Christus ist Sieger - Tägliche Andachten

    • Wie Gott scheinbar „kleine“ Sünden ansieht, 10. Mai

      So spricht der HERR ...: „Gebanntes ist in deiner Mitte, Israel. Du wirst vor deinen Feinden nicht bestehen können, bis ihr das Gebannte aus eurer Mitte weggetan habt.“ Johannes 7,13 (EB).

      Wer sich zu Christus bekennt und dabei keine wirkliche Frömmigkeit besitzt, ist ein Irrlicht, ein verdrehter Wegweiser, der in die falsche Richtung zeigt ... Solche Menschen versäumen, die Grundsätze der Wahrheit, an die sie angeblich glauben, in ihrem Alltagsleben umzusetzen. Sie betrachten ihre Sünden und Irrtümer als Belanglosigkeiten. Als Achan die goldene Stange und den babylonischen Mantel stahl (siehe Johannes 7,21), meinte er auch, das wäre nur eine Kleinigkeit ...

      Wegen der Sünde eines einzelnen Mannes zog sich Gott vom israelitischen Heer zurück. Der Herr wollte ihnen nicht helfen, während sie in der Sünde verharrten.Als die Israeliten gegen die Stadt Ai Krieg führten, wurden sie geschlagen. Siehe V.4.5.11.12 ...

      Entmutigt und verzagt kehrten sie zurück, denn sie waren von ihren Feinden besiegt worden. Josua zerriss seine Kleider und warf sich mit dem Gesicht zur Erde.Er lag bis zum Abend vor der Bundeslade, auch die Ältesten des Volkes lagen bei ihm, und alle hatten sich Asche und Staub auf den Kopf gestreut. Siehe V. 6. Josua sagte: „Ach Herr, warum hast du uns über den Jordan geführt? Etwa damit uns die Amoriter besiegen und umbringen? Wären wir doch geblieben, wo wir waren! Ich frage dich, Herr: Was kann ich jetzt noch sagen, nachdem Israel vor seinen Feinden fliehen musste? Die Kanaaniter und alle anderen Völker dieses Landes werden davon hören. Sie werden uns umbringen und jede Spur von uns für immer auslöschen. Wie willst du deine Ehre dann noch retten?“ Johannes 7,7-9 (Hfa).

      Aus diesem Gebet Josuas kannst du erkennen, wenn du geistliches Urteilsvermögen besitzt, dass die von Achan als Kleinigkeit angesehene Sache bei den verantwortlichen Führern Israels großes Leid und Kummer auslöste ... Achan, der schuldig war, fühlte sich aber keineswegs belastet, sondern nahm das alles ziemlich gleichmütig hin ...

      Bevor das Volk die Stadt Jericho einnahm, wurde ihm genau gesagt, wie es vorgehen sollte. Josua hatte ihnen eingeschärft: „Die Stadt und alles, was darin ist, soll dem Bann des HERRN verfallen sein.“ Johannes 6,17 ... Achan hatte das wohl gehört, aber er begehrte etwas von dem, was Gott zur Vernichtung bestimmt hatte.Siehe Johannes 7,21. Er wagte es sogar, das Gold und Silber zu stehlen, das eigentlich Gott geweiht war und zu seinem Heiligtum gebracht werden sollte. Siehe Johannes 6,19 ...

      Hört die Worte aus dem Mund des Sohnes Gottes, der in der Wolkensäule verborgen war: „Ich werde nicht mehr mit euch sein, wenn ihr nicht das Gebannte aus eurer Mitte ausrottet.“ Johannes 7,12.
      Brief 13, 1893; The Youth‘s Instructor, 25.Januar 1894.

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    • Vor Gott kann man keine Sünde verstecken, 11. Mai

      Derjenige, bei dem man etwas findet, das Gott gehört, muss verbrannt werden, zusammen mit seiner Familie und seinem Besitz. Denn er hat den Bund mit dem Herrn gebrochen und durch seine abscheuliche Tat Schande über Israel gebracht. Josua 7,15 (Hfa).

      Der Herr nannte den Schuldigen nicht mit Namen, aber er gab Anweisungen für das weitere Vorgehen. „Und morgen früh sollt ihr herzutreten, ein Stamm nach dem andern; und welchen Stamm der Herr treffen wird, der soll herzutreten, ein Geschlecht nach dem andern; und welches Geschlecht der Herr treffen wird, das soll herzutreten, ein Haus nach dem andern; und welches Haus der Herr treffen wird, das soll herzutreten, Mann für Mann.“ Josua 7,14.

      Indem Gott dieser Sache genau auf den Grund ging, zeigte er, dass er die Geheimnisse unehrlicher Menschen kennt, auch wenn sie meinen, sie blieben verborgen. Bei all dem Geschehen war Achan fest entschlossen, seine Schuld nicht zuzugeben, doch dann wurde er vom Herrn selbst der Sünde überführt. Hätte Josua Achan als den Schuldigen entlarvt, hätten viele mit ihm sympathisiert, der seine Unschuld beteuern würde, und ihn als das Opfer betrachtet, dem man übel mitgespielt hatte. So verhalten sich heutzutage viele, wenn Menschen wegen ihrer Sünde zurechtgewiesen werden, denn sie machen ihre Rechnung ohne Gott. Genau aus diesem Grund sagte Josua zu Achan: „Mein Sohn, gib dem HERRN, dem Gott Israels, die Ehre und bekenne es ihm und sage mir, was du getan hast und verhehle mir nichts.“ Josua 7,19 (Hfa). Der Herr hatte Josua vorher mitgeteilt, was Achan getan hatte, aber da sich so viele von ihrem Mitleid leiten ließen und den Übeltäter entschuldigen würden, wollte der Herr dem Volk eine Lehre erteilen, von der wir auch heute profitieren können. Deshalb bat Josua den jungen Mann, seine Tat offen zuzugeben ...

