Christus ist Sieger - Tägliche Andachten

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    • Eine Sünde zwingt oft zur nächsten, 20. Mai

      Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan: „So wahr der HERR lebt: der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat!“ 2.Samuel 12,5 (Hfa).

      Die Bibel hat nur wenig zum Lobe des Menschen zu sagen. Sie widmet auch den Vorzügen der Besten, die je lebten, nicht viel Raum. Dieses Stillschweigen hat seinen Grund. Alle guten Eigenschaften, die der Mensch besitzt, sind Gaben Gottes. Gutes geschieht durch Gottes Gnade in Christus ...

      Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung schufen die Voraussetzung für Davids Fall ... Es war Gewohnheitsrecht östlicher Herrscher, für Unrecht straffrei zu bleiben, was bei ihren Untertanen nicht geduldet wurde. Sie brauchten sich keine Schranken aufzuerlegen wie diese. Das alles trug dazu bei, Davids Bewusstsein für das Wesen der Sünde zu trüben ... Sobald es aber Satan gelingt, den Menschen von Gott, der einzigen Kraftquelle, zu trennen, wird er versuchen, unheilige Wünsche zu wecken ...

      Nun endlich konnte er behaglich und sorgenfrei leben. Doch da kam für den Versucher die Gelegenheit, sich seiner Gedankenwelt zu bemächtigen ... Er war selbstsicher geworden und verlor dadurch seinen Halt an Gott. Er gab Satan nach und wurde schuldig ... Batseba, deren Schönheit dem König zum Fallstrick wurde, war die Frau des Hethiters Uria, eines der tapfersten und treusten Offiziere Davids.Siehe 2.Samuel 11,1-4 ... Alle Mühe Davids, seine Schuld zu verheimlichen, war vergeblich. Siehe V. 5-13. Er selbst hatte sich dem Bösen ausgeliefert ... und in seiner Verzweiflung fügte er überstürzt dem Ehebruch noch einen Mord hinzu. Siehe V. 14-17 ...

      Nun erhielt der Prophet Nathan den Auftrag, David Gottes Missbilligung deutlich zu machen. Siehe 2.Samuel 12,1. Das war eine harte, schreckliche Botschaft. Wenige Herrscher hätten solchen Vorwurf hingenommen, ohne den Überbringer töten zu lassen. Nathan schreckte nicht davor zurück ... Er wandte sich an David als den von Gott gesandten Rechtswahrer seines Volkes und trug ihm die Geschichte einer ungerechten Bedrückung vor, die Wiedergutmachung verlangte. Siehe V. 1-4 ...

      Nathan sah den König an; dann erhob er die rechte Hand zum Himmel und erklärte ernst: „Du bist der Mann!“ V. 7. Und er fuhr fort: „Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel?“ V. 9. Wie David mögen andere Schuldiggewordene versuchen, ihr Unrecht vor Menschen zu verheimlichen, aber „es ist alles bloß und aufgedeckt vor Gottes Augen, dem wir Rechenschaft geben müssen.“ Hebräer 4,13. „Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werde, und nichts ist heimlich, was man nicht wissen werde.“ Matthäus 10,26.

      Die Vorwürfe des Propheten trafen David im Innersten. In tiefer Reue beugte er sich vor Gott. Mit bebenden Lippen bekannte er: „Ich habe gesündigt gegen den Herrn.“ 2.Samuel 12,13.
      Patriarchen und Propheten 693-697.

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    • In Unglücken offenbart sich der Charakter, 21. Mai

      David aber sprach zu allen seinen Großen, die bei ihm in Jerusalem waren: „Auf, lasst uns fliehen! Denn hier wird kein Entrinnen sein vor Absalom.“2.Samuel 15,14.

      David war nie so sehr der Bewunderung wert wie in der Stunde seines Unglücks.Niemals stand diese Zeder Gottes aufrechter als im wütenden Sturm ... Er war traurig, seine Augen flossen über vor Kummer, doch ohne eine Spur von Selbstmitleid wendet er den Stätten seines Ruhmes — und auch seines Verbrechens — den Rücken und flieht um sein Leben. Siehe 2.Samuel 15,13.14. Schimi kommt aus dem Haus, als David vorübergeht, und überschüttet ihn mit Schimpfworten, bewirft ihn mit Steinen und Lehmklumpen. Siehe 2.Samuel 16,5-8. Einer von Davids Soldaten meint: „Lass mich doch hinübergehen und ihm den Kopf abhauen!“ V. 9 (EB). Der König — gedemütigt und bekümmert — antwortet: „Ja, soll er doch fluchen! Denn wenn der HERR ihm gesagt hat: Fluche David! — wer darf dann sagen: Warum tust du das?“ V. 10 (EB) ...

      Als der lange Zug durch Zadok und Abjatar angehalten wird, die gemeinsam mit den Leviten die Bundeslade, das Symbol für die Gegenwart Gottes, herbeitragen (siehe 2.Samuel 15,24), sieht David für einen kurzen Moment einen Hoffnungsstern zwischen den Wolken aufblitzen, denn wenn er dieses kostbare Stück mit sich führte, könnte er seine Situation wesentlich verbessern ... Doch wie selbstlos und edel ist dieser David. Obwohl die Wogen beinahe über ihm zusammenschlagen, steht sein Entschluss fest: er wendet sich an Gott, er schaut zum Himmel hinauf wie die hohe Zeder im Libanon. Der König befiehlt: „Bringt die Lade Gottes in die Stadt zurück ...“ V. 25. Seine Ehrfurcht und sein Respekt vor der Bundeslade ließen nicht zu, dass er die Bundeslade auf seiner überstürzten Flucht in Gefahr brachte ... Er konnte nicht zulassen, dass die Stadt des Symbols beraubt würde, die ihr den Namen „Heiliger Berg“ gibt. Hätte er egoistische Motive besessen und sich selbst hoch eingeschätzt, wäre er froh gewesen, alles um sich herum zu sammeln, was sein untergehendes Glück retten und seine Sicherheit garantieren konnte. Doch David schickt die heilige Lade an ihren Ort zurück und geht keinen Schritt weiter, bis er sieht, dass die Priester mit ihrer heiligen Traglast zurückkehren und sie wieder auf dem Berg Zion in die Stiftshütte stellen ...

      Lauter als Schimis Stimme rief ihm das Gewissen die eigene Schuld ins Gedächtnis zurück. Immer stand ihm Uria vor Augen. Sein großes Verbrechen war der Ehebruch ... Obwohl er Uria nicht mit eigener Hand umgebracht hatte, wusste er, dass er an seinem Tod schuldig war. Siehe 2.Samuel 11,3-5.14.15 ...

      Doch dann erinnerte er sich daran, wie oft Gott um seinetwillen eingegriffen hatte, und dachte: „Wenn er meine Reue annimmt, dann wendet er mir vielleicht wieder seine Gunst zu und verwandelt meine Trauer in Freude ... Wenn er aber doch keine Freude mehr an mir hat, wenn er mich vergessen hat, wenn er mich im Exil lässt oder mich sterben lässt, dann werde ich mich darüber nicht beklagen. Ich verdiene seine Strafgerichte und werde mich ihnen unterwerfen.“ Siehe 2.Samuel 15,25.26.
      Brief 6, 1880.


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    • Davids Reue war ebenso groß wie seine Schuld, 22. Mai

      Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: „In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.“Jesaja 57,15 (EB).

      Sünder haben selten das Empfinden, zu Recht getadelt zu werden ... Wie wenig fühlen sie mit demjenigen mit, dem vom Herrn diese schwere Last auferlegt wurde.Sie schlüpfen in die Märtyrerrolle und meinen, dass sie großes Mitleid verdienen, weil sie kritisiert wurden und man ihnen einen Rat gab, der ihren eigenen Ideen und Gefühlen zuwider lief. Vielleicht geben sie einiges zu, aber gleichzeitig halten sie verbissen und hartnäckig an ihren Irrtümern und eigenen Vorstellungen fest.„Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst.“ 1.Samuel 15,23. Die Absichten und Zwecke des Wortes Gottes werden abgelehnt. Siehe 2.Timotheus 3,16.17 ...

      Wie anders war David! Obwohl er gesündigt hatte, beugte er sich jedes Mal unter die Strafe des Herrn, wenn Gott ihm scharfe Tadel sandte. Gott liebte David — nicht weil er ein vollkommener Mensch gewesen wäre, sondern weil er nicht im eigensinnigen Widerstand gegen Gottes ausdrücklichen Willen verharrte. Er rebellierte nicht gegen Tadel und Zurechtweisung ...

