"Alte" und "Neue" Welt

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    • "Alte" und "Neue" Welt

      Pfingstrosen schrieb:

      Bogi111 schrieb:

      zu retten... Gott hat Satan die Erde zum Spielball gegeben,damit das ganze Universum erkenn was die Früchte Satans sind,
      das dachte ich auch immer, aber dafür gibt es keinen Anhaltspunkt in der Bibel....außerdem ist es hier auf der Erde schon schändlich über die "Sünden" zu sprechen, warum sollte ein sündloses Universum damit belastet werden?
      Die Engel, die uns dienen sehen es, aber darüber hinaus?
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      Was für mich auch immer wieder die Frage aufwirft, was wir denn davon mitnehmen werden und wozu der ganze Mist eigentlich dienen soll, wenn er einst ganz vergessen wäre.....
      Die einzige Antwort darauf, die ich mir selbst gebe ist, dass wir die einzigen sein werden, die diese Erfahrung mit Sohn Gottes teilen.
      Wir sind ein gut "trainierter" Ersatz für die gefallenen Engel, ersetzten vielleicht ihren( denn sie werden vernichtet) Platz?
      Dazu finde ich allerdings auch keine Texte oder gibt es darüber einen Hinweis( wir werden sein wie die Engel?)?
      Ich habe zu dem "Zusammenhang" zwischen dem irdischen Leben und dem zukünftigen Leben einige interessante Gedanken in einem Artikel von Willibald Sandler gefunden. Ich denke der gesamte Artikel ist zwar umfangreich, aber lesenswert - gerade für Adventisten, für die die "Naherwartung" schon immer ein brennendes Thema war. Der Artikel heißt: Weltuntergang und Wiederkunft Christi, Eine mystagogisch-dramatische Auslegung der Markusapokalypse (Markus 13).

      Ich zitiere hier auszugsweise:
      Wie bereits oben beschrieben, folgt die frühjüdische Apokalyptik einem Schema zweier sich ablösender Äonen: Die alte Welt- und Schöpfungsordnung wird spektakulär zerbrechen und um die Mitte eines von Gott kommenden Messias oder Menschensohnes als neue Schöpfung konstituiert werden. In diesem Zusammenhang konnte sich auch der Glaube an eine künftige leibliche Auferstehung bilden und weitgehend durchsetzen: Die Verstorbenen werden von Gott erweckt und mit einer neuen Leiblichkeit im neuen Äon leben.
      Vor diesem Hintergrund wäre der Glaube, dass der Gekreuzigte einst durch Gott auferweckt werden wird, für die meisten zeitgenössischen Juden unproblematisch. Als absurd musste den auferstehungsgläubigen Juden aber der von den Jüngern bezeugte Anspruch erscheinen, dass Jesus bereits gegenwärtig leiblich auferweckt ist – und zwar zu einem grundsätzlich neuen, dem Tod nicht mehr ausgesetzten Leben, während die alte Welt doch unbestreitbar weitergeht. Gemäß jüdischer Apokalyptik konnte eine solche Auferstehung doch erst erfolgen – und zwar für alle (Gerechten) –, nachdem die alte Schöpfung apokalyptisch untergegangen ist. Weil das ganz offensichtlich noch nicht geschehen war, konnte das Zeugnis der ersten Christen von der bereits erfolgten leiblichen Auferstehung Jesu Christi nur als absurd abgetan werden.
      Schematisch lässt sich die christliche Transformation jüdischer Apokalyptik als eine Überlappung der Äonen beschreiben. Während der alte Äon weitergeht, hat in Christus die neue Schöpfung bereits begonnen, – und zwar in einer Weise, die den alten Äonen betrifft und verändert: nicht nur in den – von vielen Theologen als Legenden relativierten – Erzählungen über die Erscheinungen des Auferstandenen, sondern in einer geistgewirkten inneren Verbundenheit mit dem Auferstandenen, wodurch wir selber in gewisser Weise bereits eine „neue Schöpfung“ sind (2 Kor 5,17). Nicht als ob wir als bereits Auferstandene den Tod hinter uns gelassen hätten; aber „in Christus“ ist für uns mitten in der alten, dem Tod verfallenen Schöpfung die neue Schöpfung mit ewigem Leben bereits eine gegenwärtige Realität. So leben Christen nicht nur auf die Vollendung hin, sondern von der Vollendung her.


