KOMMENTAR:

      1. Treue

      Eifersucht mag eine große Rolle gespielt haben, da Daniel vom König zu einer Art Premierminister ernannt werden sollte. Im Zusammenhang mit dieser Möglichkeit sollten wir auch bedenken, dass die Integrität von Daniel ein Stolperstein für diejenigen gewesen sein könnte, die persönliche Vorteile und illegalen Profit aus öffentlichen Ämtern ziehen wollten. Letztendlich könnten sich diese korrupten Beamten gegen Daniel gewandt haben, weil er Jude (Dan.6,14, vgl. Dan.3,13) und als solcher eher seinem Gott als ihren Göttern treu war.
      Trotz des königlichen Erlasses änderte Daniel seine Gebetsgewohnheiten nicht. Er betete weiterhin dreimal täglich (vgl. Ps. 55, 18).


      Das Erste, was wir aus dieser Erzählung über Daniel lernen, ist also seine berufliche Integrität als Beamter des Reiches. ... „Da trachteten die Fürsten und Statthalter danach, an Daniel etwas zu finden, das gegen das Königreich gerichtet wäre. Aber sie konnten keinen Grund zur Anklage und kein Vergehen finden; denn er war treu, sodass man keine Schuld und kein Vergehen bei ihm finden konnte." (Dan. 6,5) Zweitens besteht der beeindruckendste Aspekt der Verschwörung der Feinde in der Tatsache, dass sie Daniels bedingungslose Treue zu seinem Gott erkannten. Jeder wusste, was Daniel am wichtigsten war.

      2. Rehabilitierung
      ... die Tatsache, dass Daniel vor den Löwen gerettet wurde, dieses Happy End steht im Einklang mit anderen biblischen Berichten, wie der Rettung von Daniels Freunden aus dem Feuerofen (Daniel 3) ... Daniels Rehabilitierung gegenüber seinen Feinden deutet auf die ultimative Rechtfertigung des Volkes Gottes hin, wie sie im prophetischen Abschnitt des Buches Daniel (Dan. 7-12) dargestellt ist.
      ... die Errettung Daniels steht als Symbol für Gottes eschatologische Rechtfertigung seines Volkes und zeigt, dass Gott die letztendliche Macht über die Kräfte des Bösen hat. Der Gott, der die Löwen davon abhielt, Daniel zu fressen, wird schließlich Satan, den ultimativen Löwen und Ankläger der Brüder, für immer zum Schweigen bringen (1. Petrus 5,8).

      D
      er König bekannte schließlich, dass der Gott, der Daniel errettet hatte, der wahre und lebendige Gott war: „Sein Reich ist unvergänglich und seine Herrschaft hat kein Ende.” (Dan.6,27) Diese Worte ...beinhalten den Kern der theologischen Botschaft, die der prophetische Abschnitt vermittelt.

      TEIL III: ANWENDUNG (mit Fragen!):

      1. Welche Art von öffentlich Ämtern, wenn überhaupt, ist mit dem christlichen Lebensstil vereinbar?

      2. Wo und wie zieht ihr die Grenze zwischen Loyalität zum Staat und Loyalität zu Gott?

      3. Wenn Daniel ein Vorbild ist, welche vier Dinge aus seinem Leben sollten angehende Politiker und Amtsträger nachahmen? (Dan. 6,11-12)

      Zu 1. Ein Amt als Stadtrat, Landtags - oder Bundestagsabgeordneter ist m.E. zulässig im Sinne des Prophetenwortes: „Suchet der Stadt Bestes! (Jeremia 29,7).

      Zu 2. In Zweifel gilt: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!” (Apg. 5,29)

      Zu 3. Vor Gott auf die Knie gehen , beten, Gott loben und ihm danken!



      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Die brutale Vorgehensweise des Meder-Königs Darius!

      Norbert Chmelar schrieb:

      1. Studienheft zu Daniel: Lektion 7: "Von der Verleumdung zur Rehabilitierung", Seiten 52 - 59 (1)
      2. Studienanleitung mit Lehrerteil: Lektion 7: " Von der Löwengrube zur Engelsgrube", Seiten 79 - 89 + 194 - 196 (2)


      Lutherbibel 2017 - Daniel 6 (in Auszügen):

      Daniel in der Löwengrube


      25 Da ließ der König die Männer, die Daniel verklagt hatten, holen und zu den Löwen in die Grube werfen samt ihren Kindern und Frauen. Und ehe sie den Boden erreichten, ergriffen die Löwen sie und zermalmten alle ihre Knochen.
      Dieser 25. Vers zeigt eine brutale Vorgehensweise des Meder-Königs Darius auf! Diese brutale Hinrichtung der Verkläger Daniels war schon schlimm genug! Aber dass Darius auch noch deren Kinder und Frauen mit zu den Löwen werfen und töten ließ, ist für uns heutige Menschen kaum zu ertragen! Diese schlimme „Sippenhaft” für die ganze Familie, die ja für die Verleumdungen ihrer Väter nichts konnten, erscheint zutiefst ungerecht!

      In (1) wird hierzu auf Seite 57 zum morgigen Donnerstag, 13.2.2020 unter "Erklärung" folgendes geschrieben:
      „Der König handelt im Rahmen der damaligen Gesetze und Rechtsgewohnheiten. Nach persischem Recht war es üblich, ganze Familien in Sippenhaftung zu nehmen. Damals gab es keine Individualrechte, wie wir sie heute kennen und von daher auch keine differenzierte Behandlung Einzelner. So sehr die Rehabilitierung Daniels, des Helden der Geschichte, dem Gerechtigkeitsempfinden der Leser entspricht, so wenig kann die kollektive Bestrafung ganzer Familien überzeugen.”


      Und in (2) steht auf Seite 88 die Frage: „Lies Daniel 6,25. Was an diesem Vers könnte uns beunruhigen und warum?
      Es gibt jedoch ein verstörendes Problem, und das sind die Frauen und Kinder, die soweit wir wissen, unschuldig sind und doch dasselbe Schicksal wie die Schuldigen erleiden müssen. Wie können wir das, was wie ein Justiz-irrtum aussieht, erklären?
      Erstens sollten wir uns bewusst machen, dass das Vorgehen des Königs persischem Gesetz entspricht, das die Familie in die Bestrafung der Schuldigen miteinbezieht. Nach einem antiken Prinzip trägt die ganze Familie für das Vergehen eines Familienmitglieds Verantwortung. Das bedeutet nicht, dass dies richtig ist; es bedeutet nur, dass diese Geschichte zu dem passt, was wir über das persische Gesetz wissen.
      Zweitens müssen wir uns bewusst machen, dass die biblische Erzählung das Ereignis berichtet, nicht aber die Handlungsweise des Königs gutheißt. In der Tat verbietet die Bibel eindeutig, dass Kinder wegen der Sünden ihrer Eltern getötet werden (5. Mos.24,16).”

      Und im Lehrerteil lesen wir auf Seite 196 folgendes:

      „Für das moderne/postmoderne Denken ist die Tatsache, dass der König die Familien in die Bestrafung der Verschwörer einbezog, schwer zu akzeptieren. Beachte jedoch, dass der König einfach einer in der Antike üblichen, wenn auch schrecklichen Praxis folgte. Gott hat nicht befohlen, dass dies geschehen sollte. Was Gott tat, war Daniel vor den Löwen zu retten, was die Unschuld des Propheten in allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem König deutlich machte.”

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()