Menschenrechte - Was ist davon zu halten?

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    • Menschenrechte - Was ist davon zu halten?

      Hallo zusammen,

      ein Teilaspekt der aktuellen Flüchtlingsthematik besteht in der teilweisen Ablehnung der Menschenrechte. Die Menschenrechte sind auf dieser Seite recht gut dargestellt:

      de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte

      Ich zitiere daraus:

      Menschenrechte - Erste Generation schrieb:



      In diese Kategorie werden die bürgerlichen und politischen Rechte gefasst, d. h. die liberalen Abwehrrechte und demokratischen Mitwirkungsrechte. Geprägt vom klassischen Konzept der Menschenrechte aus den Zeiten der Aufklärung sah die westliche Welt nur sie allein als Rechte, die vom Individuum aufgrund seiner bloßen Existenz gegenüber dem Staat gerichtlich durchsetzbar sein sollten. Diese beschränkte Perspektive spiegelt sich teilweise auch in den Verfassungen westlicher Staaten, in der liberal-rechtsstaatlichen Grundrechtstheorie oder auch in der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wider.
      Dazu gehören:

      Menschenwürde
      Geltung der Rechte für alle Menschen in allen Ländern und Gebieten, unabhängig von ihrer internationalen Stellung
      Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit
      Verbot der Sklaverei oder Leibeigenschaft
      Verbot der Folter oder grausamer, unmenschlicher Behandlung
      Anspruch auf Anerkennung als Rechtsperson
      Gleichheit vor dem Gesetz
      Anspruch auf Rechtsschutz
      Verbot der willkürlichen Verhaftung oder Ausweisung
      Anspruch auf öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen Rechtsverfahren
      Rechtsstaatliche Garantien: Unschuldsvermutung, keine Strafe ohne Gesetz
      Schutz der Privatsphäre
      Recht auf Freizügigkeit (national und übernational)
      Asylrecht
      Recht auf Staatsangehörigkeit
      Recht auf Eheschließung, Schutz der Familie
      Recht auf Eigentum
      Religionsfreiheit
      Recht der freien Meinungsäußerung
      Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit


      Jetzt stößt das praktische Ausleben dieser Grundsätze bei einem Teil der Bevölkerung auf große Ablehnung, beispielsweise im Hinblick auf das Recht auf Asyl. Warum auch immer, das können wir im Flüchtlingsthema weiter diskutieren.

      Was mich mit der Fragestellung hier interessiert wäre: Welchen Teil der Menschenrecht halten die hier mitschreibenden User für ok und welchen nicht?

      Sollte man die Menschenrechte neu/anders formulieren? Wie würde das aussehen?

      Wie würde Gott die Menschenrechte verfassen? Können wir einen Menschenrechtskatalog aus der Bibel ableiten?

      Von welchem Teil der Menschenrechte müssen wir uns im Angesicht der aktuellen Terrorbedrohung verabschieden? Was können wir als Gesellschaft verkraften?


      Die Menschenrechte haben zwar Elemente aus dem christlichen Gesellschaftsverständnis, leiten sich aber nicht ausschließlich daraus ab. Ich würde sogar sagen, dass der Humanismus die stärkere Triebfeder der Menschenrechte ist/war, als das Christentum. Diese These kann aber natürlich auch widerlegt werden, ganz nach individuellem Bibelverständnis/Auslegung.


      Bin gespannt auf eure Meinung dazu,

      Tricky
    • @tricky:

      Welchen Teil der Menschenrecht halten die hier mitschreibenden User für ok und welchen nicht?
      Wenn ich sie so durchlese, halte ich eigentlich alle für gut und richtig.


      Sollte man die Menschenrechte neu/anders formulieren?
      Sie sind ja sehr nüchtern, in juristischer Sprache formuliert. Ich denke, das ist nur sicher so.
      Wenn man es anders, vielleicht symbolhafter oder poetischer, formuliert, dann könnte es wieder zu Auslegungsfragen kommen.
      Die Gefahr besteht bei Rechtstexten eigentlich nicht.

      Wie würde Gott die Menschenrechte verfassen?
      "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."

      Von welchem Teil der Menschenrechte müssen wir uns im Angesicht der aktuellen Terrorbedrohung verabschieden?
      Von keinem. Die Menschenrechte sind eine allgemeine und generell Aussage. Die Beurteilung oder das Verfahren mit Straftätern und Terroristen sind Punkte, die dann anstehen und betrachtet werden müssen, wenn sie eben anstehen.

