Konfessionsunterschiede im Zugang zu Schuld, Sühne und Vergebung

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Konfessionsunterschiede im Zugang zu Schuld, Sühne und Vergebung

      Hallo zusammen,

      heute früh am Weg zum Gottesdienst folgenden Podcast gehört (ist nur knappe 5 Minuten lang):

      Jes 40/1 Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 2 Redet zum Herzen Jerusalems und ruft ihr zu, dass ihr Frondienst vollendet, dass ihre Schuld abgetragen ist; denn sie hat von der Hand des HERRN Zweifaches empfangen für alle ihre Sünden.

      Im Anfang war das Wort mit Irene Dische | NDR.de - NDR Info

      Es geht darin um Schuld und Sühne und vor allem um den Zugang zu diesen Themen seitens zweier Konfessionen. Einerseits der Zugang einer röm. katholischen Frau (Irene Dische) und andererseits einer evangelischen Moderatorin (Susanne Richter). Sie besprechen in diesen paar Minuten den Zugang dieser beiden Konfessionen zum Thema Sünde, Sühne und den Zugang zur Vergebung. Sehr interessant, wie ich meine und wir bräuchten hier jetzt natürlich mehr RK-Gläubige, die diese Praxis, die hier beschrieben wird, bestätigen oder eben korrigieren.

      Im Kurzen geht es darum, ob ein Sünder aufgrund seiner Sünde und seiner bewußten Sündhaftigkeit zu Gott kommt und hofft dort Vergebung zu finden durch (selbstinitiierte?) Änderung (RKK-Zugang), oder ob der evangelische Zugang "Es wird einem zuerst vergeben und dann kann man sich vielleicht auch ändern" zutrifft. Es wird auch gesagt, dass die Katholen sagen: Wir müssen uns erst ändern, dann wird uns vergeben. bzw. die Evangelischen: "Wir sind so verstrickt in der Sünde, wir können gar nicht ändern, wir brauchen erst Gnade".

      Die katholische Autorin sagt daraufhin: "Das finde ich sehr gnädig, sehr nett"

      Insgesamt finde ich diesen kurzen Dialog ziemlich interessant. Vor allem, weil die beiden Frauen vom Zugang zu Gnade und Vergebung sprechen und wie sie es selbst erleben bzw. empfinden. Das soll also einerseits das Thema hier sein, diesen Unterschied zwischen den beiden größten christlichen Konfessionen zu beleuchten und ob das überhaupt stimmt in der Meinung der evangelischen User hier.

      Andererseits, wie sieht es mit euch persönlich aus. Kommt bei euch zuerst die Einsicht und dann die Vergebung, oder die Vergebung vor der Einsicht, aus Gnade...und dann hin zu "dann kann man sich vielleicht auch ändern"? Ich finde die Fragestellung sehr spannend, weil es den persönlichen Zugang zur Vergebung beschreibt. Eventuell könnte man es herunterbrechen auf die Frage: Ist dir schon vergeben, wenn du zu Gott kommst, oder bekommst du dort erst Vergebung?

      mit diesem interessanten Thema (finde ich zumindest), einen schönen Sabbat allen, die ihn feiern,

      tricky
    • tricky schrieb:

      Andererseits, wie sieht es mit euch persönlich aus. Kommt bei euch zuerst die Einsicht und dann die Vergebung, oder die Vergebung vor der Einsicht, aus Gnade..
      Ich denke zuerst muss einem Schuld bewusst werden. Dazu gehört der Hinweis von außen oder die Erkenntniss aus Gesetzen.

      Schlimm ist wenn man ein Sytem installiert, wo Straftaten bewusst begangen werden und von anderen noch gedeckt werden.

      Das ganze auch noch von Priestern...

      Fünf Jahre lang hat sich eine offizielle Kommission mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern in Australien beschäftigt. Jetzt legt sie ihren Abschlussbericht vor.
      Die Opfer: Zehntausende.
      Kommission: Zehntausende Kinder in Australien missbraucht - WELT
    • Sowohl Lutherische wie Römisch-Katholische sind "Augustinus-Jünger".

      Augustinus spaltete den Sündenbegriff auf in die "Sünde der Welt" (originale, prädestinative) und die persönliche/individuelle Sünde (Lust, Begierde, Tat, Schuld). Diese Aufspaltung ist leider rein theoretisch, nicht biblisch.

      Um das Problem zu lösen, fügte Augustinus die Vollmacht der nicht mehr apostolischen "Kirche" hinzu, durch welche "Sünde" vergeben wird. Damit bekam Luther, der Augustiner, ein großes Problem: Christus oder Kirche?