Matthäus 28,19: ist die trinitarische Taufformel eine Fälschung?

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    • Gane MacShowan schrieb:

      Wofür ist die Frage dieses Threads überhaupt wichtig? Matthäus 28, 19 sagt alleine herzlich weniger darüber aus, ob Gott aus einer, zwei oder drei Personen besteht...
      Wenn für die betreffende Personen diese Taufformel nicht "trinitarisch" ist, gibt es bei den Nicht-Trinitariern auch keinen Grund, diese Formel als Taufformel abzulehnen, oder?
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Jacob der Suchende schrieb:

      Gane MacShowan schrieb:

      Wofür ist die Frage dieses Threads überhaupt wichtig? Matthäus 28, 19 sagt alleine herzlich weniger darüber aus, ob Gott aus einer, zwei oder drei Personen besteht...
      Wenn für die betreffende Personen diese Taufformel nicht "trinitarisch" ist, gibt es bei den Nicht-Trinitariern auch keinen Grund, diese Formel als Taufformel abzulehnen, oder?
      Richtig!
    • Jacob der Suchende schrieb:

      Stofi schrieb:

      Jacob, was ist daran interpretiert? Doch gar nichts. Es ist doch nachzulesen, dass die Jünger in keinem Fall nach dem Befehl Jesu getauft haben. Da gibt es keine Interpretation. Das sind nachlesbare Fakten.
      Wir lesen:
      - Die trinitarische Formel in Mt 28.
      - Die Taufen "auf den Namen Jesu".

      Warum dieser "Unterschied"? Eine legitime Frage! Wissen wir (zum aktuellen Zeitpunkt) nicht.

      Falsch ist aber deine Schlussfolgerung / Interpretation, daraus sofort herzuleiten, dass die Taufformel in den Ur-Schriften nicht enthalten war.

      Verstanden?
      Ich glaube es ist lediglich eine Abkürzung warum in der Bibel steht, die Apostel haben auf den Namen Jesu getauft. Es gilt als Unterscheidungsmerkmal zur Taufe des Johannes. Bei der Taufe Jesu erhält man den Heiligen Geist, was bei der Taufe des Johannes nicht der Fall ist. Es ist ja auch in der heutigen Zeit nichts ungewöhnliches, dass ein Titel vereinfacht wird, weil man sonst immer extrem viel Schreiben oder Sprechen müsste. Es ist schon überraschend, dass ausgerechnet von der Ecke, die alles bis ins letzte Detail mit der Bibel begründen wollen, der Vorwurf kommt die Bibel wäre falsch übersetzt worden.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Die "Taufpraxis" der Apostelgeschichte widerspricht nicht dem "Namen" aus Matthäus 28:19.

      Für die Apostel war ganz klar, dass Jesus zum "Namen" Jhwh gehört zusammen/in Einheit mit Vater und Geist.

      Dazu bedarf es keiner formelhaften Erwähnung. Die Römer haben später "juristische Formeln" bevorzugt.

      Diese römische Eigenart kommt in Matthäus 8:8.-10. zum Ausdruck. Die "römische" Art zu Glauben unterscheidet sich von der semitischen Art, zu "wachsen" im Glauben.
    • Jacob der Suchende schrieb:

      Stofi schrieb:

      Ich habe eine Bemerkung aus einer Kath. Bibel zitiert
      Seltsam ist, dass die katholischen Quellen dann zitiert werden (dürfen), wenn es angeblich "passt".

      Ich zitiere eine Aussage der KKirche, die selber zugibt, die Taufformel hätte sich mit der Zeit aus der einfachen (auf d. Namen Jesu) entwickelt. Ich habe weder irgendwelche Theologischen, Glaubenstechnischen oder religiösen Wahrheiten mit der einer fremden Lehre verteidigt. Schließlich nur technische Fakten genannt.

      Es gibt unzählige Quellen, aus denen man das oder jenes entnehmen kann. Auch hier gilt: prüfe alles.