      David machte große Fehler, aber er wurde ebenso gedemütigt und seine Zerknirschung war genauso tief wie seine Schuld. Es gab keinen Menschen, der sich unter einem Schuldgefühl tiefer gedemütigt hätte als er. Er zeigte Stärke und Größe — nicht immer im Widerstand gegen Versuchungen, aber in der inneren Zerknirschung und in aufrichtiger Reue, die sich auch nach außen zeigte. Siehe Psalm 32,5. Nie verlor er sein Vertrauen zu Gott, der den strengen Tadel durch den Mund seines Propheten ausrichten ließ. Siehe 2.Samuel 12,1-14. Er hasste den Propheten deshalb nicht. David wurde auch deshalb von Gott geliebt, weil er sich voll und ganz auf die Gnade Gottes verließ, den er schon immer geliebt, verehrt und gedient hatte.

      Wem viel vergeben wird, der liebt viel. Siehe Lukas 7,47. David beriet sich nicht mit seinen Genossen, die gegen Gott sündigten. Hier versagen viele. Sie bleiben in totaler Finsternis, weil sie sich dafür entscheiden, den Rat von Menschen anzunehmen, die sich nichts vom Herrn sagen lassen. Sie werden die Sünde im Sünder entschuldigen, obwohl er sie nicht bereut, und werden über Fehler hinweggehen, die Gott nicht vergeben hat. David vertraute Gott mehr als Menschen; er akzeptierte seine Urteile als gerecht und gnädig. Wie viele tappen in Blindheit umher und führen andere auf dieselben Irrwege, wo schließlich beide umkommen, weil sie nicht auf die Tadel des Heiligen Geistes hören!
      Manuskript 1a, 1890.


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    • Gottes Vergebung heißt, seine Rechtfertigung empfangen, 23.Mai

      Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist! Psalm 32,1.2.

      Manche machen den Fehler, bis in alle Einzelheiten die feinen Unterschiede zwischen Rechtfertigung und Heiligung definieren zu wollen. In die Definitionen beider Begriffe mischen sie oft ihre eigenen Ideen und Spekulationen. Warum wollen wir denn genauer sein als das inspirierte Wort Gottes, wenn es die lebenswichtige Frage der Gerechtigkeit durch Glauben erklärt? Warum versuchen wir, jedes Detail herauszuarbeiten, als würde die Rettung der Seele davon abhängen, dass man dies ganz genau versteht? Nicht jeder hat den gleichen Standpunkt. Mancher steht in der Gefahr, ein Atom zum Weltall aufzublähen und das Weltall auf ein Atom zu beschränken.

      Wenn Sünder ihre Schuld bereuen, sich vor Gott beugen und die stellvertretende Versöhnungstat Christi für sich annehmen als ihre einzige Hoffnung in diesem und dem künftigen Leben, dann sind ihre Sünden vergeben. Das ist die Rechtfertigung aus dem Glauben. Jeder Mensch, der daran glaubt, soll seinen Willen voll und ganz auf den Willen Gottes abstimmen und in einer reumütigen und zerknirschten Haltung bleiben, der versöhnenden Verdienste des Erlösers vertrauen, an Stärke zunehmen und „von einer Herrlichkeit zur anderen“ verklärt werden. 2.Korinther 3,18. Vergebung und Rechtfertigung sind ein und dasselbe ...

      Rechtfertigung ist das Gegenteil von Verdammung. Gottes grenzenlose Gnade wird Menschen gewährt, die sie überhaupt nicht verdienen. Er vergibt die Sünden und Übertretungen, weil Jesus das stellvertretende Sühnopfer für unsere Sünden geworden ist. Durch den Glauben an Christus erlangt der Übertreter Gottes Wohlwollen und hat nun die starke Hoffnung auf das ewige Leben ...

      David wurde seine Gesetzesübertretung vergeben, weil er sich vor Gott in Reue und innerer Zerknirschung demütigte und daran glaubte, dass Gott sein Versprechen wahr machen und tatsächlich verzeihen würde. Er bekannte seine Sünde, bereute sie und wandte sich wieder Gott zu. Siehe Psalm 51. Im Überschwang seiner Freude über die Gewissheit, dass ihm vergeben wurde, rief er aus: „Glücklich sind alle, denen Gott ihre Sünden vergeben und ihre Schuld zugedeckt hat! Glücklich ist der Mensch, dem Gott seine Sünden nicht anrechnet und der mit Gott kein falsches Spiel treibt!“ Psalm 32,1.2 (Hfa). Der Segen erwächst aus der Vergebung, die Vergebung wird möglich durch den Glauben, dass die eingestandene und bereute Sünde vom großen Sündenträger weggetragen wurde.So kommt also all unser Segen von Christus. Sein Tod ist das sühnende Opfer für unsere Sünden. Er ist der große Mittler, durch den wir die Gnade und Gunst Gottes empfangen. Siehe Hebräer 4,14-16. Er ist in der Tat „der Anfänger und Vollender unseres Glaubens“. Hebräer 12,2;
      Manuskript 21, 1891; Manuscript Releases IX, 300.301.


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    • Davids Erfahrungen sind unseren ähnlich, 24. Mai

      Wenn ich rufe zu dir, HERR, mein Fels, so schweige doch nicht, dass ich nicht, wenn du schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren.Psalm 28,1.

      David war ein Mensch, der für viele andere steht. Seine Geschichte ist für jeden interessant, der endgültige Siege anstrebt. In seinem Leben kämpften zwei Mächte um die Herrschaft. Der Unglaube zog seine Streitkräfte zusammen und versuchte das Licht auszulöschen, das vom Thron Gottes auf David herabschien. Tag für Tag tobte die Schlacht in seinem Innern, wobei Satan jeden Fortschritt in Frage stellte, der durch die Mächte der Gerechtigkeit bewirkt worden war. David begriff, was es heißt „mit Mächtigen und Gewaltigen, ... mit den Herren der Welt, die in der Finsternis herrschen“ zu kämpfen. Epheser 6,12. Manchmal sah es so aus, als würde der Feind siegen. Doch am Ende siegte der Glaube und David jubelte über die rettende Macht Jahwes.

      Der Kampf, den David durchmachte, muss auch von jedem anderen Nachfolger Christi durchlebt werden. Satan ist mit großer Macht herabgekommen „und weiß, dass er nur wenig Zeit hat“. Offenbarung 12,12. Der Kampf wird vom gesamten himmlischen Universum beobachtet und Engel Gottes stehen bereit, um für jeden bedrängten Kämpfer, der für Gottes Sache eintritt, eine Standarte gegen den Feind aufzurichten, damit sie dann aus Siegesfreude singen können. Manuskript 38, 1905; The S.D.A. Bible Commentary III, 1142.1143.

      Ob der Wille Gottes von ganzen Völkern missachtet wird oder von Einzelpersonen — der Tag der Vergeltung wird kommen. Manche ignorieren Gottes Weisheit und richten sich nach menschlichen Vorstellungen oder Ratschlägen. David legte das Wort Gottes neben seinen Thron. Dadurch war er standhaft. Doch als er ihre Lehren verwarf, befleckte er seinen guten Ruf, der zu den besten gehört hatte ... Wir müssen unseren Glauben am Maßstab der Bibel ausrichten. Wir dürfen nicht die Haltung annehmen zu meinen, wir wären weise genug, Gottes Aussagen anzunehmen oder abzulehnen, wie es uns passt. Niemals sollten wir den Eindruck erwecken, dass Christen genauso denken und urteilen wie die Welt. Es gibt eine scharfe Trennlinie, die zwischen dem ewigen Gott und seiner Gemeinde auf der einen und der Welt auf der anderen Seite verläuft. Zwischen beiden kann es keine Einheit geben. Siehe 1.Johannes 2,15-17. Der eine entscheidet sich für einen Lebensstil im Sinne Gottes, der andere wählt Satans Lebensstil. Und es wird stets nötig sein, „für den Glauben zu kämpfen, der ein für allemal den Heiligen überliefert ist.“ Judas 3 ...

      Wer ohne Gott lebt, wird die Bibel hassen, weil dieses Buch sie nicht nach Belieben sündigen lässt und nicht duldet, dass man die ererbten und erworbenen Charakterschwächen behält. Solche Menschen möchten ihre eigenen Ideen als Gedanken Gottes ausgeben. Sie widersprechen dem Wort Gottes aus demselben Grund, wie die Juden einst riefen: „Weg mit Christus!“: weil es ihre Sünden beim Namen nannte und ihre bösen Taten entlarvte.
      Brief 16, 1888; Manuscript Releases XXI, 169.

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    • Ist Gottes Bestrafung der durch Menschen vorzuziehen? 25.Mai

      David sagte zu Gad: „Ich stehe vor einer schrecklichen Wahl! Aber wenn es denn sein muss, dann lieber in die Hand des HERRN fallen, denn er ist voll Erbarmen. In die Hand von Menschen will ich nicht fallen!“ 2.Samuel 24,14 (GNB).

