Lüge - immer eine Sünde?

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  • HeimoW schrieb:

    Wie ignorierst Du etwas nicht vorhandenes? Indem du einen Teil Deiner Vorstellung ausblendest?
    Nicht ganz, ich blende lediglich DEINE Vorstellung aus. Da Lebenswirklichkeiten so deutlich deiner These entgegenstehen, dass es mir nicht sinnvoll erscheint deiner These glauben zu schenken.
    Es gibt alleine 42.000 christliche Kirchen. Aber laut Jesus nur EINEN Weg der zum Ziel führt!!!
  • Eins muß man dir lassen, am Thema meilenweit vorbeireden, das kannst du! (Allerdings nicht nur du)
    Lese nochmal den Threadtitel..........und dann erkläre, wie man bei diesem Titel auf Naziärzte, die Menschenversuche machten, kommen kann?


    Es geht darum, ob man um jemanden anderen vor Schaden zu bewahren, die Unwahrheit sagen darf!

    Nicht darum, ob Morde, Menschenversuche oder Raub auch irgendwie zu rechtfertigen sind.
    (Kannst ja einen neuen thread dafür aufmachen)
  • Yppsi schrieb:

    Eins muß man dir lassen, am Thema meilenweit vorbeireden, das kannst du! (Allerdings nicht nur du)
    Lese nochmal den Threadtitel..........und dann erkläre, wie man bei diesem Titel auf Naziärzte, die Menschenversuche machten, kommen kann?


    Es geht darum, ob man um jemanden anderen vor Schaden zu bewahren, die Unwahrheit sagen darf!

    Nicht darum, ob Morde, Menschenversuche oder Raub auch irgendwie zu rechtfertigen sind.
    (Kannst ja einen neuen thread dafür aufmachen)
    Ich habe lediglich das von euch vertretene Prinzip angewendet. Und das auf verschiedene "Szenarien". Sogar Lügen ist dabei - um den Bezug zum Threat nicht missen zu lassen.

    bisher ist es aber egal welches Szenario ich hier vorlege, euch gefallen die Ergebnisse immer und immer und immer wieder NICHT. Und da ist es anscheinend für euch einfacher, den zu verwerfen der euer Prinzip anwendet, als euer Prinzip.
    Es gibt alleine 42.000 christliche Kirchen. Aber laut Jesus nur EINEN Weg der zum Ziel führt!!!
  • Jetzt überleg doch bitte mal was du schreibst, bevor du schreibst, und mach nicht aus allem eine Räuberpistole!

    Es geht darum, ob man einen vermeintlichen Vergewaltiger (oder sonst eine zwielichte Gestalt), der einer Frau (oder wegen mir auch einem Kind oder Mann) hinterher rennt, in die falsche Richtung schicken darf, um die Frau (oder Kind oder Mann) vor Schaden zu bewahren.
    So daß niemand geschädigt wird, weder das vermeintliche Opfer noch der vermeintliche Vergewaltiger.

    Morde, Räubereien, Menschenversuche und was sonst noch so alles in diesem Kriminalthread vorkommt, sind hier völlig fehl am Platz und haben mit dem Thema absolut nichts zu tun!

    Niemand von "uns" hat etwas davon gesagt, daß Verbrechen auch gerechtfertigt werden könnten!
  • christ.ai schrieb:

    Ich habe lediglich das von euch vertretene Prinzip angewendet. Und das auf verschiedene "Szenarien".
    Deine Szenarien zeigen nur, dass du "von uns vertretene Prinzip" nicht verstanden hast.
    Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
  • Jacob der Suchende schrieb:

    Deine Szenarien zeigen nur, dass du "von uns vertretene Prinzip" nicht verstanden hast.
    Friedensangebot:

    Habe nun über eure "Szenarien" nachgedacht. Und klar ist auffällig, dass niemand einem Mörder / Verbrecher auch noch helfen will / würde. Ihr nicht ich ebenso nicht. Da ich aber - trotz dieses ethischen Dilemmas nicht bereit bin Sünde bzw. Lüge als relativ anzuerkennen, folgende Überlegungen:

