2020/Q1/05 | Daniel | Vom Stolz zur Demut

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    • Norbert Chmelar schrieb:

      Gerade die zahlreichen Funde der Archäologie haben schon viele Aussagen der Bibel bestätigt!
      Und manche widerlegt oder nicht bestätigt ...

      HeimoW schrieb:

      hat es nie gegeben und wird es nie geben.
      Das wohl nicht, aber eine Geschichtsschreibung als Sammlung von realen Zeitangaben und Tatsachenverläufen hat es vorher so nicht gegeben. Da hat Norbert Recht.

      In der Antike hat man gar nicht für diese Art Geschichtsschreibung - wie wir sie heute betreiben und nachlesen - geschrieben.
      Genauso wie auch der Schöpfungsbericht kein naturwissenschaftlicher Bericht ist und man keineswegs glaubte, dass Schlangen sprechen können. Die Leute damals waren nicht doof, sondern diese Texte sind ganz bewusst und wohlüberlegt geschrieben worden.

      Geschichte war in der Antike immer Narrative. Geschichte ist Erzählung. Lebenswirklichkeit kann niemals in Daten und Fakten zum Ausdruck kommen, sondern nur in der Erzählung.
      Im Alltag machen wir das alle bis heute weiterhin, wenn wir einander etwas erzählen.
      Die Art und Weise, wie die Wissenschaft "Fakten" heute darstellt und festhält, ist etwas, das uns sehr fremd ist eigentlich.
      Aber es ist ein großer Fortschritt, denn man hat zuvor - im Mittelalter und bis zu Newton und Kepler - das Weltbild als Mischung aus Wissenschaft & Theologie skizziert, was dazu führte, dass man zu falschen Schlüssen kam.
      Nicht der Autor der Genesis oder ein Schreiber der Chronika hat das gemacht, sondern die Gläubigen SPÄTER, weil sie eben nicht unterschieden haben.

      Die biblischen Autoren selber haben überhaupt keine Intention, unseren wissenschaftlichen Fakten standzuhalten; das war gar nicht deren Anliegen.
      Wenn ein biblischer Autor beispielsweise eine Geschlechterchronik niederschreibt, dann weil er darlegen will, dass das alles Hand & Fuß hat, was er da schreibt. Geschlechter/ Generationen = Wahrheit.
      Er schreibt das nicht für UNSERE Forschung, sondern der Text war der Beweis in SEINER Welt damals, für SEINE Mitmenschen.
      Es ist überhaupt nicht angedacht, dass diese Geschlechterchronik, diese Kriegsschilderung, der Kindermord, die Sintflut, die Meeresteilung oder die Plagen, etc. durch unsere Wissenschaft bestätigt werden.
      Das interessiert Autor und Text überhaupt nicht.

      Dass da häufig einiges zutrifft und stimmt - und also von der Forschung bestätigt werden kann - ist vollkommen klar. Damit kann man aber nur schwer argumentieren.
      Die Argumentation läuft dann dementsprechend:
      - man preist an, dass die Wissenschaft schon vieles bestätigt habe aus der Bibel
      - dann wird darauf hingewiesen, dass einiges auch nicht bestätigt bzw. widerlegt ist
      - und dann sagen Fromme, dass die Wissenschaft ja auch noch nicht alles wisse, es unterschiedliche Ansichten gebe, oder gar, dass die gottlose Wissenschaft ja ohnehin nichts recht erkennen kann (die gleiche Wissenschaft, die man vorher ja bedient hat ...)

      So funktioniert das halt nicht. Dahinter steht ein falsches Verständnis von der Bibel und von Wahrheit.
    • Gottes Schöpfungsgeschichte gibt es bereits vor 13,7 Milliarden Jahren als JHWH durch einen " Urknall" („Es werde Licht!”) und durch seinen Geist - nicht aus Nichts! - das Weltall/Universum geschaffen hatte!
      Adam entweder ca. 40.000 v.Chr - oder bei lückenloser Bibel-Chronologie - 4114 v.Chr. geschaffen! ----> Keine Evolution vom Affen zum Menschen via Neanderthaler!
      Der Herr ist gut in dessen Dienst wir stehn!” (Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch)

      LIED: Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn = Melodie!
    • freudenboten schrieb:

      Die antiken "Historiker" dachten, dass "Geschichten" immer wiederkehren wie die Planeten-Bewegungen.
      Eine lineare "Geschichte" gibt es erst seit Mose/Exodus.
      Das trifft nicht bei allen zu. Es gibt auch welche, denen die Geschichte fortlaufend immer weiterfließt und kein Moment wiederkehrt;
      der Zyklus bezieht sich dann nur, wie bei uns heute noch, auf den Jahresverlauf.

      Ich weiß aber, was du meinst.
      Allerdings ändert das nichts: auch die "lineare Geschichte", wie sie die Bibel beschreibt, war von den Autoren nicht angedacht, damit sie irgendwann mal unseren Naturwissenschaften standhält.
      Das wäre genauso verfehlt, wie wenn Leute mit der heutigen Ethik und Gesellschaftsnorm Mosetexte lesen und sagen: "Das war aber grausam!"; ja so war das.
      Man kann nicht den heutigen Maßstab der Gesellschaft anlegen.
      Problematisch wird es erst, wenn die Welt von damals auf heute kopiert wird.
    • Stimmt:

      Die mosaische Genesis ist kein "Bericht", wie die Evangelien, sondern "Gedicht", Vision/Prophetie. Daher wird sie auch in späteren Propheten zitiert.