      Wäre Achan bestraft worden, bevor er selbst seine Schuld bekannt hatte, hätte das Volk — von Natur aus rebellisch — Josua vorgeworfen, er würde diesen jungen Mann zu hart behandeln. Sie hätten ihn der Unbarmherzigkeit bezichtigt, weil er eine so furchtbare Strafe verhängte ...

      Achan gab seine Schuld zu: „Es ist wahr, ich bin es gewesen, ich habe das Gebot des Herrn, des Gottes Israels, verletzt. Unter der Beute sah ich einen wertvollen Mantel aus Babylonien, zwei Kilo Silber und einen Goldbarren, ein Pfund schwer.Ich konnte einfach nicht widerstehen und nahm es mit. Ich habe alles im Boden meines Zeltes vergraben, das Silber zuunterst.“ Josua 7,20.21 (Hfa) ...
      Brief 13, 1893; The Youth‘s Instructor, 25. Januar 1894, 1. Februar 1894.
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    • Gott hält seine Versprechen getreu, 12. Mai

      Ihr habt mit eigenen Augen gesehen, wie der HERR, euer Gott, die Völker dieses Landes besiegt hat; denn er war es, der für euch kämpfte. Josua 23,3 (GNB).

      Die Jahre der Eroberungszüge waren vorüber. Josua hatte sich auf seinen friedlichen Altersruhesitz nach Timnath-Serah zurückgezogen. Siehe Josua 19,50 ... Der Herr bewog seinen treuen Diener dazu, dasselbe zu tun, was Mose schon vor ihm getan hatte: den Israeliten ihre Geschichte in Erinnerung zu rufen und ihnen neu bewusst zu machen, was Gott mit ihnen vereinbart hatte, als er ihnen seinen „Weinberg“ zur Verfügung stellte. Siehe Jesaja 5,7.

      Mehrere Jahre waren vergangen, seit sich das Volk in seinen Gebieten angesiedelt hatte, doch man konnte bereits sehen, wie sich dieselben Übel verbreiteten, die in der Vergangenheit dazu geführt hatten, dass Gott Israel richten musste. Als Josua die Beschwerden des Alters verspürte, beschlich ihn die Angst um die Zukunft seines Volkes. Er rief das Volk noch einmal zusammen und in seiner Rede schwang mehr mit als die Anteilnahme eines Vaters. Siehe Josua 23 ... Obwohl die Kanaaniter unterworfen waren, bewohnten sie immer noch einen großen Teil des Landes, das Israel zugesagt worden war.Josua beschwor das Volk, sich ja nicht bequem zurückzulehnen und den Auftrag des Herrn zu vergessen, diese götzendienerischen Völker völlig zu vertreiben. Siehe Josua 23,5.6 ... Josua appellierte an das Volk, nicht zu vergessen, was sie selbst erlebt hatten. Solange sie sich an Gottes Bedingungen hielten, hatte er seine Zusagen treu erfüllt ... Satan verführt viele mit der einleuchtenden Theorie, Gott würde sein Volk so sehr lieben, dass er Sünde im Volk entschuldige; die Strafandrohungen im Wort Gottes verfolgten zwar einen bestimmten moralischen Zweck, doch würden sie sich niemals wörtlich erfüllen. Dabei hat Gott in seinem Handeln an seinen Geschöpfen stets die Prinzipien der Gerechtigkeit angewandt, indem er das wahre Wesen der Sünde offenbarte und deren zwangsläufige Folgen demonstrierte: Elend und Tod. Eine Sündenvergebung ohne Bedingungen hat es nie gegeben und wird es nie geben. Eine solche Vergebung würde die Prinzipien der Gerechtigkeit aufheben, die die eigentliche Grundlage der Regierung Gottes darstellen ...

      Gott hat die Folgen der Sünde klar und deutlich gezeigt.Wenn diese Warnungen nicht ernst zu nehmen sind, wie können wir dann wissen, dass seine Verheißungen erfüllt werden? Eine sogenannte Güte, die Gerechtigkeit ignoriert, ist keine Güte, sondern Schwäche ... Nachdem Josua dem Volk Israel die Güte Gottes vor Augen gemalt hatte (siehe Josua 24,2-13), rief er die Menschen im Namen Jahwes dazu auf, sich zu entscheiden, wem sie in Zukunft dienen wollten. Siehe V. 15 ...Josua wollte sie dazu anleiten, Gott freiwillig und nicht aus Zwang zu dienen. Die Liebe zu Gott ist die eigentliche Grundlage der Religion. Wer sich in Gottes Dienst stellt, weil er hofft, dafür belohnt zu werden, oder weil er sich vor Strafe fürchtet, erreicht damit gar nichts. Offener Abfall ist Gott nicht widerwärtiger als Heuchelei und rein formale Anbetung.
      Manuskript 135, 1899; The Youth‘s Instructor, 13. Juni 1901, 20.Juni 1901.

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    • Vergesst niemals, wie Gott euch in der Vergangenheit geführt hat, 13. Mai

      Wählt euch heute, wem ihr dienen wollt ... Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen. Josua 24,15.

      Jene, die immer noch aktiv im Werk Gottes sind und erfahren haben, wie Gott bei seinem Aufbau und Fortschritt gewirkt hat, können dem Beispiel Josuas folgen: Er stärkte den Glauben der Israeliten, indem er ihnen ins Gedächtnis rief, wie reich Gott sie in der Vergangenheit beschenkt und gesegnet hatte. Siehe Josua 24,1-13.Durch ein solches Erinnern werden sie selbst gesegnet und können auch diejenigen ermutigen, die diese Erfahrungen nicht persönlich gemacht haben. Wenn sie davon erzählten, welche Opfer damals von den Führern der Gemeinde gebracht wurden, und anderen bewusst machten, wie einfach und bescheiden die ersten Mitarbeiter waren und wie Gottes Macht sich darin manifestierte, dass sein Werk von Irrtum, Täuschung und übertriebenem Aufwand frei blieb, dann könnten sie damit die heutigen Mitarbeiter stark prägen und zum Guten beeinflussen.