      .
    • Norbert Chmelar am 14.3.2017 zum Thema Dreieinigkeit schrieb:

      freudenboten schrieb:

      Hat Jesus recht in Matthäus 28:18.-20.? oder haben "spätere" Christen etwas "hinzugedichtet"?
      Die sogenannte "Historisch-kritische Forschung" behauptet, dass die trinitarische Formel: "Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes"(Mt.28,19) eine spätere Einfügung ab ca. 150 - 200 n.Chr. gewesen sei! Der Urtext von Matthäus 28,19f. laute daher wie folgt: "Darum gehet hin und lehret alle Völker und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. ..." ===> Demnach hätte es einen Taufbefehl Jesu gar nicht gegeben!
      ---> siehe z.B.: Matthäus 28,19 - "Taufe im Namen der Trinität" ? - BibelCenter Studien : Auszüge :


      Matthäus 28,19 - "Taufe im Namen der Trinität" ?


      von Wolfgang Schneider


      Diese Umstände werfen ein besonderes Licht auf die Stelle in Mt 28,18-20, bzw. konkret auf die Taufformel in Vers 19. Warum sollte Jesus diese Worte gesagt haben, wenn dann hinterher über die Apostel und Jünger an keiner Stelle berichtet wird, dass sie eine solche Taufe ausgeführt hätten ? Warum wird in der Apostelgeschichte berichtet, dass Menschen "auf den Namen Jesu Christi" bzw. "auf den Namen des Herrn" getauft wurden aber an keiner einzigen dieser Stellen je erwähnt wird, dass diese Taufformel aus Mt 28,19 benutzt wurde ... und das, obwohl diese Worte doch zu den letzten Anweisungen Jesu an seine Apostel und Jünger gehörten und heutzutage bzw. seit Jahrhunderten von den Kirchen als so unvergleichlich bedeutsam angesehen werden?
      Der erste Bericht nach dem Ereignis in Mat 28, in dem eine Taufe erwähnt wird, ist der Bericht in Apostelgeschichte 2, als Petrus am Tag der Pfingsten seine Zuhörer am Ende seiner Predigt aufforderte, sich zu bekehren und getauft zu werden.
      Apg 2,38
      Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes.
      Die Ereignisse in Mat 28 und Apg 2 liegen nur wenige Tage auseinander ... sollte Petrus etwa die Worte seines Herrn bereits vergessen haben ? Sollte Petrus aus eigenen Überlegungen die Worte seines Herrn abgeändert haben und die trinitarische Taufformel durch eine andere ersetzt haben ? Solches ist eigentlich angesichts dessen, was uns in den Berichten in der Apostelgeschichte berichtet wird, nicht anzunehmen! Auch lesen wir nicht nur bei Petrus davon, dass Menschen auf den Namen Jesu getauft wurden und nicht mit einer trinitarischen Taufformel ... gleiches trifft auch für andere Apostel zu. Wie aber ist dies zu erklären?
      Aus den relativ vielen Stellen in den NT Schriften, in denen die Taufe erwähnt wird, spricht deutlich und eindeutig, dass es um eine Taufe "im Namen Jesu Christi" bzw "auf den Namen Jesu Christi" ging und dass die frühe Gemeinde offenbar keinerlei trinitarische Taufformel kannte. Alle Stellen mit Berichten über Taufen schildern das Taufereignis ohne jeglichen Hinweis auf einen "trinitarischen" Namen bzw. eine trinitarische Lehre!
      ...
      Dieser Sachverhalt gibt zu denken, denn es kann eigentlich wohl nicht sein, dass Jesu letzte Worte vor seiner Himmelfahrt von den Aposteln ignoriert wurden und diese sich schon so kurze Zeit danach nicht mehr an die Anweisungen ihres Herrn hielten oder daran erinnerten. Bemerkenswert ist zudem, dass diese verschiedenen Berichte inhaltlich miteinander übereinstimmen und an sich keinerlei Anlaß geben, ihr Zeugnis in Frage zu stellen. Andererseits gibt es in all den bisher bekannten existierenden Handschriften, die das Ende des Matthäusevangeliums enthalten, in dem Vers in Mat 28,19 ausschließlich den Wortlaut mit der trinitarischen Taufformel.
      Das Problem
      Es ist klar, dass eigentlich nicht beide Sachverhalte in gleicher Weise als Original in Frage kommen können, denn dazu sind sie nicht nur in ihrem Wortlaut zu unterschiedlich, sondern vor allem in der Sache (der Lehre). Eine Stelle redet von einer Taufe auf "drei" Namen im Sinne der Trinitätslehre, die anderen Stellen dagegen reden einheitlich von einer Taufe auf nur einen Namen, den Namen des Herrn Jesus. Die zwei Varianten stehen nicht in Einklang miteinander, und es ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass eine dieser zwei Varianten offensichtlich nicht der ursprünglich offenbarten Wahrheit entspricht, sondern es sich um einen erst zu späterer Zeit abgeänderten Text handeln muss.
      ...
      Bei Eusebius finden sich die folgenden 3 Formen des Wortlauts (von mir ins Deutsche übertragen, in Anlehnung an den Wortlaut der Übersetzung in der Lutherbibel 1984):
      1. "Gehet und machet zu Jüngern alle Völker ... und lehret sie zu halten ..." (7 x)
      2. "Gehet und machet zu Jüngern alle Völker in meinem Namen ...und lehret sie zu halten ... " (17 x)
      3. "Gehet und machet zu Jüngern alle Völker und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie zu halten ..." (5 x) ...
      Alle vorhandenen handschriftlichen Abschriften des biblischen Textes, die Mat 28,19 enthalten stammen aus der Zeit nach dem Konzil von Nicäa und sie enthalten alle den Wortlaut mit der trinitarischen Taufformel. Wichtige patristische Quellen, die Schriften des Eusebius von Cäsarea, enthalten dagegen einen Wortlaut, in dem die trinitarische Taufformel gänzlich fehlt.

