Ist eine Judenmission überhaupt geboten und sinnvoll?

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    • Ist eine Judenmission überhaupt geboten und sinnvoll?

      Kann man angesichts der Grausamkeiten aus vergangenen Jahrhunderten - angesichts der Tatsache, dessen was "Christen" den Juden angetan haben, eigentlich guten Gewissens heute noch eine christliche Juden-Mission befürworten? Was denken die Adventisten darüber?

      Manche Theologen sagen: Das Wort Jesu, >>Gehet hin zu allen Völkern...<<(Mth.28,19), heiße im griechischen Urtext "zu allen Heidenvölkern"! (In Luk.24,47 steht das griech. Wort für >>Heidenvölker<<!), was bedeutet, dass Israel nicht bekehrt werden müsse (?); diese Theologen sagen auch, dass das Wort aus Joh.14,6: >>Niemand kommt zum Vater, außer nur durch mich(=Jesus)!<< auch so ausgelegt werden könne: "bis auf die, die schon beim Vater sind!", womit die Juden gemeint seien! Besagte Theologen lehnen demzufolge daher auch eine christliche Judenmission ab!
      Ein heikles Thema auch in unseren Evangelischen Landeskirchen!
      Auf dem letztjährigen Kirchentag in Stuttgart 2015 wurde es den Messianischen Juden (=an Jesus-Gläubige Judenchristen!) untersagt, dort offiziell aufzutreten, was ich für einen absoluten Skandal gehalten habe!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Mission ist bei JEDEM Menschen geboten, der Jesus nicht angenommen hat. Ohne Jesus gibt's nämlich nur in uns nicht nachvollziehbaren Ausnahmefällen (Röm. 2,14.15) Erlösung.

      Natürlich immer im richtigen Rahmen und niemals mit Gewalt. Das setze ich jetzt mal voraus.

      Gibt es Judenchristen, oder ist es ein entweder-oder? Messianische Juden lehnen aus meiner persönlichen Erfahrung im Gespräch mit ihnen (ich hatte nur wenige Kontakte) die Paulusbriefe ab und nehmen nur die 4 Evangelien als Gottes Wort im NT an. Geht das? Christentum "nur" mit den 4 Evangelien?
    • Apostelgeschichte 2,36

      So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.

      Bibelstelle

      37 Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. 39 Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird. 40 Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht!


      Für mich liest sich das eindeutig als "Mission" unter Juden.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Diese Frage ergibt sich aus den Diskussionen der evangelischen Kirche ...
      Kontroverse Ansichten: Evangelische Kirche diskutiert über Judenmission

      Auf einem Studientag will sich die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an diesem Samstag in Hannover mit ihrer Haltung zur Judenmission beschäftigen.
      Bis zum 500.
      Reformationsjubiläum 2017 wollen sich die unterschiedlichen Strömungen
      in der evangelischen Kirche darüber einigen, wie sie zur Bekehrung von
      Juden durch Christen stehen. Eine Mehrheit ist gegen die Judenmission,
      dazu gehört auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

      hier kann man weiter lesen:


      Jesus.de: Blickpunkt[tt_news]=203709&cHash=3e4b2e463794efd93d9aa2fab5e9eda3
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Perspektivenwechsel in der Mission? - Teil 1/2

      Jesu Missionsauftrag war ja, zuerst nach Jerusalem, dann nach Judäa, danach nach Samarien und anschließend in alle Welt hinzugehen, um Zeuge für Jesus zu sein. Also zuerst zu den Juden, dann zu den Heiden. (Apg 1,8 und Mt 28,18-20)
      Somit sollen auch Juden missioniert werden. ABER ...

      Ironische Begegnung mit Tiefgang
      Wir haben alle unsere Standpunkte und Voreingenommenheit, oder? Von diesen Standpunkten aus betrachten wir den anderen:
      „Hast du dich aber verändert, Henry!
      Du warst doch immer so groß, und jetzt kommst du mir so klein vor.
      Du warst doch immer so stattlich, und jetzt erscheinst du mir so schmal.
      Du warst doch immer so blass, und jetzt bist du so braun.
      Was ist mit dir los, Henry?“
      Und Henry sagte: „Ich heiße gar nicht Henry, ich heiße John.“ -
      „Ach, deinen Namen hast du auch geändert!“
      Wie will man solch einen Menschen zum genauen Zuhören bzw. Hinschauen bekommen? - Trotz seiner Augen sieht er nicht und trotz seiner Ohren hört er nicht.