    Euer Szenario:

    Yppsi schrieb:

    Es geht darum, ob man einen vermeintlichen Vergewaltiger (oder sonst eine zwielichte Gestalt), der einer Frau (oder wegen mir auch einem Kind oder Mann) hinterher rennt, in die falsche Richtung schicken darf, um die Frau (oder Kind oder Mann) vor Schaden zu bewahren.
    • Wenn Lüge Sünde ist, so dürften wir den Täter nicht anlügen.
    • Bleiben wir aber bei der Wahrheit, so sind wir mitschuldig an dem daraus folgenden Verbrechen. Gehen wir mal von Mord aus.
    • Dies wäre dann ebenso eine Sünde derer wir schuldig würden - und im subjektiven Vergleich ist diese zudem schlimmer als Lüge.
    • Fazit: Wäre die Sachlage so wie im Szenario von euch bisher vertreten, blieb uns nur die Wahl zwischen zwei Sünden. Logischer Weise wählen wir dann die "Geringere" = Lüge.
    Mir ist dieses Fazit aber nicht ausreichend. Den es würde bedeuten, dass es unmöglich ist, nicht zu sündigen. Dies kann aber nach meinem Bibelverständnis nicht die "Lösung" sein. Daher folgende weitere Überlegungen:
    • Gott geht es bei den Geboten um gesunde Beziehungen. Beziehungen, die dem Menschen Gutes tun und nicht Schlechtes.
    • Im vorliegendne Szenario ist also die Frage, ob die falsche Richtungsangabe überhaupt eine Lüge darstellt, den so ist es von euch bisher vertreten worden.
    • Es könnte genauso auch so gesehen werden, dass man beiden Personen, dem Täter als auch dem möglichen Opfer die Chance gibt, doch noch das Richtige zu tun bzw. gerettet zu werden.
    • Fazit: Die falsche Richtungsangabe stellt keine Lüge dar. Mögliche Gründe:
      • Sie dient dem Täter als Möglichkeit sein Vorhaben zu überdenken bzw. dem Opfer sich in Sicherheit zu bringen.
      • Es wäre die hier so oft strapazierte "Liebe" zu beiden Parteien (Täter / Opfer) gegeben.
      • Eure These, dass die Motivation berücksichtig werden müsse wird "Rechnung getragen".
      • Das Dilemma das es nur die Wahl gibt zu sündigen ist nicht mehr gegeben.
      • Ebenso ist Sünde nicht mehr relativ.
    Wie steht ihr zu diesen Überlegungen? (Auch wenn alles sehr theoretisch ist, was bei ethischen Diskussionen aber normal ist.)
    Es gibt alleine 42.000 christliche Kirchen. Aber laut Jesus nur EINEN Weg der zum Ziel führt!!!
  • christ.ai schrieb:

    Mir ist dieses Fazit aber nicht ausreichend. Den es würde bedeuten, dass es unmöglich ist, nicht zu sündigen. Dies kann aber nach meinem Bibelverständnis nicht die "Lösung" sein. Daher folgende weitere Überlegungen:
    Solange Du Deine Sichweise auf andere überträgst und sie unterschwellig anklagst, weil sie nicht Deine Erkenntniss haben,

    wird es mit dem Kathalog nichts werden. Du musst schon in Liebe ertragen lernen,andere so zu nehmen wie sie sind und glauben

    und Gott das Richten überlassen. Manche "Gewohnheiten" und "Traditionen" im leben setzen sich so fest,das wir garnicht mehr merken,

    das wir auf der falschen Straßenseite laufen...und "Gegenverkehr" uns zu besonderen "Frommen" werden lässt....
  • christ.ai schrieb:

    Fazit: Die falsche Richtungsangabe stellt keine Lüge dar.
    Zu der oben beschriebenen Situation: Ich sehe schon, dass es sich um eine Lüge (nach der heutigen Definition des Begriffs) handelt. Nur: man geht schuldlos davon.