      Der alte Äon wird erschüttert, aber nicht ersetzt, sondern transformiert werden: um eine neue Mitte, mit neuen Ordnungen und Gesetzen. Was in der alten Welt gut und gerecht war, kann für die neue Welt eingesammelt werden:
      „Und dann wird er die Engel aussenden
      und seine Auserwählten aus den vier Winden zusammenbringen,
      vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.“ (Vers 27)
      Zusammengebracht, gesammelt werden sie von überallher, aus allen Richtungen, selbst von den äußersten Enden der Welt. Vorausgesetzt ist damit, dass es weit mehr Auserwählte gibt als jene ausdrücklichen ChristusanhängerInnen, die man kennt oder sich auch nur vorstellen kann.



      Zu dem wie Bogi111 oben zitiert wurde scheint mir folgende Überlegung relevant:
      (Fussnote 126) …
      Wenn man von Auferstehung und Neuschöpfung her die Schöpfung der Welt neu durchdenkt, so ergibt sich, dass Gott die Schöpfung von Anfang an zweistufig konzipiert hat, – nämlich von der alten Schöpfung auf eine neue Schöpfung hin, die Tod, Böses und Verführung zum Bösen nicht mehr kennt. Solches wäre für die erste Schöpfung ohne Verlust der menschlichen Freiheit nicht möglich gewesen, für die neue Schöpfung aber schon, insofern die menschliche Freiheit durch eine gewachsene Entschiedenheit für Gott sich selber für Gott und dass Gute „befestigt“ hat. In einer Grenzüberlegung könnte man sich fragen, wie der Übergang von der alten zur neuen Schöpfung erfolgt wäre, wenn es keine Sünde gegeben hätte, weil die Menschen von Anfang an die Möglichkeit zu einem Ja zu Gott und seiner Schöpfung in den Kairoi der Geschichte angenommen hätten. Es wäre gewiss ein gewaltloser Übergang gewesen, der aber ein Vergehen der „Eckpunkte“ der alten Schöpfung (Gestirne und Kräfte des Himmels) dennoch beinhaltet hätte. Erst durch eine Welt, die sich im Widerstand gegen Gott aufgebäumt hat, wird der Übergang von alter zu neuer Schöpfung unvermeidlich furchtbar und von Gewalt begleitet. Die Johannesoffenbarung betont diesen gewalttätigen Modus der kosmischen Erschütterungen, während die Markusapokalypse nicht eigens auf diese gewalttätige Ausformung des Übergangs für eine gefallene Schöpfung eingeht. Eine solche legt sich von den vorausgehend beschriebenen, sich steigernden Bedrängnissen her nahe.

      Im Übrigen ist auch das in dem Artikel transportierte Kirchenverständnis hochinteressant - auch die RKK ist in ihrer Theologie nicht monolithisch:
      "Die Kirche als die in alle Welt verstreute und erst bruchstückhaft (auch gegeneinander) sich sammelnde Gemeinschaft aller Menschen, die irgendwie (explizit oder implizit) Christus begegnet sind und seinem Ruf gefolgt sind, ist der eigentliche Ort jener das Ende und die Vollendung vorwegnehmenden und die Welt daraufhin beschleunigenden Erfahrungen und Ereignisse, von denen im Folgenden die Rede sein wird. Die Kirche ist also Ferment für die Apokalypse und die Wiederkunft Christi."
      Liebe Grüße, Heimo
    • HeimoW schrieb:

      Die Kirche ist also Ferment für die Apokalypse und die Wiederkunft Christi.
      Ein Gährungsmittel für das Weltende....soso.....
      und um den "Sauerteig" zu entfernen, wird man erneut die Gotteskinder vernichten wollen?

      Ich bin schon gespannt.
      Person – Universität Innsbruck
      Ein Landsmann, u.A.

      • Mitglied im Leitungsteam der Charismatischen Erneuerung Tirols (seit 2011)
      • Gründer und Leiter des Innsbrucker Gebetshauses „Die Weide" (Gebetsraum seit 2008; Gebetshaus seit Sept. 2012)
      • Obmann des Pfarrgemeinderates von Ampass (1996-2002)
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!