      Die Evangelien hingegen handeln vom Beginn der "neuen Schöpfung" durch Inkarnation/Tod/Auferstehung Jesu.

      Dennoch hätte auch ein Darwin das Zeugnis Moses von der WAHREN ENTSTEHUNG der Arten besser nicht verachtet.
      Die Schrift sagt, dass die Werke Gottes (Hebräer 4) "... von Anfang FERTIG waren. Dafür ist die "Sieben-Zeit" ein Zeichen.
    • freudenboten schrieb:

      Dennoch hätte auch ein Darwin das Zeugnis Moses von der WAHREN ENTSTEHUNG der Arten besser nicht verachtet.
      Darwin hat sich an das gehalten, was er vor Augen hat, freudenboten. Und er war deshalb übrigens selbst betrübt.
      "Von Anfang an fertig" geht in der Naturwissenschaft nicht. Denn man kommt dann eben zu falschen Schlüssen.
      Die These von der "stehenden Welt" beispielsweise (die immerschon so war, wie sie ist) galt lange Zeit und sie ist nicht haltbar.

      Die Genesis erzählt keine "Entstehung der Arten", sondern sie sagt, dass alles Leben und alle Lebewesen Gottes Geschöpfe sind.
      Ebenso erzählt sie keine erdgeschichtliche Chronik, sondern sagt, dass Gott der Architekt ist (In Principio), der Baumeister aller Welten; wie Freimaurer sagen würden: die göttliche Geometrie.
      Die Siebenzahl zeigt Struktur und Ordnung, unsere Struktur und Ordnung, nicht den tatsächlichen Hergang.

      Man stört sich - mit der Wissenschaft als Gegner - an Milliarden von Jahren.
      Was sind denn 18,3 Mrd. Jahre bei Gott? Ein Wimpernschlag.
      Von daher ist das in meinen Augen belanglos.

      Der Naturwissenschaftler kann nur - mit dem, was er vor Augen hat - messen und mehr oder minder gute Schlussfolgerungen machen.
      Wenn die Bibel als wissenschaftliche Größe einbezogen wird, dann kommt da nichts Vernünftiges bei raus.
      Jeder gute Wissenschaftler, der gläubig ist (und da gibt es einige ganz ausgezeichnete), wird dir sagen, dass man das so nicht machen kann.
      Die Fronten "Bibelbericht" oder "Theorie der allgemeinen Naturwissenschaft" ist ein Konstrukt, das recht modern ist und dem faszinierenden Thema überhaupt nicht gerecht wird.

      Kreationismus und der moderne Szientismus sind Kampf-Reaktionen aufeinander; weltanschauliche Lobbys, die um die Macht in den USA kämpfen.
      Das schwappt dann - wie immer - von den Staaten nach Europa (so wie jede Schei.. von da zu uns kommt).
      Wir Deutschen hatten Immanuel Kant; für uns sollte sowas eigentlich gar kein Thema mehr sein, aber leider sieht es anders aus.
    • Die USA haben uns immerhin die Demokratie gebracht!

      Seele1986 schrieb:

      Kreationismus und der moderne Szientismus sind Kampf-Reaktionen aufeinander; weltanschauliche Lobbys, die um die Macht in den USA kämpfen.
      Das schwappt dann - wie immer - von den Staaten nach Europa (so wie jede Schei.. von da zu uns kommt).
      Wir Deutschen hatten Immanuel Kant; für uns sollte sowas eigentlich gar kein Thema mehr sein, aber leider sieht es anders aus.
      Immerhin haben uns die USA von der schlimmen Hitler-Diktatur vor 75 Jahren befreit und uns Deutschen wieder (die von 1918/1919 ist leider durch die Zentrums - und die liberale Partei selbst - wegen deren Zustimmung zu Hitlers Ermächtigungsgesetz 1933*** - nach nur 1½ Jahrzehnten untergegangen!) die parlamentarische Demokratie gebracht! Die Amis wollten sogar das Beamtentum★ abschaffen, was ein Segen gewesen wäre !

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      *** Nur die SPD blieb im März 1933 standhaft und die Sozialdemokraten haben mit "Nein" gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz und gegen die NS-Diktatur gestimmt!

      ★ Ausgerechnet der Schorndorfer Dr. Reinhold Maier (Ministerpräsident von Baden-Württemberg 1952-1953, vorher von 1945-1952 MP von (Nord-)Württemberg-Baden) von der liberalen FDP/DVP (= Demokratische Volkspartei), der 1933 im Reichstag - zusammen mit Theodor Heuss (später von 1949-1959 der 1. Bundespräsident der BRD) - für das Ermächtigungsgesetz bestimmt hatte, wollte unbedingt am Berufsbeamtentum festhalten! Erst dessen "geistiger Nachfolger", der liberale Bürgerrechtler Helmut Palmer, der "Remstal-Rebell" kämpfte seit 1970 gegen das Beamtentum und gegen die Beamten-Republik Deutschland (BRD)!

      Reinhold Maier (* 1889 † 1971) / Helmut Palmer (* 1930 † 2004)
      Der Herr ist gut in dessen Dienst wir stehn!” (Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch)

      LIED: Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn = Melodie!
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Immerhin haben uns die USA von der schlimmen Hitler-Diktatur vor 75 Jahren befreit
      Das stimmt. Hat ja aber mit meinen Punkten nichts zutun.

      freudenboten schrieb:

      Darwin hatte die "Entstehung" der Arten ebenfalls NICHT vor Augen. Er äußerte nur eine VERMUTUNG/Philosophie dazu
      Da hast du Recht, das stimmt.