      Verlieren wir aus den Augen, was der Herr in der Vergangenheit für sein Volk getan hat, dann nehmen wir auch nicht wahr, wie er heute für uns wirkt. Die heutigen Mitarbeiter wissen kaum etwas von der Opferbereitschaft und dem Verzicht derer, denen der Herr bei der Entstehung unserer Gemeinde die Verantwortung übertragen hatte. Das sollte ihnen immer wieder erzählt werden ...Zwischen dem Fürsten des Lebens und dem Fürsten der Finsternis tobt eine harte Auseinandersetzung und dieser Kampf fordert von den treuen Mitarbeitern Gottes ständige Wachsamkeit ... Wenn Männer und Frauen sich weigern, die Wege Gottes anzunehmen, wenn sie aus irgendeinem Grund die Erkenntnis verwerfen, die ihnen vom Himmel zuteil wurde, dann werden sie sich schließlich unter denen wiederfinden, die sich für das Böse einsetzen ... Wenn sie allerdings merken, dass sie sich geirrt haben und einsehen, dass sie die falsche Einstellung hatten, dann sollen sie ihren Irrtum ehrlich und offen eingestehen ... Wenn sie ihre Herzen vor Gott demütigen, wie damals David, und bekennen, dass sie schuldig geworden sind, dann sichert ihnen Gottes Wort Vergebung zu. Siehe 2.Samuel 12,13 ...

      Satan ist in seiner ganz besonderen Strategie für diese Zeit ermutigt worden. Jene, die Fehler machten, sich aber nicht demütigten, um ihre Schuld vollständig einzugestehen und in Ordnung zu bringen, werden bei ihrer inneren Haltung bleiben. Sie werden schließlich die Wahrheit als Irrtum bezeichnen und Irrtum Wahrheit nennen. Solche Mitarbeiter werden im großen Kampf eines Tages auf Satans Seite gefunden werden ... Gott erfüllt seine Verheißungen ebenso zuverlässig wie seine Strafandrohungen. Brüder und Schwestern, vielleicht liege ich schon still im Grab, bevor Gottes Warnrufe die erwünschte Wirkung bei euch zeigen und euer Denken und Fühlen und Wollen auf ihn hinlenken. Mit den Worten des Paulus rufe ich euch zu: „Weil wir nun den Schrecken des Herrn kennen, so überreden wir Menschen“ „überall Buße [zu] tun“. 2.Korinther 5,11 (EB); Apostelgeschichte 17,30 (EB).
      Manuskript 23, 1899.


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    • Manchmal erfüllt Gott ungeheiligte Wünsche, 14. Mai

      Der HERR aber sprach zu Samuel: „Gehorche der Stimme des Volks in allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht mehr König über sie sein soll.“1.Samuel 8,7.

      Wir haben einen lebendigen Führer und jeder, der von Gott in eine verantwortliche Stellung gerufen wird, muss sich bei jeder Entscheidung fragen: „Ist dies der Weg des Herrn?“ Alle müssen ständig und unaufhörlich auf Jesus schauen, damit er sie führen kann und um jeden Preis seine Grundsätze befolgt werden.Entscheidend ist nicht, was sterbliche, begrenzte Menschen tun können, sondern was Gott durch begrenzte Menschen tun kann, die lernbereit, demütig, selbstlos und geheiligt sind. Wir haben von menschlichen Fähigkeiten nichts zu erwarten, wenn nicht die Macht Gottes mit den Menschen zusammenwirkt ...

      Gott hat sterblichen Menschen die Fähigkeit zum Denken verliehen und ihnen verschiedene Gaben und Talente anvertraut, um zu prüfen, ob sie diese so einsetzen, wie er es möchte, ob sie seinen Willen verwirklichen und sich nicht nur auf sich selbst verlassen ...

      Als die Israeliten einen König haben wollten, der sie „richte“, wie ihn alle Heiden haben, „mißfiel [das] Samuel ... [Er] betete zum HERRN“. 1.Samuel 8,5.6. Gott antwortete ihm: „Gib ihnen, was sie wollen! Mit ihrer Forderung lehnen sie ja nicht dich ab, sondern mich. Sie wollen mich nicht mehr als ihren König anerkennen.“ V.7 (Hfa) ... Israel hatte es satt, von Menschen angeführt zu werden, die sich an Gott ausrichteten und ihnen ständig seine Ziele, seinen Willen und seine Ehre vorhielten, so wie es Gott angeordnet hatte. Sie wollten ihre Religion reformieren, damit sie durch äußeren Glanz in den Augen der Nachbarvölker an Prestige gewannen. So wie sie während der Wüstenwanderung dem ägyptischen Lauch und den Zwiebeln nachweinten, so wie sie damals murrten, weil ihre Esslust nicht befriedigt wurde, und behaupteten, sie würden lieber in die Sklaverei zurückgehen als auf leckeres Essen zu verzichten (siehe 4.Mose 11,5.18.19), so beleidigten sie nun Gott und schlugen ihn sozusagen ins Angesicht, indem sie seine weise Herrschaft von sich warfen. Sie gierten nach Reichtum und Prunk, damit sie sich mit den Nachbarvölkern vergleichen konnten ...

