Osterpredigt zu Johannes 20,11-18

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    • Osterpredigt zu Johannes 20,11-18

      Heute hat unsere Dekanin eine beachtliche Osterpredigt zu Johannes 20,11-18 gehalten. Dauer: 17 Minuten.

      Hier der Predigttext:
      11: Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein 12: und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. 13: und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 14: und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. 15. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. 16:
      Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch:
      Rabbuni!, das heißt: Mein Meister! 17: Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. 18: Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen“ und was er zu ihr gesagt habe.

      Hier einige Gedanken zur Predigt:
      ... der Tod Jesu wurde nicht rückgängig gemacht. Auferstehung meint nicht Rückkehr ins frühere Leben, oder gar Unterstützung einer Hoffnung ...


      Nein: rühre mich nicht an! Noli me tangere.
      Keine Umarmung. Warum darf sie nicht sein? Der Grund ist sicher nicht, dass Jesus Menschen nicht an sich heranlassen wollte. Ganz im Gegenteil. Der irdische Jesus hat oft Menschen berührt. Er hat Kinder auf den Arm genommen, er hat Kranken die Hände aufgelegt, er hat sich von anderen berühren lassen, die die Kraft spüren wollten, die von ihm ausging. Und als die Sünderin mit dem Salböl kam, da ließ er sie gewähren und ließ die Nähe zu. Und noch am Tage vor seiner Kreuzigung, da hatte er alle noch näher an sich herangelassen. Bei der letzten gemeinsamen Mahlzeit sagte er: „nehmt und esst. Das ist mein Leib.“ Intimer, näher geht es kaum. ...


      Und es reicht auch nicht, sich einfach klar zu machen, dass das griechische Wort, haptein, das an dieser Stelle verwendet wird, nicht nur „berühren“ bedeutet, sondern auch „aufhalten“, so dass man auch übersetzen könnte: halte mich nicht auf. Ich bin auf dem Weg, ich war noch nicht beim Vater, muss erst aufsteigen in den Himmel. – Denn dieser Weg der Rückkehr zum Vater ist ja auch einfach nur eine Umschreibung, mit der versucht wird, ein Gespür dafür zu bekommen, was passiert ist. Eine Umschreibung, die vielen vertraut geworden ist, aber genauso auch fremd werden kann, weil sie die Vorstellung von verschiedenen Welten und Wirklichkeiten voraussetzt. Dann sind vielleicht auch neue Umschreibungen nötig, neue Bilder, um Zugang zu bekommen.
      Zugang zu bekommen zu der Einsicht: alles ist anders als es vorher war. Jesus lebt.
      Aber nicht hmehr in einer irdischen Existenz. Er ist gegenwärtig, aber er ist entzogen.
      Der Philosoph Jean-Luc Nancy sagt: an seine Ewigkeit ist nicht zu rühren! ...

      Maria scheint das aufzugehen in diesem Moment. Vielleicht spürt sie, dass der Satz „Rühre mich nicht an“ eine andere, neue Verbindung schafft – eine unsichtbare, hauchfeine Berührung, die das bestätigt, was entstanden ist in dem Moment, als sie ihren Namen hört.
      Es ist ähnlich wie bei den Jüngern, die später unterwegs sein werden in Richtung Emmaus. Sie erkennen den Auferstandenen am Brechen des Brotes. Und im Moment des Erkennens ist er fort. Beides gehört zusammen: Die Botschaft „Das ist mein Leib. Und: ich bin bei euch alle Tage“ und das „Rühr mich nicht an.“ Nur entzogen ist er gegenwärtig.

      Spannend ist noch, dass es einen gibt, bei dem es anders war: Thomas. Er durfte berühren. Seine Finger in die Wundmale Jesu legen. Weil er das für sich brauchte.
      ...
      Der Unterschied scheint mir der zu sein, dass es Thomas um den Rückbezug zum vergangenen Erlebten geht, um Bestätigung – während der zunächst vorhandene Wunsch Marias nach Berührung auf die Fortführung des Erlebten in die Zukunft hinein zielte. Aber die ist eben neu und anders.
      Jesus zeigt sich als der Auferstandene. Er lässt sich als lebendig erkennen. Und er lässt in einem anderen Sinn, der aber genauso wesentlich ist, auch Maria auferstehen. Er ruft sie mit ihrem Namen ins Leben. Und genauso wie der auferstandene Jesus nicht derselbe ist wie der irdische, so ist auch das neue Leben Marias anders als ihr altes.

