Warum möchte Gott, dass wir beten?

    • Warum möchte Gott, dass wir beten?

      In der Bibel finden sich viele Gebete von treuen Männern und Frauen Gottes. Allein das Buch der Psalmen ist eine wahre Schatztruhe voll von Gebete. Auch unser Herr Jesus lehrte seine Jünger wie sie beten sollten. Und wir kennen verscheidene Arten von Gebeten, wie: Anbetung, Danksagung, Sündenbekenntnis, Lobpreis, Bittgebet,

      Aber, warum möchte Gott, dass wir beten, wenn es in Mat 6,8 heißt: "Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet."

      Gott zum Gruß, aus Österreich :greet:
      „Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“ - Hermann Bezzel (1861-1917)
    • Zum einen, denke ich, sollen wir beten, weil wir Menschen eine Erinnerung brauchen, denn wir neigen dazu, Gott und das Gute, was er uns tut, zu vergessen; ebenso, wie wir uns wichtige Menschen schnell als selbstverständlich ansehen. Wenn uns Böses getan wurde oder wir uns ungerecht behandelt fühlen, dann müssen wir ständig daran denken und tragen es nach, aber das Gute vergessen wir leicht.

      Zum anderen sagen wir (wenn wir beten) dass Gott wahr ist. Er ist nicht nur eine Theorie oder eine eventuell logische These, sondern er ist eine Person. Mit einer Energie oder einer Theorie spreche ich nicht, aber mit einer Person spreche ich. Wenn man betet, dann bekennt man Gottes wahrhaftiges Wesen.

      Zudem brauchen wir das Wort. Es ist richtig, dass Gott alles vorher schon weiß, aber wir sollen es trotzdem aussprechen; nicht wegen ihm, sondern wegen uns. Noch klarer wird das, wenn man im Beisein von anderen oder gar für andere betet: der andere hört die Worte. Sie trösten ihn, sie helfen ihm vielleicht, Dinge zu begreifen und zu benennen, für die er selbst keine Worte findet, und sie erinnern ihn eben.

      Wir sind ganz maßgeblich sprechende Wesen. Das macht den Menschen aus und ist sehr wichtig, wie ich finde.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Beschenkte schrieb:

      Ich würde sagen, ein Grund ist, dass wir unsere Sorgen auf ihn werfen können
      Ja, aber es gibt mehrere Arten von Gebet(en): LOB-GEBET / DANK-GEBET / KLAGE-GEBET / FLEH-GEBET / FÜRBITTE-GEBET / PREIS-GEBET / LIEBES-GEBET / STOSS-GEBET / MORGEN-GEBET / ABEND-GEBET / GEBET VOR DEM ESSEN / SCHUTZ-GEBET / GEBET in der TODESSTUNDE usw. ...
      V.a. aber natürlich "DAS GEBET DES HERRN" = "DAS VATERUNSER"! (Matth.6,9-13)

      Im Konfirmationsunterricht hatte ich gelernt "Was ist das Gebet?" "Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung."
      und
      "Die Verheißung für das Gebet" bedeutet: "Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan." (Matthäus 7,7)

      (Zitiert aus: Mein Konfirmandenbuch, Quell Verlag Stuttgart, 2. veränderte Auflage 1978, Seiten 25, 26, 49)
    • Ja, das Gebet ist viel mehr als eine religiöse Gewohnheit oder eine Art Selbsttherapie!

      Unserem Vater im Himmel unser Herz auszuschütten, kann uns innere Ruhe geben, "Überlass alle deine Sorgen dem Herrn! Er wird dich wieder aufrichten; niemals lässt er den scheitern, der treu zu ihm steht." (Psalm 55,23). Aber vor allem bringt es uns Gott näher, weil er in eine Beziehung mit uns eingeht.

      Und wenn wir Gott um Anleitung bitten, wird er uns durch seinen Heiligen Geist helfen, richtige Entscheidungen zu treffen. Um diese besondere Hilfe von Gott können wir sogar konkret bitten; Jesus verspricht: „Der Vater im Himmel wird denen Heiligen Geist schenken, die ihn bitten“ (Luk 11,13).

      Das Gebet bringt uns also . . .

