Was ist der Eigenname Gottes?

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    • HeimoW schrieb:

      Es liegt daran, dass man nicht einig ist darüber, wie der Name allenfalls auszusprechen wäre.
      Man ist sich bei vielen Übersetzungen der Bibeltexte nicht einig, übersetzt dann aber dennoch seine Version.

      In der alten Einheitsübersetzung von 1980 wird in der Fußnote zu Genesis 4,26 folgende Anmerkung gegeben: Hier und an den meisten Stellen, wo in dieser Übersetzung "der Herr" für Gott steht, gebraucht H [d. h. der hebräische Text] den Eigennamen Jahwe. Die Übersetzer folgen der Tradition der Juden und Christen, den Eigennamen Jahwe, den die Juden wegen Ex 20,7 = Dtn 5,11 nicht auszusprechen wagten, mit "der Herr" zu umschreiben. Nur wo es unumgänglich schien, wurde der Eigenname belassen (vgl. Ex 3,15).“ In der alten Einheitsübersetzung wurde das Wort "Jahwe" über 100 Mal verwendet.

      In der neuen Einheitsübersetzung von 2016 wird das Wort Jahwe nicht mehr verwendet, die Begründung dabei ist nicht, dass es eine Unsicherheit bei der Vokalisierung des Gottesnamens gibt, vielmehr ist es: "... wichtig für den jüdisch-christlichen Dialog, da Juden den Namen Gottes nicht aussprechen dürften, betonte Bischof Wanke. Auf der anderen Seite sei aber auch das stattdessen verwendete Ersatzwort "HERR" (speziell kenntlich gemacht durch die Kapitälchen) schon immer kirchliche Tradition. "Wir greifen damit zudem auch eine weltkirchliche Weisung auf", so Wanke."

      Auch andere Übersetzungen folgen offenbar dem Beispiel der Einheitsübersetzung, denn sie haben kein Problem damit das Wort Jahwe, z. B. bei Exodus 3,14.15 (rev. Elberfelder Bibel, Fußnote Gute Nachricht Bibel, Fußnote Luther Bibel 1984); 6,3 (Pattloch Bibel 1960), als Gottesnamen zu nennen.
      Warum aber steht der Name (Jahwe) dann selten oder gar nicht in den über 6800 Textstellen des Alten Testaments wo er vorkommt? Der Grund liegt daher wohl kaum in der Unsicherheit der Übersetzung als in einer Rücksichtnahme auf allgemeine traditionelle Gepflogenheiten den Namen Gottes kaum oder nicht in der Bibel zu verwenden.
      Ist das aber ein Rat des Geistes Gottes, der diesen Namen im Alten Testament sehr wohl haben wollte? Ist diese "Tradition" aber nicht der Rat des Geistes Gottes, dann könnte es der Rat eines anderen Geistes sein den man hier folgt - eines Geistes der den richtigen Bedeutungsnamen Gottes nicht liebt.

      Liebe Grüße, Junker
      "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert." Albert Einstein
    • Respekt vor jüdischer Tradition ist eine Höflichkeit, wir haben aber inzwischen die Fortführung im Namen Jesus=Jhwh rettet. Wenn man Jhwh durch Adonai/HErr ersetzt, muss man auch Jesus aus "Ehrfurcht" vermeiden. Warum benutzt man auch im Hebr. die zusammengesetzten Namen mit Jeho... oder ... jah?, wenn dies gegen eines der 10 Worte/Dekalog verstieße.
      "Du sollst den Namen (Hashem) nicht unnütz gebrauchen"
      Das meint wohl eher Sinn und Zweck der Namensnennung als einen Wortlaut.
      Darum lehnte Jesus das "Schwören" überhaupt ab.
    • Norbert Chmelar schrieb:

      HeimoW schrieb:

      Es liegt daran, dass man nicht einig ist darüber, wie der Name allenfalls auszusprechen wäre.
      Die weit überwiegende Mehrheit der Gelehrten ist der Meinung, dass der GOTTESNAME mit »JAHWE / JAHWEH« richtig ausgesprochen werde. ----> Sie berufen sich hier v.a. auf die Abkürzung »JAH« in vielen Psalmen im Worte »HALLELU - JAH« = »PREISET JAH(WEH)«!Wobei aber auch die Argumentation von Gérard Gertoux
      [siehe NR.31:
      Das Problem bei der Aussprache "Jahwe" ist, dass man im Hebräischen für die vier Konsonanten YHWH immer drei Vokale für die richtige Aussprache benötigt, nicht aber nur zwei wie bei Jahwe (der Autor Gérard Gertoux bezeichnete in seinem Buch "The Name of God Y.eH.oW.aH Which is pronounced as it is Written I_Eh_oU_Ah." Simplified Edition, 2015, S. 64, die Jahwe-Form daher als: "absolutely nonsense").] etwas für sich hat. Vermute aber mal, dass Gertoux zur "Minderheitsmeinung" gehört.

      Es ist sicher richtig, dass die "weit" überwiegende Mehrheit der Gelehrten "Jahwe" für die richtige Aussprache hält. Die Mehrheit sagt aber nichts über die Richtigkeit dieser Meinung aus, sonst müssten wir ja auch den Sonntag als Ruhetag annehmen.
      Das "Mehrheitsargument" wird häufig dann verwendet, wenn man bei den Arguementen schwach ist.

      Gérard Gertoux und Nehemia Gordon sind Gelehrte unserer Zeit und haben sich mit dem Thema der Aussprache des Namens Gottes sicher mehr beschäftigt als fast alle anderen Hebräischgelehrten von heute. Das Wissen hat zugenommen und so ist es heute leichter denn je, die einzellnen Argumente für oder gegen die Aussprache von Yahwe oder Yehovah, etc. zu überprüfen.
      Das erwähnte Buch von Gertoux befasst sich nur mit der Vokalisierung von YHWH. Das "absolutely nonsense" in seinem Buch bezieht sich dabei auf die hebräische Grammatik, die eine Vokalisierung mit Jahweh nicht zulässt (da es das dazu nötige Verb in der Causativform im Hebräischen nicht gibt).

      Ich habe gestern eine Information von Nehemia Gordon im Internet gefunden, die ich Dir - bzgl. der Kurzform "JAH" - nicht vorenthalten möchte, hier der Link.
      Nehemia Gordon ist karäischer Jude, hat an der Hebräischen Universität in Jerusalem studiert und wirkte an der Übersetzung der Schriften vom Toten Meer mit - ist also ein ausgezeichneter Kenner des Althebräisch. Ich würde ihn aufgrund seiner guten Kenntnise des Hebräisch deutlich über die große Mehrheit der heutigen Jahwe-Gelehrten einordnen.
      Er schreibt im verlinkten Text: "The form Yah follows an ancient practice of taking the first and last letter of a word to express an abbreviation." Das bedeutet, dass bei einer Vokalisierung der vier Konsonanten YHWH mit YeHoWaH, einfach der Wortteil "eHoW" herausgestrichen wird und man dadurch dir richtige Kurzform "Y...aH" erhält. Würde man YHWH mit YaHWeH vokalisieren, dann würde die Kurzform von Yahwe (so wie man z. B. Elisabeth zu Lisa kürzt), nach dieser "ancient practice ", "YeH" ergeben, nicht aber "YaH".

      Es ist immer besser sich selbst zu informieren, als sich relativ blind auf "die Mehrheit" der Gelehrten verlassen zu müssen.

      Liebe Grüße, Junker
      "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert." Albert Einstein