      Indem David das Volk Israel zählen ließ, beleidigte er Gott. Er zog sich Gottes Tadel zu, denn er machte sich selbst zum Gott, als ob er die Stärke der israelitischen Streitkräfte an der Anzahl der Soldaten festmachen konnte. Siehe 2.Samuel 24,2-4.10. „Das ist das Wort des Herrn an Serubbabel: ‚Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.‘“ Sacharja 4,6. Gott sieht nicht auf die Zahl des Volkes Israel, um den Erfolg seines Werkes zu sichern. Seine Heere umfassen „Tausende mal Tausende und Zehntausende mal Zehntausende“. Offenbarung 5,11. Diese arbeiten mit allen Menschen zusammen, die sich mit Gott verbünden und Kanäle seines Lichts sein möchten. Manuskript 17, 1898.

      Wer aufrichtige und ehrliche Absichten hat, muss sich vor Gott viel weniger fürchten als vor Menschen mit Herzen aus Stahl. Die von menschlicher Verzweiflung gequälte Seele wendet sich von dem Fehlurteil und der Verdammung der Menschen ab, die nicht wissen, was im Herzen vorgeht, sich aber das Recht herausnehmen, ihre Mitmenschen zu richten. Dieser Mensch wendet sich an den Einen, in dem nicht einmal der Schatten eines Fehlurteiles ist. Er ist mit den Umständen der Versuchung vertraut. Gott kennt alle Taten der Vergangenheit und trotzdem ist die bekümmerte Seele bereit, ihm ihren Fall anzuvertrauen, weil sie weiß, dass er voller Gnade und Mitgefühl ist.

      Als David aufgefordert wurde, die Strafe für seine Sünde selbst zu wählen, sagte er: „Ich will lieber dem Herrn als den Menschen in die Hände fallen, denn er ist sehr barmherzig.“ 2.Samuel 24,14 (Hfa). Er spürte, dass Gott seine inneren Kämpfe und seine Seelenangst kannte. Wenn die Menschen in der Lage wären, auch nur einen flüchtigen Blick auf den Charakter Gottes zu werfen, würden sie nichts von dem rachsüchtigen, herzlosen Geist sehen, der sich in Menschen zeigt. Sie würden sehen, dass Nöte und Prüfungen die erwählten Werkzeuge Gottes sind, um seine Kinder zu erziehen und in seiner Lebensweise zu unterrichten, damit sie seine Gnade in Anspruch nehmen ... Wenn Menschen, die Rückfälle erlebt haben, zum breiten Strom der Liebe Gottes geführt werden, dann rufen sie: „Wenn er mich geprüft hat, werde ich als geläutertes Gold herauskommen.“ Siehe 1.Petrus 1,6.7.Solche leidenden Seelen werden in widrigen Umständen geduldig, vertrauensvoll und in Gott siegreich gemacht ...

      Wenn sterbliche und irrende Menschen zeigen, dass sie sich wichtiger nehmen als Gott, wenn sie sich selbst für gerecht halten, aber doch nicht die Freundlichkeit und Sanftmut besitzen, die das Leben unseres Herrn Jesus kennzeichnete, dann können wir gewiss sein: Wenn sie nicht umkehren und „Buße tun“, wird ihr „Leuchter“ schnell „von seiner Stätte weggerückt“ werden. Offenbarung 2,5.
      Manuskript 7, 1895; Testimonies to Ministers and Gospel Workers 354-356.


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    • Unsere Vorstellung von Gott gründet sich auf unsere Erfahrungen, 26. Mai

      Ich erinnere mich an deine großen Taten, Herr, und denke an die Wunder, die du einst vollbracht hast. Ich führe mir vor Augen, was du getan hast, immer wieder mache ich es mir bewusst. Psalm 77,12.13 (Hfa).

      Gib acht, wie du die Heilige Schrift auslegst. Lies sie mit einem offenen Herzen, das Gottes Wort aufnehmen will, dann wird es Licht vom Himmel bringen und „den Einfältigen Einsicht“ geben. Psalm 119,130 (EB). Damit sind nicht die Schwachsinnigen gemeint, sondern solche, die sich ihrer Grenzen bewusst sind und nicht versuchen, über ihr Vermögen originell und unabhängig zu sein in ihrem Streben nach Wissen, das über die wahre Erkenntnis hinausgeht ...

      Der Psalmdichter David hat im Laufe seines Lebens immer wieder anders gedacht. In Zeiten, in denen ihm Gott seinen Willen und seine Wege offenbarte, war er obenauf. Als er dann die Kehrseite der Gnade und unveränderlichen Liebe Gottes erblickte, schien alles in eine dunkle Wolke eingehüllt zu sein ... Als er über die Schwierigkeiten und Gefahren des Lebens nachdachte, wirkten sie so bedrohlich, dass er sich wegen seiner Sünden von Gott verstoßen fühlte. Er sah seine Sünde in einem so klaren Licht, dass er ausrief: „Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und keine Gnade mehr erweisen?“ Psalm 77,8.

      Als er weinte und betete, bekam er ein klareres Bild der Wesenszüge und Eigenschaften Gottes. Durch den Einfluss himmlischer Engel merkte er, dass seine Vorstellung von Gottes Gerechtigkeit und Strenge übertrieben war ... Als David über Gottes Verheißungen für das Volk Israel nachdachte und sich bewusst machte, dass sie allen gelten, die sie so nötig haben wie Israel, nahm er sie für sich selbst in Anspruch ...

      Indem David diese Verheißungen und Vorrechte für sich in Anspruch nahm, beschloss er, nicht mehr übereilt zu urteilen, sich nicht entmutigen zu lassen und in hilfloser Verzweiflung niederzuwerfen. Er fasste Mut, als er den ganzen Charakter Gottes betrachtete, wie er in seinen Lehren deutlich wird: seine große Geduld, seine überwältigende Größe und Gnade. Da begriff er, dass die Werke und Wunder Gottes (siehe Psalm 77,15-21) uneingeschränkte Gültigkeit haben.

      Und noch einmal änderte sich Davids Erfahrung. Als er beobachtete, wie Gesetzesbrecher und Sünder Gottes gute Gaben empfingen und Vorteile hatten, während andere, die Gott aufrichtig liebten, mit Schwierigkeiten und Nöten zu kämpfen hatten, die die offensichtlichen Sünder nicht kannten, da hielt er Gottes Handeln für ungerecht ... „Denn ich beneidete die überheblichen Menschen: Ihnen geht es gut, obwohl Gott ihnen völlig gleichgültig ist.“ Psalm 73,3 (Hfa). David konnte das erst verstehen, als er in das Heiligtum Gottes ging: „Dort wurde mir auf einmal klar: entscheidend ist, wie ihr Leben endet! Du stellst sie auf schlüpfrigen Boden und wirst sie ins Verderben stürzen.“ V. 17.18 (Hfa). „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte“. V. 28;
      Manuskript 4, 1896.

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    • Gemeindehäuser sollen zur Ehre Gottes gebaut werden, 27.Mai

      Und so vollendete Salomo das Haus des HERRN ... Und alles, was Salomo ins Herz gekommen war, im Haus des HERRN und in seinem Haus zu machen, war ihm gelungen. 2.Chronik 7,11 (EB).

      Vor etwa 3000 Jahren wurde auf Gottes Geheiß der Tempel in Jerusalem erbaut.Das von Gott erwählte Volk war in jeder Hinsicht begünstigt worden. Sie wohnten inzwischen in teuren Häusern, doch Gott wurde immer noch im Zelt-Heiligtum angebetet. Siehe 2.Samuel 7,2. Hier weilte die Schechina, das sichtbare Zeichen der Gegenwart Gottes, zwischen den Cherubim, und aus allem leuchtete die vollkommene Schönheit Gottes ...

      Es gab Zeiten, in denen es nötig war, Gott an bescheidenen Orten anzubeten, doch der Herr hat deshalb weder seinen Geist zurückgehalten noch seine Gegenwart entzogen. Wenn es die beste Örtlichkeit war, die ihm die Menschen zu dieser Zeit bieten konnten, und sie ihn „im Geist und in der Wahrheit anbeteten“ (Johannes 4,24), dann kritisierte oder verurteilte er ihren Einsatz in keiner Weise ...

      Der Herr erinnerte David an die einfachen Verhältnisse, aus denen Gott ihn geholt und zu einer großen Verantwortung berufen hatte. Gott wollte, dass David nie vergaß, woher sein Wohlstand und sein Erfolg stammten. Siehe 2.Samuel 7,8.9.Beides waren Geschenke Gottes; sie kamen nicht aus ihm selbst oder aus irgendwelchen guten Eigenschaften, die er besessen hätte. Obwohl Gott ihm nicht gestattete, seinen Herzenswunsch in die Tat umzusetzen, gewährte er ihm die zweithöchste Ehre, diese Aufgabe seinem Sohn zu übertragen. Siehe V. 12.13.

      Salomo erhielt von Gott besondere Weisheit. Siehe 1.Könige 5,9.10. Und doch suchte Salomo bei den Handwerkern seines Volkes und seiner Religion vergeblich nach jener Qualifikation und jenem Geschick, die er für nötig hielt, um dem Gott des Himmels einen ihm angemessenen Tempel zu erbauen. Deshalb musste er woanders nach Künstlern suchen, die dieser verantwortungsvollen Aufgabe gerecht werden konnten. Siehe 2.Chronik 2,2.6 ...

