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    • philoalexandrinus schrieb:

      Eine Demonstrativpronomen ist in der Regel Neutrum ! Bitte deute daraus nicht Dogmen. Deutscher Volksmund "Dies ist mein Hut" an der Garderobe
      Der vom Heiligen Geist inspirierte Text des NT ist grammatisch sehr präzise. Die griechische Sprache taugt dazu allerdings auch hervorragend. Rückschlüsse aus dem Volksmund, und dann auch noch dem Deutschen, sind unangebracht.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • Guten Abend!

      Azatoth schrieb:

      philoalexandrinus schrieb:

      Eine Demonstrativpronomen ist in der Regel Neutrum ! Bitte deute daraus nicht Dogmen. Deutscher Volksmund "Dies ist mein Hut" an der Garderobe
      Der vom Heiligen Geist inspirierte Text des NT ist grammatisch sehr präzise. Die griechische Sprache taugt dazu allerdings auch hervorragend. Rückschlüsse aus dem Volksmund, und dann auch noch dem Deutschen, sind unangebracht.

      Zustimmung! Im Griechischen hat ein Demonstrativpronomen in der Regel das Geschlecht des Wortes, auf welches es sich bezieht.
      Gruß, GMacS

      PS. Vielleicht sollte man mal einen Thread für die Sprachen der Bibel einrichten...
    • Satan – Wikipedia
      Die jüngere Stelle wurde zur Zeit des Babylonischen Exils von den Hebräern aufgeschrieben, als sie unter dem persischen Einfluss des Zoroastrismus standen, in dem es eine ausgesprochene Polarität zwischen Gut und Böse bzw. Licht und Dunkelheit als ewigem göttlichem Kampf gibt.Frühe rabbinische Kommentare zur Mischna zeigen, dass Satan beinahe keine Rolle im Judentum spielte. Je jünger ein rabbinischer Kommentar datiert wird, desto öfter tritt der Begriff Satan oder dessen Synonyme auf. [6] Seit der Zeit der Babylonischen Exils sind Einflüsse aus dem Zoroastrismus im Babylonischen Talmud festgehalten. Der Palästinische Talmud, fertiggestellt etwa um 400 n. Chr., ist in derselben Gegend wie das Neue Testament verfasst worden und ist bedeutend zurückhaltender im Gebrauch des Begriffs Satan und seiner Synonyme. Allerdings sind große Teile dieses Teils des Talmud nicht im Original erhalten.



      (Ausgelöst durch einen Kommentar bei der Sendung Precht, das christliche Bild von Satn sei vom Zoroastrismus beeinflusst, wollte ich mal nachlesen, aber mir erschließt sich das jetzt noch gar nicht, vielleicht kann mir das jemand erklären....worin unterscheidet sich das zoroastrische.Bild von dem jüdischen?)
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Pfingstrosen schrieb:

      (Ausgelöst durch einen Kommentar bei der Sendung Precht, das christliche Bild von Satn sei vom Zoroastrismus beeinflusst, wollte ich mal nachlesen, aber mir erschließt sich das jetzt noch gar nicht, vielleicht kann mir das jemand erklären....worin unterscheidet sich das zoroastrische.Bild von dem jüdischen?)
      Das Bild des Satans in der Vorstellung der christlichen Kultur ist tatsächlich von der persischen Religion beeinflusst worden. Aber es geht hier nur um die Vorstellung im Volk, nicht um die Darstellung in der Bibel. Der Volksglaube wiederum hat das Verständnis der Bibel aber beeinflusst, und so kommt man heute vielfach aber irrigerweise zu dem Rückschluss, dass schon die Bibelautoren vom Zoroastrismus beeinflusst gewesen wären. Die zoroastrische Vorstellung vom Schöpfergott ähnelt sehr dem Bild des AT. Aber die Bibel kennt keinen Dualismus, wo der Schöpfergott tatsächlich einen ebenbürtigen oder ebenbildlichen Gegenspieler hätte. Interessant ist aber die Darstellung der persischen Könige in der Bibel. Sie scheinen hier tatsächlich als gottesfürchtige Menschen, denn Kores entsendet die Juden ja im Namen Gotts wieder in die Freiheit von der Babylonischen Gefangenschaft. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass diese bereits dem Zoroastrismus oder einer Vorläuferversion davon anhingen, oder zumindest gleiche Glaubensinhalte hatten. Es wird ja oft bestritten, dass sie Anhänger waren, aber es muss ja auch keine Anhängerschaft im Sinne eines institutionalisierten Zoroastrismus gewesen sein.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • freudenboten schrieb:

      Das Griechisch der Apostel ist kein "präzises" Griechisch sondern hebräisch geprägtes Koine.
      Das betrifft aber nicht die gesamte Grammatik sondern nur die Syntax, und die Bedeutungsinhalte besimmter Wörter. Also weitgehend die Stilistik.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • Azatoth schrieb:

      philoalexandrinus schrieb:

      Eine Demonstrativpronomen ist in der Regel Neutrum ! Bitte deute daraus nicht Dogmen. Deutscher Volksmund "Dies ist mein Hut" an der Garderobe
      Der vom Heiligen Geist inspirierte Text des NT ist grammatisch sehr präzise. Die griechische Sprache taugt dazu allerdings auch hervorragend. Rückschlüsse aus dem Volksmund, und dann auch noch dem Deutschen, sind unangebracht.

      freudenboten schrieb:

      Das Griechisch der Apostel ist kein "präzises" Griechisch sondern hebräisch geprägtes Koine.

      Lassen wir einmal das Demonstrativpornomen - Ich müsste zumindest alle diese aus dem NT zusammensuchen. - und bitte, 2. Mose 12 ist bestenfalls ein Beleg für - Lutherdeutsch.


      Un die Präzision des "alte Griechisch" von Homer bis Hermas dem Schäfer oder Socrates scholasticus - - in einer weit mehr rechtshirnigen Sprach- und Denkweise als Latein, aus einem Sprachkreis , in dem der Klang der Worte mehr zählt als die Logik des Inhaltes (so ein Schriftsteller aus Syrien, welcher - um Deutsch zulernen - Goethes "Dichtung und Wahrheit " handschriftlich abgeschrieben hat !) - dazu noch die Fülle von Hebraismen und eine Phantasie- und eigene Verständnislosigkeit der Übersetzter ( - statt "hiiet es nicht für einen Raub" würde ich sagen : "Hielt es nicht wie eine Beute - ,) der Zeit- und Moduswechsel im "Vaterunser", die Grammatikfehler besonders in der Offenbarung ( Der Univeristätsneutestamentler Kosnetter : ""Schreiben's das nicht in einer Schularbeit, das gäbe ein "nicht genügend", der Johannes hat im Alter sein ganzes gutes Griechisch verlernt." (von mir nicht überprüft ). - Die "Unpräzison" der Verwendung der Tempora, keine Consecutio temporum - -
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Es spricht viel dafür (auch Polykarp!) dass der 85jährige Johannes 95 n.Chr. sein gutes Griechisch von früher verlernt hatte!

      philoalexandrinus schrieb:

      freudenboten schrieb:

      Das Griechisch der Apostel ist kein "präzises" Griechisch sondern hebräisch geprägtes Koine.
      ... die Grammatikfehler besonders in der Offenbarung ( Der Univeristätsneutestamentler Kosnetter : ""Schreiben's das nicht in einer Schularbeit, das gäbe ein "nicht genügend", der Johannes hat im Alter sein ganzes gutes Griechisch verlernt." (von mir nicht überprüft ). - Die "Unpräzison" der Verwendung der Tempora, keine Consecutio temporum - -
      Wenn man davon ausgeht, dass der Lieblingsjünger Jesu, Johannes Zebedäus so um 10 n.Chr. geboren wurde und ähnlich alt wurde wie der Zukunftsprophet des AT, Daniel - also ca. 95 Jahre alt wurde - er somit im Jahre 105 n.Chr. als einziger der 13 Apostel (Incls. Paulus)eines natürlichen Todes gestorben ist, so ist dies durchaus denkbar, dass er sein gutes Griechisch im Evangelium (verfasst um 80 n.Chr.) bei Abfassung der Offenbarung welche so um 95 n.Chr. - noch dazu unter widrigen Bedingungen (er war Gefangener des Kaisers Domitian auf der Insel Patmos!) - verfasst worden sein soll, verlernt hatte. Zwischen Abfassung des Evangeliums und der Offenbarung lagen mindestens 15 Jahre; und im Jahr 95 war Johannes immerhin dann schon ca. 85 Jahre alt!
      Wegen diesem anderen Griechisch der Offenbarung hat ja leider die Historisch-kritische Methode gefolgert, dass der Johannes der Offenbarung nicht der selbe wie der Johannes des Evangeliums bzw. der 3 Briefe sei, sondern ein anderer sein müsse. In Wikipedia aber lesen wir, Zitat : "Die kirchliche Tradition sieht Polykarp als einen apostolischen Vater, also jemanden, der die ursprünglichen Apostel aus der Zeit des Jesus von Nazaret noch persönlich kannte. Irenäus von Lyon überliefert, Polykarp sei durch den Apostel Johannes zum Bischof von Smyrna eingesetzt worden..." ===> Dies spricht doch sehr dafür, dass es somit der selbe Johannes Zebedäus war, der sowohl Evangelium, Offenbarung als auch die 3 Briefe verfasst hatte! Die Lebensdaten des Polykarp, des Bischofs (= Nachfolger der Apostel!) von Smyrna belaufen sich auf: * um 69; † um 155 in Smyrna. Der Überlieferung zufolge soll er zum Zeitpunkt seines Todes 86 Jahre alt gewesen sein. Wahrscheinlich wurde er im Jahr 155 von den Römern hingerichtet.
    • Um das wenig flüssige (vorsichtig gesagt) Griechisch kommen wir nicht herum. Nur die sofortige Interpretation der "Historisch - Kritischen" ist eine Möglichkeit; die andere - wie Kosnetter es andeutete - ist : Das war ja nicht des Autors Muttersprache, im hohen Alter war er darin nicht mehr so eloquent. Eine dritte Erklärung : der Alte , seh- und schreibbehindert, (schreibe einmal handschriftlich, hast Du Parkinson, damals unbehandelt !) hat es einem ihm Ergebenen diktiert. (im übrigen . Ich bin 80 und weder in meiner Muttersprache Deutsch noch in der zweiten : Englisch mehr so ausdrucksreich wie vor 20 Jahren; nur : die Konjugation des Griechischen kann ich komischerweise immer noch : oida - oista - oiden - ismen - iste - isasin samt dem Einleitungsvers der "Antigone " : O koinon autadelphon Ismenhs kara, ar oisth - - und später in einer Chorstrophe : aktis aeliou, to kalliston eptapylou phanen - - w chryseas ameras blepharon - was mir wesentlich zum Einfühlen in das "Hohelied" geholfen hat ! -und mit dem 140 - zeiligen Weheschrei der Kassandra in Aischylos "Agamemnon" könnte ich etwas zur Erklärung der "Zungenrede" immer noch beitragen - -

      Was für mich an der Aussage der Offenbarung überhaupt nichts ändert - aber, man wird doch noch friedvoll und ohne Angriffe einerseits und Auweh - Verteidigungen andererseits diskutieren = die Meinung austauschen können.

      Wer von euch war schon auf Patmos ? Der "Offenbarungs" - Höhle , jetzt von einem Kloster umgeben ? Dort war es sicher bequemer als im Mamertinischen Kerker !