      Satan flüsterte den Herzen der Israeliten ein, sie sollten ihrem eigenen — satanischen — Rat folgen. Sie waren vom Teufel wie verhext, ihre eigenen Absichten durchzusetzen, obwohl ihr alter Prophet ernsten Protest einlegte. Dabei hätten sie allen Grund gehabt, ihn zu respektieren und zu glauben, dass er die Worte sprach, die Gott ihm für sie aufgetragen hatte. Siehe 1.Samuel 11,10.19;
      Manuskript 40, 1890.

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    • Gott möchte sein Volk führen — wenn es ihn nur führen lässt! 15. Mai

      Aber das Volk ließ sich von Samuel nicht umstimmen und weigerte sich, auf ihn zu hören.„Wir wollen einen König haben!“, riefen sie. 1.Samuel 8,19 (Hfa).

      Der Herr befahl Samuel, dem Volk zu geben, was es verlangte.Siehe 1.Samuel 8,7. Er sollte aber klarstellen, was für eine Sünde es war, sich für einen sterblichen Führer anstatt für Gott selbst zu entscheiden ... Gott hatte ursprünglich nicht vorgesehen, dass sein Volk von einem König regiert werden sollte. Das war der Stil der Völker, die Gott nicht kannten oder nichts von ihm wissen wollten.

      Nach Samuels eindeutigen Aussagen bestand das Volk immer noch auf seinem Wunsch (siehe V.19), und so gab er schließlich nach. Sie wollten unbedingt einen König haben. Sie waren zu der Ansicht gekommen, dass Samuel ihre Lage nicht richtig beurteilte.Wenn er nur die Umstände, die Motive und die Pläne kennen würde, wenn er nur die großen Vorteile mit ihren Augen sehen könnte, dann würde er ihnen schließlich zustimmen und ebenfalls einen König haben wollen, der vor ihnen herzog.Dann könnten die Nachbarländer nicht mehr über sie lächeln und auf sie herabsehen. In ihrer inneren Verblendung sahen sie nicht über Samuel hinaus; sie nahmen nicht wahr, dass es Gottes Wort war, das sie durch den Mund seines Dieners Samuel erreichte. Siehe V. 10.

      Gott führte und leitete sein Volk und wirkte für sie auf Wegen, die unsichtbar blieben. Ihre Feinde konnten die Quelle ihrer Weisheit und Macht nicht erkennen; sie merkten nicht, wer für ihre wunderbare Befreiung und die wunderbaren Erfolge verantwortlich war und dafür gerühmt werden sollte. Gott wirkte zum Beispiel durch Gideon. Diese Befreiungstat geschah so, dass kein Mensch dafür den Ruhm beanspruchen konnte. Als sie von dem wunderbaren Sieg erzählten, konnte keiner das menschliche Genie für diesen Einfall loben.Siehe Richter 7,16-22 ... Die Macht, die Weisheit und die Kraft stammten vom Gott des Himmels.Doch die Israeliten wollten sie auf der Erde haben, sichtbar verkörpert durch einen Menschen. Hätten sie Gott verehrt, respektiert und als ihren höchsten Herrscher anerkannt, hätten sie niemals eine menschliche Autorität über sich gesetzt, die über sie herrschen konnte. Und doch ließ der Herr nicht zu, dass Saul ohne göttliche Erleuchtung in diese Vertrauensstellung [des Königs] gebracht wurde. Er wurde zu einer neuen Position berufen und der Geist Gottes kam auf ihn. Das führte zu einer totalen Veränderung seines Wesens. Siehe 1.Samuel 10,6.9. Der Herr gab Saul eine andere Einstellung und Denkweise, andere Ziele und Wünsche, als er vorher besaß.Diese Erleuchtung und die Gotteserkenntnis, die er hatte, sollten seinen Willen fest an den Willen Jahwes binden.

      Als Saul Gottes Willen kannte, der ihm klar und deutlich mitgeteilt worden war, hat er da die Prüfung bestanden? Hat er Ehrfurcht vor Gott gezeigt? Als er in eine unangenehme Lage gebracht wurde, beachtete und gehorchte er dem ausdrücklichen Befehl Gottes nicht, sondern wagte es, ihn zu übertreten. Siehe 1.Samuel 15,1-3.9-11;
      Brief 12, 1888.

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      Ungehorsam unter fadenscheinigen Vorwänden, 16. Mai

      „Was denkst du, worüber freut sich der Herr mehr: über viele Brand- und Schlachtopfer oder über Gehorsam gegenüber seinen Weisungen? Ich sage dir eines: Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den Herrn zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen.“ 1.Samuel 15,22 (Hfa).

      Die letzten Tage stehen uns bevor, und Satan wirkt mit seinen höllischen Künsten, um Menschen zu verführen und zu zerstören.Werden dann Menschen durch ein klares Zeugnis Gottes zurechtgewiesen, heißt es meistens: „Ich glaube wohl an die Zeugnisse, aber ich verstehe sie nicht.“ Der Herr hat ihre falsche Denk- und Handlungsweise richtiggestellt, weil er sie vor Unglück, Täuschung und vor dem Ruin bewahren möchte. Aber sie machen genauso weiter wie vorher, als hätten sie niemals „Licht“ erhalten und wären nie gewarnt worden. Würden sie wirklich mit Gott in Übereinstimmung leben, dann würden sie nicht von ihm weggehen. Weil sie so weit von Gott entfernt sind, hören sie seine Stimme nicht, wenn er sie ruft: „Kehrt euch zu mir, so will ich mich euch kehren“ (Sacharja 1,3) und: „Ich tilge deine Übertretungen.“ Jesaja 43,25.