      FRIEDEN: "Freut euch Tag für Tag, dass ihr zum Herrn gehört. Und noch einmal will ich es sagen: Freut euch! Alle Menschen sollen eure Güte und Freundlichkeit erfahren. Der Herr kommt bald! Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Und Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren" (Phil 4,4-7)

      ENTSCHEIDUNGSHILFE: "Wenn es jemandem von euch an Weisheit fehlt, soll er Gott darum bitten, und Gott wird sie ihm geben. Ihr wisst doch, dass er niemandem seine Unwissenheit vorwirft und dass er jeden reich beschenkt" (Jak 1,5).

      VERGEBUNG: "Sie rufen zu mir, dann will ich im Himmel ihr Gebet erhören. Wenn dieses Volk, das meinen Namen trägt, seine Sünde bereut, von seinen falschen Wegen umkehrt und nach mir fragt, dann will ich ihnen vergeben" (2.Chr 7,14).

      HILFE FÜR ANDERE: "Denn das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft" (Jak 5,16).

      GOTTES ZUSPRUCH: "Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater voller Barmherzigkeit, der Gott, der uns in jeder Not tröstet! In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so dass wir auch andere trösten können, die wegen ihres Glaubens leiden müssen. Wir trösten sie, wie Gott auch uns getröstet hat" (2.Kor 1,3.4).
      „Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“ - Hermann Bezzel (1861-1917)
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Beschenkte schrieb:

      Ich würde sagen, ein Grund ist, dass wir unsere Sorgen auf ihn werfen können
      Im Konfirmationsunterricht hatte ich gelernt "Was ist das Gebet?" "Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung."
      und
      "Die Verheißung für das Gebet" bedeutet: "Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan." (Matthäus 7,7)

      (Zitiert aus: Mein Konfirmandenbuch, Quell Verlag Stuttgart, 2. veränderte Auflage 1978, Seiten 25, 26, 49)
      DAS GEBET IST EINE HIN WEDNUNG ZU GOTT, AUCH IN DEN KLEINEN FREUDEN DES ALLLATGE, EIN DIALOG MIT MEINE; BEGLEITER IN ALLEM (hoffentlich !) BETET OHNE UNTERLASS-- UND ICH AUCH MEINEN ZORN VOR IHN BRINGEN KANN - DIE BERÜCHTIGTEN RACHEPSALMEN UND HIOBS VORWÜRFE - UND IN ALLEM MUSS ICH AUCH ZUM HÖREN BEREIT SEIN.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Nicht Gott braucht unsere Gebete, sondern WIR brauchen sie. Im Gebet verändern wir uns. Ein Gebet ist eine direkt geschaltete Leitung mit Gott, mit dem wir reden können und ER mit Seinem Geist uns erfüllen kann. Gott hat uns einen Mund und die Sprache gegeben, um zu kommunizieren. Kommunikation verbindet Menschen miteinander, umsomehr verbindet das Gebet uns mit Gott. Die Kommunikation mit unserem Schöpfer ist für uns lebensnotwendig, wie das Atmen.


      .

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stofi ()

    • Stofi schrieb:

      Nicht Gott braucht unsere Gebete, sondern WIR brauchen sie.
      Ich werde es nie vergessen, welches erfurchtsvolle Erstaunen mich packte,als ich vor Jahren in der Bibel das erste mal die Szenerie am Ölberg betrachtete. Da stand Jesus massiv unter Druck, "er kniete nieder und begann zu beten". Was passierte daraufhin? "Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn" (Luk 22,41-43). Die extreme Belastung der er ausgesetzt war und voraussehend, was in den nächsten Stunden mit ihm geschehen würde, ging der Sohn Gottes in die Knie und betete zum Himmlischen Vater.

      Gerade bei Entscheidungen, die unsere Loyalität und Bindung zu Gott betreffen, können wir uns immer an ihn wenden und verspüren, wie er hilft!
      „Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“ - Hermann Bezzel (1861-1917)
    • philoalexandrinus schrieb:

      UND ICH AUCH MEINEN ZORN VOR IHN BRINGEN KANN - DIE BERÜCHTIGTEN RACHEPSALMEN UND HIOBS VORWÜRFE - UND IN ALLEM MUSS ICH AUCH ZUM HÖREN BEREIT SEIN.