      (Nur bitte grundsätzlich : WIkipedia ist eine schnell aufzuschlagende, aber keineswegs durchgehend seriöse Quelle.)
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Antisemitismus:Luthers Erben - Teil 1 aus : DIE ZEIT

      Antisemitismus:Luthers Erben

      Ein EKD-Vertreter befürwortet den Echo für antisemitische Rapper, ein jüdischer Landesverband sagt die gemeinsame Israelreise mit der rheinischen Landeskirche ab, und eine Gemeinde ehrt den Namen eines glühenden Nationalisten – hat die evangelische Kirche ein Antisemitismusproblem?
      Von Hannes Leitlein
      4. Mai 2018, 8:00 UhrAktualisiert am 4. Mai 2018, 21:41 Uhr87 Kommentare
      AUS DERZEIT NR. 19/2018

      Ute Hagmayer schmerzen die Knie. Das lange Stehen bei "Berlin trägt Kippa" macht ihr auch noch zwei Tage danach zu schaffen. Die Solidaritätskundgebung, zu der die jüdische Gemeinde in Charlottenburg aufgerufen hatte, war – nach all den Vorfällen und Debatten der letzten Tage und Wochen – für die Pfarrerin ein Pflichttermin.

      "Als Christinnen und Christen stehen wir uneingeschränkt an der Seite unserer jüdischen Geschwister", rief ihr Bischof, Markus Dröge, dort von der Bühne. Er war einer der vielen Gastredner der Kundgebung. "Christlicher Glaube und Judenfeindschaft schließen einander aus. Antisemitismus ist Gotteslästerung!", sagte er.
      Wo der Vorwurf des Antisemitismus erhoben wird, ist die evangelische Kirche nicht weit. Sie verurteilt, sie veröffentlicht Stellungnahmen, sie beteiligt sich an Kundgebungen, sie spricht von "besonderer historischer Verantwortung", sie ist sich ihrer Schuld bewusst: ihres Versagens während der Nazizeit. Wo und wann sie können, zitieren Kirchenleute die Barmer Theologische Erklärung, erinnern an Bonhoeffer, Dibelius, Niemöller, die Kirchenkämpfer. Sie wollen sagen: Wir stehen heute sicher auf der richtigen Seite – und drücken doch so oft nur Unsicherheit aus. Gleich dreimal ließ sich diese Unsicherheit in den letzten Tagen beobachten.
      I.
      So ist Ute Hagmayer etwa nicht Pfarrerin irgendeiner Gemeinde. Ihre Kirche ist nicht nach Luther, Melanchthon oder sonst einem unverfänglichen evangelischen Halbheiligen benannt. Ute Hagmayer ist Pfarrerin der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde in Berlin-Zehlendorf. Wie passt das zusammen, das Engagement gegen den Antisemitismus und das Predigen in einer Kirche, deren Namenspatron ein glühender Nationalist und Antisemit war? Wie passt das zu Dröges Diktum "Antisemitismus ist Gotteslästerung"?

      Ute Hagmayer wirkt etwas angespannt, die Frage ist ihr sichtlich unangenehm. Sie überspielt ihre Unsicherheit nicht, das macht sie sympathisch. "Ich selbst halte diesen Namen für eine Kirchengemeinde für nicht mehr tragbar", sagt sie. Das Thema beschäftige sie, seit sie vor 28 Jahren hier Pfarrerin geworden sei. Immer wieder habe es Diskussionen darüber gegeben, man habe sich immer kritisch mit Ernst Moritz Arndt auseinandergesetzt. Sie selbst würde die Kirche am liebsten nach Elisabeth Schmitz benennen, einer Kämpferin der Bekennenden Kirche, die bereits 1935 mit ihrer Schrift "Zur Lage der Nichtarier" treffend voraussagte, was auf die Juden in Deutschland zukommen würde.


      Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 19/2018. Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen.Keine drei Wochen ist es her, da hat – nach langem Ringen – der Senat der Universität Greifswald entschieden, sich von Ernst Moritz Arndt als Namenspatron zu verabschieden. Die Nazis hatten die Hochschule einst mit dessen Namen versehen – und auch die Kirche in Zehlendorf wurde 1934 nach ihm benannt. Wenngleich die mutmaßlichen Beweggründe der damaligen Gemeinde umstritten sind, stellt sich heute die Frage: Gibt es richtiges Beten unter falschem Namen?
      "Ich bin eben auch nur ein Mitglied des Gemeindekirchenrates", sagt Pfarrerin Hagmayer. Niemand in der Gemeinde verteidige Arndt, den Antisemiten. Im äußersten Fall werde sein Kampf für die Pressefreiheit und die Demokratie hervorgehoben (wobei beides spätestens durch die wissenschaftliche Aufarbeitung in Greifswald als widerlegt angesehen werden kann). Einige in der Gemeinde sagten: Wir ändern die Geschichte nicht, indem wir sie vergessen machen.
      Die Gemeinde und zuvörderst ihre Pfarrerin spüren: Ernst Moritz Arndt passt heute nicht mehr so richtig, aber zu einer Umbenennung konnten sie sich bisher eben auch nicht durchringen. So abstoßend sie ihn finden, sie hängen an ihrem Namen, an ihrer Tradition – und sprechen ihn dann doch lieber nicht aus: Etwas verschämt reden sie lieber von ihrer "EMA". Vielleicht findet sich für das Akronym eines Tages eine andere Bedeutung.
      Oben wird geredet, unten wird gehandelt
      Bischof Dröge äußert sich erst gar nicht zur Diskrepanz zwischen seinen Worten und dem zweifelhaften Kirchennamen auf seinem Gebiet. "Der Bischof hat damit nichts zu tun", heißt es aus der Pressestelle der Evangelischen Kirche in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz. Für die Namensgebung sei der Kirchengemeinderat zuständig. Es herrscht, ganz protestantisch, Gemeindeautonomie. Der Kampf gegen den Antisemitismus wird von höchster Ebene beschworen und auf unterster Ebene geführt. Mit anderen Worten: Oben wird geredet, unten wird gehandelt.
      Solange sie am Namen nichts ändern kann, ist Pfarrerin Hagmayers Rezept ein anderes: "Der Kampf gegen das Vergessen unserer Geschichte gehört in jeden Konfirmandenunterricht." Eine mögliche Umbenennung der Kirche werde nun seit einem Jahr in einer Arbeitsgruppe erörtert. Sollte sich der Kirchengemeinderat dagegen aussprechen, will Hagmayer zum Ausgleich zumindest das Gemeindehaus nach Elisabeth Schmitz benennen.
      II.
      Anderer Ort, dieselbe Unsicherheit: Vergangene Woche kam es im Rheinland zum Eklat. Der jüdische Landesverband Nordrhein sagte eine gemeinsame Israelreise mit einer Delegation der rheinischen Landeskirche ab. Grund war die Arbeitshilfe für einen Gottesdienst zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels, genauer, der Text des pensionierten Pfarrers Rainer Stuhlmann unter dem Titel: "70 Jahre Staat Israel – ein Datum im christlichen Kalender?"
