1.Petrus 2,5: Was versteht man unter "Geistliche Opfer"?

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    • 1.Petrus 2,5: Was versteht man unter "Geistliche Opfer"?

      Was versteht man eigentlich unter "geistliche Opfer" in 1.Petrus 2,5?

      Der Bibelvers lautet:

      Bibelstelle

      5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

      Was soll man hier unter »geistliche Opfer« verstehen?
    • Der Begriff "geistlich" steht in der Bibel in der Regel dem Begriff "fleischlich" gegenüber. Es geht hier also nicht um buchstäbliche Opfer, und eigentlich auch nicht um "materielle" Opfer, wobei sich aber das Opfer, welches vom Gläubigen gebracht wird, natürlich im Alltag "materialisert" - so wie sich der Glaube durch Werke "materialisiert".
      Ein Opfer bringen bedeutet, dass ich etwas von mir selber aufgebe und es einer höheren Sache weihe/übergebe zu einen bestimmten Zweck: Dank, Sühne, Lob etc. Die Bibel kennt bekanntlich verschiedene Arten von Opfern. Alle Opfer haben gemein, dass ich etwas mehr oder weniger Wertvolles loslasse oder abgebe. Der Opfernde trennt sich von etwas, an dem er nach "fleischlichen" Maßstäben hängt, z.B. Nahrungsmitteln. Und ich denke, dass ist die Analogie, auf die Petrus hier anspielt: Lass die "fleischlichen" Dinge an denen du so hängst los und widme dich "geistlichen" Dingen, denn das ist Gott wohlgefällig.

      Anmerkung: Geistliche Dinge sind nicht unbedingt gleichzusetzen mit dem theologischen (innermenschlichen) Nachsinnen über Gott, sondern eher praktischer Natur, d.h. sie sind die "Frucht des Geistes" (Gal 5,22-24). Die "fleischlichen" Dinge sind die "Werke des Fleisches" (Gal 5,19-21).

      Interessant finde ich in diesen Vers den Nachsatz "durch Jesus Christus". So gut und richtig unsere Opfer sind, erst durch Jesus Christus werden sie wohlgefällig. Ich sehe hier einen direkten Bezug zu seinem Mittlerdienst im himmlischen Heiligtum. Das Heiligtums- und Priesterschaftsmotiv findet sich ja auch in diesem Vers.

      Ellen White beschrieb dieses "durch Jesus Christus" wie folgt:

      Ellen White schrieb:

      Die Gottesdienste, die Gebete, das Lob und das beichtende Sündenbekenntnis der wahren Gläubigen steigen als Weihrauch zum himmlischen Heiligtum auf, aber durch die korrupten Kanäle der Menschheit gehend sind sie so verunreinigt, dass sie, außer durch Blut gereinigt, niemals von Wert sein können vor Gott. Sie steigen nicht in makelloser Reinheit auf, und wenn der Fürsprecher, der zu Gottes Rechten ist, nicht alles durch Seine Gerechtigkeit darstellen und reinigen würde, es wäre für Gott nicht annehmbar. [...] Er hält vor dem Vater das Räuchergefäß seiner eigenen Verdienste, in denen kein Makel der irdischen Korruption ist. (1 SM 344)

      Von daher gibt es keinen Grund sich als Mensch für seine geistlichen Opfer zu rühmen oder durch sie Ansprüche geltend zu machen vor Gott.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Ich bin ja noch recht neu bei den Reform-Adventisten (bei diesen hier, die leider kein eigenes Forum haben) und dort wird ja Ellen White auch oft zitiert. Aber ich habe noch nicht viel von ihr gelesen, weil ich erst die Bibel ganz in mir aufnehmen möchte. Sonst weis ich womöglich nachher bei Aufgenommenem nicht, ob das nun in der Bibel stand oder ob Ellen White das gesagt hat. Aber wenn ich das oben lese mit den korrupten menschlichen Kanälen wird sie mir immer sympathischer.
      Ich sehe vor meinem geistigen Auge einen katholischen Beichtstuhl, in dem sich ein katholischer Geistlicher bei Schilderung einer Beichte aus dem Bereich der sexuellen Übertretung unreine Gedanken macht. So etwas sollt überhaupt nicht passieren können. Das zeigt doch schön, dass wir im Gebet vor Gott direkt beichten sollen.
      Etwas anderes ist die konkrete Lebenshilfe, die Seelsorge, wenn jemand der gestrauchelt ist, Hilfe in Anspruch nehmen möchte oder Beratung braucht zu Gewissensdingen. Aber auch da kann man ja immer auch alles im Gebet vor Gott bringen. Nur manchmal ist es doch auch schön, mit anderen Menschen darüber sprechen zu können, insbesondere mit welchen die in der Bibel bewandert sind.

      Zum Thema geistige Opfer kam am Samstag in einem Kirchenlied vor, dass wir uns auf dem Brandopferaltar opfern sollten! Das fand ich schon heftig. Aber im Grunde: Wir müssen ja alle sterben. Und dann ist es doch gut, wenn wir unser Leben zuvor gottgefällig gelebt haben. Und wir wissen ja, was gottgefällig ist. Um es auf die Spitze zu treiben: Das gottgefälligste ist wohl, bereit zu sein, für einen Freund notfalls sein eigenes Leben zu geben.