Gebete

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    • Dies soll ein Thread sein, in dem jeder Gebete niederschreiben kann, Lobpreisungen, Psalmen.

      Kein Zitate-Thread, den haben wir schon; einen Platz für Gebetsanliegen gibt es auch schon soweit ich weiß.

      Herzliche Einladung.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Psalm 90
      1 Ein Gebet von Mose, dem Mann Gottes. Herr, du bist unsere Wohnung1 gewesen von Generation zu Generation.
      2 Ehe die Berge geboren waren und du die Erde und die Welt erschaffen hattest, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, Gott.
      3 Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!
      4 Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist, und wie eine Wache in der Nacht.
      5 Du schwemmst sie hinweg, sie sind wie ein Schlaf, sie sind am Morgen wie Gras, das aufsprosst.
      6 Am Morgen blüht es und sprosst auf. Am Abend welkt es und verdorrt.
      7 Denn wir vergehen durch deinen Zorn, und durch deinen Grimm werden wir verstört.
      8 Du hast unsere Ungerechtigkeiten vor dich gestellt, unser verborgenes Tun vor das Licht deines Angesichts.
      9 Denn alle unsere Tage schwinden durch deinen Grimm. Wir bringen unsere Jahre zu wie einen Seufzer.
      10 Die Tage unserer Jahre sind siebzig Jahre, und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühe und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin.
      11 Wer erkennt die Stärke deines Zorns und deines Grimms, wie es der Furcht vor dir entspricht?
      12 So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen!
      13 Kehre wieder, HERR! - Bis wann? Erbarme dich deiner Knechte!
      14 Sättige uns am Morgen mit deiner Gnade, so werden wir jubeln und uns freuen in allen unseren Tagen.
      15 Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, so viele Jahre, wie wir Übles gesehen haben!
      16 Lass an deinen Knechten sichtbar werden dein Tun und deine Majestät über ihren Söhnen.
      17 Die
      Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns und festige über
      uns das Werk unserer Hände! Ja, das Werk unserer Hände, festige du es!
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Ein Gebet, welches mir meine Mutter (*1940 † 2014) als kleines Kind vorm Einschlafen aufgesagt hat:

      »Müde bin ich geh zur Ruh! Schließe meine Äuglein zu.
      Vater, lass die Augen dein - Über meinem Bette sein!«

      Dieses Gebet spreche ich heute noch vorm Einschlafen.



      Das ganze Gebet / Lied:

      Müde bin ich, geh zur Ruh
      Schließe beide Augen zu.
      Vater, lass die Augen dein
      Über meinem Bette sein


      Hab ich Unrecht heut getan
      Sieh es, lieber Gott, nicht an
      Deine Gnad und Jesu Blut
      Machen allen Schaden gut


      Alle, die mir sind verwandt
      Gott, lass ruhn in deiner Hand
      Alle Menschen, groß und klein
      Sollen dir befohlen sein


      Kranken Herzen sende Ruh
      Müde Augen schließe zu
      Gott im Himmel halte Wacht
      Gib uns eine gute Nacht