      Im Vorwort der Arbeitshilfe freut sich Manfred Rekowski noch auf die bevorstehende Reise: "Als Christinnen und Christen freuen wir uns gemeinsam mit dem Volk Israel an Gottes Treue", schreibt der Präses der rheinischen Landeskirche. Man ringe jedoch auch untereinander um "bisweilen unterschiedliche Ansichten über politische Fragen in den Konflikten in Israel, Palästina und in der Region". Gemeinsam könne man diese unterschiedlichen Ansichten dann ja in Israel erörtern. Dazu sollte es nicht kommen.
      "Wir fanden in der Arbeitshilfe historische Falschdarstellungen, einen aggressiven Ton gegenüber Israel und Worte, die uns eher an palästinensische Propaganda erinnerten als an den Text einer deutschen Landeskirche", sagt der Vorsitzende des jüdischen Landesverbandes, Oded Horowitz, gegenüber Christ&Welt. Der Text bewegt sich seiner Meinung nach auf der Grenze zum Antisemitismus, manche im Landesverband sähen die Grenze überschritten. Ihrer Aufforderung, sich von diesem Text zu distanzieren, sei die Landeskirche nicht nachgekommen. Einer gemeinsamen Reise habe das die Grundlage entzogen. "Seit Luther hat die evangelische Kirche ein Antisemitismusproblem", sagt Horowitz, "da hätte ich mehr Feingefühl erwartet." Die Reise hat der jüdische Landesverband nun alleine angetreten.
      "Kaum eine Kirche in Deutschland setzt sich so sehr für Israel ein wie die rheinische", sagt Präses Manfred Rekowski. "Ich hätte gedacht, dass wir unter dieser Voraussetzung auch die kontroversen Fragen besprechen können." Doch wo hört Kritik an Israel auf und wo fängt Antisemitismus an? Nach den drei D zu fragen hätte womöglich geholfen: Wenn ein Text Israel dämonisiert, delegitimiert oder Doppelstandards anlegt, gilt er als antisemitisch. Alle drei Motive sind in der Arbeitshilfe zu finden.
      Von Stuhlmanns Text – der nicht etwa ein Beitrag unter vielen, sondern zwischen Vorwort und Gottesdienstentwurf der einzige der Arbeitshilfe ist – will sich Manfred Rekowski dennoch nicht distanzieren. "Er enthält – da widerspreche ich dem jüdischen Landesverband – keine antizionistische Propaganda", sagt er. Stuhlmann habe fünf Jahre in Israel als Studienleiter im Versöhnungszentrum Nes Ammim gearbeitet. Ihm antisemitische Motive zu unterstellen sei völlig absurd. Er nehme in seinem Text die Sichtweisen sowohl der Juden als auch der Palästinenser auf. Das Anliegen dahinter teilt Rekowski: "Wir sind als Landeskirche doppelt solidarisch mit Israel und den palästinensischen Christen." Und die würden eben auch fragen: Wie steht es um eure Solidarität mit uns? Gerade deshalb bedauere er sehr, so Rekowski, dass es nun nicht zu einer gemeinsamen Reise gekommen sei, bei der sich diese Ambivalenz hätte besprechen lassen.
    • Antisemitismus:Luthers Erben - Teil 2 aus : DIE ZEIT

