Zum Nachdenken

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    • Zum Nachdenken

      Ein Indianerhäuptling erzählt seinem Sohn folgende Geschichte.
      "Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen 2 Wölfen.
      Der eine Wolf ist böse.
      Er kämpft mit Ärger, Neid, Eifersucht, Sorgen, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.
      Der andere Wolf ist gut.
      Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit."
      Der Sohn fragt: "Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?"
      Der Häuptling antwortet ihm: "Der, den du fütterst."
      „Herr, du weißt, dass ich von Tag zu Tag älter werde – und eines Tages alt. Bewahre mich vor dem Drang, bei jeder Gelegenheit etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen. Lehre mich nachdenklich und
      hilfreich, aber nicht beherrschend zu sein . . . lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann. Erhalte mich so liebenswert wie möglich.“ Theresa von Avila
    • Diese Geschichte ist nett und enthält viel zum Nachdenken.
      Fairer halber möchte ich doch erwähnen, das es mehr als zwei Wölfe gibt. Der Mensch kann nicht immer frei entscheiden,
      welchen Wolf er gerade füttert, oder welcher Wolf gerade den Menschen frisst. So mancher Wolf holt sich ohne zu fragen sein fressen. Viele Menschen würden gern "Nein" sagen, schaffen es aber nicht mehr, weil der Wolf zu mächtig geworden ist.

      LG
      Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich
      (Matthäus 19, 26)
    • Ich denke auch, es ist eine malerische Metapher für den berühmten inneren Kampf zwischen den Kräften; gedacht ist wieder ganz dualistisch: da ist Gut, da ist Böse- entscheide dich!

      Dass es einer theologischen Debatte nicht standhält, ist klar, aber das wird den Indianer wohl auch nicht interessieren.

      Im Übrigen sagt der Indianer nicht: "Du suchst dir einen aus, den du fütterst.", sondern er sagt schlicht, dass man einen der beiden füttert.

      Oder wer von euch hat sich schon mal "entschieden": "Heute möchte ich mal arrogant sein!", oder "Heute pflege ich die Dankbarkeit mal besonders!"
      Wir entscheiden das sowieso nicht; aber so eine Metapher ist ein Bild, um sich vor Augen zu halten, was im inneren geschieht, denke ich.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Zum Nachdenken

      Miteinander in Dialog treten heißt überzeugt sein, dass der andere etwas Gutes zu sagen hat, heißt seinem Gesichtspunkt, seinen Vorschlägen Raum geben. Miteinander in Dialog treten heißt nicht, auf die eigenen Vorstellungen und Traditionen verzichten, sondern auf den Anspruch, dass sie die einzigen und absolut seien.


      Ich frage mich, ob Jesus zu dieser Aussage ja sagen würde. Was meint ihr?
    • Pfingstrose schrieb:

      Ich frage mich, ob Jesus zu dieser Aussage ja sagen würde. Was meint ihr?

      Ich bin überzeugt, dass er in den Dialog trat und treten würde. Seine "Vorstellungen" waren absolut, zu Recht - denn er war der Sohn Gottes / Gott selbst. Man sieht das auch, daran dass Jesus im Gegensatz zu den Frommen seiner Zeit und Gesellschaft auch Umgang pflegte mit denen die diese mieden (Sünder, Zöllner, Samaritaner). Und seine Jünger waren (zumindest großteils) Galiläer - die im allgemeinen nicht für "fromm" gehalten wurden.

      Wir sind "nur" Menschen und müssen daher unsere Positionen immer wieder hinterfragen (lassen) bzw. validieren. In dem Sinn sind sie nicht die einzigen und absolut, aber sie können richtig sein und andere an uns herangetragene (gegensätzliche) in dem Sinn auch falsch.
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • Zudem war Jesus vollkommen undogmatisch. Er hat immer mit dem Menschen geredet, der vor ihm stand.