      Text by Luise Hensel – 1817
    • Groß bist Du, oh Herr! Und Deines Lobes ist kein Ende.
      Groß ist die Fülle Deiner Kraft, Deine Weisheit unermesslich.
      Loben will Dich der Mensch, ein so geringer Teil Deiner Schöpfung.
      Der Mensch, welcher sich' unter der Last seiner Sterblichkeit beugt, dem Zeugnis seiner Sünde.
      Einem Zeugnis, dass Du den Anmaßenden widerstehst.
      Doch will Dich loben der Mensch, ein so geringer Teil Deiner Schöpfung.
      Du schaffst, dass er Dich mit Freude preist, denn zu Deinem Eigentum erschufst Du uns,
      Ruhelos ist unser Herz, bis es ruht in Dir.
      Erkläre mir oh Herr, lass mich erkennen, ob wir Dich zuerst anrufen oder Dich preisen;
      ob wir Dich eher erfassen als anrufen sollen?
      Doch wer ruft Dich an, solange Du ihm unbekannt bist?
      Könnte Dich, der Dich nicht erkennt, statt des Einen etwa ein anderes Geschöpf anrufen?
      Wirst Du zuvor angerufen, auf dass Du erkannt wirst?
      Wie sollen die Menschen aber Dich anrufen, den, an welchen sie nicht glauben?
      Wie könnten sie glauben an Dich, wenn niemand gepredigt hätte?
      Loben werden den Herrn jene die ihn suchen.
      Alle die Ihn suchen, werden Ihn finden.
      Und die Ihn finden, werden Ihn loben.
      Ich will Dich suchen, oh Herr!
      Im Gebet, und ich werde Dich anrufen im Glauben;
      denn Du bist uns verkündigt worden.
      Der Glaube, den Du mir gegeben, oh Herr, ruft Dich an.
      Der Glaube, den Du mir eingehaucht hast,
      durch die Menschwerdung Deines Sohnes,
      durch die Vermittlung Deines Predigers.


      Quelle: Aurelius Augustinus - Bekenntnisse - Buch 1 - Erstes Kapitel
    • Herr,
      ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
      Die Nacht ist verflattert und ich freue mich am Licht.
      So ein Tag, Herr, so ein Tag.
      Deine Sonne hat den Tau weggebrannt vom Gras und von unseren Herzen.
      Was da aus uns kommt, was da um uns ist an diesem Morgen, das ist Dank.

      Herr, ich bin fröhlich heute am Morgen.
      Die Vögel und Engel singen und ich jubiliere auch.
      Das All und unsere Herzen sind offen für Deine Gnade.
      Ich fühle meinen Körper und danke.
      Herr, ich freue mich an der Schöpfung.


      Und dass du dahinter bist
      und daneben und davor und darüber und in uns.
      Herr, ich freue mich und freue mich.
      Die Psalmen singen von Deiner Liebe, die Propheten verkündigen sie und wir erfahren sie.

      Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
      Ein neuer Tag, der glitzert und knistert und jubiliert von Deiner Liebe.


      Jeden Tag machst Du, Du zählst jeden Tag wie die Kräusel auf meinem Kopf. Halleluja, Herr.

      Afrikanisches Gebet
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Vater im Himmel,
      Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht;
      Lob und Dank sei dir für den neuen Tag;
      Lob und Dank sei dir für alle deine Liebe und Güte und Treue in meinem Leben.
      Du hast mir viel Gutes erwiesen; lass mich auch das Schwere aus deiner Hand annehmen.
      Du wirst mir aber nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann.
      Du lässt deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.

      (Dietrich Bonhoeffer)
    • DER BRIEF DES VATERS


      Du, mein geliebtes Kind!