    christ.ai schrieb:

    Mir ist dieses Fazit aber nicht ausreichend. Den es würde bedeuten, dass es unmöglich ist, nicht zu sündigen. Dies kann aber nach meinem Bibelverständnis nicht die "Lösung" sein
    Ich verstehe eine Sünde nicht als blosse Tat, sondern als Tat in einem bestimmten Kontext. Dieser Kontext wird beschrieben durch die Situation und meine Motive. Allgemein: Gehe ich satt am Sabbat einkaufen, begehe ich eine Sünde. Die eigentliche Sünde dabei ist die innere Rebellion gegen Gott in einer solchen Situation. Mir war schon mal passiert, dass ich einfach vergessen hatte, dass der Tag ein Sabbat war. Erst nach dem Einkauf einige Stunden später hatte ich mich daran erinnert. Meine Motive waren rein - hatte ich dennoch gesündigt?
    Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
  • greatest schrieb:

    philoalexandrinus schrieb:

    Post scriptum :Leider, geratest, Dich nähme ich nur als Putzhilfe im Betrieb ...
    Immer wieder amüsant wie schnell Menschen persönlich werden können. Du hast sicherlich aus Deiner eigenen Glaskugel erfahren wie oft ich mit einem Bein im Grabe stand ... auch hat Dir Deine Glaskugel sicherlich bereits in allen Farben erzählt, welche körperliche, seelische Verletzungen ich erlitt, welches Leid und welche Schmerzen ich bereits erlebt habe ... was ich alles an Unfällen gesehen oder persönlich überlebt habe. Ich sehe, daß Dir offenbar Deine Glaskugel erzählen konnte, wie ich meinen Glauben bisher unter Beweis stellen mußte ... welche Androhungen und Handlungen ich an mir habe ergehen lassen nur um des Glaubens willen ...
    ... gut, daß ich mich vor keinem Menschen zu rechtfertigen brauche! Auch habe ich in den letzten Jahrzehnten gelernt, daß gerade überforderte Menschen gern persönlich und grob werden ... aber ich erspare mir eine Gegenreaktion. Nur so viel:
    An Deiner Reaktion sehe ich den Spruch bestätigt:
    Mit dem Alter kommt die Weisheit. Manchmal kommt das Alter aber allein ...
    Punkt!
    Persöniches Ungemach, Leid, Gefahrensituationen, in allen ehren, aber wann lag da wo Deine entscheidungskompetenz RAhmen unsere Threads : :Es geht um Tod oder Leben - entschieden durch dias Urteil - die Ausage des netscheidungsträgers Lüge >< Wahrheit.= Leben >< Tod.


    Zur Klarstellung : Thread "Lüge" - und nicht Tyrannemord, erlebte / überlebte Unfälle, triste Schicksale.

    Es gehtt um Augenblicksentscheidungen und um verinnerlichte Haltungen..

    Ich kondensiere / anonymisiere Erlebtes: Schwerer Unfall, Mutter schwer verletzt im Intensivbett, Tochter im Rettungs-Heli verstorben. Ich beschliesse - auf einer autoritär geführten Station - oder wir im Team beschliessen: der Mutter vom Tod der Tochter (noch) nichts zu sagen, auf Fragen ihr zu antworten: Der geht es gut. - - AUs Erfahrung wissen wir, dass auch Wahrheit töten kann. - - - - Dafür übernehme ich die Verantwortung, Einer trägt sie sie nämlich auch nach Teambeschluss.

    Dann geht eine Stationsgehilfin mit den Beispielen von greatest als Grundlage ihrer Ethik her, und klärt die Intensivpatientin hintenherum auf: Solcherart Gestrickte kann ich leider bestenfalls als Putzfrauen brauchen. leider.