      Zu den Gelehrten sagt er: "Habt ihr nicht in den Schriften gelesen...?"
      Zur Ehebrecherin: "Hat dich jemand verdammt? Nein? Dann verdamme ich dich auch nicht. Tus nicht mehr."
      Zum Zöllner: "Heute möchte ich bei dir essen!" (Wenn die Frommen so ein Interesse daran haben, was ich mache, dann geh ich erstmal beim Zöllner essen)
      Zur Phönizierin: "Ich bin nur zu den Schafen Israels gesandt..." (er lässt sie weiter bitten und erlöst sie schließlich)
      Zum reichen Jüngling, der so tadellos ist: "Dann verkauf alles, gibs den Armen und folge mir nach..."
      Zum Statthalter: "Du hättest keine Macht, wenn sie dir nicht von oben gegeben worden wäre..."
      Zu Petrus wegen der Anzahl der Vergebung: "Nicht siebenmal; sondern siebenmalsiebenundsiebzigmal..."
      wegen seinem Beschützer-Gerede: "Hinweg Satan!"
      wegen seinem Treue-Schwur: "Du wirst mich dreimal leugnen..."
      Zu Judas: "Geh und tue, was du tun musst, und mach schnell..."

      Jesus war frei. Er hat so geredet, wie sein Gegenüber vor ihm stand. "Du siehst nicht auf die Person der Menschen...", heißt: Du lässt dich nicht blenden. Ein großartiger Meister.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Der christliche Absolutheitsanspruch!

      Pfingstrose schrieb:

      Miteinander in Dialog treten heißt nicht, auf die eigenen Vorstellungen und Traditionen verzichten, sondern auf den Anspruch, dass sie die einzigen und absolut seien.

      Ich frage mich, ob Jesus zu dieser Aussage ja sagen würde. Was meint ihr?
      Sagte nicht Jesus:
      Bibelstelle
      "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! Niemand kommt zum Vater als durch mich!" (Johannes 14,6) ???

      ===> Man nennt dies auch den "christlichen Absolutheitsanspruch"! Darf man diesen aufgeben?
    • "Miteinander in Dialog treten heißt nicht, auf die eigenen Vorstellungen und Traditionen verzichten, sondern auf den Anspruch, dass sie die einzigen und absolut seien."

      Aus dem Vatikan, am 24. Januar 2014, dem Gedenktag des hl. Franz von Sales
      FRANZISKUS

      Ich frage mich aber , ob dabei nicht auf der Strecke bleibt, dass Jesus selbst sagte, dass er der einzige Weg sei.
      Und wer in seiner "Tradition"absolut daran glaubt, der darf eigentlich auch nicht dafür kritisiert werden, dass er darauf nicht verzichten will dies zu verkündigen, oder?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pfingstrose ()

    • ===> Man nennt dies auch den "christlichen Absolutheitsanspruch"! Darf man diesen aufgeben?



      Nee, den darf man nicht aufgeben.

      Und miteinander in Dialog treten ist auch richtig, solange das "Miteinander" nicht ein Miteinander Gleichgesinnter (die andere verurteilen) ist, sondern ein Miteinander derer, die unterschiedlicher Meinung sind.
    • Wenn man aus den Windeln raus ist, dann kann man sich mit jedem unterhalten und austauschen, weil man nämlich weiß, was man selbst glaubt.

      Und wenn ein Katholik, ein Moslem, ein Jude, Buddhist, oder sonst wer etwas Gutes und Sinnvolles sagt, dann kann ich das anerkennen und ihm Recht geben, denn er hat was Gutes gesagt. So einfach ist das. Ich unterschreibe deswegen keine Mitgliedsbescheinigung...

      Man muss allerdings wissen, was man selber glaubt, das stimmt. Wenn ich das nicht weiß, dann muss ich mich abkapseln, um nicht "verführt" zu werden, und habe nötig, über andere zu schimpfen, weil die ja so falsch sind.

      Es ist keine Frage anderer Gemeinschaften, sondern eine Frage meiner eigenen Festigung. Das ist ungewohnt, wenn Mama oder der Herr Prediger mir nicht mehr sagen, wie die Welt funktioniert, aber man schafft das... Nur Mut.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:

      Wenn ich das nicht weiß, dann muss ich mich abkapseln, um nicht "verführt" zu werden, und habe nötig, über andere zu schimpfen, weil die ja so falsch sind.