      Jeshua bar Abbas vs. Jeshua bar Abbas
      Die hebräische Form von Jesus ist Jeshua. Jesu Namenszusatz war "der Sohn des Vaters", also "bar Abbas". Einige Codices führen in Mt 27,16-17 den Vornamen von Barabbas an: "Jesus". So gesehen hießen beide "Jeshua bar Abbas".
      de.wikipedia.org/wiki/Barabbas#Der_Name

      Bibelstelle

      Neue evangelische Übersetzung: Mt 27:16 Damals saß gerade ein berüchtigter Aufrührer namens Jesus Barabbas im Gefängnis.

      Der Vergleich zwischen Jesus und Barabbas ist bereits durch die Gleichheit beider Namen "Jeshua bar Abbas" tragisch, der eine wird gekreuzigt, der andere freigelassen. Aber wer war gemeint? - Die Menschen mussten wählen zwischen Jesus, dem Wanderprediger und Wunderheiler, und Barabbas, dem Mörder und Aufrüher (gegen die Römer?).
      Wen wollte Pilatus? Wen wollte das Volk? Wen wollten die leitenden Führer? Wen wollten ... ? => Aber wie haben sie sich bei der Namensgleichheit entschieden?
      Fazit: Der Name macht noch nicht die richtige Person aus. Oder anders ausgedrückt: Jesus anzunehmen und sich taufen zu lassen, macht noch nicht den richtigen Jesus aus.
      Statements wie: "Wer Jesus ablehnt, kann nicht gerettet werden, deswegen haben die Juden ein Problem." oder "Hahnemann hat Jesus als Erzschwärmer bezeichnet, deswegen ist er okkult belastet. Siehe Apg 4,12; 1 Jo 2,23; 4,2-3." sind oberflächlich.

      Ein weiterer Vergleich (wahre Begebenheit)

      Eine Jüdin in der Salzburger Synagoge hat ungefähr folgende Gedanken einmal provokant in die Runde geworfen, weil ich als unbeschnittener Christ gelegentlich ihren Gottesdienst besuchte. Sie verstand nicht, was ein Heide hier will, der an ...
      • einen heidnischen Messias (Jesus) glaubt, der als Sühneopfer [Menschenopfer] für Gott am Kreuz sterben musste, der den Sonntag hält, Schweinefleisch zu essen erlaubt, das Zeremonialgesetz abgeschafft hat, die Beschneidung als obsolet erachtet, die Israeliten/Juden als Volk Gottes (Synagoge) verworfen betrachtet, während er die christliche Kirche (Ekklesia) als das geistliche Israel hochhält, die für den Tod von zigtausenden Andersdenkenden verantwortlich ist ... der zum Gott erhoben wurde;
      • denn der jüdische Messias, kommt als siegreicher König, hält den Sabbat, unterscheidet zwischen rein und unrein, hält sich [auch nach der Auferstehung] ans Zeremonialgesetz, hebt die Beschneidung für Juden nicht auf, ist König der Juden und bittet um Vergebung für sein Volk bei seinem Vater (!) ... [und nach dem Rabbiner Daniel Alter] ist er weniger als Gott, aber mehr als der Mensch.
      Ich blieb still, aber war innerlich erschüttert.

      In allen diesen Teilaussagen hängen ein umfassendes Lehrgebäude, Traditionen, kirchliche Institutionen, aber auch rhetorische Kunstgriffe zur eigenen Legitimation dran. - Welchen Jesus/Messias wählst Du in diesem großen Kampf?

      Das christliche Bild vom Messias weicht also vom alttestamentlich-jüdischem fundamental ab.

      Juden haben ein christliches Bild von Jesus vermittelt bekommen, das niemals mit dem Messiasbild der Tora und auch nicht mit dem Leben Jesu, wie es in den Evangelien berichtet wird, übereinstimmt, weswegen die Juden sich zurecht von Jesus UND den Christen distanzieren.