      Wir haben von Gott nicht den Auftrag erhalten, ein Gebäude zu errichten, das dem Glanz und der Pracht des Tempels vergleichbar wäre. Doch sollen wir ein bescheidenes Anbetungshaus errichten, schlicht und einfach, hübsch und vollkommen gestaltet. Dann mögen diejenigen, die über finanzielle Mittel verfügen, einmal darüber nachdenken, ob sie beim Bau der Kapelle ebenso großzügig und geschmackvoll vorgehen und auf die Wahl des Standortes und der Ausstattung die gleiche Mühe wie bei ihren eigenen Häusern verwenden. Es wäre schön, wenn sie von Herzen bereit wären, Gott größere Ehre zu geben als sich selbst. Sie sollen geschmackvoll bauen, aber nicht extravagant. Das Haus soll allen Bedürfnissen entsprechen und sorgfältig gestaltet werden, damit Gott es annehmen kann, wenn es ihm geweiht wird, und er seinen Geist auf den Anbetern ruhen lässt, denen es allein um seine Ehre geht ... Jeder, ganz gleich, ob jung oder alt, kann Gaben und Spenden bringen und mithelfen, ein Haus für Gott zu bauen.
      Manuskript 23, 1886.

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    • Kapellen sollten angemessene Gotteshäuser sein, 28. Mai

      [Der König David] sprach zu dem Propheten Nathan: „Sieh doch, ich wohne in einem Zedernhause und die Lade Gottes wohnt unter Zeltdecken.“ 2.Samuel 7,2.

      Während David in seinem Zedernpalast wohnte, schlug sein Gewissen, als er daran dachte, dass es noch keinen angemessenen Ort für die Bundeslade gab, die Gottes Gegenwart symbolisierte. Immer noch stand sie im Zeltheiligtum, das in der Wüste gebaut und während der fast 40-jährigen Pilgerschaft den ganzen Weg vom Berg Horeb nach Jerusalem getragen worden war. Doch nun war das Volk am Ende seiner Wanderschaft angelangt und hatte seine festen Wohnsitze eingenommen.David schaute sich um und sah viele teure Zedernholz-Häuser in der Umgebung, die Häuser der Bürger, die sich nun im fruchtbaren Land Kanaan angesiedelt hatten.Da kam ihm der Gedanke, einen Tempel zu errichten, der der Gegenwart Gottes würdiger war als dieses Zelt. Der Standort des Tempels wurde [von Gott] angezeigt (siehe 1.Chronik 21,18.25-30; 22,1), detaillierte Baubeschreibungen erstellt (siehe 1.Chronik 28,11-13), und so konnte Salomo an diese große Aufgabe herangehen ...

      Viele Menschen bauten am Tempel (siehe 1.Chronik 22,1; 2.Chronik 2,16.17); das Gebäude war groß und erhaben (siehe 2.Chronik 3,3.4) und der Gott des Himmels honorierte ihre Mühe (sie 2.Chronik 7,1), denn sie hatten ihm ein Heiligtum gebaut, in dem sie zur gemeinsamen Anbetung zusammenkommen konnten. Alle, die ihn aufrichtig anbeteten, standen unter seinem Segen. Das erste Heiligtum wurde exakt nach Gottes Anweisungen gebaut (siehe 2.Mose 25,8.9; 39,43) und wurde in der Tat von ihm gesegnet. Siehe 2.Mose 40,34. In ihm bereitete sich das Volk darauf vor, einmal in einem Tempel anzubeten, der nicht mit Händen gemacht ist — dem Tempel im Himmel. Siehe Hebräer 9,24. Die Steine des salomonischen Tempels wurden bereits im Steinbruch behauen und dann erst zum Tempelplatz gebracht.Man schob sie zusammen, ohne dass Axt- oder Hammerschläge gehört wurden.Auch die Balken wurden bereits im Wald hergestellt. Siehe 1.Könige 5,31.32; 6,7. In gleicher Weise wurde die Innenausstattung vorbereitet und gebrauchsfertig zum Tempel gebracht.

      Genauso hat der mächtige Steinmetz der Wahrheit ein Volk aus dem Steinbruch der Welt gehauen und bearbeitet nun dieses Volk, damit es seinen Platz in seinem himmlischen Tempel ausfüllen kann. Wir wünschen uns sehr, dass der Baumeister der Wahrheit dies an uns tut ... Wir haben hier eine Bewährungsprobe zu bestehen, und wir müssen uns in Gottes Hand begeben. Alle rauen Stellen müssen glattgeschliffen werden. Wir kommen mit Charakterfehlern in die Gemeinde, doch wir dürfen sie nicht behalten. Wir müssen abgeschliffen und in den Tempel eingepasst werden. Wir müssen „Gottes Mitarbeiter“ sein (1.Korinther 3,9), weil wir „Gottes Hausgenossen“ (Epheser 2,19) und „Gottes Bau“ (1.Korinther 3,9) sind.Deshalb müssen wir darauf achten, dass der Tempel nicht durch Sünde verunreinigt wird. Wir sollen keine toten, sondern „lebendige Steine“ sein (1.Petrus 2,5), die das Bild Christi widerstrahlen. Wir müssen Anbeter sein, die Gott „im Geist und in der Wahrheit anbeten“. Johannes 4,24.
      Manuskript 49, 1886; Manuscript Releases III, 230-232.


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    • Wir brauchen Leiter mit unterschiedlichen Gaben, 29. Mai

      Ich [David] ermahne euch nun: Achtet auf alle Gebote des HERRN, eures Gottes, und befolgt sie gewissenhaft! Dann werdet ihr im Besitz dieses schönen Landes bleiben, und ihr könnt es euren Nachkommen für alle Zeiten weitervererben. 1.Chronik 28,8 (GNB).

      Der letzte große Akt, den David offiziell als König durchführte, war der Aufruf an sein Volk, sich seiner Beziehung zu Gott bewusst zu bleiben: sie waren die Untertanen, Gott war der eigentliche König ...

      Treue gegenüber Gott ist nötig, um die Segnungen zu empfangen, die er allen verheißen hat, die seinen Geboten folgen. Alle, die in seinen Dienst treten, sollen seine Gebote ausleben. Wenn sie mit Herz, Verstand und ganzer Seele seinen heiligen Willen befolgen, werden sie zu Repräsentanten seines Königreiches werden.

      Davids heiliges Vermächtnis sollte allen vor Augen stehen, die heute Verantwortung tragen, denn es ist heute für Gottes Volk genauso verbindlich wie zu Salomos Zeiten. Jetzt ist Gnadenzeit, jetzt wird Gottes Volk geprüft und genauso vor die Entscheidung gestellt wie zur Zeit Salomos.

      Dieses ganze Kapitel (1.Chronik 28) ist für die Kinder Gottes von heute sehr wichtig ... Der Dienst für Gott wird nicht einer einzelnen Person und ihrem Urteilsvermögen übertragen, sondern unter allen aufgeteilt, die bereit sind, mit Anteilnahme und Selbstaufopferung zu arbeiten.Dadurch tragen alle die Verantwortung, die Gott ihnen je nach Geschick und Fähigkeiten überlassen hat. Die Interessen eines großen Volkes wurden damals Führern anvertraut, die durch ihre Begabungen geeignet waren, diese Verantwortung zu tragen. Einige wurden damit beauftragt, die geschäftlichen Belange zu erledigen, andere sollten sich um geistliche Anliegen kümmern, die mit dem Gottesdienst zu tun hatten. Der gesamte Gottesdienst und jeder Zweig des Geschäftslebens sollte das Siegel des Himmels tragen.„Heilig dem Herrn“ (2.Mose 39,30) sollte das Motto der Mitarbeiter in allen Bereichen sein. Es wurde als lebenswichtig angesehen, dass alles ordentlich, gründlich, zuverlässig und prompt erledigt wurde.

      Der Herr gibt allen Weisheit, die sich in seinem Dienst engagieren.Das Heiligtum, das durch die Wüste getragen wurde, und der Tempel in Jerusalem wurden nach detaillierten Bauplänen Gottes errichtet. Von allem Anfang an kümmerte er sich um die Gestaltung und später auch um die Ausführung seines Werkes. In dieser Zeit hat er seinem Volk viel Licht und viele Anweisungen darüber gegeben, wie sein Werk vorangetrieben werden soll — nämlich auf einem hohen, feinen und edlen Niveau.
      Manuskript 81, 1900.


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    • Sei sorgfältig beim Aufbau von Freundschaften, 30. Mai

      Wenn aber jemand von euch nicht weiß, was er in einem bestimmten Fall tun muss, soll er Gott um Weisheit bitten, und Gott wird sie ihm geben.Denn er gibt sie allen gerne und hält niemandem seine Unwissenheit vor.Jakobus 1,5 (GNB).