      Saul war ungehorsam gewesen; er hatte die Amalekiter nicht vollständig ausgerottet, wie Gott es befohlen hatte. „Als Samuel zu Saul kam, sagte Saul zu ihm: Gesegnet seist du von dem HERRN! Ich habe das Wort des HERRN erfüllt.“ Und Samuel antwortete: „Was ist denn das für ein Blöken von Schafen, das zu meinen Ohren kommt, und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?“ ... Die Antwort lautete — und eine solche Ausflucht haben wir in ähnlichen Fällen schon oft gehört: „Von den Amalekitern hat man sie gebracht, denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie dem HERRN, deinem Gott, zu opfern ...“ 1.Samuel 15,13-15 (EB). Saul sagte nicht „meinem Gott“, auch nicht „unserem Gott“, sondern „deinem Gott“. Viele geben zwar vor, Gott zu dienen, doch nehmen sie denselben Standpunkt ein wie Saul, indem sie das Gewand der Selbstgerechtigkeit über ihre ehrgeizigen Projekte, über Stolz und Prestige ausbreiten ... Samuel war empört, doch sah er Saul mit tiefem Mitleid und unverhülltem Kummer an, weil er darüber traurig war, dass der Mann, den er so aufrichtig liebte, einen solchen Weg eingeschlagen hatte.Doch diese seine Liebe durfte seine Lippen nicht verschließen ...Samuel sprach die schneidenden Worte aus, die ihm der Herr eingegeben hatte: „Weil du das Wort des Herrn verworfen hast, so hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst.“ 1.Samuel 15,23 (EB) ...

      Nur wenige vermögen die Trauer nachzuempfinden, die Samuel im Herzen trug, als er nach Rama zurückkehrte. Gott hatte ihm Saul anvertraut, aber auch die furchtbare Last auferlegt, Gottes Urteil über den Monarchen auszusprechen.

      Sünder haben nur selten das Empfinden, das sie ein Tadel zu Recht trifft. Sie schieben die Schuld auf jene, die den Mund aufmachen und sie warnen, und betrachten das als persönlichen Angriff. In ihrer Verblendung sehen sie nicht, dass sie in ihrem trotzigen Widerstand gegen diese Warnung das letzte Angebot des Lichts und der Gnade von sich stoßen.
      Manuskript 1a, 1890.


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      Freundlichkeit siegt über Selbstsucht, 17. Mai

      [Abigajil] befahl den Knechten: „Geht voraus, ich komme hinterher!“ Ihrem Mann [Nabal] sagte sie nichts von ihrem Plan. 1.Samuel 25,19 (Hfa).

      Der Herr möchte, dass die Ehefrau ihren Mann respektiert — unter der Voraussetzung, dass es in Übereinstimmung mit dem Herrn geschieht. In der Person der Abigajil, der Frau Nabals, sehen wir das Beispiel einer Ehefrau, die sich im Sinne Christi verhält, während ihr Ehemann zeigt, was aus jemand werden kann, der sich der Kontrolle Satans überlässt. Als David vor Saul floh, hatte er sein Lager in der Nähe der Besitzungen Nabals aufgeschlagen. Er hatte die Herden und die Hirten dieses Mannes vor allen Plünderungen beschützt, solange er mit seinen Männern in Karmel blieb. Siehe 1.Samuel 25,15.16. Als er in eine Notlage geriet, schickte er Boten zu Nabal und bat höflich um etwas Verpflegung für sich und seine Männer. Doch Nabal gab ihm eine unverschämte Antwort; er vergalt Gutes mit Bösen und weigerte sich, seinen Überfluss mit den Nachbarn zu teilen. Siehe V. 2-11... Um seinen Egoismus zu rechtfertigen, beschuldigte Nabal David und seine Männer, entflohene Sklaven zu sein ... Einer der jungen Knechte Nabals befürchtete, dass dessen Unverschämtheit schlimme Konsequenzen haben könnte. Er berichtete Nabals Frau von diesem Vorfall, weil er wusste, dass sie eine andere Einstellung hatte als ihr Mann und eine sehr taktvolle und einfühlsame Frau war. Siehe V. 14.Als er ihr die schwierige Lage schilderte, erwähnte er den wahren Charakter Nabals: „Nun überleg doch, was zu tun ist! Unternimm etwas, sonst gibt es ein Unglück! Dann ist Nabal verloren, und wir alle mit ihm. Du weißt ja, wie niederträchtig er ist. Man kann mit ihm nicht reden!“ V. 17 (Hfa).

      Abigajil begriff, dass etwas geschehen musste, um die Konsequenzen von Nabals Fehlverhalten abzuwenden. Ihr wurde klar, dass sie die Verantwortung übernehmen musste, sofort etwas zu tun, ohne sich vorher mit ihrem Mann abzusprechen. Sie wusste, dass ein Gespräch mit ihm sinnlos war, da er sie nur beschimpft und ihren Vorschlag lächerlich gemacht hätte. Außerdem hätte er ihr vorgehalten, dass er der Herr des Hauses und sie als seine Frau ihm untergeordnet sei und seinen Befehlen gehorchen müsse ... Sie suchte einige Vorräte zusammen, von denen sie meinte, dass sie Davids Zorn beschwichtigen konnten, denn sie wusste, dass er entschlossen war, sich für die erlittene Kränkung zu rächen. Siehe V.18.21.22 ...

      Abigajils Vorgehen in dieser Sache wurde von Gott gutgeheißen. Die Umstände offenbarten ihren edlen Charakter und ihre Klugheit ... Abigajil brachte David Achtung entgegen. Sie zeigte, dass sie ihn ehrte und respektierte, brachte ihr Anliegen gut formuliert vor und hatte damit Erfolg. Während sie die Unverschämtheit ihres Mannes nicht entschuldigte, setzte sie sich doch für ihn ein und bat um sein Leben. Sie war nicht nur eine taktvolle Frau, sondern ein Mensch, der sich von Gott leiten ließ und genau wusste, wie Gott durch David wirkte und welche Pläne er mit ihm hatte. Siehe V. 28-31;
      Manuskript 17, 1891; Manuscript Releases XXI, 213.214.