    Soll ich den unvorbereiteten Eingriff sofort wagen oder nicht? Die Siebzehnjährige kann an der Krankheit sehr schnell sterben, sie kann durch den Eingriff (Chance 1 :100) sterben - -


    "Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt - - " Auch ich habe durch ein Wunder als Kind überlebt; auch das Haus drei Häuser unterhalb des unseren bekam einen Vollfretreffer durch den Notabwurf eines US - Bombers, angeschossen; Auch ich habe NAZI - SS -Terror 1945 miterlebt: Links Russen einquartiert, rechts Russen einquartiert - nun unser (grosses!) Haus haben sie ausgelassen. Und der Denunziant von gegenüber (gestern noch GESTAPO - Konfident, am Tag nach dem Russeneinmarsch schon mit roter Armbinde und Schiessprügel auf "Entnazifizierungstour", hat vom deutschen Deserteur, von uns aufgenommen, nichts mitbekommen. Auch ich habe den Erzählungen durchreisender Brüder , von der Balkanfront kommend , mitgehört - - -

    Nur: Was hat das alles mit dre Frage zu tun : "Sagen wir der Mutter jetzt gleich die Wahrheit "?
    Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
  • Wenn ich mir vorstelle, dass ich in dieser Lage wäre, dann würde ich die Wahrheit wissen wollen.
    Man ist doch schon in einem verletzten Zustand und nochetwas.....wie steht es mit dem Vertrauen auf Gott, dass er in uns einen Mechanismus gelegt hat, der die schrecklichsten Situationen doch auch mit einem "barmherzigen inneren Ausnahmezustandsgefühl" versorgt hat.
    Eine Art von Taubheit der Gefühle,einen inneren Schutz, eine Käseglocke an "Hormonausschüttungen".....
    Man stelle sich vor einer Mutter wird vorgelogen und danach kommt die bittere Wahrheit wie ein zweiter Schlag.......

    Was daran besser sein soll.....ich verstehe es nicht, aber natürlich ist man in solchen Momenten anderen Menschen ausgesetzt, die ihre Sache einfühlend oder auch nicht machen. Es bleibt individuell.
    Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
  • Pfingstrosen schrieb:

    Wenn ich mir vorstelle, dass ich in dieser Lage wäre, dann würde ich die Wahrheit wissen wollen.
    Man ist doch schon in einem verletzten Zustand und nochetwas.....wie steht es mit dem Vertrauen auf Gott, dass er in uns einen Mechanismus gelegt hat, der die schrecklichsten Situationen doch auch mit einem "barmherzigen inneren Ausnahmezustandsgefühl" versorgt hat.
    Eine Art von Taubheit der Gefühle,einen inneren Schutz, eine Käseglocke an "Hormonausschüttungen".....
    Man stelle sich vor einer Mutter wird vorgelogen und danach kommt die bittere Wahrheit wie ein zweiter Schlag.......

    Was daran besser sein soll.....ich verstehe es nicht, aber natürlich ist man in solchen Momenten anderen Menschen ausgesetzt, die ihre Sache einfühlend oder auch nicht machen. Es bleibt individuell.
    Ja, Du, jetzt. Aber hast Du schon jemanden, notwendigerweise künstlich ruhigggestellt, an drei Infusionen und fünf Monitoren hängend, Kreislauf eben durch intensives Monitoring "stail" gehalten - - erlebt ? - - Wenn man darauf hofft, nach der weitestgehenden allgemeinen Stabilisierung einsensibel in ein sensibel zu führendes Gespräch die bittere Warheit einzupacken ? Auch Warheit kannn töten ( Lies Arthut Schnitzlers "Professor Bernardi" ! Der schriftsteller hat - als Arzt - das schon gewusst.


    Und : Ich lasse mir die mir auferlegte Verantwrtung, auch meine persönliche Entscheidung, autoritär oder im Rahmen eines Konsilius getroffen, nicht von einer Stationsgehilfin wegnehmen. eine Krankenanstalt ist nämlich auch "Nach dem Stand der Wissenschaft und Erfahrung" zu führen.