      Andere Meinung: ---> siehe z.B. :
      Matthäus 28,19 --- Taufen nur auf den Namen von Jesus? - Karl-Heinz Vanheiden | Der Bibel vertrauen
    • Bitte beruft euch einmal nicht auf Kommentatoren, Exegeten, Dogmatiker, Elberfelder - Übersetzung :

      MAn lese sich dei in Frage stehenden Verse wiederholt selbst laut vor - in einem Zug mitden vorhergehgangenen Texten - und fühle dann mit dem eigenen Sprachverständnis, und ohne den Druck von 2. Tim. 3, 16 (ein Text, (mit dem manche alles, was zwischen zwei Buckdeckeln von Herausgeben, Verlegern, Reformatoren, Bessermachen als jedem kritischne Vergleich entzogen bezeichnet wird) für sich druch, wvegegenwärtige es sich.


      so, dann reden wir weiter.


      (P.s. : ""Eines nur ist Glück hiieden, eins, des Inneren stiller Frieden - - wer das Gaeothe zuscreibt, hat were Goethe noch Grillparzer ordentlich gelesen. Wieso ? - Is doc klasisches Deutsch !!)
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • HeimoW schrieb:

      Aber Stofi, wenn ein Bibelübersetzer etwas als Anmerkung schreibt kann man doch alleine daraus keine „Lehraussage“der Kirche ableiten Wo bleibt da die Redlichkeit?


      Ooh mannnn! Das ist auch keine Lehre, sondern eine technische Tatsache ... das dieser Text von Ursprünglichen verändert wurde.


      .
    • Bevor weritergetsritten wird , schllage ich vor, den Grundtet zu Rate zu ziehen (Nicht die Vulgata !) .