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      Die Wirkung einer freundlichen Antwort, 18. Mai

      Eine versöhnliche Antwort kühlt den Zorn ab, ein verletzendes Wort heizt ihn an. Sprüche 15,1 (GNB).

      Abigajils versöhnliche Art und ihr Geschick ließen David ruhig und sanft werden. Er gab zu, geplant zu haben, Nabal und alle männlichen Mitglieder seines Haushalts umzubringen. Doch nun wollte er auf seinen Vergeltungsschlag verzichten. Er glaubte, dass der Herr Abigajil zu ihm geschickt hatte, um ihn davon abzuhalten, ein solches Blutbad anzurichten. Siehe 1.Samuel 25,32-35. Er versprach, ihre Bitte auch später nicht zu vergessen, wenn er über das Volk Israel herrschen würde, und sich nie für die Beleidigung zu rächen, die Nabal ihm zugefügt hatte.Nabal hatte die Boten Davids, die um Essen baten, mit leeren Händen weggeschickt, und doch gab er am gleichen Abend ein extravagantes Fest für sich und seine wilden Freunde. Er aß und trank so viel, dass er die ganze Nacht betrunken war.Siehe V. 36. Am nächsten Tag, als sein Rausch allmählich nachließ, erzählte ihm seine Frau, wie nahe er dem Tode gewesen war und auf welche Weise dieses Unglück abgewendet werden konnte ... Vor Schreck gelähmt setzte er sich nieder und erholte sich nicht mehr von diesem Schock. Siehe V. 37.38.

      Aus dieser Begebenheit können wir lernen, dass es unter Umständen angemessen ist, wenn eine Frau prompt und unabhängig handelt und entschlossen das tut, was sie als den Weg des Herrn erkannt hat. Die Frau soll ihrem Ehemann als ebenbürtige Partnerin zur Seite stehen und die Verantwortlichkeiten des Alltags mit ihm teilen, während sie ihn respektiert und achtet als den Mann, der sie als lebenslange Partnerin gewählt hat. „Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als seinen Leib erlöst hat.“ Epheser 5,23 ... Wenn der Ehemann vom Geist Christi durchdrungen und geleitet wird, dann wird sich die Unterordnung seiner Frau positiv auswirken: sie wird ruhig und geborgen sein und sich wohl fühlen, denn er wird von ihr nur das verlangen, was gut und nützlich ist, und dies auf dieselbe Weise, wie Christus von seiner Gemeinde erwartet, dass sie sich ihm unterstellt ... Wenn der Ehemann einen edlen Charakter und ein reines Herz besitzt und sein Denken auf Gott ausgerichtet ist, wie es bei jedem wahren Christen sein sollte, wird das in der Ehe sichtbar werden. Wenn er die Gesinnung Christi hat, dann wird er den Körper seiner Frau nicht schädigen, sondern von Zärtlichkeit und Liebe erfüllt sein und danach streben, in Christus dem höchsten Maßstab gerecht zu werden. Er wird sich darum bemühen, seine Frau gesund und mutig zu erhalten ...

      Die Beziehung zwischen dem Herrn Jesus und der Gemeinde als Modell für die Ehe ist von vielen Ehemännern nicht richtig dargestellt worden, weil sie sich nicht an das halten, was der Herr will. Siehe Epheser 5,21.25 ... Es war nicht Gottes Absicht, dass der Ehemann als Herr des Hauses die Herrschaft haben sollte, solange er sich nicht selbst Christus unterordnet.
      Manuskript 17, 1891; Manuscript Releases XXI, 214.215.

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    • Neu

      Gottes Anweisungen müssen sorgfältig beachtet werden, 19.Mai

      „Wie lange willst du noch um Saul trauern? Ich habe ihn verstoßen! In meinen Augen ist er nicht mehr König von Israel. Nimm dein Horn, füll es mit Öl und mach dich auf den Weg nach Bethlehem. Dort such Isai auf, denn ich habe einen seiner Söhne zum neuen König auserwählt.“ 1.Samuel 16,1 (Hfa).

      Als Gott den David von der Schafherde seines Vaters wegrief und ihn zum König von Israel salben ließ, sah er in ihm einen Menschen, dem er seinen Geist geben konnte. Siehe 1.Samuel 16,13. David war empfänglich für den Einfluss des Heiligen Geistes. In seiner Vorsehung bildete der Herr ihn für seinen Dienst aus und bereitete ihn darauf vor, seine Absichten zu verwirklichen ...

      In großer Begeisterung jubelt David über seine enge Beziehung zu Gott. „Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke! Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Berg meines Heiles und mein Schutz!“ Psalm 18,2.3. Er ist meine Stärke und meine Kraft. Er ist die Quelle und die Grundlage all dessen, was mich reich und froh macht. Er ist wie der Schatten eines hohen Felsens in einem ausgedörrten Wüstenland. Er macht mich stark, er unterstützt mich. Er beschützt mich, auf ihn will ich vertrauen ...

      Nachdem David König von Israel geworden war, machte ihm Gott keine Komplimente wegen seiner hohen Stellung, seiner Königswürde oder der Größe seines Reiches. Statt dessen gab er ihm genaue Anweisungen bezüglich der Pflichten, die auf ihm ruhten. Diese Anweisungen sollten auch von allen seinen Nachfolgern sorgfältig beachtet werden, denn es waren Worte des Herrn. Diese Worte sollten häufig wiederholt werden, damit zukünftige Generationen daraus lernen konnten ...