    Du musst nicht - ich hatte noch nicht - bei einer Triage (siehe Wikipedia) einem Schwerverletzten erklären, warum der Leichtverletzte schon im Rettungs - Heli weggbracht wurde und er nicht. (Weil er nämlich nach dem "Stad ddeer Wissenschaft und Erfahrung" wahrscheinlichschon im Heli stirbt - und uns damtit ein Heli blockiet ist-.Die Formulieung (nach Beicht des Pflegepersonals und persönlicher Untersuchung) : "Autes Abdomen, Ileus ? - Mit Rücksicht auf den AZ keine Transvferierung, Medikation symptomorientiert" ist ein Todesurteil, allerdings ohneE inbeziehen der Heli - Kapazitäten.

    Ich habe einmal fürchetrlich versagt : Die 22 jährige ist nach Herzstillstand seit Freitag nachmittags hirntod. Erst am Montag ziehen sie mich bei. wir prüfen statt der dreimaliken vorgeschriebenen Kontrolle der Vitalparameter des Gehirs sechs mal in jeweils 6 - Stunden - Abständen - - -und transferieren sie mi Rücksicht auf Eltern und Ehmann, 4 Tage am Gang in Hoffnung herumstehend, NICHT auf die brennend interesseirte Transplantationsstation (mit irgend einer Ausrede halt), sondern teilen der Familie nur schonend mit, dass wir den Respirator jetzt, Dinestag nachmittags, abschalten werden, Nein, den Zeitpunkt behalten wir uns vor.

    Wir ware damals auf dieTransplantationsproblematik - samt Organspender - eben noch nicht innerlich mt uns im Reinen.Es war Neuland.
    Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
  • Das war nicht als Kritik an Entscheidungen gedacht, nur einmal der Versuch, Bekanntes an Erfahrungen mit in die Diskussion zu bringen.

    Die Hierarchie bei diesen Entscheidungen entlastet das Personal rechtlich, aber das Gewissen drückt
    trotzdem den einen oder anderen. Das ist ja keine Theorie, sondern
    die Erfahrungen der Menschen , die uns umgeben und es uns erzählen.

    Persönlich bin ich froh, dass man über allen menschlichen Händen die Hand Gottes wissen darf....
    es wäre sonst unerträglich....
    Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
  • Puh, das ist kein einfaches Thema ..generell ist lügen für mich ein Unding und eine Sünde. Doch wir alle lügen täglich kleine Dinge und sei es: Gehts Dir gut .. ja ... z.B.. Ich glaube wenn die Liebe ins Spiel kommt zum Nächsten, dann kann man Dinge oft einfach anders beschreiben und nicht jeder Mensch in verzweifelter Lage verträgt die harte Wahrheit , ich denke das sollte man aus dem Herzen entscheiden.. heißt es nicht wenn ihr die Liebe nicht habt ist alles wertlos ?? Liebe, Glaube , Hoffnung und die Liebe ist das Größte von allen. Gott sieht ins Herz und ich glaube er würde eine Lüge verzeihen die aus Barmherzigkeit und Liebe entspringt, Lügen sind ja oft um des eigenes Vorteils bezw Schuldabweisung .. das sind die ich als Sünde betiteln würde . Aber isch bin ja nur einfach denkend ;-)))
    Mein Leitspruch im Leben : Wer etwas will findet Wege.. wer nichts will Gründe :D
  • Zum Allgemeinwissen, hier die moderate judische Sicht auf die gestellte Frage (LINK).

    Von klein an wird uns allen beigebracht, dass man nicht lügen darf. Wenn man erwachsen wird, merkt man jedoch irgendwann, dass sich bei Weitem nicht alle an diese Tugend halten. Jeder erkennt auch, wie schwer es ist, immer nur die nackte Wahrheit zu sagen. Ist die Wahrheit überhaupt immer hilfreich, oder ist es vielleicht besser, sich gelegentlich eine kleine Lüge zu erlauben, um ein größeres Ziel damit zu erreichen?