      Sie muss loslassen – den vertrauten Meister und damit ihre Rolle als Schülerin. Dafür bekommt sie eine anspruchsvolle neue Aufgabe. Sie wird ihrerseits auf den Weg geschickt, wird zur Lehrerin der anderen. Ausgerechnet eine Frau. Später haben Männer Begründungen dafür gesucht, warum Frauen in der Kirche nicht mehr lehren durften. Zu Beginn war das anders gedacht.
      Marias Weg ist der Weg aus der Trauer heraus zu einer neuen Lebensaufgabe. Es ist ein Aufbruch zum Leben. Und Maria geht diese Aufgabe von der Erfahrung der Begegnung mit dem Auferstandenen her an. Damit beginnt sie ihre Verkündigung: Ich habe den Herrn gesehen. Dann spricht sie weiter: eure Beziehung zu Gott, euer Leben, hat eine neue Qualität. Ihr seid Gottes geliebte Kinder, ihr seid untereinander Schwestern und Brüder. Geht euren Weg ohne Furcht. Er ist da.
      Liebe Gemeinde, wir sind untereinander Schwestern und Brüder. Jesus hat gesagt:
      „Ich gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ Das trägt. Als Auferstandener ist er unberührbar gegenwärtig und lässt uns aufbrechen zum Leben.

      Stimme, die Stein zerbricht, kommt mir im Finstern nah, jemand, der leise spricht:
      Hab keine Angst, ich bin da. Sprach schon vor Nacht und Tag, vor meinem Nein und
      Ja, Stimme, die alles trägt: Hab keine Angst, ich bin da. Bringt mir, wo ich auch sei, Botschaft des Neubeginns, nimmt mir die Furcht, macht frei, Stimme, die dein ist: Ich bin’s! Wird es dann wieder leer, teilen die Leere wir. Seh dich nicht, hör nichts mehr – und bin nicht bang: Du bist hier.
      Dieses Lied werden wir gleich miteinander singen – aber ich möchte dem noch ein kurzes Gedicht des katholischen Dichters Andreas Knapp an die Seite stellen. Es heißt Annäherung an die Wirklichkeit:
      nicht durchblicken, sondern anblicken, nicht im Griff haben vielmehr ergriffen sein, nicht bloß verstehen auch zu dir stehen, nicht durchschauen einfach nur anschauen – so werden wir wirklich wir. Amen.

      Im Anhang die gesamte Predigt!
      Dateien

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • freudenboten schrieb:

      Ist die Auferstehung für die Dekanin real oder "symbolisch"?
      Selbstverständlich real! Wenn Du genau gelesen hast ...!

      Zitat : „Jesus lebt. ... Er ist gegenwärtig ...
      Und Maria geht diese Aufgabe von der Erfahrung der Begegnung mit dem Auferstandenen her an. Damit beginnt sie ihre Verkündigung: Ich habe den Herrn gesehen.
    • Jesus - seine Geistseele - war nach seinem Tode sofort im Paradies!

      freudenboten schrieb:

      Beachte auch, dass Jesus vor dem Auferstehungstag NOCH NICHT im Paradiese war!
      Eine adventistische Irreführung!
      In Lukas 23,43 lesen wir etwas anderes!
      Jesus sagt zum Verbrecher neben ihm am Kreuz:

      Jesus antwortete ihm: »Ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.« (Neue Genfer Übersetzung)


      Lukas 23,43 lesen!!!

      Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. (Lutherbibel 2017)

      Und er sagte zu ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. (Zürcher Bibel)

      Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. (Einheitsübersetzung 2016)

      Da antwortete Jesus: »Ich versichere dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.« (Neues Leben. Die Bibel)

      ====> Diese eindeutige Aussage, dass sowohl Jesus als auch der reumütige Verbrecher noch am Abend des Karfreitags im Paradiese sein werden, war der Grund dafür, dass die Christenheit schließlich folgende Passagen in das Apostolische Glaubensbekenntnis aufgenommen hatten:

      »... gekreuzigt, gestorben und begraben,
      hinabgestiegen in das Reich des Todes,
      am dritten Tage auferstanden von den Toten, ...«