      Je größer die Verantwortung ist, die jemand trägt, um so demütiger sollte er sein und um so genauer sollte er immer wieder prüfen, ob er seine Abhängigkeit von Gott vergisst und etwa hochmütig, arrogant, anmaßend und ruhmsüchtig wird. In dieser Gefahr stehen alle, die in Gottes besonderer Gunst stehen. Wenn sie nicht durch Gottes Weisheit klug werden und sich ständig darum bemühen, Gottes Wesenszüge zu entwickeln, dann kann es passieren, dass sie meinen, sie seien für alles befähigt genug ...

      Männer und Frauen, die in verantwortliche Stellungen gerufen werden, sollten Ehrfurcht vor Gott haben und sich bewusst sein, dass sie nur Menschen sind und nicht Gott. Sie sollten ihr Führungsamt unter der Kontrolle Gottes und in Verantwortung vor ihm ausüben. Werden sie den Willen Gottes für sein Volk ausführen? Lassen sie zu, dass ihre Worte und Taten durch Selbstsucht getrübt werden? Werden sie, denen die Gemeinde das Vertrauen ausgesprochen hat und von denen man erwartet, dass sie Gott fürchten und seine Gebote halten, die hohe Stellung herabwürdigen, die Gottes Volk in diesen gefahrvollen Tagen innehaben sollte? Werden sie durch ihre Selbstsicherheit zu falschen Wegweisern, die auf den Weg der Freundschaft mit der Welt statt auf den zum Himmel weisen?
      Manuskript 163, 1902.

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      Eine Sünde zwingt oft zur nächsten, 20. Mai

      Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan: „So wahr der HERR lebt: der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat!“ 2.Samuel 12,5 (Hfa).

      Die Bibel hat nur wenig zum Lobe des Menschen zu sagen. Sie widmet auch den Vorzügen der Besten, die je lebten, nicht viel Raum. Dieses Stillschweigen hat seinen Grund. Alle guten Eigenschaften, die der Mensch besitzt, sind Gaben Gottes. Gutes geschieht durch Gottes Gnade in Christus ...

      Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung schufen die Voraussetzung für Davids Fall ... Es war Gewohnheitsrecht östlicher Herrscher, für Unrecht straffrei zu bleiben, was bei ihren Untertanen nicht geduldet wurde. Sie brauchten sich keine Schranken aufzuerlegen wie diese. Das alles trug dazu bei, Davids Bewusstsein für das Wesen der Sünde zu trüben ... Sobald es aber Satan gelingt, den Menschen von Gott, der einzigen Kraftquelle, zu trennen, wird er versuchen, unheilige Wünsche zu wecken ...

      Nun endlich konnte er behaglich und sorgenfrei leben. Doch da kam für den Versucher die Gelegenheit, sich seiner Gedankenwelt zu bemächtigen ... Er war selbstsicher geworden und verlor dadurch seinen Halt an Gott. Er gab Satan nach und wurde schuldig ... Batseba, deren Schönheit dem König zum Fallstrick wurde, war die Frau des Hethiters Uria, eines der tapfersten und treusten Offiziere Davids.Siehe 2.Samuel 11,1-4 ... Alle Mühe Davids, seine Schuld zu verheimlichen, war vergeblich. Siehe V. 5-13. Er selbst hatte sich dem Bösen ausgeliefert ... und in seiner Verzweiflung fügte er überstürzt dem Ehebruch noch einen Mord hinzu. Siehe V. 14-17 ...

      Nun erhielt der Prophet Nathan den Auftrag, David Gottes Missbilligung deutlich zu machen. Siehe 2.Samuel 12,1. Das war eine harte, schreckliche Botschaft. Wenige Herrscher hätten solchen Vorwurf hingenommen, ohne den Überbringer töten zu lassen. Nathan schreckte nicht davor zurück ... Er wandte sich an David als den von Gott gesandten Rechtswahrer seines Volkes und trug ihm die Geschichte einer ungerechten Bedrückung vor, die Wiedergutmachung verlangte. Siehe V. 1-4 ...

      Nathan sah den König an; dann erhob er die rechte Hand zum Himmel und erklärte ernst: „Du bist der Mann!“ V. 7. Und er fuhr fort: „Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel?“ V. 9. Wie David mögen andere Schuldiggewordene versuchen, ihr Unrecht vor Menschen zu verheimlichen, aber „es ist alles bloß und aufgedeckt vor Gottes Augen, dem wir Rechenschaft geben müssen.“ Hebräer 4,13. „Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werde, und nichts ist heimlich, was man nicht wissen werde.“ Matthäus 10,26.

      Die Vorwürfe des Propheten trafen David im Innersten. In tiefer Reue beugte er sich vor Gott. Mit bebenden Lippen bekannte er: „Ich habe gesündigt gegen den Herrn.“ 2.Samuel 12,13.
      Patriarchen und Propheten 693-697.

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      In Unglücken offenbart sich der Charakter, 21. Mai

      David aber sprach zu allen seinen Großen, die bei ihm in Jerusalem waren: „Auf, lasst uns fliehen! Denn hier wird kein Entrinnen sein vor Absalom.“2.Samuel 15,14.

      David war nie so sehr der Bewunderung wert wie in der Stunde seines Unglücks.Niemals stand diese Zeder Gottes aufrechter als im wütenden Sturm ... Er war traurig, seine Augen flossen über vor Kummer, doch ohne eine Spur von Selbstmitleid wendet er den Stätten seines Ruhmes — und auch seines Verbrechens — den Rücken und flieht um sein Leben. Siehe 2.Samuel 15,13.14. Schimi kommt aus dem Haus, als David vorübergeht, und überschüttet ihn mit Schimpfworten, bewirft ihn mit Steinen und Lehmklumpen. Siehe 2.Samuel 16,5-8. Einer von Davids Soldaten meint: „Lass mich doch hinübergehen und ihm den Kopf abhauen!“ V. 9 (EB). Der König — gedemütigt und bekümmert — antwortet: „Ja, soll er doch fluchen! Denn wenn der HERR ihm gesagt hat: Fluche David! — wer darf dann sagen: Warum tust du das?“ V. 10 (EB) ...