    Wie steht das Judentum zu dieser Frage – verpflichtet uns die Tora, immer nur die Wahrheit zu sagen, wenn es heißt: »Von Lügenworten halte dich fern« (1. Buch Mose 23,7)? Wieso sagt sie dann nicht einfach: »Du sollst nicht lügen«? Überdies sehen wir einige Beispiele in der Tora und im Talmud, wo unsere Protagonisten nicht die ganze Wahrheit sagen.


    Es ist selbstverständlich, dass die Tora und unsere Weisen uns lehren, keine Lügner zu sein. So vergleicht zum Beispiel Rabbi Eliazar im Traktat Sanhedrin 92a jemanden, der auch nur ein Wort absichtlich verfälscht, mit einem Götzendiener. Im Traktat Sota 42a sagt Rabbi Jermija Ben Abba, dass vier Arten von Menschen von der G’ttlichkeit nicht empfangen werden: die Spötter, die Schmeichler, die Lügner und die Verleumder. Und in den Pirkej Awot 1,18 sagt Rabbi Schimon Ben Gamliel, dass die Welt auf drei Dingen beruht: auf der Wahrheit, auf dem Recht und auf dem Frieden. Also ist die Wahrheit essenziell für uns.



    Jedoch gibt es einige Ausnahmen, in denen man nicht die ganze Wahrheit sagen muss. Unsere Weisen nennen uns fünf Fälle, in welchen wir die Wahrheit etwas verdrehen können.

    Erstens: Lügen um des Friedens willen und/oder um die Gefühle anderer Menschen nicht zu verletzen. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Lehre aus der Schule des Rabbi Jischmaels, die im Traktat Jewamot 65b dargeboten wird. Dort steht, dass der häusliche Frieden so wichtig ist, dass selbst der Allmächtige bereit war, nicht die ganze Wahrheit zu sagen, um den Frieden zwischen Mann und Frau zu wahren.

    Gemeint ist die Stelle im 1. Buch Mose 13. Dort steht, dass Sara, als sie hörte, dass sie einen Sohn bekommen soll, sagte, sie tauge nicht mehr zum Kinderkriegen, und auch ihr Mann sei schon alt. Daraufhin erschien G’tt Awraham und zürnte darüber, dass Sara an den Eigenschaften G’ttes zweifelte, indem sie sagte, sie könne keine Kinder mehr bekommen. Dass sie auch an Awrahams Fähigkeiten zweifelte, hat G’tt verschwiegen, damit Awraham nicht auf Sara zornig würde.


    Zweitens: Lügen in einer Situation, in der die Wahrheit einen in physische Gefahr bringen kann. Das lernen wir ebenfalls von unserem Vorvater Awraham, aber auch von seinem Sohn Jizchak. Beide haben ihre Ehefrauen im 1. Buch Mose 12 und 1. Buch Mose 26 als ihre Schwestern ausgegeben. Denn da ihre Frauen sich durch außerordentliche Schönheit auszeichneten, hatten sie Angst, dass die Könige an ihnen Gefallen finden und sie selbst töten würden.

    Drittens: Lügen der Bescheidenheit wegen, oder um nicht arrogant zu erscheinen. So steht in Bawa Mezia 23b, dass unsere Weisen bei drei Gelegenheiten von der Wahrheit abzuweichen pflegten: bei Traktaten, beim Bette und bei der Gastfreundschaft. »Bei Traktaten« heißt, dass man sogar, wenn man einen Traktat gelernt hat und beherrscht, aus Bescheidenheit sagen darf, man habe diesen Traktat nie gelernt.

    Viertens: Man muss nicht die Wahrheit sagen, wenn es um private, vertraute oder intime Angelegenheiten geht. Das ist in der oben genannten Quelle mit »beim Bette« gemeint – das heißt, dass man keine intimen Geheimnisse preisgeben muss.