      Die gesamte Weisheit, die Menschen besitzen können, ist ein Geschenk Gottes. Er kann und will jedem Weisheit geben, der im Vertrauen darum bittet. Salomo erbat Weisheit von Gott, und er bekam sie im Übermaß. Siehe 2.Könige 5,9.10. Doch wie dachte die himmlische Welt über ihn, als er diese Weisheit missbrauchte und Gottes großes und heiliges Geschenk dazu benutzte, um sich selbst zu erhöhen? Gott erwählte ihn, damit er den Tempel bauen sollte, doch wie ging er mit diesem heiligen Vermächtnis um! Er schloss Bündnisse mit Völkern, die Götzen anbeteten.Ausgerechnet er, der bei der Einweihung des Tempels darum gebetet hatte, dass die Herzen aller ungeteilt dem Herrn gehören sollten (siehe 1.Könige 8,9), begann, sich innerlich von Gott zu entfernen. Er gefährdete sein Seelenheil durch die Freundschaft mit Menschen, die Gottes Feinde waren. Siehe 1.Könige 11,1-10.

      Beim Aufbau von Freundschaften müssen wir sorgfältig auswählen. Enge Gemeinschaft mit Menschen, die nichts von Gott wissen wollen, wird unter Garantie den Maßstab unserer religiösen Grundsätze absenken. Salomos heidnische Frauen zogen sein Herz von Gott weg. Siehe V. 4. Seine Sensibilität nahm ab, er wurde hartherzig, weil er sein Mitgefühl mit anderen Menschen und seine Liebe zu Gott einbüßte. Sein Gewissen stumpfte ab; seine Herrschaft wurde zur Tyrannei.

      Salomo bereitete seinen Niedergang schon dadurch vor, dass er im Ausland nach geschickten Künstlern suchte, die den Tempel bauen sollten. Siehe 2.Chronik 2,2.6.Gott war der Ausbilder seines Volkes gewesen; er hatte geplant, dass sie in seiner Weisheit bestehen sollten. Mit den Talenten, die er ihnen geben wollte, würden sie immer an erster Stelle stehen. Hätten sie reine Hände, ein aufrichtiges Herz sowie edle, geheiligte Motive gehabt, hätte ihnen der Herr seine Gnade geschenkt. Doch Salomo verließ sich auf Weltmenschen anstatt auf Gott. Seine angebliche Stärke erwies sich schließlich als Schwäche. Er brachte den Sauerteig böser Einflüsse nach Jerusalem, die später zu Polygamie und Götzendienst führten. Es steht außer Frage, wer Israel zur Sünde verführte.

      Obwohl Salomo später umkehrte und bereute, konnte seine Reue die götzendienerischen Praktiken nicht mehr ausmerzen, die er unters Volk gebracht hatte. Wir werden immer ein gutes oder ein schlechtes Erbe hinterlassen. Die enge Gemeinschaft mit heidnischen Völkern wirkte sich negativ aus und verdarb gute Sitten. Wenn sich das Volk Gottes vom Gott aller Weisheit abwendet und auf Menschen schaut, die Gott nicht lieben, um von ihnen Weisheit zu erhalten und sich in seinen Entscheidungen von ihnen leiten lässt, dann wird der Herr zulassen, dass sie tatsächlich einer Weisheit folgen, die nicht von oben, sondern von unten kommt.
      Manuskript 44, 1894; The General Conference Bulletin, 25. Februar 1895.


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    • Wer seine Lauterkeit drangibt, riskiert sein Seelenheil, 31.Mai

      Ganz Israel konnte sehen, wie der Herr die Macht Salomos immer größer werden ließ. Er gab ihm Ehre und Anerkennung, wie sie kein israelitischer König vor ihm besessen hatte. 1.Chronik 29,25 (Hfa).

      Salomo hatte anlässlich der Tempelweihe feierlich das Volk aufgerufen: „Euer Herz sei ungeteilt bei dem HERRN, unserem Gott.“ 1.Könige 8,61. Dennoch wählte er seinen eigenen Weg und trennte sich innerlich von Gott. Er hätte sich eng mit Gott verbünden und dadurch immer mehr Weisheit und Erkenntnis von ihm erlangen können, doch er verriet sein Vermächtnis und entfernte sich immer weiter von Gott.Siehe 1.Könige 11,1-4 ...

      Wenn wir dieses Bild betrachten, wird uns klar, was aus Menschen wird, wenn sie Gott den Rücken kehren. Ein falscher Schritt bereitet den Weg für den zweiten und dritten, und jeder Schritt wird leichter gegangen als der vorherige. Wir sollten uns davor hüten, unser Seelenheil aufs Spiel zu setzen, indem wir von den Grundsätzen der Rechtschaffenheit und Lauterkeit abweichen. Wir stehen in Gefahr, wenn wir die göttlichen Schutzbestimmungen für Frieden und Gerechtigkeit auf die leichte Schulter nehmen.

      Hatte der Herr einen Fehler gemacht, als er Salomo eine derart verantwortungsvolle Position übertrug? Aber nein. Gott bereitete ihn gut auf diese Verantwortung vor und versprach ihm Gnade und Kraft unter der Bedingung, dass Salomo gehorchte. Siehe 1.Könige 9,4.5. David sagte zu ihm: „Und du, mein Sohn Salomo, erkenne den Gott deines Vaters und diene ihm mit ganzem Herzen und mit williger Seele ... Wirst du ihn suchen, so wirst du ihn finden ... So sieh nun zu, denn der HERR hat dich erwählt, dass du ein Haus baust als Heiligtum. So sei getrost und richte es aus!“ 1.Chronik 28,9.10.

      Der Herr stellt Menschen an verantwortliche Positionen, damit sie nicht ihren, sondern seinen Willen ausführen. Solange sie seine reinen Grundsätze der Herrschaft schätzen, wird er sie segnen und stärken und als seine Werkzeuge anerkennen. Gott verlässt keinen, der sich treu an seine Grundsätze hält.

      Alle Verantwortungsträger sollten daran denken, dass wir bald in die Gefahren der letzten Tage kommen. Die ganze Welt wird von Gott beurteilt ... Niemand soll irrende, sterbliche Menschen zu seinen Führern machen. Gott ist der Eine, der hinter den Sterblichen steht, von dem sie alle Weisheit und Wissen empfangen und auch befähigt werden, etwas Gutes zu leisten. Und Gott will gerne jedem helfen.„Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.“ Römer 2,11.

      Wer von Gott besonders viele Gaben bekommen hat, soll sich in Acht nehmen, damit Stolz und Selbstsicherheit nicht die Oberhand gewinnen. Wer einen großen Einfluss ausübt und wem Menschen gerne folgen, der hat die ständige Fürbitte und den Rat anderer Mitarbeiter nötig. Sie sollen darum beten, dass er oder sie vor Stolz und Selbstüberhebung bewahrt bleibt.
      Manuskript 164, 1902.


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    • Wohlstand kann zu geistlichem Niedergang führen, 1. Juni

      Doch dann dachte ich über alles nach, was ich getan und erreicht hatte, und kam zu dem Ergebnis: Alles ist sinnlos; du könntest genauso gut mit der Hand nach dem Wind greifen. Letztlich kommt bei aller Mühe nichts heraus. Prediger 2,11 (GNB).

      Salomo schrieb das Buch der Sprüche (siehe 1.Könige 5,12; Sprüche 1,1), doch nach einiger Zeit mischte sich seine Weisheit mit wertlosen Gedanken. Woher kam diese Spreu? Nachdem er als vielversprechender junger Mann zum Erwachsenen herangereift war, veränderte sich Salomos Geschichte. Er blieb seiner Reinheit und Verbundenheit mit Gott nicht treu. Er durchbrach die Schranken, die Gott aufgerichtet hatte, um sein Volk vor dem Götzendienst zu schützen. Der Herr hatte Israel als sein Volk aus allen anderen erwählt, damit es jene heiligen Wahrheiten bewahren sollte, die der Welt weitergegeben werden sollten. Siehe Römer 3,1.2.Doch Salomo liebte den Stolz auf politische Macht. Er ermutigte Bündnisse mit heidnischen Königreichen ...

      In seiner frühen Regierungszeit wurde Salomo von der Königin aus Saba besucht.Sie wollte seine Weisheit kennen lernen. Nachdem sie ihm zugehört hatte, meinte sie, man habe ihr nicht einmal die Hälfte dessen geschildert, was sie mit eigenen Augen gesehen hatte. Siehe 1.Könige 10,1-7. Doch sein weiser und gerechter Regierungsstil änderte sich. Er, der Gott und die Wahrheit kennen gelernt hatte, trieb großen Aufwand, um seinen gottlosen Frauen Freude zu bereiten. Siehe 1.Könige 11,1-3.7.8. Er legte teure Parks und Gärten an, und Gottes Geld, das dafür gedacht war, den Armen im Volk zu helfen, wie Gott es befohlen hatte, wurde für die ehrgeizigen Projekte des Königs verbraucht und so seinem eigentlichen Zweck entzogen ... Die Notleidenden bekamen keine Häuser, Nahrung und Kleidung, wie Gott es angeordnet hatte. Durch Luxus und teure Geschenke wollte Salomo seinen Frauen gefallen und sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Dafür verbrauchte er das viele Geld, und außerdem belastete er die Armen zusätzlich mit einer hohen Steuer ...