      Ich glaube, dass ist keine Frage des Nicht-Wissens sondern des Charakters.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Ja, ich finde aber, das hat miteinander zutun. Der Glaube beeinflusst den Charakter nämlich maßgeblich. Und wer über andere Kirchen herziehen muss, der ist meines Erachtens sehr unsicher in seinem eigenen Glauben und auch charakterlich schwach.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Hallo Seele,

      du hast geschrieben:

      Seele1986 schrieb:

      Man muss allerdings wissen, was man selber glaubt, das stimmt. Wenn ich das nicht weiß, ...

      Ich habe dich so verstanden, dass es dir um das Wissen um den eigenen Glauben geht - nicht um die Qualtität des eigenen Glaubens (stark/schwach). Ich weiß um meinen Glauben, du weißt um deinen, und ich nehme an, auch ein Walter Veith weiß um seinen Glauben - nur weiß er und wissen wir auch um die Qualität unseres Glaubens?

      Seele1986 schrieb:

      Ja, ich finde aber, das hat miteinander zutun. Der Glaube beeinflusst den Charakter nämlich maßgeblich. Und wer über andere Kirchen herziehen muss, der ist meines Erachtens sehr unsicher in seinem eigenen Glauben und auch charakterlich schwach.

      Ich bin mit dir dahingehend einer Meinung, dass die Qualität unseres Glaubens unseren Charakter beeinflusst - aber das Wissen um den eigenen Glauben eher nicht.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • @Bemo:

      Ich habe dich so verstanden, dass es dir um das Wissen um den eigenen
      Glauben geht - nicht um die Qualtität des eigenen Glaubens
      (stark/schwach).
      Nein, das meine ich mit "Wissen" nicht. Ich meine die Gewissheit im Glauben.

      Ich bin mit dir dahingehend einer Meinung, dass die Qualität unseres
      Glaubens unseren Charakter beeinflusst - aber das Wissen um den eigenen
      Glauben eher nicht.
      Ok...
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • @Seele
      Ich unterschreibe deswegen keine Mitgliedsbescheinigung...

      Das mit dem Unterschreiben ist so eine Sache.....ich habe jetzt schon etliche Veranstaltungen gesehen, in denen verschiedene Denominationen Unterschriften gegeben haben...
      Meine Meinung ist, dass man auch vor der ganzen Unterschreiberei und Vereinigung etc. nebeneinander gut existiert hat. Wirklich gläubige Menschen bekämpfen sich nicht, das ist meine Erfahrung.
      Ich finde aber ,dass mit der Unterschreiberei und der Vereinigungen eine "Ausgrenzung" erst geschaffen wird. Hat sich schon jemand mit dem Thema Gruppendruck auseinander gesetzt?
      Einigkeit im Herrn braucht keine Unterschrift, das ergibt sich automatisch in einer und durch eine charakterliche Haltung.
    • Seele1986 schrieb:

      Ich meine die Gewissheit im Glauben.

      Und was meinst du damit? Das Gegenteil von Zweifel am eigenen Glauben?

      Ich meine, es geht doch um die Qualität des Glaubens.

      Man kann sich eines schwachen/schlechten/falschen Glaubens sehr sehr gewiss sein (man selbst schätzt den eigenen Glauben natürlich nicht so ein) und das hat dann negative Folgen für den Charakter.

      Man kann sich eines starken/guten/richtigen Glaubens sehr sehr gewiss sein (Stichwort: Gottesbild) und das hat dann positive Folgen für den Charakter.

      In beiden fällen gibt es eine starke Gewissheit, die sich aber je nach Qualität des Glaubens unterschiedlich auf den Charakter auswirkt. Die Gewissheit alleine - also unabhängig vom Gottesbild - sagt erstmal nichts aus.

      Ich hoffe, ich bin so verständlich geworden :)
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • @Pfingstrose:
      Das mit dem Unterschreiben ist so eine Sache.....ich habe jetzt schon
      etliche Veranstaltungen gesehen, in denen verschiedene Denominationen
      Unterschriften gegeben haben...
      was meinst du bzw. wovon redest du?

      Ich sprach vom Umgang und vom Reden über andere Gemeinschaften und dass Austausch mit ihnen keine Konversion bedeutet...
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • @Bemo:

      darf ich fragen, was das Problem ist?