      Ich kenne Dich ganz genau, selbst wenn Du mich vielleicht noch nicht kennst. (Psalm 139,1)
      ich weiß, wann Du aufstehst und weiß wann Du schlafen gehst. (Psalm 139,1)
      ich kenne alle Deine Wege. (Psalm 139,3)
      ich habe jedes einzelne Haar auf Deinem Kopf gezählt. (Matthäus 10,30)
      ich habe Dich nach meinem Bild geschaffen (1, Mose 1,27)
      Durch mich lebst und existierst Du. (Apostelgeschichte 17,28)
      Du bist mein geliebtes Kind! (Apostelgeschichte 17,28)
      ich kannte Dich schon vor Deiner Geburt (Jeremia 1,5)
      ich habe Dich berufen, als ich die Schöpfung geplant habe (Epheser 1,11)
      Du bist kein Unfall! Ich habe jeden Tag Deines Lebens in mein Buch geschrieben (Psalm 139,15-16)
      ich habe den Zeitpunkt und den Ort deiner Geburt bestimmt. (Apostelgeschichte 17,26)
      mir überlegt wo Du leben wirst. (Apostelgeschichte 17,26)
      ich habe Dich auf erstaunliche und wunderbare Weise erschaffen. (Psalm 139,14)
      ich habe Dich im Leib Deiner Mutter kunstvoll gestaltet. (Psalm 139,13)
      ich habe Dich am Tag deiner Geburt hervorgerufen. (Psalm 71,6)
      ich lasse Dich nicht im Stich, nie wende ich mich von Dir ab. (Hebräer 13,5)
      ich bin nicht weit weg von Dir oder zornig auf Dich, (1. Johannes 4,16)
      ich bin die Liebe in Dir. (1. Johannes 4,16)
      ich wünsche mir nichts sehnlicher, als Dir meine Liebe im Überfluss zu schenken. (1, Johannes 3,1)
      ich möchte Dir mehr bieten, als ein Vater auf der Erde es je könnte. (Lukas 11,13)
      ich bin der vollkommene Vater (Matthäus 5,48)
      Alle guten Dinge, die Du empfängst, kommen von mir. (Jakobus 1,17)
      ich stille alle Deine Bedürfnisse und sorge für Dich. (Matthäus 6,31-33)
      ich habe Pläne für Dich, die voller Zukunft und Hoffnung sind. (Jeremia 29,11)
      ich liebe Dich mit einer Liebe, die nie aufhören wird. (Jeremia 31,3)
      Meine guten Gedanken über Dich sind so zahlreich wie der Sand am Strand (Jeremia 29,11)
      ich freue mich so sehr über Dich, dass ich über Dich nur jubeln kann. (Zefanja 3,17)
      ich werde nie damit aufhören Dir Gutes zu tun. (Jeremia 32,40)
      Du bist für mich ein wertvoller Schatz. (2, Mose 19,5)
      ich wünsche mir zutiefst, Dich fest zu gründen und Deinem Leben Halt zu geben. (Jeremia 32,41)
      ich will Dir große und unfassbare Dinge zeigen (Jeremia 33,3)
      Habe Deine Freude an mir - Ich will Dir geben, wonach Du dich sehnst. (Psalm 37,4)
      ich selbst habe diese Wünsche und Sehnsüchte in Dich hineingelegt. (Philipper 2,13)
      ich kann viel mehr für Dich tun, als Du es Dir vorstellen kannst. (Epheser 3,20)
      Ich bin derjenige, der Dich am meisten ermutigt. (2, Thessalonicher 2,16-17)
      Wenn Dein Herz zerbrochen ist, bin ich Dir nahe.. (Psalm 34,18)
      Wie ein Hirte ein Lamm trägt, so trage ich Dich in meinem Herzen. (Jesaja 40,11)
      Eines Tages werde ich jede Träne von Deinen Augen abwischen. (Offenbarung 21,3-4)
      ich werde alle Schmerzen Deines Lebens wegnehmen. (Offenbarung 21,3-4)
      ich bin Dein Vater und ich liebe Dich genauso, wie ich meinen Sohn Jesus liebe (Johannes 17,23)
      Jesus spiegelt mein Wesen in vollkommener Weise wieder. (Hebräer 1,3)
      Er kam auf diese Welt, um zu zeigen, dass ich nicht gegen Dich bin. (Römer 8,32)
      ich bin für Dich. (Römer 8,32)
      Jesus kam, um Dir zu sagen, dass ich Dir Deine Sünde nicht länger anrechne. (2, Korinther 5,18-19)
      Jesus starb, damit Du und ich wieder versöhnt sein können. (2, Korinther 5,18-19)
      Sein Tod war der extremste Ausdruck meiner Liebe zu Dir. (1. Johannes 4,10)
      ich habe alles für Dich aufgegeben, weil ich Deine Liebe gewinnen will. (Römer 8,31-32)
      Nichts wird Dich jemals von meiner Liebe zu Dir trennen. (Römer 8,38-39)
      Wenn Du nach Hause kommst, werden wir ein großes Fest haben, (Lukas 15,7)
      die beste Feier die der Himmel je gesehen hat. (Lukas 15,7)
      ich war schon immer Dein Papa und immer ein Papa für Dich sein. (Epheser 3,14-15)