      Das bedeutet, dass zwischen Jesu Tod (am Karfreitag) und Jesu Auferstehung (am Ostersonntag) Jesus am Karsamstag mit seiner unsterblichen göttlichen Geistseele im Paradiese war, wo er dann auch in die beiden Abteilungen dieses 'Reiches des Todes' welche uns Jesus in Lukas 16,19ff. beschrieben hatte [Paradies („Abrahams Schoss”) und Totenreich/ Hades („Ort der Qual”)], hineingegangen ist, um allen vor ihm Gestorbenen auch noch das Evangelium / Die Frohe Botschaft von der göttlichen Gnade zu verkündigen, damit diese alle auch noch die Chance hatten die (er)rettende Botschaft anzunehmen! Dass dies so war, lesen wir vor allem auch in den Briefen des Apostels Petrus! [---> siehe 1Petr 3,19f. (In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, 20 die einst ungehorsam waren, als Gott in Geduld ausharrte zur Zeit Noahs) und 1Petr 4,6 (Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise leben im Geist.)

      Und auch die Verse des Paulus in Eph 4,9f. (Dass er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? 10 Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.) gehen in diese Richtung!
    • HeimoW schrieb:

      Die Gegenwart Gottes.
      Wenn Jesus dem Schächer sagt: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!,
      dann ist diese Gegenwart Gottes gemeint.

      Da der Sohn und der Vater eins sind, ist er mit ihm dort, auch wenn er im Reich des Todes ist.
      Gleichsam wie er ja sagt, er sei anwesend, wo zwei oder drei versammelt sind in seinem Namen;
      da läuft ja in euren oder unseren Gemeinden kein leiblicher Jesus rum, nicht wahr?

      Gleichsam, wie er sagen kann: Mein Gott, warum/ wozu hast du mich verlassen?,
      obwohl wir ja sagen, er sei einträchtig mit ihm und da sei keine Trennung.

      Das ist eben ein Geheimnis, wie alles nach unserem Leben hier letztlich ein Geheimnis ist.
      Es ist uns zwar geschildert, aber das sind keine strukturellen Ablauf-Schemata.

      Es ist immer faszinierend, dass Leute wissen, wo er wann war und wie.
      Diese Sophisterei gibt es in der Bibel selbst nicht.

      Ich denke, es ist in Ordnung, etwas darüber zu sinnieren (das darf man),
      aber man muss auch immer zu dem Punkt kommen, wo man erkennt, dass man nur am Ufer eines tiefen Wassers geht.
      Es wäre traurig, wenn wir alles wüssten.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:

      Gleichsam, wie er sagen kann: Mein Gott, warum/ wozu hast du mich verlassen?,
      obwohl wir ja sagen, er sei einträchtig mit ihm und da sei keine Trennung.
      Was soll das heißen? Gott war in Jesus und im Moment des Tragens der Sünde, wird Jesus so Mensch ohne Gott gewesen sein, wie wir es auch sind, wenn Sünde und Gott einfach nicht zusammen gehen können.

      Der Kampf um den Raum in uns, der ist ja kein theoretischer.

      Als Jesus noch nicht zum Vater gekommen war, ein Auferstandener Mensch.....
      da würde mich interessieren, ob er noch keinen verwandelten Leib hatte( wie es uns bei der Wiederkunft Jesu verheißen wird, so wir noch Leben), einen unverweslichen Leib. Später, als er den Jüngern begegnete, war er nicht gebunden an unsere Naturgesetz , das kann man vermuten, nachdem er einfach "erscheint"....angreifbar und Nahrung essend, aber dennoch wandelbar....
      Ich denke, man darf die kleinen Informationen nicht übergehen.

      Mir nervt es mittlerweile überhaupt, dass sämtliche "Auslegungen" das Wort überdecken, man presst dir Vorstellungen ins Wort hinein, anstatt die Informationen des Wortes vorsichtig in sich wirken zu lassen.
      Das fängt mit den Gottesdefinitionen an und hört mit dem Sozialevangelium auf....dazwischen noch ein paar Lebensvorschriften und Traditionshandlungen ,vielleicht auch noch ein paar Vereinsregeln.....
      Am Ende schreiben junge Menschen Bücher wie" Gott hat mir nie das DU angeboten"....