      Wenn man für gewisse (auch noch so schlimme) Personen ein Menschenrecht stilllegen würde, dann wären das Menschenrecht generell infrage gestellt und gebrochen.
      Und das will ich sagen, wenn mein Tag kommt:
      Ich danke Dir, mein Herr, ich danke Dir für alles.
    • Seele1986 schrieb:

      Wenn man für gewisse (auch noch so schlimme) Personen ein Menschenrecht stilllegen würde, dann wären das Menschenrecht generell infrage gestellt und gebrochen.
      Das ist die eigentliche Frage, die ich mir stelle. Wenn man ein Menschenrecht weglässt, oder streicht...stellt man dann generell die Menschenrechte infrage, oder kann man trotzdem ein Menschenrechtler sein, wenn man bspw. gegen ein Recht auf "Freizügigkeit" ist.

      Seele1986 schrieb:

      "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
      juristisch gesprochen würde ich jetzt ganz trocken nachfragen: "Du sollst ALLE deine Nächsten lieben wie dich selbst"? , oder nur den jeweils Nächsten (also immer nur einen zur gleichen Zeit)? Ich weiß, das klingt jetzt komisch, aber muss man die gesamte einen umgebende Menschheit gleichzeitig lieben, wie sich selbst, oder reicht schon einer?
    • stellt man dann generell die Menschenrechte infrage, oder kann man
      trotzdem ein Menschenrechtler sein, wenn man bspw. gegen ein Recht auf
      "Freizügigkeit" ist.

      Natürlich kann man trotzdem für die Menschen sein und mag halt nur nicht alles aus der Carta.

      Allerdings muss man sich fragen bzw. kann man sich fragen, was ein Verbot eines Rechtes bedeuten würde.

      Wenn man bspw. gegen die Freizügigkeit ist, kann der Mensch sich nicht mehr frei durch die Staaten bewegen. Klingt nach DDR. Will man das? Für sich selbst? Denn man muss sich selbst ja immer einschließen.

      Kontrolle und Festhalten bei Verdachtsfällen geschieht ja; das ist das Recht eines Landes. Aber grundlegend ist es doch schön, dass sich jeder global frei bewegen kann.

      Ich weiß, das klingt jetzt komisch, aber muss man die gesamte einen
      umgebende Menschheit gleichzeitig lieben, wie sich selbst, oder reicht
      schon einer?
      Den, der gerade da ist.
      Und das will ich sagen, wenn mein Tag kommt:
      Ich danke Dir, mein Herr, ich danke Dir für alles.
    • Seele1986 schrieb:

      Sie sind ja sehr nüchtern, in juristischer Sprache formuliert. Ich denke, das ist nur sicher so. Wenn man es anders, vielleicht symbolhafter oder poetischer, formuliert, dann könnte es wieder zu Auslegungsfragen kommen.

      tricky schrieb:

      Wenn man ein Menschenrecht weglässt, oder streicht...stellt man dann generell die Menschenrechte infrage, oder kann man trotzdem ein Menschenrechtler sein, wenn man bspw. gegen ein Recht auf "Freizügigkeit" ist.
      Eine weitere Frage die man jetzt zum Beispiel stellen könnte: Wer reguliert die Menschenrechte (der Jurist spricht meist vom "Grundrecht"), wer sichert diese zu und wer "sorgt" das diese auch eingehalten werden ? Meist werden diese durch Verfasser und Verfassung garantiert.

      Wie sieht es da z.B. aus, wenn der Verfasser (Staat) diese bricht/umgeht, in dem er Folter als ein legitimes Mittel einsetzt um an Informationen zu kommen ? ?(
    • Nun, gemeinhin kenne ich das so:

      Menschenrechtsbewegungen machen darauf aufmerksam (zB Amnesty);

      wenn es gravierend ist, dann tagen darüber die Vereinten Nationen.

      Sprechen Bitten, Mahnungen aus.

      Wenn nix passiert, hat man einen Grund, Krieg zu führen.

      Wenn das Land bzw. deren Machthaber wichtige Handelspartner sind, dann passiert halt nix.
      Und das will ich sagen, wenn mein Tag kommt:
      Ich danke Dir, mein Herr, ich danke Dir für alles.
    • Die Gottesebenbildlichkeit des Menschen

      Zitat von Tricky: Wie würde Gott die Menschenrechte verfassen?

      Die Gottebenbildlichkeit des Menschen begründet nach christlicher Auffassung die Menschenrechte:

      Bibelstelle

      "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau." (Genesis 1,27)

      Seine Würde erhält der Mensch also von Gott her - und darum soll der Mensch auch Gott gegenüber verantwortlich sein. Der Mensch hat das Leben von Gott, deshalb kann auch nur Gott das Leben wieder nehmen.
      Der zweite Halbsatz in 1.Mose 1,27 stellt auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau schon als Menschenrecht dar! "Männer und Frauen sind gleichberechtigt!" so steht es in unserem GRUNDGESETZ in Artikel 3, Absatz 2! Ein geradezu biblischer Satz!