    Fünftens: Lügen, um sein Eigentum vor Räubern zu schützen. So sagt der Talmud im Traktat Awoda Zara, dass man Bösewichtern ein anderes Reiseziel angeben darf, als man in Wirklichkeit ansteuert. Das hat auch unser dritter Urvater, Jakow, getan. Er sagte Esaw, er wolle nach Seir gehen, tatsächlich ging er aber nach Sukkot. Im Talmud wird auch eine Geschichte von den Schülern des Rabbi Akiwa erzählt, die denselben Trick anwandten.

    Doch wer wird dann aus jüdischer Sicht überhaupt als Lügner bezeichnet? Dies verrät uns Rabejnu Jona in seinem klassischen Werk Schaarej Teschuwa 3,178: Es sind Menschen, die bei ihren Geschäften betrügen und anderen damit finanzielle Verluste bereiten. Als Lügner gelten auch Menschen, die das Vertrauen anderer gewinnen, um sie dann zu betrügen und auszunutzen; ferner Menschen, die durch Lügen einen anderen davon abbringen, einen Gewinn zu erzielen, der dann später ihnen selbst zufällt.


    Außerdem trifft der Begriff auf Menschen zu, die eine Geschichte nur um des Lügens willen erfinden – und auf solche, die anderen versprechen, ihnen etwas zu geben, während sie es in Wirklichkeit gar nicht beabsichtigen.


    Rabejnu Jona bezeichnet zusätzlich Menschen als Lügner, die zwar vorhaben, ihr Versprechen einzuhalten, sich aber nicht darum bemühen – und zudem diejenigen, die behaupten, sie hätten jemand anderem etwas Gutes getan oder einen Gefallen erwiesen, während sie nichts dergleichen getan haben. Als Lügner gelten auch Menschen, die sich selbst für vorteilhafte Eigenschaften loben, die sie nicht besitzen. Und schließlich fallen Menschen, die bestimmte Details abändern, wenn sie etwas erzählen, in die Kategorie der Lügner.


    Es ist auch wichtig, zu bemerken, dass im Traktat Sukka 46b steht, man dürfe einem Kind niemals etwas versprechen, ohne es ihm hinterher auch zu geben, weil man das Kind dadurch zum Lügen erzieht. Also sehen wir, dass die Wahrheit zwar nicht absolut ist, man jedoch immer versuchen muss, sich von der Lüge fernzuhalten. Unwahrheiten dürfen nur in absoluten Ausnahmefällen gesagt werden.
    Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
  • Also viertens und fünftens verstehen sich von selbst, finde ich; der Rest ist schon ziemlich hanebüchen, meiner Meinung nach.

    Und auch Punkt vier ist nicht mehr gegeben, wenn die Familie nachschaut, ob nach der Hochzeitsnacht Blut auf dem Laken ist und das öffentlich feiert.
    Da braucht man gar nicht die "Wahrheit" sagen; die Wahrheit wird sich einfach geholt.

    Aus dieser Zeit und Lebenswelt stammen diese Gebote; ist das hier bewusst?
  • Lügen geht in irgendeiner Weise immer am Ziel vorbei eine Welt zu bauen wie Gott sie haben wollte.
    Das Argument, dass man andere Menschen nicht verletzten soll, wenn man die Wahrheit sagt....muss mich natürlich auch dazu bringen, dass ich mir überlege was ich denn für eine Wahrheit habe.
    Ist meine innere Wahrheit so brutal und negativ, dass sie auszusprechen für den anderen verletzend wäre?
    Oder hab ich erst gar nicht einen lieblosen Blick? Irgendwie fängt alles viel früher an, als
    die Worte, die dann kommen. Wo bin ich? Was mache ich als Mann an einem Ort, wo mir die Frau abhanden kommen könnte ;) ?
    usw........
    Wo führt mich Gott hin oder mein Gewissen?
    Wo bin ich überhaupt?
    :D ?( ggggggggg :laugh1:
    ( scusi. Lügen eigentlich demente Menschen?)
    Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
  • christ.ai schrieb:

    Saul war auch ein Tyrann. Nicht so schlimm wie Hitler, aber Davids Gefolgsleute waren aus gutem Grund nicht gut auf Saul zu sprechen. Und - hat David den Tyrannenmord gerechtfertigt und vollzogen in der Höhle oder im Nachtlager?