      "eis to onoma -- " Matthäus 28 . "auf - hin" (vierter Fall, und nicht driter / fünfter Fall) - gut, hier werden drei genannt,

      "eis to onomat tou kyriou iesou -" Apg. 19 - "auf - hin" Das bitte ist in beiden Stellen wortgleich ! gut, hier wird nur einer - in Gegensatz zu Johannes - genant.


      - - - aber ws wohl Kommentatorn aus dieser bei Luther utershiedlichen Textierung machen könnte !
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Der Begriff "onoma" (Ha-shem) ist Platzhalter für das hebr.-ägypt. "Jhwh". Letzteres wurde seit dem Exil nicht mehr gelesen oder ausgesprochen von rabbinisch Unterwiesenen. Aus Angst vor Missbrauch des "Namens" wurde Adonai=mein HErr gelesen/gesagt.

      Diese heidnische Scheu vor dem Namen des Ewigen ist sicher nicht auf Mose zurückzuführen!

      Jedenfalls ist "Elohim" (Pluralität, Gottheit) seit Genesis 1 auch "Jhwh". Das heißt, dass Vater, Sohn und Geist "Jhwh"=ewig sind.
    • freudenboten schrieb:

      Diese heidnische Scheu vor dem Namen des Ewigen ist sicher nicht auf Mose zurückzuführen!

      "Heidnische Scheu" ... was soll das denn sein? Grade in der heidnischen Religion werden die Götter ohne Ende, mühlenartig ausgesprochen, angerufen, unendliche Wiederholungen, je öfter, umso größere Wirkung.....

      .
    • Stofi schrieb:

      "Heidnische Scheu" ... was soll das denn sein?
      Ich denke das es die Angst ist vor der Macht Gottes die Mose und das Volk erlebt haben. Die den Namen Gottes nur umschrieben haben
      um keinen Fehler oder Sünde zu begehen.
      Die Angst den falschen Gott, falsch anzubeten und mit "Angst zu arbeiten" hat sich bis heute nicht geändert. :(
    • Korrigiert mich wenn ich falsch liege: Matthäus 28,19 war schon im Matthäus-Evangelium enthalten, als dieses Buch in den biblischen Kanon aufgenommen wurde? Wenn dem so ist und Mt 28,19 eine "Fälschung" ist, dann hat man sich schon bei der Kanonisierung der Bibel geirrt. Demzufolge war auch dieser Vorgang nicht fehlerfrei - und aufbauend darauf könnte man noch viel mehr in Frage stellen. Wenn wir uns nicht auf den biblischen Kanon verlassen können, wackeln wir gehörig am Fundament der ganzen Schrift.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Bemo schrieb:

      Wenn wir uns nicht auf den biblischen Kanon verlassen können, wackeln wir gehörig am Fundament der ganzen Schrift.
      Ja, das sehe ich auch so!
      Bei der trinitarischen Formel "im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" wird dieser Zusatz aus mehreren Gründen angezweifelt, was hier (---> siehe NR.30) ja schon zitiert wurde!
      1. Das Fehlen dieser Passage bei den Taufformeln in der Apostelgeschichte, wo immer nur » auf den Namen Jesu Christi « getauft wurde.
      2. Die 17 Handschriften aus Zitaten von Schriftstellern aus der Zeit des Eusebius von Caesarea (* 260/64 in Palaestina; † 339 oder 340 in Caesarea), in denen diese trinitarische Formel fehlt. Da diese aus der Zeit vor Abfassung des Nizänischen Glaubensbekenntnisses stammten, spekulierten Bibelforscher, dass es deshalb im griechischen Urtext nicht enthalten sei.
      3. Es wurden von den oben genannten Schriftstellern nur 5 gefunden, die die trinitarische Formel verwendet haben; und diese stammten alle aus der Zeit nach Abfassung des Nizänischen Glaubensbekenntnisses.
      Als Fazit können wir nur festhalten, dass es nicht 100%ig feststeht, ob die Formel "im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" schon im Urtext der Bibel vorgekommen ist. Unsere positive Haltung zur Dreieinigkeitslehre sollte dies aber nicht beeinflussen!

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