      Und ich finde es so schön und ermutigend, dort zu lesen, wie der Zorn, die Verzweiflung und die Anklage im Verlauf des Gebets verwandelt werden durch das Gespräch mit Gott.
      Wie Vertrauen aufkommt und Zuversicht und Friede.
      Und am Ende steht in der schweren Not dann "Dennoch" und "wenn ich nur dich habe, dann brauche ich sonst nichts" (zB Ps 73).

      Auch dass ist eine wichtige Funktion des Gebets.
      Dass wir dadurch verändert werden in unsrer Sichtweise. Dass wir uns öffnen für Gottes Wirken in uns und auf sein Reden hören.
    • Stofi schrieb:

      mit dem wir reden können und ER mit Seinem Geist uns erfüllen kann. Gott hat uns einen Mund und die Sprache gegeben, um zu kommunizieren. Kommunikation verbindet Menschen miteinander, umsomehr verbindet das Gebet uns mit Gott. Die Kommunikation mit unserem Schöpfer ist für uns lebensnotwendig, wie das Atmen.

      Stofi, ichdarf Dich ergänzen: "Aus tiefer Not schrei` ich zu Dir - -” was, wie bitte, in wohlabgewogenen Parallelismen? Wie es sich für eine Dichtung gehört?

      Bringe alleine einmal die Fürbitte für Deine Feinde über die Lippen - da bist Du aufeinmal mit Deinen Worten konfrontiert!

      Nein nein, vielleicht wäre es gut, wenn man seine Gebete zu Papier bringt - gesagt ist bald etwas, aber schriftlich festgelegt - das bringt gelegentlich mehr ( - zum Beispiel beim Übersetzen fremdsprachiger Texte).

      Aber: Römer8, 26., 27 - der Geist vertritt uns bei unaussprechlichem Seufzen, wenn wir nicht wissen, was wir beten sollen - - - denn er vertritt die Heiligen nach dem was Gott gefällt.

      Paul Watzlawick: Man kann nicht nicht kommunizieren.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • philoalexandrinus schrieb:


      Bringe alleine einmal die Fürbitte für Deine Feinde über die Lippen - da bist Du aufeinmal mit Deinen Worten konfrontiert!


      JA, auch da habe ich nicht eine Erfahrung machen dürfen, wie man sich schon BEI einem Gebet für die Feinde verändert, wie man dabei und dauerhaft danach jegliche negativen Emotionen verliert, wie man einen tiefen, inneren Frieden gewinnt.... weil Jesus ihn ins Herz schenkt. Unfassbar, unsagbar schön.
    • Das hätte ich mir nicht gedacht, dass hier aus persönlicher Ehrfahrungen gemachte, wertvolle Kommentare und Statements kommen. Da könnte man direkt eine Predigt daraus machen.
      Geschätzten Dank an alle Teilnehmer und -innen. Ich wünsche euch noch einen schönen Sabbat! :greet:
      „Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“ - Hermann Bezzel (1861-1917)
    • @'Stofi
      Das hast du sehr schön beschrieben.
      Man ist da einerseits ganz auf die himmlische Hilfe angewiesen, bekommt anderseits durch die Fürbitte solch ein kraftvolles Geschenk.

      Es gibt keine andere Möglichkeit, so zu diesem guten Ergebnis zu gelangen.
      Religion ist das Bemühen des Menschen, seinem Gott zu gefallen: Aus sich selbst heraus.
      Echter und lebendiger Glaube an Jesus, ist Leben in seinem Geist und aus seiner Kraft.
    • Altor schrieb:

      In der Bibel finden sich viele Gebete von treuen Männern und Frauen Gottes. Allein das Buch der Psalmen ist eine wahre Schatztruhe voll von Gebete. Auch unser Herr Jesus lehrte seine Jünger wie sie beten sollten. Und wir kennen verscheidene Arten von Gebeten, wie: Anbetung, Danksagung, Sündenbekenntnis, Lobpreis, Bittgebet,

      Aber, warum möchte Gott, dass wir beten, wenn es in Mat 6,8 heißt: "Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet."