    Warum nicht?
    David verschonte den und damit auch seinen König Saul, weil er "nicht Hand anlegen wollte an den Gesalbten des HERRN!" - so lesen wir in der Bibel. Saul war kein Tyrann und Despot und Massenmörder, wie Hitler - ist mit ihm also absolut nicht zu vergleichen, deshalb hatte David kein Recht seinen König zu töten, wozu er mehrmals die Möglichkeit hatte. Ein Mord Davids an Saul war durch nichts zu rechtfertigen!
  • Jacob der Suchende schrieb:

    Ich verstehe eine Sünde nicht als blosse Tat, sondern als Tat in einem bestimmten Kontext. Dieser Kontext wird beschrieben durch die Situation und meine Motive. Allgemein: Gehe ich satt am Sabbat einkaufen, begehe ich eine Sünde. Die eigentliche Sünde dabei ist die innere Rebellion gegen Gott in einer solchen Situation. Mir war schon mal passiert, dass ich einfach vergessen hatte, dass der Tag ein Sabbat war. Erst nach dem Einkauf einige Stunden später hatte ich mich daran erinnert. Meine Motive waren rein - hatte ich dennoch gesündigt?

    Ruapehu schrieb:

    Puh, das ist kein einfaches Thema ..generell ist lügen für mich ein Unding und eine Sünde. Doch wir alle lügen täglich kleine Dinge und sei es: Gehts Dir gut .. ja ... z.B.. Ich glaube wenn die Liebe ins Spiel kommt zum Nächsten, dann kann man Dinge oft einfach anders beschreiben und nicht jeder Mensch in verzweifelter Lage verträgt die harte Wahrheit , ich denke das sollte man aus dem Herzen entscheiden.. heißt es nicht wenn ihr die Liebe nicht habt ist alles wertlos ?? Liebe, Glaube , Hoffnung und die Liebe ist das Größte von allen. Gott sieht ins Herz und ich glaube er würde eine Lüge verzeihen die aus Barmherzigkeit und Liebe entspringt, Lügen sind ja oft um des eigenes Vorteils bezw Schuldabweisung .. das sind die ich als Sünde betiteln würde . Aber isch bin ja nur einfach denkend ;-)))
    Ja, @Jacob der Suchende, mir gefalle ndie bisherigen Überlegungen in letzter Konsequenz auch / immer noch nicht.

    Lüge - nicht Lüge - Lüge, aber Straffrei!?!?!

    Inzwischen raucht der Kopf von ganzen philosophieren und abwägen von ethischen Moralvorstellungen.

    Mir drenkt sich langsam der Eindruck auf, dass das Problem von uns gar nicht gelöst werden kann. Warum? Weil wir durch die Sünde in uns, nicht mehr in der Lage sind zu erkennen was wirklich heilig, gerecht und gut ist. Wenn ich darüber nachdenke, was Jesus in einer solchen Situation tuen würde, so fällt mir zum Beispiel auf, dass wir bisher immer nur versucht haben das Opfer zu schützen, und uns selber dabei nicht in Gefahr zu bringen. Würde Jesus sich evtl. selber in Gefahr bringen, z. B. den Täter ins eigene Haus einladen? Ich weiss nicht?

    Wie gesagt, die Lösung ist uns vermutlich garnicht zugänglich. Daher halten wir es am besten so, dass der Threat hier nun geschlossen wird und wir uns wie @Ruapehu an das "einfache Denken" den "einfachen Glauben" halten und darauf vertrauen das Gott "alle Dinge zum Gut" führen wird, sollten wir mal in solche Situationen kommen.
    Es gibt alleine 42.000 christliche Kirchen. Aber laut Jesus nur EINEN Weg der zum Ziel führt!!!