• Ich denke wir haben das Thema schon auch ganz gut umfasst mittlerweile. Die unterschiedlichen Auslegungen und Lesarten sind klar.


    Nur eine kleine Sache noch, weil es mich ein bisschen bewegt:

    Es gibt übrigens viele Menschen, die irgendwelche Verhaltensweisen Jesu kopieren. Das extremste sind Menschen, die sich kreuzigen lassen. Aber warum sie das tun, das wissen wir nicht. Die Gründe können da ganz vielfältig sein.

    Mit Verlaub, es ist ein kleiner Unterschied zwischen dem, was Extremisten tun, weil sie meinen jemanden nachahmen zu können oder müssen. Diese Argumentation aber zu verwenden bzw. zu erwähnen bei einem direkten Auftrag Jesu: "Dies tut zu meinem Gedächtnis". Eine dreifache Aufforderung:


    1. so sollt auch ihr einander die Füße waschen

    2. damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

    3. glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!


    Das ist schon ein starkes Stück und bedarf einiges an Unwillen bzw. bewußter Fehlerinterpretation. Ich hoffe jetzt kommt nicht das mit dem Auge ausreißen und Hand abhacken, aber wer weiß.

  • * Ich war bislang ca. 3 – 4 mal als Teilnehmer bei einem Abendmahl der Adventistische dabei und habe ohne Probleme – obwohl ich nicht an der Fusswaschung teilgenommen habe (was ich auch in Zukunft wohl nicht tun werde!) – Brot und Wein (reinen Traubensaft!) bekommen.

    Vielen Dank für den Erfahrungsbericht! Hast Du eine Kinder- oder eine Erwachsenentaufe empfangen?

    Bei uns in meiner (evangelischen) Kirche darf jeder am Abendmahl teilnehmen, der im Namen der Dreieinigekeit getauft ist, egal bei welcher Konfession. Dein Beispiel würde ja bedeuten, dass die Adventgemeinde, die Du besucht hast, Deine Taufe als christlich akzeptiert.

  • Bei uns in meiner (evangelischen) Kirche darf jeder am Abendmahl teilnehmen, der im Namen der Dreieinigekeit getauft ist, egal bei welcher Konfession

    Wie wird denn das festgestellt? Wie stellt man in deiner Kirche fest, ob jemand "im Namen der Dreieinigkeit" getauft ist und teilnehmen darf? Generell wird man sich ja untereinander kennen, die Kirchenmitglieder, aber wenn ein Gast teilnimmt oder teilnehmen will, wird er gefragt, ob er im Namen der Dreieinigkeit getauft ist? Warum gerade dieses spezielle Kennzeichen der "Dreieinigkeit" beim Abendmahl. Ich will hier keine Dreieinigkeitsdiskussion haben, mich würde nur der Konnex interessieren.


    Wir praktizieren in der Adventgemeinde (im Detail ist es sicher von Gemeinde zu Gemeinde ein bisschen verschieden), aber vom Grundsatz her haben wir das "offene" Abendmahl. Im Geiste von 1 Kor 11,28 "Jeder prüfe sich selbst" überlassen wir es jedem selbst teilzunehmen, oder eben nicht.

  • Bei uns in meiner (evangelischen) Kirche darf jeder am Abendmahl teilnehmen, der im Namen der Dreieinigekeit getauft ist, egal bei welcher Konfession.

    Bei uns darf jeder teilnehmen, der glaubhaft versichert christlich gläubig zu sein und zu verstehen worum es geht.


    Aus der Gemeindeordnung (2012, S 159):


    "Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten praktiziert das offene Abendmahl. Jeder, der sein Leben dem Heiland übergeben hat, darf teilnehmen. Kinder lernen die Bedeutung dieses Gottesdienstes kennen, indem sie beobachten, wie andere Gläubige daran teilnehmen.

    Wenn sie Taufunterricht erhalten und sich selber in der Taufe Jesus übergeben haben, können sie auch am Abendmahl teilnehmen.

    „Christi Beispiel verbietet, jemanden vom Abendmahl fernzuhalten. Es ist wahr, dass offene Sünde den Schuldigen davon ausschließt. Das lehrt der Heilige Geist deutlich (siehe 1 Kor 5,7.11). Aber niemand hat das Recht, darüber hinaus ein Urteil zu fällen. Gott hat es nicht Menschen überlassen festzulegen, wer teilnehmen darf oder nicht. ... Manchmal sind Menschen dabei, die nicht wirklich von Wahrheit und Heiligung erfüllt sind, die aber doch gerne am Abendmahl teilnehmen möchten. Es soll ihnen nicht verwehrt werden. Es gibt Zeugen, die waren dabei, als Jesus die Füße seiner Jünger wusch, einschließlich die des Judas. Nicht nur menschliche Augen schauten auf diese Szene.“ (The Desire of Ages, S. 656; Das Leben Jesu, S. 656)"

  • Mit Verlaub, es ist ein kleiner Unterschied

    Das sehe ich genauso, DonDomi.