      Was für einen Menschen wichtig ist, das bleibt kein! Geheimnis.
      (Geheimnis ist sowieso ein unendlich missbrauchtes und unnützes Wort, das Gegenteil von Licht und Offenbarung!!!)
      Das Wort spricht klar und deutlich mit jedem einzelnen, wenn er nur will.
      Lk 24,15 Und es geschah, als sie so redeten und einander fragten, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.
      Jak 4,8 Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Pfingstrosen schrieb:

      Was soll das heißen?
      Was ich oben geschrieben habe soll das heißen.

      Pfingstrosen schrieb:

      Was für einen Menschen wichtig ist, das bleibt kein! Geheimnis.
      Richtig. Aber was für uns wichtig ist, das ist uns gesagt und daran darf man glauben.
      Deshalb lassen wir uns nicht sagen, das sei nicht so, obgleich er´s uns gesagt hat.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Pfingstrosen schrieb:

      Mir nervt es mittlerweile überhaupt, dass sämtliche "Auslegungen" das Wort überdecken, man presst dir Vorstellungen ins Wort hinein, anstatt die Informationen des Wortes vorsichtig in sich wirken zu lassen.
      Das fängt mit den Gottesdefinitionen an und hört mit dem Sozialevangelium auf....dazwischen noch ein paar Lebensvorschriften und Traditionshandlungen ,vielleicht auch noch ein paar Vereinsregeln.....
      Am Ende schreiben junge Menschen Bücher wie" Gott hat mir nie das DU angeboten"....
      Ja ja, ich weiß. Nirgendwo ist das "wirklich Wahre" noch zu finden bei den ganzen Christenheiten ...
      Ich kenne das Gefühl. Vielleicht wirst du dem auch noch überdrüssig.

      Mach es anders und gut is. Die Konfessionskritik hilft leider überhaupt nichts.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:

      Ja ja, ich weiß. Nirgendwo ist das "wirklich Wahre" noch zu finden bei den ganzen Christenheiten ...
      Ich kenne das Gefühl. Vielleicht wirst du dem auch noch überdrüssig.
      Ja nun, die Vergeistigung aller schlichten Worte oder das rege Treiben im sozialen Bereich, ohne das Wort Gottes in seiner Klarheit samt Aufruf zur Umkehr, das ist alles sehr durchschaubar menschliches Treiben.
      Genau wie die Angst vor der Nichtexistenz zum Wunsch nach einer "Geistseele" ruft oder das Festhalten an Traditionen, seien sie noch so seltsam, am Ende dazu führt, dass "Glaube an Gott" nur etwas für seltsame Leute sein soll.....

      Ich mag das Wort:
      Joh 20,17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott!

      Der Weg ist frei.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Pfingstrosen schrieb:

      Ja nun, die Vergeistigung aller schlichten Worte
      Pfingstrosen,
      wir haben einmal Jesu Worte: Heute wirst du mit mir im Paradies sein;
      dann sagt er: Ich war noch nicht beim Vater;
      dann heißt es - der Lehre nach - er war im Reich des Todes;
      dann heißt es - bei Petrus - er hat den Toten das Evangelium gegeben.

      Wenn Jesus nur ein Mensch gewesen wäre, dann müssten wir sagen: Das kann so nicht gehen.

      Den Schlüssel der Auslegung gibt er uns, wenn er sagt: Gott ist Geist,
      und: Ich und der Vater sind eins.

      Daher meine Auslegung. Das ist keine Vergeistigung.
      Wenn du beim Menschen Jesus von Nazareth bleibst, dann geht es nicht, denn dieser Mensch lag im Grab.

      Norberts Geistseele-Theorie teile ich so nicht.

      Pfingstrosen schrieb:

      Genau wie die Angst vor der Nichtexistenz
      Das sind starke Worte, denn eigentlich ist die Botschaft, dass die Angst vor der Nichtexistenz bzw. die Nichtexistenz bezwungen ist.
      Wenn die Nichtexistenz nicht zu sorgen brauche, dann können wir das ganze Thema lassen;
      Buddhisten und Materialisten werden dir zustimmen: Ist doch kein Problem, was willste denn?

      Bei uns heißt es aber, dass der Tod besiegt ist.

      Nun sagst du: "Es gibt ja die Auferstehung!"
      Richtig, diese Aussage bleibt auch bestehen, aber es gibt eben (siehe oben) auch noch andere Aussagen, von Jesus selbst oder von den Aposteln.