      Jesus/Messias ist Maßstab und Zentrum jeglicher (irdischer) christlicher Theologie. Die Begründung liegt darin, dass er "Weg, Wahrheit und Leben" (Jo 14,6), Schöpfer (Kol 1,16) und Erlöser (Röm 3,24) ist. Zudem zeugt die Hl. Schrift von ihm (Jo 5,39).
      Jede Glaubenslehre muss sich folglich an ihm messen, orientierten, justieren. Wird nun dieses Zentrum falsch "definiert", führt das unweigerlich zu Abweichungen bis hin zu Irrlehren, was sich auch im Synkretismus/Assimilation und den Verfolgungen im Namen Jesu niedergeschlagen hat.
      Es überrascht nun, dass etliche Glaubenslehren sich NICHT am Vorbild Jesu orientieren, sondern an ...

      • ... Aussagen des Paulus, der versuchte, Juden verständlich zu machen, weshalb Heiden als Ausnahmeregelung dennoch gerettet sind. Dass in der Christenheit die Ausnahmen zum Standard erklärt wurden, diente ...
      • ... der Separation zu den Juden.


      Die Briefe des Paulus wurden weder verfasst, um eine christliche Denomination zu gründen, noch um eine Liste von "neuen" Glaubenspunkten zu erstellen, noch um sich von den Juden abzugrenzen.

      Die Urchristen waren Judenchristen, d. h. eine jüdische Sekte, da sie vornehmlich aus Juden bestand und nach jüdischen Praktiken lebten. Und nur vereinzelt, aber allmählich immer mehr gehörten Heiden dazu. Heute würden sie als "messianische Juden" bezeichnet werden, da sie nach jüdischem Zeremoniell lebten, die biblischen Feste, den Sabbat sowie rein/unrein achteten. - Heidenchristen mussten zwar nur in einigen Punkten rein/unrein achten (Apg 15,19-21), aber nicht nach dem Zeremoniell leben, während messianische Juden schon, weshalb es zu Absonderungen kam. - Siehe auch den Streit zwischen Petrus und Paulus (Gal 2,11-13) und auch die Erwähnung von Paulus im 2. Petrusbrief (2 Ptr 3,15-16).
      Zudem glaubten sie (einschließlich ihrer Leiter wie Petrus, Paulus, Jakobus, Judas, Markus, Johannes) fest an die Naherwartung, weswegen auch keine Notwendigkeit zur Gründung einer neuen Religion (Christentum) gesehen wurde.
      Darüber hinaus war die Urchristenheit sehr inhomogen, d. h. es gab verschiedene Strömungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Nazoräer, Elkesaiten, Ebioniten ...).
      Auch Paulus besuchte in erster Linie die jüdischen Synagogen, traf sich mit den jüdischen Leitern, besuchte (jüdische) Hauskreise und führte bekehrte Heiden in die Synagoge. Da Paulus auf seinen Missionsreisen oft nur wenige Wochen an einem Ort verweilte, wäre jede "Gemeindegründung" ohne "jüdische" Unterstützung zum Scheitern verurteilt gewesen.

      Die Urchristenheit hörte entweder um 115-117 n. Chr. auf zu existieren oder mit 132-135 n. Chr. Je nachdem, ob die Vernichtung der Juden in Antiochia am Orontes (Zentrum der Urchristen) im 2. jüdischen Krieg (Diaspora-Aufstand) oder im 3. jüdischen Krieg (Bar-Kochbar-Aufstand) mit dem Verbot der jüdischen Religion (einschließlich Sabbat, Beschneidung, Tora, jüdische Feste ...) durch den röm. Kaiser Hadrian herangezogen wird, was auch die Heidenchristen empfindlich traf. Letzte Reste von Judenchristen spielten de facto keine Rolle mehr.

      Angst vor den jüdischen Kriegen und Separation zu den Juden ist das Motiv für die tiefgreifenden Veränderungen im Messiasbild und den Wandel jüdischer Glaubenslehren in christliche. Die darauf folgenden Christenverfolgungen in den nächsten 200 Jahren bis Konstantin I. sein Toleranzedikt herausbrachte, taten ihr Übriges. Mit dem Konzil von Nicäa 325 n. Chr. wurde das Passahfest vom jüdisch-biblischen entkoppelt und auf einen Sonntag fixiert, die Trinität wurde durchgesetzt und Mischehen mit Juden wurden verboten. Damit kam es zum definitiven Bruch zwischen Juden und Christen. Und mit der Formulierung eines für alle Christen gültigen nicänischen Glaubensbekenntnisses wurde die christliche Religion gegründet.