      Alles Liebe,
      Dein himmlischer Papa
    • Mein Vater, hab Dank für alles,
      für dieses gute Leben, meine geliebte Familie, meine Freunde und Kollegen.
      Hab Dank für all die Schule, all die Lehre, all die Prüfung, durch die Du mich leitest;
      hab Dank für das Nachsinnen, an Tagen und in Nächten - wie liebe ich es, über Dich und Dein Wort nachzusinnen!
      Hab Dank, mein Herr, dass Du mir vom Mutterleibe an diese Sehnsucht nach Dir in mein Herz geschrieben hast,
      das, was nicht erworben, nicht erzogen wurde, sondern was allein Dein Geist entzündet, das Licht in dunkler Nacht.
      Hilf mir dabei, dass in mir lebt, wodurch Du mich zum Leben erweckt hast: Deine Liebe, Deine Güte, Deine Wahrheit und Aufrichtigkeit.
      Hab Dank.
      Und ich will - ob Segnung oder Entbehrung - niemals mich abwenden von Dir, mein Herr und mein Gott.

      Amen.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Herr, du hast deinem Volk die schönen Worte mitgegeben,
      sie und ihre Nachkommen werden einmal wie der Tau auf den Blättern der Bäume und Sträucher sein.
      Und ich denke daran, ob wir einmal auch zahlreich sein werden wie der Tau am Morgen.
      Denn sieht man sich um in der Welt, fühlt man sich an die Mahnung erinnert:
      Wenn der Menschensohn kommen wird, meint ihr, er werde Glauben finden auf Erden?
      Ach lass, Herr, viele Menschen Glauben finden, aufdass dein Sohn Glauben finde, wenn er wiederkehrt,
      und all die Liebe, all die Hingabe, all der Schmerz nicht vergeblich wären.
      Da sind so viele Verbitterte, so viele Zerschlagene, so viele Mühselige, so viele Beladene, so viele Umherirrende,
      denen wollte man von dir erzählen.
      Bei dir ist nichts verloren, auch in der letzten Minute nicht, denn du bist voller Barmherzigkeit.

      Und wir werden, ich will mir diese Worte zu Herzen nehmen, sein wie der Morgentau auf den Blättern der Bäume und Sträucher.
      Und wir werden uns sehen und zusammen sein, wie Bruder und Schwestern - die Kinder eines Vaters -
      und keiner wird mehr fragen, wer Gott ist.
      Es komme der Tag, da keiner mehr fragen wird, wer Gott ist.

      Sei gepriesen, Vater,
      in Jesu Namen. Amen.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Das Jahr steht auf der Höhe,
      die große Waage ruht.
      Nun schenk' uns Deine Nähe
      und mach' die Mitte gut.
      Herr, zwischen Blühen und Reifen
      und Ende und Beginn.
      Lass uns Dein Wort ergreifen
      und wachsen auf Dich hin.

      Kaum ist der Tag am längsten,
      wächst wiederum die Nacht.
      Begegne unseren Ängsten
      mit Deiner Liebe Macht.
      Das Dunkle und das Helle,
      der Schmerz, das Glücklichsein
      nimmt alles seine Stelle
      in Deiner Führung ein.

      Das Jahr lehrt Abschied nehmen
      schon jetzt zur halben Zeit.
      Wir sollen uns nicht grämen,
      nur wach sein und bereit,
      die Tage los zu lassen,
      und was vergänglich ist,
      das Ziel in das Auge zu fassen,
      das Du, Herr, selber bist.

      (Detlev Blocks)
    • Alles ist an Gottes Segen​ und an seiner Gnad gelegen!