      Auch in Psalm 8,5+6 erhält der Mensch seine Würde durch Gott:

      Bibelstelle

      "Was ist der Mensch...?...wenig niedriger als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit...gekrönt."
      und auch Hiob 7,17 unterstreicht diese
      Menschenwürde durch Gott:

      Bibelstelle

      "Was ist der Mensch, dass du ihn groß achtest und dich um ihn bekümmerst?"

      Das Lebensrecht eines jeden Menschen - welches z.Z. die Terroristen des IS, aber auch sämtliche andere Islamisten/Terroristen, wie Boko Haram in Nordnigeria u.a. - so gemein mit Füßen treten, hat seine Berechtigung aus den 10 Geboten, aus dem nach biblischer Zählung 6. Gebot:

      Bibelstelle

      "Du sollst nicht töten!" (2.Mose 20,13/5.Mose 5,17)

      Das beinhaltet selbstverständlich auch den Schutz des ungeborenen Lebens! Deshalb verstoßen Abtreibungen gegen die Menschenrechte!
      Wie übrigens auch schon in den anderen Teilen der 10 Gebote Menschenrechte abgeleitet sind, so z.B. der Schutz des Eigentums aus dem 8.Gebot ("Du sollst nicht stehlen!" (2.Mose 20,15/5.Mose 5,19)
      Deshalb muss es Aufgabe aller christlichen Politik und von aller weltlichen Politik sein, die Menschenrechte zu schützen und zu verteidigen! In Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt!

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Seele1986 schrieb:


      Sollte man die Menschenrechte neu/anders formulieren?
      Sie sind ja sehr nüchtern, in juristischer Sprache formuliert. Ich denke, das ist nur sicher so.
      Wenn man es anders, vielleicht symbolhafter oder poetischer, formuliert, dann könnte es wieder zu Auslegungsfragen kommen.
      Die Gefahr besteht bei Rechtstexten eigentlich nicht.

      Na ja, auch 'Rechtstexte' sind interpretierbar, aber Du hast schon recht, man sollte sich Mühe geben,
      Sachverhalte so konkret wie möglich zu formulieren,
      und wenn man möchte, dass Gesetze für alle Menschen gelten sollen,
      darf man sich eben gerade nicht von religiösen Überzeugungen leiten lassen,
      sonst landet man ganz schnell bei der Scharia
      Nicht alles, was gezählt werden kann, zählt (Einstein)
    • sonst landet man ganz schnell bei der Scharia
      Richtig.

      Es ist Fakt, dass wir in der Bibel Ordnungen und Gesetze haben, die der Scharia in nichts nachstehen.

      Und es gibt einige, die diese Ordnungen und Gesetze gerne anstelle der Menschenrechte im Staat hätten; die nennen sich auch "Christen", glaube ich.

      Zu beachten ist aber bitte, dass diese Gesetze nur Anwendung finden sollen, wenn es um die anderen geht, nicht um einen selbst.

      Das nennt man "bibeltreu" oder "wortwörtlich lesen".
      Und das will ich sagen, wenn mein Tag kommt:
      Ich danke Dir, mein Herr, ich danke Dir für alles.
    • Seele1986 schrieb:

      Es ist Fakt, dass wir in der Bibel Ordnungen und Gesetze haben, die der Scharia in nichts nachstehen. Und es gibt einige, die diese Ordnungen und Gesetze gerne anstelle der Menschenrechte im Staat hätten; die nennen sich auch "Christen", glaube ich.
      Ja, man kann wirklich nur hoffen, dass solche "Christen" niemals an politische Macht kommen. Das sich "Bibel/Kirche" nicht mit "Politik/Staat" vereinen lässt, können wir mehrfach anhand der Geschichte ablesen...

      Ich erinnere da z.B. an eine österreichische politische Partei die sich "Die Christen" nannte, besonders dadurch auffiel, dass sich ihre Vertreter in jeglicher Hinsicht durch Auftritte lächerlich machte. Das hat dem Evangelium und dem christlichen Glauben mehr geschadet, als geholfen.
    • Seele1986 schrieb:

      Zu beachten ist aber bitte, dass diese Gesetze nur Anwendung finden sollen, wenn es um die anderen geht, nicht um einen selbst.

      Das kommt mir auch manchmal so vor.

      Kürzlich meinte ein Bekannter, die Attentäter / Islamisten hätten noch gewisse Moralvorstellungen. Prinzipiell ist diese sonderliche Aussage richtig, nur scheint das eine ziemlich anmaßende und rücksichtslose Moral zu sein.

      Ich frage mich vor allem, ob er so auch noch argumentieren würde, wenn seine Tochter oder sein Sohn in Paris das unselige Konzert besucht hätten. Dann wären das Gejammer und das Selbstmitleid groß und das politische Räsonnieren würde sicherlich deutlich gebremst oder wenigstens in andere Bahnen gelenkt.
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19