      Übrigens: Der neue Bund im Hebräerbrief 8,7-13 wird mit jenen gemacht, mit denen bereits der alte Bund gemacht worden war: also mit dem Hause Juda bzw. Israel. (Da bleibt wenig Raum für den sprachlichen Kunstgriff eines "geistliches Israels".)
      Vergib und diene!
    • Perspektivenwechsel in der Mission? - Teil 2/2

      Wer ist ein Jude/Israelit?
      Diese Fragestellung gab es schon zur Zeit Esras, welche Rückkehrer aus Babylon als Juden galten und ob man die Samariter dazuzählen sollte oder nicht. (Hier zählte nur ein dokumentiertes jüdisches Geschlechtsregister.)
      Auch Paulus (Röm 2,28-29) griff diese Frage auf. (Hier wurde mit der Herzensgesinnung argumentiert.)

      Sie gibt sie auch heute noch: Müssen beide Elternteile Juden/Israeliten sein oder genügt ein Elternteil? Zählt der Glaube allein in der Wahrung der Form (Tradition), d. h. Feste feiern, koscher essen oder muss er authentisch gelebt sein? Ist die Form an bestimmte Riten gebunden oder frei gestaltbar?
      Zählt allein die Abstammung eines Elternteils (Vater oder Mutter) oder nur der Mutter, weil nur die mütterliche Abstammung zu 100 % wahrhaftig ist? Muss das mit einem Geschlechtsregister belegbar sein oder nicht?
      Verfolgte Juden in der Diaspora konnten ihren Glauben oft viele Jahrzehnte im Kommunismus nicht ausleben, wohnten isoliert in ländlichen Gegenden, konnten keine Kontakte zu anderen Juden aufrecht erhalten und so veränderte sich deren jüdisches Brauchtum drastisch. Zählen sie nun zu den Juden oder nicht mehr?
      Mit solchen und noch weit mehr Fragestellungen muss(te) sich das Einbürgerungsamt in Israel beschäftigen. (Geboren durch eine Jüdin, gezeugt durch einen Juden, Beschneidung, interkonfessionelle Heirat, Adoption, Konversion, religiöse Praxis, hebräische Sprache? - Wer bekommt die israelische Staatsbürgerschaft?)

      Das wirft erst recht die Frage auf, wer denn ein messianischer Jude ist.

      Wer ist ein messianischer Jude?
      • Es gibt solche, die die paulinischen Schriften ablehnen und solche, die sie annehmen.
      • Es gibt solche, die den Sonntag halten und solche, die den Sabbat halten.
      • Es gibt solche, die Antitrinitarier (biblischer Monotheismus) und solche, die Trinitarier sind.
      • Es gibt solche, die die jüdisch-biblischen Feste, Gebräuche und die Beschneidung praktizieren und solche, die all dies ablehnen und stattdessen die christlichen Feste feiern und keine Unterscheidung von rein/unrein machen.
      Die messianischen Juden haben es besonders schwer, denn sie werden in vielen Fällen weder von den Juden ernst genommen, noch von den Heidenchristen.

      Die Juden sehen in der Annahme des christlichen Messias einen Verrat am jüdischen Volk, weswegen messianische Juden auch keine israelische Staatsbürgerschaft erlangen, wenn sie bei Antragstellung zugeben, dass sie messianische Juden sind. - Ein zum Christentum konvertierter Jude ist ein "toter" Jude und verliert auch alle Rechte als Jude. - Daher findet auch der christlich-jüdische Dialog ohne messianische Juden statt.
      Was die Christen im Namen Jesu bzw. im Namen Gottes den Juden angetan haben, schreit wahrlich zum Himmel (Teil des "Gräuels der Verwüstung"). Aufgrund religiöser Unterstellungen von Gottesmördern, Ritualmördern (Kinderbluttrinkern), Hostienfrevel ... waren sie immer wieder Pogromen ausgesetzt, wurden enteignet, geächtet, ghettoisiert bzw. vertrieben. Der religiöse Antisemitismus (Verwerfung als Volk Gottes und der Synagoge) stellte die Weichen für den allgemeinen Antisemitismus (Weltverschwörung) und für den rassistischen Antisemitismus (Shoah bzw. Holocaust). - Daher die Distanz der Juden/Israeliten zu den messianischen Juden.