      Ich schrieb vom Wissen (Gewissheit) im eigenen Glauben. Damit hat man nicht nötig, über andere herzuziehen.

      Wenn man das nicht nötig hat, dann siehst du doch, welche "Qualität" es hat. Ich sprach sowohl von Wissen als auch von "Qualität" des Glaubens. [Ich benutze das Wort Qualität in dem Zusammenhang für gewöhnlich nicht...]

      Hat man nötig, sich abzukapseln und andere schlecht zu machen (auch noch Vorträge darüber zu halten), dann zeigt dies ebenfalls die Qualität...

      Welche Qualitätsstufen es gibt, weiß ich nicht.

      Lg
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • @Seele 1986
      @Pfingstrose:

      Zitat
      Das mit dem Unterschreiben ist so eine Sache.....ich habe jetzt schon
      etliche Veranstaltungen gesehen, in denen verschiedene Denominationen
      Unterschriften gegeben haben...

      was meinst du bzw. wovon redest du?

      Ich sprach vom Umgang und vom Reden über andere Gemeinschaften und dass Austausch mit ihnen keine Konversion bedeutet...


      Ja, ich habe dich schon verstanden.Aber es bleibt schon lange nicht mehr nur bei einem Gedankenaustausch.

      Die Entwicklung der Kirchen oder Gemeinschaften kam in den letzten 50 Jahren zu einer anderen Sichtweise von Einheit, das ist auch eine Form von "konvertieren" und das meinte ich.


      Wenn man aus den Windeln raus ist, dann kann man sich mit jedem unterhalten und austauschen, weil man nämlich weiß, was man selbst glaubt.

      Und wenn ein Katholik, ein Moslem, ein Jude, Buddhist, oder sonst wer etwas Gutes und Sinnvolles sagt, dann kann ich das anerkennen und ihm Recht geben, denn er hat was Gutes gesagt. So einfach ist das. Ich unterschreibe deswegen keine Mitgliedsbescheinigung...

      Man muss allerdings wissen, was man selber glaubt, das stimmt. Wenn ich das nicht weiß, dann muss ich mich abkapseln, um nicht "verführt" zu werden, und habe nötig, über andere zu schimpfen, weil die ja so falsch sind.

      Es ist keine Frage anderer Gemeinschaften, sondern eine Frage meiner eigenen Festigung. Das ist ungewohnt, wenn Mama oder der Herr Prediger mir nicht mehr sagen, wie die Welt funktioniert, aber man schafft das... Nur Mut.


      Schau dir das einmal an, momentan finde ich nur diese Veranstaltung ....ich habe aber noch einige mehr gesehen.....
      youtube.com/watch?v=plfEiPT6FlQ

      Nicht Frieden zu bekunden untereinander finde ich falsch, sondern religiöspolitisch zu handeln.

      Das Evangelium braucht solche Veranstaltungen nicht. Als Jude lese ich ein Buch von hinten nach vorne. Als Christ schaue ich mir das Ziel in der Offenbarung ( eine politischreligiöse Diktatur)an und überlege wie das überhaupt zustande kommen kann. Das nenne ich aus den Windeln heraus zu sein ;)
    • @Pfingstrose:

      ich halte von dieser Politik auch überhaupt nichts. Das ist aber wahrscheinlich einfach die Krankheit der oberen Etagen. Man kommt nicht drumrum, wenn man oben sitzt und mitspielt. Es gibt gewisse Gesetzmäßigkeiten in der Welt. Sobald Macht und Einfluss im Spiel sind, werden Fehden gezogen, muss man sich mit gewissen Leuten gut stellen, muss man bei gewissen Dingen mitspielen, sonst wird man abgesägt oder medial vernichtet.

      Macht ist ein Gift. Man gewöhnt sich so schnell dran und es fühlt sich so gut an. Das betrifft alle Institutionen, Leitungen und Systeme; es ist einfach so.

      Deshalb sollte man versuchen (garantieren kann man es nie), gesunde und starke Menschen zu erziehen, die ihren Weg kennen und sich nicht verwirren lassen.

      Dazu muss man das Evangelium predigen und nicht die ganzen Machenschaften der bösen Systeme, wie manche das tun.

      Lg
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)