      Er konnte das Volk nicht mehr zum Guten beeinflussen, er war darin kraftlos wie ein Gelähmter. Er bemühte sich, das Licht mit der Finsternis zu mischen, gleichzeitig Gott und dem Mammon zu dienen. Er fühlte sich frei, seine Bedürfnisse ohne Einschränkung zu befriedigen. Aber Beliar lässt sich nicht mit innerer Reinheit verbinden. Siehe 2.Korinther 6,14.15. Der Weg, den Salomo verfolgte, brachte seine eigene Strafe mit sich. Salomo trennte sich von Gott, und die Erkenntnis Gottes verließ ihn ...

      Jeder, der Geld zur Verfügung hat, sollte aus Salomos Geschichte lernen.Kompetente Menschen stehen ständig in der Gefahr zu meinen, dass Geld und Stellung ihnen Respekt sichert und sie nicht so peinlich genau sein brauchten. Doch Selbstüberschätzung ist nichts als eine Seifenblase. Indem Salomo die geschenkten Gaben missbrauchte, fiel er von Gott ab. Wenn Gott Menschen Wohlstand gibt, müssen sie sich davor hüten, ihren eigenen Vorstellungen zu folgen. Andernfalls gefährden sie die Schlichtheit ihres Glaubens, und ihre religiöse Erfahrung verschlechtert sich.
      Manuskript 40, 1898.


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    • Satan sorgt für überwältigende Versuchungen, 2. Juni

      Da ist jemand, den hat Gott zu Reichtum, Besitz und Ansehen kommen lassen; er hat alles, was ein Mensch sich wünschen kann. Aber Gott erlaubt ihm nicht, es zu genießen; irgendein Unbekannter wird sich ein gutes Leben damit machen. Prediger 6,2 (GNB).

      Die Lebensgeschichte Salomos enthält viele Warnungen, die nicht nur jungen Leuten gelten, sondern auch den älteren und den Alten, die den Gipfel des Lebens bereits erklommen und die untergehende Sonne im Blick haben. Wir sehen und hören von der Unbeständigkeit der Jugend; die jungen Leute schwanken zwischen Recht und Unrecht und der Strom der bösen Triebe erweist sich oft als zu stark.Doch bei den reiferen Leuten erwarten wir keine Labilität und Untreue; wir rechnen damit, dass ihr Charakter gefestigt ist und ihre Grundsätze fest in ihnen verankert sind. Oft trifft das zu, aber es gibt auch Ausnahmen, zum Beispiel Salomo ... Als er eigentlich am stärksten sein sollte, zeigte er sich als der Schwächste ...

      Wir müssen bei jeder Entscheidung fragen. „Ist dies der Weg des Herrn?“ Solange wir leben, müssen wir unsere Gefühle und Leidenschaften mit fester Absicht kontrollieren. Wir sind von innen her verdorben und von außen treffen uns Versuchungen. Immer, wenn Gottes Werk vorangetrieben werden soll, organisiert Satan die Umstände so, dass die Versuchung mit überwältigender Kraft auf die Seele einstürmt. Solange das Leben währt, müssen wir unsere Gefühle und Triebe mit fester Absicht im Zaum halten ...

      Viele haben ihre Augen vor der Gefahr verschlossen und sind ihren eigenen Weg gegangen, von Satan verzaubert und verführt, bis sie unter dem Ansturm seiner Versuchungen fielen. Dann gaben sie sich auf und verzweifelten. So erging es auch Salomo. Doch sogar für ihn gab es Hilfe. Aufrichtig bereute er seinen sündigen Weg und fand Hilfe. Niemand sollte sich in die Sünde hineinwagen in der Hoffnung, dass er sich daraus wieder befreien kann. Wer Sünde frönt, gefährdet damit sein ewiges Leben. Doch keiner, der gefallen ist, muss verzweifelt aufgeben ...

      Der Missbrauch von edlen Talenten wie im Fall Salomos sollte uns eine Warnung sein. Nur Rechtschaffenheit ist wahre Größe. Jeder hinterlässt ein Erbe — entweder ein gutes oder ein schlechtes. Auf dem südlichen Abhang des Ölbergs standen die Steine, die an Salomos Abkehr von Gott erinnerten ... Josia, der jugendliche Reformator, zerstörte in seinem Eifer für Gott diese Bilder der Astarte, des Kemosch und des Moloch (siehe 2.Könige 23,13.14), doch die zerbrochenen Steine und die massiven Ruinen blieben auf der gegenüberliegenden Seite des Berges Morija stehen, wo der Tempel Gottes stand. Wenn Fremde in späteren Generationen fragten: „Was ist mit den Ruinen, die gegenüber dem Tempel Gottes zu sehen sind?“, gab man ihnen zur Antwort: „Das ist Salomos Berg des Frevels. Dort baute er Altäre für den Götzendienst, um seine heidnischen Frauen zu erfreuen.“
      Brief 8, 1891.

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    • Hüte dich vor Menschen, die Gottes Geboten widersprechen, 3. Juni

      Und siehe, ein Mann Gottes kam von Juda auf das Wort des HERRN hin nach Bethel, während Jerobeam noch auf dem Altar stand und opferte ... Und der Altar barst, und die Asche wurde verschüttet vom Altar nach dem Wunderzeichen, das der Mann Gottes gegeben hatte auf das Wort des HERRN hin. 1.Könige 13,1.5.

      Als Jerobeam [der König über die zehn Stämme Israels nach Salomo; siehe 1.Könige 12,20] sah, dass der Altar zerbrochen und die Asche auf dem Boden verstreut war, schrie er zornig auf: „Greift ihn. Und seine Hand verdorrte, die er gegen ihn ausgestreckt hatte und er konnte sie nicht wieder an sich ziehen.“ 1.Könige 13,4. Erschrocken bat er den Propheten: „‚Bitte, bete für mich zum Herrn, deinem Gott! Versuch ihn zu besänftigen und bitte darum, dass ich meinen Arm wieder bewegen kann!‘ Der Prophet betete für den König, und sofort war sein Arm wieder gesund.“ V. 6 (Hfa).

      „Da lud König Jerobeam den Boten Gottes ein: ‚Komm mit mir in mein Haus, und iss etwas! Ich möchte dir ein Geschenk geben.‘ Doch der Prophet wehrte ab: ‚Selbst wenn du mir dein halbes Haus schenken würdest, käme ich nicht mit! Ich werde hier weder essen noch trinken, denn der Herr hat mir befohlen: Du sollst dort nichts essen und nichts trinken! Kehre auch nicht auf demselben Weg zurück, auf dem du nach Bethel gehst!‘“ V. 7-9 (Hfa).

      Der Prophet weigerte sich, irgend etwas von Jerobeam anzunehmen, aber er versagte, als ihn ein alter Prophet aus Bethel in Versuchung führte ... Der lud ihn ein: „Komm doch zu mir nach Hause und iss etwas!“ V. 11.15 (Hfa). Zunächst gab ihm der Mann Gottes die gleiche Antwort wie dem König Jerobeam. Siehe V. 16.17 ...Da belog ihn der alte Prophet: „Ich bin auch ein Prophet wie du! Ein Engel hat mir eine Botschaft des Herrn ausgerichtet. Er sagte zu mir: ‚Nimm ihn mit nach Hause, damit er bei dir essen und trinken kann!‘“ V. 18 (Hfa). Er behauptete, der Herr habe zu ihm gesprochen, aber das stimmte nicht.

      Der Mann Gottes hatte ohne Furcht den Tadel ausgesprochen, den er im Auftrag Gottes weitergeben sollte. Er hatte nicht gezögert, den Götzendienst des Königs zu tadeln. Und er hatte sich der Einladung Jerobeams widersetzt, obwohl der ihm eine Belohnung versprochen hatte. Und dann ließ er sich doch überzeugen von einem, der behauptete, eine Botschaft vom Himmel zu haben.

      Wenn der Herr einem Menschen ein Gebot gibt so wie damals diesem Boten, dann muss er selbst seinen Befehl wieder zurücknehmen. Wer sich von der Stimme Gottes abkehrt, um Gegenbefehle zu befolgen, hat die schlimmen Konsequenzen zu tragen. Weil dieser Prophet falschen Befehlen gehorchte, ließ Gott zu, dass er ums Leben kam. Siehe V. 24-26 ...

      Der zerborstene Altar, der gelähmte Arm, der schreckliche Tod des Propheten als Folge seines Ungehorsams — all das waren Beweise, die den König veranlassen sollten, von seinen verkehrten Wegen umzukehren. Doch wir lesen: „Trotz allem, was geschehen war, ließ Jerobeam sich nicht von seinen falschen Wegen abbringen.“ V. 33 (Hfa).
      Manuskript 1, 1912.