      Daher schrieb ich, wie das letztlich genau vonstatten geht, bleibt ein Geheimnis.
      Ich weiß, dass es lauter Leute gibt, die genau erklären können, wie und was da genau passiert,
      aber leider lügen sie alle.

      Dass das Wort "Geheimnis" oft missbraucht wird, interessiert mich eigentlich nicht.
      Ich finde das Wort wunderbar und nutze es dort, wo ich es für angebracht halte.

      Wir sprechen z.B. auch vom Geheimnis des Glaubens; hier sagen zwar auch manche, sie wüssten ganz genau, wie das abzulaufen habe, aber die lügen ebenso.
      Wir sprechen vom Geheimnis des Ratschlusses Gottes; auch hier: siehe oben.
      Wir sprechen vom Geheimnis des Bösen; auch hier: siehe oben.

      Wir dürfen vieles wissen. Es ist uns offenbart.
      Aber die Grenzen müssen wir auch kennen, denn sonst verirrt man sich.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Pfingstrosen schrieb:

      oder das Festhalten an Traditionen, seien sie noch so seltsam, am Ende dazu führt, dass "Glaube an Gott" nur etwas für seltsame Leute sein soll.....
      Das ist Quatsch.
      Man findet seltsame Leute seltsam, weil sie seltsam sind. Ganz einfach.
      Das hat mit Gott nichts zutun, sondern seltsame Leute leben ihren Glauben seltsam.

      Welche Traditionen meinst du? Es gibt so viele ...
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:

      Das ist Quatsch.
      Man findet seltsame Leute seltsam, weil sie seltsam sind. Ganz einfach.
      Das hat mit Gott nichts zutun, sondern seltsame Leute leben ihren Glauben seltsam.

      Welche Traditionen meinst du? Es gibt so viele ...
      Wenn man von Glauben und Gott spricht, dann wird das eben leider sofort meist mit Katholizismus in Verbindung gebracht und wenn Tausende einer Schwarzen Madonnenfigur in der Prozession hinterher rennen und sämtliche sonderbare bis okkulte
      Fähigkeiten zuschreiben, dann ist das das Ergebnis der Traditionen, die gepflegt werden. Auch die Segnungen oder Weihungen unbeseelter Dinge....etc.
      Es sind also Millionen Menschen seltsam. Wenn man das wie du sieht.
      Natürlich hat das mit Gott nichts zu tun. Etwas anderes habe ich ja nicht behauptet.

      Vielleicht liest du nochmal, was ich geschrieben habe, es ist kein Quatsch, es ist traurige Tatsache.
      Mit den seltsamen Traditionen kommt auch ein seltsames Gottesbild, gegen das wiederum argumentiert wird. Die Menschen argumentieren meist nicht gegen den Gott der Bibel, gegen den Gott in Jesus, nicht gegen Jesus.Sie argumentieren und wehren sich berechtigterweise,gegen falsche Gottesvorstellungen.

      Seele1986 schrieb:

      Das sind starke Worte, denn eigentlich ist die Botschaft, dass die Angst vor der Nichtexistenz bzw. die Nichtexistenz bezwungen ist.
      Wenn die Nichtexistenz nicht zu sorgen brauche, dann können wir das ganze Thema lassen;
      Buddhisten und Materialisten werden dir zustimmen: Ist doch kein Problem, was willste denn?

      Bei uns heißt es aber, dass der Tod besiegt ist.
      Wenn Menschen vor Trübsal und Tod Angst haben, dann erfinden sie unsterbliche Seelentheorien und vorzeitige Entrückungen. Wenn ich keine Angst habe, weil ich weiß, dass Gott sowieso nichts zulässt, was mir als Gottvertrauenden nicht dient, dann brauche ich diese "Erfindungen " nicht.
      Ruhen und Auferstehen, einen unsterblichen Leib bekommen.....das ist die Reihenfolge Jesu und unser Vorbild im Sein als Mensch genauso. Es steht nicht umsonst "Mensch"! in dem Text:
      1Tim 2,5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus,

      Das Unterpfand der Auferstehung ist der Geist Gottes und keine Frage, dieser war auch im Sohn, der als personifiziertes Wort Gottes den Vater darstellte, sein Wollen erfüllte, seine handelnde Hand, sein Ebenbild, wie Adam es hätte sein können, wie wir es sein sollten.
      So verstehe ich das und es mindert nicht die "Göttlichkeit" Jesu, die er vor der Menschwerdung abgelegt hat und nach der Auferstehung wieder verliehen bekommen hat.
      Philipper 2,9 - Elberfelder Bibel :: BibleServer Mobile