      Gott zum Gruß, aus Österreich :greet:
      Ich meine, daß der Grund, weshalb Gott möchte, daß wir beten, der ist, daß Er Sich von Anfang an eine intensive Beziehung mit jedem Menschen wünscht.
      Und so wie man in einer guten Freundschaft oder einer guten Ehe eben auch viele Zeiten für intensive Gespräche hat, so sollen wir uns eben auch Zeit für Jesus nehmen (Ich packe mich da auch an die eigene Nase!).
      Bei Ehen ist es ja oft so, daß sie daran zerbrechen, weil die Partner die gemeinsamen Gespräche (die über Organisatorisches und Finanzielles hinausgehen) vernachlässigen. - Bei der Beziehung zu Jesus besteht halt die Gefahr, daß wir in so einem Fall Seine Nähe oder sogar Seinen Schutz verlieren können.
      Denn das Gebet ist ja auch ein Gespräch mit Gott.
      Und Er antwortet eben durch Sein Wort, Gebetserhörungen, bestimmte Menschen oder Umstände.
      Es gibt eine Aussage von Erwin Keck aus der Zeit 1986 - 89, die mein Leben sehr stark geprägt hat. Sie heißt:
      "Es gibt nichts, das mehr Veränderung schafft, als das Gebet; damit steht und fällt alles.".
      Da ist wirklich was dran... ;)
    • Das Gebet zeigt mir, wo ich in meiner Beziehung zu Gott stehe. Ist die Verbindung innig und intim oder mehr locker und oberflächlich.
      Religion ist das Bemühen des Menschen, seinem Gott zu gefallen: Aus sich selbst heraus.
      Echter und lebendiger Glaube an Jesus, ist Leben in seinem Geist und aus seiner Kraft.
    • Paulus fordert uns auf, dass wir ohne Unterlass beten sollen. Das können wir nur, wenn wir das Beten in seiner ganzen Bedeutung im Herz und Sinn verinnerlicht haben. Beten ist eine innere Haltung und keine fromme Pflichtübung die uns in den Himmel bringt.

      Der Heilige Geist gibt uns die Gewissheit, dass Gott allezeit bei uns ist und mit uns durchs Leben geht.
      Beim Beten rede ich nicht nur, sondern werde still und höre auf Gott, der mit mir redet. Ja, wenn Gott mit uns spricht, dann zuallererst durchs Gebet( und Bibel) und durch den Heiligen Geist der in uns wohnt.

      Ich darf seine guten Worte die mich stärken und ermutigen empfangen... Ich kann Gott mein Vertrauen ausdrücken und alle meine Sorgen vor ihm ausschütten
      Gott antwortet nicht immer gleich, manchmal dürfen wir viel Geduld üben bis wir eine Antwort bekommen.
      Der Glaube aber lässt uns in Geduld warten - so sollte es sein. :)

      Beten ist die Einladung, jederzeit mit Gott ins Gespräch zu kommen über alles, was mich bewegt.

      Matthäus 5,3:
      Jesus sagt: „Glückselig sind die, die wissen, dass sie vor Gott arm sind. Denn ihnen gehört das Himmelreich.
      Wir dürfen „vor Gott arm“ sein, mit leeren Händen zu Gott kommen und mit einer inneren Haltung die mir zeigt, dass ich nichts Gottgewolltes ohne IHN zustande bringen kann.

      Das Gebet für "seine Feinde" kann nur die Antwort auf Gottes wirken sein. Der natürliche Mensch kann diese Kraft nicht in der Realität erfassen. Der Glaube an die Kraft Gottes, der dem Feind sozusagen "dem Wind aus den Segeln nimmt" hat eine Kraft, die über unser menschliches Denken hinausgeht....Eine wunderbare Erfahrung die ich nie mehr missen möchte.

      LG
      Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich
      (Matthäus 19, 26)
    • 7Christin7 schrieb:

      Ich meine, daß der Grund, weshalb Gott möchte, daß wir beten, der ist, daß Er Sich von Anfang an eine intensive Beziehung mit jedem Menschen wünscht.
      Gott ist in sich selbst eine (Liebes) Beziehung, weil ER der DREIEINE Gott ist - Beziehung in sich selbst - eben kein einsamer Gott, sondern ein Vater Gott und ein den Sohn liebender Gott - ABBA - "Lieber Vater!" Der Gottesnamen ELOHIM = GOTTHEIT drückt diese Beziehung in Gott selbst sehr gut aus!