      Alles ist an Gottes Segen


      1. Alles ist an Gottes Segen
      und an seiner Gnad gelegen
      über alles Geld und Gut.
      Wer auf Gott sein Hoffnung setzet,
      der behält ganz unverletzet
      einen freien Heldenmut.


      2. Der mich bisher hat ernähret
      und mir manches Glück bescheret,
      ist und bleibet ewig mein.
      Der mich wunderbar geführet
      und noch leitet und regieret,
      wird forthin mein Helfer sein.


      3. Sollt ich mich bemühn um Sachen,
      die nur Sorg und Unruh machen
      und ganz unbeständig sind?
      Nein, ich will nach Gütern ringen,
      die mir wahre Ruhe bringen,
      die man in der Welt nicht find't.


      4. Hoffnung kann das Herz erquicken;
      was ich wünsche, wird sich schicken,
      wenn es meinem Gott gefällt.
      Meine Seele, Leib und Leben
      hab ich seiner Gnad ergeben
      und ihm alles heimgestellt.


      5. Er weiß schon nach seinem Willen
      mein Verlangen zu erfüllen,
      es hat alles seine Zeit.
      Ich hab ihm nichts vorzuschreiben;
      wie Gott will, so muss es bleiben,
      wann Gott will, bin ich bereit.


      6. Soll ich hier noch länger leben,
      will ich ihm nicht widerstreben,
      ich verlasse mich auf ihn.
      Ist doch nichts, das lang bestehet,
      alles Irdische vergehet
      und fährt wie ein Strom dahin.


      ( Autor: Nürnberg 1676)
    • Mein Herr,
      bin ich noch zu jung, um auf gemeinsam verbrachte Jahre zurückzublicken? Ich denke nicht.
      Du jedenfalls bist nicht „zu jung“. Du bist der Uralte an Tagen, wie Daniel schrieb.
      Du hast vom ersten Moment an Wache gehalten über mein Leben und meinen Weg.
      An der Wiege, als ich noch nichts wusste, hat Dein guter Engel neben liebenden Eltern gestanden.
      Du hast mir Zeit gelassen, Du hast alle Schritte vorausgesehen, die ich brauchte, um zu lernen.
      Du hast mich widersprechen lassen, Du hast mich mit Dir kämpfen lassen.
      Du hast mich zurechtgewiesen, mich Gut und Böse gelehrt und dass ich niemals, niemals Böses gut und Gutes böse nenne.
      Du hast mich vor falschen Wegen bewahrt und meine Feinde abgewendet.
      Du hast mich getröstet, Du hast mit mir geweint, Dich mit mir gefreut.
      Du hast mir vergeben, wo ich so verfehlt habe und meinen Stolz so gebrochen, dass ich lernte, um Vergebung zu bitten.
      Du hast mich gelehrt, zu vergeben.
      Du hast mich gelehrt, zu sterben. Du hast mich gelehrt, zu leben.
      Du hast mir Dein Leben hingegeben und Dein Licht in mir entzündet.

      Heute stehe ich an der Wiege, schon wieder, und blicke mit meiner Liebsten voller Dankbarkeit in die großen, begeisterten Augen unseres Sohnes, während unser anderer sich so langsam bewähren muss in dieser großen weiten Welt.
      Heute habe ich das Herz, heute habe ich die Freude, heute habe ich Geduld, heute habe ich Sorge, heute habe ich zu beten: Segne uns, Vater, und leite uns auf all unseren Wegen.
      Dieser ganze Pfad, der, auf den ich zurücksehe und der, den ich noch gehe und auf dem ich nur ein „armer Pilger“ bin, wie man so sagt, ist eingehegt in Deine Liebe und Dein heiliges Wissen.
      Ach, wir sind Gäste auf Erden, Vater, und alles ist geschenkt, nichts gehört uns! Wie heilsam und dankbar es ist, wenn man lernt, dass einem nichts gehört.
      Es ist alles Dein. Es sei alles Dein.
      Ich danke Dir!

      Amen.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)