      Die Kirche will tolerant wirken
      Rekowski will auf keinen Fall auf der falschen Seite vom Pferd fallen – lieber stürzt er ganz. Und man will den rheinischen Präses geradezu wachrütteln und sagen: Was sollen – bei aller Solidarität mit allen Geschädigten – Geschichtsklitterung, Verzerrung und Propaganda bringen? Was sollen die Palästinenser davon haben, außer noch mehr Diskredit? Aber auch hier: Unsicherheit, Unwissen und Unentschiedenheit in der Sache werden mit vermeintlicher Sicherheit im Bekenntnis überspielt, zumal im Rheinland, dem Ursprungsland der Barmer Theologischen Erklärung. Ganz im Bewusstsein, dass schon diesem glorreichen Gründungsdokument der Bekennenden Kirche von 1934 die sogenannte siebte These fehlte: eine klare Verurteilung der Judenverfolgung.
      Ganz abbrechen will der jüdische Landesverband das Gespräch mit der rheinischen Kirche aber nicht. "Unsere jährlichen Treffen werden weiter stattfinden", sagt Oded Horowitz, "aber in Deutschland." Welch Glück hat die Kirche, sie bekommt eine zweite Chance.
      III.
      Eine weitere Nachricht der vergangenen Woche: Im Ethikbeirat des Musikpreises Echo stimmte einzig und allein die katholische Delegierte, Uta Losem, gegen die Auszeichnung der Skandalrapper Kollegah und Farid Bang und ihre antisemitischen Texte. Der evangelische Delegierte, Klaus Martin Bresgott, und auch alle anderen Mitglieder des Gremiums entschieden sich erst gegen den Ausschluss von der Nominierung und sprachen sich dann auch noch für die Auszeichnung aus. Wie konnte es dazu kommen?
      Bresgott selbst ist nicht erreichbar. Er sei mit einer Wanderausstellung unterwegs und unabkömmlich. Sein Vorgesetzter, Johann Hinrich Claussen, der Kulturbeauftragte der EKD, beantworte deshalb alle Presseanfragen: "Der evangelische Delegierte hat die Musik von Kollegah und Farid Bang eindeutig als menschenverachtend eingeschätzt", sagt Claussen im Gespräch mit Christ&Welt. Das Problem sei der Preis selbst gewesen, der nun, nachdem etliche Künstler ihre Echos zurückgegeben haben, neu konzipiert wird. Die Vorerfahrung mit der Band Freiwild, so Claussen, die durch den Ausschluss erst recht ihren Absatz steigern konnte, habe den Ethikbeirat dieses Mal zurückschrecken lassen. Als Zensor will die evangelische Kirche auf gar keinen Fall erscheinen, sie will tolerant wirken, für die Kunstfreiheit eintreten. Genau das wurde ihr in diesem Fall zum Verhängnis. "Das Gremium hätte geschlossen sein Mandat zurückgeben sollen", sagt der Kulturbeauftragte, "diese Erkenntnis kam uns aber leider zu spät." Immerhin: Sie kam.
      Beim Echo sieht Claussen seine Kirche zudem missbraucht: "Es kann nicht sein, dass wir zur Legitimation einer Verkaufsshow beitragen." Es reiche nicht, sich darüber zu freuen, wenn die Kirche noch gefragt wird. "Wir werden in Zukunft genauer prüfen müssen, worauf wir uns einlassen", sagt er. "Beim Echo konnte die evangelische Kirche keinen sinnvollen Beitrag leisten." Bei Antisemitismus, das sagt auch der Kulturbeauftragte, sei die Kirche aufgrund ihrer Geschichte besonders verpflichtet. Doch auch wenn es in ihren Reihen einige wenige Leute gebe, die unter dem Deckmantel der sogenannten Israelkritik Grenzen überschritten, etwa indem sie Boykottaktionen befürworten, sieht Claussen dafür keine Mehrheiten.
      Dass die evangelische Kirche in alte Sünden zurückfällt, ist unwahrscheinlich. Sie hat sich seit 1945 komplett neu erfunden, theologisch auch und vor allem in ihrem Verhältnis zu Israel und ihrem jüdischen Ursprung, zur Wurzel ihres Glaubens, wie sie mit Paulus heute ganz gerne sagt. Auch hat sie das Reformationsjubiläum endlich genutzt, um Luthers Judenhass aufzuarbeiten. Ein Beispiel dafür ist die von Matthias Morgenstern kommentierte Ausgabe von Luthers Hetzschrift Von den Juden und ihren Lügen. Dass die Kirche ihre Unsicherheit in diesen Fragen überwindet, ist deshalb vielleicht gar nicht besonders wünschenswert. Wo sie sich aber eingesteht, dass sie keine Antwort und nicht immer eine Lösung für jedes Problem hat, wirkt sie glaubwürdiger.

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    • freudenboten schrieb:

      Der "Missioneifer" vieler religiöser Menschen (auch im Forum) geht mir "auf den Keks".
      Was sagte Jesus zu den 11 Aposteln kurz nach seiner Auferstehung und kurz vor seiner Himmelfahrt (diese war historisch am Donnerstag, dem 14. Mai 33 n.Chr. (und wird dieses Jahr 2018 am Donnerstag, den 10.Mai gefeiert)?

      Bibelstelle

      [size=14]Der Missionsbefehl[/size]16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.19 Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
      Matthäus 28,16 - 20!