      Die Heidenchristen betrachten das "Zeremonialgesetz" und den irdischen Tempel als von Jesus abgeschafft. Messianische Juden, die das dennoch achten, sind in ihren Augen daher keine wahren Christen. Und wer Antitrinitarier ist, wird von den meisten christlichen Denominationen sowieso nicht als Christ anerkannt.
      Juden, die den Sonntag halten, die jüdischen Praktiken durch christliche ersetzt haben und Teil einer christlichen Gemeinde sind, gelten als Christen und nicht mehr als messianische Juden.

      FAZIT: Nicht der Jude wird zum Christen, sondern der Christ zum messianischen Juden. Nicht der Name "Jesus" zählt, sondern die wahre Identität von "Jesus", das schließt das Gesetz, Gottes Volk, die Wahrheit, seinen Gott (Vater) und die Barmherzigkeit mit ein. Zu bedenken gilt: Jesus spricht vom "Gräuel der Verwüstung" und von den falschen Messiassen, die sogar die Auserwählten verführen könnten. Separation zu den Juden ist eines der (ursprünglichen) Motive für die Veränderung von Glaubenslehren und des Messiasbildes. - Ich bin erschüttert und frage mich, wer eigentlich wen missionieren sollte?
      Vergib und diene!
    • HeimoW schrieb:

      Wie kann ein vernünftiger Mensch unterstellen, dass was die Apostel getan haben überwiegend falsch war? Ja, sogar das was der Heilige Geist getan hat (Pfingsten) falsch war?
      Das habe ich nicht getan! Das was die Apostel getan hatten, war und bleibt richtig! - Und der Heilige Geist ist über alle Juden + Heiden gekommen, die an Pfingsten(=Am jüdischen(!!!) Wochenfest=Schawuot) am Sonntag(!), am 24. Mai 33 n.Chr. in Jerusalem anwesend waren! ===> Durch die Wirkung von GOTT, DEM HEILIGEN GEIST(HG) wurden - wie uns die Apostelgeschichte berichtet "etwa 3.000 Menschen ... in die Gemeinde aufgenommen." [Hoffnung für Alle-Bibel - Apg.2,41b)] ===> Also war das was der HG an Pfingsten getan hat (=Gründung der Gemeinde=Ekklesia=Kirche!) richtig!

      Pfingstrosen schrieb:

      Eine Mehrheit ist gegen die Judenmission,
      dazu gehört auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.
      Traurig genug!

      Heidrich schrieb:

      Das christliche Bild vom Messias weicht also vom alttestamentlich-jüdischem fundamental ab.
      Sehe ich nicht so - sondern ganz im Gegenteil - alle 300 - 400 Messianischen Prophetien im AT auf den Messias haben sich m.E. in der Person des Jesus von Nazareth erfüllt!

      Heidrich schrieb:

      Die Urchristenheit hörte entweder um 115-117 n. Chr. auf zu existieren oder mit 132-135 n. Chr. Je nachdem, ob die Vernichtung der Juden in Antiochia am Orontes (Zentrum der Urchristen) im 2. jüdischen Krieg (Diaspora-Aufstand) oder im 3. jüdischen Krieg (Bar-Kochbar-Aufstand) mit dem Verbot der jüdischen Religion (einschließlich Sabbat, Beschneidung, Tora, jüdische Feste ...) durch den röm. Kaiser Hadrian herangezogen wird, was auch die Heidenchristen empfindlich traf. Letzte Reste von Judenchristen spielten de facto keine Rolle mehr.
      Heißt das dann, dass ab 117 / 135 n.Chr. erst die Römisch - Katholische Kirche(RKK) begonnen hat? Die RKK behauptet ja bis Heute, dass sie die Kirche sei, von der Jesus zu Petrus sagte: "Du bist der Fels und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde (=Ekklesia=Kirche)!" (Matth.16,18)?

      Heidrich schrieb:

      Übrigens: Der neue Bund im Hebräerbrief 8,7-13 wird mit jenen gemacht, mit denen bereits der alte Bund gemacht worden war: also mit dem Hause Juda bzw. Israel. (Da bleibt wenig Raum für den sprachlichen Kunstgriff eines "geistliches Israels".)
      Das sehe ich auch so und das widerspricht jeder "Enterbungs" - bzw. "Subsitutions-Theorie", dass die christliche Gemeinde die jüdische Glaubensgemeinschaft abgelöst habe!!!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Lieber Heidrich, ich danke Dir für Deine fundierten + tiefgreifenden Beiträge zum Verhältnis Juden - Judenchristen=Urgemeinde und Heidenchristen zu Messsianischen Juden und deren geschichtlichen Entwicklungen und Auswirkungen! Danke!