    Was hat denn die Fußwaschung mit Leuten zutun, die sich irgendwo in Mexiko ans Kreuz nageln lassen?

    Also der Vergleich ist echt banane ...


    Wie wird denn das festgestellt? Wie stellt man in deiner Kirche fest, ob jemand "im Namen der Dreieinigkeit" getauft ist

    Gar nicht. Wir führen das bei uns auch nicht durch.

    Es darf jeder, der es begehrt, das Abendmahl einnehmen.

    Vor dem Abendmahl wird immer etwas gesagt durch unseren Pastor, wo er auch darauf hinweist,

    dass man hier mit seinem Gewissen und seiner Verfehlung dran teilnimmt ("sich zum Gericht essen").


    Man kann das eine gestatten, wenn man das andere nicht unterlässt.

    Wenn man alle einlädt, weil man sagt "Da Gott alle so liebhat, kann jeder kommen, wie er möchte",

    dann ist das halt nur die Hälfte der Botschaft.


    Da aber bekanntlich dogmatische Debatten heute vollkommen sinnlos geworden sind, muss es schlichtweg jede Gemeinde für sich wissen,

    was sie tut oder nicht.

  • Wie wird denn das festgestellt? Wie stellt man in deiner Kirche fest, ob jemand "im Namen der Dreieinigkeit" getauft ist und teilnehmen darf?


    Die Kirchenmitglieder müssen, wenn sie zum Abendmahl in Reih und Glied antreten, einen Ausdruck der letzten Lohnsteuerbescheids mitsamt Kichenzugehörigkeit (steht in Deutschland wegen der Kirchensteuer drauf) für alle deutlich sichtbar am Körper tragen.

    :)

    Ganz im Ernst: es wird angesagt und natürlich geht man davon aus, dass es nur die betreffenden befolgen.

  • Richtig es ist durchaus ein Unterschied, ob man etwas tut weil es Jesu so sagt oder ob man es tut, weil man z.B. Jesu leiden nachvollziehen möchte. Aber es wurde hier ja unter anderem argumentiert, mit dem Halten der Fusswaschung könne man sich besser in Jesus hineinversetzen. Und das könnte man auch von Menschen sagen, die Jesus in einer anderen Handlung nachahmen, die er nicht gewünscht hat. Man könnte auch das FAsten oder sonst etwas nehmen, das mit dem Kreuzigen lassen war sicher ein sehr extremes Beispiel.

  • Meine persönliche Erfahrung : 1957 hat mein Grossvater mich als Enkel und Getauften - einer Gemeinde in der BRD vorgestellt und gebeten, ob ich an Fusswschung und abendmahl teiknehmen könne /dürfe .


    Um 2010 war ich Pfarrer und Gemeinde (EV AB) mit meinem Taufzeugnis der STA ausgewiesen und dokumentiert - dann auch zum Abendmahl eingeladen.. Der Pfarrer reichte den Kelch, der Diakon ( ? ) das Brot. .


    Vor vielen Jahren alterierte man sich in meiner Gemeinde der STA, dass ein "Interessent" sich quasi in das Abendmahl drängte - der wollte - wie man merkte oder wusste ! - nur ausprobieren, welcher Art der Inhalt des Kelches war - -


    (bei einer Tagung des DVG in Mühlenramede so 1990 war - da man keinen Kompetenten, Referatswilligen in STA - Kreisen fand - auch einer einer aderen Freikirche zur Sache eingeladen. Er erlebte das allgemeinde "Du" und bat, in diesen "Kreis" auch eintree zu kömnnen, auch "Du" sagen zu dürfen - Das wurde von den Lautstärksten der STA schlicht und unfreundlich - abgelehnt !)


    (Schwindler und Hochstapler, welche sich in Sakramentales hineindrängen, gibt es überall. Die Benediktiner müsen jedem Gast Zelle und Refektorium gewähren, so die Ordensregel. Dakam einer als reisender Pater nach Seckau, gut. Man dachte sich einiges. er drängte zum Altar - oha ! - enttarnt wurde er, als er der Einladung eines Paters , gemeinsam die "Quart" zu beten, freudig zuestimmte - Nun gibt es zwar Terz, Sext, Non, aber keine Quart - der Rest war Angeleggenhiet der Gendarmerie.)