      Als der lange Zug durch Zadok und Abjatar angehalten wird, die gemeinsam mit den Leviten die Bundeslade, das Symbol für die Gegenwart Gottes, herbeitragen (siehe 2.Samuel 15,24), sieht David für einen kurzen Moment einen Hoffnungsstern zwischen den Wolken aufblitzen, denn wenn er dieses kostbare Stück mit sich führte, könnte er seine Situation wesentlich verbessern ... Doch wie selbstlos und edel ist dieser David. Obwohl die Wogen beinahe über ihm zusammenschlagen, steht sein Entschluss fest: er wendet sich an Gott, er schaut zum Himmel hinauf wie die hohe Zeder im Libanon. Der König befiehlt: „Bringt die Lade Gottes in die Stadt zurück ...“ V. 25. Seine Ehrfurcht und sein Respekt vor der Bundeslade ließen nicht zu, dass er die Bundeslade auf seiner überstürzten Flucht in Gefahr brachte ... Er konnte nicht zulassen, dass die Stadt des Symbols beraubt würde, die ihr den Namen „Heiliger Berg“ gibt. Hätte er egoistische Motive besessen und sich selbst hoch eingeschätzt, wäre er froh gewesen, alles um sich herum zu sammeln, was sein untergehendes Glück retten und seine Sicherheit garantieren konnte. Doch David schickt die heilige Lade an ihren Ort zurück und geht keinen Schritt weiter, bis er sieht, dass die Priester mit ihrer heiligen Traglast zurückkehren und sie wieder auf dem Berg Zion in die Stiftshütte stellen ...

      Lauter als Schimis Stimme rief ihm das Gewissen die eigene Schuld ins Gedächtnis zurück. Immer stand ihm Uria vor Augen. Sein großes Verbrechen war der Ehebruch ... Obwohl er Uria nicht mit eigener Hand umgebracht hatte, wusste er, dass er an seinem Tod schuldig war. Siehe 2.Samuel 11,3-5.14.15 ...

      Doch dann erinnerte er sich daran, wie oft Gott um seinetwillen eingegriffen hatte, und dachte: „Wenn er meine Reue annimmt, dann wendet er mir vielleicht wieder seine Gunst zu und verwandelt meine Trauer in Freude ... Wenn er aber doch keine Freude mehr an mir hat, wenn er mich vergessen hat, wenn er mich im Exil lässt oder mich sterben lässt, dann werde ich mich darüber nicht beklagen. Ich verdiene seine Strafgerichte und werde mich ihnen unterwerfen.“ Siehe 2.Samuel 15,25.26.
      Brief 6, 1880.


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      Davids Reue war ebenso groß wie seine Schuld, 22. Mai

      Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: „In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.“Jesaja 57,15 (EB).

      Sünder haben selten das Empfinden, zu Recht getadelt zu werden ... Wie wenig fühlen sie mit demjenigen mit, dem vom Herrn diese schwere Last auferlegt wurde.Sie schlüpfen in die Märtyrerrolle und meinen, dass sie großes Mitleid verdienen, weil sie kritisiert wurden und man ihnen einen Rat gab, der ihren eigenen Ideen und Gefühlen zuwider lief. Vielleicht geben sie einiges zu, aber gleichzeitig halten sie verbissen und hartnäckig an ihren Irrtümern und eigenen Vorstellungen fest.„Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst.“ 1.Samuel 15,23. Die Absichten und Zwecke des Wortes Gottes werden abgelehnt. Siehe 2.Timotheus 3,16.17 ...

      Wie anders war David! Obwohl er gesündigt hatte, beugte er sich jedes Mal unter die Strafe des Herrn, wenn Gott ihm scharfe Tadel sandte. Gott liebte David — nicht weil er ein vollkommener Mensch gewesen wäre, sondern weil er nicht im eigensinnigen Widerstand gegen Gottes ausdrücklichen Willen verharrte. Er rebellierte nicht gegen Tadel und Zurechtweisung ...

      David machte große Fehler, aber er wurde ebenso gedemütigt und seine Zerknirschung war genauso tief wie seine Schuld. Es gab keinen Menschen, der sich unter einem Schuldgefühl tiefer gedemütigt hätte als er. Er zeigte Stärke und Größe — nicht immer im Widerstand gegen Versuchungen, aber in der inneren Zerknirschung und in aufrichtiger Reue, die sich auch nach außen zeigte. Siehe Psalm 32,5. Nie verlor er sein Vertrauen zu Gott, der den strengen Tadel durch den Mund seines Propheten ausrichten ließ. Siehe 2.Samuel 12,1-14. Er hasste den Propheten deshalb nicht. David wurde auch deshalb von Gott geliebt, weil er sich voll und ganz auf die Gnade Gottes verließ, den er schon immer geliebt, verehrt und gedient hatte.

      Wem viel vergeben wird, der liebt viel. Siehe Lukas 7,47. David beriet sich nicht mit seinen Genossen, die gegen Gott sündigten. Hier versagen viele. Sie bleiben in totaler Finsternis, weil sie sich dafür entscheiden, den Rat von Menschen anzunehmen, die sich nichts vom Herrn sagen lassen. Sie werden die Sünde im Sünder entschuldigen, obwohl er sie nicht bereut, und werden über Fehler hinweggehen, die Gott nicht vergeben hat. David vertraute Gott mehr als Menschen; er akzeptierte seine Urteile als gerecht und gnädig. Wie viele tappen in Blindheit umher und führen andere auf dieselben Irrwege, wo schließlich beide umkommen, weil sie nicht auf die Tadel des Heiligen Geistes hören!
      Manuskript 1a, 1890.


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