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    • Wut auf Gottes Boten, 4. Juni

      Ahab begrüßte den Propheten mit den Worten: „So, da ist er ja, der Mann, der Israel ins Verderben gestürzt hat!“ Elia widersprach: „Nicht ich bin an dem Unheil schuld, sondern du und deine Familie! Ihr macht euch nichts mehr aus den Geboten des Herrn.“ 1.Könige 18,17.18 (Hfa).

      Gott wäre mit Ahab gewesen, wenn er im Ratschluss des Herrn gewandelt wäre.Doch das tat Ahab nicht. Er heiratete eine Frau, die sich dem Götzenkult ergeben hatte. Isebel hatte mehr Einfluss auf den König als Gott. Sie verführte ihn und mit ihm das Volk zum Götzendienst. Siehe 1.Könige 16,31-33. Gott sandte Elia, der das Volk warnen sollte, doch weder der König noch das Volk wollten auf seine Worte hören. Sie betrachteten ihn als einen Unheilsboten. Schließlich ließ Gott eine Dürrezeit über das Land kommen. Siehe 1.Könige 17,1.

      Erkannten die Menschen das Ziel und die Absicht dieses Gerichtes und beugten sie sich innerlich vor Gott? Nein. Isebel behauptete, die Propheten Jahwes hätten dieses Unheil verursacht. Sie verkündete, das ganze Land habe zu leiden, weil diese Leute ständig kritisierten; es gäbe keinen Frieden und keinen Wohlstand in Israel, bevor man diese Propheten hingerichtet hätte. Dadurch wurde der Hass gegen Männer geschürt, die Gott gesandt hatte, um das Volk zur Abkehr von ihrer Bosheit aufzurufen. Viele heilige Männer starben, weil sie Gottes Botschaft weitergaben.Elia wurde durch Gottes übernatürliches Handeln am Leben erhalten (siehe 1.Könige 17,4-9.14), denn er sollte vor dem König und der Königin die warnenden Botschaften Gottes und seine Strafandrohung verkünden.

      „Geh und zeig dich dem Ahab“, sagte Gott zu Elia. Als der König den Propheten traf, sagte Ahab: „Da bist du also — der Mann, der Israel ins Unglück stürzt!“ Doch Elia erwiderte: „Nicht ich stürze Israel ins Unglück, sondern du und deine Familie!Ihr habt die Gebote des HERRN missachtet; sogar du selbst verehrst die Baale!“ 1.Könige 18,17.18 (GNB).

      Er forderte Ahab auf, die Propheten Baals zusammenzurufen. Dann erlebten alle eine übernatürliche Manifestation der Macht Gottes. Den ganzen Tag über riefen die falschen Propheten ihren Götzen Baal an, ohne Antwort zu bekommen. Als Elia zum Gott des Himmels betete, folgte die Erhörung sofort. Die Baals-Propheten hatten wild und zusammenhanglos gebetet. Elia betete einfach und inbrünstig darum, Gott möge seine Überlegenheit über Baal zeigen und Israel dadurch wieder zu ihm zurückführen. Als sein Gebet zum Himmel aufstieg, wurde es sogleich beantwortet.Feuer fiel vom Himmel, verzehrte das Opfer und ließ auch das Wasser verdunsten, mit dem der ganze Altar durchtränkt war. Siehe V. 19.26-38.

      Als die Israeliten diese Bekundung einer übernatürlichen Macht erlebten, riefen sie: „Der HERR ist Gott!“ V. 39. Während sie innerlich von diesem Wunder bewegt und besänftigt waren, das sie gerade erlebt hatten, nutzte Elia die günstige Gelegenheit und tötete die falschen Propheten. Siehe V. 40;
      Manuskript 29, 1911.


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    • Geistliche Höhepunkte können Tiefpunkte nicht verhindern, 5. Juni

      Da schickte Isebel einen Boten zu Elia, der ihm ausrichten sollte: „Die Götter sollen mich schwer bestrafen, wenn ich dir nicht heimzahle, was du diesen Propheten angetan hast!Morgen um diese Zeit bist auch du ein toter Mann, das schwöre ich!“ 1.Könige 19,2 (Hfa).

      Gottes Kinder mögen noch so tapfer und mutig sein und ihren besonderen Auftrag erfolgreich ausgeführt haben, doch wenn sie nicht ständig zu Gott schauen und von dem Werk überzeugt sind, das Gott ihnen aufgetragen hat, werden sie ihren Mut verlieren.Nachdem Gott ihnen seine Macht auf übernatürliche Weise bekundet und sie für die Erfüllung seines Auftrags gestärkt hat, werden sich Umstände ergeben, die ihren Glauben auf die Probe stellen, und sie werden versagen, wenn sie nicht vorbehaltlos dem Herrn vertrauen.

      So erging es auch Elia. Er hatte mit Gottes Hilfe die Propheten Baals besiegt. Gleichzeitig war er aber enttäuscht, dass Gottes Machtbekundung so wenig Wirkung gezeigt hatte. Unter den Drohungen der bösen Königin verließen ihn Mut und Glaube. Er verlor den Einen aus den Augen, unter dessen Schutz er stand. Er floh um sein Leben ohne Gott gefragt zu haben. Er war schrecklich niedergeschlagen (siehe 1.Könige 19,3.4), denn er hatte sich so viel von dem Wunder erhofft, das Gott vor dem Volk getan hatte.

      Wenn Elia im Bewusstsein, dass er Gottes Willen erfüllt hatte, seine Zuversicht weiterhin auf Gott gesetzt und ihn zu seiner Zuflucht und Stärke gemacht hätte und er fest und unerschütterlich für die Wahrheit eingestanden wäre, dann hätte das den König und das Volk so stark beeindruckt, dass es zu einer Reformation gekommen wäre. Elia wurde durch Gottes Geist für die Auseinandersetzung gestärkt, doch dann gellte ihm plötzlich Isebels Drohbotschaft in den Ohren, als er gerade aus einem tiefen Schlaf erwachte, und er verlor seinen Halt in Gott ...

      Dabei hätte er gerade jetzt Gottvertrauen und einen lebendigen, aktiven Glauben zeigen sollen. Er hätte nicht von seinem Platz fliehen dürfen. Gott hatte ihn eine wunderbare Bekundung seiner Macht erleben lassen, um ihm zu versichern, dass er ihn nicht verlassen wird, sondern dass seine Kraft völlig ausreicht, ihn am Leben zu erhalten, denn Gott war der Herr über alle Mächte im Himmel und auf Erden.

      Doch Elia vergaß Gott und lief davon ... „Dann legte er sich nieder und schlief unter einem Ginsterstrauch ein. Und siehe da, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf, iss! Und als er aufblickte, siehe, da lagen neben seinem Kopf ein Brotfladen, auf heißen Steinen gebacken, und ein Krug Wasser.Und er aß und trank und legte sich wieder hin. Und der Engel des HERRN kehrte zurück, kam zum zweiten Mal und rührte ihn an und sprach: Steh auf, iss! Denn der Weg ist zu weit für dich.“ 1.Könige 19,5-7 (EB).

      Mein Herz wird weich, wenn ich die Worte der Heiligen Schrift lese und spüre, wie viel Anteil die himmlische Familie an den treuen Dienern des Höchsten nimmt. „Da stand er auf und aß und trank, und er ging in der Kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis an den Berg Gottes, den Horeb.“ V. 8 (EB).
      Brief 62, 1900.


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    • Schau auf Jesus, wenn du hart versucht wirst, 6. Juni

      Da wünschte er sich, sterben zu können und sagte: „Es ist genug. Nun, HERR, nimm mein Leben hin! Denn ich bin nicht besser als meine Väter.“1.Könige 19,4 (EB).

      Jesus wurde ebenso angefochten wie wir. Siehe Hebräer 4,15. Der „Urheber unseres Heils“ wurde durch Leiden vollendet. Siehe Hebräer 5,8.9. In diesem Leben wird geprüft, ob wir Gottes Test bestehen. Wenn Satan uns versucht, werden wir geprüft. Werden wir durch die bezaubernde Macht Satans überwältigt? Oder überwinden wir Satans Versuchungen wie Christus sie überwand? Ist unser Denken so stark mit den Schätzen aus den himmlischen Schatzkammern der Wahrheit angefüllt, dass wir dem Feind der Seelen mit einem „Es steht geschrieben“ entgegentreten können, wie Christus es tat (siehe Matthäus 4,3-10), anstatt mit unseren eigenen unüberlegten Antworten? Satan versteht mehr von der Heiligen Schrift als die meisten bekennenden Christen, denn er hat die Bibel sorgfältig studiert. Sein Wirken zielt darauf ab, die Wahrheit Gottes zu verdrehen, die Menschen zum Ungehorsam zu verführen und sie zu veranlassen das Bibelstudium zu vernachlässigen ... Es ist ein großer Fehler, Gott etwas vorschreiben zu wollen.Elia wusste nicht, was er sagte, als er Gott ersuchte, ihn sterben zu lassen, weil er genug vom Leben hatte. Siehe 1.Könige 19,4. Der Herr nahm ihn nicht beim Wort, denn Elia hatte noch einen Auftrag zu erfüllen. Haben wir vergessen, dass sogar Jesus, der Herrscher des Himmels, litt, als er versucht wurde? Siehe Hebräer 2,18; 5,8. Doch Jesus erlaubte dem Feind nicht, ihn in den Sumpf des Zweifels zu ziehen oder ihn mit dem Schlamm der Verzagtheit und Verzweiflung zuzuschütten ...