      Heidrich schrieb:

      denn der jüdische Messias, kommt als siegreicher König
      Das wird Jesus - der Löwe Judas(Offb.5,5) bei seinem 2.Kommen sein - DER SIEGREICHE (MESSIAS-)KÖNIG! Auf den die heutigen Juden - aber auch wir Christen - bis heute warten! Deshalb rufen und flehen wir in der Landes-Sprache Jesu(= in Äramäisch!) : "MA RA NA THA!" = "UNSER HERR KOMM!" (1.Korinther 16.22)

      Heidrich schrieb:

      Jeshua bar Abbas vs. Jeshua bar Abbas
      Die hebräische Form von Jesus ist Jeshua. Jesu Namenszusatz war "der Sohn des Vaters", also "bar Abbas". Einige Codices führen in Mt 27,16-17 den Vornamen von Barabbas an: "Jesus". So gesehen hießen beide "Jeshua bar Abbas".

      Die Menschen mussten wählen zwischen Jesus, dem Wanderprediger und
      Wunderheiler, und Barabbas, dem Mörder und Aufrüher (gegen die Römer?).
      Wen wollte Pilatus? Wen wollte das Volk? Wen wollten die leitenden
      Führer? Wen wollten ... ? => Aber wie haben sie sich bei der
      Namensgleichheit entschieden?
      Indem das Volk der Juden Ihren Messias verworfen haben, haben sie schwerste Schuld auf sich geladen ===> "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!" (Matth.27,25) Dies hat sich so furchtbar im 6 Millionen fachen Holocaust erfüllt.

      Heidrich schrieb:

      Das wirft erst recht die Frage auf, wer denn ein messianischer Jude ist.

      Wer ist ein messianischer Jude?

      Es gibt solche, die die paulinischen Schriften ablehnen und solche, die sie annehmen.

      Es gibt solche, die den Sonntag halten und solche, die den Sabbat halten.

      Es gibt solche, die Antitrinitarier (biblischer Monotheismus) und solche, die Trinitarier sind.

      Es gibt solche, die die jüdisch-biblischen Feste, Gebräuche und die Beschneidung praktizieren und solche, die all dies ablehnen und stattdessen die christlichen Feste feiern und keine Unterscheidung von rein/unrein machen.
      Die messianischen Juden haben es besonders schwer, denn sie werden in vielen Fällen weder von den Juden ernst genommen, noch von den Heidenchristen.
      Das ist das Tragische an der ganzen Geschichte! Für die Juden sind die >>Messianischen Juden<< keine Juden mehr und für die Heidenchristen sind die >>Messianischen Juden<< keine Christen, sondern Juden! ====> Sie sitzen damit zwischen allen Stühlen! Vom biblischen Befund her aber sind die
      >>Messianischen Juden<< Juden, die an Jesus Christus als den jüdichen Messias glauben, womit sie gleichzeitig zu Chrsiten werden: sie sind also sowohl Juden als auch Christen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Heidrich schrieb:

      In allen diesen Teilaussagen hängen ein umfassendes Lehrgebäude, Traditionen, kirchliche Institutionen, aber auch rhetorische Kunstgriffe zur eigenen Legitimation dran. - Welchen Jesus/Messias wählst Du in diesem großen Kampf?

      Das christliche Bild vom Messias weicht also vom alttestamentlich-jüdischem fundamental ab.
      Hallo Heidrich,hast Du gut ausgearbeitet und auch die schwierigkeiten herausgestellt.
      Wenn sich einen Institution oder Kirche anmaßt etwas in Ihren Namen zu tun wird sie scheitern.

      Deswegen hat uns Jesus in der Bergpredigt sein neues Gebot erklärt und deutlich gemacht das dieses Gebot nur in der Zusammenarbeit

      mit dem Glauben an Ihn gelingen kann. Wir können nur persönlich Gemeinschaft (Freundschaft) mit den anderen suchen und unsere Erfahrungen mit Jesus bekennen.
      Ich weiss das es schwierig ist. Habe selbst einn Kontakt mit einem Rabbi bei uns in der Stadt gehabt. Ich wollte mit dem Sabbat eine gemeinsamen Punkt herausstellen,bekam aber schnell zu hören,das uns Welten trennen...