      Seele1986 schrieb:

      Wir dürfen vieles wissen. Es ist uns offenbart.
      Aber die Grenzen müssen wir auch kennen, denn sonst verirrt man sich.
      Ja.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Pfingstrosen schrieb:

      Wenn Menschen vor Trübsal und Tod Angst haben, dann erfinden sie unsterbliche Seelentheorien

      Das sind keine Erfindungen.
      Daß der Mensch eine Seele hat, sagt die Schrift oft genug.
      Daß sie unsterblich sein soll, dagegen nicht.
      Aber an das direkte Weiterleben der Seele darf man glauben, denn das sagt die Schrift auch. Auch wenn es andere Auslegungen gibt.
    • Ein totales, unlogisches Chaos hier!

      Jesus war weder am Tag seiner Kreuzigung noch im Tag danach im Paradiese.

      Illusionen helfen niemandem.

      Jesus ging erst nach der Begegnung mit Maria von Magdala am Auferstehungstag zum Paradies/zum Vater.

      "Wahrlich ich sage dir heute: Du wirst mit mir im Paradiese sein!"
    • Pfingstrosen schrieb:

      Wenn man von Glauben und Gott spricht, dann wird das eben leider sofort meist mit Katholizismus in Verbindung gebracht und wenn Tausende einer Schwarzen Madonnenfigur in der Prozession hinterher rennen und sämtliche sonderbare bis okkulte
      Fähigkeiten zuschreiben, dann ist das das Ergebnis der Traditionen, die gepflegt werden. Auch die Segnungen oder Weihungen unbeseelter Dinge....etc.
      Es sind also Millionen Menschen seltsam. Wenn man das wie du sieht.
      Natürlich hat das mit Gott nichts zu tun. Etwas anderes habe ich ja nicht behauptet.
      Da hast du natürlich Recht.

      Pfingstrosen schrieb:

      Wenn ich keine Angst habe, weil ich weiß, dass Gott sowieso nichts zulässt, was mir als Gottvertrauenden nicht dient, dann brauche ich diese "Erfindungen " nicht.
      Richtig, aber genau dies ist uns ja verheißen.

      Die Idee der unsterblichen Seele ist falsch, wenn man sagt, dass der Mensch aus sich heraus unsterblich sei.
      Sie ist nicht falsch, wenn man sieht, dass Gott durchhalten, erwecken und lebendig machen kann, wen und wie er will.

      Ich nehme Jesu Worte an den Schächer, wie sie stehen. - Das ist dir doch so wichtig, oder nicht?
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • freudenboten schrieb:

      Illusionen helfen niemandem.
      Weißt du, aggressive Atheisten sagen uns Gläubigen auch, wir machten uns mit unserem Glauben doch nur Illusionen.
      Wohingegen wir ja sagen, wir glauben an dieses Evangelium und der, der es gegeben hat, ist vertrauenswürdig.

      Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb, schrieb Petrus.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Yppsi schrieb:

      Aber an das direkte Weiterleben der Seele darf man glauben, denn das sagt die Schrift auch
      Nein, das sagt die Schrift nicht!
      Sie erzählt uns davon, dass wir in Jesus den Tod überwunden haben...dass wir durch und in Jesus in den Himmel versetzt sind, aber das ist, weil er dort ist und weil wir in ihm gehören und weil wir nach dem Tod in ihm ruhen.
      deshalb bringt er die Versorbenen mit einher, wenn es dann zur Auferstehung kommt, das steht im Tessalonicher.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Seele1986 schrieb:

      Ich nehme Jesu Worte an den Schächer, wie sie stehen. - Das ist dir doch so wichtig, oder nicht?
      Ja und ich setzte sie in Verbindung mit allen anderen Informationen und dort wird für mich klar, dass weder er noch ich anderen vorausgehe, sondern dass wir trotz Tod eben in Jesus sind, aber bei vollem Bewusstsein zusammen das Auferstehen erleben werden und dann......dann kommt das "Paradies" mit Gott und nicht mehr schlafend zusammen zu wohnen......das sagt mir Jesus auch "heute".......
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!