      Gott hasst die Sünde. Satans Absicht ist es, uns zu bösen Taten zu verleiten. Mit großem Geschick hat Satan mit seiner bezaubernden Macht darauf hingearbeitet, das Gemüt zu faszinieren, damit der Mensch lieber die Sünde als die Gerechtigkeit wählt. Der Einfluss eines Menschen auf einen anderen ist gefährlich geworden, weil Satan unseren Verstand beeinflussen und kontrollieren kann und so den Einfluss einer Person auf eine andere in seine Dienste stellt. Doch der Herr Jesus verändert diese Abläufe durch seinen Heiligen Geist. Er nimmt die Sünde und die Schuld der Menschheit auf sich. Er zieht Menschen zu sich, heiligt sie und benutzt sie als seine Werkzeuge, damit sie ihre Kräfte genau zu dem entgegengesetzten Werk nutzen, als Satan es wünscht ... „Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“ Jakobus 4,7.8. Diese ermutigende Verheißung ist jedem angefochtenen Menschen kostbar! Wenn man in Anfechtung und Versuchung den Blick auf Jesus richtet und sich nahe an Gott hält, indem man von seiner Güte und Gnade spricht, dann kommt uns Jesus ganz nahe, und die Belästigungen, die uns vorher unerträglich erschienen, verschwinden ...

      Vor uns liegen schwere Zeiten, aber das soll uns keine Sorgen machen. Wer sich ängstigt, der zeigt seinen Vertrauensmangel, denn Christus lädt uns ein: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Matthäus 11,28.
      Brief 43, 1892.


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    • Das Größte ist nicht immer das Beste, 7. Juni

      [Der HERR sprach zu Elia:] „Aber ich habe 7000 in Israel übriggelassen, alle die Knie, die sich nicht vor dem Baal gebeugt haben, und jeden Mund, der ihn nicht geküsst hat.“ 1.Könige 19,18 (EB).

      „Elia stand auf, aß und trank und machte sich auf den Weg.Er war so gestärkt, dass er vierzig Tage und Nächte ununterbrochen wanderte, bis er zum Berg Gottes, dem Horeb, kam. Dort ging er in die Höhle hinein und wollte sich darin schlafen legen. Da hörte er plötzlich die Stimme des HERRN: ‚Elia, was willst du hier?‘ Elia antwortete: ‚HERR, ich habe mich leidenschaftlich für dich, den Gott Israels und der ganzen Welt, eingesetzt; denn die Leute von Israel haben den Bund gebrochen, den du mit ihnen geschlossen hast; sie haben deine Altäre niedergerissen und deine Propheten umgebracht.Ich allein bin übriggeblieben, und nun wollen sie auch mich noch töten‘.“ 1.Könige 19,8-10 (GNB).

      „Der HERR sagte: ‚Komm aus der Höhle und tritt auf den Berg vor mich hin! Ich werde an dir vorübergehen!‘ Da kam ein Sturm, der an der Bergwand rüttelte, dass die Felsbrocken flogen. Aber der HERR war nicht im Sturm. Als der Sturm vorüber war, kam ein starkes Erdbeben. Aber der HERR war nicht im Erdbeben. Als das Beben vorüber war, kam ein loderndes Feuer. Aber der HERR war nicht im Feuer. Als das Feuer vorüber war, kam ein ganz leiser Hauch. Da verhüllte Elia sein Gesicht mit dem Mantel, trat vor und stellte sich in den Eingang der Höhle.“ V. 11-13 (GNB).

      Elias mürrisches Wesen war besänftigt. Der Herr wollte ihm zu verstehen geben, dass heftige, laute Machtbekundungen nicht immer die besten Ergebnisse erzielen. Die leise, sanfte Stimme kann dagegen beruhigen, besänftigen und große Dinge erreichen.

      Der Herr überzeugte Elia davon, dass die Übeltäter nicht dauerhaft straffrei ausgehen würden. Er schickte ihn zurück [durch die Wüste], um drei Personen zu salben, die Gottes Absicht verwirklichen sollten, das götzendienerische Volk zu bestrafen. Siehe V. 15-17. Jeder sollte auf eine andere Weise Gottes Konflikt mit Israel [durch ihren Abfall] vergelten.

      Und dann korrigierte der, der alle Herzen kennt, Elias Eindruck, er sei Gott als einziger treu geblieben. Siehe V. 14.Gott sagte: „Ich will übriglassen siebentausend in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal, und jeden Mund, der ihn nicht geküsst hat.“ V. 18.

      Der Herr wollte seinen Diener lehren, dass in seinem Werk nicht die große Schau, die mächtige Darbietung den besten Erfolg bringt. Es sind nicht immer die machtvollsten Präsentationen mit der Feder oder der Stimme, die das Beste bewirken.
      Brief 62, 1900.

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    • Führen lernen, indem man dient, 8. Juni

      [Der HERR sprach zu Elia:] „Elisa, den Sohn Schafats von Abel-Mehola, sollst du zum Propheten an deiner Stelle salben!“ 1.Könige 19,16 (EB).

      Versetzen wir uns einmal in die Lage Elisas, als er von Gott zu einer bestimmten Aufgabe berufen wurde. Elisa stammte aus einer Familie, die seit jeher den wahren Glauben Israels hochgehalten hatte. Er lebte nicht in einer dichtbevölkerten Stadt. Sein Vater war Landwirt. Siehe 1.Könige 19,19. Auch in dieser Zeit ... gab es noch Einzelne, die nicht versagt hatten und von Gott abgefallen waren. Diese Familie gehörte zu den „siebentausend in Israel, [die ihre] Knie ... nicht vor Baal gebeugt“ hatten. V. 18.

      Elia stand nun kurz vor dem Abschluss seiner irdischen Aufgabe. Ein anderer sollte das Werk weiterführen, das damals getan werden musste. Elia wurde nach Norden geschickt. Siehe V. 15 ... Inzwischen war das ganze Land aufgeblüht, als ob es die Zeit der Hungersnot und Dürre wettmachen wollte. Die starken Regenfälle hatten im Erdboden mehr erreicht als in den Herzen der Menschen; die Ackerkrume war für die Arbeit besser vorbereitet als die Israeliten, die von Gott abgefallen waren.

      Elia schaute sich um und stellte fest, dass das Land weit und breit einem einzigen Mann gehörte — einem Mann, der Baal nicht verehrt hatte und dessen Herz ungeteilt im Dienst Gottes geblieben war. Der Besitzer dieser Ländereien hieß Schafat. Auf seinem Hof wurde fleißig gearbeitet. Die Herden erfreuten sich an den grünen, saftigen Wiesen, und die tüchtigen Knechte säten gerade das Getreide aus.

      Elias Aufmerksamkeit wurde auf Elisa gelenkt, den Sohn Schafats ... Er war weit entfernt von der Stadt und den Ablenkungen des Hoflebens erzogen worden. Er war daran gewöhnt worden, einfach zu leben und seinen Eltern und Gott zu gehorchen ... Obwohl Elisa sanft und ruhig war, besaß er Charakterstärke, Aufrichtigkeit und Treue sowie Liebe zu Gott und Ehrfurcht vor ihm waren prägende Merkmale seiner Persönlichkeit. Er besaß die Eigenschaften eines Leiters, doch gleichzeitig die Bescheidenheit eines Menschen, der bereit war zu dienen. Sein Verstand war daran gewöhnt, in kleinen Dingen zuverlässig zu sein, gleichgültig, worum es sich handelte. Als ihn Gott nun dazu rief, an vorderster Front für ihn zu arbeiten, war er innerlich darauf vorbereitet, auf seine Stimme zu hören ...

      Er war in einem wohlhabenden Haus aufgewachsen, doch ihm war klar, dass er in allen Bereichen arbeiten musste, wenn er eine umfassende Ausbildung erlangen wollte. Er wollte nicht weniger Bescheid wissen als die Knechte seines Vaters. Er wollte zuerst lernen, wie man dient, um zu wissen, wie man andere führt, ausbildet und ihnen befiehlt. Während er sich nach Kräften bemühte, auf dem elterlichen Hof die ihm von Gott geschenkten Fähigkeiten einzusetzen und mit seinem Vater zusammenzuarbeiten, diente er damit Gott.
      Brief 12, 1897.


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