      Damit ist für mich das Thema Mission erledigt. Da sind Moslems vermutlich aufgeschlossener, nach dem was so in Ihrem Namen passiert.
    • Guten Abend.

      Jesus starb für alle Menschen. Juden sind auch Menschen.

      Die Theologen, die die Juden Mission ablehnen, glauben (lehren auch), dass es zwei Heilswege gibt, Christi Opfer und das Tieropfer. Deshalb ja die Hoffnung auf den dritten Tempel.

      Nach meinem Wissen hat die Adventgemeinde immer versucht, auch den Juden das Heil in Christus nahe zu bringen. Der Leiter unserer Bibelschul-Abteilung bei der GK ist ein Jude, wir hatten auch schon einen jüdisch-stämmigen Divisionsschatzmeiter. Und vor dem 2. Weltkrieg gab es ganze Reihe jüdischer Adventisten. im Deutschland. Im Staat Israel leben ca. 800 STA.

      Einer der großen Irrtümer der Dispensationalisten ist es, dass sie nicht verstehen können (auf Grund ihrer Dispersationen) , dass Gott in der Geschichte immer nur ein ein ziges Volk hat, niemals deren zwei.. Weil sie aber die 70 Jahrwochen Daniels falsch berechnen, kommen sie darauf, dass es z.Zt. ein aktives und ein schlafendes Volk Gottes gäbe. Und das schlafende wird dann 7 Jahre vor Weltende geweckt werden und die ganze Welt in 3 1/2 Jahren (!!) missionieren. Man kann also mit ihrer Theologie das Ende/die Wiederkunft Jesu berechnen.

      In der darbystischen Religion zieht ein Irrtum und eine Irrlehre die andere nach sich, bis eine ganz neue, aber noch chtisdtlich angehauchte Religion enmtsteht.

      Liebe Grüße von benSalomo.
    • JESAJA 52,13 - JESAJA 53,12: DER LEIDENDE MESSIAS!
      In diesem Kapitel kommen insgesamt 11 Messianische Prophetien vor :


      1.) Gleichwie sich viele über dich entsetzten - so sehr war sein Angesicht entstellt, mehr als das irgendeines Mannes und seine Gestalt mehr als die der Menschenkinder-
      (Jesaja 52,14 - Mess.Proph. 259)

      2.) Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich.
      (Jesaja 53,2 - Mess. Proph. 260)

      3.) Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden* vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er und wir achteten ihn nicht.
      (Jesaja 53,3 - Mess.Proph. 261)

      4.) Fürwahr, er hat unsere Krankheit* getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.
      (Jesaja 53,4 - Mess.Proph. 262)

      5.) Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.
      (Jesaja 53,5 - Mess.Proph. 263)

      6.) Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber JAHWEH warf unser aller Schuld auf ihn.
      (Jesaja 53,6 - Mess.Proph. 264)

      7.) Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.
      (Jesaja 53,7 - Mess.Proph. 265)

      8.) Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
      (Jesaja 53,8 - Mess.Proph. 266)

      9.) Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen [war er] in seinem Tod, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Munde gewesen war.
      (Jesaja 53,9 - Mess.Proph. 267)

      10.) Aber dem EWIGEN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des EWIGEN wird in seiner Hand gelingen.
      (Jesaja 53,10 - Mess.Proph. 268)

      11.) Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen und ihre Sünde wird er tragen.
      Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass er sein Leben dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebeten hat.
      (Jesaja 53,11-12 - Mess.Proph. 269)

      MIt Jesaja 52,13 - Jesaja 53,12 sollte jede Mission unter Juden beginnen, so wie das in dem Video gezeigt wurde. Aber dieser Teil der hebräischen Bibel wird heute in der Synagoge nicht mehr gelesen! Warum wohl?

      * Leiden oder. Krankheit: Das hebr. holi kann je nach Zusammenhang >>Leid<< oder >>Krankheit<<
      bedeuten (siehe Anmerkung 95 in der Schlachter 2000-Bibel =Neue Induktive Studien-Bibel(NISB) zu
      Jesaja 53,3 auf Seite 1.190!)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()